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055. Saint-Maurice-sur-Moselle Oktober 2024

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055. Saint-Maurice-sur-Moselle Oktober 2024

30.10.2024

Was für eine Fahrt nach Saint-Maurice-sur-Moselle. Hinter Munster nur noch eine Nebelsuppe. Es ging über Eguisheim, Cernay nach Masevaux-Niederbruck. Bis hier alles gut, doch dann wieder Baustelle incl. Umleitung. Das Navi ist damit nicht einverstanden und möchte uns immer wieder zur Rückkehr bewegen. Nicht ohne Grund, sind in den Voreinstellungen Höhen-und Gewichtsbegrenzungen vermerkt. Wir folgen der ausgeschilderten Umleitung und geraten in ein Gebiet, das nun keine 3,5 t Fahrzeuge mehr zulassen will. Da wir keine andere Möglichkeit mehr haben und sich hinter uns bereits weitere Fahrzeuge befinden, folgen wir der Route zum Ballon d‘Alsace, die nur eingeschränkt befahrbar ist. Aus den Augenwinkeln kann ich noch erkennen, dass die Weiterfahrt für Fahrzeuge über 3,5 t ausschließlich denen aus Forstbetrieben vorbehalten ist.
Was soll ich sagen, es wird sozusagen einspurig, geht nur noch bergauf, hangseitig existieren keine Leitplanken, Haltebuchten Fehlanzeige, der Untergrund mal asphaltiert, mal Schotter, mal erdig und fast oben angekommen, Schlaglöcher mit Lebendvieh in Form von Schafen, einer Ziege, diversen Eseln sowie imposanten Rindern. Dirk ist in seinem Element, ich versuche meine Schnappatmung in etwas Positives umzuwandeln. Zum Glück ist uns auf dieser ca. 16 km langen Strecke kein Fahrzeug entgegen gekommen (wer fährt die schon freiwillig).
In Saint-Maurice-sur-Moselle angekommen, stellen wir fest, dass dieses Gebiet ein absoluter Radsport-Hotspot ist. Nach ein wenig Google-Recherche wird klar wieso:
Der aus Radfahrersicht vermutlich bekannteste Berg der Vogesen ist der Ballon d‘Alsace (1171 m). Es war der erste Pass, den die Fahrer der Tour de France Anfang des 20. Jahrhunderts bezwingen mussten.
Und genau unter diesem Pass stehen wir nun auf diesem öffentlichen Parkplatz.

Am frühen Nachmittag drehen wir eine Runde durch das kleine Dorf und dem angrenzenden Wohngebiet, machen einen Abstecher auf den Friedhof, wagen einen Blick in die Kirche, stöbern im ansässigen Supermarkt und bleiben kurz am kleinen Cafe stehen.

Wir entschliessen uns dazu zwei Nächte vor Ort zu bleiben und morgen eine längere Radtour auf der Route des Hautes des Vosges, welche direkt am Parkplatz vorbeiführt, in Richtung Rupt-de- Moselle zu unternehmen.

31.10.2024

Bei 12,5 Grad und um kurz vor 11:00 Uhr starten wir unsere Radtour.

Zuvor wird das Solarpaneel an eine Rudiaussenwand befestigt, um Energie für die Aufbaubatterien zu gewinnen.

Anschliessend auf die Räder und schnell noch an der Servicestation am Platz, den Schlamm der letzten drei Wochen abgekärchert.

Die Route führt uns auf einer alten Bahntrasse in Richtung Vecoux, die Mosel in Begleitung. Während der Industrialisierung wurde die Wasserkraft der Mosel für die Textil- und Holzwirtschaft genutzt und die eingerichtete Bahnlinie zum Transport der Güter. Bei Fresse-sur-Moselle entdecken wir eine alte Transformationswinde mit der die durch Dampfmaschinen gewonnene Energie an die Betriebe weitergeleitet wurde.

Der Weg führt uns über den alten Bahnhof Le Thillot, in dem eine Touristeninformation untergebracht ist, über Ramonchamps und Rupt-sur-Moselle. Es sind überwiegend kleine Ortschaften und an den Berghängen sind die für diese Region ursprünglichen, grossen, viereckigen Bauernhöfe überall noch präsent.

Von den sonnigen 12,5 Grad zu Beginn der Tour ist nichts zu spüren. Es wird so kalt, dass wir froh sind uns so dick eingepackt zu haben. In Vecoux wollen wir zum Aufwärmen eine Pause einlegen, doch hier ist kein Cafe oder Boulangerie zu finden.

Wir kehren nach ca. 25 km wieder um. Nach einigen Kilometern hat die Sonne es über die ersten Hügel geschafft und wir geniessen die Fahrt mit viel Wärme von vorne, machen Halt für einen kleinen Snack und radeln anschliessend an unseren Ausgangspunkt zurück.

Im hiesigen Cafe geniessen wir Cafe-au-Lait bzw. einen Cafe Grand und einen kleinen St. Nicolas, so etwas wie ein Weckmann bei uns zuhause.

Anschliessend möchte Dirk unbedingt den tropfenden Hahn austauschen und kurzfristig sieht es im Rudi dann so aus:

Die Reparatur konnte erfolgreich beendet werden und das Abendessen, bestehend aus Kartoffelpü mit Schmorzwiebeln, Gurkensalat und Fischstäbchen folgte.

Bevor wir uns morgen auf den Weg Richtung Luxeil-les-Baines machen, steht ein kleiner Abstecher zum Col de Bussang auf dem Plan.

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