077. Olhao Januar 2025

29.01.2025

Die Reise geht weiter Richtung Olhao und erneut ins Naturschutzgebiet Ria Formosa. Auf dem Campingplatz Mais etwas außerhalb der Stadt, haben wir einen schönen Stellplatz für unter 16 € die Nacht gefunden. Der CP ist überwiegend mit Touris belegt, die hier überwintern und sich auf ihrem Platz umfänglich häuslich eingerichtet haben. Supermarkt, Bar und Restaurant haben geöffnet. Es herrscht eine angenehme Atmosphäre. Nachmittags unternehmen wir einen Spaziergang in den Ort. Dieser führt uns durch Wohngebiete und ein großes Industriegebiet mit Fischprodukten an die Küstenpromenade und die kleine Innenstadt, mit verwinkelten Gassen und ganz vielen Geschäften. Wieder im Rudi verfolgen wir mit der Tagesschau das aktuelle Geschehen über die Abstimmung zum Zustrombegrenzungsgesetz im Bundestag und sind fassungslos, was dort geschehen ist. Am Morgen erinnert der Deutsche Bundestag an die Opfer des Nationalsozialismus aus Anlass der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau am 27.01.1945 und am Nachmittag stimmen die Abgeordneten dieses Bundestages mit Unterstützung der AfD einem Unionsantrag zur Verschärfung der Migrationspolitik zu.  Wir beide verspüren augenblicklich den Wunsch spätestens am 23.02.2025 wieder zurück in Hilden zu sein, um wählen zu gehen. 

Was sonst noch passiert ist: Deutschland ist raus bei der Handball-WM. In einem regelrechten Krimi hat Deutschland gegen Portugal 31 zu 30 nach Verlängerung verloren.

Der häusliche Schimmelbefall hat jetzt auch das Schlafzimmer erreicht. Eine Leckage des Heizungsrohres wird im oberen Bereich des Hauses vermutet und in der nächsten Woche geprüft und wenn möglich repariert. Anschliessend kommen auf jeden Fall Trocknungsgeräte zum Einsatz, die physisch begleitet werden müssen.

30.01.2025

Für den heutigen Tag haben wir uns eine Fahrradtour ins nur 14 km entfernte Faro vorgenommen. Die Route haben wir über Komoot zusammengestellt und zumindest auf der App wurde sie als sehr schön und entlang der Wasserlinie angepriesen. Tatsächlich führte der Weg auch anfänglich über einen EU-geförderten Radweg, der Atlantic-Coast-Route, aber kurz hinter Olhao hörte sie im Irgendwo auf und wir mussten auf Umwegen über die zwei-spurige Bundesstraße in die größte Stadt an der Algarve fahren. Aus den 14 km sind dann mal schnell 20 km geworden und in Faro angekommen, waren wir dann doch vom ständigen Hin- und Her ziemlich genervt. Außerdem machte sich bei uns ein stärkeres Kaloriendefizit bemerkbar, dem wir an der Hafenpromenade mit einem Mittagessen begegnet sind. Von hier aus wollten wir eigentlich auf die vorgelagerte besiedelte Sandbank und den Praio de Faro, welches hinter dem Flughafen zu erreichen ist, aber das hätte uns weitere 9 km gekostet und incl. Rückweg hätten dies unsere Akkus nicht ausgehalten. So haben wir uns auf der Rückfahrt die Salinas do Grelha noch etwas genauer angeschaut, die Flamingos bewundert und eine große Ansammlung von Stelzenläufern.

Für den morgigen Tag haben wir uns am Abend eine geführte Boots-Tour durch die Ria Formosa bei Olhao vorgenommen.

31.01.2025

Um 14:30 Uhr startet die geführte Tour ins vorgelagerte Naturschutzgebiet. Treffpunkt ist der Fähranleger im Hafen. Wir sind zu früh und können noch einen Snack an den Markthallen geniessen. Wir versuchen Hermann anzurufen und zum Geburtstag zu gratulieren, leider ohne Erfolg. Die Tour führt uns zunächst auf die Ilha da Cultura und hier zu einer Fischersiedlung. Es sollen ca. 1000 Personen mit ihren Familien ansässig sein. Eine komplette Infrastruktur ist vorhanden. Wir haben das Gefühl auf Lummerland zu sein. Aber Lummerland finden wir wirklich beim 2. Stopp vor. Am äußeren Zipfel fahren wir weiter zum Cabo Santa Maria Lighthouse. Hier leben ganzjährig 53 Menschen und in den Sommermonaten bis zu 5000. Keine Strassen, keine Autos, nur Sand und mit Betonplatten ausgelegte, schmale Wege. Einige Bars und Restaurants, kleine, bunte Häuschen kreuz und quer und eben der Leuchtturm. Was für ein Fleckchen Erde, einfach irre.

076. Sagres ab 15.01.2025

Da ab Sonntag das Wetter umfänglich regnerisch werden soll, starten wir nach dem Frühstück mit einem kleinen Rudi-Zauber. Auch der Hänger ist fällig, es wird alles quasi abfahrbereit gemacht. Anschliessend schliessen wir unsere Reservierung bis zum 29.01.2025 in der Rezeption ab und machen uns auf zu einer weiteren Stranderkundungstour. Der Weg führt uns an Vila do Bispo vorbei bis nach Raposeira. Hier biegen wir rechts ab und gelangen über eine unbefestigte, ca. 6 km lange Strasse an den Praia do Barranco. Die Strecke bietet fast alles, was ein 4×4 zu schätzen weiss. Der letzte Abschnitt besteht aus einem eher nachlässig gepflasterten Untergrund, bei dem die Steine beim Überfahren ordentlich aneinanderklackern. An anderen Stellen fehlen etliche Steine und es gilt ordentliche Löcher zu befahren. Der Strand entpuppt sich als Peace-Place, mit Camper-Fahrzeugen aus ganz Europa, die den Eindruck erwecken, als ob sie bereits etliche Monde hier verweilt haben. Wir werden von einer im Stuhlkreis sitzenden Gruppe begrüsst, die uns den Weg weist. Ein Plätzchen ganz vorne zum Strandaufgang ist gefunden und wir schauen uns diesen Aussteigerstrand an. Auf einem Hang, der aus der Bucht herausführt, sind grosse Peacezeichen aus Steinen gelegt worden, einige Wellenreiter warten auf die perfekte Welle und selbst ein Zelt ist an einem etwas entfernten Hang auszumachen. Als wir uns zu einem weiteren Strand aufmachen, fallen uns erneut Familien mit Kindern auf, die wir schon als schulpflichtig einstufen würden. Es geht komplett zurück nach Raposeira und an der Abzweigung vor der Hauptstrasse biegen wir rechts ab. Die Strasse, diesmal durchgängig befestigt, führt uns zunächst an den Praia Ingrina und dann an den Praia do Zavial. Hier wird erst einmal gekocht. Wir verwerten die Chu-Chu, die Batate Dolce, Möhren, Paprika, Zwiebeln und Putenbruststreifen zu einem köstlichen Eintopf, der gleich gekostet wird. Und eh wir uns versehen, ist es wieder halb sechs und wir treten die Rückfahrt an. Seit gestern läuft die Handball WM und heute Abend spielt Deutschland gegen Polen, zumindest eine wird sich darauf freuen.

16.01.2025

Geplant war nach Burgau zu fahren und von dort über den Fischerpfad nach Luz zu laufen. In Burgau konnte jedoch kein Parkplatz gefunden werden. Daher ging es weiter in Strandnähe auf einem Camino da Agricola bis zum Praia das Cabanhas Velhas. Eine kleiner Strandabschnitt mit einer Strandbude, die aber geschlossen war. Mit Komoot wurde eine Wanderung wieder zurück Richtung Burgau geplant, genauer zur Veranda de Burgau. Obwohl wir uns vorgenommen haben, die vorgeschlagene Route nicht zu verlassen, landeten wir direkt zu Beginn mitten in den Felsen, da Dirk unbedingt zu einem Fischer wollte, der auf einer entfernteren Stelle auf einem Felsvorsprung seine Angeln ausgeworfen hatte. Diese Felsvorsprünge waren zum Teil mit Betonflächen und Stahlverankerungen sowie Stahlträgern versehen. Keine Ahnung, was hier einmal gestanden hat. Den Weg zurück auf den eigentlichen Trail wurde nach einer Stunde herumkraxeln in den Felsen wieder aufgenommen. Nach Burgau ging es dann auf kleinen Pfaden, auf und ab, immer an der Küstenlinie entlang.
Burgau selbst hat uns total überrascht. Ein kleiner Ort, alles am Hang gebaut, verwinkelte Gässchen, versteckte Cafes und Läden incl. einem schmalen Strandabschnitt. Keine Parkmöglichkeiten für grössere Autos. Von hier aus sind wir dann zu Fuss über den Camino da Agricola zurück zum Ausgangspunkt gelaufen.
Auf dem Rückweg zum CP haben wir am Praia da Boca Rio und den Ruinas romanas da Boca do Rio und in Salema am Praia de Salema em Vila do Bispo halt gemacht.

17.01.2025

Heute Vormittag haben wir zuerst einen neuen Stellplatz auf dem CP eingenommen, um für das angekündigte schlechte Wetter etwas trockener zu stehen.
Anschliessend ging es mit dem Rad durch die nähere Umgebung und für den Nachmittag stand unser Treffen mit Dagmar und Martin an. Die beiden sind jetzt auch für einen mehrwöchigen Aufenthalt in Sagres angekommen. Das Wiedersehen wurde mit Sagres und Burger im Dromedario gefeiert.

18.01.2025

Aufgrund der angekündigten Schlechtwetterfront, hat Dirk bereits seine Tauchklamotten von der Basis abgeholt. Für die ganze kommende Woche ist Sturm und Regen angesagt. Anschliessend sind wir zum Strand von Martinhal gefahren und haben dort den Nachmittag verbracht.

19.01.2025

Am heutigen Sonntag wurde das schöne Wetter noch ausgenutzt und ein Ausflug nach Luz angesetzt. Der Ort liegt in der Nähe von Lagos. Grösser und weitläufiger wie Burgau. Nach einem Spaziergang am Strand, haben wir uns in einer kleinen Snackbar am Wasser gestärkt, anschliessend im Sparmarkt noch etwas eingekauft und dann wieder zurückgefahren.

Gestern hat uns Nina mitgeteilt, dass sich Schimmelflecken im Badezimmer und Flur befinden. Da wir die Wohnung konstant auf mindestens 16 Grad beheizen, wundert uns das schon sehr. Evtl. ist ein Heizungsrohr undicht.

20.01.2025

Ein Tag im Rudi mit arbeiten, lesen und chillen. Draussen Regen, Sturm und ein wenig Gewitter.

21.01.2025

Noch ein Tag im Rudi aufgrund des Wetters. Abends haben wir mit Dagmar und Martin das Restaurant Retiro do Pescador ausprobiert. Sehr lecker, typisch portugiesisch und ein köstlicher Vinho Verde.

22.01.2025

Also, wenn wir nicht langsam wieder auf Tour gehen, werden wir definitiv zu Langschläfern und Tagtrödlern. Ok, es hat immer mal wieder geregnet, so das wir erst gegen Mittag los gekommen sind, aber in puncto früher starten, ist noch Luft nach oben. Und treibt es zuerst an den Strand. Der Atlantik ist in Wallung und die Wellen müssen begutachtet werden. Erster Stopp ist nicht weit vom Fort Fortaleza entfernt. Den zweiten Stopp legen wir am Cabo do Vincente ein und anschliessend fahren wir zum Praia Cordoama. Hier geniessen wir die Atmosphäre am Strand, die Geräuschkulisse und die schon imposanten Wellen.

23.01.2025

Zwischen Lagos und Portimao liegt das beschauliche Fischerdorf Alvor, dem wir heute einen Besuch abgestattet haben. Alvor ist bekannt für seine langen Sandstrände und dem Naturreservat Ria de Alvor. Hier führt ein System von erhöhten Holzstegen durch die geschützte Dünenlandschaft im Mündungsbereich des Ria de Alvor. Die Gegend haben wir natürlich auch außerhalb der Holzstege erkundet, weil wir gerade im Mündungsdelta, in der Nähe des kleinen Hafens, etliche Muschelsammler gesehen haben. Die wollten wir uns natürlich näher anschauen. Bei niedrigem Wasserstand lagen etliche Sandbänke frei, aber unbewohnt waren sie auf keinen Fall. Der Untergrund war mit unzähligen Löchern verschiedener Größen durchzogen. Zunächst tippten wir auf Muscheln, die sich hier bei Ebbe zurückgezogen haben, aber tatsächlich halten sich hier überall diverse Krebse auf. Wenn sich das Auge erst einmal an den Untergrund gewöhnt und man sich ganz langsam bewegt, gerät der ganze Boden in Bewegung: die Krebse unterbrechen ihr Sonnenbad an der Oberfläche und flüchten in ihre unterirdische Behausung – das große Krabbeln nimmt seinen Lauf. Wir auch, denn ohne Gummistiefel ist die Fortbewegung ohne nasse Füße zu bekommen, nicht möglich. Zurück auf den Holzstegen geht es in den Hafen, vorbei an kleinen Fischerhütten und Fischerbooten. In einer Bar direkt am Wasser genießen wir einen Kaffee, bevor es zurück nach Sagres geht.

