122. Los Cocoteros Oktober 2025

21.10.2025

Bevor es weitergeht, machen wir kurz noch einen Rundgang durch das Zentrum, in welchem ein kleiner Bereich durch den kanarischen Künstler César Manrique gestaltet worden ist. Übrig geblieben ist davon nicht viel. Es sind überwiegend Irish Pubs ansässig, kanarische Restaurants oder Cafés Fehlanzeige.
Bevor wir nach Tahìche aufbrechen, testen wir die Ent- und Versorgung an einer Tankstelle vor Arrecife. Alles kein Problem, Grau- und Schwarzwasser können in der Ablassrinne vor der Selbstwaschanlage entsorgt werden, Frischwasser erhält man über einen Coin an der Tankstelle, 100l/1€.
Der nächste Stopp führt uns nach Tahìche und der César Manrique Fondación.
César Manrique (1919-1992) wurde in Arrecife geboren und hat im Zusammenhang mit seinem künstlerischen Schaffen in Kombination mit ökologischen Zielen dafür gesorgt, dass Lanzarote 1993 von der Unesco zum Biosphärenreservat erklärt wird. Dies hat grundlegende Auswirkungen auf den Tourismus in Bezug auf Raum-und Bauplanung der Insel. Grundlegend ist dabei der Respekt der ursprünglichen Inselarchitektur und der Natur. Beispiele für seine Projekte sind die GrotteJameos del Agua, der Aussichtspunkt Mirador del Rio, der Jardin de Cactus sowie das Haus des Künstlers, in dem heute die Stiftung untergebracht ist.
Wir waren bereits 2015 das erste Mal hier, aber auch heute ist das Zusammenspiel von schwarzem Vulkangestein und weiß gestalteten Flächen und Räumen krass. Wenn die Sonne durch die Wolken dringt ist es so hell, dass man schier geblendet wird. Das ganze Anwesen ist in mehreren Vulkanblasen angelegt, ganz im Stil der 70er/80er Jahre. Ein geräumiges, für die damalige Zeit bestimmt exzentrisches Fleckchen Erde.
Anschließend suchen wir uns einen neuen Stellplatz, nur ein kleines Stückchen nördlich weiter die Küste hinauf. Hinter Guatiza geht es auf einer Schotterpiste nach Los Cocoteros. Wir stehen am Rande von Salinenfeldern direkt am Meer. Unter uns ist sogar eine kleine, angelegte Badebucht.

Bei einem Abendspaziergang erkunden wir das Örtchen. Es gibt sich völlig ruhig, scheinbar unbewohnt. Vereinzelt begegnen wir Menschen, die gerade mit ihren Hunden eine Runde drehen, ansonsten eher verlassen, wahrscheinlich Ferienhäuschen.

Vor dem Spaziergang hat Dirk noch einen Brotteig angesetzt: 500 g Mehl, 250 g Haferflocken, 2 Päckchen Hefe, 1,5 Teel. Salz, 400 ml Wasser). Während des Rundgangs ist er schön aufgegangen, wird noch mal geknetet und kommt in den Omnia. Nach 60 Min. bei ca. 125 Grad ist es fertig.
Der Wind nimmt zu und wir stehen fast alleine auf diesem Platz. Es ist stockdunkel, keine Lichtverschmutzung, keine Laterne, nur ein paar kleine Lichter aus einigen Wohnungen am Rande der Salinenfelder.

22.10.2025

Nur das Rauschen der Wellen und aufkommender Wind begleiten uns am Vormittag. Die Sonne hat erst einmal überhaupt keine Lust ihren Dienst anzutreten. Egal, die Solarpaneele bringen wir trotzdem an.
Gegen Mittag sitzen wir auf den Rädern und starten Richtung Guatiza. Unser Ziel: der Jardín de Cactus. Hier haben Millionen von Stacheln das Sagen und sie kommen aus verschiedenen Teilen der Erde. Riesengroße, kugelrunde, blütenbehaftet, kleinere Exemplare, sogar unstachlige Exemplare haben in dieser vulkanischen Anlage ein neues Zuhause gefunden. Der Jardin de Cactus stellt das letzte große Projekt von César Manrique dar. Dazu wählte er eine alte Deponie in einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet mit ausgedehnten Kakteenplantagen. Die Kakteenplantagen waren bzw. sind für den Anbau von Cochenille vorgesehen. Es handelt sich hier um eine Schildlausart, bei der aus den Eiern der Weibchen der Farbstoff Karmin gewonnen wird. Früher wurde dieser zum Färben von Textilien verwendet, heute ist er in der Zutatenliste von Nahrungsmittel und Kosmetika zu finden und unter der Nummer E120 bekannt. Er wird dafür genutzt, um Lebensmittel, Kosmetik und andere Gegenstände einzufärben. So können z.B. Süßwaren, Kaugummis, Backwaren, Kuchen, Fruchtsäfte, Erfrischungsgetränke, Eiscreme, Desserts, Joghurt, Wurstwaren, Fleischprodukte, Fertiggerichte und Suppen mit diesem Farbstoff versehen sein.
Wir lassen uns Zeit für einen Rundgang und ein wenig für die Überlegung, wann wir das letzte Mal etwas mit E120 gegessen haben könnten. Sobald die Sonne hervorkommt wird es warm, sehr warm und im angeschlossenem Restaurant gibt es eine kühle Erfrischung und Schatten sowie einen kleinen Talk mit einem Ehepaar vom Bodensee.
Dann geht es wieder zurück, nur unterbrochen mit einem Stopp im kleinen Mercado.
Für nachmittags war eigentlich ein Bad im Atlantik geplant, aber Wind und Wellen verhindern dies. Egal, die Stollenreste werden beim Kaffee vertilgt und danach eine Pause eingelegt. Den restlichen Tag verbringen wir lesend und Bilder verarbeitend und mit der Zubereitung des Abendessens. Heute bestehend aus Hähnchenkeulen mit Paprikareis.
So wie es aussieht werden wir auch morgen noch hierbleiben.

23.10.2025

Den Tag verbringen wir mit ein wenig Arbeit, einem Drohnenflug, bei dem sich eine Möwe mächtig gestört fühlt, gehen quasi direkt vor der Haustür im Meer baden und machen am Nachmittag einen kleinen Spaziergang am Meer entlang. Ziel: Cueva del Aqua oder auch Caldera del Aqua.
Es handelt sich um eine versteckte Felsenhöhle, in die Meerwasser eindringt und einen natürlichen Pool von großer Tiefe bildet. Sie hat einen Durchmesser von etwa zehn Metern und ist damit eine der größten der Insel. Deshalb ist sie einer der wenigen natürlichen Pools auf Lanzarote, in denen man angeblich tauchen kann. Nur wie gelangt man mit dem ganzen Equipment hinunter? An einer Seite ist ein Seil zum Auf-oder Abstieg im Vulkangestein befestigt. Aber ganz ehrlich, das ist echt etwas für Wagemutige. Das Wasser gelangt mit richtig Druck von außen in diesen Kessel und die Wassermassen quirlen inside so richtig herum. Wir gehen ein wenig weiter und plötzlich stehen wir im hellen Feinsand. Wo kommt der denn her?
Wieder am Van, bekommen wir gerade noch die Harpunenfischer mit, die von ihrem Fischzug zurückkehren. Einen Beutefisch können wir ausmachen und bekommen gleich Appetit. Aber zuerst wird alles wieder eingeräumt und für die morgige Abfahrt vorbereitet.

