061. Giens November 2024

19.11.2024

In Bremen ist der erste Schnee gefallen und wir sind bei 19 Grad und Sonnenschein nach Hyeres aufgebrochen. Auf der Halbinsel Giens unterhalb von Hyeres, haben wir uns für drei Nächte auf dem Campingplatz International eingebucht. Die Fahrt hierhin war schon sehr abwechslungsreich, weil die Route uns praktisch parallel zur Küste durch das Gebirge geführt hat.
Die Halbinsel ist ein Hotspot für Surfer und Kiter. Eine kleine Kostprobe davon konnten wir am Plage de l‘Almanarre bei einer ersten Radtour aufschnappen. Giens selbst ist ein winziges, charmantes Örtchen. Dies werden wir uns morgen genauer anschauen. Vorerst reichte der Besuch in einem Spar-Laden, um einige Lebensmittel zu erwerben.

20.11.2024

Mit viel Wind machen wir uns mit den Rädern auf nach Hyeres. Vorbei am Strand von l‘Almanarre folgen wir der Route de Sel. Ein schmaler Streif, der den Etang des Pesquiers vom Golf de Giens trennt. Während sich im Etang des Pesquiers unzählige Flamingos tummlen bzw. kopfunter den Grund nach Wasserschnecken, Salinenkrebsen und anderen Kleinlebewesen absuchen, trifft der Wind vom Golf de Giens mit voller Wucht auf den niedrigen Deich. An einigen Stellen hat die Wucht der Wellen den Deich zerstört und grosse, nasse Flächen hinterlassen, die mit Algen vermischt sind. Dick eingemümmelte Spaziergänger begegnen uns und einige Radfahrer. Sonst nur Wind, Wasser und Flamingos.
Der langezogene Damm mündet auf dem Festland in die Route de l‘Almanarre, der wir bis ins Zentrum folgen. Die Strassen im Zentrum werden von hohen Palmen gesäumt. Mit den weihnachtlichen Dekorationen in den Geschäften und Strassen, den Temperaturen entsteht eine ganz eigene Atmosphäre. Uns gefällt diese Stadt auf Anhieb. Und einen kleinen Moment später verlieren wir uns in den kleinen Gassen, mit Cafes, Restaurants, Geschäften, urigen Häuserfassaden.
In einem Cafe weiter oberhalb gibt es erst einmal eine kleine Erfrischung in der Mittagssonne.
Anschliessend lassen wir die Räder stehen und schlendern zu Fuss weiter. Durch winzige Gassen geraten wir immer weiter durch den alten Stadtkern nach oben und gelangen an der Rue de Paradis vorbei an die Eglise St. Paul und das Chateau St. Claire (hatte leider geschlossen).
Wir folgen dem Weg weiter und kommen auf Trampelpfaden an ein zerfallenes Haus, welches anscheinend nicht nur von Sprayern genutzt wird. Ein fast schon zugewachsener Weg führt uns der Weg wieder hinunter. Zurück an der Eglise St. Paul geniessen wir den Ausblick über die Stadt und die gesamte Bucht.
Unter der Kirche ist eine alte Brunnenanlage, auf deren Boden, alte Fotografien aus dem 19. Jahrhundert von Hyeres installiert sind. Mir gefallen diese Schwarz-Weiß-Aufnahmen sehr.
Es geht gaaanz langsam zurück ins Zentrum. Es ist halb drei und einige Ladenbesitzer bereiten sich auf die Nachmittagsöffnung vor. Wir radeln zurück nach Giens, mit einem kleinen Einkaufsabstecher und einem Stopp in dem Badeort La Clapte auf der Halbinsel. Im Sommer ist hier bestimmt die Hölle los. Jetzt sind nur einige Lokale und Geschäfte geöffnet, am Strand und auf der kleinen Anlage hinter dem Zentrum wird Boule gespielt. Der Wind hat nicht nachgelassen und im Turbomodus rauschen wir zurück zum Campingplatz.
Hyeres werden wir bestimmt noch einmal besuchen.

21.11.2024

Heute war wieder ein Arbeitstag. Das Wetter sehr wechselhaft. Selbst die Kiter und Surfer auf dem Platz, blieben zumindest am Vormittag am Stellplatz. Gegen Nachmittag frischte der Wind dann zunehmend auf, bevor er nachts so richtig zeigte was er drauf hat. Rudi wurde richtig durchgeschüttelt und gegen 6 Uhr früh war der Spuk dann vorbei. Wir haben uns am Morgen ziemlich schnell abfahrbereit gemacht und sind Richtung Martingues gestartet.

060. Le Lavandou November 2024

12.11.2024

Cote d‘Azur erreicht – genauer gesagt Cavaleire, ein Vorort von Le Lavandou. Hier stehen wir auf einem Stellplatz der Camping Car Park Gruppe. Uns trennt ein Parkplatz und eine Strasse vom Mittelmeer. Aber die Küste ist Programm und die Stellplatzgebühren ziehen an. Trotzdem werden wir hier gut eine Woche verbringen. Das Wetter ist hier einfach zu gut um weiter zufahren.
Nachdem wir uns eingerichtet haben, zieht es uns an den Strand.
Es ist ein kleiner, aber feiner Strand, mit einigen Strandbars und Restaurants am Rand, die sich aber schon alle im Winterschlaf befinden. So wie der Ort. Die Hotels haben durchweg zu. Hier und da werden Reparaturarbeiten innen wie aussen vorgenommen. Über eine sumpfige Grünfläche gelangen wir in eine Ferienhausanlage, an deren Ende ein Minisupermarkt auftaucht. Wir erstehen etwas für unser Abendessen und kehren anschliessend zum Stellplatz zurück.
Mal sehen, ob Nina und/ oder Niklas Zeit für einen kleinen Plausch haben.

13.11.2024

Es ist Mittwoch und nach dem Frühstück starten wir eine Radtour nach Le Lavandou. Direkt hinter dem Stellplatz verläuft eine Route Vert, die uns fast durchgängig auf einem Radweg in das 7 km entfernte Städtchen bringen wird.
Sobald wir jedoch Wege zum Wasser sehen, müssen diese bevorzugt genommen werden.
So kommen wir an kleinen Stränden vorbei, an denen die Wellen Fahrt aufnehmen und sich die Sonne glänzend auf der Wasseroberfläche spiegelt. Einfach nur schön. So geht es vorbei am Plage Jean Bell, Plage A‘guibelle und am Plage Saint Claire. In Le Lavandou angekommen fahren wir soweit wie möglich am Hafen und einzelnen Strandabschnitten vorbei. Viele kleine Bars, Restaurants, Einzelhandelsgeschäfte säumen den Boulevard am Strand. Die Bauten wirklich niedrig gehalten, eine schöne Atmosphäre. Es herrscht wenig Verkehr.
Wir entschliessen uns, das Städtchen später zu erkunden und noch weiter zu radeln.
Hier haben wir uns das Cap Bonnat als Ziel ausgesucht. Es geht weiter an einer Küstenstrasse entlang, bis uns der Weg durch eine Wohngegend den Berg hinauf zum Cap führt. Leider kommen wir nur bis zum Ende eines langgezogenen Campingplatzes, bis uns eine Schranke und ein freundlicher Mitarbeiter vom Weiterfahren abhält. Cap Bonnat ist in Privatbesitz und wir dürfen da nicht hin.
Schade. Es geht zurück ins Städtchen und dort machen wir halt in einer Bar. Es ist Mittagszeit und es herrscht grosser Andrang. Wir geniessen einen Kaffee und ein Bier/Wein. Schauen dem Treiben um uns herum zu und sind einfach dankbar, dass Ganze hier geniessen zu dürfen.
Auf dem Rückweg entdecken wir einen weiteren ganz kleinen Strand, Plage de la Fossette. So schnuckelig und sogar besucht.
Am Abend gibt es die berüchtigten Sundowner-Pfannkuchen, mit Käse/Salami oder Apfelmus.
Erneut lesen wir von weiteren Unwetter in Spanien, Evakuierungen von Campingplätzen
bei Alicante, Starkregen bei Valencia sowie Autobahnsperrungen an der Küste. Deshalb entscheiden wir uns, zunächst so lange wie möglich in Südfrankreich zu bleiben und die Wetterentwicklung abzuwarten. Evtl. nehmen wir Kurs geradewegs durch das spanische Landesinnere nach Portugal.