24.01.2025

Lost in Fuseta – die Romanreihe von Gil Ribeiros umfasst bisher sechs Bände. Im Mittelpunkt steht der Hamburger Kriminalkommissar Leander Lost, der aufgrund eines Austauschprogramms von Europol ein Jahr zur PoliciaJudiciaria an die Algarve versetzt wird. Sehr schnell wundern sich die neuen Kollegen über das ungewöhnliche Verhalten des Austauschkommissars, das seinem Asperger-Syndrom geschuldet ist. Lost in Fuseta wurde bereits als Zweiteiler von der ARD verfilmt.

Und genau hier führte uns der heutige Ausflug mit Dagmar und Martin hin. Ursprünglich wollten wir in Faro auf das Naturschutzgebiet Ria Formosa stoßen, doch leider haben wir hier mit Rudi nicht den erforderlichen Zugang gefunden. Daraufhin sind wir geradewegs nach Fuseta gefahren und haben gehofft, mit einem Taxiboot auf die vorgelagerten Sandbänke des Naturschutzgebietes gelangen zu können. Doch leider waren alle Ticketshop`s und die dazugehörigen Taxiboote geschlossen bzw. nicht im Einsatz, so dass wir uns kurzerhand für eine Wanderung durch das hiesige Küstengebiet entschlossen haben. Diese Wanderung brachte uns dann nach 13,44 km und 19.515 Schritten wieder an den Ausgangspunkt zurück. Das Reizvolle daran waren erneut die unzähligen Krebse auf den leergelaufenen Wasserflächen und ihr sofortiger Rückzug in ihre Unterweltbehausungen. Der Rückweg führte ein wenig durch das Landesinnere. Dabei wurden viele blühende Pflanzen entdeckt, u.a. Mandelbäume, die erste Blüten zeigten. In Fuseta haben wir uns anschließend einen kleinen Snack genehmigt, bevor wir durch diesen beschaulichen Ort über den Hafen zurück zum Parkplatz gelaufen sind.

27.01.2025

Das Wetter ist richtig turbulent, viel Wind, Regen und großartige Wellen. Während ich arbeite, machen sich Dagmar, Martin und Dirk auf Wellenerkundungstour. Dabei geht es an diverse Küstenabschnitte im Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina.

Haben übrigens Ameisen im Rudi. Diese finden den Weg über das Starlinkkabel ins Innere unserer Behausung.

28.01.2025

Letzter Tag in Sagres mit Aufräumen und Zusammenpacken. Abends ein gemeinsames Essen mit Dagmar und Martin beim Inder.

075. Sagres (Portugal) Januar 2025

02.01.2025

Es ist 2025 und wir sind mit Rock around the clock ganz unspektakulär ins Neue Jahr gerutscht. Feuerwerk zum Jahreswechsel konnten wir nur Richtung Sagres selbst ausmachen. Am Silvestertag haben wir natürlich mit unserem Geburtstagskind Nina und Hermännchen telefoniert. Niklas, Cora, Anna und Arne haben mit einem Buffet und Marshmallows grillen gefeiert.
Heute am 02.01.25 mussten wir uns seit langem den Wecker auf 07:00 h stellen. Dirk hat einen Tauchtermin um kurz nach neun🤣. Hat alles geklappt, wir waren pünktlich im Hafen an der Tauchschule. Nur der Guide kam zu spät. Im Laufe des Tages hat er denn auch den Wellengang während der Fahrt zum Tauchspot nicht vertragen und musste für Ersatz sorgen. Anschliessend hat er den ganzen Tag schlafend im Auto verbracht, da er sich ständig übergeben musste. Den 2. Tauchgang hat Dirk dann mit einer Gruppe einer befreundeten Tauchschule aus Lagos gemacht. Der Wellengang ist an ihm auch nicht spurlos vorbeigegangen, ein flaues Gefühl im Magen hat ihn begleitet.
Dirk hat die Unterwasserwelt sehr gut gefallen. Überall bewachsene Felsformationen, Moränen, super grosse Seespinnen, Drachenköpfe, kleine Zackis, Quallen, einen Oktupuss und kleine Nacktschnecken. Insgesamt viel Fischbestand.
In der Zwischenzeit habe ich im Rudi vor Ort gearbeitet. Für morgen ist ebenfalls ein Tauchtag angesagt.
Wieder am Platz irritiert uns eine Anzeige am Dometic Paneel: Fan Failure!
OK, was steckt dahinter? Die Alde 3020 HE läuft nicht im Gasbetrieb, weil der Lüfter nicht anspringt. Da die Temperaturen auch nachts zweistellig sind, ist uns das anfänglich nicht aufgefallen.

03.01.2025

Während Dirk tauchen ist, grabe ich die Handbücher aus den Unterschränken hervor und checke youtube, vlt. werde ich ja fündig in Sachen Lüfterproblem.

Nebenher nehme ich noch Kontakt mit dem Aldevertrieb per Email auf. Falls wir den Fehler nicht beheben können benötigen wir eine Fachwerkstatt, die nächste ist in Malaga. Safari spuckt auch eine Werkstatt in Pera aus. Für morgen nehmen wir uns die Fehlersuche vor.

04.01.2025

Heute geht es dem Lüfterproblem an den Kragen. Doch vorher muss praktisch das ganze Auto umgepackt werden, da sich die Heizung unter den Betten in den seitlichen Unterschränken befindet. In ultra kurzer Zeit ist im Rudi nichts mehr an seinem Platz. Als der Weg zur Heizung frei ist, Dirk die Stirnlampe aufgesetzt hat, gehts der Alde an den Deckel. Alle Kontakte werden abgezogen, die Glassicherung geprüft und schliesslich der Lüfter frei gelegt. Dieser lässt sich aber einwandfrei bewegen. OK, also alles wieder zusammengebaut und die Heizung angeschmissen. Und sie läuft im Gasbetrieb, keine Fehlermeldung mehr. It‘s magic, Dirk hat heilende Hände. Die braucht er auch, denn als wir alles wieder verbaut und verräumt haben, lässt sich der Wasserhahn in der Küche nicht mehr schalten🤣. D.h. Schubladen rausnehmen und einen weitere Verbindung über einen externen Schalter herstellen. Dazu mussten wir die Kabel unseres alten Hahnes abknispen und so die aktuellen Kabel verlängern, um den Schalter so anbringen zu können, dass die Schubladen frei beweglich sind. Zur Zeit funktioniert alles. Wir sind gespannt, was sich Rudi als Nächstes einfallen lässt. Abends wird draussen gekocht. Es gibt Spaghetti mit Muscheln und Crevetten mit ganz viel Knofi.

05.01.2025

Seit drei Monaten der erste Tag mit Regen, Wind und später auch Gewitter. Zudem fällt in ganz Sagres die Wasserversorgung aus. Unser Wassertank ist zur Hälfte gefüllt, der kleine Ersatzkanister ebenso. Also wird der Tag seit Abreise aus Hilden komplett im Rudi verbracht.

06.01.2025

Für heute steht eine Fahrt nach Pera an. Hier wollen wir uns eine Camperwerkstatt anschauen, die auch Aldeheizungen reparieren kann. Auf dem Weg dorthin wird der Gastank in Lagos gefüllt und kurz vor Pera dann Diesel getankt. Wenig später und laut Navi kurz vor dem Ziel, schickt uns Garmin auf unbefestigte Strassen und wir landen irgendwo und mittendrin im Nichts. Vereinzelt tauchen Häuser auf und kleinere Lagerhallen, aber die eingegebene Adresse endet vor einer verschlossenen grossen Einfahrt, hinter der ein Wohnhaus liegt. Wir folgen anschliessend dem Werkstatt-Standort ausschliesslich über die Karte, kommen an einem gleichnamigem Campingplatz vorbei und stehen schliesslich vor einem eingezäuntem Terrain, auf dem einige Womos stehen. Nach Werkstatt sieht das hier nicht aus und wir kehren um. Auf dem Rückweg legen wir noch einen Stopp in Portimao ein und gehen an der Uferpromenade spazieren, bevor wir ins kleine Zentrum abbiegen. Wir telefonieren mit Dagmar, die heute ihren Geburtstag feiert. Später wieder in Sagres noch mit Niklas. Hier stand eine Wohnungsbesichtigung an.

07.01.2025

Eigentlich wollten wir heute nicht trödeln, aber los kommen wir tatsächlich erst gegen kurz nach 12 Uhr🤣. Es geht an die Westküste, überwiegend über Schotterpisten. Auf dem Weg zum Torre de Aspa, mit 156 m dem höchsten Punkt der Costa Vicentina, verfransen wir uns etwas und gelangen auf einem Wanderweg zurück Richtung Cabo de Vincente. Der Ausblick von hier oben, einfach unbeschreiblich.

Nach einer Pause geht es weiter. Diesmal erneut Richtung Torre de Aspa.

Etwas weiter, oberhalb vom Eagle Beach auf einer Klippe, stossen wir auf ein verlassenes Haus. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den Praia do Casteljo und den weiteren Verlauf der Steilküste. Unser Aufenthalt hier wird begleitet durch unzählige Glöckchen, die auf eine Schaf- oder Ziegenherde schliessen lassen. Und bei der Abfahrt entdecken wir zuerst den Hütehund, dann den Schäfer und später die Ziegenherde, die sich an den Büschen mit Futter versorgt.

Von hier aus geht es wieder über Vila do Bispo zum Praia do Casteljo, den wir im Nachmittagslicht bei einem Strandspaziergang geniessen.

08.01.2025

Gegen Mittag brechen wir auf in Richtung Aljezur, einer Kleinstadt in der Nähe der Costa Dourada. Der Weg führt uns über Vale de Bispo, Carrapteira und Bordeira. Der Ribeira de Aljezur teilt das Städtchen in einen neuen und einen alten Stadtteil. Von hier aus begeben wir uns hinauf zum Castelo de Aljezur, einer islamischen Festung, deren Bau im 10. Jahrhundert von den Almohaden begonnen wurde; einer muslimisch marokkanische Berber-Dynastie, die zwischen 1147 und 1269 über weite Teile des Maghreb und von al-Andalus herrschte. Oben angekommen, beginnt es leicht zu regnen und wir treten den Rückweg zum Camper an, der am Ende des neuen Viertels von Aljezur geparkt ist.

Von der Festung haben wir eine kleinere Ortschaft ausgemacht und nach einem Blick auf die Karte befinden sich unterhalb dieses Örtchens div. Strände. Wir fassen den Praia de Monte Clerigo ins Auge und sind absolut begeistert, als wir dort ankommen. Kleine, bunte Häuschen kuscheln sich an den Rand dieses übersichtlichen Küstenabschnittes. Der Barranco do Monte Clerigo mündet mittendrin im Atlantik, wenn er Wasser führt und teilt so den Strand. Für uns öffnet sich allerdings ein breiter Strand nach Durchfahrt dieser Fluss-Senke. Links und rechts erheben sich die schroffen Felsen in die Höhe und an der linken Seite stehen die kleinen Häuschen kreuz und quer bis an den Felsrand. Die am morgen gekauften Sardinen finden nach einem Strandspaziergang den Weg in die Pfanne und mit Reis, Salat und selbstgemachter Aioli, wird am Strandparkplatz gegessen. Mittendrin beginnt es ausdauernd zu regnen und wir begeben uns auf die Rückfahrt zum CP.

09.01.2025

Es ist unglaublich, heute sind wir erst gehen ein Uhr aufbruchsbereit. Aufgrund des Wellengangs wurde das Tauchen abgesagt und wir sind einfach noch mal eingeschlafen. Danach im Flash-Modus gefrühstückt, Wäsche gewaschen und plötzlich ist schon wieder Mittag. Es geht zuerst erneut Richtung Vila do Bispo und kurz hinter dem Ort auf die CM1265 zum Miradouro da Cordoama.

Natürlich müssen wir auch an den dazugehörigen Praia da Cordoama, den wir über eine befestigte Strasse erreichen. Ein Abschnitt zum vorherigen Aussichtspunkt ging über Off-Road-Gelände. Auch dieser Strand ein Genuss für alle Sinne, selbst die Ohren bekommen bei diesem Wellengang was geboten.

Ein aufkommendes Hüngerchen wird mit Fischburgern und Salat begegnet.

Einen Strand schaffen wir noch und so begeben wir uns auf eine unbefestigte Strasse, Ziel Praia da Barriga.

Die Bewölkung nimmt zu, wir fahren Richtung Sagres und hier an das Fort Fontaleza und den Praia do Tonel. Was für eine Abendstimmung.