121. Arrecife (Lanzerote) Oktober 2025

19.10.2025

Die Überfahrt verläuft bei schönem Wetter weiterhin ruhig. Die meiste Zeit verbringen wir lesend an Deck. Zum Mittagessen gibt es Pizza. Anschließend sortieren wir unsere Sachen und halten auf dem Außendeck Ausschau nach Lanzarote. Gegen 15:00 Uhr lässt sie sich dann am Horizont ausmachen. Zwischendurch entdecken wir eine Delfinschule und gegen 17:00 h fahren wir langsam in den Hafen von Arrecife ein. Hier liegt bereits ein enormes Kreuzfahrtschiff. Sieht irre aus, wie es an uns vorbeizieht, als wir eine 180 Grad Drehung hinlegen, um mit dem Hinterteil der Fähre am Kai anzulegen. Nachdem die unteren Decks freigegeben sind, bahnen wir uns den Weg zu Rudi und machen uns fahrbereit. Den Hemmschuh entfernen wir selbst. Im Fahrzeug ist es irre heiß. Der Kühlschrank musste richtig arbeiten. Dafür ist der Ladestand der Batterien bei 80%, sieht also gut aus. Da wir keine Lust haben noch viel zu fahren, suchen wir uns 3 Parkplätze in unmittelbarer Umgebung, an der Costa Teguise. Vorher machen wir noch kurz am Lidl Halt und besorgen Wasser, Salat und Hähnchenfleisch fürs Abendessen.
Die ersten beiden Parkplätze haben eine Längenbegrenzung von max. 5 m und wir fahren weiter. Direkt an der Internationalen Schule stehen etliche längere Womos und wir stellen uns auf dem Seitenstreifen dazu.
Danach zaubern wir ein leckeres Abendessen, stöbern im Reiseführer und planen für Morgen die Erkundung von Costa Teguise.

20.10.2025

Im Anschluß an eine ruhige Nacht und einem ebenso gemächlichem Frühstück, bereiten wir die Räder für eine kleine Tour, die uns im Verlauf vlt nach Arrecife führt, seit 1852 die Hauptstadt Lanzarotes. Bis dahin war es Teguise, im Landesinneren gelegen. Bevor es losgeht befestigen wir das große Solarpaneel an der Fahrerseite. Wir müssen uns ja jetzt aktiv um die Energiegewinnung kümmern. Den nächsten Landstrom wird es wohl erst wieder auf dem Festland geben.
Wir starten mit einer Runde an der Küstenpromenade von Costa Teguise. Vorbei am Playa de las Cucharas und am Playa de los Charcos. Hotels säumen die Küstenlinie, kleine Läden, Supermärkte, Kneipen und Wassersportagenturen den dahinter liegenden Bereich. Alles sehr touristisch, wenn gleich nicht voll. Außerhalb des Ortes, jetzt auf Schotterpisten, bleiben wir an der Küstenlinie bis
hinauf zu der Ansiedlung Los Ancones. In Sichtweite zu den klassischen, kleinen weißen Häusern, wird über park4night ein Stellplatz angezeigt. Die Einfahrtsstraße sowie die Piste bis zur Klippenlinie scheinen fahrbar, jedoch muss zuvor eine Senke durchfahren werden und hier könnte der Fahrradträger aufsetzen😬. Daher eher nicht geeignet.
Es geht zurück bis wir im Ort auf den Radweg entlang der Küste Richtung Arrecife stoßen. Diesem folgend passieren wir Las Caletas, weiter einer Meerwasseraufbereitungsanlage, dem Fährhafen und einem Wrack, dem Telamón Frachtschiff, welches 1981, beladen mit Baumstämmen auf dem Weg nach Thessaloniki, vor Arrecife gestrandet ist. Seitdem fristet es hier sein Dasein und wirkt, obwohl verboten, als gefährlicher Anziehungspunkt nicht nur für Taucher. Das Verteidigungsministerium und die Hafenbehörde von Las Palmas haben 2021 die Abholung des Schiffes Telamón genehmigt.
Die Umzugsarbeiten bestehen derzeit aus der Demontage und dem Abtransport von Teilen des Schiffes.
Weiter geht es an der Fischereischule und der Marina von Arrecife vorbei, der Festung San Gabriel und der Islote de Fermina, vom kanarischen Künstler César Manrique geschaffene Landschaft einer vorgelagerten, kleinen Felseninsel. Der Name Fermina stammt von der gleichnamigen Unternehmerin aus Lanzarote, die die Insel in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts als Werft und Bootsbaustelle nutzte. Anschließend passieren wir noch das Grand Hotel und das Cabildo (Sitz der Inselverwaltung) bevor wir durch die Innenstadt fahrend den Rückweg antreten. Am Charco de San Ginés geniessen wir ein Eis als kleine Stärkung.
Gegen 17:00 h sind wir zurück am Van und brauchen erst einmal eine Kaffeepause und eine Dusche. Bei den darauf folgenden Kochvorbereitungen hat Dirk um 19:14 h die rechte Kühlschrankleiste in der Hand. Also von dem Kühlschrank, der im September 2025 neu eingebaut wurde, nachdem Modell 1 in Griechenland 2025 den Betrieb einstellte. Dieses Mal ist wenigstens noch Garantie drauf🤣.

120. Cadiz Oktober 2025

18.10.2025

Nach einer ruhigen Nacht brechen wir Richtung Cadiz auf. Nur eine kurze Strecke, gesäumt von abgeernteten Baumwollfeldern und schon geht es über die imposante Puente de la Constitucion hinein in die Altstadt von Cadiz und in den Fährhafen. Die Kontrollen am Eingang geben Anweisungen zur Fahrt an den Ableger der Armas-Fähre nach Lanzarote. Obwohl erst kurz nach 10:00 Uhr stehen hier schon viele weitere Reisende mit ihren Autos, Womos, Vans und Motorräder. Überwiegend spanische Kennzeichen, dazu französische, belgische, deutsche sowie finnische und schwedische. Gegen 11:00 Uhr werden wir weitergeleitet. Es geht Stück für Stück etwas weiter der Fähre entgegen. Bis dahin passieren wir vier weiteren Kontrollen, die Pässe, Fahrzeugschein und Tickets erfordern. Und dann stehen wir kurz vor der Fähre in einer Schlange und zwei Stunden passiert nichts, außer das unzählige Aufliegercontainer in den Bauch der Fähre rangiert werden. Ganz zum Schluß, rs ist bereits nach 13:00 Uhr sind wir an der Reihe und Rudi muss rückwärts auf die Fähre. Erst den Ableger ein Stück hinunter und dann die Rampe, auf einer schmalen Spur, steil nach oben. Der Fahhrsdträger hätte beinahe aufgesetzt. Für die weiteren Fährfahrten heißt das immer schön schräg auf die Rampe fahren. Rudi wird steil und kurz vor der Ladeklappe platziert. Anschließend geht es mit dem vorbereitetem Kleingepäck nach oben.

