217. Älvsbyn Mai 2026

28.05.2026

Auf dem Weg zu den Stromschnellen Storforsen über die E94 begegnen wir den ersten Rentierherden, die plötzlich auf und neben der Straße auftauchen. Sie laufen lässig fressend vorüber, wechseln ungeordnet die Fahrbahnseite, verschwinden wieder im Wald oder einer gerodeten Freifläche. Einige haben farbige Markierungen oder tragen ein breites, buntes Halsband. Die Fellfarbe variiert von bräunlich, beige, grau zu weiß. Einige tragen ein größeres Geweih, welches ganz feinhaarig überzogen ist.
Bei den Stromschnellen Storforsen in der Provinz Norrbotton handelt es sich um die größten in Skandinavien. Der Piteälven wälzt sich hier, etwa 38 km nordwestlich von Älvsbyn mit einer Fallhöhe von 60 Metern talwärts und spült dabei durchschnittlich 250 Kubikmeter Wasser pro Stunde mit sich herunter. Die Gesamtlänge der Stromschnellen von Anfang bis Ende beträgt 5 km, mit einer Höhendifferenz von 82 Metern.
Das Gebiet der Stromschnellen ist ein Naturreservat, das durch Wege und Holzstege gut erschlossen ist. Überall befinden sich große Feuerstellen mit Grillmöglichkeit. Das felsige Gebiet an den Stromschnellen ist mit kleinen Brücken verbunden und es macht Spaß hier kreuz und quer herum zu spazieren. Im Naturreservat befindet sich auch ein Waldarbeitermuseum, ein Shop und ein Cafe. Der Eintritt ist frei. Der große Parkplatz ebenfalls kostenlos. Das Übernachten im WoMo nicht erlaubt. Deshalb fahren wir anschließend nach Älvsbyn und verbringen die Nacht direkt am hiesigen Skigebiet Kanisbacken.

216. Norsjö Mai 2026

26.05.2026

Zuerst ein kleiner Abstecher nach Umeå, der Hauptstadt Nordschwedens.
Auf dem Weg dorthin kommen wir bei Bjurholm an einem Älgens Hus – Elchstation vorbei. Zur Zeit werden dort trächtige Elchkühe betreut. Aus der Ferne konnte auch Nachwuchs beobachtet werden. Von Umeå geht es wieder ins Landesinnere nach Norsjö auf den CP Rännuddens, umgeben von Seen die der Fluß Norsjoän speist. Von hier aus ist es nicht mehr soweit bis zu den Storforsen bei Vidsel. Die bekannten Stromschnellen stehen für morgen auf dem Plan. Bis jetzt haben wir bereits 3600 km zurückgelegt und sind dem nördlichen Polarkreis beachtlich näher gekommen.

215. Bjurholm Mai 2026

23.05.2026

Der Pfingstsamstag startet früh. Wir wollen den nötigen Einkauf und das Ent- und Versorgen schnell hinter uns bringen, bevor wir unser nächstes Ziel die Höga Kusten (Hohe Küste) zwischen Härnösand und Örnsköldsvik ansteuern. Dabei überqueren wir die gigantische Högakustenbron Brücke, 1867 Meter lang und einer Stützweite von 1.210 Meter. Diese mächtige Brücke wurde 1997 eröffnet und ist das zweithöchste Gebäude in Schweden. Sie erinnert mit ihrer Bauweise an die Golden Gate Bridge in San Francisco. Bei Docksta verlassen wir die E4 und steuern das Naturum Höga Kusta an, ein Informationszentrum zum Nationalpark Skuleskogen und dem Skuleberget, dem Schädelberg. Von hier aus gibt es div. Wanderungen auf den Gipfel den Toppstugan. Während Thomas und Dirk die Seilbahn von der Westseite des Berges nehmen, entscheide ich mich für eine Wanderung über den Grottstigen und weiter hinauf zum Gipfelplateau. Die Wanderung hat es in sich. Es geht über Stock und riesigen Steinen, hölzernen Stufen und Leitern steil bergauf bis zu einer Grotte von der aus man den Ausblick auf das vorgelagerte Seengebiet genießen kann. Anschließend geht es noch steiler über hohe Felsstufen und Treppen Richtung Gipfel. Was für ein Weg. Oben angekommen gibt es wenig später ein alkoholfreies Bier, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Nach der Rast nimmt Dirk erneut die Seilbahn, während Thomas und ich den Södrabergstigen zum Parkplatz nehmen. Es geht hier zum Teil steil nach unten, durch Wald und freies, felsiges Gelände. An der Talstation angekommen wird gesnackt und im Anschluß geht es weiter zum nächsten Stellplatz nach Bjurholm. Es geht ins Landesinnere und kurz hinter Nordsjö sehen wir unser erstes Rentier, das plötzlich auf der Fahrbahn auftaucht. Wenig später geht es über eine Schotterpiste weiter, vorbei an vereinzelten Gebäuden, die links und rechts im Wald auftauchen. Noch ein kleines Stück weiter und wir erreichen den Lillängets Vildmarkscamping direkt am Lögdeälven. Ein preiswerter Stellplatz ohne Service, aber mit Grill- und Feuerstelle, Sauna und Picknicktischen sowie der Möglichkeit zu angeln.

