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074. Sagres (Portugal) Dezember 2024

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074. Sagres (Portugal) Dezember 2024

20.12.2024

Wir haben es wirklich noch geschafft und sind bis Sagres zum Campingplatz von Orbitur gefahren. Natürlich erst bei Dunkelheit eingetroffen🤣 und für die Anfahrt einer bereits bekannten Strasse gefolgt und nicht der von Maps bevorzugten Route.
Hier ticken die Uhren anders, sprich eine Stunde zurück. Egal, die Rezeption ist noch besetzt und wir können einchecken. Die Platzsuche wird uns überlassen. Also Platzplan in die Hand und Stirnlampe an den Kopf. Meine funktioniert nicht und ich packe mir den Handstrahler. Vorbereitet tuckern wir auf holprigen Wegen über den Platz. Es ist gar nicht so einfach einen geeigneten Platz zu finden und es wird noch eine Ehrenrunde gedreht, bis wir fündig werden. Mit dem Handstrahler nehme ich draussen Untergrund und Ausmasse in den Schein der Akkulampe, gebe mit ausholenden Handbewegungen Auskunft ins Rudicockpit. Hier wird Dirk nur geblendet und durch nagenden Hunger zusätzlich gepeinigt, sind seine Hinweise mit einem angespannten Unterton untermalt. Er erwähnt etwas von rückwärts einparken, um den Hänger an den Rand stellen zu können und ich denke, einfach nur an Abkuppeln und schieben. Der Dickkopf am Steuer gewinnt und parkt rückwärts ein. So wie wir jetzt stehen, hat der Hänger ausreichend Platz, nur Rudi muss woanders hin. Jetzt stehen wir beide mit den Lampen, wie fleischgewordene Glühwürmchen, draussen in der Dunkelheit und fachsimpeln über anstehende Aktionen. Wobei jeder von uns seine ganz eigene Version verteidigt. Während Richtungsanweisungen ins Leere laufen, weil keiner genau weiss, welches Links nun gemeint ist, fällt unser Blick auf die Kupplung der Deichsel. Wieso ist die Diebstahlsicherung noch dran?
Klarer Fall von schlampiger Abreisevorbereitung. Die Sicherung wird entfernt sowie der Anhängerstecker. Dabei bleibt der Stecker hängen und ich habe nur noch das Kabelbund in der Hand. Eskalation! Schnell alles zusammengepackt und auf den Boden des Vordersitzes geschmissen. Dabei muss wohl meine Brille mit hinunter gefallen sein, denn Dirk hebt sie später auf und entdeckt zwei langgezogene Kratzer auf dem linken Glas.
Jetzt können nur noch einwandfrei funktionierende Hähne Schlimmeres verhindern🤣.
Irgendwie hilft jetzt nur noch🧘🏼und das Schieben des Hängers an den Stellplatzrand. Und das kriegen wir dann auch noch hin. Rudi hat nun auch Platz und wir stehen sogar in der Waage, was ein Ausrichten mittels Auffahrkeilen verhindert. Schnell noch das Stromkabel verlegt und dann nix wie in das Auto und Ende für heute.

