Nächster Halt: Bremen. Heute heisst es weiter km machen und durchstarten bis Bremen. Hier werden wir die nächsten 1,5 Wochen mit Familie und Enkelkindern verbringen. Gerne würden wir uns an der Weser einen Platz auf dem Womo Stellplatz Zum Kuhhirten ergattern, aber leider ist hier alles voll. Plan B ist der CP Hansecamping am Stadtwaldsee in Uninähe, den wir tatsächlich kurz vor Schließung gegen 20:00 Uhr erreichen und zumindest bis Sonntag einen Stellplatz festmachen können. Tatsächlich bleiben wir hier bis zum 31.08.2025, bevor es nach Hause geht.
Wir erleben eine ereignisreiche Woche mit unseren Enkelkindern, einen Ausflug nach Bremerhaven, eine Inspektion bei Mercedes mit Hotelübernachtung und einen schönen sechsten Geburtstag von Anna.
31.08.2025
Am frühen Abend erreichen wir Hilden. Es wird nur das Nötigste nach oben gebracht und bei einem leckeren Kaffee erst einmal ausgiebig OHM gemacht. Tour 2 fast beendet. Aber nur fast – mit einem griechischem Essen in unserem Stammrestaurant begehen wir den Abschluss unserer Sommertour 2025.
Kurz nach acht Uhr sind wir unterwegs. Wir wollen auf jeden Fall bis nach Villach und dort einen weiteren Übernachtungsstopp einlegen. Tatsächlich kommen wir so gut voran, dass wir es über Salzburg und die Tauern bis hinter die österreichische Grenze schaffen und in Anger beim Gasthof Zum Neuwirt einen Standplatz finden. Die Küche hat zwar offiziell schon geschlossen, aber ein Paprikaschnitzel mit Pommes sind noch drin. Dazu ein kühles Helles, ein Plausch mit dem jungen Wirt (ebenfalls Camper) sowie ein Doppelkopf-Stammtisch, der die Wirtschaft abschliesst runden das Abendprogramm ab.
Die Fährüberfahrt nach Ancona mit der Grimaldi Line war ein etwas anstrengendes Erlebnis, da sich insbesondere die im Preis inbegriffenen Pullmannsitze als normale Autoschalensitze entpuppten, nicht verstellbar und seitlich nicht abgeflacht, sondern mit hochgezogenem Rand versehen. Unsere Sitze befinden sich in der zweiten Reihe und haben tatsächlich noch eine gegenüberliegende Sitzreihe, nicht etwa mit Abstand, sondern sozusagen Knie-an-Knie. Darüber ein riesengroßer Bildschirm für die nächtliche Unterhaltung. Wir deponieren Decken und Kissen auf den reservierten Plätzen und bahnen uns anschließend einen Weg zum Oberdeck. Bei untergehender Sonne und warmen Wind genießen wir die Abfahrt. Auf Wiedersehen Griechenland – wir kommen bestimmt wieder.
An Deck herrscht geschäftiges Hin- und Her. Es macht Spaß zuzuschauen. Bis am Kiosk riesige Boxen, Mikro und ein Hochstuhl aufgebaut werden, gefolgt von einem mittelgroßen Entertainer mit stämmiger Figur. Die musikalische Präsentation beginnt unverblümt und ohne Begrüßung, der Musiker setzt mitten in einem Song (Titel habe ich verdrängt) mit seinem Playback ein. Die Lautstärke seines Vortrages korrespondiert so gar nicht mit der lauschigen Abendstimmung, der Sonnenuntergang wird quasi konsequent niedergesungen. Zeit für uns zu gehen. Es ist zwar noch nicht dunkel, aber auf dem Weg zu den Sitzen auf Deck 5, haben es sich bereits etliche Passagiere auf den Aussendeck´s gemütlich gemacht. Bei den Sitzen angekommen, stellen wir fest, dass diese belegt sind, andere Passagiere liegen kreuz und quer. Unser Falschschläfer wird des Platzes verwiesen, schließlich haben wir reserviert (grins). Tja im Land der Ahnungslosen trifft man schon einmal nicht so angemessene Entscheidungen. Es ist wohl Usus sich irgendwo auf freie Plätze nieder zu lassen, eine erträgliche Schlafposition einzunehmen, ohne auf die Reservierungsnummer zu achten. Wieder was dazu gelernt. Wir richten uns ein und versuchen zu schlafen. Dirk schafft es bis 02:00 Uhr und ich bis kurz nach 04:00 Uhr. Stretching und Schmerzgel für den Rücken sind angesagt. Mittlerweile hat Dirk durch ein unerwartet eingetretenes Lesefieber die komplette Reihe der Sylter Krimi´s sowie den letzten Teil der Kommissar Hübner Reihe hinter sich gelassen und in der Nacht einen Servicemitarbeiter davon abgehalten, den überdimensionalen Fernseher einzuschalten, um eine Footballübertragung zu verfolgen. Danke!