Rudi steht auf Deck 5 und auf Deck 7 erhalten wir an der Rezeption die Karte für den VIP-Bereich mit komfortableren Schlafsesseln. Es gibt Getränke und Obst und in dien sanitären Anlagen ist eine Dusche enthalten. Unsere Sitze sind schnell ausgemacht, leider lässt sich Dirks Sitz nicht bewegen, darum kümmern wir uns später, jetzt erst einmal aufs Deck und die Abfahrt miterleben. Auf dem hinteren Deck, mit Pool, Poolbar, gemütlichen Sesseln und Liegen, geniessen wir bei Sonnenschein und 26 Grad die Abfahrt aus dem Hafen und Weiterfahrt auf dem Atlantik.
Im Vergleich zu unserer Überfahrt von Igoumenitsa nach Ancona verfügt diese Fähre der Transnediteraneagesellschaft über einen weitaus besseren Standard. Es gibt über zwei Decks viele Sitzmöglichkeiten mit Sitzecken aus kleinen Tischen und Sesseln sowie Esstischen mit Stühlen bzw.,Bänken. Neben dem Self-Service-Restaurant ist eine Snack- und eine Poolbar vorhanden, gefolgt von Duty-Free-Shop und einem Indoorspielplatz.
Die Zeit verbringen wir mit Lesen, snacken, spazieren, Abendessen und Cabo spielen. Zwischendrin bemerken wir die Zeitumstellung – minus 1ne Stunde Ortszeit, also wie in Portugal.
Mittlerweile haben wir auch andere Sitze bezogen und können uns für die Nacht einrichten. Auf dem Rücken liegend, wie in einem Fernsehsessel zu schlafen, bedarf einiger Übung. Irgendwie klappt es aber mit kleinen Unterbrechungen und gegen 07:00 Uhr befinden wir uns in Höhe von Agadir.

119. Rota Oktober 2025

17.10.2025

Noch nicht ganz in Cadiz angekommen, sondern in Rota, am Playa de Punta Candor. Hier stehen wir auf einem Parkplatz für Campervans und zahlen 5€/24h, Ver- und Entsorgung, Frischwasser gleich nebenan.
Während der Fahrt hierhin haben wir Merida, Zafra, Sevilla und Jerez de la Frontera passiert, bis hinunter zur Costa de la Luz. Vorbei an riesigen Getreide- und Baumwollfelder. Überall haben sich die kleinen, weißen Baumwollbällchen in den vorbeiziehenden Sträuchern verfangen. Auf einigen Feldern wird noch geerntet. Beim Übergang von der Extremadura nach Andalusien begegnen uns zunehmend große Weinanbauflächen.
Das Thermometer pendelt sich auch heute auf 27 Grad ein.
Nach einem kleinen Strandspaziergang probieren wir den gestern erworbenen Köse mit Tomaten und Baguette. Im Anschluß packe ich schon den Rucksack für die Fähre, sortiere Pappteller, Becher, Tuc‘s und Nüsse in die faltbare Kühltasche. Der Rest gelangt auf der Fähre hinein. Aus der Überfahrt von Igoumenitsa nach Ancona haben wir gelernt – Selbstverpflegung vor Bordverpflegung. Frisches Brot gibt es dann morgen früh von der gegenüberliegenden Tanke.
Der Plan ist gegen 09:30 h Richtung Cadiz aufzubrechen. Bis dorthin sind es ca. 40 Minuten. Die Einschiffung beginnt um 10:30 h und um 12:30h soll es losgehen. Ankunft in Arrescife 15:00 h am 19.10.2025.

118. Montánchez (E) Oktober 2025

14.10.2025

Heute sind wir weiter gefahren bis nach Montáchez, einem kleinen Dorf in der Extremadura, ca. 360 km von Cadiz entfernt. Hier stehen wir auf dem Stellplatz „Camperstop Alegria“, einfach wunderschön, klein und schnuckelig am Rande des Dorfes angelegt und von einem niederländischem Paar geführt.
Morgen schauen wir uns das Örtchen samt Burg an. Btw, wir hatten heute 29 Grad.

15.10.2025

Frühstück draußen bei 19 Grad und gleichzeitig Testlauf für die Aussenküche. Fazit: Test bestanden, wird jetzt immer draußen angebracht, wo sie gerade benötigt wird.
Den Vormittag haben wir mit räumen und suchen verbracht sowie Energiegewinnung via Solarpaneel. Nicht zu vergessen dem anschließendem Duscherlebnis mittels kaltem Wasser.
Später sind wir zu einer kleinen Radtour in das Örtchen aufgebrochen und eigentlich schnurstracks zum Castle hinauf. Wir haben so was von keine Kondition.
Montánchez selbst ist ein Ort und eine Gemeinde mit 1.608 Einwohnern im Westen der spanischen Provinz Cáceres in der Extremadura. Merida, die zentrale Stadt der Region liegt weiter südlich, diese werden wir bei unserer Weiterfahrt passieren.
Wichtigstes Bauwerk der Kleinstadt ist die Burg, deren heutiges Erscheinungsbild aus der Zeit nach der Rückeroberung durch die Christen stammt. Sie besteht aus einem äußeren Mauerring und der eigentlichen Burg mit ihren ehemaligen Wohnbauten und Stallungen. Mehrere verputzte Zisternen (aljibes) aus maurischer Zeit dienten der Wasserversorgung.
Von hier oben hat man einen fantastischen Blick auf das Gebiet der Extremadura.
Die Region beherbergt drei UNESCO-Weltkulturerbestätten: die Stadt Cáceres, Mérida mit ihren römischen Denkmälern und das Kloster von Guadalupe. Die Region ist auch ein Zentrum für Astro-Tourismus, Vogelbeobachtung und abseits der ausgetretenen Pfade gelegene Reiseziele sowie mehreren Nationalparks.
Anschliessend rollen wir ins kleine Zentrum auf der Suche nach einem Supermarkt. Eigentlich hat alles geschlossen oder macht um 17:00 Uhr wieder auf. Die Zeit bis zur Öffnung kann man gut mit einem erfrischendem Getränk überbrücken und so steuern wir eine kleine Bar am Hauptplatz an und geniessen ein gezapftes Bier in Weingläsern mit Oliven und leckeren Chips. Leider hat der Supermarkt auch nach 17:00 Uhr noch geschlossen und so fahren wir zurück zum Stellplatz, geniessen den Abend und den Aufenthalt im Freien. Morgen ist eine weitere Radtour in die Umgebung geplant.

