212. Stockholm Mai 2026

18.05.2026

Die vergangene Nacht ist so etwas von leise und völlig geräuschlos verlaufen und steht ganz im Gegensatz zur Ankunft in der Hauptstadt Schwedens – Stockholm. Da wir die Zufahrt zum Stellplatz auf Langholmen zuerst verpasst bzw. nicht als solche erkannt haben, gab es eine Ehrenrunde durch div. Stadtteile, bis wir sicher waren, die ausgewiesene Zufahrt über eine schmale Brücke befahren zu können. Am frühen Nachmittag geht es mit den Rädern in die Altstadt Gamla Stan. Wir genießen dort ein kühles Bierchen, Falcon Export, und schlendern durch die Gassen der Altstadt, am Stortorget mit dem Nobelmuseum und den bunten Häusern vorbei zum Königspalast, dem gegenüberliegenden Quai Skeppsbron und Slussen, weiter zum Reichstag und durch die Prästgatan zurück zum Munkbroleden, wo die Räder auf uns warten. Der Rückweg führt uns am Stadthaus vorbei und immer am Wasser entlang zurück zum Stellplatz.
Morgen geht es mit dem Hop-on-Hop-off-Bus durch Stockholm.

19.05.2026

So eine Stadtbesichtigung hat es in sich und nach einem Tag im und mit dem Hop-on-Hop-off-Bus sind wir geschafft. Regen hat uns begleitet und uns in das Vasa-Museum sowie das Nordisk Museet gespült. Das eine stellt die 1628 gesunkene Kriegsgaleone Vasa aus, die 1956 gefunden und anschließend geborgen und restauriert wurde. Das andere befasst sich mit der Kulturgeschichte Schwedens und den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. In unmittelbarer Nähe befindet sich noch das Vikingmuseum, das Spritmuseum, der Junibacken, div. Museumsschiffe und das Abba-Museum. Natürlich gibt es auf dieser Insel Djurgarden sowie den anderen Insel Stockholms noch so viel zu entdecken, zwei Tage sind da definitiv zu wenig, wir nehmen daher das Königliche Schloss noch mit und fahren Metro (viele Bahnhöfe sind hier mit Kunst gespickt und als grösster unterirdischer Ausstellungsort bekannt). Diese ist völlig einfach zu nutzen, da man sein Ticket direkt mit Karte oder Handy an den Eingängen erwerben kann.
Morgen geht es weiter, wohin steht noch nicht fest.

211. Femöre Mai 2026

17.05.2026

Und wieder ein Stück die Ostseeküste Richtung Norden hinauf. Ein Stopp zum Ent- und Versorgen legen wir in Valdemarsik ein und anschließend geht es über Linköping, Norrköping, Nyköping nach Oxelösund, ins Naturreservat Femüre. Hier stehen wir auf einem Wanderparkplatz, den wir nach einem Snack auf für eine Wanderung nutzen. Es geht abwechslungsreich über größere Wege, Schärengestein und kleine, naturbelassene Trampelpfade. Diese führen uns nach Femörehuvud mit seinem kleinen Leuchtturm und schönem Blick über die Ostsee.
Femöre war zudem bis 1996 eine streng geheime Küstenartelleriefestung, die 1966 während des Kalten Krieges entstanden ist.
In das Gestein unter der Schärenlandschaft von Oxelösund, wurde während des Kalten Krieges ein riesiger Atomschutzbunker gegraben. Von hier aus konnten 70 Soldaten diesen Teil Schwedens gegen eine Invasion der Sowjetunion und dem Warschauer Pakt verteidigen.
Zurück am Parkplatz schlagen wir noch einen Abstecher zum Hafen nach Femöre ein, an dem gerade ein Segel-Event mit den kleinen Optimisten zu Ende gegangen ist.
Nach dem Spaziergang steht Ausruhen an bevor das Abendessen vorbereitet wird.
Morgen geht es nach Stockholm.

