02.01.2025
Es ist 2025 und wir sind mit Rock around the clock ganz unspektakulär ins Neue Jahr gerutscht. Feuerwerk zum Jahreswechsel konnten wir nur Richtung Sagres selbst ausmachen. Am Silvestertag haben wir natürlich mit unserem Geburtstagskind Nina und Hermännchen telefoniert. Niklas, Cora, Anna und Arne haben mit einem Buffet und Marshmallows grillen gefeiert.
Heute am 02.01.25 mussten wir uns seit langem den Wecker auf 07:00 h stellen. Dirk hat einen Tauchtermin um kurz nach neun🤣. Hat alles geklappt, wir waren pünktlich im Hafen an der Tauchschule. Nur der Guide kam zu spät. Im Laufe des Tages hat er denn auch den Wellengang während der Fahrt zum Tauchspot nicht vertragen und musste für Ersatz sorgen. Anschliessend hat er den ganzen Tag schlafend im Auto verbracht, da er sich ständig übergeben musste. Den 2. Tauchgang hat Dirk dann mit einer Gruppe einer befreundeten Tauchschule aus Lagos gemacht. Der Wellengang ist an ihm auch nicht spurlos vorbeigegangen, ein flaues Gefühl im Magen hat ihn begleitet.
Dirk hat die Unterwasserwelt sehr gut gefallen. Überall bewachsene Felsformationen, Moränen, super grosse Seespinnen, Drachenköpfe, kleine Zackis, Quallen, einen Oktupuss und kleine Nacktschnecken. Insgesamt viel Fischbestand.
In der Zwischenzeit habe ich im Rudi vor Ort gearbeitet. Für morgen ist ebenfalls ein Tauchtag angesagt.
Wieder am Platz irritiert uns eine Anzeige am Dometic Paneel: Fan Failure!
OK, was steckt dahinter? Die Alde 3020 HE läuft nicht im Gasbetrieb, weil der Lüfter nicht anspringt. Da die Temperaturen auch nachts zweistellig sind, ist uns das anfänglich nicht aufgefallen.







03.01.2025
Während Dirk tauchen ist, grabe ich die Handbücher aus den Unterschränken hervor und checke youtube, vlt. werde ich ja fündig in Sachen Lüfterproblem.
Nebenher nehme ich noch Kontakt mit dem Aldevertrieb per Email auf. Falls wir den Fehler nicht beheben können benötigen wir eine Fachwerkstatt, die nächste ist in Malaga. Safari spuckt auch eine Werkstatt in Pera aus. Für morgen nehmen wir uns die Fehlersuche vor.
04.01.2025
Heute geht es dem Lüfterproblem an den Kragen. Doch vorher muss praktisch das ganze Auto umgepackt werden, da sich die Heizung unter den Betten in den seitlichen Unterschränken befindet. In ultra kurzer Zeit ist im Rudi nichts mehr an seinem Platz. Als der Weg zur Heizung frei ist, Dirk die Stirnlampe aufgesetzt hat, gehts der Alde an den Deckel. Alle Kontakte werden abgezogen, die Glassicherung geprüft und schliesslich der Lüfter frei gelegt. Dieser lässt sich aber einwandfrei bewegen. OK, also alles wieder zusammengebaut und die Heizung angeschmissen. Und sie läuft im Gasbetrieb, keine Fehlermeldung mehr. It‘s magic, Dirk hat heilende Hände. Die braucht er auch, denn als wir alles wieder verbaut und verräumt haben, lässt sich der Wasserhahn in der Küche nicht mehr schalten🤣. D.h. Schubladen rausnehmen und einen weitere Verbindung über einen externen Schalter herstellen. Dazu mussten wir die Kabel unseres alten Hahnes abknispen und so die aktuellen Kabel verlängern, um den Schalter so anbringen zu können, dass die Schubladen frei beweglich sind. Zur Zeit funktioniert alles. Wir sind gespannt, was sich Rudi als Nächstes einfallen lässt. Abends wird draussen gekocht. Es gibt Spaghetti mit Muscheln und Crevetten mit ganz viel Knofi.