In der Cafeteria genehmigen wir uns einen Kaffee, realisieren die Geräuschkulisse von Menschen, die sich durch konsequentes Hin- und Herlaufen die Nacht vertreiben. Am besten gefallen mir dabei die Brummifahrer. Diese sind mit ihren gefüllten Kühltaschen, Kissen und Schlafsäcken top ausgestattet und scheinen diese Überfahrt zu genießen. Apropos Kühltasche, diese werden auch wir lecker gefüllt bei unserer Fahrt von Cadiz nach Arrecife dabeihaben. Die Preise für Getränke und Speisen auf der Fähre sind sehr hoch und das Angebot nicht appetitlich.
Nachdem Dirk von der Toilette zurückkommt und detailliert berichtet, wie der aktuelle sanitäre Sachstand ist, ist bei mir akuter Harndrang nicht mehr als zwei Worte. Die Toiletten auf den anderen Deck´s werden als Option ins Auge gefasst.
Nach einem Frühstück vertreiben wir uns die Zeit auf Deck und auf den Sitzen mit Lesen, planen, snacken und spazieren gehen. Kurz vor Ancona entdeckt der Kapitän eine Rettungsinsel im Wasser und vollzieht eine 360° Drehung, um zu checken, ob Hilfe benötigt wird. Dies ist nicht der Fall und wir erreichen wenig später den Hafen von Ancona. Da wir bereits gestern unsere Standposition rückwärts eingenommen haben, können wir heute geradeaus die Fähre verlassen und uns in den Feierabendverkehr stürzen. Unser Übernachtungsziel liegt ein wenig landeinwärts bei Apiro auf einem CP einer landwirtschaftlichen Genossenschaft. Hier werden wir von Giovanni erwartet, der uns einweist und den kleinen Foodtruck für einen Imbiss unsererseits noch geöffnet lässt. Nachdem wir uns eingerichtet haben, werden dort kleine Vorspeisen gezaubert, eine Flasche regionaler Wein entkorkt und dicke Bauernbrote geschmiert. Die Köstlichkeiten genießen wir beim Sonnenuntergang und herrlichem Ausblick auf das im Tal liegende Apiro und fallen anschließend satt und müde ins Bett.
Früh reisen wir ab. Ein Kaffee im Thermobecher und Croissants im Gepäck. Gegessen wird zwischendurch. Heute ist Feiertag, Maria Himmelfahrt und die Straßen entsprechend voll. Bis zur unserem letzten Stopp in Griechenland bei Dodoni brauchen wir für eine Strecke von ca. 450 km gute 7 Stunden. Über park4night haben wir den Camperstopp Thrientes ausfindig gemacht. Hier ist der Aufenthalt kostenlos. Die dazugehörige Taverne wird aber gerne zum Essen und Trinken genutzt. Ein uriges Gelände, mit Aussenduschen, Wasseranschluß, Spielplatz und sogar Waschmaschine sowie Trockner. Das Besitzerehepaar hat sich diese Existenz vor 2 Jahren nach einem stressigen Job mit viel Herzblut aufgebaut. Die Taverne wird von vielen Einheimischen und anreisenden Campern genutzt. Es ist ein schönes Durcheinander.