21.12.2024

Obwohl wir gestern unter leicht erschwerten Bedingungen den fast 4,4 Tonner samt Hängerchen in den Stellplatz bugsiert und geschoben haben, sieht bei anbrechendem Tageslicht doch alles ganz gut aus. Irgendwann am Vormittag werden die Räder startklar gemacht – eine Runde in den Ort steht an. Vom Campingplatz aus geht es auf die Estrada de Sao Vincente, die jetzt auch einen Fuß- und Radweg vorweist. Zunächst wird der Praiha Mareta angesteuert, an dem sich bei 18 Grad einige am Strand und im Wasser aufhalten. Oberhalb des Strandes gibt es auch einen Parkplatz für WoMos, zumindest tagsüber. Ebenso am Fort Fontaleza, welches wir zuvor kurz angesteuert haben und in den nächsten Tagen genauer in Augenschein nehmen wollen. Vom Praiha Mareta geht es weiter zum Baleeira Port. Hier befindet sich eine Tauchschule und vlt. bekommt Dirk hier sein Köpfchen unter die Wasseroberfläche des Atlantiks. Anschliessend geht es auf der Rua CMDT Matoso wieder zurück durch den Ort, kurz noch in den Spar-Laden und weiter zum Stellplatz. Es ist Einiges los, auch Cafes und Restaurants haben geöffnet, das macht eindeutig Laune für den weiteren Aufenthalt. Der Rest des Tages wurde mit Radio hören, stricken, lesen, essen und Video schneiden verbracht. Leider ist die externe Festplatte, auf der die ganzen Videodateien hinterlegt sind, durch einen Sturz aus der Aufbewahrungstasche während der Fahrt, total im Eimer. Zum Glück hat Dirk aus dem bisherigen Material bereits Videos zusammengestellt. Die Aufnahmen aus Gorafe und Ronda befinden sich alle noch auf den Speicherkarten der Go Pro sowie der Drohne. Abends haben wir noch einen schönen Videocall mit Nina. Sie hat jetzt auch Urlaub und bereitet sich auf die Fahrt mit Dagmar und Martin nach Stralsund vor.

22.12.2024

Am Vormittag wird nach dem Frühstück geräumt, sortiert, Wäsche gewaschen und später in der Sonne Stollen zum 4. Advent gegessen. Dann verspüren wir Lust auf eine weitere Radtour und wenig später sitzen wir auf denselben und es geht Richtung Cabo de Sao Vincente. Das Cabo de São Vicente bei Sagres in Portugal bildet gemeinsam mit der benachbarten Ponta de Sagres die Südwestspitze des europäischen Festlands. Hier endet die Algarve in einer felsigen, bis zu 70 Meter hohen Steilküste. Hier haben wir ein Ziel:

Wir finden:

Mrs. Davi hat Bratwurst und die genehmigen wir uns auch. Nach dem Stollen genau die passende Ergänzung. Der Leuchtturm hat leider geschlossen und so zuckeln wir langsam die Strasse zurück, bis zur Festung Beliche. Hier kommen wir auf die Idee einer unbefestigten Strasse Richtung Praia do Teilhero Beach zu folgen. Auch hier tummeln sich noch einige Wellenreiter, obwohl sie vom steinigen Parkplatz eine ganz schöne Strecke mit ihren Boards bis zum Strand zurücklegen müssen. Da wir nicht die gleiche Strecke wie zuvor zum Campingplatz zurücklegen möchten, verlassen wir kurz nach der Kreuzung Valo Santo die Euro Velo Route 1 und biegen rechts ab in einen Feldweg. Da ich aus der Karte von Komoot eindeutig lese, dass dieser Feldweg einen weiteren Feldweg kreuzt, der uns wiederum ungefähr in Höhe des Campingplatzes auskommen lässt. Soweit die Theorie. Es sieht auch anfänglich alles gut aus. OK, der Feldweg lässt sich nach ca. 500 m nur noch schiebend und im weiteren Verlauf nur mit Schiebehilfe bewältigen, aber geschenkt, wir haben Sonntag, die Sonne scheint, wir haben uns mit Bratwurst gestärkt und die Gegend gefällt uns. Leider endet dieser landwirtschaftliche Weg nach gut 2 km und vor uns liegt ein ausgetrocknetes Flussbett, um uns herum niedriges, dorniges Buschwerk und unzählige Steine, in unterschiedlichen Grössen. Zurück ist für uns keine Option, wir schlagen uns in die Büsche, schliesslich können wir vor uns die Strasse und noch weiter vorne Sagres ausmachen. Gelingt uns das Vorwärtskommen zunächst einigermassen, werden wir relativ schnell von Mücken umschwirrt und die Vegetation scheint sich immer weiter zu schliessen, verbirgt die Sicht auf den Untergrund. Das Schieben der Räder geht eindeutig in ein Reissen, Heben und Wuchten über. Vergleiche zu einer ähnlichen Radtour in Gruissan 2023 werden gezogen. Hier wollten wir auch eine Abkürzung nehmen und endeten in einer kräftezehrenden Schlammschlacht. Die Vegetation wird so undurchdringlich, dass wir Umkehren müssen. Dirk ist fortan der Späher und sieht in dem ausgetrocknetem Flussbett die einzige Option, bevor wir Umdrehen in Erwägung ziehen. Im weiteren Verlauf werde ich von der Navigation ausgeschlossen. Zu allem Übel, stosse ich dann mit den ausladenden Fahrradtaschen sein Rad um. Die Folge: verzogenes Schutzblech am Vorderrad, was das Vorankommen ein wenig weiter beeinträchtigt. Dem Flussbett folgend gelangen wir irgendwann auf eine Abzweigung. Da die Sonne dabei ist, ihr Tagewerk zu beenden, bin ich echt erleichtert und schlage vor, nach links weiterzuschieben, weil dort die Strasse ist. Rechts auf keinen Fall. Gut das wir rechts abgebogen sind, denn hier stossen wir auf eine geteerte Strasse, die uns zurück nach Sagres führt. Im Intermarche legen wir einen Einkaufsstopp ein und erreichen mit den letzten Sonnenstrahlen den Campingplatz. Hier schaffen wir es tatsächlich noch draussen mit Stirnlampe Reibekuchen zum Abendbrot zuzubereiten.