14.11.2024

Heute Vormittag ging es schnurstracks mit dem Rad nach Le Lavandou. Es ist Donnerstag und Markttag und da müssen wir hin. Es ist sehr windig, aber mit der Sonne durchsetzt ein tolles Feeling.
Der Markt befindet sich am Parking Place de Marche. Ein überschaubares Sortiment an Gemüse-, Fleisch-, Käse- und Vorspeisenständen empfängt uns. Zwischendrin kleinteilige Elektronikware, Socken, warme Hausschuhe sowie ein Stand mit Schlafanzügen der wirklich gut angenommen wurde. Es gab einen grossen Stand mit unterschiedlichen Pilzsorten im Angebot, wobei der Champignon eher eine Nebenrolle spielte. Pieds de Mouton (Steinfußpilz), Sanguins, Trompetes de Morts und Chanterelles (Pfifferlinge) appetitlich dargeboten. Am besten hat mir jedoch der Mini-Kürbis gefallen, wirklich nur so gross wie ein Tennisball. Zwischendrin kleine Stände mit warmen und kalten Getrönken, Menschen die sich auf einen Plausch zusammenfinden. Wir bleiben auf einer Bank am Rand sitzen und geniessen die Sonne. Der Fast-Ruhestand-Modus hat uns fest im Griff.
Anschliessend erkunden wir zu Fuss die kleine Innenstadt, mit ihren verwinkelten Gassen. Die Räder stehen am Bistro Le Marius am Quai de Gabriel, hinter einem Bouleplatz. Uns erwarten kleine Gassen, versteckte Treppchen, eine Vielzahl an kleinen Geschäften und Restaurants. Zurück am Meer, fällt unser Blick sofort auf die Wellenreiter und wir bleiben im La Calypso hängen, um beim Zuschauen einen Kaffee zu geniessen.
Auf dem Rückweg nach Cavaliere kaufen wir ein und am Rudi angekommen wird zuerst ver- und entsorgt. Anschliessend gesnackt. Abends werden Burger und Salat zubereitet.
Für Morgen ist Sonne satt angesagt und das bedeutet: Strandtag🌞.

15.11.2024

Wie angekündigt war heute Strandtag. Dirk war sogar im Wasser. Und den Strand hatten wir für uns alleine. Etwas entfernt hat ein Bootsverleih das schöne Wetter ausgenutzt und die Mietobjekte gewartet. Ein rotes Fischerboot hat in Sichtweite geankert und den ganzen Tag was auch immer gemacht. Dazwischen cruiste ein Tauchschlauchboot und wir konnten einen Taucher mit Harpune ausmachen.
Ansonsten nur Sonne, Strand und Meer und die Teilzeitrentner mit Windschutz und Kaffee mitten drin.
Da es soooo schön war, folgt morgen eine Wiederholung.

16.11.2024

Das Wetter lässt auch heute nur einen Strandtag zu. Bis ca. 15:00 Uhr kann man es mit Windschutz sehr gut am Wasser aushalten.
Anschliessend wurde gekocht. Beim letzten Einkauf haben wir einen tollen Blumenkohl erworben. Mit Kartoffeln und Spiegeleiern einfach lecker.

17.11.2024

Der Sonntag entpuppte sich als Arbeitstag, aber mit Sonnenschein und ca. 16 Grad. Da der Wind aufgefrischt hatte, wurde ein weiterer Strandtag verworfen und wir wuselten uns so durch den Tag. Duschen, ver-und entsorgen, aufräumen, bisschen arbeiten, Videos schneiden und neue Ziele eruieren und einen Riesenpott Linsensuppe kochen. Zwischendurch haben wir ausführlich mit Opa Hermann, Nina und Anne, Arne, Niklas und Cora telefoniert.
Morgen steht nach dem Frühstück ein Spaziergang durch die nähere Umgebung auf dem Plan.
Anschliessend wird alles für die Weiterfahrt am Dienstag vorbereitet. Die nächste Etappe ist die Halbinsel Giens bei Hyeres. Hier haben wir uns für drei Tage auf dem Campingplatz International eingebucht. Von da aus geht es weiter nach Martigues und Saintes Maries de la mer, bevor wir Richtung Meze und Sete aufbrechen.

18.11.2024

Unser letzter Tag in Le Lavandou beginnt mit einer kleinen Wanderung durch die nähere Umgebung. Der Weg führt uns zunächst durch den Ort und anschliessend direkt in ein Waldgebiet, mit Silberakazien und Kiefern. Der Boden bedeckt mit Kräutern – Thymian, Rosmarin, Salbei. Ausserdem ein Gewächs, welches wir noch nie gesehen haben: westliche Erdbeerbäume. Rote, kirschgrosse, haarige Früchtchen.
Es geht stetig bergauf und der Untergrund ist ein zerfurchter, steiniger Lehmboden, an einigen Stellen mit grösseren Steinplatten versetzt.
Eigentlich die ideale Piste für Rudi. Wobei die Steigung hier schon kanarische Verhältnisse annimmt. Plötzlich tauchen links, versteckt hinter hohen Hecken, typische provenzalische Häuser auf und wir fragen uns, wie die Bewohner diese Strecke meistern.
Am Ende des Waldweges wird die Bebauung dichter und die Strassen geteert. Es geht in Serpentinen Richtung Meer, bis wir an der Strasse schmale Abzweigungen entdecken, die mit Stufen versehen abwärts führen. So gelangen wir an die Hauptstrasse, der wir ein kleines Stück folgen, bis wir bei einer Parkbucht wieder auf einen kleinen Weg stossen, der anscheinend direkt ans Meer führt. Diesem folgen wir und geraten auf einem Trampelpfad zu einem felsigen Küstenzipfel. Die Aussicht von hier oben ist einfach umwerfend und muss ausgiebig genossen werden. Während dieser Pause, beschliessen wir Weihnachten in Portugal zu verbringen und buchen praktisch auf der Pausenklippe einen Stellplatz in Sagres, also so richtig weit weg. Keine Ahnung wie wir es bis zum 23.12.2024 darunter schaffen sollen, denn bislang geht es bei uns eher „schneckig“ voran.
Erster Stress macht sich bemerkbar, wir brechen auf und erwerben in der Boulangerie nicht nur Baguette rustic, sondern auch ein Blätterteiggebäck mit knusprigen Mandelblättchen und Schokifüllung.
Nach ca. vier Stunden kehren wir zum Stellplatz zurück und vertilgen einen weiteren Teil der gestrigen Linsensuppe.
Anschliessend wird soweit wie möglich alles wieder zusammengepackt und für die morgige Weiterfahrt vorbereitet.
Mit einem Gläschen Rose und einigen aktuellen Videos von verschiedenen Vanlife-Aktivisten beschliessen wir den Tag, bekommen jedoch noch einen Fuchs zu sehen, der über den Stellplatz läuft.
Morgen geht es nach Giens.

059. Cabasse November 2024

Wir sind nach ungefähr 270 km in der Provence angekommen. Genauer gesagt in dem kleinen Ort Cabasse in der Nähe von Brignoles und 45 km von der Cote d‘Azur entfernt. Die Anfahrt zum Stellplatz führte uns geradewegs durch das Örtchen und war schon recht abenteuerlich, weil das Strässchen immer enger wurde, geradezu einspurig und die Häuserwände sich fast schon an Rudi anzuschmiegen versuchten.
Der Stellplatz selbst liegt ein klein wenig außerhalb, an der Route de Carces. Es sind 12 eher kleine Stellplätze vorhanden und Anhänger eigentlich nicht erlaubt. Wie aber auf dem Foto zu erkennen hat alles geklappt.
Und wieder geht es nach einer kleinen Pause in den Ort. Wir haben bereits Nachmittag, es fängt leicht an zu nieseln und wir legen einen kurzen Abschnitt direkt auf dieser kleinen Strasse zurück.
Am Ortseingang passieren wir ein grosses, altes Gebäude, das anscheinend früher zu einem Weingut gehörte, biegen links in eine kleine Straße ein. Hier folgen wir dem Hinweis zu einem thailändischem Restaurant, das aber leider geschlossen hat. Vorbei am hiesigen Sportplatz geraten wir auch schon in die kleinen Gassen des Ortes. Es zieht uns nach links zu einer Brücke über die L‘Issole. Am Ufer des Flüsschens schmiegt sich unter bombastischen alten Platanen ein Bouleplatz. Wir sind neugierig und folgen nicht der Strasse weiter in den Ort, sondern bewegen uns schnurstracks auf einen Weg hinter dem Bouleplatz weiter. Anscheinend war dies früher mal ein kleiner Mini-Campingplatz, da noch Toiletten- und Waschhäuschen zu erkennen sind. Am Ende des Platzes folgen wir einem kleinen Trampelpfad. Links das Ufer des Flüsschens und rechts die Zäune angrenzender Gärten. Irgendwie landen wir anschließend in einem kleinen Park, direkt am Ortsausgang. Von hier aus geht es in den Ort hinein. Es ist auch hier wieder sehr ruhig und wenn so viele parkende Autos zu verzeichnen wären, könnte man fast glauben, der Ort ist ausgestorben.
Beim ansässigen Bäcker werden zwei Baguettes für insgesamt 2€ erworben. Es gibt tatsächlich zwei kleine Tante-Emma-Läden, einen Friseur und zwei Kneipen, eine Post, ein Hotel und eine Kirche. Dies entdecken wir beim Schlendern durch kleine und verwinkelte Gassen. Erneut vorbei an Spiel- und Sportplatz, treten wir den Rückweg an.
Am Stellplatz wird noch schnell die Markise gesichert und ein Gläschen Wein draussen genossen. Dabei beschliessen wir am Dienstag weiter Richtung Küste zu fahren und dort in Le Lavandou Halt zu machen.
Indoor werden dann die Zutaten für eine französische Erbsensuppe geschnippelt und das Wochenende eingeläutet.