210. Västervik Mai 2026

16.05.2026

Für uns geht es heute früh zuerst nach Bullerbü bzw. Sevedstorp etwa 17 km von Vimmerby entfernt. Hier wurde 1986 die zweite Verfilmung des Kinderbuchklassikers „Wir Kinder von Bullerbü“ gedreht. Er schildert die Sommerferien von sieben Kindern, die außerhalb des Dorfes Storby in drei aneinander grenzenden Bauernhöfen leben. Britta und ihre Schwester Inga leben auf dem Nordhof. Die achtjährige Lisa und ihre älteren Brüder Lasse und Bosse wohnen auf dem Mittelhof. Auf dem Südhof leben Ole und seine kleine Schwester Kerstin. Lisa erzählt die Erlebnisse zwischen dem letzten Schultag und dem Ende der Sommerferien. Die Originalhäuser liegen in privater Hand und können nicht besichtigt werden, aber man kann an ihnen vorbei schlendern und einen Eindruck vom Drehort gewinnen. Weiter geht es nach Västervik wieder an die Küste. Einen kleinen Stopp legen wir noch an der Pelarne Kyrka ein, eine weitere, kleinere Version einer Holzkirche mit separatem Glockenstapel. In Västervik stehen wir auf dem Wohnmobilstellplatz auf Gransö, umgeben von Feld und Wald. Dieser liegt allerdings 5 km von der Anlegestelle entfernt, an der die Fähre zur Insel Hasselö am Nachmittag ablegt. Mit den Rädern aber kein Problem, wir schaffen vor Abfahrt noch eine kurze Runde durch die kleine Stadt mit ihren unzähligen Schäreninseln. Pünktlich um 15:00 h stechen wir mit der M/S Ellen Key in See und tuckern durch kleine und große Schären, teils bewohnt nach Hasselö. Ein Fehler im Online- Buchungssystem beschert uns die Rückfahrt quasi umsonst, da sie im Portal als Rundfahrt ausgewiesen wurde. Noch scheint die Sonne und wir verbringen die Fahrt zum Teil an Deck. Auf der Rückfahrt kommen die Tagesausflügler mit an Bord und die Fähre ist gut gefüllt. Zurück in Västervik fängt es pünktlich an zu regnen und nach einer Unterstellpause wird noch Brot gekauft, im Anschluß geht es zurück zum Stellplatz.

209. Frodinge Mai 2026

14.05.2026

Heute haben wir einiges vor und starten früh. Unser erstes Ziel Kalmar und hier zunächst das Schloß. Den Ursprung des Schlosses bildet der um 1180 gebaute Verteidigungsturm, als Schutz vor Seefahrern und anderen Feinden. Der schwedische König Magnus Ladulås ließ Ende des 13. Jahrhunderts eine Burganlage mit Ringmauer und Turm rund um den alten Verteidigungsturm bauen. Die Burg galt damals als Schwedens modernste Festung. Lange Zeit war das Schloss eine starke Verteidigungsanlage, vor allem durch den strategischen Standort. Die Grenze zu Dänemark verlief damals südlich von Kalmar. Schonen, Blekinge und Halland waren bis 1658 in dänischer Hand. Während der Regentschaft der Wasa-Könige Gustav I., Erik XIV. und Johann III. erhielt das Schloss sein jetziges Aussehen. Im 16. Jahrhundert wurde die mittelalterliche Burg in einen Renaissancepalast verwandelt. Die Ausstellung bietet einen abwechslungsreichen Einblick in das Leben auf dem Schloß gerade zu den Zeiten der Wasa-Dynastie. Besonders gut erhalten ist die Kassettendecke im Goldenen Saal, die Königsgemächer sowie Schloßküche und Kapelle. Die Frauen der Wasa-Dynastie rücken in einer Zusatzausstellung in den Mittelpunkt sowie Eindrücke aus dem alten Frauengefängnis aus dem 19. Jahrhundert mit der Vorstellung von drastischen Strafen, die Frauen vom 15. bis 19. Jahrhundert ertragen mußten. Die parallel laufende Wanderausstellung aus Melbourne zum Thema Glück im Zeitalter von KI hat mich überhaupt nicht angesprochen. Der Kontrast zum vorher Gesehenen war einfach zu krass und PC animiert sprechende Steine, Video erstellende Sushibänder für‘s eigene Handy und vibrierende bunte, übergroße Nylongebilde habe ich jetzt nicht unbedingt mit Happyness in Verbindung gebracht.

Draussen windet es jetzt kräftig und durch den abwechslungsreichen Stadtpark und einem Tor der ehemaligen Befestigungsanlage gelangen wir ins Zentrum. Unser Ziel ist erneut das Marinemuseum mit Teilen der 1676 vor Öland gesunkenen Stora Kronan. Leider hat das Museum geschlossen und einsetzender Regen bringt uns in den Genuss von Kaffee in der Espresso Lounge. Nächstes Ziel ist die Insel Öland, welche genau vor Kalmar liegt. Hier wollen wir ganz in den Süden nach Ottenby zum Leuchtturm Långe Jan. Im dazugehörigen Naturreservat kommen Vogelkundler auf ihre Kosten, auch diverse Robbenarten sollen hier zu sehen sein (wir entdecken leider nur eine tote am Strand). Hier im Süden fahren wir durch eine Karst- und Heidelandschaft mit vielen für diese Insel typischen Bockwindmühlen. Im Westen, unterhalb von Borgholm, befindet sich mit Schloß Solliden die Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie.