23.12.2024

Ja, was haben wir denn schon angestellt? Der Tag ist jung, es wird ausgiebig gefrühstückt. Danach will jeder von uns etwas machen und wir stehen uns gepflegt gegenseitig im Weg. Die Entknotung gelingt: eine geht duschen und spülen, der andere duscht nicht, sondern fängt an Rouladen für morgen vorzubereiten. Durch einen temporären Zwiebelnotstand werden diese Vorbereitungen unterbrochen, der Hahn in der Dusche gewinnt an Aufmerksamkeit. Dirk hat die Idee, ihn zunächst einer elektrischen Durchgangsprüfung zu unterziehen, um ihn ggf. vom Netz zu nehmen und den ausgetauschten Küchenwasserhahn dazwischen zu schalten. Es gibt sozusagen die, welche ihr WoMo von Grund auf selbst zusammenbauen und von daher wissen, was wie funktioniert und die, die ein fertiges WoMo kaufen, um es anschliessend zu zerlegen, um dann zu wissen, wie was funktioniert. Egal wie, es hat funktioniert. Wenn man jetzt also das 2. Küchenhähnchen betätigt, wird der Hahn im Bad funktionsbereit und spendet Wasser. Die Durchgangsprüfung hat nämlich ergeben, dass der Schalter des Badhähnchens defekt ist. In der Zwischenzeit wurde mittels Einkauf der Zwiebelnotstand behoben. Die Vorbereitungen für das Weihnachtsessen gehen weiter. Läuft!

24.12.2024

Ja, was haben wir denn bis jetzt angestellt: ausgiebig gefrühstückt, Weihnachtsgrüsse verschickt, ein wenig aufgeräumt, nasse Socken bekommen und eine Optimierung des Küchenwasserhahns verfolgt.

25.12.2024

Wir sind auf dem besten Weg den Trödelmodus auszubauen und zu etablieren. Der 1. Weihnachtstag wurde entsprechend gaaanz langsam begonnen. Dirk hatte dann die Idee im Omnia einen Apfelkuchen zu backen und dies auch praktisch umgesetzt. Nach dem Duschen und Spülen war es dann bereits nach 13 Uhr. Anschliessend habe ich gearbeitet und Dirk mit dem Rad die Gegend erkundet. Klar, dass danach ein Mittagsnickerchen folgte.

26.12.2024

Archäologische Ausgrabungen zeigen, dass der Hügel, auf dem die Burg von Aljezur erbaut wurde, mindestens seit der Bronze- und Eisenzeit bewohnt ist. Später besetzten auch die Römer und Westgoten den Hügel. Was wir heute in Aljezur sehen, sind die Überreste einer defensiven islamischen Festung, deren Bau im 10. Jahrhundert von den Almohaden begann.