05.01.2025
Seit drei Monaten der erste Tag mit Regen, Wind und später auch Gewitter. Zudem fällt in ganz Sagres die Wasserversorgung aus. Unser Wassertank ist zur Hälfte gefüllt, der kleine Ersatzkanister ebenso. Also wird der Tag seit Abreise aus Hilden komplett im Rudi verbracht.
06.01.2025
Für heute steht eine Fahrt nach Pera an. Hier wollen wir uns eine Camperwerkstatt anschauen, die auch Aldeheizungen reparieren kann. Auf dem Weg dorthin wird der Gastank in Lagos gefüllt und kurz vor Pera dann Diesel getankt. Wenig später und laut Navi kurz vor dem Ziel, schickt uns Garmin auf unbefestigte Strassen und wir landen irgendwo und mittendrin im Nichts. Vereinzelt tauchen Häuser auf und kleinere Lagerhallen, aber die eingegebene Adresse endet vor einer verschlossenen grossen Einfahrt, hinter der ein Wohnhaus liegt. Wir folgen anschliessend dem Werkstatt-Standort ausschliesslich über die Karte, kommen an einem gleichnamigem Campingplatz vorbei und stehen schliesslich vor einem eingezäuntem Terrain, auf dem einige Womos stehen. Nach Werkstatt sieht das hier nicht aus und wir kehren um. Auf dem Rückweg legen wir noch einen Stopp in Portimao ein und gehen an der Uferpromenade spazieren, bevor wir ins kleine Zentrum abbiegen. Wir telefonieren mit Dagmar, die heute ihren Geburtstag feiert. Später wieder in Sagres noch mit Niklas. Hier stand eine Wohnungsbesichtigung an.












07.01.2025
Eigentlich wollten wir heute nicht trödeln, aber los kommen wir tatsächlich erst gegen kurz nach 12 Uhr🤣. Es geht an die Westküste, überwiegend über Schotterpisten. Auf dem Weg zum Torre de Aspa, mit 156 m dem höchsten Punkt der Costa Vicentina, verfransen wir uns etwas und gelangen auf einem Wanderweg zurück Richtung Cabo de Vincente. Der Ausblick von hier oben, einfach unbeschreiblich.













Nach einer Pause geht es weiter. Diesmal erneut Richtung Torre de Aspa.
















Etwas weiter, oberhalb vom Eagle Beach auf einer Klippe, stossen wir auf ein verlassenes Haus. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den Praia do Casteljo und den weiteren Verlauf der Steilküste. Unser Aufenthalt hier wird begleitet durch unzählige Glöckchen, die auf eine Schaf- oder Ziegenherde schliessen lassen. Und bei der Abfahrt entdecken wir zuerst den Hütehund, dann den Schäfer und später die Ziegenherde, die sich an den Büschen mit Futter versorgt.
Von hier aus geht es wieder über Vila do Bispo zum Praia do Casteljo, den wir im Nachmittagslicht bei einem Strandspaziergang geniessen.






















08.01.2025











Gegen Mittag brechen wir auf in Richtung Aljezur, einer Kleinstadt in der Nähe der Costa Dourada. Der Weg führt uns über Vale de Bispo, Carrapteira und Bordeira. Der Ribeira de Aljezur teilt das Städtchen in einen neuen und einen alten Stadtteil. Von hier aus begeben wir uns hinauf zum Castelo de Aljezur, einer islamischen Festung, deren Bau im 10. Jahrhundert von den Almohaden begonnen wurde; einer muslimisch marokkanische Berber-Dynastie, die zwischen 1147 und 1269 über weite Teile des Maghreb und von al-Andalus herrschte. Oben angekommen, beginnt es leicht zu regnen und wir treten den Rückweg zum Camper an, der am Ende des neuen Viertels von Aljezur geparkt ist.
Von der Festung haben wir eine kleinere Ortschaft ausgemacht und nach einem Blick auf die Karte befinden sich unterhalb dieses Örtchens div. Strände. Wir fassen den Praia de Monte Clerigo ins Auge und sind absolut begeistert, als wir dort ankommen. Kleine, bunte Häuschen kuscheln sich an den Rand dieses übersichtlichen Küstenabschnittes. Der Barranco do Monte Clerigo mündet mittendrin im Atlantik, wenn er Wasser führt und teilt so den Strand. Für uns öffnet sich allerdings ein breiter Strand nach Durchfahrt dieser Fluss-Senke. Links und rechts erheben sich die schroffen Felsen in die Höhe und an der linken Seite stehen die kleinen Häuschen kreuz und quer bis an den Felsrand. Die am morgen gekauften Sardinen finden nach einem Strandspaziergang den Weg in die Pfanne und mit Reis, Salat und selbstgemachter Aioli, wird am Strandparkplatz gegessen. Mittendrin beginnt es ausdauernd zu regnen und wir begeben uns auf die Rückfahrt zum CP.










09.01.2025
Es ist unglaublich, heute sind wir erst gehen ein Uhr aufbruchsbereit. Aufgrund des Wellengangs wurde das Tauchen abgesagt und wir sind einfach noch mal eingeschlafen. Danach im Flash-Modus gefrühstückt, Wäsche gewaschen und plötzlich ist schon wieder Mittag. Es geht zuerst erneut Richtung Vila do Bispo und kurz hinter dem Ort auf die CM1265 zum Miradouro da Cordoama.