16.10.2025

Heute stand ein kleiner Einkauf sowie eine Fahrradtour auf dem Programm. Den Supermarkt hätten wir ohne Tipp nie entdeckt: auf dem Gelände einer Fleischfabrik ein Eingang mit einer grünen Markise. Dahinter verbirgt sich wirklich ein Mercado, gut sortiert. Wir erstehen das Nötigste für den morgigen Tag sowie für die Fährüberfahrt am Samstag. Erst einmal zurück zum Stellplatz und rasch den Einkauf verstaut.
Dann auf die Räder und auf zu einer Radtour, die uns um Montánchez führen wird. Dabei durchqueren wir zuerst den Ort, verfolgen etwas die Hauptstraße hinunter vom Berg und verlassen die befestigte Straße in Richtung Albalá. Das Örtchen befindet sich bereits in der Ebene und wir sausen vorbei an Weiden, Korkeichen und Feigenplantagen. Schon bald geht der Asphalt zunächst in Schotter und wenig später in eine Steinpiste mit verbrannten Seitenrändern über. Parallelen zu der Radtour aus Chalkidiki scheinen offensichtlich.
Albalá erscheint als verwinkeltes, aber auch verlassenes Örtchen, mit unzähligen abgeschottenen Häusern. Es findet sich nicht viel an Infrastruktur, nur eine Bar hat geöffnet.
Wir fahren weiter. Landschaftlich ändert sich nichts und auch der nächste Ort Valdefontes ähnelt Albalâ. Bei Torre de Santa Maria ändert sich ebenfalls nichts. Wir fragen uns, wo die ganzen Einwohner der unzähligen Häuser sind. Bevölkerungsschwund, Abwanderung, …? Nur ältere Menschen sind hier und da zu sehen. Hinter Torre de Santa Maria passieren wir erneut Weideflächen und Feigen- sowie Olivenhaine. Die restlichen 6 km führen uns stetig ansteigend hoch nach Montánchez und wir nähern uns dem Ort aus der anderen Richtung, kommen direkt am Stellplatz aus. Pause und snacken sind angesagt. Im Anschluß bereiten wir bereits alles für die morgige Fahrt nach Cadiz vor und später gibt es noch Nudeln mit Pesto.

117. Biarritz Oktober 2025

13.10.2025

Am Morgen wieder früh gestartet, bei ziemlicher Bewölkung und neun Grad. Die Bewölkung ging dann ziemlich schnell in Nebel über und die dunstige Suppe verschwand dann auch so plötzlich wie sie gekommen war. Am Mittag in wurden uns dann 25 Grad angezeigt, Zeit die warmen Sachen zu wechseln.
Da ich ein Fan von Straßenkarten bin, konnte ich mich heute so richtig austoben. Durch mangelnde Vorbereitung musste das Kartenumschlagen während der Fahrt erfolgen. Sah eher nach einem Mega-Origami-Projekt, als nach geübtem Beifahrermanagement aus.


Während der Tour lauschten wir heute einem Hörbuch von Cay Rademacher: Geheimnisvolle Garrique (Kommissar Roger Blanc Reihe, Mai 2025). Gefällt uns bis jetzt ganz gut und wird morgen fortgesetzt.
Zwei Tankstopps weiter und neun Stunden später erreichen wir Biarritz, stehen in unmittelbarer Nähe des Strandes Mylady Beach. Diesen suchen wir auch sofort auf und geniessen einen schönen Sonnenuntergang, bereits mit Blick auf die spanische Küste in der Ferne.
Zurück im Van kommt die vorbereitete Maultaschensuppe zum Einsatz, gewürzt mit Überlegungen für den morgigen Fahrtag.

116. Toulon-sur-Arroux (F) Oktober 2025

12.10.2025

Neuneinhalb Stunden später und 748 km weiter haben wir einen Stellplatz in Toulon-sur-Arroux
erreicht. Eine kleine Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franch-Comté. Die Route führte uns über Würzburg, Stuttgart, Straßburg, Mühlhausen, Belfort, Besancon und Chalon-sur-Saone.
Morgen geht es in Richtung Bordeaux weiter.
Vorgekocht haben wir auch schon. Während wir heute Pfannkuchen mit Champignons zubereitet haben, wurden gleich einige Küchlein mehr abgebacken. Die kommen morgen in eine Gemüsesuppe mit Maultaschen und die ist auch schon fertig.

115. Bad Königshofen Oktober 2025

10.10.2025

Es ist noch sehr früh, um genau zu sein 05:43 Uhr und wir sind schon zur Hälfte wach. Also ich bin wach und Dirk schläft noch. Die Nacht haben wir bereits im voll gepackten Rudi verbracht. Voll, weil uns diesmal der Hänger nicht begleiten wird und benötigtes Equipment seinen Platz im Kabe finden mußte.
Vor genau einem Jahr haben wir uns zu unseren ersten Reise Richtung Portugal aufgemacht und nach dem Frühstück starten wir zu Tour 3, die uns zu den kanarischen Inseln führen wird. Erster Stopp: Bad Königshofen, Frankentherme. Hier steht ein Seabridge-Treffen an auf dem wir uns u.a. über die bevorstehende Neuseelandreise informieren wollen.