10.01.2025

Die ganze Nacht hindurch war der Atlantik zu hören. Es herrschte ordentlich Wellengang. Wir haben trotzdem erneut lange geschlafen.
Da die Wäsche nicht richtig trocknen konnte, geht es auf die Suche nach einem freien Tumbler.
Wir werden in Vale do Bispo fündig. Direkt gegenüber einem Womo-Stellplatz gibt es einen Mini-Waschsalon. Die Wartezeit überbrücken wir mit Reifenrecherche und Reisetagebuchschreiberei.
Anschliessend geht es nach Carrapateira und von hier aus an den Praia Amada. Eine kleine Strandbude macht Lust auf einen Snack und ein Radler. Danach geht es auf einen ausgiebigen Strandspaziergang, auf dem Dirk plötzlich zu nah an der Wasserkante an einem Felsen stehen bleibt und nasse Füsse bekommt. Es geht ein Stückchen weiter zum Miradouro Ponto do Castelo. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den Praia Amado sowie einem kleinen Bootshafen in der benachbarten Bucht.

11.01.2025

Für heute ist eine Tour nach Silves geplant. Silves ist eine Stadt in der Algarve in Portugal mit 10.661 Einwohnern (Stand 19. April 2021). Silves wurde am Rio Arade errichtet, den noch heute eine mittelalterliche Brücke überquert. Zeitweilig war Silves Residenz eines Emirats bzw. Sitz eines Bischofs. Die Stadt liegt etwas im Landesinneren zwischen den Küstenstädten Portimão und Albufeira. Auf dem Weg dorthin wundern wir uns erneut, weshalb unsere Mautbox beim Durchfahren der elektronischen Mautstellen auf der Autobahn nicht reagiert. Allerdings sind die Preise auf den entsprechenden Gebührentafeln seit Anfang 2025 nicht hinterlegt. Eine kurze Recherche im Netz belegt, dass die elektronischen Maut ab 2025 nicht mehr existiert. In Silves parken wir auf einer freien Fläche gegenüber der WoMo-Stellplatz und unterhalb einer umfänglichen Stadtmauer. Unser erstes Ziel, der Mercado. Samstags findet hier zusätzlich ein Bauernmarkt statt. Die Stände reihen sich um die Mercadohalle. Auf dem Weg dorthin laufen wir auf der Rua de Castello durch ein Wohnviertel mit neueren Mehrfamilienhäusern sowie den klassischen portugiesischen Häusern, die sich aufgereiht wie an einer langen Kette, bunt aneinander schmiegen. Hier fallen uns auch die unzähligen Storchennester auf, die auf einer Siloanlage und den Giebeln alter Häuser platziert sind. Das dazugehörige Schnäbelgeklapper verfolgt uns bis in die Altstadt, mit kleinen Gassen und wirklich schönen, urigen portugiesischen Restaurants und Geschäften. Auf dem Markt herrscht reger Betrieb und wir erstehen hier unter anderem Batatas Doce und Chu-Chu, einer kürbisähnlichen, kleinen grünen Gemüsesorte, die sich u.a. für Eintöpfe eignet. Nach einem Rundgang durch die Altstadt legen wir eine Pause in einer Snackbar ein. Ausser uns sind keine Touristen hier. Wir bestellen Kaffee und Sandwiches und geniessen den samstäglichen Trubel.

Anschliessend statten wir dem Castello einen Besuch ab, geniessen die Aussicht, die Sonne, ein Eis und eine homemade Limonade. Zwischendurch drehen unzählige Störche an Himmel ihre Runden.

Wieder in Sagres legen wir einen kurzen Halt in der Nähe des Fort Fortaleza ein und werfen einen Blick auf den Atlantik, der gerade viel Fahrt aufgenommen hat und Dunstschleier bzw. Gischtschwaden die Küste hochtreibt.

12.01.2025

Am Mittag brechen wir auf zu einem Spaziergang an die Küste. Es geht weniger über Stock, dafür mehr über Stein. Der Weg führt schnurstracks vom Campingplatz, fast geradeaus, an die Klippenkante. Dieser folgen wir bis wir oberhalb den Praia do Tonel erreichen. Dann versperrt eine Umzäunung den Durchgang. Es geht ein kleines Stück an der Hauptstrasse entlang, vorbei am Sagres Surfhouse (hier war 2021 noch die Pottery by Mo), an der Rua do Tonel biegen wir ab ins Wohngebiet.

Dieser folgen wir bis zum Schluss und landen auf der Avenida Infante de Henrique, der Hauptstrasse, die von Vila do Bispo in Sagres mündet. Wenig später geht es links ab auf die Rua Luis de Camoes. Hier passieren wir das Restaurante Retiro do Pesquador. Es ist fast halb vier und das Lokal ist noch gut besucht. Hier müssen wir vor Abreise unbedingt einmal hin. Am Ende der Strasse folgen wir einem breiteren Trampelpfad und landen nach kurzer Zeit wieder am CP. Die 10000 Schritte hätten wir für heute geschafft.

13.01.2025

Der eine taucht, die andere chillt am Strand. Das ist im Prinzip am heutigen Montag passiert. Das Wetter hat sich wieder beruhigt und die Sonne war den ganzen Tag mit von der Partie, so wurde der Tag am Strand von Martinhal verbracht.

14.01.2025

Die Wellen haben heute einen weiteren Tauchtag für Dirk nicht zugelassen. So ging es morgens direkt wieder an den Strand bei Martinhal, zu einem ausgiebigem Frühstück. Etwas später sind wir zu einem Spaziergang an den Klippen aufgebrochen. Es ging über den Strand, das Meer rechtsschultrig und immer am Klippenrand entlang. Eine Bucht wurde durchquert und dem Wander-Trippelpfad gefolgt. Dieser führte uns zum Praia do Rebolhinos hinunter. Einem Abschnitt mit grossen Kieselsteinen. Wenn die Wellen auf diese Unmengen an Kieselsteinen treffen, knistert der ganze Strand. Ins Landesinnere hinweg verjüngt sich die Landschaft schneisenartig. Die Hänge sind mit Buschwerk bewachsen und der Grund mit Wasserflächen, die von kleinen Algen bedeckt und mit Schilf durchzogen sind. Der Weg führt auf der anderen Seite des Strandes nach oben, ca. 3 km an der Klippenkante entlang zum Punta dos Caminhos. Von hier orientieren wir uns mithilfe der gaia.gps app in einem Bogen zurück nach Martinhal. So der Plan. Wir bewegen uns zunächst auf einem markierten Wander-Trail, dann auf unbefestigten Strassen und folgen anschliessend einer dünnen, braunen Linie, da die unbefestigte Strasse endet. Eigentlich können wir von Beginn an keine gehbare Strecke in der Landschaft erkennen, aber das wird schon. In einem Augenblick der Gedankenlosigkeit erwähne ich bei der nächsten Tour die hohen Wanderschuhe zuhause zu lassen und schon stehen wir im teils dornigen Buschwerk. Dirk erwähnt etwas von portugiesischen Klippennattern, mir fallen Schürfspuren im lehmigen Untergrund von Paarhufern auf. Gibt es hier Wildschweine? Egal, wir folgen weiter der braunen Linie auf der Karte. Ich bin froh, dass wir ohne Räder sind, zupfe andauernd an meinen Knöcheln rum, da sich hier die Stacheln der vertrockneten Zwergdisteln festzwicken und werde bei weiteren Wanderausflügen die hohen Wanderschuhe anziehen. Und was duftet es hier überall nach wildem Salbei. Diesem olfaktorischem Genuss können wir uns nicht lange hingeben, es gilt ein tektonisches Problem zu lösen: wir stehen diesmal oberhalb der Landschaftsschneise des Praia do Rebilhinos. Das Ziel ist nah, aber wir müssen auf die andere Seite und von hier direkt hinunter ins stehende Gewässer ist keine Option. So stehen wir wie zwei unterschiedlich grosse Erdmännchen im wilden Buschwerk und sondieren die landschaftlichen Besonderheiten. Wir müssen erneut zurück, eine weitere kleine Schlucht umrunden, um so zurück an den Klippenrand zu gelangen, um von dort aus an unseren Ausgangspunkt zu gelangen. Nach einem beherzten Marsch durch die geschlossene Klippenvegetation gelangen wir auf den bekannten Trail zurück zum Ausgangspunkt. Fortan verspüren wir Muskelkater an Stellen die sonst eher unauffällig sind. Im weiteren Verlauf des Tages können wir eigentlich nur noch stieren und essen – wir sind echt kaputt.
Apropos Wildschweine: z.Zt. gibt es eine Überpopulation von Wildschweinen, die auf 300.000 Tiere geschätzt wird und zu Problemen in der Landwirtschaft sowie in städtischen Regionen führt.

074. Sagres (Portugal) Dezember 2024

20.12.2024

Wir haben es wirklich noch geschafft und sind bis Sagres zum Campingplatz von Orbitur gefahren. Natürlich erst bei Dunkelheit eingetroffen🤣 und für die Anfahrt einer bereits bekannten Strasse gefolgt und nicht der von Maps bevorzugten Route.
Hier ticken die Uhren anders, sprich eine Stunde zurück. Egal, die Rezeption ist noch besetzt und wir können einchecken. Die Platzsuche wird uns überlassen. Also Platzplan in die Hand und Stirnlampe an den Kopf. Meine funktioniert nicht und ich packe mir den Handstrahler. Vorbereitet tuckern wir auf holprigen Wegen über den Platz. Es ist gar nicht so einfach einen geeigneten Platz zu finden und es wird noch eine Ehrenrunde gedreht, bis wir fündig werden. Mit dem Handstrahler nehme ich draussen Untergrund und Ausmasse in den Schein der Akkulampe, gebe mit ausholenden Handbewegungen Auskunft ins Rudicockpit. Hier wird Dirk nur geblendet und durch nagenden Hunger zusätzlich gepeinigt, sind seine Hinweise mit einem angespannten Unterton untermalt. Er erwähnt etwas von rückwärts einparken, um den Hänger an den Rand stellen zu können und ich denke, einfach nur an Abkuppeln und schieben. Der Dickkopf am Steuer gewinnt und parkt rückwärts ein. So wie wir jetzt stehen, hat der Hänger ausreichend Platz, nur Rudi muss woanders hin. Jetzt stehen wir beide mit den Lampen, wie fleischgewordene Glühwürmchen, draussen in der Dunkelheit und fachsimpeln über anstehende Aktionen. Wobei jeder von uns seine ganz eigene Version verteidigt. Während Richtungsanweisungen ins Leere laufen, weil keiner genau weiss, welches Links nun gemeint ist, fällt unser Blick auf die Kupplung der Deichsel. Wieso ist die Diebstahlsicherung noch dran?
Klarer Fall von schlampiger Abreisevorbereitung. Die Sicherung wird entfernt sowie der Anhängerstecker. Dabei bleibt der Stecker hängen und ich habe nur noch das Kabelbund in der Hand. Eskalation! Schnell alles zusammengepackt und auf den Boden des Vordersitzes geschmissen. Dabei muss wohl meine Brille mit hinunter gefallen sein, denn Dirk hebt sie später auf und entdeckt zwei langgezogene Kratzer auf dem linken Glas.
Jetzt können nur noch einwandfrei funktionierende Hähne Schlimmeres verhindern🤣.
Irgendwie hilft jetzt nur noch🧘🏼und das Schieben des Hängers an den Stellplatzrand. Und das kriegen wir dann auch noch hin. Rudi hat nun auch Platz und wir stehen sogar in der Waage, was ein Ausrichten mittels Auffahrkeilen verhindert. Schnell noch das Stromkabel verlegt und dann nix wie in das Auto und Ende für heute.

21.12.2024

Obwohl wir gestern unter leicht erschwerten Bedingungen den fast 4,4 Tonner samt Hängerchen in den Stellplatz bugsiert und geschoben haben, sieht bei anbrechendem Tageslicht doch alles ganz gut aus. Irgendwann am Vormittag werden die Räder startklar gemacht – eine Runde in den Ort steht an. Vom Campingplatz aus geht es auf die Estrada de Sao Vincente, die jetzt auch einen Fuß- und Radweg vorweist. Zunächst wird der Praiha Mareta angesteuert, an dem sich bei 18 Grad einige am Strand und im Wasser aufhalten. Oberhalb des Strandes gibt es auch einen Parkplatz für WoMos, zumindest tagsüber. Ebenso am Fort Fontaleza, welches wir zuvor kurz angesteuert haben und in den nächsten Tagen genauer in Augenschein nehmen wollen. Vom Praiha Mareta geht es weiter zum Baleeira Port. Hier befindet sich eine Tauchschule und vlt. bekommt Dirk hier sein Köpfchen unter die Wasseroberfläche des Atlantiks. Anschliessend geht es auf der Rua CMDT Matoso wieder zurück durch den Ort, kurz noch in den Spar-Laden und weiter zum Stellplatz. Es ist Einiges los, auch Cafes und Restaurants haben geöffnet, das macht eindeutig Laune für den weiteren Aufenthalt. Der Rest des Tages wurde mit Radio hören, stricken, lesen, essen und Video schneiden verbracht. Leider ist die externe Festplatte, auf der die ganzen Videodateien hinterlegt sind, durch einen Sturz aus der Aufbewahrungstasche während der Fahrt, total im Eimer. Zum Glück hat Dirk aus dem bisherigen Material bereits Videos zusammengestellt. Die Aufnahmen aus Gorafe und Ronda befinden sich alle noch auf den Speicherkarten der Go Pro sowie der Drohne. Abends haben wir noch einen schönen Videocall mit Nina. Sie hat jetzt auch Urlaub und bereitet sich auf die Fahrt mit Dagmar und Martin nach Stralsund vor.