Zurück auf das Festland geht es wieder über die sechs Kilometer lange Ölandbrücke und wir nehmen Kurs auf nach Vimmerby in Småland dem Heimatort von Astrid Lindgren. Die Stellplatzsuche ist etwas aufwändig, da entweder voll oder mit ca. 45€ zu teuer. Etwas weiter in Frodinge werden wir fündig. Der Stellplatz hier kostet nur 9€ und reicht vollkommen aus. Morgen geht es mit den Rädern in die Welt der Pippi Langstrumpf.

15.05.2026

Mit ein wenig Sonnenschein starten wir am Vormittag unsere Tour nach Vimmerby und bleiben direkt an der Frödinge Kyrka hängen, weil sie mit tiefbraunen Holzschindeln daherkommt. Sie stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und ist als Holzkonstruktion ausgeführt, wobei Dach und Fassaden mit Holzschindeln verkleidet sind. Die Glocken sind in einem separaten, hölzernen Glockenstapel untergebracht, der bereits 1694 gebaut worden war. Die Route führt uns weiter über einen leicht zu befahrenen Schotterweg durch einen Wald, bevor wir bei Alsta auf die geteerte H831 stoßen, die ins Zentrum von Vimmerby führt. Wir steuern auf der Prästgårdgatan das Elternhaus von Astrid Lindgren mit dazugehörigem Museum an. Während ich mir die Ausstellung zum Leben und Wirken der Schriftstellerin anschaue (sehr zu empfehlen), erkunden Thomas und Dirk den Ort. Wir treffen uns am Vergnügungspark der „Astrid Lindgren Värld“ wieder, starten noch einmal durch ins Zentrum zum Denkmal von Astrid Lindgren auf dem Stora Torget. Im Anschluß zieht es uns zum Essen wieder auf den Stellplatz. Genau richtig bevor der Regen einsetzt.

208. Torhamn Mai 2026

10.05.2026

Für uns geht es an einem bewölkten und kalten Morgen weiter. Das Ziel Torhamn bei Karlskrona. Hier geht es für einige Tage auf den CP Hesslevik. Die Fahrt führt uns durch bewaldete Gebiete mit kleineren Ortschaften, bunte Holzhäuser mit verzierten Terrassen sind überall zu finden. Ausserdem fallen die vielen Findlinge auf, die aussehen, als hätte sie jemand absichtlich dort fallen gelassen oder gestapelt. Sie sind aus der Eiszeit übrig geblieben und teilweise so groß wie Häuser, ein typisches Merkmal der schwedischen Natur. Grapnhamn lädt zu einer Pause und einem Spaziergang am Schärenstrand ein. Zudem ist ein Trampelpfad quer durch die bewaldete Landzunge schnell gefunden. Am Lilla Viken Strand vorbei geht es in den Hafen. Neben einer militärischen Zone mit kleineren Schiffen, bereiten sich auch hier Wassersportler auf die Saison von. Diverse Wasserfahrzeuge des Roten Kreuz werden ebenfalls startklar gemacht. Am frühen Nachmittag erreichen wir den ausgewählten CP. Die Betreiberin weist uns Plätze direkt am Wasser zu, der Ausblick genial. Die Anlage ist sehr einfach und urig gehalten und im Gegensatz zu den hochpreisigen CP‘s im Umland sind wir mit 180 SK ohne Strom dabei (ca. 17€ p.Ü.) und stehen in erster Reihe. Während Thomas einen Spaziergang unternimmt, Dirk gefüllte Paprikaschoten vorbereitet, schlafe ich tief und fest bis zum Abendessen. Im Anschluß planen wir einen Aufenthalt in Stockholm und nach dem Spülen , Thomas zieht den Stöpsel und besucht das Toilettenhäuschen, kommt Leben ins WoMo. Dirk und ich wundern uns noch, warum das Spülwasser so laut plätschernd abläuft, schieben es auf den leeren Grauwassertank, bis Dirk nasse Socken bekommt. Und dann geht alles ganz schnell. Mittels Handtüchern und Papierrolle versuchen wir das ausströmende Spülwasser so gut es geht aufzufangen, räumen den Schrank unter der Spüle aus, legen die Sitzbank frei, leuchten mit Taschenlampe und Handy im Schrankinnern die Abwasserleitung ab. Dann kommt Thomas und denkt sich wahrscheinlich: was ist denn hier los, die beiden kann man auch nicht einen Moment aus den Augen lassen. Hinter der Spüle haben sich Teile der nur gesteckten Leitung gelöst, das Abwasser konnte so unter den Spülenschrank und die Sitzbank fließen, wo sich btw Heizung, Batterie und elektrische Anschlüsse befinden. Wir stecken die Anschlüsse wieder zusammen und ummanteln sie mit Gaffatape, das sollte für‘s erste reichen. Hier ist es jetzt nicht mehr so gemütlich und mit einer Flasche Limoncello ziehen wir in den Rudi. Thomas erhält die Espressotasse und beim Genuss des Likörs werden die bisherigen Schäden am Modell „Just go“ gelistet: Frontbeschichtung Kühlschrank lose, Türgriff Kühlschrank schwer zu handeln, Kühlschrank schaltet sich im Automatikbetrieb nicht auf Strom um, wenn Gasbetrieb beendet wird, 5-stufiger Heizbetrieb nicht regulierbar, entweder volle Pulle oder gar nicht, Schließung der Wohnmobiltür defekt-Tür schliesst nur, wenn der Verschlusshaken per Hand heraus gezogen wird, wenn kein vollständiger Kontakt mit dem Türschloß ausgelöst wird, startet das Auto nicht, sondern hupt nur – Just go ist dann out of order.