16.08.2025
Nach einem Bummelfrühstück und einer Einheit Wäsche waschen, brechen wir gegen Mittag zur Besichtigung des Heiligtums von Dodona auf. Wir folgen zu Fuß der Straße in Richtung des gleichnamigen Ortes. Für den Eintritt müssen wir p.P. 15 € berappen, aber für die Besichtigung der ältesten Orakelstätte des griechischen Festlandes wahrscheinlich eine angemessene Investition. Nur dumm, dass wir die Wasserflaschen im Rudi gelassen haben. Was für ein Anfängerfehler. Zum Glück gibt es auf dem Gelände Wasserspender. Das Heiligtum von Dodona ist eine alte Kultstätte des Göttervater Zeus und der Erdgöttin Dione. Das Bestehen der Orakelstätte lässt sich durch Funde bis ins 3. Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgen. Das Orakel von Dodona wurde überwiegend von der Bevölkerung in privaten Angelegenheiten genutzt, als zu großen staatspolitischen Entscheidungen befragt. Die antike Stätte wurde 1873 von Konstantin Karapanos entdeckt. Imposant ist das grosse Theater und der Säulensaal des Rathauses. Nach soviel Geschichte verspüren wir Lust auf eine kleine Erfrischung und spazieren in den höher gelegenen Ort Dodoni. Dieser scheint eigentlich verlassen, doch mittendrin an einem Brunnen entdecken wir in einem kleinen Garten die Taverne Meipaki. Hier pausieren wir bei griechischem Salat, Tzaziki und gegrillten Pilzen mit Creme Balsamico. Was für ein lauschiger Ort. Über eine kleine Nebenstraße tippeln wir zurück zum Stellplatz. Später am Abend wird hier gemütlich mit Hund gegessen.
17.08.2025 Schon wieder Sonntag und unser vorletzter Tag in Griechenland bricht an. Morgen geht die Fähre nach Ancona. Wir frühstücken in Ruhe, managen unseren Stromhaushalt via mobilem und stationärem Solarpaneel, schreiben Reisetagebuch, lesen und müssen schon wieder griechischen Salat essen.
18.08.2025
36zigster Hochzeitstag und Abschied nehmen von Griechenland. Am Abend werden wir von Igoumenitsa die Fähre nach Ancona nehmen. Damit geht Tour 2 so langsam ihrem Ende entgegen. Nach einer Übernachtung in der Nähe von Ancona, treten wir die Rückreise nach Deutschland an, werden eine Woche in Bremen bleiben und anschließend einen größeren Halt zuhause einlegen.
Während des Frühstücks beschließen wir trotz aller Nostalgie spontan aufzubrechen und weiter zu fahren. Der Platz sagt uns nicht so zu und der Strandabschnitt auch nicht. Also alles wieder gepackt und los geht`s Richtung Sarti bzw. Sykea. Hier hatte ich am Morgen mit dem CP Katerina telefoniert und die Auskunft erhalten, dass ausreichend Plätze zur Verfügung stehen. Die Fahrt dauert noch nicht einmal 40 Minuten und wir tauchen ein, in ein wunderschönes Gebiet mit weiten Buchten und felsigem Hinterland. Ist das schön!
Auf dem CP werden wir von der Besitzerin freundlich empfangen (schwäbisch) und können uns einen Platz im hinteren Bereich aussuchen. Unter Umständen müssen wir diesen aufgrund einer Reservierung noch einmal wechseln, aber wenn wir mit Rudi unter den Sonnenschutz passen, ist alles geregelt. Dies gelingt uns auch. Danach geht´s erst einmal ins Wasser, direkt vor dem CP ist das Meer. Am Nachmittag spazieren wird in die Nachbarbucht und genehmigen uns ein kühles Bier.
12.07.2025
Früh am Morgen verlässt genau vor uns eine Familie den Stellplatz und nach kurzer Klärung ziehen wir schnell dorthin.
Der CP ist familiengeführt, hat einen kleinen, eher snackfreundliche Minimarkt, ist sehr gepflegt und macht einen ansprechenden Eindruck. Was uns hier gut gefällt, ist der Versorgungsservice. Da es keine Supermärkte gibt (außer einen kleinen auf dem CP Melissa in der Nachbarbucht Richtung Sykea-Beach) kommt hier täglich um 08:00 Uhr der Bäcker, Mo-Mi-Fr der Gemüse-Obsthändler sowie der Fischwagen. Die Preise sind günstig und man kauft das ein, was benötigt wird.
13.07.2025
Strand ist angesagt.
14.07.2025
Es geht auf´s Rad und Dirk fährt vor. Die Buchten von Sykea und Valti sind auf einer kleiner Küstenstraße gut befahrbar und so radeln wir, das Wasser linksschultrig die Küste, bis zum Leuchtfeuer mit Minihafen ab. Auf der Rückfahrt gibt es in der Taverne To Akrogiali ein schönes Mittagessen mitten im Sand.
15.07.2025 – 18.07.2025
Es folgen ausgiebige Strandtage mit Lesen, Tagebuch schreiben, Schwimmen, Schnorcheln, Häkeln und SUP´en.