09.11.2024

Hoch die Hände Wochenende.
Der Samstag startet mit Regen und Eicheln, die zwischendurch auf das Dach plumpsen. Laut Regenradar hält sich das Regengebiet hier noch bis zum Mittag. Deshalb wird erst einmal so richtig gefaulenzt. Den ersten Kaffee gibt es, zumindest bei mir, im Bett.
Ich bin auf der Suche nach einem Krimi der in der Provence, genauer gesagt an unserem nächsten Etappenziel in Le Lavandou angesiedelt ist, fündig geworden. Es gibt eine Krimireihe um den Rechtsmediziner Leon Ritter von Remy Eyssen. Bei dem Trödelwetter ist auf jeden Fall eine entsprechende Leseprobe drin.
Zur Zeit lesen wir beide eine deutsche Krimireihe um Kommissar Hübner, einem Kleinstadtpolizisten kurz vor der Pensionierung, von Svarlen Edhor, einem norddeutschen Autorenduo. Die Reihe besteht aus 13 Bänden und der erste Band mit dem Titel: Was für ein Scheisstag, ist Programm.

10.11.2024

Heute ging es nach dem Frühstück mit den Rädern nach Carces. Eine Strecke von ca. 13 km. Zunächst entlang der angrenzenden D13 und im weiteren Verlauf auf der Route de Carces direkt am Lac de Sainte-Suzanne vorbei. Ein See in der französischen Region Provence-Alpes-Côte d’Azur im Departement Var, der aus dem Zusammenfluss der Flüsse Caramy und Issole und des Flusses Argens entstanden ist.
Eine sehr schöne Strecke, mit ein wenig Verkehr und sehr viel Natur. Der See ist ein beliebtes Anglerrrevier und an einzelnen Parkbuchten, sind Pavillions mit div. Angleequipment aufgebaut. Wir gelangen an Weingütern vorbei in den kleinen Ort Carces. Nach einer Rundtour durch den Ort legen wir im Zentrum, gegenüber der Eglise Sainte Margerite eine Pause ein.
Es herrscht reges Treiben: Brot und Kuchen wird gekauft, die Epicerie im Ort hat den ganzen Sonntag geöffnet, weitere Gäste suchen die kleine Bar auf und geniessen einen Petit Cafe,
einen Pastis oder ein Glas Rose, unterhalten sich.
Neben uns öffnet das Restaurant „Ulrich und Co“. Es dauert nicht lange und auf der Terasse sind alle Tische besetzt.
Für den Rückweg schlagen wir eine andere Route ein, die uns nicht am See vorbei, sondern quer über ein Waldgebiet und einen besseren Feldweg, zurück an das Flüsschen Issole und dort an einen Mini-Wasserfall bringt. Es wimmelt hier nur so von Rosmarin- und Thymiangewächsen. Der Duft ist einfach unschlagbar, wenn man sie zwischen den Handflächen zerreibt. Einige Rosmarinhalme kommen mit.
Zurück am Stellplatz kommt die Handkaffeemühle zum Einsatz. Es gibt einen leckeren Kaffee mit der Frenchpress.
Später wird das Abendessen vorbereitet: Berge von Rosenkohl und Hähnchenschenkel aus dem Omnia.

11.11.2024

Zuhause wird der Hoppeditz geweckt und hier verbringen wir den 11.11.2024 bei 20 Grad und strahlendem Sonnenschein eigentlich nur gemütlich auf dem Stellplatz. Haare und Videos wurden geschnitten, gelesen und viel Kaffee getrunken. Und schwups haben wir vier Uhr nachmittags.
Morgen ist für die Gegend hier eine Starkregenwarnung ab heute Nacht rausgegeben worden. Da wir eh ans Meer fahren wollen, haben wir nach dem Essen alles abreisefertig gemacht. Hänger dran, noch mal Grauwasser abgelassen und Frischwasser getankt. Das ganze Gefährt abfahrbereit geparkt und loses Schuhwerk eben vor dem Beifahrersitz verstaut.
Plötzlich Vollalarm in der oberen Bedienkonsole, rotes Blinklicht, eine Stimme….
Die Stimme spricht auf schwedisch und ich versteh nur Polizei😬.
Wenig später eine weitere schwedische sprechende weibliche Person. Ich erzähle auf englisch, dass bei uns alles in Ordnung ist. Die schwedische Stimme bedankt sich und wünscht uns eine gute Fahrt.
Ich schwör, ich habe den Alarmknopf nicht gedrückt, als ich die Schuhe vorne hingestellt habe. Evtl. könnte es aber sein, dass ich vlt. ein wenig mit meinem Minipferdeschwanz in der Gegend des roten Knopfes über mir gewesen bin🤣 und den Mercedes Alarm ausgelöst habe.

058. La Roche-de-Glun November 2024

Nach ca. 270 km Fahrt sind wir in La Roche-de-Glun angekommen.
La Roche-de-la-Glun ist eine französische Gemeinde mit 3478 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2021) im Département Drôme in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie gehört zum Arrondissement Valence und zum Kanton Tain-l’Hermitage. Die Einwohner werden Rochelain(e)s genannt.
Für die Fahrt hierhin sind wir das erste Mal auf französischen Autobahnen unterwegs gewesen, um die elektronische Mautbox zu testen.
Hierzu benutzt man an den Mautstellen die Spur mit dem grünen t und kann nach Kennung durchfahren.
Da wir kurz nach Fahrtantritt unsere Vorräte für die Woche wieder aufgefüllt haben, konnte nach Ankunft hier, erst einmal lecker gesnackt werden.
Danach ging es auf zu einer Runde in den kleinen Ort, der gegen 16:00 Uhr ziemlich menschenleer schien. Vorbei an einer kleinen Grundschule, durch ein noch erhaltenes Stadttor, einer Bar und einem Metzger sowie der Kirche, gelangen wir an das Ufer der Rhone. Ähnlich wie an der Mosel bei Wintrich führt der Fluss hier viele Überreste von Bäumen und Sträuchern mit sich, auf denen sich Kormorane ausruhen.
Hier befindet sich auch eine Staumauer mit Wasserkraftwerk, die befahr- und begehbar ist.
Auf der anderen Seite angekommen befinden wir uns dann im Department Ardeche.
Wir schlendern langsam über die Brücke und am Ufer zurück, machen einen kleinen Abstecher in den Supermarkt, bevor wir zum Rudi zurückkehren und die Vorbereitungen für das Abendessen in Angriff nehmen. Es gibt Gambas, mit selbstgemachter Aioli und grünen Salat.

057. Marigny/Lac de Chalain November 2024

Wir stehen seit dem 05.11.2024 auf einem Stellplatz im Jura bei Marigny.
Auf dem Weg hierhin haben wir Diesel und Gas getankt, gewaschen, Rudi samt Hänger abgekärchert und haben anschließend ein paar Kilometer gemacht.
Ursprünglich wollten wir einen Stopp in Besancon einlegen. Leider haben wir die Zufahrt zum Stellplatz, ein kommunaler Platz, mit Rudi und Co. nicht bewältigen können. Schade, die Stadt sah mit ihrer riesigen Citadelle und den alten Gebäuden sehr charmant aus.
Seit unserem Start heute Morgen läuft die Frischwasserpumpe in einem durch. Das selbe Spiel, wie im letzten Sommer. Die Pumpe muss jetzt immer nach Benutzung am Bedienpaneel abgeschaltet werden.
Marigny liegt am Lac de Challain, den wir uns morgen etwas genauer ansehen werden.
Auf dem Stellplatz ist Platz für 54 WoMos. Aktuell stehen hier nur zwei weitere Reisemobile.
Es ist absolut ruhig hier und gleich wird noch Fisch gebraten und Salat zubereitet. Mehr geschieht heute nicht mehr.