22.12.2024

Am Vormittag wird nach dem Frühstück geräumt, sortiert, Wäsche gewaschen und später in der Sonne Stollen zum 4. Advent gegessen. Dann verspüren wir Lust auf eine weitere Radtour und wenig später sitzen wir auf denselben und es geht Richtung Cabo de Sao Vincente. Das Cabo de São Vicente bei Sagres in Portugal bildet gemeinsam mit der benachbarten Ponta de Sagres die Südwestspitze des europäischen Festlands. Hier endet die Algarve in einer felsigen, bis zu 70 Meter hohen Steilküste. Hier haben wir ein Ziel:

Wir finden:

Mrs. Davi hat Bratwurst und die genehmigen wir uns auch. Nach dem Stollen genau die passende Ergänzung. Der Leuchtturm hat leider geschlossen und so zuckeln wir langsam die Strasse zurück, bis zur Festung Beliche. Hier kommen wir auf die Idee einer unbefestigten Strasse Richtung Praia do Teilhero Beach zu folgen. Auch hier tummeln sich noch einige Wellenreiter, obwohl sie vom steinigen Parkplatz eine ganz schöne Strecke mit ihren Boards bis zum Strand zurücklegen müssen. Da wir nicht die gleiche Strecke wie zuvor zum Campingplatz zurücklegen möchten, verlassen wir kurz nach der Kreuzung Valo Santo die Euro Velo Route 1 und biegen rechts ab in einen Feldweg. Da ich aus der Karte von Komoot eindeutig lese, dass dieser Feldweg einen weiteren Feldweg kreuzt, der uns wiederum ungefähr in Höhe des Campingplatzes auskommen lässt. Soweit die Theorie. Es sieht auch anfänglich alles gut aus. OK, der Feldweg lässt sich nach ca. 500 m nur noch schiebend und im weiteren Verlauf nur mit Schiebehilfe bewältigen, aber geschenkt, wir haben Sonntag, die Sonne scheint, wir haben uns mit Bratwurst gestärkt und die Gegend gefällt uns. Leider endet dieser landwirtschaftliche Weg nach gut 2 km und vor uns liegt ein ausgetrocknetes Flussbett, um uns herum niedriges, dorniges Buschwerk und unzählige Steine, in unterschiedlichen Grössen. Zurück ist für uns keine Option, wir schlagen uns in die Büsche, schliesslich können wir vor uns die Strasse und noch weiter vorne Sagres ausmachen. Gelingt uns das Vorwärtskommen zunächst einigermassen, werden wir relativ schnell von Mücken umschwirrt und die Vegetation scheint sich immer weiter zu schliessen, verbirgt die Sicht auf den Untergrund. Das Schieben der Räder geht eindeutig in ein Reissen, Heben und Wuchten über. Vergleiche zu einer ähnlichen Radtour in Gruissan 2023 werden gezogen. Hier wollten wir auch eine Abkürzung nehmen und endeten in einer kräftezehrenden Schlammschlacht. Die Vegetation wird so undurchdringlich, dass wir Umkehren müssen. Dirk ist fortan der Späher und sieht in dem ausgetrocknetem Flussbett die einzige Option, bevor wir Umdrehen in Erwägung ziehen. Im weiteren Verlauf werde ich von der Navigation ausgeschlossen. Zu allem Übel, stosse ich dann mit den ausladenden Fahrradtaschen sein Rad um. Die Folge: verzogenes Schutzblech am Vorderrad, was das Vorankommen ein wenig weiter beeinträchtigt. Dem Flussbett folgend gelangen wir irgendwann auf eine Abzweigung. Da die Sonne dabei ist, ihr Tagewerk zu beenden, bin ich echt erleichtert und schlage vor, nach links weiterzuschieben, weil dort die Strasse ist. Rechts auf keinen Fall. Gut das wir rechts abgebogen sind, denn hier stossen wir auf eine geteerte Strasse, die uns zurück nach Sagres führt. Im Intermarche legen wir einen Einkaufsstopp ein und erreichen mit den letzten Sonnenstrahlen den Campingplatz. Hier schaffen wir es tatsächlich noch draussen mit Stirnlampe Reibekuchen zum Abendbrot zuzubereiten.

23.12.2024

Ja, was haben wir denn schon angestellt? Der Tag ist jung, es wird ausgiebig gefrühstückt. Danach will jeder von uns etwas machen und wir stehen uns gepflegt gegenseitig im Weg. Die Entknotung gelingt: eine geht duschen und spülen, der andere duscht nicht, sondern fängt an Rouladen für morgen vorzubereiten. Durch einen temporären Zwiebelnotstand werden diese Vorbereitungen unterbrochen, der Hahn in der Dusche gewinnt an Aufmerksamkeit. Dirk hat die Idee, ihn zunächst einer elektrischen Durchgangsprüfung zu unterziehen, um ihn ggf. vom Netz zu nehmen und den ausgetauschten Küchenwasserhahn dazwischen zu schalten. Es gibt sozusagen die, welche ihr WoMo von Grund auf selbst zusammenbauen und von daher wissen, was wie funktioniert und die, die ein fertiges WoMo kaufen, um es anschliessend zu zerlegen, um dann zu wissen, wie was funktioniert. Egal wie, es hat funktioniert. Wenn man jetzt also das 2. Küchenhähnchen betätigt, wird der Hahn im Bad funktionsbereit und spendet Wasser. Die Durchgangsprüfung hat nämlich ergeben, dass der Schalter des Badhähnchens defekt ist. In der Zwischenzeit wurde mittels Einkauf der Zwiebelnotstand behoben. Die Vorbereitungen für das Weihnachtsessen gehen weiter. Läuft!

24.12.2024

Ja, was haben wir denn bis jetzt angestellt: ausgiebig gefrühstückt, Weihnachtsgrüsse verschickt, ein wenig aufgeräumt, nasse Socken bekommen und eine Optimierung des Küchenwasserhahns verfolgt.

25.12.2024

Wir sind auf dem besten Weg den Trödelmodus auszubauen und zu etablieren. Der 1. Weihnachtstag wurde entsprechend gaaanz langsam begonnen. Dirk hatte dann die Idee im Omnia einen Apfelkuchen zu backen und dies auch praktisch umgesetzt. Nach dem Duschen und Spülen war es dann bereits nach 13 Uhr. Anschliessend habe ich gearbeitet und Dirk mit dem Rad die Gegend erkundet. Klar, dass danach ein Mittagsnickerchen folgte.

26.12.2024

Archäologische Ausgrabungen zeigen, dass der Hügel, auf dem die Burg von Aljezur erbaut wurde, mindestens seit der Bronze- und Eisenzeit bewohnt ist. Später besetzten auch die Römer und Westgoten den Hügel. Was wir heute in Aljezur sehen, sind die Überreste einer defensiven islamischen Festung, deren Bau im 10. Jahrhundert von den Almohaden begann.

Am 2. Weihnachtsfeiertag ging es nach dem Frühstück für eine kleine Runde auf die Räder. Dabei haben wir zu Beginn direkt den Schotterweg gewählt, der gegenüber dem Campingplatz in den Ort verläuft. Man kommt direkt hinter der Tankstelle gegenüber des Intermarche aus. Unser Ziel war zunächst der Mercado Municipal, der aber leider heute noch geschlossen hat. Anschliessend sind wir an den Strand der Ferienanlage von Martinhal geradelt und über den Strand zum Hafen gefahren. Leider war die Tauchschule auch zu und Dirk beschloss, Kontakt über WhatsApp aufzunehmen. Irgendwann muss er ja mal den Kopf unter Wasser bekommen. Wieder oben an der Strasse angekommen sind wir mit den Rädern weiter der Küstenlinie gefolgt, bis wir auf eine weitere Hotelanlage gestossen sind, von der aus wir und in den Ort zum Tapas essen ins Dromedario haben quasi rollen lassen.
Zurück im Rudi schlug die Müdigkeit wieder zu und wir haben wirklich bis in den frühen Abend hinein genickert. Nach Kaffee und Kuchen wurde mit Heike und Thomas ausgiebig telefoniert. Es war sehr schön beide zu sehen und mit ihnen zu quatschen. Den Abend haben wir mit Reste kochen und Filme gucken verbracht.

Irgendwie fühlt sich alles wie Wochenende an, dabei haben wir Freitag und Weihnachten 2024 ist Geschichte. Da unsere Vorräte zur Neige gehen, steht ein Besuch im Mercado Municipal an, der heute wieder geöffnet hat. Wir erstehen 2 Doraden, Gemüse, Eier und Brot. Anschliessend geht es zurück zum Rudi. Hier wird fortan gearbeitet und zwischendurch alles mögliche gesnackt. Am Nachmittag begebe ich mich an eine Datensicherung und schlage mich mit einer Rentenauskunft herum, während Dirk das Video über den Besuch in Setenil de las Bodegas schneidet und die neue SSD Festplatte mit Daten füttert. Mit Einbruch der Dunkelheit begeben wir uns an die Fischbraterei.

27.12.2024

Diese Blüte bzw. eine riesige Hecke mit diesen Blüten haben wir auf dem Weg zum Mercado Municipal entdeckt.

Solandra Maxima (Nachtschattengewächs)

28.12.2024

Heute ist Strandtag und den haben wir in Martinhal verbracht. Einem Gebiet mit Hotel und Ferienhäusern. Zwischen den Dünen wurde schnell ein windgeschütztes Plätzchen gefunden.
Und mit Neopren haben wir uns auch ins Wasser getraut und die Wellen genossen.

29.12.2024

Es geht erneut zum Strand nach Martinhal. Der Platz zwischen den Dünen ist wirklich herrlich. Irgendwann hat Dirk Verpflegung aus dem Rudi geholt. Er kam mit Sandwiches, aber ohne Bart zurück. Nur ein Schnäuzer ist geblieben😬.

Am Nachmittag sind wir noch zum Fort Fortaleza zu einer kleinen Besichtigung gefahren. Eine grosse Befestigungsanlage aus den Zeiten Heinrich des Seefahrers. Uns lockte aber hier der Küstenabschnitt des Geländes, an dem etliche Fischer ihre Angeln mit Erfolg in den Wellen versenkt haben. Vor dem Fort befindet sich ein grosser WoMo-Parkplatz, an dem die Riesen zumindest bis 22 Uhr stehen dürfen. Rechts vom Fort befindet sich ein weiterer Strand, der bei Surfern sehr beliebt ist. Ausserdem scheint dies hier auch ein beliebter Sundownerspot zu sein. An den Mauern des Forts tummeln sich an dem Abend jede Menge Menschen, um den Sonnenuntergang zu geniessen. Dies werden wir uns für die nächsten Tage merken.

073. El Coronil Dezember 2024

19.12.2024

Wir verlassen Setenil de las Bodegas nach einem kleinen Rundgang und brechen auf in Richtung El Coronil. Dieser Ort liegt ca. 50 km unterhalb von Sevilla und ist uns in einem Youtube-Video von WoMo-Guide aufgefallen. Da der Weg durch die bergige Landschaft ziemlich anstrengend und teilweise durch Regen begleitet war, legen wir nach Ankunft auf dem kostenfreien kommunalen Stellplatz zunächst eine lange Pause ein. Abends gibt es Champignonpfannkuchen und ein Telefonat mit Hermännchen: die Kokosmakronen sind angekommen! Beim Abspülen stellen wir fest, dass der Küchenwasserhahn funktioniert, der Hahn im Bad nicht😂.

20.12.2024

Beim Frühstück wird zunächst Schwager Martin angerufen, der heute Geburtstag hat. Leider können wir nicht persönlich mit ihm reden, Dagmar und Martin sind busy und kaufen für ein gemeinsames Frühstück mit Nina, Cora, Niklas, Anna und Arne am morgigen Samstag ein.

Auf der Suche nach dem besonderen Kaffee aus El Coronil, schaffen wir es so gerade gegen halb 12 die kleine Stadt zu Fuss zu besichtigen. Damit sind wir dann auch schnell durch, das Örtchen ist sehr übersichtlich, d.h. an der Durchgangsstrasse Cafes, kleine Geschäfte und eine Bank und im Kreisverkehr des Centrums ein Weihnachtsbaum aus grossen, gehäkelten Granny-Squares. Dahinter eine Grundschule und zum Ortsausgang grössere Firmen, mit überwiegend landwirtschaftlichen Dienstleistungen. Alle Cafes die wir ansteuern, sind entweder nicht mehr vorhanden oder haben geschlossen. Wir wollen eigentlich weiter zu einer Festung, aber die liegt fast 4 km ausserhalb und so entschliessen wir uns dazu, die Räder zu holen. Die Burg der Aguzaderas ist eine Festung, die nach einigen Quellen von den Berbern erbaut wurde. Seine endgültige Gründung stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde im 15. und 16. Jahrhundert verändert. Der Eintritt ist frei, von der Festung ist im Prinzip die Festungsmauer erhalten. Es gibt einen grossen Innenhof, mit unebenem, felsigem Untergrund und einem grossen, schattenspendendem Baum sowie Bäume mit uns fremden Früchten. Oberhalb der Zinnen läuft ein nicht gesicherter Mauervorsprung um die Festungsmauer, die wir aber aus medizinischer Voraussicht nicht begehen werden. Wir fahren daher wieder zurück, versuchen in einem Supermarkt die ersehnten Kaffeebohnen zu erwerben und kehren unerledigter Dinge zurück an den Stellplatz. Hier sind wir mittlerweile ganz alleine und unser Bauchgefühl signalisiert zuerst Hunger. Nach den Tortellinis a la promodore, entschliessen wir uns spontan jetzt direkt nach Portugal weiter zu fahren. Reisefertig sind wir nach den hinter uns liegenden 10 Wochen schnell und so geht es am frühen Nachmittag auf nach Portugal.
Ach so, die begehrten Bohnen gibt es in einer Kaffeerösterei ausserhalb von El Coronil: Dunkin‘ Espana in Arahal😉.