19.07.2025
Nach einigem Hin- und Her geht es mit den Rädern nach Sarti. Hatte beim Aufwachen ganz vergessen, dass hier samstags ein Markt sein soll. Hinderlich ist wieder einmal der unberechenbare Verkehr auf der Ringstraße, die wir fast nur ausschließlich benutzen können. Auf dem Weg dorthin nehmen wir immer mal wieder Abzweigungen die vermeintlich an die Küste führten könnten, werden aber nur eingeschränkt fündig. Sarti selbst wurde 1922 von Flüchtlingen aus Kleinasien gegründet, die für sich hier eine neue Heimat gesucht haben. Der Ort liegt an einer langgezogenen Bucht und ist durch und durch ein Touriort. Uns selbst gefällt es hier nicht und nach einem kleinen Einkauf im Supermarkt geht es zurück nach Sykea und an den Strand. Abends bleiben wir bis zum Sonnenuntergang hier, geniessen ein Bierchen, beobachten u.a. Löschflugzeuge, vlt. auf einem Inspektionsflug befindlich.
20.07.2025
Der Trödelvirus hat uns voll erwischt und bis wir in die Gänge kommen ist es mittags. Egal, auch heute geht es an den Strand, die Temperaturen steigen wieder und Abkühlung ist angesagt.
21.07.2025
Gemäß dem Motto: The same procedure than last day, verbringen wir die 2. Tageshälfte am Strand. Es wird gelesen, gequatscht, geSUPt und geschnorchelt. Abends geht es noch kurz in den Supermarkt des CP Melissi am Nachbarstrand zum Einkaufen. Anschliessend ein leckeres Abendessen mit nachfolgender Kinonacht. Wir schauen die Serie „Department Q“ zu Ende.
22.07.2025
Zusammenfassung des Tages: noch weniger ist Meer!
23.07.2025
Mit Temperaturen über 30 Grad, spielt sich der überwiegende Teil des Tages am Strand unter‘m Schirm und im Wasser ab. Weiter unten in Griechenland, Höhe Athen, klettern die Temperaturen fast bis 40 Grad und die Behörden haben hier sogar für die Mittagsstunden Arbeitsverbote ausgerufen. Ausserdem sind die Einsatzkräfte zur Waldbrandbekämpfung in Alarmbereitschaft. Zum späten Abendessen gibt es heute Gambas, Sardinen, Salat und Reis. Fisch und Krabbeltiere wurden in der Früh beim fahrenden Fischhändler frisch erworben.
24.07.2025
Heute ist Kreislauf angesagt. Nach ein wenig Arbeiterei und Frühstück, schickt mich mein Körper zurück ins Bett. Während ich fast noch drei Stunden schlafe, wandert Dirk zum Strand und verbringt die Zeit im Wasser und später lesend. Er hat die 12teilige Sylter Krimireihe von Thomas Herzberg bereits komplett durchgelesen und mit der Harry McCoy Reihe von Alan Parks begonnen.
Während das Abendessen vor sich hin bruzelt rufen wir Cora an. Sie hat heute Geburtstag. Wir erwischen sie zuhause, wo die ganze Family die Pizzabestellung sehnsüchtig erwartet. Während Anna an den neuen Turnringen schaukelt, zeigt uns Arne seinen Vorderzahn, der beim Nachhausekommen durch eine kleine Rangelei ein Stück verloren hat. Das Geburtstagstörtchen ist auch angekommen, nachdem es zuerst an die Nachbarin mit ähnlichem Namen ausgeliefert worden ist.
25.07.2025
Tja, jetzt ist es soweit. Wir beide konnten uns zunächst nicht mehr daran erinnern, was wir heute angestellt haben🤣. Ein ganz normaler Strandtag mit abendlichem Besuch des Obst- und Gemüsehändlers. Und der Überraschungsstrauss für Nina ist auch angekommen🫶🏼.