Früh am Nachmittag erreichen wir Bad Königshofen. Der Stellplatz an der Franken-Therme ist bereits gut gefüllt. Nach der Anmeldung richten wir uns erst einmal ein. Ver- und Entsorgung, Hauswirtschaftsraum (?) sowie ein Sanitärgebäude sind vorhanden. Auf der Infotafel davor bemerke ich einen Aushang für ein Wollgeschäft „Der Wollkorb“ ganz in der Nähe (Ipsthausen). Da müssen wir hin. Auf einem Wander- bzw. Radweg geht es an einer Wallfahrtskirche vorbei, in den Vorort von Bad Königshofen. Und hier gegenüber dem Dorfbrunnen finden wir das begehrte Fachgeschäft. Der Laden befindet sich im Erdgeschoss eines Wohnhauses und schon beim Öffnen der Eingangstür bleibt man praktisch an Bergen von Wollknäueln hängen. Die Tür zum Verkaufsraum ist angelehnt und wird vorsichtig geöffnet. Eine Offenbarung, überall, aber wirklich überall haben Unmengen von Wollknäueln ein neues Zuhause gefunden: in den Regalen, vor den Regalen, an der Decke, auf Stühlen, in Kartons und Tüten, in Fächern, die sich um eine Säule winden und auf dem winzig kleinen Kassentischchen. Eine andere Welt und kurz frage ich mich, wer diese Fundgrube geschaffen hat und mit welcher Währung ich hier bezahlen kann, denn eins ist klar, ohne Wolle gehe ich hier nicht raus. Es regt sich was, vor der Kasse bewegt sich ein orangefarbener Pullover, selbstgestrickt, ich vermute ein Mohair-Alpacagemisch und ich mache die Besitzerin aus, die so scheint es, in einer gewachsenen Symbiose mit ihrer Ware lebt und arbeitet. Herrlich! Ich erstehe Wolle für das Taschenprojekt von Micky und ein Megaknäuel Wolle mit Farbverlauf für ein Tuch.
Anschließend spazieren wir ins Zentrum des Kurortes, der in die Jahre gekommen ist. Vorbei am Kurpark mit Trink- und Wandelhalle sowie einem Gradierpavillon, einer Anlage zur Salzgewinnung. Sie besteht aus einem Holzgerüst, das mit Reisigbündeln (vorwiegend Schwarzdorn) verfüllt ist. Der Salzgehalt der hindurchgeleiteten Sole wird durch die natürliche Verdunstung des Wassers erhöht. Das Funktionsprinzip ähnelt somit dem einer Saline. Der kurative Aufenthalt soll sich positiv auf die Atemwege auswirken.
Im Zentrum der Marktplatz mit Brunnen, das Rathaus mit Glockenspiel und im Hintergrund die Stadtpfarrkirche, umgeben von fränkischen Fachwerkbauten und leider viel Leerstand.
Zurück im Van gibt es Nudeln mit Pesto und Salat, bevor wir gegen kurz vor 20:00 Uhr zum Kursaal aufbrechen. Silberrücken beherrschen das Bild. Es Reiseberichte zu Touren in Afrika und Südamerika stehen auf dem Programm. Der Bericht über eine Reise durch Transafrika ist schon beeindruckend, aber die Dokumentation zur Panamericana ist der Hammer und wir sind schock-verliebt. Jetzt nur keinen Blödsinn machen, sondern erst einmal drüber schlafen🤣.

11.10.2025

Ein ganz normaler Samstag mit einem Einkauf am Vormittag, einem Essen schon am Mittag und vielen Reiseberichten ab dem frühen Nachmittag. Es ging um Reisen durch die USA, an die Baja von Mexiko, weiter ans andere Ende der Welt sowie an die Weihrauch- und Seidenstraße. Tolle Bilder und authentische Reiseerfahrungen.


Morgen geht es Richtung Frankreich, mal sehen wie weit. Einen Übernachtungsplatz haben wir deshalb noch nicht im Blick. Das ergibt sich während der Fahrt.

114. Bremen August 2025

21.08.2025

Nächster Halt: Bremen. Heute heisst es weiter km machen und durchstarten bis Bremen. Hier werden wir die nächsten 1,5 Wochen mit Familie und Enkelkindern verbringen. Gerne würden wir uns an der Weser einen Platz auf dem Womo Stellplatz Zum Kuhhirten ergattern, aber leider ist hier alles voll. Plan B ist der CP Hansecamping am Stadtwaldsee in Uninähe, den wir tatsächlich kurz vor Schließung gegen 20:00 Uhr erreichen und zumindest bis Sonntag einen Stellplatz festmachen können. Tatsächlich bleiben wir hier bis zum 31.08.2025, bevor es nach Hause geht.

Wir erleben eine ereignisreiche Woche mit unseren Enkelkindern, einen Ausflug nach Bremerhaven, eine Inspektion bei Mercedes mit Hotelübernachtung und einen schönen sechsten Geburtstag von Anna.

31.08.2025

Am frühen Abend erreichen wir Hilden. Es wird nur das Nötigste nach oben gebracht und bei einem leckeren Kaffee erst einmal ausgiebig OHM gemacht. Tour 2 fast beendet. Aber nur fast – mit einem griechischem Essen in unserem Stammrestaurant begehen wir den Abschluss unserer Sommertour 2025.

113. Anger (D) August 2025

20.08.2025

Kurz nach acht Uhr sind wir unterwegs. Wir wollen auf jeden Fall bis nach Villach und dort einen weiteren Übernachtungsstopp einlegen. Tatsächlich kommen wir so gut voran, dass wir es über Salzburg und die Tauern bis hinter die österreichische Grenze schaffen und in Anger beim Gasthof Zum Neuwirt einen Standplatz finden. Die Küche hat zwar offiziell schon geschlossen, aber ein Paprikaschnitzel mit Pommes sind noch drin. Dazu ein kühles Helles, ein Plausch mit dem jungen Wirt (ebenfalls Camper) sowie ein Doppelkopf-Stammtisch, der die Wirtschaft abschliesst runden das Abendprogramm ab.

112. Ancona (I) August 2025

19.08.2025

Die Fährüberfahrt nach Ancona mit der Grimaldi Line war ein etwas anstrengendes Erlebnis, da sich insbesondere die im Preis inbegriffenen Pullmannsitze als normale Autoschalensitze entpuppten, nicht verstellbar und seitlich nicht abgeflacht, sondern mit hochgezogenem Rand versehen. Unsere Sitze befinden sich in der zweiten Reihe und haben tatsächlich noch eine gegenüberliegende Sitzreihe, nicht etwa mit Abstand, sondern sozusagen Knie-an-Knie. Darüber ein riesengroßer Bildschirm für die nächtliche Unterhaltung. Wir deponieren Decken und Kissen auf den reservierten Plätzen und bahnen uns anschließend einen Weg zum Oberdeck. Bei untergehender Sonne und warmen Wind genießen wir die Abfahrt. Auf Wiedersehen Griechenland – wir kommen bestimmt wieder.

An Deck herrscht geschäftiges Hin- und Her. Es macht Spaß zuzuschauen. Bis am Kiosk riesige Boxen, Mikro und ein Hochstuhl aufgebaut werden, gefolgt von einem mittelgroßen Entertainer mit stämmiger Figur. Die musikalische Präsentation beginnt unverblümt und ohne Begrüßung, der Musiker setzt mitten in einem Song (Titel habe ich verdrängt) mit seinem Playback ein. Die Lautstärke seines Vortrages korrespondiert so gar nicht mit der lauschigen Abendstimmung, der Sonnenuntergang wird quasi konsequent niedergesungen. Zeit für uns zu gehen. Es ist zwar noch nicht dunkel, aber auf dem Weg zu den Sitzen auf Deck 5, haben es sich bereits etliche Passagiere auf den Aussendeck´s gemütlich gemacht. Bei den Sitzen angekommen, stellen wir fest, dass diese belegt sind, andere Passagiere liegen kreuz und quer. Unser Falschschläfer wird des Platzes verwiesen, schließlich haben wir reserviert (grins). Tja im Land der Ahnungslosen trifft man schon einmal nicht so angemessene Entscheidungen. Es ist wohl Usus sich irgendwo auf freie Plätze nieder zu lassen, eine erträgliche Schlafposition einzunehmen, ohne auf die Reservierungsnummer zu achten. Wieder was dazu gelernt. Wir richten uns ein und versuchen zu schlafen. Dirk schafft es bis 02:00 Uhr und ich bis kurz nach 04:00 Uhr. Stretching und Schmerzgel für den Rücken sind angesagt. Mittlerweile hat Dirk durch ein unerwartet eingetretenes Lesefieber die komplette Reihe der Sylter Krimi´s sowie den letzten Teil der Kommissar Hübner Reihe hinter sich gelassen und in der Nacht einen Servicemitarbeiter davon abgehalten, den überdimensionalen Fernseher einzuschalten, um eine Footballübertragung zu verfolgen. Danke!