Natürlich müssen wir auch an den dazugehörigen Praia da Cordoama, den wir über eine befestigte Strasse erreichen. Ein Abschnitt zum vorherigen Aussichtspunkt ging über Off-Road-Gelände. Auch dieser Strand ein Genuss für alle Sinne, selbst die Ohren bekommen bei diesem Wellengang was geboten.








Ein aufkommendes Hüngerchen wird mit Fischburgern und Salat begegnet.

Einen Strand schaffen wir noch und so begeben wir uns auf eine unbefestigte Strasse, Ziel Praia da Barriga.


Die Bewölkung nimmt zu, wir fahren Richtung Sagres und hier an das Fort Fontaleza und den Praia do Tonel. Was für eine Abendstimmung.
















10.01.2025





Die ganze Nacht hindurch war der Atlantik zu hören. Es herrschte ordentlich Wellengang. Wir haben trotzdem erneut lange geschlafen.
Da die Wäsche nicht richtig trocknen konnte, geht es auf die Suche nach einem freien Tumbler.
Wir werden in Vale do Bispo fündig. Direkt gegenüber einem Womo-Stellplatz gibt es einen Mini-Waschsalon. Die Wartezeit überbrücken wir mit Reifenrecherche und Reisetagebuchschreiberei.
Anschliessend geht es nach Carrapateira und von hier aus an den Praia Amada. Eine kleine Strandbude macht Lust auf einen Snack und ein Radler. Danach geht es auf einen ausgiebigen Strandspaziergang, auf dem Dirk plötzlich zu nah an der Wasserkante an einem Felsen stehen bleibt und nasse Füsse bekommt. Es geht ein Stückchen weiter zum Miradouro Ponto do Castelo. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den Praia Amado sowie einem kleinen Bootshafen in der benachbarten Bucht.





















11.01.2025
Für heute ist eine Tour nach Silves geplant. Silves ist eine Stadt in der Algarve in Portugal mit 10.661 Einwohnern (Stand 19. April 2021). Silves wurde am Rio Arade errichtet, den noch heute eine mittelalterliche Brücke überquert. Zeitweilig war Silves Residenz eines Emirats bzw. Sitz eines Bischofs. Die Stadt liegt etwas im Landesinneren zwischen den Küstenstädten Portimão und Albufeira. Auf dem Weg dorthin wundern wir uns erneut, weshalb unsere Mautbox beim Durchfahren der elektronischen Mautstellen auf der Autobahn nicht reagiert. Allerdings sind die Preise auf den entsprechenden Gebührentafeln seit Anfang 2025 nicht hinterlegt. Eine kurze Recherche im Netz belegt, dass die elektronischen Maut ab 2025 nicht mehr existiert. In Silves parken wir auf einer freien Fläche gegenüber der WoMo-Stellplatz und unterhalb einer umfänglichen Stadtmauer. Unser erstes Ziel, der Mercado. Samstags findet hier zusätzlich ein Bauernmarkt statt. Die Stände reihen sich um die Mercadohalle. Auf dem Weg dorthin laufen wir auf der Rua de Castello durch ein Wohnviertel mit neueren Mehrfamilienhäusern sowie den klassischen portugiesischen Häusern, die sich aufgereiht wie an einer langen Kette, bunt aneinander schmiegen. Hier fallen uns auch die unzähligen Storchennester auf, die auf einer Siloanlage und den Giebeln alter Häuser platziert sind. Das dazugehörige Schnäbelgeklapper verfolgt uns bis in die Altstadt, mit kleinen Gassen und wirklich schönen, urigen portugiesischen Restaurants und Geschäften. Auf dem Markt herrscht reger Betrieb und wir erstehen hier unter anderem Batatas Doce und Chu-Chu, einer kürbisähnlichen, kleinen grünen Gemüsesorte, die sich u.a. für Eintöpfe eignet. Nach einem Rundgang durch die Altstadt legen wir eine Pause in einer Snackbar ein. Ausser uns sind keine Touristen hier. Wir bestellen Kaffee und Sandwiches und geniessen den samstäglichen Trubel.

Anschliessend statten wir dem Castello einen Besuch ab, geniessen die Aussicht, die Sonne, ein Eis und eine homemade Limonade. Zwischendurch drehen unzählige Störche an Himmel ihre Runden.




































Wieder in Sagres legen wir einen kurzen Halt in der Nähe des Fort Fortaleza ein und werfen einen Blick auf den Atlantik, der gerade viel Fahrt aufgenommen hat und Dunstschleier bzw. Gischtschwaden die Küste hochtreibt.




