207. Solvesburg Mai 2026

09.05.2026

Bereits früh geht es für mich auf‘s Rad. Bis nach Skillinge werde ich ca. 43 km voraus fahren. Dort gibt es eine Ent- und Versorgungsstation im Yachthafen, unser Treffpunkt. Die Route führt zunächst bis Käsberga, biegt dahinter aber nach links ab und passiert kleine Ortschaften wie Löderup und Borrby durch landwirtschaftliches Gebiet. Die Rapsblüte hier ist noch nicht ganz soweit wie in Heiligenhafen. Es ist kälter hier oben. Der Tag heute mit strahlendem Sonnenschein und kaltem Wind. Nachdem in Skillinge die Van‘s versorgt wurden geht es auf einen Tankstopp nach Simrishamn, wo der Tankautomat uns leider fast 50€ mehr abknöpft und weiter nach Kivik, der Provinz für Obstanbau. Insbesondere Apfelplantagen mit über 70 Sorten werden hier betrieben. Bei einem Rundgang durch den kleinen Fischerort erleben wir reges Treiben am Hafen. Hier werden Boote für die Saison startklar gemacht und zu Wasser gelassen, Masten per Kran gesetzt. Die Fischräucherei mit Gastro ist gut besucht. Kein Wunder bei der Auswahl, selbst geräucherte Garnelen werden angeboten. Weiter am Strand entlang entdecken wir eine kleine, öffentliche Holzbasto (Sauna) der Gemeinde. Im Anschluß fahren wir weiter bis nach Åhus, wo am Hafen eine Mittagspause eingelegt wird. Unser Übernachtungsstopp für heute liegt in Sölvesborg direkt am Wasser und hinter dem beschaubarem Bahnhof. Morgen geht es in den Schärengarten bei Karlskrona. Auf dem Campingplatz Gisskevik bei Torhamn haben wir Plätze bis Donnerstag reserviert.

206. Ystad (S) Mai 2026

07.05.2026

Wir haben Schweden erreicht, genauer gesagt Südschweden und stehen kurz vor Ystad, 129 Västerleden, direkt an der Ostsee.
Die heutige Fahrt führte uns von Kopenhagen mittels Tunnel und Øresundbrücke nach Malmö. Dafür waren umgerechnet satte 128 € fällig. Länge und Gewicht von Rudi schlugen hier zu Buche. In Limhans an der Strandgatan beim Yachthafen der erste Stopp zum LPG tanken bzw. Gasflaschenerwerb und Befüllen für Thomas. Da der Service erst um 13:00 h öffnete, schnappte ich mir mein Rädchen und strampelte 26,2 km vor nach Hölleviken zum Wikinger-Museum Fotevikens. Dies hatte leider geschlossen. Also snacken und weiter nach Trelleborg zum Einkaufen. Auf der Straße Nr. 9, die Ostsee rechtsschultrig, geht es weiter bis nach Ystad. Vorher machen wir Halt am südlichsten Punkt von Schweden: Smygehuk und wollten dann noch einen Abstecher nach Klagstorp in die Kleinstbrauerei Hönsinge Hantwerjsbryggeri einlegen. Es gilt ein Bier zum geräucherten Fisch zu erwerben. Leider hat die Brauerei nur sonntags geöffnet, also weiter.
Der Stellplatz hier ist ganz einfach gehalten, dafür in erster Reihe mit Blick auf die See.
Btw: meine Flip Flops, die ich nach dem Duschen auf den Kuhfänger gelegt habe, wurden bei der Einreise nach Schweden vom Zollbeamten entdeckt und gerettet. Meine Crogs, die ich bei der Pause am Wikinger-Museum angezogen habe, stehen leider immer noch da.