In der Cafeteria genehmigen wir uns einen Kaffee, realisieren die Geräuschkulisse von Menschen, die sich durch konsequentes Hin- und Herlaufen die Nacht vertreiben. Am besten gefallen mir dabei die Brummifahrer. Diese sind mit ihren gefüllten Kühltaschen, Kissen und Schlafsäcken top ausgestattet und scheinen diese Überfahrt zu genießen. Apropos Kühltasche, diese werden auch wir lecker gefüllt bei unserer Fahrt von Cadiz nach Arrecife dabeihaben. Die Preise für Getränke und Speisen auf der Fähre sind sehr hoch und das Angebot nicht appetitlich. 

Nachdem Dirk von der Toilette zurückkommt und detailliert berichtet, wie der aktuelle sanitäre Sachstand ist, ist bei mir akuter Harndrang nicht mehr als zwei Worte. Die Toiletten auf den anderen Deck´s werden als Option ins Auge gefasst.

Nach einem Frühstück vertreiben wir uns die Zeit auf Deck und auf den Sitzen mit Lesen, planen, snacken und spazieren gehen. Kurz vor Ancona entdeckt der Kapitän eine Rettungsinsel im Wasser und vollzieht eine 360° Drehung, um zu checken, ob Hilfe benötigt wird. Dies ist nicht der Fall und wir erreichen wenig später den Hafen von Ancona. Da wir bereits gestern unsere Standposition rückwärts eingenommen haben, können wir heute geradeaus die Fähre verlassen und uns in den Feierabendverkehr stürzen. Unser Übernachtungsziel liegt ein wenig landeinwärts bei Apiro auf einem CP einer landwirtschaftlichen Genossenschaft. Hier werden wir von Giovanni erwartet, der uns einweist und den kleinen Foodtruck für einen Imbiss unsererseits noch geöffnet lässt. Nachdem wir uns eingerichtet haben, werden dort kleine Vorspeisen gezaubert, eine Flasche regionaler Wein entkorkt und dicke Bauernbrote geschmiert. Die Köstlichkeiten genießen wir beim Sonnenuntergang und herrlichem Ausblick auf das im Tal liegende Apiro und fallen anschließend satt und müde ins Bett.

111. Dodoni August 2025

15.08.2025

Früh reisen wir ab. Ein Kaffee im Thermobecher und Croissants im Gepäck. Gegessen wird zwischendurch. Heute ist Feiertag, Maria Himmelfahrt und die Straßen entsprechend voll. Bis zur unserem letzten Stopp in Griechenland bei Dodoni brauchen wir für eine Strecke von ca. 450 km gute 7 Stunden. Über park4night haben wir den Camperstopp Thrientes ausfindig gemacht. Hier ist der Aufenthalt kostenlos. Die dazugehörige Taverne wird aber gerne zum Essen und Trinken genutzt. Ein uriges Gelände, mit Aussenduschen, Wasseranschluß, Spielplatz und sogar Waschmaschine sowie Trockner. Das Besitzerehepaar hat sich diese Existenz vor 2 Jahren nach einem stressigen Job mit viel Herzblut aufgebaut. Die Taverne wird von vielen Einheimischen und anreisenden Campern genutzt. Es ist ein schönes Durcheinander.

16.08.2025

Nach einem Bummelfrühstück und einer Einheit Wäsche waschen, brechen wir gegen Mittag zur Besichtigung des Heiligtums von Dodona auf. Wir folgen zu Fuß der Straße in Richtung des gleichnamigen Ortes. Für den Eintritt müssen wir p.P. 15 € berappen, aber für die Besichtigung der ältesten Orakelstätte des griechischen Festlandes wahrscheinlich eine angemessene Investition. Nur dumm, dass wir die Wasserflaschen im Rudi gelassen haben. Was für ein Anfängerfehler. Zum Glück gibt es auf dem Gelände Wasserspender.
Das Heiligtum von Dodona ist eine alte Kultstätte des Göttervater Zeus und der Erdgöttin Dione. Das Bestehen der Orakelstätte lässt sich durch Funde bis ins 3. Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgen. Das Orakel von Dodona wurde überwiegend von der Bevölkerung in privaten Angelegenheiten genutzt, als zu großen staatspolitischen Entscheidungen befragt. Die antike Stätte wurde 1873 von Konstantin Karapanos entdeckt. Imposant ist das grosse Theater und der Säulensaal des Rathauses.
Nach soviel Geschichte verspüren wir Lust auf eine kleine Erfrischung und spazieren in den höher gelegenen Ort Dodoni. Dieser scheint eigentlich verlassen, doch mittendrin an einem Brunnen entdecken wir in einem kleinen Garten die Taverne Meipaki. Hier pausieren wir bei griechischem Salat, Tzaziki und gegrillten Pilzen mit Creme Balsamico. Was für ein lauschiger Ort. Über eine kleine Nebenstraße tippeln wir zurück zum Stellplatz. Später am Abend wird hier gemütlich mit Hund gegessen.

17.08.2025
Schon wieder Sonntag und unser vorletzter Tag in Griechenland bricht an. Morgen geht die Fähre nach Ancona.
Wir frühstücken in Ruhe, managen unseren Stromhaushalt via mobilem und stationärem Solarpaneel, schreiben Reisetagebuch, lesen und müssen schon wieder griechischen Salat essen.

18.08.2025

36zigster Hochzeitstag und Abschied nehmen von Griechenland. Am Abend werden wir von Igoumenitsa die Fähre nach Ancona nehmen. Damit geht Tour 2 so langsam ihrem Ende entgegen. Nach einer Übernachtung in der Nähe von Ancona, treten wir die Rückreise nach Deutschland an, werden eine Woche in Bremen bleiben und anschließend einen größeren Halt zuhause einlegen.