072. Setenil de las Bodegas Dezember 2024

19.12.2024

Auf dem Weg nach El Coronil geht es zunächst nach Setenil de las Bodegas. Zur Hauptattraktion der Kleinstadt zählen die vom Rio Guadalporcun ausgewaschenen und unter einem Felsüberhang (Abri) erbauten Häuser, in denen sich heute zahlreiche Geschäfte befinden. Setenil liegt an der „Straße der weißen Dörfer“ , der Ruta de los Pueblos in Andalusien.

Auf der Weiterfahrt müssen wir in den Ort hinein und über die Calle de San Sebastian und Serpentinen wieder ganz hinauf, um auf die Ca-9120 zu gelangen. Währenddessen entdecken wir, dass dieser Ort noch viel mehr zu bieten hat, als die spektakulären Häuser unter den Felsüberhängen. Hier müssen wir also noch einmal hin.
Hinter Torre de Alhamquine legen wir eine Pause ein. Wir haben nicht richtig gefrühstückt und jetzt schlägt der Hunger zu. Spontan bleiben wir auf einer Parkbucht direkt am Abhang stehen. Unter uns befindet sich eine Ziegenfarm und die unterschiedlich braun-gefellten Paarhufer, heben sich erst beim zweiten Blick von dem fast gleichfarbigen Untergrund ab.
Es geht weiter und wir passieren Olvera, eine Gemeinde in der Provinz Cádiz in Andalusien, gelegen an der Ruta de los Pueblos Blancos. Auf der höchsten Erhebung mitten im Ort befinden sich eine Pfarrkirche, die auf den Resten einer maurischen Moschee errichtet wurde und eine Burgruine. Auch diesen Spot sollten wir uns merken.

Übrigens, heute ist Donnerstag und wir sind seit 10 Wochen unterwegs.

071. Ronda Dezember 2024

16.12.2024

Von Gorafe bis nach Ronda haben wir ca. 280 km zurückgelegt. Dabei hatten es die letzten 60 km auf Bundesstrassen aufgrund des starken Windes wirklich in sich. Nach einer kurzen Pause brechen wir zu einem Erkundungsgang durch die Stadt auf. Wir folgen der Avenida de Malaga geradewegs ins Zentrum, passieren die Einkaufsstrasse, schauen uns kurz ein wenig um und landen an der Sehenswürdigkeit von Ronda überhaupt, der Puente Nuevo. Dieses Brückenbauwerk in der Stadt Ronda überspannt den Río Guadalevín, der in der etwa 120 Meter tiefen Schlucht El Tajo die Altstadt, La Ciudad, von dem jüngeren Stadtteil El Mercadillo trennt.
Ein grandioses Bauwerk und ein ebenso grandioser Ausblick. Für die kommenden Tage nehmen wir bereits einen Weg hinab in die Schlucht in Augenschein.
Jetzt aber zunächst durch die weihnachtlich geschmückte Innenstadt zurück zum Stellplatz, der sich weiter oben in der neuen Stadt befindet. Ausserdem müssen wir noch etwas einkaufen und Hunger haben wir auch.
Zurück im Camper, stellen wir fest, dass sich das Dometicpaneel nur verzögert bedienen lässt. Wir tricksen also noch einige Zeit mit dem Hauptschalter herum, nehmen uns anschliessend vom Landstrom und wundern uns, warum jetzt alles wieder funktioniert: Elektriktrick eben.

17.12.2024

Heute lassen wir es langsam angehen und beschliessen, einen weiteren Tag in Ronda zu bleiben. Die Wetteraussichten für Mittwoch sind sehr verlockend: Sonne und 18 Grad, da heben wir uns die weitere Besichtigung für morgen auf.

Heute wird ein wenig geräumt, gewaschen, eine kaputte Sicherung ausfindig gemacht (die aber leider nicht für die Funktionalität der Wasserhähne zuständig ist), gelesen, geschrieben und Bildmaterial verarbeitet.

18.12.2024

Heute starten wir mit den Rädern durch zur Stadterkundung. Es geht über das angrenzende
Stadion de Futbol am Lidl vorbei und über die Avenida de Juan Pablo ll, fahren wir am östlichen Rand von Ronda hinunter zur Puente Viejo, der alten Brücke. Sie ist nicht so hoch wie die Puente Nuevo, aber nicht minder beeindruckend. Der kleinen Strasse weiter folgend kommen wir zu den arabischen Bädern, die wir natürlich besichtigen. Ich bekomme sofort Lust auf ein ausgiebiges Spa. Leider lässt sich dies in dieser Ausgrabungsstätte nicht realisieren und so geht es weiter. Direkt hinter dem Bädermuseum gibt es wirklich ein Hamamm mit Restaurant und ich bin kurz davor, den Plan für den heutigen Tag umzuschmeissen, aber Weihnachten steht vor der Tür und Portugal ruft, also keine Entspannung im dampfenden Bad. Dafür atemberaubend steil durch den alten Stadtteil von Ronda nach oben.
Hier oben ist gerade Snackzeit, die Restaurants und Tapas-Bars gut besucht. Wir entsagen tapfer, schliesslich wurden die Megabrötchen von Dirk belegt und eingepackt, so wir folgen unserem Ziel: den Weg am Rand der neuen Brücke vorbei ins Tal. Also hurtig am Mirador del Hoya del Tajo die Räder abgestellt und geradewegs nach unten, die Brücke linksschultrig. Erster Halt, der Desfiladero del Tajo. Ab hier geht es mit Haarnetz und Helm bis hinunter zum Wasserfall, für den der mag und dem die Frisur anschliessend egal ist. Wir sind seit Oktober Selbstschneider, so dass wir Drei-Wetter-Taft Probleme eigenständig meistern.
Was für Eindrücke hier unten auf einen warten, einfach nur toll.
Dirk möchte natürlich die Hinweise und Sperrungen weiter unten ignorieren, aber ich glaube, er hat nur keine Lust den ganzen Weg bergauf zurückzugehen.
Aber wir schaffen es. Doch die Aussichtsplattform vom Desfiladero eröffnet unten weitere spektakuläre Haltepunkte und so folgen wir dem steinigen Pfad weiter abwärts. Da man vom Gucken nicht umfänglich satt wird, beschliessen wir für eine Pause zu den Rädern zurückzukehren, die belegten Brötchen zu vertilgen und anschliessend mit den Rädern durch das Tal des Tajo zu fahren. Ein Weg wurde bereits vom ersten Aussichtspunkt ausfindig gemacht.
Die Pause oben im Park wird mit Gitarrenmusik begleitet. Ein Musiker spielt hier oben schon seit geraumer Zeit.
Gestärkt geht es dann wieder auf die Räder und hinab auf holprigen Wegen durch das Tal. Unterhalb der neuen Brücke wird die Drohne gestartet, bevor es auf dem Camino weitergeht. Hier unten treffen wir nur Menschen an, die auf den Olivenhainen arbeiten oder in den versprenkelten Hofschaften leben. Ein Womo fällt uns auf, das ein fast gerades Plätzchen gefunden hat. In einem grossen Bogen und etlichen Höhenmetern weiter, gelangen wir auf die A-374 und nähern uns Ronda von Westen. Am Mirador des los Pinos entdecken wir einen WoMo-Stopp mit grandiosem Blick auf das Tal und die Brücke.
Es geht weiter in die Stadt. Im Alamendo del Tajo legen wir eine kleine Pause ein, bevor es an der Stierkampfarena und der Fussgängerzone vorbei zurück zum Stellplatz geht.
Hier bereiten wir alles für die morgige Abfahrt vor, schauen noch schnell nach, ob die georderten Kokosmakronen für Hermännchen unterwegs sind und vertilgen Kohlrouladen zum Abendbrot.

070. Gorafe Dezember 2024

15.12.2024

Früh los am dritten Advent, da Ver-und Entsorgung am Tag zuvor erledigt wurde. Sind beteits kurz nach 10 h in Gorafe und kommen aus dem Staunen erst einmal nicht heraus. Der kleine Ort verfügt über einen schönen Platz etwas oberhalb an der Calle de Milla 1. Der Platz ist kostenfrei. Bevor wir zu einer Wanderung aufbrechen, wird gefrühstückt und das Solarpaneel angebracht.
Die Wüste von Gorafe in der Provinz Granada in Andalusien ist wie von einem anderen Planeten. Das durch vielfältige Formen und Farben geprägte Gebiet besitzt eine einzigartige Schönheit und während wir den ganzen Tag durch die Gegend streifen, erinnert uns die Landschaft an Kappadokien.

Nach dem späten Frühstück haben wir uns für eine kleine Wanderung den Hügel hinauf entschieden, um die in den Berg gebauten Behausungen sowie den Ausblick geniessen zu können. Es geht 2 km in Serpentinen steil bergauf und wir haben so was von keine Kondition. Der Weg ist für WoMos gesperrt, erinnert an meine Horrorfahrt auf La Palma und ich bin froh nicht mit dem Rad gefahren zu sein. Egal, der Ausblick entschädigt für alles. Oben angekommen, verläuft der Weg auf dem Plateau schnurgeradeaus. Wir lassen die Drohne in die Luft und können sie leider kurze Zeit später nicht mehr orten, weil die Sonne so stark blendet. Wir hatten wie sie schon abgeschrieben, aber irgendwie hat Dirk den Homepoint aktivieren können und dort ist sie dann gelandet. Mitten auf der Schotterstrasse, ca. 500 m weiter weg. Ist aber noch mal alles gut gegangen und wir sind auf die Aufnahmen gespannt.
Wir folgen dem Weg weiter zu einem Aussichtspunkt, hocken uns quasi an den Rand des Abhangs und legen eine Pause ein. Von hier oben haben wir nicht nur einen fantastischen Ausblick über das Tal, sondern auch über den Ort selbst und können in jede Strasse und auf jedes Haus blicken. Der überwiegende Teil der Gebäude ist in die Felsen gebaut, nur ein kleiner Teil besteht aus einer Fensterfront und dem Eingang. Auf dem Fels befindet sich ein Zuckerhutartiger Schornstein und ggf. verglaste Lichtöffnungen nach oben.
Gemächlich wandern wir zurück, nicht ohne die unzähligen Mandelbäume zu bestaunen, die sich schon auf die kommende Blüte vorbereiten.
Für den Rudi ist es noch zu früh und wir gehen in den Ort, am Dorfplatz vorbei, entdecken einen Stellplatz der verschlossen ist, Ferienwohnungen ganz oben und auch im Felsen, noch weiter hoch auf einen Grat mit einer Madonnenstatue, wieder runter zu einer Kirche, folgen lauten Stimmen und landen in einer Bar, mit Namen: Meson de Illusion. Das frischgezapfte Bier ist keine Illusion unf auch nicht die Menschen, die an einem Sonntag Nachmittag hier gesellig zusammen kommen.
Die Sonne verschwindet und wir ziehen uns auch in den Rudi zurück.

068. Murcia Dezember 2024

10.12.2024 – Kilometerstand 52.047 und somit sind wir seit Reiseantritt am 10.10.24 insgesamt 3.758 km gefahren. Wie angekündigt wurde der heutige Tag auch nur mit Fahrerei verbracht. Da wir gestern bereits ca. 600 km zurückgelegt haben, blieben heute noch etwas mehr als 500 km übrig. Mit Hänger dürfen wir nicht mehr als 90 km/h fahren und da es nach Madrid überwiegend eben voranging, war die Strecke eher unspektakulär. Bis auf die vier Gänsegeier, die nach ca. 10 km auf der GU-118 am Natural Park Barranco del Rio Grande, über der Strasse kreisten. Leider konnte kein Foto geschossen werden, da sie sich genau über uns befanden und dann abdrehten. Murcia haben wir kurz nach 16:00 Uhr erreicht. Am Stellplatz, Area Camper Murcia Rio. sind wir dann erst einmal vorbeigefahren, weil die Strasse zu eng, der Verkehr zu dicht und die Einfahrt zu klein. Nach einem erfolgreichen Wendemanöver über einen Parkplatz, wurden wir beim 2. Anfahrtsversuch von einer MA in Empfang genommen und eingewiesen. Die Plätze sind eben und auf einem Kiesbett, wer mag kann Strom dazu buchen. In der Stellplatzgebühr von 14€ sind Ver- und Entsorgung, WC, Duschen sowie Spülplätze enthalten. Der Platz kann in der Zeit von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr befahren werden, danach ist er durch ein Rolltor gesichert. Anschliessend habe ich noch ein wenig gearbeitet und Dirk hat gekocht: Tortellini al Forno im Omnia. Morgen steht eine Tour in die Stadt mit dem Rad auf dem Programm.