06.11.2024
Was für ein Morgen. Strahlender Sonnenschein, der Tag verspricht so richtig schön zu werden.
Dirk macht sich nach dem Frühstück auf die Suche nach einem Supermarkt und ich werde ein wenig arbeiten.
Am frühen Nachmittag starten wir zu einer Runde um den See. Der Weg führt uns zunächst in den Ort Doucier. Hier halten wir an einer Molkerei mit Verkauf, des für diese Gegend bekannten Comte und Morbier. Die müssen mit. Mit Sonnenblumenöl und einem Chardonnay aus dem Jura incl, einem umfassenden Einblick in die Produktion dieser Käsesorten wurde die Fruiterie wieder verlassen.
Der Supermarkt gegenüber, St. Pascal, hat geschlossen: Betriebsferien.
Die Tour führt uns weiter an div. geschlossenen Campingplätzen vorbei, bis wir an das östliche Ende kommen, an dem ein riesiges Feriendorf angeschlossen ist. Von hier aus geht es oberhalb des Sees durch den Wald nach Marigny zurück. Einfach nur schön, das Licht und der Wald, einige Wanderer die uns begegnen und die Ruhe.
Am Stellplatz angekommen, wird noch einmal draussen gekocht.
Anschließend verfolgen wir den Ausgang der US-Wahlen in div. Formaten und sind auf das Ergebnis der Aussprache der Ampelkoalition gespannt.
Morgen zieht es uns weiter. Wir wollen Richtung Provence. Hier zunächst nach Cabasse. Da uns die Tour für einen Tag zu lang ist, ca. 570 km, legen wir einen Zwischenstopp vor Valence ein.
By the way; die Frischwasserpumpe arbeitet wieder ordnungsgemäß.

Dafür habe ich am Morgen Dirks Tasse mit Milchkaffee zum Absturz gebracht. Sie ist natürlich nicht einfach nur auf den Boden gescheppert, nein, sondern direkt auf den Lüftungsschacht der Fussbodenheizung und der Inhalt dort versickert. Wie gut, dass er seit kurzem weniger Milch für den Kaffee verwendet🤣.

Eigentlich kann ich auch die anderen Schäden listen, die ich zum größten Teil verursacht habe: unteres Regalbrett im großen Schrank wegen Buchüberlastung ausgebrochen, Halterung Klappschrank (oben links) schließt nicht mehr, Möbelscharnier der Trittstufe gebrochen, tropfender Wasserhahn (der war neu!!!) ersetzt – jetzt tropft er nicht mehr, lässt sich aber auch nicht mehr abstellen, beim Einpacken der Starlinkantenne vergessen diese vom Strom zu nehmen, so dass sie sich indoor, im eingepackten Zustand immer wieder versuchte neu auszurichten.

056. Luxeuil-les-Baines November 2024

01.11.2024

Es ist der 1. November und wir sind ein kleines Stück weiter gefahren. Stehen nun auf einem Platz von Camping Car Park, direkt am Zentrum von Luxeuil-les-Bains. Auch der Hänger hat ausreichend Platz.
Nach dem routinierten Aufbau von Starlink, Stühlen, dem vorherigen Ver-und Entsorgen und einer Kaffeepause wurde nur noch gechillt.
Abends gab es Pizza und gemischten Salat mit Chicoree sowie Fernsehreportagen aus der Heimat.

Den Abstecher zum Col de Bussang konnten wir nicht antreten: gesperrt für Fahrzeuge über 3,5 t.
Da dort die Mosel entspringt, wollten wir hier wenigstens ein Foto machen. Vlt. auf dem Rückweg und dann zu Fuss.

02.11.2024

Heute ist Markt im Zentrum von Luxeuil-les-Bains und den werden wir uns nach dem Frühstück abschauen.

Wir starten einen Spaziergang durch die kleine Stadt. Direkt hinter dem Stellplatz verläuft ein Fußweg ins Centre Ville. Zuerst stoßen wir auf die L‘Abbaye Saint-Colomban, einer Abtei aus dem Jahr 565, in der aktuell ein katholisches Kolleg untergebracht ist.
Am Rathaus vorbei gelangen wir auf den Place St. Pierre Bonnot. Hier ist heute Vormittag Markt und es herrscht bereits reges Treiben. An Obst-, Gemüse-. Fleisch- und Käseständen werden Produkte aus der Region angeboten. Es sieht alles so frisch und lecker aus. Kürbisse, Rosenkohl, Lauch, Maronen, Pilze, Pasteten und erst mal die Auslagen beim Käsestand, einfach umwerfend. Der Wagen mit gegrillten Hähnchen darf nicht fehlen, ebenso eine kleine Auswahl an Kleidung und Haushaltsartikeln. Wir entdecken einen kleinen Brotstand, mit großen und unterschiedlichen Brotlaiben und auffällig hohen Preisen. Das Brot kann dementsprechend auch pro Scheibe bzw. Scheiben erworben werden.
Kein Markt ohne Cafe, aber dies werden wir erst später aufsuchen.
Weiter geht es auf der mit unzähligen, kleinen Einzelhandelsgeschäften gefüllten Rue Victor Gernoux und Rue Carnot, am Place de Gaulle vorbei, in Richtung Hopital. Ein Abstecher in die Touristinformation darf nicht fehlen.
Wir schwenken nach links am Hotel Cerise vorbei in den Parc des Thermes, in dem sich ein bekanntes Thermalbad befindet und schlendern durch Nebenstraßen wieder ins Zentrum zurück. Auffällig sind die vielen, alten Gebäude, die leer stehen und verfallen – lost Places. Teils werden die Vorderfronten erhalten und abgestützt, die Fensteröffnungen mit Fotofolien versehen, der hintere Gebäudeteil aber fehlt komplett.
Zurück am Marktplatz zieht es uns jetzt in das Cafe, an dem wir auf der Terasse einen schönen Platz ergattern. Wir genießen einen Cafe au lait und einen Grand Cafe und schauen dem Geschehen auf dem Marktplatz zu.
Anschließend führt uns der Spaziergang in einem großzügigem Bogen durch kleine Wohngebiete zurück zum Stellplatz.
Den Rest des Tages geniessen wir lesend, aufräumend und Pizza essend.
Morgen steht eine Radtour auf dem Programm.

03.11.2024

Nicht wundern, der Ort bei diesem Stepp heißt Breuchotte, wir stehen weiterhin in Luxeuil-les-Bains, nur die Radtour hat uns durch Breuchotte geführt.
Mit nicht mehr ganz gefüllten Akkus haben wir uns gegen 11:00 Uhr auf den Weg gemacht. Einen Snack bestehend aus Äpfeln, dem leichten Munsterkäse und den Brötchenmessern von Heiner, haben wir für unterwegs eingepackt. Jetzt fehlt nur noch ein frisches Baguette. Dieses werden wir, mit weiteren Zutaten für das Abendessen, gleich zuerst im Supermarkt kaufen.
Es ist zwar Sonntag, aber die größeren Supermärkte haben bis mittags geöffnet.
Der Einkauf wird schnell zurück zum Auto gebracht und anschliessend wollen wir uns noch eine Tankstelle, die LPG Gas vertreibt, genauer anschauen. Der Gastank ist noch mit zwei Anzeigenstrichen gefüllt und da die Temperaturen nachts deutlich sinken, wird entsprechend geheizt. Wir sind jetzt mit einer Füllung gut drei Wochen ausgekommen. Der Preis pro Liter beträgt ca. 0,99 € und der Tank hat eine Füllmenge von 70 l. Mit Gas wird gekocht, die Heizung betrieben sowie warmes Wasser erzeugt.
Leider befindet sich an der ausgesuchten Tankstelle die Zapfsäule für Gas an der falschen Seite, zudem sind die Fahrstreifen zur Ausfahrt so eng, dass der Hänger hier nicht vorbeikommen würde. Gas tanken ist hier mit unserem Gefährt nicht möglich. Alternativen werden später gesucht.
Weiter geht es ins Centre Ville und von hier aus starten wir nun ein rund 30 km lange Tour, bei herrlichem Sonnenschein.
Die Route führt uns ausschliesslich über D-Straßen, d.h. wirklich kleinen Nebenstraßen. Radwege sind nicht vorhanden, aber Radwegschilder, die bestimmte Routen angeben.
Es geht vorbei an kleineren Vororten und der Gemeinde Breuchotte. Hier legen wir am Rathaus eine Pause ein und geniessen Brot, Käse und Äpfel.
Die Stärkung können wir brauchen, denn der weitere Weg nach Fougerolles hat es in sich. Hier klettern wir die angekündigten 470 Höhenmeter aufwärts.
Von Fougerolles führt der Weg geradewegs zurück nach Luxeuil-les-Bains.
Am Stellplatz angekommen, wird erst einmal Frischwasser nachgefüllt. Mit dem Albfilter dauert das ca. 20 Minuten, da der Wasserdruck eigentlich nur so heißt, aber das Wasserbnicht wirklich mit Druck durch die Leitung saust.
Jetzt erst einmal einen Kaffee draussen vor Rudi geniessen.
Das Wetter ist so schön, dass wir uns entschließen Hähnchen-süß-sauer draussen zu kochen.