110. Sykea Juli/ August 2025

11.07.2025

Während des Frühstücks beschließen wir trotz aller Nostalgie spontan aufzubrechen und weiter zu fahren. Der Platz sagt uns nicht so zu und der Strandabschnitt auch nicht. Also alles wieder gepackt und los geht`s Richtung Sarti bzw. Sykea. Hier hatte ich am Morgen mit dem CP Katerina telefoniert und die Auskunft erhalten, dass ausreichend Plätze zur Verfügung stehen. Die Fahrt dauert noch nicht einmal 40 Minuten und wir tauchen ein, in ein wunderschönes Gebiet mit weiten Buchten und felsigem Hinterland. Ist das schön!

Auf dem CP werden wir von der Besitzerin freundlich empfangen (schwäbisch) und können uns einen Platz im hinteren Bereich aussuchen. Unter Umständen müssen wir diesen aufgrund einer Reservierung noch einmal wechseln, aber wenn wir mit Rudi unter den Sonnenschutz passen, ist alles geregelt. Dies gelingt uns auch. Danach geht´s erst einmal ins Wasser, direkt vor dem CP ist das Meer. Am Nachmittag spazieren wird in die Nachbarbucht und genehmigen uns ein kühles Bier.

12.07.2025

Früh am Morgen verlässt genau vor uns eine Familie den Stellplatz und nach kurzer Klärung ziehen wir schnell dorthin. 

Der CP ist familiengeführt, hat einen kleinen, eher snackfreundliche Minimarkt, ist sehr gepflegt und macht einen ansprechenden Eindruck. Was uns hier gut gefällt, ist der Versorgungsservice. Da es keine Supermärkte gibt (außer einen kleinen auf dem CP Melissa in der Nachbarbucht Richtung Sykea-Beach) kommt hier täglich um 08:00 Uhr der Bäcker, Mo-Mi-Fr der Gemüse-Obsthändler sowie der Fischwagen. Die Preise sind günstig und man kauft das ein, was benötigt wird.

13.07.2025

Strand ist angesagt.

14.07.2025

Es geht auf´s Rad und Dirk fährt vor. Die Buchten von Sykea und Valti sind auf einer kleiner Küstenstraße gut befahrbar und so radeln wir, das Wasser linksschultrig die Küste, bis zum Leuchtfeuer mit Minihafen ab. Auf der Rückfahrt gibt es in der Taverne To Akrogiali ein schönes Mittagessen mitten im Sand.

15.07.2025 – 18.07.2025

Es folgen ausgiebige Strandtage mit Lesen, Tagebuch schreiben, Schwimmen, Schnorcheln, Häkeln und SUP´en.

19.07.2025

Nach einigem Hin- und Her geht es mit den Rädern nach Sarti. Hatte beim Aufwachen ganz vergessen, dass hier samstags ein Markt sein soll. Hinderlich ist wieder einmal der unberechenbare Verkehr auf der Ringstraße, die wir fast nur ausschließlich benutzen können. Auf dem Weg dorthin nehmen wir immer mal wieder Abzweigungen die vermeintlich an die Küste führten könnten, werden aber nur eingeschränkt fündig. Sarti selbst wurde 1922 von Flüchtlingen aus Kleinasien gegründet, die für sich hier eine neue Heimat gesucht haben. Der Ort liegt an einer langgezogenen Bucht und ist durch und durch ein Touriort. Uns selbst gefällt es hier nicht und nach einem kleinen Einkauf im Supermarkt geht es zurück nach Sykea und an den Strand. Abends bleiben wir bis zum Sonnenuntergang hier, geniessen ein Bierchen, beobachten u.a. Löschflugzeuge, vlt. auf einem Inspektionsflug befindlich.

20.07.2025

Der Trödelvirus hat uns voll erwischt und bis wir in die Gänge kommen ist es mittags. Egal, auch heute geht es an den Strand, die Temperaturen steigen wieder und Abkühlung ist angesagt.

21.07.2025

Gemäß dem Motto: The same procedure than last day, verbringen wir die 2. Tageshälfte am Strand. Es wird gelesen, gequatscht, geSUPt und geschnorchelt. Abends geht es noch kurz in den Supermarkt des CP Melissi am Nachbarstrand zum Einkaufen. Anschliessend ein leckeres Abendessen mit nachfolgender Kinonacht. Wir schauen die Serie „Department Q“ zu Ende.

22.07.2025

Zusammenfassung des Tages: noch weniger ist Meer!

23.07.2025

Mit Temperaturen über 30 Grad, spielt sich der überwiegende Teil des Tages am Strand unter‘m Schirm und im Wasser ab.
Weiter unten in Griechenland, Höhe Athen, klettern die Temperaturen fast bis 40 Grad und die Behörden haben hier sogar für die Mittagsstunden Arbeitsverbote ausgerufen. Ausserdem sind die Einsatzkräfte zur Waldbrandbekämpfung in Alarmbereitschaft.
Zum späten Abendessen gibt es heute Gambas, Sardinen, Salat und Reis. Fisch und Krabbeltiere wurden in der Früh beim fahrenden Fischhändler frisch erworben.

24.07.2025

Heute ist Kreislauf angesagt. Nach ein wenig Arbeiterei und Frühstück, schickt mich mein Körper zurück ins Bett. Während ich fast noch drei Stunden schlafe, wandert Dirk zum Strand und verbringt die Zeit im Wasser und später lesend. Er hat die 12teilige Sylter Krimireihe von Thomas Herzberg bereits komplett durchgelesen und mit der Harry McCoy Reihe von Alan Parks begonnen.

Während das Abendessen vor sich hin bruzelt rufen wir Cora an. Sie hat heute Geburtstag. Wir erwischen sie zuhause, wo die ganze Family die Pizzabestellung sehnsüchtig erwartet. Während Anna an den neuen Turnringen schaukelt, zeigt uns Arne seinen Vorderzahn, der beim Nachhausekommen durch eine kleine Rangelei ein Stück verloren hat. Das Geburtstagstörtchen ist auch angekommen, nachdem es zuerst an die Nachbarin mit ähnlichem Namen ausgeliefert worden ist.

25.07.2025

Tja, jetzt ist es soweit. Wir beide konnten uns zunächst nicht mehr daran erinnern, was wir heute angestellt haben🤣.
Ein ganz normaler Strandtag mit abendlichem Besuch des Obst- und Gemüsehändlers. Und der Überraschungsstrauss für Nina ist auch angekommen🫶🏼.