26.07.2025
Es ist wieder Samstag und für heute morgen steht ein Besuch der Zipfelhauptstadt Sykea an. Erstaunlicherweise darf ich die Route bestimmen. Wir müssen uns nur ca. 5 km ins Landesinnere begeben, auf überwiegend unbefestigten Straßen, aber alles geht gut, Hauptsache keine Hauptstraßen. Es ist eine eher unscheinbare Zipfelhauptstadt, welche aber samstags viele Einheimische und Touris zum Wochenmarkt lockt. Uns gefällt es von Anfang an, weil es ursprünglich ist. Die kleinen Kafenions sind gut besucht für einen Frappé und einen Schwatz, der Markt schlängelt sich durch eine enge Wohnstrasse. Zu Beginn Obst-,Gemüse-, Fisch-, Fleisch-, Öl-, Kräuter- sowie Gebäckstände und weiter hinten Haushaltsartikel und Bekleidung. Bereits um 09:00 Uhr ist es schon sehr heiß. Zwischendurch legen wir eine Pause direkt beim Geflügelstand in der gegenüberliegenden Taverne ein. Kein Chi-Chi sondern einfache Stühle mit Korbgeflecht und Tische mit dünnen, knisternden Papierdecken. Herrlich! Wir decken uns für die nächsten 2-3 Tage ein (mehr passt nicht in die Kühlbox), radeln zurück und der Rest des Tages ist Strandtag, anders wäre nämlich schlecht.
Heute haben wir den Tag über alles wind- und regendicht verpackt. Wind und dunkle Wolken sowie Donnergrollen kündigten ersehntes Nass an. Letztendlich hat es dann gegen 19:00 Uhr angefangen zu schauern und zu gewittern. Nach drei Monaten haben wir das erste Mal wieder komplett indoor verbracht. Um uns herum sind viele rumänische Familien mit Zelten unterwegs. Als es dann ausgiebig wie aus Kübeln schüttete, befürchteten wir schon, dass viele eine ziemlich nasse Nacht verbracht haben. Aber heute morgen sah alles nicht so schlimm aus.
01.08.2025
Der Höhepunkt des heutigen After-Regentages bildete das Abendessen in einer Taverne beim CP Melissi. Hier sind wir bereits zu Beginn unseres Aufenthaltes für ein Bierchen eingekehrt (Marke Alfa) und haben den Ausblick und die Deko bewundert. Leider hat uns das gewählte Essen nicht überzeugt, dafür konnten ausführliche Beobachtungen zur Bedienung und Gästen durchgeführt werden. Es wird immer voller und wir machen unseren Tisch für hungrige Gäste frei. Den Ouzo trinken wir an der Bar, untermalt mit lauter Salsamusik in Schleife. Der Chef dankt uns vielmals für die Freigabe des Tisches und spendiert uns einen weiteren Ouzo. Da man beim Ouzo trinken etwas essen muß, kommt ein gegrillter Schafskäse mit Olivenmarmelade dazu. Die ist so lecker, dass wir morgen auf dem Markt unbedingt danach Ausschau halten müssen.
02.08.2025
Ohne Wecker schaffen wir es tatsächlich um 06:30 Uhr aufzustehen. Nach einem Kaffee geht es auf die Räder und erneut zum Markt nach Sykea. Es ist noch nicht so warm und der Markt bereits geöffnet, aber nicht voll. So genießen wir den Einkauf von Obst, Gemüse, Feta und Eiern sowie etwas für das abendliche Grillen. In der Apotheke wird noch eine kortisonhaltige Salbe gegen Insektenstiche besorgt und dann erst einmal zurück und ausgiebig gefrühstückt.
03.08.2025
Es ist Trödelsonntag, mit allem was dazu gehört, also incl. Mittagsschläfchen, wenn auch nur meinerseits. Dirk ist nach dem „Frühstück“ an den Strand. Irgendwann am Nachmittag erreichte uns der neue Tourkatalog von Seabridge und damit auch Reiseideen für 2026. Der ganze Katalog wurde abends über den Fernseher genauestens studiert.
04.08.2025
Montag Vormittag 10:39h Eingang des Tourbuches New Zeeland (während dem Frühstück), 11:27h gebucht (ein Kaffee geht noch), Eingang der Buchungsbestätigung um 12:51h (nach der ersten Runde im Wasser). So kann‘s gehen. 2026 geht es vom 09.10. bis zum 19.11. nach New Zeeland – eine Reise im Camper über beide Inseln. Von Mai bis August 2026 werden wir eine Tour rund um die Ostsee starten: Deutschland, Dänemark, Schweden, Abstecher Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen. Wer weiß was noch alles geplant wird, wenn wir noch länger hier stehen.
05.08.2025
Die Planungen für 2026 müssen bei einem weiteren Strandtag erst einmal sacken🤣. Abends gibt es Gemüselasagne aus dem Omnia.