24.05.2026
Morgens schaut der Ranger vorbei und nimmt die Stellplatzgebühr i.H.v. 100 SEK (10€) p.N. ein. Den Obolus kann man auch per Swish überweisen, das funktioniert aber nur mit einem schwedischem Konto. Den Tag verbringen wir mit Trödeln in der Natur und Thomas dreht eine Runde mit dem Rad. Der kleine Platz bietet eine Sauna, die man nach Anmeldung und Bezahlung über den Ranger buchen kann, eine überdachte Terrasse, ein Plumpsklo und ein kleines Museum über die Arbeit der Flößer. Angeln ist ebenfalls erlaubt, eine Berechtigung kann über einen Code online erworben werden. Für das Angeln im Fluß reicht das mitgebrachte Equipment nicht, ein See muß her. Vlt. beim nächsten Stopp.
Da die Glut in der überdachten Feuerstelle noch warm ist, grillen wir mittags, zaubern Tsaziki, Salat aus Sonnenweizen und gemischten Salat.
Abends kommt dann endlich nach 1 3/4 Jahren das Feuernetz zum Einsatz.
Ausser uns sind nur noch zwei weitere Menschen und ein Hund hier. Vater und Sohn nutzen die Sauna. Zur Abkühlung gehen sie in den Fluß.
Später wird die Feuerstelle noch einmal aktiviert. Dabei der Drago-Whisky von La Palma – Skål 🥃.

25.05.2026

Der Vormittag ist schon etwas älter als wir uns zu einem Spaziergang am Lögdeälven entlang aufmachen. Wir folgen überwiegend einem ausgewiesenem Pfad in Ufernähe entlang und entdecken neben einem gewaltigem Ameisenhügel, mehrere Stellen an denen Biber ihr Werk begonnen haben und machen sogar Elchkot sowie eine Schiessanlage aus.
Der Nachmittag wird mit einem ordentlichen Schläfchen ausgefüllt und abends werden Grill und Feuerstelle erneut aktiviert. Es gibt Glutkartoffeln, Tzazipap, gemischten Salat und gegrilltes Hühnchenfleisch. Anschliessend werden die Räucheraromen gründlich abgeduscht.
Morgen starten wir wieder früh in Richtung Umeå und anschliessend auf den CP

214. Sundsvall Mai 2026

21.05.2026 am

Pünktlich um 08:00 h starten wir in Richtung Sundvall. Wir nehmen die Autobahn, genauer die E4, die uns über Söderhamn, Hudiksvall und Njurunda nach Sundsvall bringt. Die heutige Fahrt ist landschaftlich abwechslungsreicher als die gestrige, weil kleinere und größere Seen die weiten Wälder unterbrechen. Bei Njurunda wollten wir eigentlich einen Stopp im bekannten American Diner Myre 101, vormals Pink Ladies, einlegen, aber leider haben wir die Ausfahrt verpasst und sind durchgerauscht bis Sundsvall. Sundsvall wurde insgesamt viermal von großen Bränden heimgesucht. Zuletzt am 25. Juni 1888 durch den Funken eines Dampfschiffes während eines sehr trockenen Sommers. Dieser Brand entwickelte sich zum bis dahin größten in der schwedischen Geschichte. Dabei brannte die bis dato vor allem aus Holzhäusern erbaute Stadt fast komplett nieder. Der Brand vernichtete 400 Höfe und 9.000 der 11.000 Einwohner wurden obdachlos. Im Zentrum durften daraufhin nur noch Steinhäuser gebaut werden. Sundsvall wird daher auch häufig Stenstaden, die Steinstadt genannt.

Wir stehen im Yachthafen am Wasser auf dem Stellpläts Huisbil. Die Bezahlung verlief etwas holprig, da Kreditkarten nicht akzeptiert wurden. Am Nachmittag jedoch war dies dann möglich. Stellplätze in Yachthäfen sind einfach prima, da sie über eine umfängliche Infrastruktur mit Sanitäranlagen, Küchen und Waschmaschinen/Trockner verfügen. Diese wurden am Nachmittag eifrig von uns genutzt. Neben Lesen, Radfahren und Ausruhen haben wir heute auch nicht viel gemacht. Falls wir den Platz für morgen noch einmal reservieren können, schauen wir uns das Städtchen und das hiesige Freilichtmuseum an. Mittlerweile geht die Sonne hier erst um 22:00 h unter und um 03:30 h wieder auf.

22.05.2026

Am Vormittag erkunden wir mit den Rädern das Freilichtmuseum der historischen Provinz Medelpad Norra Berget (nördlicher Berg). Das Museum und das Freizeitgelände befinden sich auf einem 115 Meter hohen Berg nördlich von Sundsvall und wurden ab 1906 errichtet. Das Freilichtmuseum umfasst 40 aus Holz und Fachwerk errichtete Gebäude aus verschiedenen Epochen. Das älteste ist die Holzkirche aus der Gemeinde Haverö, die bis 1645 zu Norwegen gehörte. Die Bauernhöfe stammen meist aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Der dazugehörige Aussichtsturm bietet eine tolle Aussicht auf Sundsvall. Für eine Mittagspause geht es zurück zum Stellplatz. Anschließend brechen wir erneut zu einer Radtour die uns über Stockvik nach Svartvik zu einem Industriemuseum mit Dampflok und Schienenrad sowie div. historischen Gebäuden führt zu denen auch eine Krugmacherei gehört. Die Route führt weiter über Nolby mit seinen Grabhügeln und einer alten Kirche. Für den Rückweg finden wir eine alternative näher am Wasser und etwas abseits der Bundesstraße. Nach 37 km erreichen wir den Stellplatz. Nach dem Abendessen planen wir die nächsten Tage. Morgen geht es an die Höga Kusta zum Besucherzentrum dieses Naturreservates. Am Sonntag fahren wir weiter zu den Storforsen und planen einige Tage frei zu stehen. Einen Platz mit Feuerstelle, Sauna und Picknicktisch haben wir bereits im Blick.