08.05.2026

Mit den Rädern ging es heute zunächst in das Zentrum von Ystad, der Stadt, in der die Romanfigur des Kommissar Kurt Wallander des Schriftstellers Henning Mankell seine Wirkungsstätte hat. Eine sehr schöne Kleinstadt mit vielen Backsteinbauten und bunten Holzhäusern, Kirchen, einem Kloster und einer abwechslungsreichen Fußgängerzone mit kleinen Geschäften. Im Anschluß fahren wir am Bahnhof und dem dahinterliegenden Fährterminal vorbei. Hier legen Fähren nach Bornholm und Swinemünde in Polen ab. Hinter einer großen Sportanlage geht es auf eine schmale Strandpromenade, die von kleinen Badehäuschen und einem Mischwald gesäumt wird. Zwischendurch immer wieder Zugänge zum Strand und Holzbrücken, die ins Meer gehen. Der Strand ist frei zugänglich und kostenlos. Weiter geht es auf Radwegen neben der Straße, bis wir auf eine weitere Zufahrt in Richtung Strand stoßen. Hier geht es auf einen Wanderweg durch militärisches Gebiet. Die Infotafel am Eingang weist auf Schießwarnungen hin. Ein wenig mulmig ist uns schon, aber der Weg über die hügelige Wiesenlandschaft bei diesem Wetter reizt einfach mehr. Ungefähr in Höhe von Hammar geht es nicht weiter, Wanderer können einen engen Durchgang als Ausgang benutzen, wir müssen die Räder über den Zaun heben und danach auf der Straße nach Kåsberga weiterfahren. Der Gegenwind trifft uns hier frontal. In Kåsberga wird eine Pause eingelegt, bevor es zu den „Ales Stenar“ geht, einer geschichtlich bedeutsamen Stätte auf einer ca. 37 Meter hohen Hügelkette direkt an der Ostseeküste. Mit einer Länge von 67 Metern und einer Breite von 19 Metern gilt sie als eine der größten Schiffssetzungen Skandinaviens. Die aus 59 Steinen bestehende Schiffssetzung diente wahrscheinlich als Begräbnisstätte. Völlig geklärt ist die Herkunft und das Alter dieses historischen Fundes jedoch nicht.
Bevor es wieder zurück zum Stellplatz geht, machen wir noch einen Abstecher in den kleinen Hafen von Kåsberga und seinen Fischräuchereien.
Nach 46 km auf dem Rad gibt es am Abend eine leckere Chinapfanne mit viel Gemüse.

205. Kopenhagen Mai 2026

05.05.2026

Heute geht es, zumindest für mich, ganz früh auf‘s Rad. Das diesjährige Stadtradeln beginnt und ein paar Kilometer sollen auf den Tacho. Treffpunkt ist Præstø, gegenüber dem Yachthafen, auf dem Festland. Bei 11 Grad geht es über Stege, Koster und die Dronning Alexandrines Bro Brücke nach Kalvehave und im Anschluß auf kleinen Straßen und kleinen Ortschaften nach Præstø, einer Kommune im Süden der Insel Seeland. 43,5 km konnten gesammelt werden, bevor Dirk und Thomas mich wieder einsammeln. Weiter geht es nach Viby, die Ersatz-Klobrille ist beim Clesana-Fachhändler eingetroffen. Das Objekt der Begierde wird uns völlig unproblematisch ausgehändigt und unser nächstes Ziel Roskilde kann angesteuert werden. Hier wollten wir uns eigentlich das Wikinger Museum anschauen, aber bei 22 € p. P. wurde diese Option schnell verworfen. Also auf nach Kopenhagen. Ein Stellplatz fast mittendrin ist schnell gefunden und reserviert. Dort angekommen wird erst einmal gesnackt, ein Fahrradladen für die Reparatur von Dirk‘s Vorderradbremse ausfindig gemacht und während bzw. nach der Reparatur die Stadt erkundet. Wir entdecken Teile des Sydhaven und schließen auf bis zum Schloß Christiansborg. Zurück geht es am Tivolipark und dem Hauptbahnhof zum Stellplatz. Kopenhagen ist eine Stadt am Wasser, mit Bade- und Saunaplätzen mittendrin, Booten vor der Haustür, fantasievollen Begegnungsorten zwischendrin und Fahrräder über Fahrräder. Mal sehen, was uns morgen hier erwartet.

06.05.2026

Die heutige 54 km lange Radtour durch und um Kopenhagen hat uns gefühlt fast alle Sehenswürdigkeiten streifen lassen. Dabei waren Stadtteil Vesterbro, Hauptbahnhof, Tivoli, Rathaus, Hans Christian Andersen Statue, Einkaufsstraße Federiksberggade, Schloß Christansburg, Kleine Meerjungfrau, Stadtteil Christiana, Lagune auf Amager, Aquaruim, Flughafen, Dragor und die Oper. Für diese Stadt braucht man definitiv mehr als zwei Tage.

204. Hjertebjerg (Insel Møn) Mai 2026

03.05.2026

Wir verlassen Rødby bereits gegen neun Uhr und fahren auf Nebenstraßen nach Stubbekøping. Der kleine Hafen unterhält die alte Holzfähre „Ida“, mit der wir auf das Inselchen Bogø übersetzen. Von hier aus geht es über einen Damm auf die Insel Møn, auf der die Zeit irgendwie stehen geblieben zu sein scheint. Auch hier dominieren die blühenden gelben Rapsfelder, die Landschaft jedoch entfaltet kleine Hügel und bewaldete Flächen. Zur Ostspitze in Richtung der berühmten Møns Klint Felsküste hin, nehmen die Erhebungen noch einmal Fahrt auf. Der erste Stellplatz in Klintholm Havn sagt uns nicht zu. Wir steuern eine Alternative in der Inselmitte an. Ein Bauernhof bietet unter dem Namen „Keldborg Bed & Bath og Camp“ einen lauschigen Stellplatz auf dem großen Rasen hinter Haus, Scheune und Bauerngarten an. Wir stehen hier mit Hund, Hühnern, Fröschen und zwei Hausrindern völlig alleine. Rudimentäre Infrastruktur mit Toilette und Spülmöglichkeit sowie der Nutzung von Strom und einer Minibar. Ganz urig und einfach. Der Nachmittag ist gefüllt mit Radfahren, Drohnenflug, Lesen und Schlafen. Am Abend wird draußen Fisch gebraten, dazu Pellkartoffeln und Salat gereicht. Der Hofhund schaut ab und zu vorbei, mitunter den abgenagten Unterschenkel eines Paarhufers in der Schnauze tragend.