12.01.2025
Am Mittag brechen wir auf zu einem Spaziergang an die Küste. Es geht weniger über Stock, dafür mehr über Stein. Der Weg führt schnurstracks vom Campingplatz, fast geradeaus, an die Klippenkante. Dieser folgen wir bis wir oberhalb den Praia do Tonel erreichen. Dann versperrt eine Umzäunung den Durchgang. Es geht ein kleines Stück an der Hauptstrasse entlang, vorbei am Sagres Surfhouse (hier war 2021 noch die Pottery by Mo), an der Rua do Tonel biegen wir ab ins Wohngebiet.

Dieser folgen wir bis zum Schluss und landen auf der Avenida Infante de Henrique, der Hauptstrasse, die von Vila do Bispo in Sagres mündet. Wenig später geht es links ab auf die Rua Luis de Camoes. Hier passieren wir das Restaurante Retiro do Pesquador. Es ist fast halb vier und das Lokal ist noch gut besucht. Hier müssen wir vor Abreise unbedingt einmal hin. Am Ende der Strasse folgen wir einem breiteren Trampelpfad und landen nach kurzer Zeit wieder am CP. Die 10000 Schritte hätten wir für heute geschafft.










13.01.2025
Der eine taucht, die andere chillt am Strand. Das ist im Prinzip am heutigen Montag passiert. Das Wetter hat sich wieder beruhigt und die Sonne war den ganzen Tag mit von der Partie, so wurde der Tag am Strand von Martinhal verbracht.








14.01.2025
Die Wellen haben heute einen weiteren Tauchtag für Dirk nicht zugelassen. So ging es morgens direkt wieder an den Strand bei Martinhal, zu einem ausgiebigem Frühstück. Etwas später sind wir zu einem Spaziergang an den Klippen aufgebrochen. Es ging über den Strand, das Meer rechtsschultrig und immer am Klippenrand entlang. Eine Bucht wurde durchquert und dem Wander-Trippelpfad gefolgt. Dieser führte uns zum Praia do Rebolhinos hinunter. Einem Abschnitt mit grossen Kieselsteinen. Wenn die Wellen auf diese Unmengen an Kieselsteinen treffen, knistert der ganze Strand. Ins Landesinnere hinweg verjüngt sich die Landschaft schneisenartig. Die Hänge sind mit Buschwerk bewachsen und der Grund mit Wasserflächen, die von kleinen Algen bedeckt und mit Schilf durchzogen sind. Der Weg führt auf der anderen Seite des Strandes nach oben, ca. 3 km an der Klippenkante entlang zum Punta dos Caminhos. Von hier orientieren wir uns mithilfe der gaia.gps app in einem Bogen zurück nach Martinhal. So der Plan. Wir bewegen uns zunächst auf einem markierten Wander-Trail, dann auf unbefestigten Strassen und folgen anschliessend einer dünnen, braunen Linie, da die unbefestigte Strasse endet. Eigentlich können wir von Beginn an keine gehbare Strecke in der Landschaft erkennen, aber das wird schon. In einem Augenblick der Gedankenlosigkeit erwähne ich bei der nächsten Tour die hohen Wanderschuhe zuhause zu lassen und schon stehen wir im teils dornigen Buschwerk. Dirk erwähnt etwas von portugiesischen Klippennattern, mir fallen Schürfspuren im lehmigen Untergrund von Paarhufern auf. Gibt es hier Wildschweine? Egal, wir folgen weiter der braunen Linie auf der Karte. Ich bin froh, dass wir ohne Räder sind, zupfe andauernd an meinen Knöcheln rum, da sich hier die Stacheln der vertrockneten Zwergdisteln festzwicken und werde bei weiteren Wanderausflügen die hohen Wanderschuhe anziehen. Und was duftet es hier überall nach wildem Salbei. Diesem olfaktorischem Genuss können wir uns nicht lange hingeben, es gilt ein tektonisches Problem zu lösen: wir stehen diesmal oberhalb der Landschaftsschneise des Praia do Rebilhinos. Das Ziel ist nah, aber wir müssen auf die andere Seite und von hier direkt hinunter ins stehende Gewässer ist keine Option. So stehen wir wie zwei unterschiedlich grosse Erdmännchen im wilden Buschwerk und sondieren die landschaftlichen Besonderheiten. Wir müssen erneut zurück, eine weitere kleine Schlucht umrunden, um so zurück an den Klippenrand zu gelangen, um von dort aus an unseren Ausgangspunkt zu gelangen. Nach einem beherzten Marsch durch die geschlossene Klippenvegetation gelangen wir auf den bekannten Trail zurück zum Ausgangspunkt. Fortan verspüren wir Muskelkater an Stellen die sonst eher unauffällig sind. Im weiteren Verlauf des Tages können wir eigentlich nur noch stieren und essen – wir sind echt kaputt.
Apropos Wildschweine: z.Zt. gibt es eine Überpopulation von Wildschweinen, die auf 300.000 Tiere geschätzt wird und zu Problemen in der Landwirtschaft sowie in städtischen Regionen führt.



