11.12.2024

Am Vormittag ging es mit dem Rad ins Zentrum von Murcia. Nicht weit vom Stellplatz führt ein Radweg am Rio Segura entlang geradewegs ins Zentrum. Murcia ist eine Universitätsstadt im Südosten von Spanien, mit knapp 460.000 Einwohnern und die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Die Entfernung zur Küste beträgt gut 45 km. Und was man hier erlebt ist glaube ich Spanien pur – eine quirlige Stadt, nur vereinzelt Touristen, enge Strassen und Gassen, viel Architektur, unzählige kleine Geschäfte, versteckte Restaurants, großzügig angelegte Fahrradwege (da könnte sich Düsseldorf so was von abschneiden!) und überall Orangenbäume.
Zuerst geht es in den Mercado, direkt neben der theologischen Fakultät. Eine Markthalle, die über zwei Ebenen verläuft und über Wurst, Käse, Obst und Gemüse, auch ein grossen Sortiment an Fisch bereithält. Zwischendrin kleine Bars und eine Minibücherei.
Anschliessend suchen wir einen Copyshop und eine Post. Da google maps an diesem Tag mit mir nicht kompatibel ist, laufen wir eine bestimmte Route bestimmt 4xmal ab😬. Egal irgendwann hat es nach Dirks beherztem Eingreifen geklappt und die Erledigungen konnten erfolgreich abgeschlossen werden.
An diesem Vormittag sind überall kleine Bühnen aufgebaut, auf den Schulklassen lautstark Weihnachtslieder vortragen. So auch vor der Kathedrale auf der Plaza Cardinal Belluga. Hier suchen wir uns ein Plätzchen im gegenüberliegenden Restaurant, geniessen eine Pizza und lauschen.
Gestärkt, aber fröstelnd, erkunden wir die Stadt mit den Rädern weiter. Stossen dabei auf einen Mercadillo de Navidad, einem Weihnachtsmarkt, der aber leider nur am WE geöffnet hat, queren den Fluss in Höhe des Jardines del Mallecon und machen einen Schlenker in den Stadtteil El Carmen. Leichter Nieselregen bewegt uns zur Rückkehr. Wir haben das Solarpaneel angebracht und dies sollte nicht nass werden.
Der weitere Nachmittag verläuft arbeitend, planend und Stollen essend😋.
Zwischendurch versuchen wir die ecoflow über die Aufbaubatterie, mittels Zigarettenanzünder-Adapter, zu laden. Dies hatten wir auf der Hinfahrt bereits über die normale Batterie versucht und festgestellt, dass dies nicht mehr funktioniert. Auch jetzt klappt es nicht, der Stecker ist defekt und muss ersetzt werden.
Morgen ist wieder Reisetag. Es geht auf die Route 66 bzw. N 340a, nach Tabernas.

067. Sigüenza Dezember 2024

„Wir fahren, fahren, fahren auf der Autobahn
Wir fahren, fahren, fahren auf der Autobahn. Vor uns liegt ein weites Tal
Die Sonne scheint mit Glitzerstrahl“, dieser Songtext von Kraftwerk aus dem Jahr 1974, beschreibt den Tag umfassend. Wir sind vor neun Uhr los gekommen und nach einem Halt bei Lidl und einer Tanke, zunächst in Richtung Lleida und Saragossa gefahren. Immer via Autopista, die seit einiger Zeit, bis auf wenige Ausnahmen, mautfrei sind. Nach einem weiteren Tankstop in der Provinz Arragon, haben wir über park4night nach einem Stellplatz Ausschau gehalten, da wir keine Lust hatten in der Dunkelheit weiter zu fahren. Die Wahl fiel auf Sigüenza, ca. 160 km von Madrid entfernt. Eigentlich sollte die Route uns direkt an der Küste über Valencia führen, aber nach der verheerenden Flutkatastrophe im Oktober, wollten wir diese Region so weit wie möglich meiden. Eindeutig ein Umweg, aber das Autobahnnetz lässt eine kürzere Route nicht zu. Auf dem Weg zum Stellplatz fällt die Temperatur bis auf zwei Grad und entlang der Piste entdecken wir Einsatzfahrzeuge des Winterdienstes. Mit dem letzten Licht des Tages erreichen wir dann Sigüenza und sind richtig erstaunt, was uns hier erwartet. Eine imposante Befestigungsanlage, eine Kathedrale und eine kleine Stadt im weihnachtlichen Lichterglanz. Der Stellplatz liegt gegenüber der Stierkampfarena. Auf google maps habe ich das Gebäude für eine Kläranlage gehalten😬. Der Platz ist bis auf zwei weitere WoMos leer und gebührenfrei. Ver- und Entsorgung sowie Mülltonnen sind vorhanden. Ausser Abendessen ist nicht mehr viel gelaufen. Morgen geht es weiter Richtung Murcia, also ein weiterer Fahrtag, der uns bevorsteht.

066. Cadaques Dezember 2024


Nach fast zwei Monaten verlassen wir Frankreich und starten nach dem Frühstück in Richtung Spanien. Unser Ziel: Cadaques, ein ehemaliges Fischerdorf an der Costa Brava in Katalonien.

Die Fahrt dorthin eher unspektakulär, wenn man die gefühlt 100 Kreisverkehre bis zum Ziel außer Acht lässt. Erstaunlicherweise werden wir auch nicht durch Umleitungen von der eigentlichen Route geholt.

Einzig der Col de Perafita, von Roses nach Cadaques, hat mich zwischenzeitlich auf die Rückbank gezwungen. Im Ort werden wir über Aussensträsschen nach oben an die Avenida Salvador Dali geleitet. Hier befindet sich der Campingplatz von wecamp, auf dem wir für eine ganze Woche bleiben werden.

Eine sehr schöne und übersichtliche Anlage. Der Untergrund mit hellem Kies, viele Bäume und modernen Gebäuden. Es gibt Stellplätze in unterschiedlichen Kategorien, was Größe und Aussicht betrifft, Glampingzelte und Wohncontainer, ein Restaurant (hat in der Nebensaison leider geschlossen), einen Kidsplace, Sportbereich und einen Pool.

Unser Stellplatz befindet sich im vorderen Bereich, mit einigen weiteren überwiegend deutschen Touristen.

Zunächst kümmern wir uns um unseren Hunger, gehen ausgiebig duschen und waschen.

So kommen wir erst am späten Nachmittag in den Ort.

Es ist bereits stockdüster und uns führt ein schmaler Fußweg schnurstracks nach unten ans Wasser. Kurz vor der Hafenbucht kommen wir an der Tauchschule vorbei. Hier versucht Dirk seit über einer Woche einen Kontakt herzustellen, um herauszukriegen, ob sie geöffnet ist.

Leider keine Reaktion. Als wir jetzt daran vorbei gehen, sind aber noch Kompressorgeräusche zu vernehmen, nur leider kein Mitarbeiter zu sehen.

Egal, wir schlendern gemütlich durch den Ort und sind wieder einmal begeistert, selbst im Dunkeln. Es geht durch kleine Straßen, Gassen, über Brücken, an einem Künstlerviertel mit Kneipe vorbei in die nächste Bucht. Es gibt Bar´s, Restaurants und Cafes, viele Lebensmittelgeschäfte, Boutiquen und natürlich einen Marktplatz. Diese Eindrücke machen Lust auf mehr und nach einem leckeren, kühlen Getränk in einer kleinen Bar im Hafen, ist schnell klar, was wir morgen machen werden.

03.12.2024

In der Nacht sind wir durch einen aufkommenden Wind und starken Böen geweckt worden. Allerdings waren diese nicht so heftig wie auf Giens. 

Wir sind so richtig faul und unsere Ortsbesichtigungsidee von gestern, wird auf den morgigen Tag verschoben. Im weiteren Verlauf, sind wir dann doch nicht so richtig faul und organisieren das Leben im Rudi, schneiden Videos, arbeiten ein wenig, stellen Überlegungen zur nächsten Route an, kochen und schauen einige Abo´s auf youtube.

04.12.2024

Der Sturm von gestern ist Geschichte. Es ist sonnig und warm, ein Spaziergang durch den Ort steht an.

Es geht zunächst auf den Cami Port Lligat, hinunter zum ehemaligen Haus von Salvador Dali, heute ein Museum. Eine Besichtigung steht nicht an, wir wollen lieber noch durch Cadaques selbst schlendern. Zudem benötigen wir noch etwas für Weihnachten, müssen zur Post und in einen Mercado. Eigentlich klar, dass wir anschließend in der Tapasbar am Strand landen und uns Patata fritas, Calamaris Romana und Oliven schmecken lassen, oder?


05.12.2024

Es sind zwar etliche Radfahrer unterwegs, aber die ohne Akkuantrieb. Zierliche Gestalten, die sich die Pässe hoch und wieder runterquälen, ungeachtet der Autofahrer und enger Fahrbahn. Für uns kommt heute zunächst eine Tour in den Ort in Frage und im Anschluss eine laut komoot mittelschwere Tour zum Faro del Cap de Creus, an den östlichen Zipfel des iberischen Festlandes.

Also die Tour in den Ort war abwärts kein Thema, zurück jedoch leitete uns die App den üblichen Fußweg zurück. Dieser enthält eine Passage, die so steil ist, dass ich beim Not-Abstieg gedacht habe, das war´s. Irgendwie konnte ich mich dann doch noch samt sauschwerem Fahrrad auf den Füßen halten und mit Schiebehilfe den Rest des Weges zurücklegen, aber die Regeneration des Atmungsintervalls auf ein normales Level, hat dann noch einige Zeit in Anspruch genommen.

Egal, wieder bei Puste, ging es auf zum Cap de Creus. Eine Strecke ca. 11 km und die hat sich wirklich gelohnt. Klar, es ging auf und ab, einige Höhenmeter mussten bewältigt werden, aber die Landschaft, durchweg Naturschutzgebiet und die Aussicht vom Cap aus, super. Hier oben gibt es ein kleines Hotel mit angeschlossenem Restaurant und eine Bar direkt am Leuchtturm. Es sind weitere Besucher hier oben, mit dem Auto, dem Motorrad, zu Fuß oder via Rad. Für Wanderer eine wirklich lohnenswerte und abwechslungsreiche Gegend, da man auf einigen Routen fast direkt ans Meer gelangen kann.

Auf dem Weg zurück verlassen wir an einigen Stellen die Straße und folgen kleineren Pfaden sowie Wanderwegen ein Stück zur Küste. In der Nähe des Port Lligat entdecken wir neben weiterer Wohnbebauung 2 weitere, versteckte Strände, die zum Baden einladen. Eigentlich eine Idee für den morgigen Tag. Der ist nämlich in Spanien Nationalfeiertag zur Einführung der spanischen Verfassung und ein langes Wochenende für die Bevölkerung. Dies haben wir bereits auf dem Platz festgestellt – kaum freie Stellplätze und die Unterkünfte auch belegt und das im Dezember.

In Port I‘lligat machen wir noch einige Aufnahmen vom Dali-Haus.

06.12.2024

Den heutigen spanischen Feiertag verbringen wir zunächst im Rudi, wir sind im Trödelmodus. Erst später zieht es uns für einen Rundgang in den Ort.

Dieses Mal entscheiden wir uns für einen neuen Weg nach Downtown. Er führt uns über die kleine Avinguda Sant Baldiri hinunter an den Plage Ros, hier über einen Rundweg direkt an der Küste entlang zu der Playa de s´Arenella und von dort aus immer am Wasser entlang zurück ins Centre Vila. 

Hier ist einiges los, es wird gegessen, getrunken, flaniert, Eis geschleckt und einfach nur die Sonne genossen. Alle Geschäfte haben trotz Feiertag geöffnet, auch hier herrscht reger Andrang.

Bevor es wieder zurück auf den Campingplatz geht, landen wir zum wiederholten Mal in der Tapasbar am Strand und genießen Sangria in Begleitung diverser Tapas.

07.12.2024

Heute steht ein Besuch von Roses auf dem Plan. Dazu geht es mit dem Linienbus von Cadaques in einer guten halben Stunde über den Pass zu diesem Küstenort an der Costa Brava. Wir entscheiden uns spontan an der Ciutadelle von Roses auszusteigen und diese zuerst zu besichtigen. Der Eintritt kostet für das ganze Gelände und die beiden Ausstellungsräume 4,- € pro Person. Es handelt sich hier um eine militärische Festungsanlage aus dem 16. Jahrhundert und um eine archäologische Fundstätte unterschiedlicher Zeitepochen. Dabei gehen die ältesten Funde bis auf das Jahr 776 vor Christus zurück. Hier haben die Rhodern eine griechische Siedlung gegründet.

Die Citadella wurde 1961 unter Denkmalschutz gestellt und wird seitdem fortwährend restauriert. Innerhalb dieses Komplexes befindet sich die Ruine des mittelalterlichen Klosters Santa Maria aus dem 11. Jahrhundert, welche heute als Bühnenkulisse für Musikveranstaltungen und Freilichtaufführungen genutzt wird. 