Den morgigen Tag werden wir weiterhin hier verbringen. Die letzten drei Wochen haben gezeigt, dass wir einige Dinge umpacken und anders verstauen müssen. Eine Innenreinigung ist auch angesagt.
Für den frühen Nachmittag ist ein weiterer Besuch im Städtchen vorgesehen und vlt. bleiben wir dann für ein Glas Wein im Marktcafe hängen.

04.11.2024

Tja, heute war, wie angekündigt Aufräumen und Innenreinigung angesagt.
Ich würde mal sagen, wir waren sehr erfolgreich. Darauf erst mal ins Centre Ville und dort in das Cafe am Markt und ein leckeres, frischgezapftes Blondes bestellt und genossen (bis es wirklich zu kalt auf der Bistroterasse wurde). Zwischendurch mit Nina telefoniert und dann nix wie zurück im unseren warmen und aufgeräumten Rudi.
Jetzt wird Liliane angerufen, denn sie hat heute Geburtstag.
Ausserdem ist alles gepackt und verstaut, morgen geht es weiter nach Besancon.
Die Walnüsse auf dem ersten Bild sind übrigens noch aus Wintrich an der Mosel. Die habe ich heute frei gelassen. Wer weiß, vlt. wachsen hier in ein paar Jahren plötzlich Walnussbäume am WoMo-Stellplatz in Luxeuil-les-Bains.

055. Saint-Maurice-sur-Moselle Oktober 2024

30.10.2024

Was für eine Fahrt nach Saint-Maurice-sur-Moselle. Hinter Munster nur noch eine Nebelsuppe. Es ging über Eguisheim, Cernay nach Masevaux-Niederbruck. Bis hier alles gut, doch dann wieder Baustelle incl. Umleitung. Das Navi ist damit nicht einverstanden und möchte uns immer wieder zur Rückkehr bewegen. Nicht ohne Grund, sind in den Voreinstellungen Höhen-und Gewichtsbegrenzungen vermerkt. Wir folgen der ausgeschilderten Umleitung und geraten in ein Gebiet, das nun keine 3,5 t Fahrzeuge mehr zulassen will. Da wir keine andere Möglichkeit mehr haben und sich hinter uns bereits weitere Fahrzeuge befinden, folgen wir der Route zum Ballon d‘Alsace, die nur eingeschränkt befahrbar ist. Aus den Augenwinkeln kann ich noch erkennen, dass die Weiterfahrt für Fahrzeuge über 3,5 t ausschließlich denen aus Forstbetrieben vorbehalten ist.
Was soll ich sagen, es wird sozusagen einspurig, geht nur noch bergauf, hangseitig existieren keine Leitplanken, Haltebuchten Fehlanzeige, der Untergrund mal asphaltiert, mal Schotter, mal erdig und fast oben angekommen, Schlaglöcher mit Lebendvieh in Form von Schafen, einer Ziege, diversen Eseln sowie imposanten Rindern. Dirk ist in seinem Element, ich versuche meine Schnappatmung in etwas Positives umzuwandeln. Zum Glück ist uns auf dieser ca. 16 km langen Strecke kein Fahrzeug entgegen gekommen (wer fährt die schon freiwillig).
In Saint-Maurice-sur-Moselle angekommen, stellen wir fest, dass dieses Gebiet ein absoluter Radsport-Hotspot ist. Nach ein wenig Google-Recherche wird klar wieso:
Der aus Radfahrersicht vermutlich bekannteste Berg der Vogesen ist der Ballon d‘Alsace (1171 m). Es war der erste Pass, den die Fahrer der Tour de France Anfang des 20. Jahrhunderts bezwingen mussten.
Und genau unter diesem Pass stehen wir nun auf diesem öffentlichen Parkplatz.

Am frühen Nachmittag drehen wir eine Runde durch das kleine Dorf und dem angrenzenden Wohngebiet, machen einen Abstecher auf den Friedhof, wagen einen Blick in die Kirche, stöbern im ansässigen Supermarkt und bleiben kurz am kleinen Cafe stehen.

Wir entschliessen uns dazu zwei Nächte vor Ort zu bleiben und morgen eine längere Radtour auf der Route des Hautes des Vosges, welche direkt am Parkplatz vorbeiführt, in Richtung Rupt-de- Moselle zu unternehmen.

31.10.2024

Bei 12,5 Grad und um kurz vor 11:00 Uhr starten wir unsere Radtour.

Zuvor wird das Solarpaneel an eine Rudiaussenwand befestigt, um Energie für die Aufbaubatterien zu gewinnen.

Anschliessend auf die Räder und schnell noch an der Servicestation am Platz, den Schlamm der letzten drei Wochen abgekärchert.

Die Route führt uns auf einer alten Bahntrasse in Richtung Vecoux, die Mosel in Begleitung. Während der Industrialisierung wurde die Wasserkraft der Mosel für die Textil- und Holzwirtschaft genutzt und die eingerichtete Bahnlinie zum Transport der Güter. Bei Fresse-sur-Moselle entdecken wir eine alte Transformationswinde mit der die durch Dampfmaschinen gewonnene Energie an die Betriebe weitergeleitet wurde.

Der Weg führt uns über den alten Bahnhof Le Thillot, in dem eine Touristeninformation untergebracht ist, über Ramonchamps und Rupt-sur-Moselle. Es sind überwiegend kleine Ortschaften und an den Berghängen sind die für diese Region ursprünglichen, grossen, viereckigen Bauernhöfe überall noch präsent.

Von den sonnigen 12,5 Grad zu Beginn der Tour ist nichts zu spüren. Es wird so kalt, dass wir froh sind uns so dick eingepackt zu haben. In Vecoux wollen wir zum Aufwärmen eine Pause einlegen, doch hier ist kein Cafe oder Boulangerie zu finden.

Wir kehren nach ca. 25 km wieder um. Nach einigen Kilometern hat die Sonne es über die ersten Hügel geschafft und wir geniessen die Fahrt mit viel Wärme von vorne, machen Halt für einen kleinen Snack und radeln anschliessend an unseren Ausgangspunkt zurück.

Im hiesigen Cafe geniessen wir Cafe-au-Lait bzw. einen Cafe Grand und einen kleinen St. Nicolas, so etwas wie ein Weckmann bei uns zuhause.

Anschliessend möchte Dirk unbedingt den tropfenden Hahn austauschen und kurzfristig sieht es im Rudi dann so aus:

Die Reparatur konnte erfolgreich beendet werden und das Abendessen, bestehend aus Kartoffelpü mit Schmorzwiebeln, Gurkensalat und Fischstäbchen folgte.

Bevor wir uns morgen auf den Weg Richtung Luxeil-les-Baines machen, steht ein kleiner Abstecher zum Col de Bussang auf dem Plan.

054. Munster Oktober 2024

29.10.2024

Der Col war voll, deshalb sind wir weiter gefahren und in Munster gelandet.
Der Col de la Schlucht ist wohl ein sehr beliebtes Urlaubs- und Ausflugsziel in den Vogesen. Wandern, Squadfahren, Biken und Skifahren sowie Langlauf sind möglich. Leider hat sich für Rudi und Hängerchen kein Platz mehr gefunden, so das wir beschlossen haben, weiter zu fahren.

Gestartet sind wir ja in Dambach. Weiter ging es über Selestat. Hier wurden Vorräte aufgefüllt. Das Navi führte uns dann über Kaysersberg Vignoble und im Anschluss über den Col Bonhomme, ca. 940 ü.N.N., weiter nach Le Valtin. Von hier aus sollte es auf den Col de la Schlucht (1144 m) gehen, doch eine Umleitung führte uns auf eine Route die eigentlich für Fahrzeuge über 3,5 t nicht geeignet ist. Hat aber alles geklappt, ausser der Stopp dort und so sind wir gegen Mittag in Munster eingefahren. Die Gemeinde hat hier 54 Stellplätze für Womo‘s mit gepflasterten Flächen zur Verfügung gestellt, alle mit Stromabschluss und einem Sanitärgebäude mit WC und Dusche. Ver- und Entsorgung befindet sich vor der Schranke.
Hinter uns der kleine Bahnhof Munster und zwischendurch verläuft ein kleiner Radweg.
Nach einem Kaffee incl. Snack haben wir eine Runde durch Munster gedreht. Bekannt ist dieses kleine Städtchen durch die Herstellung des Munsterkäses geworden. Vlt. entdecken wir ja im Centre Ville ein passendes Geschäft für den Erwerb dieses kräftigen Stinkers.
Der Fokus in der Stadt liegt eindeutig auf der Vorbereitung zum Weihnachtsgeschäft. Wir entdecken weihnachtlich geschmückte Laubbäume, entsprechende Dekobeleuchtung in den Strassen und Weihnachtsartikel in den Auslagen der kleinen Geschäfte. Und wir stolpern natürlich über Läden mit regionalen Produkten.
Wir erstehen einen leichten und einen würzigen Munsterkäse, die eingeschweißt und haltbar zunächst im Kühlschrank landen werden. Ausserdem habe ich div. Whiskysorten aus dem Elsass entdeckt. Soll ich? Ein befreundeter Experte hat auf meine diesbezügliche Nachfrage geantwortet: …ich versteh’ die Frage nicht? Eindeutig oder?
Auf dem Rückweg machen wir an einer kleinen Bar Halt und geniessen ein Bierchen. Mit dem lässt sich herrlich das vorabendliche überschaubare Treiben auf der engen Strasse beobachten.
Zurück auf dem Stellplatz wird wieder auf dem Deichselkasten gekocht. Heute stehen Bolo mit kleinen Nudeln auf der Karte. Lecker!