04.05.2026

Die Nacht brachte Wind und ein wenig Regen, der Morgen begann kühl und bewölkt. Mit dem Rad wollten wir deshalb nicht zu den ca. 18 km entfernten Kreidefelsen fahren. Lieber mit Rudi und anschließender Besichtigung von Klintholm Haven und Stege. Ein dichter, alter Buchenwald säumt die Felsküste von Møns Klint. Die letzten Kilometer bis dorthin legt man über die unasphaltierte Zugangsstraße 287 zurück. Es geht durch den alten Wald Klinteskoven direkt zur beeindruckenden Küste und dem GeoCenter. Der Parkplatz kostet 45DK/6€ und ist per QR-Code zu bezahlen. Übernachten ist verboten. Wir entscheiden uns für einen Rundweg zunächst oberhalb der Küste. Zwischendurch erlauben Haltepunkte Ausblicke auf die spektakulären weißen Felsen und das türkisfarbene Meer. Die Kalksteinwand ist 6 km lang und bis zu 128 m hoch. Die das Kliff bildende Kreide entstand vor rund 70 Millionen Jahren auf dem Grund eines Meeres. Die Kreide besteht überwiegend aus den Überresten der Kalkschalen mikroskopisch kleiner Algen, die das urzeitliche Meer bevölkerten. Nach ca. 2 km führt eine Holztreppe hinunter zum Strand. Da diese leider gesperrt ist, geht es für uns zunächst wieder zurück zum GeoCenter und von da aus hinunter zum Strand. Die Treppenabschnitte scheinen schier endlos in die Tiefe zu führen und wir erhalten einen Vorgeschmack auf den Rückweg. Aber der Ausblick und die Atmosphäre vom Strand aus ist schon sehr beeindruckend. Zudem hat sich die Sonne durchgekämpft und lässt die weissen Felsen sowie das Meer strahlen. Der Weg am Strand entlang führt über Sand, Kreidekiesel, Feuersteinfragmente, herabgestürzten Bäumen, die zum Teil blank gescheuert und kreideweiß am Boden liegen. Über 507 Stufen und 93 HM geht es wieder nach oben. Das ist echt sportlich und treibt den Puls nach oben. Durstig und hungrig legen wir eine Pause im Rudi ein. Anschliessend geht es zum Klintholm Haven, ein kleiner, verträumter Yachthafen mit Strand und Ferienhäuser. Von hier aus werden auch Touren per Schiff zur Kreideküste angeboten. Nun lockt noch die Inselhauptstadt Stege, aber so richtig Lust zu laufen haben wir nicht mehr. Deshalb wird nur kurz eingekauft und dann geht es zurück zum Stellplatz. Der Tag endet mit Salat, Bratkartoffeln und Rührei. Morgen geht es weiter Richtung Præstø. Für mich geht es schon ganz früh mit dem Rad los. Das Stadtradeln beginnt und ich möchte einige Kilometer machen.

203. Rødby (DK) Mai 2026

02.05.2026

Am Vormittag läuft das komplette WoMo-Programm mit Ent- und Versorgen, einkaufen, tanken, Abstecher in den Berger Campingladen. Im Anschluß geht es über die Fehmarnsund-Brücke nach Fehmarn. Bis zur Abfahrt der Fähre von Puttgarden nach Rødby wollen wir hier den Tag in Strandnähe verbringen. Gar nicht so einfach auf dem Inselchen einen Platz für unsere Gefährten zu finden. Oberhalb von Wenkendorf beim Campingplatz Am Deich werden wir fündig. Nach einem umfangreichen Resteessen mit anschließendem Powernapping geht es gegen halb 5 Richtung Fähre. Unsere Abfahrt ist für 18:00 h geplant, aber nach einem unkomplizierten Einchecken am Fährhafen, geht es zügig auf die Fähre und wir verlassen Puttgarden früher als geplant. Nach 45 Minuten legen wir in Dänemark an und fahren auf einen Parkplatz am Rande von Rødby, Rosenparken 9.. Morgen früh geht es weiter zur Insel Møn.