Der ganze Komplex lässt sich fast durchgängig auf der ehemaligen Stadtmauer umrunden. Leider beginnt es im letzten Abschnitt an zu regnen und so brechen wir die Aussenerkundung ab, wechseln ins Innere des Museums. Während wir die Regenschauer abwarten, finden sich in diversen Vitrinen Ausgrabungsobjekte zu den einzelnen Epochen dieser Fundstätte.

Der Regen hat sich erst einmal verabschiedet und so queren wir die große Straße vor dem Museum und befinden uns direkt am Strand bzw. der Promenade. Dieser folgen wir bis zum Jachthafen und beschließen dann, durch die Altstadt weiter zu gehen. Vor uns liegen viele, enge und verwinkelte Gassen und es sind überwiegend Bar´s, Restaurants und Imbissbuden, an denen wir vorbeilaufen. Der größte Teil hat geschlossen und wahrscheinlich nur im Frühjahr und Sommer geöffnet. Mittlerweile hat sich der Himmel immer weiter zugezogen und bevor es so richtig mit dem Regen losgeht, finden wir ein Plätzchen in einem Restaurant an der Promenade. Mit dem Kaffee kommt der Regen und die Abfahrtszeit des Buses zurück nach Cadaque rückt näher. Also Kapuze auf und los Richtung Busbahnhof. Hier stellen nicht nur wir fest, dass unsere Verbindung nach Cadaques erst um 17:00 Uhr startet und nicht wie wie geplant um 16:00 Uhr. Es hilft nichts, wir harren aus und warten.

Schließlich erwischen wir denselben Busfahrer wie auf dem Hinweg, mit einem ausgeprägtem Musikgeschmack. Wurde auf der Hinfahrt Rockmusik bevorzugt gehört, ist es auf der Rückfahrt ein lokaler Rundfunksender der ihn begeistert und deren Musik er textsicher begleiten kann.

Kaum haben wir Roses hinter uns gelassen, fängt der Wind an.

Als wir in Cadaques ankommen, ist dieser bereits in einen sehr starken Wind mit außerordentlichen Starkböen umgeschlagen. So geht es die ganze Nacht weiter und wir werden ordentlich durchgerüttelt. Fast so wie bei einer Fährfahrt mit ordentlich Seegang. Die windy-App bringt es an den Tag: der kleine vorwitzige Landzipfel liegt genau am Rand eines Sturmtiefs.

08.12.2024

Auch heute keine Sonne, nur Wind. Egal, wir bereiten uns auf die morgige Abreise vor. D.h. ver- und entsorgen, noch schnell eine Maschine mit Wäsche angeschmissen, gekocht und Reisetagebuch ergänzt. Dirk hat zwischendurch die Reiseausgaben geprüft und ist dabei auf unregelmäßige Abbuchungen vom Kreditkartenkonto gestoßen. Dabei handelt es sich um kleinere Beträge, die wir nicht zuordnen konnten. Seit Beginn unserer Reise erfassen wir genau unsere Ausgaben, gleichen diese mit den Abbuchungen vom Konto ab und deshalb fielen o.g. Abbuchungen sofort auf.  Ein Anruf beim Support hat wirklich ergeben, dass bereits zwei Buchungen gestoppt wurden, weil sich diese als auffällig entpuppt haben. Die beiden Buchungen von heute sind bereits vorgemerkt und können daher nicht mehr zurückgenommen werden. Wir haben die Karte sofort sperren lassen und werden jetzt noch vorsichtiger im Umgang sein. Wie genau es zu dem Hack der Karte gekommen ist, konnte uns die Mitarbeiterin auch nicht erklären.

065. Gruissan November/Dezember 2024

Der gestrige Freitag war ein Tag der Arbeit, drinnen am PC wie draussen am Rudi. Gegen Nachmittag wurde noch eine kurze Exkursion mit dem Rad in den Ort unternommen, den Sonnenuntergang im Hafen genossen und anschliessend eine Tiefkühlpizza besorgt. Diese wurde später im Omnia zubereitet.
Am Samstag Morgen ging es nach dem Frühstück weiter nach Gruissan. Hier haben wir die letzten zwei Jahre unsere Urlaube verbracht und es zog uns einfach hierhin.
Auf der Hinfahrt stand noch Tanken, Einkauf und ein Besuch im Baumarkt, sofern vorhanden, an.
Die erste Tankstelle an einem Intermarche nahm unsere Karten nicht an, die zweite Tankstelle an einem U-Marche auch nicht. Dafür befand sich gegenüber ein Bricolage, mit sehr guten Parkmöglichkeiten. Hier konnten Dichtungsringe für den Wasserhahn in der Küche, Silikon, Jonguestadapter (ebenfalls für den Hahn in der „Küche“) und eine Fussmatte. Die eigentliche Fussmatte wollte in Saintes-Maries-de-la-Mer bleiben.
Zurück im Van, wollten wir uns nur kurz die Hände waschen, dabei stellten wir fest, dass aus keinem der Hähne Wasser kam. Auch nicht nachdem der Hauptsicherungshebel zum Reset umgelegt wurde. Zudem wurde keine Fehlermeldung im Display angezeigt. Zum ersten Mal wurde im diesem Zusammenhang nicht über meinen gefüllten Wasserkanister geschimpft. Im weiteren Verlauf dieser Wassertestreihe, kamen wir zu dem Ergebnis, dass Wasser erst durch die Hähne in Küche und Bad fliesst, wenn die Dusche betätigt wird. Dabei war aber nicht klar, welcher Hahn zuerst geöffnet werden musste, bis man den Gewünschten benutzen konnte. Sollte es zu einem Totalausfall kommen, wären Campingplätze die Alternative und Wasser zum Kochen müsste aus dem Kanister bezogen werden.
Aber erst einmal weiter. Mittlerweile leuchtet die Tankanzeige auf und weit und breit nur noch Tanken an grossen Supermärkten mit Kartenzahlung. Deshalb wird gewendet und Kurs auf eine Dyseff Tankstelle genommen, bei der auch bar bezahlt werden kann. Und wir können sogar AddBlue sowie LPG Gas tanken.
Es geht weiter und wir kommen nachmittags in Gruissan an. Hier stehen wir am Port Sud auf einem Stellplatz der Kommune, mit Blick auf den Etang du Grazel. Da wir die Umgebung kennen, ist gleich alles vertraut und nach ein wenig Arbeiterei, brechen wir für einen Abendspaziergang ins Centre Ville auf.
Hier ist alles weihnachtlich geschmückt, einige Geschäfte, Restaurants und der kleine Supermarkt haben noch geöffnet.
Es geht an der kleinen Boulangerie vorbei zum Marktplatz, weiter zu den Fischständen und von hier aus am schmalen Kanal entlang zurück zum Stellplatz.
Dieser ist für diese Jahreszeit erstaunlich gut gefüllt.
Anschliessend wird noch ein Nudelsalat zubereitet und ein wenig auf youtube gezappt.
Morgen haben wir einen Tisch in den Salinen von Gruissan reserviert. Hier wird das Geschenk von meinen Spielgruppenfreundinnen eingelöst.

01.12.2024

Heute ist der 1. Dezember und der 1. Advent.
Nach einem ausgiebigem Frühstück, dem sonntäglichen Telefonat mit Hermännchen, geht es aufs Rad. Wir fahren zuerst die schöne Strecke immer am Wasser entlang bis zum Plage Mateille. Eigentlich möchten wir von hier weiter am Strand entlang zum Campingplatz LVL, aber das Wasser steht fast bis vorne an die Bepflanzungslinie und so kehren wir um, an der Strasse entlang zur Ortsmitte.
Wir haben für 14:00 Uhr einen Tisch in den Salinen der Combuse du Saunier reserviert und bis dahin noch etwas Zeit. Also geht es schnurstracks in die Weinerei von Gruissan. So der Plan, aber vorher werden wir am Palais de Congress von Menschen abgelenkt, die dort hineinströmen. Hier ist ein weihnachtlicher Schokoladenmarkt und den lassen wir uns nicht entgehen. Es gibt regionale Produkte in flüssiger und fester Form und nicht nur aus Schokolade.
Jetzt aber zur Weinerei. Schade, die hat sonntags zu und so gehts zu den Salinen. Hier erstmal in den Shop und anschliessend ins Restaurant. Mittlerweile ist die Sonne herausgekommen und die Salzberge auf den Salinenfelder könnten fast für Schnee gehalten werden.
Wir entscheiden uns für einen Platz im Freien und bestellen uns zunächst Rilette de Dorade, Frites Fraiche, Baguette mit Aioli und im Anschluss Huitres Special und Huitres St. Martine, Crevetten und eine Karaffe Vin Blanc. Das ganze wird getoppt mit Tiramisel und Espresso. Einmalig und vielen Dank an Claudia, Micky und Nicole, meine Spielgruppengang.
Für heute steht aber noch ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Programm. Dieser soll im hiesigen Sommerfreizeitpark bis Ende Dezember stattfinden.
Was uns erwartet ist Kirmes mit Eislaufbahn und einigen Weihnachtsbuden. „Last Christmas“ läuft an der Geisterbahn, der Weihnachtsmann sitzt mit einem Weihnachtsengel lässig in einer kleinen Holzbude und winkt uns beim Vorbeigehen jovial zu, über uns rumpelt eine Jurasic-Park-Achterbahn bei „ Christmas is all around“ vorbei, gegenüber entdecken wir Hasen und Hühner und der rote Glühwein lässt ganz viel Rückstände von was-weiß-ich-denn im Thermobecher. Die Eislaufbahn nebst Schlittschuh fahrender Eisprinzessin wird gut angenommen. Wir haben genug gesehen und begeben uns auf die Rückfahrt.
Morgen geht es nach Spanien. Cadaques ist dort unser erstes Ziel und wir bleiben dort für eine Woche auf einem Campingplatz der Wecamp-Gruppe.

Btw: einfach mal so den Küchenwasserhahn betätigt. Hat funktioniert. Eine Stunde später, nicht mehr, dafür der Hahn im Bad. Eindeutig Mobbing!

064. Meze November 2024

27.11.2024

Und schon ist es Mittwoch, morgen sind wir bereits seit 7 Wochen unterwegs.
Während des Frühstücks wird wie gestern die Stellplatzgebühr persönlich kassiert. Da der Aufenthalt mit 48 h Stunden begrenzt ist, beschliessen wir ans andere Ende der Camargue zu fahren, nach La-Grand-du-Roi. Leider sind hier alle Plätze belegt. Daher geht es weiter nach Okzitanien und nach Meze, zwischen Montpellier und Sete gelegen.
Eine Fahrt mit unzähligen Kreisverkehren. Nach ca. 100 km ist das Ziel erreicht. Wir stehen auf einem Platz der Camping Park Card Gruppe, mit insgesamt 46 Stellplätzen. Hier sind Fahrzeuge über 9 m und Anhänger erlaubt. Ent-und Versorgung, Strom und Kurtaxe kosten hier 14,82 € für 24 h.
Da wir ziemlich kaputt sind, wird nach dem Aufbauen von Starkink, Abwassertank, Stromanschluss und Tisch und Stühlen, nur noch die Sonne genossen.
Morgen geht es nach Sete und bis jetzt spielt das Wetter auch mit.