30.10.2024

Nach einem Kaffee und einer Indoordusche, plötzlich wieder Stromausfall, mit gestriger Fehlermeldung auf dem Bedienungspaneel.

053. Dambach-la-Ville Oktober 2024

27.10.2024

Am gestrigen Sonntag haben wir Troisfontaines gegen Mittag wieder verlassen. Übernachtet wurde auf dem öffentlichen Parkplatz der Gemeinde, an der Rue-de-Entente. Früh am Morgen herrschte hier eine rege Fluktation-ums Eck die Boulangerie des Dorfes. Vor der Abfahrt schnell noch ein Baguette und Croissants erworben und los, ca. 120 km weiter nach Dambach.

Hier stehen wir am Rand der Kommune auf einem Stellplatz der Camping Car Park-Gruppe, nebenan Felder, ein Sportplatz und eine Bike-Anlage für Kinder. Da hier in Frankreich gerade Herbstferien sind, wurde diese gestern Nachmittag gut angenommen und selbst die Kleinsten kurvten gekonnt und temporeich hier durch.

Da ich am Abend zuvor die Rudi-Webseite zerschossen habe, ging der grösste Teil des restlichen Tages mit Wiederherstellungsversuchen vorüber.

28.10.2024

Bonjour…

Nach einem Kaffee im Frühnebel, zieht es Dirk in den kleinen Ort. Dort gibt es einen Tante-Emma-Laden, der Lebensmittel, eine Mini-Bäckerei mit Bistro, Zeitschriften, Tabak und eine Post zu bieten hat. Hier werden Baguette und Käse zum Frühstück erstanden.
Anschließend wird gefrühstückt. Die Idee, dies bereits im Freien zu veranstalten, wird aufgrund von 8* Aussentemperatur schnell verworfen.

Für den Tag haben wir eine Fahrradtour nach Barr geplant. Laut komoot gute 12 km.
Aber zuerst werden wir uns Dambach selbst ein wenig anschauen.
Ein sehr schönes, gemütliches Örtchen, mit den für diese Gegend typischen Fachwerkhäusern, die ihren ganz eigenen Charme versprühen. Wir haben zwei Stadtmauern entdeckt, das Hotel de Ville (Rathaus) und etliche Schilder, auf denen ansässige Weingüter auf sich aufmerksam machen.
Ähnlich wie an der Mosel, muss man schon genau schauen, ob eine Weinstube oder Restaurant geöffnet hat, um eine kleine Pause einzulegen.
Die Route führt uns quer durch die Weinberge. Die Lese ist zwar schon vorbei, aber überall herrscht geschäftiges Treiben. Es wird Laub aus den Rebreihen geholt und die Reben teilweise beschnitten.
Es geht über Blieschwiller nach Nothalten. Bei den Steigungen ist entweder die Schiebehilfe oder sind beide Bremsen gefragt.
Weiter geht es über Ittersweiler, Andlau und Mittelbergheim nach Barr.
Irgendwann fängt Dirk‘s Hinterrad an zu quietschen und zu schaben.

In Barr angekommen, werden die schabenden Geräusche an Dirk‘s Fahrrad immer lauter. Es hilft nichts, hier müssen wir ran. Es stellt sich heraus, dass sich die Radmuttern des Hinterrades gelöst haben, das Rad unrund lief und für das Schaben verantwortlich gewesen ist.
Wir legen am Rathaus eine kleine Pause ein, geniessen Baguette und Obst, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machen.
Zurück am Stellplatz, planen wir bei einem leckeren Kaffee unseren nächsten Stopp.
Es geht an den Col-de-la-Schlucht, mitten in die Vogesen.

In der Nacht ist es zu einem kompletten Stromausfall gekommen, obwohl wir am Landstrom hingen. Fehlermeldung auf dem Dometic Display: Batteriespannung niedrig, obwohl die Aufbaubatterien voll sind. Haben den Hauptschalter betätigt und erst einmal alles vom Netz genommen. Nach dem Neustart lief alles wieder.

052. Troifontaines Oktober 2024

112 Kilometer weiter sind wir gegen zwei Uhr in Transfontaines im Department Moselle angekommen. Dieses kleine Städtchen zählt ca. 1250 Einwohner. Bekannt geworden ist dieser Ort durch die Herstellung von Uhrenglas und im weiteren Verlauf durch Kristallglas im dazugehörigen Stadtteil Vallerysthal. Die Glashütte ist leider schon geraume Zeit geschlossen. In den ehemaligen Fabrikräumen können aber zu bestimmten Zeiten weiterhin Artikel erworben werden.

Aber deswegen sind wir nicht hier. Durch Zufall habe ich Anfang der Woche entdeckt, dass sich genau hier ein 2CV-Museum befindet. Da ich fast 20 Jahre nicht ausschließlich, aber immer wieder Ente gefahren bin, mussten wir einfach hier hin. 

Meine erste Ente habe ich meinem ehemaligen Sportlehrer während des Abiturs für 150,00 DM abgekauft. Er war leidenschaftlicher Surfer, daher hatte er die Ente hinten verlängert, die Heckklappe entfernt und eine Doppeltür angebracht. Der Hammer aber waren die Blumenkästen hinten dran und die Farben weiß und lila, Eigenanstrich. 

Leider hat die Liebe zum Wassersport dafür gesorgt, dass ich dieses Modell nach kurzer Zeit wieder abstoßen musste – das Bodenblech bröselte einfach so weg und die hintere Sitzbank drohte durch den Boden zu stoßen.

Darauf folgte eine gelbe Kastenende, die ganz minimalistisch als Mini-Camper ausgebaut wurde. Damit ging es dann auch schon nach Frankreich durch die Pyrenäen und gefühlt auf jeden Schrottplatz wurde nach 2CV-Teilen Ausschau gehalten.

Es folgte eine mittelblaue Ente, eine grüne, eine weiße, eine nagelneue in türkis aus dem Autohaus Ulmen in Düsseldorf, kurze Zeit eine Charlestonente und zu guter Letzt eine in Rot. Anfangs als 2CV 4 mit 25 PS und später als 2 CV 6 mit 28 PS. Klappfenster, Rolldach, der Motor luftgekühlt, Knüppelschaltung, eckige oder runde Scheinwerfer, eine geniale Federung und nur 4 Schrauben, um den Motor auszubauen – aber leider keine 4-Punkt-Gurte zum Befestigen von Kindersitzen. Daher war die in Rot unsere Letzte.

Das Museum – einfach spitze. Es wird durch den Verein „Musèe de la 2 CV“ betrieben und hat ganzjährig jeden Samstag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter: www.2cv-museum.com

 

051. Toul Oktober 2024

24.10.2024

Am Donnerstag dann geht es weiter. Toul wird unser nächstes Ziel. Wiederrum eine kurze Etappe und mit einem Stellplatz, den wir über Aire-Camping-Car gefunden haben. Es ist ein kleiner städtischer Stellplatz mit Ver- und Entsorgung, Strom und Frischwasser, auf dem wir den letzten Platz erwischen. Nach einem kleinen Snack zieht es uns in die Stadt, diesmal zu Fuß. Durch eine Stadtmauer gelangen wir hinein, der Zugang ist mit vielen aufgespannten pinken Regenschirmen überspannt. Auch hier der Hinweis zum „Pink Octobre“. Vorbei an kleinen Geschäften und Cafes geraten wir wieder einmal in eine Kirche. Zunächst in die St. Gengoult, die so etwas wie ein Lost Places ist und später in die Kathedrale St. Etienne.

Im dazugehörigen Park machen wir die Bekanntschaft mit Jeanne d`Arc, bevor es wieder ins kleine Zentrum der Stadt geht. Bei einem frisch gezapften Bier genießen wir die Nachmittagssonne und schauen dem überschaubaren, alltäglichem Treiben zu.

Wieder zurück am Stellplatz, zaubert Dirk ein Abendessen (er ist in dieser Woche mit Kochen dran) mit Tomaten, Oliven, Zwiebeln und Hähnchenfleisch im Omnia-Backofen. Dazu gibt es kleine Nudeln und ein wenig roten Wein.

In der Zwischenzeit versuche ich mein Macbook davon zu überzeugen, dass ich die Chefin bin. Gelingt mir leider nur mäßig und so muss das Erstellen gemeinsamer Fotodateien erst einmal hinten anstehen.