06.08.2025
Radtour nach Kalamitsi
Mittwoch und dazu ein Tag mit Bewölkung, ideal um mit den Rädern einen kleinen Teil der mittleren Halbinsel von Sithoniazu erkunden. Auf Komoot, Gaia und Google Maps haben wir uns eine Strecke herausgesucht, die uns nach Kalamitsibringen soll. Auf den Karten sind in dem Gebiet zwischen Kalamitsi Beach, Kriaritsi und Paralia Klimataria unzählige, kleinere Straßen verzeichnet. Wir gehen davon aus, dass sich hier ein großes Feriengebiet befindet, mit Durchfahrtmöglichkeiten zu unserem heutigen Zielort. Gestartet wird in Richtung Pigadaki und Linarki Beach, mit dem Restaurant To Akrogali und die Küstenstraße weiterverfolgend. Vorbei am Strand Limanaki Sukia und dem dazugehörigen kleinen Hafen, ganz bis zum Ende, am Strand von Tourkolimnoias. Um zunächst Richtung Klimataria Beach zu gelangen, geht es ein Stück zurück und mit heftiger Steigung die oben gelegene Küstenstraße entlang. Die Straße ist schmal, es herrscht viel Verkehr und die Bewölkung hält sich in Grenzen. Wir steuern ein kleines Leuchtfeuer an der Spitze der Bucht an, direkt gegenüber von Valti, mit direktem Blick auf den Mount Athos und gleichnamigen 3. Finger von Sithonia.
Auf der Fahrt dorthin fallen uns dann die vielen Straßen und Brücken auf, welche aber nicht verbindend, sondern eher teils unzusammenhängend und wirr durch die Landschaft führen. Irgendwie denkt man hier eher an eine Motocrossstrecke als an geplante Infrastruktur.
Am Leuchtfeuer angekommen geht erst einmal die Drohne in die Luft. Hinter uns auf den Felsen sind häßliche, kastenförmige Häuser auszumachen, die so gar nicht in die Landschaft passen. Von unserem Strand am CP Katerina wirken sie bereits wie riesige Betonwaben.
Wagt man sich am Leuchtfeuer etwas weiter an den Felsrandund erkundet den weiteren Küstenverlauf, ist bereits die nächste Bucht auszumachen. Weiter geht es durch das staubige Straßenlabyrinth und wir nähern uns dem Tigania Beach. Ein uriger Abschnitt mit Bambus-/Schilf-Sonnenschirmchen, Felsen im Wasser und ein wenig Sandstrand und sehr gut besucht. Von hier oben haben wir einen tollen Ausblick auf den darauffolgenden Strand Kriaritsi, der in einer weiteren länglichen Bucht mit ausgedehntem Sandstrand liegt. Hier wollen wir eigentlich weiter, bemerken aber noch rechtzeitig, dass es aufgrund eines größeren Felsens am Ende der Bucht nicht zur gewünschten Straße weitergeht. Daher beschließen wir direkt nach Kalamitsi zu radeln und dort eine Pause einzulegen. Also suchen wir uns einen Weg durch diesen teils sandigen Pistenwahnsinn, nehmen noch einen Teil der Ring-Road-Sithonia mit und landen beim 2. Anlauf am Strand von Kalamitsi, wo wir in der Taverne von Giorgakis, direkt am Meer, etwas Essen und Trinken. Die Taverne füllt sich gerade, der Strand ist proppe voll, das Wasser mit schwimmenden Matratzen, Donuts und SUP´s, Rutschbooten sowie Motorbooten gesättigt. Für uns schon zuviel Trubel, aber die Taverne ist mit ihren Korbstühlen, Papiertischdecken und in feuchte Servietten gewickeltes Besteck, eben genau unser Geschmack. Bei geröstetem Brot, Tzaziki, gegrillter Paprika und landestypischer Bratwurst, lassen wir es uns gut gehen. Zum Nachtisch gibt es Wassermelone und Kaffee. Nach ca. 2 Stunden fühlen wir uns fit für die Rückfahrt.
In Kalamitsi selbst haben wir vor 39 Jahren auch ein Zeltlager aufgebaut und dabei miterlebt wie ein deftiges Unwetter ganze Strandabschnitte weggespült hat und das Zeltlager komplett gereinigt und neu aufgebaut werden musste.