11.05.2026

9 Grad, bewölkt und mitunter Regen – der ideale Tag um ein spannendes Buch zu lesen, z.B. „Und Morgen du“ von Stefan Anhem, ein Fabian Risk Krimi 1. Zwischendurch Wäsche waschen, essen, Kaffee oder Tee trinken und plötzlich ist es wieder Abend – herrlich. Keine Ahnung, was wir morgen anstellen.

12.05.2026

Bei 8 Grad und bewölktem Wetter starten wir zur einer Rundtour um Torhamn. Ganz ehrlich, ich habe nur gefroren und die Kilometer bis zum Stellplatz gezählt. Es war soooo kalt. Zum Fotos machen stand mir nicht der Sinn. Nach einem Tee und einem Snack und einem Mittagsschläfchen ging es dann wieder. Abends haben wir leckere Pfannkuchen mit Pilzen gegessen und den Abend mit Wein und Erzählungen ausklingen lassen. Morgen wollen wir uns Karlskrona anschauen.

13.05.2026

Ein Besuch in der Hafenstadt der südschwedischen Provinz Blekinge – Karlskrona steht an. Sie ist Hauptort der gleichnamigen Gemeinde und als Barockstadt bekannt. Karlskrona wurde 1679 als Flottenstützpunkt von König Admiral Hans Wachtmeister gegründet. Dieser empfängt uns in Form einer Statue am Kungsboron, in der Nähe der Bastion Aurora, dem Wahrzeichen der Stadt. 1790 brannte ein Großteil der Stadt ab. Karlskrona entstand ursprünglich auf mehr als 30 Inseln und Inselchen, was sich auch heute noch auf das Stadtbild auswirkt. Mit uns fluten Kreuzfahrer der Aida Mare die Stadt. Ein Shuttleservice aus Rettungsbooten bringt sie bei Stumholmen ans Festland. Wir laufen die Krykogatan schnurstracks nach oben auf den zentralen Marktplatz mit Friedrichskirche, Dreifaltigkeitskurche und dem Denkmal von König XI. Über die Bürgermeisterstrasse durch die Innenstadt und über das Blekinge Museum zum Fähranleger Fiskotarget. Hier starten Rundfahrten zu den Inselchen die vor und zu Karlskrona gehören. Und was soll ich sagen, die Saison startet Morgen. Also erst mal rein ins Blekinge Heimatmuseum und anschliessend auf die kleine Schäre Stakholmen, die über einen Steg zu erreichen ist. Am regnerischen Nachmittag besuchen wir das Marinemuseum auf Stakholmen, dass jetzt sehr leer ist (die Kreuzfahrer stehen in einer langen Schlange am Kai und wollen zurück auf‘s Mutterschiff). Hier dreht sich natürlich alles um die Seefahrt, von der Gründung dieses strategischen Stützpunktes in Karlskrona bis heute. Die jeweiligen Epochen, politischen Hintergründe, das Leben der Menschen, Schiffsbauweisen, Waffen werden multimedial und interessant dargeboten. Zwei U-Boote komplementieren die Ausstellung. Dabei ist die Neptun teilweise begehbar. Die HMS Neptun (Näcken-Klasse, eine Klasse von diesel-elektrischen U-Booten) ist ein ehemaliges schwedisches U-Boot, das von 1980 bis 1998 in der Ostsee im Einsatz war. Puh soviel input macht hungrig, also auf dem Rückweg erst einmal einkaufen und dann chillen und mümmeln. Morgen geht es weiter nach Kalmar und Öland.