25.10.2024

Das Wetter wird immer besser. Es soll bis zu 20 Grad warm werden und wir entschließen uns zu einer Runde um Toul mit dem Rad.

Es geht wieder an der Mosel entlang, zunächst flussabwärts nach Villey-Saint-Etienne und dann durch den Foret Communale dieses Örtchens wieder zurück nach Toul. Rund 35 Kilometer, die wir einfach nur genießen, zwischendurch kleine Pausen zum Essen und Trinken einlegen und nach 4 gemütlich verbrachten Stunden wieder an unserem Rudi ankommen. Zuvor haben wir noch am örtlichen IntermarcheHalt gemacht und die Waschmaschinensituation sowie Parkplatzoptionen eruiert. Morgen ist Waschtag, der Wäschesack ist voll. Sieht alles gut aus. Erster Stopp am 26.10.2024 Intermarche Toul.

26.10.2024

Guten Morgen aus Toul. Wir haben uns früh auf den Weg gemacht. 1.Stopp wie angekündigt der Intermarche bzw. U im Ort.
Vorher noch ent- und versorgt, etwas Mitleid mit den Schafen im morgendlichen Nebel auf der Wiese gehabt und dann los.
Im hinteren Bereich des Supermarktparkplatzes konnte ein schöner Parkplatz für Rudi belegt werden. Dann auf zum Freiluftwaschsalon. Diese sind in der Regel mit einer 9kg und einer 20kg Waschmaschine ausgestattet sowie einem
20kg Trockner und hier praktisch an jedem großen Supermarkt zu finden.
Die Inbetriebnahme hat etwas Zeit in Anspruch genommen, weil ich das Bedienpaneel als Werbetafel ignoriert habe. Irgendwann hat es geklappt und die 9kg Maschine ging für 6€ in Betrieb, incl. Waschmittel. Dauer der mechanischen Reinigung ca. 35 Minuten.
Anschliessend noch Wasser, Nutella und Croissant besorgt und dann frühstücken.
Gerade läuft der Trockner, was für einen Riesending. Wenn alles wieder in den Schränken ist, geht es weiter nach Troisfontantaine und dort in ein ganz spezielles Museum.

050. Lac de Madine Oktober 2024

21.10.2024


Es zieht uns weiter. Zwar können wir uns immer noch nicht so richtig entscheiden, ob es an die West- oder Ostküste Frankreichs gehen soll und beschließen so, die Schön-Wetter-Front mitzunehmen und in der Region zu bleiben.

Dirk ist fündig geworden und hat den Lac de Madine als nächstes Etappenziel gesetzt. Ein großer Stausee mit div. Stellplätzen, Möglichkeiten zum Wassersport, Wandern, Radfahren, Angeln und Vogelbeobachtungen. 

Wir erreichen den See gegen Mittag, nach einer kleinen, knapp einstündigen Fahrt. In der Nachsaison absolut nichts los. Stellplätze ab 7 € für eine Nacht ohne Strom. Hier bleiben wir und testen nicht nur unser Solarequipment, sondern kochen draußen auf dem Deichselkasten, genießen die Ruhe, radeln und erkunden den nächstgelegenen Ort Heudicourt-sous-les-Cotes.

049. Charny-sur-Meuse Oktober 2024

19.10.2024

Da wir keine Lust auf große Etappen haben, geht es Richtung Frankreich, zunächst nach Charny-sur-Meuse und hier auf einen Stellplatz, der über die Camping Car Park App im Voraus gebucht werden konnte. Da wir den Hänger dabei haben, muss auf Plätze geachtet werden, die ausreichend große Stellplätze haben und bei den die Mitnahme erlaubt ist.

Wir verlassen Luxemburg nicht ohne zu tanken und anschließend führt die Route uns über Belgien nach Frankreich. Für die Navigation haben wir uns im Vorfeld ein Garmin Navigationssystem zugelegt. Hier ist es möglich die Route nach unseren Fahrzeugdaten zu konfigurieren, was bei einem Gefährt von 4.34 t und einem Anhänger mit einer Zulastung von 1.5 Tonnen äußerst vorteilhaft ist.

Der kleine Ort liegt direkt an der Maas/Meuse, ebenso der Stellplatz. Wir haben Glück und finden noch einen geschotterten Platz.

In unmittelbarer Nähe verläuft die Route Vert vorbei. Die werden wir morgen in Richtung Verdun erkunden.

20.10.2024

Am Vormittag bereiten wir unsere Räder vor und starten in Richtung Verdun. Es geht, wie angekündigt über die Route Vert oder auch EV1 9 France: Verdun – Dun sur Meuse. Laut komoot zunächst gute 9 Kilometer. Ein wirklich beschaulicher Weg. Es ist wenig los. Unterwegs begegnen uns nur einige Spaziergänger und Radfahrer. Was uns sofort auffällt, ist das freundliche „Bonjour“, das bei der Begegnung gewechselt wird.

In Verdun angekommen werden wir auf etliche Läufer und Läuferinnen aufmerksam, die in Richtung Centrum unterwegs sind und einer Route folgen, die durch farbige Markierungen auf dem Asphalt gekennzeichnet ist. In der Ferne ist eine Lautsprecheransage zu vernehmen.

Auch wir folgen diesem Weg und landen im städt. Sportstadion. Hier befindet sich das Ziel dieses Laufevent`s. Es stellt sich heraus, dass diese Aktion im Zusammenhang mit dem „Pink Octobre“ steht – der Monat „Gemeinsam gegen Brustkrebs“. Da sich die Veranstaltung bereits dem Ende nähert, drehen auch wir um und radeln zurück ans Ufer der Meuse/Maas, queren die Uferseite, schlagen etliche Haken aufgrund diverser Einbahnstraßen und landen wir am beinahe höchsten Punkt der Stadt.

Verdun, diese Kleinstadt im Nordosten Frankreichs, ist dafür bekannt, dass hier im Ersten Weltkrieg die Schlacht um Verdun stattfand (21.02.2016). Durch dieses geschichtliche Ereignis geprägt finden sich weitere Zeugnisse dieses verheerenden Krieges: Monument a la Vivtoire et aux Soldatsde Verdun, die Kathedral von Verdun, das Centre Mondial des la Paix (leider z.Zt. wegen Umbauarbeiten geschlossen), das alte Stadttor sowie die unterirdische Zitadelle von Verdun.

Wir landen zunächst in der o.g. Kathedrale. Sie ist die älteste Kathedrale Lothringens und das größte im Kern romanische Gebäude im Osten Frankreichs. Anschließend geht es wieder bergab und wir finden uns anschließend oberhalb des Monumentes de la Victoire et aux Soldats wieder. Von hier oben hat man einen schönen Ausblick auf die Stadt und kann dieses imposante Mahnmal auf sich wirken lassen.

Anschließend starten wir eine Runde in und um die Stadt, erneut mit komoot: La Meuse – Porte Chausee – Runde von La Cite Verte. Hier kommen wir vorbei an diversen grünen Zonen dieser Stadt, durch Wohngebiete, Parks, Naherholungsorte. Landen auf einem Trödelmarkt in einer Multifunktionshalle, wo wir eine Kaffeepause einlegen, bevor wir zur unterirdischen Zitadelle von Verdun gelangen. Hier entscheiden wir uns für eine Besichtigung. Dieses Bauwerkdiente im 1. Weltkrieg als logistische Basis und geschützter unterirdischer Militärposten, in welchem bis zu 2000 Soldaten untergebracht werden konnten. 

Man erlebt das Museum mittels unterschiedlicher Stationen und einer Fahrt in einer Gondel mit einer AR-Brille durch die unterirdischen Gänge und verfolgt das Leben in der Citadelle anhand div. Charaktere. Sehr anschaulich gemacht und sehr bedrückend zugleich.

Wieder im Tageslicht aufgetaucht führt uns der weitere Weg oberirdisch an den Bauten und Befestigungsanlagen der Citadelle vorbei und führt uns wieder ans Ufer der Meusezurück, von wo aus wir den Rückweg zum Stellplatz antreten.

048. Berdorf, Müllerthal Oktober 2024

16.10.2024

Wir verlassen Deutschland in Richtung Berdorf, ein kleiner Ort in Luxemburg, westlich von Echternach und im Müllerthal gelegen. Dieses Tal hat es in sich und ist zum Wandern und Biken ideal geeignet. Das Besondere hier sind die Wälder, welche von kleinen Wasserläufen durchzogen sind, aus denen hohe Sandsteinformationen hervorragen. Es finden sich enge Felspassagen, geheimnisvolle Höhlen und Schluchten. Dieser Hotspot wird nicht ohne Grund „Kleine Luxemburger Schweiz“ genannt.