Leider lässt sich heute nichts mehr so richtig wieder erkennen. Am Ende des Strandes stoßen von Kalamitsi stoßen wir auf einen kleinen CP Tsitreli und im eigentlichen Ort nochmal auf das Thalatta Kalamitsi Village Camp, auch hier funkt die Erinnerung nicht.
Wieder zurück auf dem CP Katerina können wir uns immer noch keinen Reim auf dieses Straßenwirrwarr machen. Eigentlich deutet alles auf die Anlegung einer Infrastruktur zur Bebauung hin. Im Netz werden wir fündig und stoßen auf ein großes Bauprojekt von Ferienhäusern, dessen Beginn sich bis in die 1970ziger Jahre zurückverfolgen lässt. Warum es bis heute nicht fertiggestellt worden ist, kann nicht umfassend dargestellt werden. Angeblich sollte es eine Ferienhaussiedlung für Militärangehörige werden, die mit vielen Fördergeldern und Subventionen finanziert wurde. Wo diese Gelder letztendlich gelandet sind ist bis heute ungeklärt. Zur Fertigstellung des Projektes haben sie augenscheinllichnicht geführt.
07.08.2025 – 10.08.2025
Nach unserer Kalamitsi Radtour haben wir zwei Strandtage eingelegt und sind am Samstag das letzte Mal auf den Wochenmarkt nach Sykea geradelt. Der Sonntag gehörte, nach dem Aufräumen und Packen, erneut dem Meer.
11.08.2025
Unsere letzte Woche auf Sithonia bricht an. Die nächsten beiden Tage wollen wir mit der Erkundung von Sithonia und Athos verbringen. Es geht ohne Hängerchen auf Tour, in Richtung Kalamitsi der Ring-Road folgend und die Küste linksschultrig. Hinter Kalamitsi werden wir von einer enormen Ziegenherde aufgehalten, die beschlossen hat ihren Weg auf der Straße fortzusetzen. Bei Porto Koufo legen wir eine Frappépause ein, während andere Gäste bereits zum Mittagessen snacken. Weiter geht es nach Toroni, einem touristischem Örtchen mit byzantinischen Resten eines Forts, dass es zu erkunden gilt. Es ist so heiß, dass anschließend eine Abkühlung im Meer folgt. Dabei beobachten wir zwei Ausflugsschiffe, die fast direkt auf den Strand laufen und hier ihre Passagiere in Empfang nehmen. Einsetzender Hunger wird nach dem Baden im Rudi gestillt. Dann geht es weiter die Küste entlang. Vorbei an Neos Marmeras und hinauf in den einstigen Geisterort Parthenonas. Der einst große Ort verlor ab 1922 zunehmend Einwohner an das neugegründete Neos Marmaras. 1970 verließ der letzte Einwohner den Ort. Nach einigen Jahren ohne Bewohner ließen sich wieder einige wohlhabende Griechen im Ort nieder und restaurierten eine Reihe von Gebäuden im traditionellen nordgriechischen Baustil. 2001 lebten wieder sieben Einwohner das ganze Jahr fest im Dorf, weitere sind nur in den Sommermonaten anwesend. Auch hierzu gibt es einen kleinen Bericht in der Ausgabe „Wunderschön – Chalkidiki“ des WDR. Von hier aus treten wir die Rückfahrt an und kehren gegen halb neun auf den CP zurück.
12.08.2025
Auch der heutige Tag steht für eine Halbinselerkundung an. Athos, der 3. Finger von Chalkidiki steht auf dem Programm. Wir starten Richtung Vourvourou, die Küste rechtsschultrig. Kurz vor dem CP Rea füllen wir an einer Wasserquelle unseren Frischwassertank. Anschließend geht es vorbei an Ormos Panagias, Nikiti und Agios Nikolaos. Am Strand von Paralia Agios Nikolaos legen wir eine Badepause ein und geniessen die Abkühlung im Wellenbad. Dank Aussendusche kann das Salzwasser anschliessend einfach abgeduscht werden. Nach einem Snack geht es weiter an der Küste entlang nach Pyrgiadikia. Was für ein schöner kleiner Küstenort. Doch leider finden wir für einen Stopp keinen Parkplatz und so geht es schnurstracks nach Ouranopoli, dem letzten Ort vor dem heiligen Berg Athos, mit seinen Klöstern. Zutritt für Frauen verboten und ich glaube für männliche Besucher nur mit Genehmigung erlaubt. Wir machen für einen kleinen Rundgang und einer kühlen Erfrischung halt, bevor es zurück zum CP geht.