28.11.2024

Auf nach Sete und zwar zeitnah. Wir wollen dort unbedingt in die Markthallen – Halles des Setes. Die sind nur bis mittags geöffnet und es sind 20 km bis zum Ziel. Wir schaffen es tatsächlich vor zehn auf den Rädern zu sitzen und starten durch. Der Weg führt uns auf der Fahrradroute Route-de-Sete am Etang de Thau entlang. Vorbei an Bouzigues und Balaruc les-Bains. Eine wirklich schöne und abwechslungsreiche Strecke, die auch von etlichen Joggern, Walkern und Spaziergängern sowie Anglern genutzt wird. Irgendwie sind hier alle sehr quirlig unterwegs. In Sete angekommen, erst einmal Deviation. Eigentlich beinhalten all unsere Touren, egal ob mit dem Rad oder mit Rudi, kurz vor dem Ziel Umleitungen. Unser Markthallenzeitfenster schrumpft. Es schwindet weiter, als wir ins Zentrum kommen, denn ab jetzt müssen wir wirklich aufpassen wo es lang geht. Viel Verkehr, Einbahnstrassen, Fussgänger, Bürgersteige die plötzlich Radwege werden. Nachdem wir unser Ziel konsequent eingekreist haben, stehen wir mitten im Zentrum vor einem Gebäude, das wie ein Parkhaus aussieht. Ist es auch, im Obergeschoss. Im Erdgeschoss gelangen wir durch eine unscheinbare Eingangstür ins Innere.
Und sofort ist man mittendrin im Schlemmerparadies und Gewusel. Es wird begutachtet, abgewogen, gequatscht, gegessen und getrunken. Einige Stände räumen bereits zusammen, andere bereiten sich auf das Mittagspausengeschäft vor. Nach einem Rundgang durch die Halle, bleiben wir vor einem Austernstand stehen. An den Tischen werden kräftig Austern, Muscheln und Garnelen verzehrt. Dazu wird Bier oder Wein getrunken. Spontan entschliessen wir uns dies auch zu tun und bestellen ein gemischtes Gedeck mit Austern, Garnelen, Brot, Aioli und Zitrone. Die krustigen Schalentiere sind schon geöffnet und mit einem kleinen Messer lösen wir die Auster von der Schale, träufeln etwas Zitrone darüber und schlürfen sie aus. Es ist geschmacklich nicht unangenehm, eher nicht vertraut und erinnert leicht an Muscheln. Dirk kaut sie, ich schlucke sie nach dem Schlürfen einfach runter. Dazu ein leichter Weisswein, köstlich. Mittlerweile ist es halb eins und die Halle füllt sich weiter mit Menschen, die gerade Pause haben, weiteren Touristen und Schülern.
Im Anschluss an diese kulinarische Auszeit, erkunden wir die Stadt noch etwas zu Fuss und sie gefällt uns auf Anhieb. Es ist dieser freundlich, lässige und etwas patinierte Charme der Strassen, Häuser und Wasserpromenaden, der uns sofort anfunkt. Am Leuchtturm entschliessen wir und deshalb, eine andere Strecke zurück zu fahren. Wir setzen die Tour einfach fort, in dem wir den Etang de Thau weiter umrunden. Sind zwar rund 40 km, aber da haben wir jetzt total Lust zu.
Es geht zunächst auf einem ca. 17 km langen Deich, der den Etang de Thau vom Mittelmeer trennt, Richtung Agde. Ungefähr auf halber Strecke entdecken wir einen Parkplatz auf dem auch WoMos stehen. Werden wir uns mal merken, vlt. führt uns der Weg hier noch einmal vorbei.
Agde lassen wir links liegen und kommen an Marsellaine vorbei. Was für ein Städtchen, wir kriegen uns gar nicht mehr ein. Als dann noch ein Abschnitt mit Austernzüchtern kommt, bei denen man die Ware erntefrisch kosten kann, ist es ganz aus.
Die Tour führt uns nur über Radwege und nach den Austernfischern sogar über Stege durch ein Feuchtgebiet und kleinen Weinanbaugebiete.
Mit den letzten Sonnenstrahlen kehren wir nach Meze zurück und haben insgesamt 79 km zurück gelegt. Die merkt man uns aber auch an.

063. Saintes-Maries-de-la-Mer November 2024

25.11.2024

116 km von Plage de la Saulce entfernt, sind wir gegen zwei Uhr in Saintes-Maries-de-la-Mer in der Camargue angekommen. Wir stehen auf einem städtischen Stellplatz, direkt am Ort. Laut Aushang für 15 € die Nacht, mit Ver- und Entsorgung, ohne Strom und mit einer max. Aufenthaltsdauer von 48 Std. . Wie man das hier kontrollieren will, ist uns ein Rätsel: einen Platzsheriff konnten wir noch nicht ausmachen. Warten wir mal ab.
Während der Hinfahrt mussten wir den Hänger in Martingues schon abkoppeln. Eine Umleitung machte die Weiterfahrt nur für Fahrzeuge mit einer Höhe bis 2,20 m möglich. Wir benötigen 3,20 m. In Fahrtrichtung versperrte aber eine Baustelle die Weiterfahrt. Rückwärts ging überhaupt nichts weiter, weil die historische Innenstadt für den Verkehr gesperrt ist. Also blieb uns nur noch das Abkoppeln des Hängers im lfd. Gegenverkehr und ein Wendemanöver mit Rudi mit anschließendem Ankoppeln des eckigen Gefährtes. Hat aber alles geklappt und nach einigem Hin- und Herfahren wegen der Baustelle, haben wir es irgendwann über die Brücke am Quai des General LecLerc geschafft, dann über die blaue Brücke und im Zick-Zack durch die kleineren Vororte in Richtung Fos-sur-Mer. Hier haben wir erst einmal unsere Vorräte aufgestockt.
Die Gegend dort ist geprägt durch riesige Raffinerien entlang der Küste. Und plötzlich veränderte sich auch generell die Landschaft: die schroffe Küstenstruktur weicht einer flachen, weitläufigen Kulturlandschaft mit Getreide-, Weide- und Wasserflächen.
Hinter Arles tauchen wir praktisch ein in den Naturpark Camargue. Können typische Camarguepferde ausmachen und entdecken kurz vor Saintes-Maries-de-la-Mer Flamingos.
Eine Mittagspause mit frischem Kaffee und Snack muss sein. Anschliessend geht es raus in den Ort. Es ist wirklich warm, aber der Wind hat es in sich. Wir drehen eine grosse Runde bis ans Wasser, zum kleinen Hafen und einigen Kitern, die diesen Wind und die Wellen nicht abschreckt. Dann schlendern wir zurück durch das Städtchen. Vorbei an der Stierarena. Und weiter ins Zentrum. Hier haben die meisten Geschäfte zu. Nur einige Boutiquen und Souvenirshops sowie Lebensmittelläden haben geöffnet. Unsere Postkarten aus Hyeres finden einen Briefkasten, der täglich um 09:00 Uhr geleert wird und wir schauen noch kurz in die Kirche Notre-Dame-de-la-Mer. Es ist eine kleine Kirche, die so viel Charme versprüht, nachdem wir durch die alte, hölzerne Eingangstür eingetreten sind und uns spontan an die Kirche in Gruissan erinnert. Eine Kirche die nicht für Kleriker gemacht ist, sondern für Menschen. Hört sich hölzern an, aber genauso wirkt es. Es handelt sich hier um den ersten Wallfahrtsort der Provence. Die Kirche ist den heiligen Frauen Marie-Salome und Marie-Jacobe gewidmet.
Im Intermarche erstehen wir noch etwas weihnachtliche Deko.
Wieder zurück an unserem Rudi geht es an die Vorbereitungen zum Abendessen. Zu den Resten von gestern, gesellt sich ein Kartoffel-Thunfisch-Avocadosalat und eine weitere Buchung: vom 02.12.24-09.12.24 geht es nach Cadaques in Spanien.

26.11.2024

Nach einer stürmischen und regnerischen Nacht, sieht es am Dienstag komplett anders aus. Es ist windstill und sonnig. Während des Frühstücks klopft es an die Schiebetür. Eine Mitarbeiterin des Ortes stellt sich vor und kassiert die 15 € Stellplatzgebühr.
Etwas später sind wir bereits startklar für eine kleine Radtour an den Baisse de Mouillot, mitten ins Naturschutzgebiet Camargue. Es geht zunächst durch den Ort, zur Promenade und von dort aus, das Meer rechts-schultrig auf den Digue a la Mer, einem schmalen Weg, genau zwischen Meer und Wasserlandschaft der Camargue. Immer wieder halten wir an und erkunden den Strand, beobachten auf der Etangseite die Flamingos und Schmuckreiher. Mit den Rädern können wir diesem Weg nur bis zum Pertuis de Rusty folgen. Der matschige Untergrund hindert uns an der Weiterfahrt.
Mittlerweile gesellen sich auch etliche Mücken zu uns und versuchen konsequent an ihre Nahrung zu kommen.
Es geht für eine kleine Pause zurück. Anschliessend radeln wir in die andere Richtung los. Leider hört hier der Radweg schon nach ca. 2 km Richtung D‘Aigues Mortes auf und es geht an der Strasse weiter. Dieser folgen wir nur bis zur Fähre über die Petit Rhone und kehren um. Die Suche nach einer Alternativroute bleibt ergebnislos bzw. endet im Matsch und so radeln wir auf der Route D‘Arles zurück nach Saintes Maries de la Mer. Hier gibt es in der Bar Bagdad, hinter der Kirche, eine kleine Erfrischung und nach dem Erwerb von zwei Baguettes zurück zum Rudi. Zwischendurch immer wieder hungrige Mücken. Auch im Auto haben sie Unterschlupf gefunden, was wiederum zu einer unruhigen Nacht führt.

062. Martingues November 2024

22.11.2024

Nach einer knapp 2,5 stündigen Fahrt sind wir am Plage de la Saulce, auf einem Stellplatz der Camping Car Park Gruppe angekommen. Es ist ein kleiner Stellplatz für insgesamt 9 WoMos und wir passen mit Anhänger so richtig schön in die Ecke. Der Platz ist so klein, dass wir aus dem Stand das Auto befüllen können. Die Räder werden direkt startklar gemacht und es geht nach Sausset les Pins. Der Wind hat es in sich und wir werden so richtig durch gepustet. Immer wieder geht es nach kleineren Schlenkern an einer Bucht vorbei. Die Gegend ist mit Campingplätzen und Ferienanlagen übersät. Aber die Saison ist natürlich schon vorbei und so liegt alles ruhig und verlassen da. Das Örtchen bietet alles Notwendige und auf der Strandpromenade haben wir freie Fahrt. Die Strecke ist sehr hügelig und da wir unsere Akkus nicht geladen haben, treten wir den Rückweg an. Fahren noch kurz in den Ort Carro auf der anderen Seite des Stellplatzes und kommen mit fast leeren Akkus zurück. Jetzt ist erst einmal Ende im Gelände und Pause angesagt. Abends gibt es eine Gemüsepfanne mit CousCous.

23.11.2024

Für heute ist eine Radtour, grösstenteils an der Küste entlang, Richtung Martingues geplant. Wir sind sehr gespannt, denn dieser Ort wird als Venedig Frankreichs gehandelt.
Die Route führt uns zunächst in den Nachbarort Carro. Hier ist heute Markt und den müssen wir uns natürlich ansehen. Ein kleiner, feiner Markt, mit allem, was so benötigt wird. Weiter geht es runter zum Hafen und hier landen wir direkt auf dem Fischmarkt, der hier täglich stattfinden soll. Muscheln, Austern, Doraden, Loup und Schwertfisch und vieles mehr, werden fangfrisch angeboten.
Von hier aus führt uns ein toller Küstenradweg weiter bis an den Plage des Laurons und direkt an einem imposanten thermischen Kraftwerk vorbei über Lavera, einem Vorort von Martingues.
Die Sonne ist hinter Wolken verschwunden und es ist so richtig kalt, obwohl wir Thermounterwäsche und Handschuhe tragen.
Und was soll ich schreiben, der Ort selbst hat uns gar nicht angesprochen und wie es zu dem Zusatz: Vendig Frankreichs gekommen ist, können wir nicht nachvollziehen.
Selbst als wir die Räder an der blauen Brücke, mit seinem Fischerpaar abschliessen und zu Fuss durch den Ort schlendern, springt der Funke nicht über. Woran dies nun genau liegt, ist schwer zu sagen, vlt. trägt auch das ungemütliche Wetter dazu bei. Aber die Radtour an sich, mit den abwechslungsreichen Streckenabschnitten, der kleine Ort Carro mit seinem Hafen, haben uns viel mehr gefallen.
Am Hafen in Carro gibt es einen kostenpflichtigen Stellplatz direkt hinter dem Fischmarkt, mit Ver- und Entsorgung, ohne Strom: 6 Quai Jean Verandy, 13500 Martigues, Frankreich.
Nach fünf Stunden kehren wir durchgefroren zum Stellplatz zurück. Hier gibt es Kaffee und Riesencookies und einen Rhababeralikör bzw. Whisky aus der Senftdestillerie vom Bodensee (beides Geschenke von meinem alten Team) zum Aufwärmen.

24.11.2024

Es ist Sonntag und nach anfänglicher Trödelei geht es tatsächlich für einen Spaziergang vor den Rudi. Der Wind hat wieder zugenommen, aber es ist ca. 16 Grad warm und es fühlt sich draussen sehr angenehm an.
Wir laufen direkt zum kleinen Strand und entschliessen uns, einem schmalen Wanderweg rechts entlang zu laufen. Das Meer befindet sich links-schultrig, nachdem wir einen wilden, stufigen Trampelpfad hinauf gefolgt sind. Dann befinden wir uns oberhalb der zerfurchten Klippen und wandern knappkantig an den Rändern entlang. In der Ferne können wir den Leuchtturm von Carro ausmachen. Tatsächlich kommen wir ziemlich nah an ihn heran, uns trennt später nur noch eine weitere zerklüftete Bucht. Es ist einiges los hier oben. Die Gegend bietet sich hier geradezu an, für kleine Spaziergänge oder längere Wanderungen.
Der Rückweg führt uns durch bewaldetes Gebiet zurück zum Stellplatz. Zwischendurch pflückt Dirk noch einige Zweige Rosmarin für das Hühnchengericht heute Abend.
Es folgt aber erst ein kleiner Snack und ein frischer Kaffee, handgemahlen.
Seit heute Mittag tropft der neue Hahn wieder und dazu ist es auch wieder feucht an der neu angebrachten Leitung. Da die Feuchtigkeit bzw. die Nässe nicht permanent bei Gebrauch des Wasserhahns auftritt, gehen wir davon aus, dass die Dichtung direkt unter dem Hahn defekt ist. Aus Ermangelung einer solchen, helfen wir uns zunächst mit Uhu-Klebegummis aus. Einfach ein paar Pads zusammengeknetet, aufgerollt und um den Hahn gewurschtelt. Mal sehen, ob es hilft.