Im Vorfeld konnten wir einen Stellplatz auf dem „Camping Belle-Vue“ direkt in Berdorf reservieren. Unser Platz war ausreichend bemessen und in unmittelbarer Nähe befindet sich ein Zugang zum Müllertal-Trail B2. Den haben wir uns ausgesucht. Mit rund 6 km Strecke jetzt nicht die Mammutwanderung, aber wir wollen es lieber langsam angehen lassen.

Am Nachmittag drehen wir eine kleine Runde durch das Dorf, vorbei an Rathaus, Kirche und der Tourist Information, sogar eine kleine Epicerie (Lebensmittelladen) entdecken wir.

An der Tourist Information ist eine Bar und ein kleines Restaurant angeschlossen. Die zuvor erworbene Wanderkarte wird bei einem Glas frisch gezapftem Battin ausführlich studiert.

Auf dem Rückweg zum Campingplatz entdecken wir eine als „Büchertauschbörse“ umfunktionierte alte Telefonzelle. Beim Stöbern fiel mir dann das Buch „Die schwarze Sonne“ von James Twining, aus dem Jahr 2008, auf. Hier geht es um den Diebstahl der Engima-Codemaschine aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese wurde von einer Bande aus dem NSA-Museum in Washington entwendet. Das muss mit. Mal sehen, was ich zum Tausch hier ablegen kann.

Ich weiß, klingt vlt. nicht so prickelnd, aber ich lese zurzeit ein E-Book von Alan Parks: Blutiger Januar, erschienen 2018. Hier tritt Detective Harry McCoy auf den Plan, er arbeitet bei der Police in Glasgow in den frühen 70ziger Jahren und hat innerhalb von einer Woche 6 Morde aufzuklären. Die haben es in sich und sind der Grund für eine partielle Schlaflosigkeit meinerseits. Auf das Buch bin ich übrigens aufgrund einer Empfehlung von WDR 2 aufmerksam gemacht worden (die leiden vlt. auch unter Fachkräftemangel).


17.10.2024

Diesen Tag würde ich gerne als Tag der „Wanderstöcke“ in unsere Tourgeschichte eingehen lassen.

Bei der Planung unserer Reisen sind wir diverse Formen der Fortbewegung durchgegangen. Als das Thema auf „Wandern“ gekommen ist, vielen uns unsere Wandererlebnisse auf La Palma zu Beginn 2024 ein. Hier sind wir zwar mit gutem Schuhwerk ausgestattet enthusiastisch drauf los gewandert, aber schon ziemlich bald an unsere Grenzen gekommen, da es wirklich unaufhörlich über Stock, Stein, Bäche und sonst noch was, ach so und bergauf/bergab ging. Wie haben wir uns in dieser Situation Wanderstöcke herbeigesehnt.

Irgendwann war es dann soweit, dass fehlende Equipment wurde gelistet und dann durch Zufall in einem Discounter mit „A“ gefunden. Die Dinger landeten dann in unserem Hänger und wurden am 17.10.2024 das 1. Mal in einen einsatzfähigen Zustand versetzt.

Erste Anwendungsversuche fanden zunächst unter ängstlichen Seitenblicken unsererseits statt. Wir dachten nur, jetzt ist es soweit, das Alter hat uns, wir laufen altersgerecht durch das Gelände. Erst sah es so aus, als würden wir Langlauf simulieren, zwischendurch lockerte sich die höhenverstellbare Befestigung und man knickte so richtig zur Seite weg oder die Dinger versanken im matschigen Terrain. Man muss nur stur genug bleiben, irgendwann hat Mann und Frau es.

Die Tour B2 startete anschließend so richtig an der Tourist Information am Maartbesch (über das e kommen eigentlich noch zwei Pünktchen, kann ich hier aber leider nicht darstellen). Es geht über die Passerelle und den Ruetbeschleff(das e mit zwei Pünktchen) zur Raiberhiel. Weiter zum Adlerhorst in Richtung Wanterbaach und Sievenwschleff(wieder e mit 2 Pünktchen) und über Kasselt zurück zum Einstiegsort: am Maartbesch.

Was soll ich sagen, dieser Ausflug hat sich total gelohnt. Es war so eindrucksvoll durch diese hohen Sandsteinformationen zu wandern, über Hängebrücken zu laufen, an manchen Stellen auf ausgewaschene Steinstufen zu einem Plateau hinaufzukraxeln, kleinen Pfaden zu folgen und einfach diesen herbstlichen Wald zu genießen. Zwischendurch einen kleinen Snack zu genießen und die Atmosphäre aufnehmen zu können. Absolut empfehlenswert und mit Wanderstöcken einfach unschlagbar!

Abends hat Dirk einen Nudelteig vorbereitet (400 g Mehl, 4 Eßl. Olivenöl, 2 Eier und 4 Eßl. Wasser). Dieser wurde nach Ruhezeit mit Nudelholz und entsprechender Unterlage so richtig platt gemacht. Anschließend in dünne, mundgerechte Streifen geschnitten und gekocht. Dazu gab es Pesto und die verbotene Zutat: geriebener Parmesan.

Parallel haben wurde die erste Waschmaschine angeschmissen und der Trockner getestet.

18.10.2024

Der Tag beginnt wieder regnerisch und wir beschließen erst einmal im Rudi zu bleiben und etwas an den Fotos und Videos zu arbeiten.

Am frühen Nachmittag wollen wir uns dann den Aquatower hier in Berdorf anschauen. Die Besichtigungstermine beginnen täglich um 14:00 Uhr und das passt genau in einenTrocken-Slot, ab halb vier ist weiterer Regen angesagt.

Der 55 Meter hohe Aquaturm gibt mit seinen wechselnden, interaktiven Ausstellungen  im 10. Stock sowie einer Aussichtsetage im 15. Stock einen interessanten Eindruck in die Welt des Trinkwassers, global wie regional.

Nimmt man auf dem Rückweg von der Ausstellungsetage das Treppenhaus, begegnet man vielen Gestaltungsobjekten großer und weniger großen Künstlern und Künstlerinnen.

Unter dem Link: www.aquatower-berdorf.lu können weitere Informationen aufgerufen werden.

Der restliche Tag wird gechillt, es regnet und regnet und regnet.

19.10.2024

Es regnet immer noch und wir beschließen weiter zu fahren. Im Nieselregen werden die restlichen Sachen verstaut: Star-Link, Stromkabel, Fußmatte, Schuhe sowie innen alles fahrsicher zurück in die Schränke, Sitze drehen, Route vorbereiten.

„Wasserdieb“ im Einsatz (Zubehör für alle möglichen und unmöglichen Wasseranschlüsse).

047. Trier Oktober 2024

Ausflug mit dem Fahrrad nach Trier

Es ist Dienstag und für heute ist sightseeing angesagt. Wir starten mit den Rädern in Richtung Petrisberg. Von hier aus wollen wir uns einen Überblick von oben verschaffen. Dazu ist aber zunächst eine Fahrradroute nach Google-Maps zu überwinden, die uns wirklich über Stock, Stein, Zaun und Treppen schickt.

Oben angekommen, sind wir ziemlich enttäuscht. Das Panorama nimmt uns nicht wirklich mit. Die hier angebrachten Infotafeln zur Entwicklung von Trier sind informativ und eindrucksvoll gestaltet und wir können z.B. die Porta Nigra oder die Kaiserthermen und Dom von hier ausmachen, aber der Funke springt nicht über.

Das ändert sich leider auch im Verlauf des Tages nicht. Dazu kommt, dass das Radwegenetz durch Trier nicht gut angelegt und ausgebaut ist und wir uns immer wieder auf den engen und viel befahrenen Hauptstraßen fortbewegen müssen.

Im Zentrum angekommen, durchqueren wir den Palastgarten mit seinem kurfürstlichen Palais, geraten in die Konstantin-Basilika und in den Dom zu Trier, machen einen kleinen Abstecher in die Altstadt, bevor uns der kleine Hunger packt und wir bei Currywurst rot/weiß überlegen, wie es weitergeht.

Wir beschließen noch einen Abstecher an das ZurlaubernerUfer zu wagen und so geht es durch die Innenstadt, an der Porta Nigra vorbei ans Moselufer.

Da es immer mal wieder zu regnen beginnt, treten wir die Rückfahrt an. Diese führt uns eine Zeit lang direkt am Moselufer vorbei, bis wir Kurs auf den Stadtteil Olewig nehmen, um wieder an den Standort Im Tiergarten zu gelangen. Dieser Weg führt uns diesmal nicht über Hauptverkehrsstraßen, sondern über kleine Wege, an Kleingartenanlagen und Wohngebieten vorbei zum Stellplatz.

Hier parken wir den Rudi samt Hänger für die morgige Abreise noch einmal um, verstauen die Räder, laden die Akkus auf und bereiten auf Wunsch einer einzelnen Person einen leckeren Kartoffel-Möhren-Eintopf zu.