Am 2. Weihnachtsfeiertag ging es nach dem Frühstück für eine kleine Runde auf die Räder. Dabei haben wir zu Beginn direkt den Schotterweg gewählt, der gegenüber dem Campingplatz in den Ort verläuft. Man kommt direkt hinter der Tankstelle gegenüber des Intermarche aus. Unser Ziel war zunächst der Mercado Municipal, der aber leider heute noch geschlossen hat. Anschliessend sind wir an den Strand der Ferienanlage von Martinhal geradelt und über den Strand zum Hafen gefahren. Leider war die Tauchschule auch zu und Dirk beschloss, Kontakt über WhatsApp aufzunehmen. Irgendwann muss er ja mal den Kopf unter Wasser bekommen. Wieder oben an der Strasse angekommen sind wir mit den Rädern weiter der Küstenlinie gefolgt, bis wir auf eine weitere Hotelanlage gestossen sind, von der aus wir und in den Ort zum Tapas essen ins Dromedario haben quasi rollen lassen.
Zurück im Rudi schlug die Müdigkeit wieder zu und wir haben wirklich bis in den frühen Abend hinein genickert. Nach Kaffee und Kuchen wurde mit Heike und Thomas ausgiebig telefoniert. Es war sehr schön beide zu sehen und mit ihnen zu quatschen. Den Abend haben wir mit Reste kochen und Filme gucken verbracht.

Irgendwie fühlt sich alles wie Wochenende an, dabei haben wir Freitag und Weihnachten 2024 ist Geschichte. Da unsere Vorräte zur Neige gehen, steht ein Besuch im Mercado Municipal an, der heute wieder geöffnet hat. Wir erstehen 2 Doraden, Gemüse, Eier und Brot. Anschliessend geht es zurück zum Rudi. Hier wird fortan gearbeitet und zwischendurch alles mögliche gesnackt. Am Nachmittag begebe ich mich an eine Datensicherung und schlage mich mit einer Rentenauskunft herum, während Dirk das Video über den Besuch in Setenil de las Bodegas schneidet und die neue SSD Festplatte mit Daten füttert. Mit Einbruch der Dunkelheit begeben wir uns an die Fischbraterei.

27.12.2024

Diese Blüte bzw. eine riesige Hecke mit diesen Blüten haben wir auf dem Weg zum Mercado Municipal entdeckt.

Solandra Maxima (Nachtschattengewächs)

28.12.2024

Heute ist Strandtag und den haben wir in Martinhal verbracht. Einem Gebiet mit Hotel und Ferienhäusern. Zwischen den Dünen wurde schnell ein windgeschütztes Plätzchen gefunden.
Und mit Neopren haben wir uns auch ins Wasser getraut und die Wellen genossen.

29.12.2024

Es geht erneut zum Strand nach Martinhal. Der Platz zwischen den Dünen ist wirklich herrlich. Irgendwann hat Dirk Verpflegung aus dem Rudi geholt. Er kam mit Sandwiches, aber ohne Bart zurück. Nur ein Schnäuzer ist geblieben😬.

Am Nachmittag sind wir noch zum Fort Fortaleza zu einer kleinen Besichtigung gefahren. Eine grosse Befestigungsanlage aus den Zeiten Heinrich des Seefahrers. Uns lockte aber hier der Küstenabschnitt des Geländes, an dem etliche Fischer ihre Angeln mit Erfolg in den Wellen versenkt haben. Vor dem Fort befindet sich ein grosser WoMo-Parkplatz, an dem die Riesen zumindest bis 22 Uhr stehen dürfen. Rechts vom Fort befindet sich ein weiterer Strand, der bei Surfern sehr beliebt ist. Ausserdem scheint dies hier auch ein beliebter Sundownerspot zu sein. An den Mauern des Forts tummeln sich an dem Abend jede Menge Menschen, um den Sonnenuntergang zu geniessen. Dies werden wir uns für die nächsten Tage merken.

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