26.07.2025

Es ist wieder Samstag und für heute morgen steht ein Besuch der Zipfelhauptstadt Sykea an. Erstaunlicherweise darf ich die Route bestimmen. Wir müssen uns nur ca. 5 km ins Landesinnere begeben, auf überwiegend unbefestigten Straßen, aber alles geht gut, Hauptsache keine Hauptstraßen. Es ist eine eher unscheinbare Zipfelhauptstadt, welche aber samstags viele Einheimische und Touris zum Wochenmarkt lockt. Uns gefällt es von Anfang an, weil es ursprünglich ist. Die kleinen Kafenions sind gut besucht für einen Frappé und einen Schwatz, der Markt schlängelt sich durch eine enge Wohnstrasse. Zu Beginn Obst-,Gemüse-, Fisch-, Fleisch-, Öl-, Kräuter- sowie Gebäckstände und weiter hinten Haushaltsartikel und Bekleidung. Bereits um 09:00 Uhr ist es schon sehr heiß. Zwischendurch legen wir eine Pause direkt beim Geflügelstand in der gegenüberliegenden Taverne ein. Kein Chi-Chi sondern einfache Stühle mit Korbgeflecht und Tische mit dünnen, knisternden Papierdecken. Herrlich! Wir decken uns für die nächsten 2-3 Tage ein (mehr passt nicht in die Kühlbox), radeln zurück und der Rest des Tages ist Strandtag, anders wäre nämlich schlecht.

27.07.2025 – 30.07.2025

SchwimmenTötternRumsitzenArbeitenNachdenkenDahinschmelzen.

31.07.2025

Heute haben wir den Tag über alles wind- und regendicht verpackt. Wind und dunkle Wolken sowie Donnergrollen kündigten ersehntes Nass an. Letztendlich hat es dann gegen 19:00 Uhr angefangen zu schauern und zu gewittern. Nach drei Monaten haben wir das erste Mal wieder komplett indoor verbracht. Um uns herum sind viele rumänische Familien mit Zelten unterwegs. Als es dann ausgiebig wie aus Kübeln schüttete, befürchteten wir schon, dass viele eine ziemlich nasse Nacht verbracht haben. Aber heute morgen sah alles nicht so schlimm aus.

01.08.2025

Der Höhepunkt des heutigen After-Regentages bildete das Abendessen in einer Taverne beim CP Melissi. Hier sind wir bereits zu Beginn unseres Aufenthaltes für ein Bierchen eingekehrt (Marke Alfa) und haben den Ausblick und die Deko bewundert. Leider hat uns das gewählte Essen nicht überzeugt, dafür konnten ausführliche Beobachtungen zur Bedienung und Gästen durchgeführt werden. Es wird immer voller und wir machen unseren Tisch für hungrige Gäste frei. Den Ouzo trinken wir an der Bar, untermalt mit lauter Salsamusik in Schleife. Der Chef dankt uns vielmals für die Freigabe des Tisches und spendiert uns einen weiteren Ouzo. Da man beim Ouzo trinken etwas essen muß, kommt ein gegrillter Schafskäse mit Olivenmarmelade dazu.
Die ist so lecker, dass wir morgen auf dem Markt unbedingt danach Ausschau halten müssen.

02.08.2025

Ohne Wecker schaffen wir es tatsächlich um 06:30 Uhr aufzustehen. Nach einem Kaffee geht es auf die Räder und erneut zum Markt nach Sykea. Es ist noch nicht so warm und der Markt bereits geöffnet, aber nicht voll. So genießen wir den Einkauf von Obst, Gemüse, Feta und Eiern sowie etwas für das abendliche Grillen. In der Apotheke wird noch eine kortisonhaltige Salbe gegen Insektenstiche besorgt und dann erst einmal zurück und ausgiebig gefrühstückt.

03.08.2025

Es ist Trödelsonntag, mit allem was dazu gehört, also incl. Mittagsschläfchen, wenn auch nur meinerseits. Dirk ist nach dem „Frühstück“ an den Strand. Irgendwann am Nachmittag erreichte uns der neue Tourkatalog von Seabridge und damit auch Reiseideen für 2026. Der ganze Katalog wurde abends über den Fernseher genauestens studiert.

04.08.2025

Montag Vormittag 10:39h Eingang des Tourbuches New Zeeland (während dem Frühstück), 11:27h gebucht (ein Kaffee geht noch), Eingang der Buchungsbestätigung um 12:51h (nach der ersten Runde im Wasser). So kann‘s gehen. 2026 geht es vom 09.10. bis zum 19.11. nach New Zeeland – eine Reise im Camper über beide Inseln.
Von Mai bis August 2026 werden wir eine Tour rund um die Ostsee starten: Deutschland, Dänemark, Schweden, Abstecher Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen.
Wer weiß was noch alles geplant wird, wenn wir noch länger hier stehen.

05.08.2025

Die Planungen für 2026 müssen bei einem weiteren Strandtag erst einmal sacken🤣.
Abends gibt es Gemüselasagne aus dem Omnia.

06.08.2025

 

Radtour nach Kalamitsi

Mittwoch und dazu ein Tag mit Bewölkung, ideal um mit den Rädern einen kleinen Teil der mittleren Halbinsel von Sithoniazu erkunden. Auf Komoot, Gaia und Google Maps haben wir uns eine Strecke herausgesucht, die uns nach Kalamitsibringen soll. Auf den Karten sind in dem Gebiet zwischen Kalamitsi Beach, Kriaritsi und Paralia Klimataria unzählige, kleinere Straßen verzeichnet. Wir gehen davon aus, dass sich hier ein großes Feriengebiet befindet, mit Durchfahrtmöglichkeiten zu unserem heutigen Zielort. Gestartet wird in Richtung Pigadaki und Linarki Beach, mit dem Restaurant To Akrogali und die Küstenstraße weiterverfolgend. Vorbei am Strand Limanaki Sukia und dem dazugehörigen kleinen Hafen, ganz bis zum Ende, am Strand von Tourkolimnoias. Um zunächst Richtung Klimataria Beach zu gelangen, geht es ein Stück zurück und mit heftiger Steigung die oben gelegene Küstenstraße entlang. Die Straße ist schmal, es herrscht viel Verkehr und die Bewölkung hält sich in Grenzen. Wir steuern ein kleines Leuchtfeuer an der Spitze der Bucht an, direkt gegenüber von Valti, mit direktem Blick auf den Mount Athos und gleichnamigen 3. Finger von Sithonia.

Auf der Fahrt dorthin fallen uns dann die vielen Straßen und Brücken auf, welche aber nicht verbindend, sondern eher teils unzusammenhängend und wirr durch die Landschaft führen. Irgendwie denkt man hier eher an eine Motocrossstrecke als an geplante Infrastruktur.

Am Leuchtfeuer angekommen geht erst einmal die Drohne in die Luft. Hinter uns auf den Felsen sind häßliche, kastenförmige Häuser auszumachen, die so gar nicht in die Landschaft passen. Von unserem Strand am CP Katerina wirken sie bereits wie riesige Betonwaben.

Wagt man sich am Leuchtfeuer etwas weiter an den Felsrandund erkundet den weiteren Küstenverlauf, ist bereits die nächste Bucht auszumachen. Weiter geht es durch das staubige Straßenlabyrinth und wir nähern uns dem Tigania Beach. Ein uriger Abschnitt mit Bambus-/Schilf-Sonnenschirmchen, Felsen im Wasser und ein wenig Sandstrand und sehr gut besucht. Von hier oben haben wir einen tollen Ausblick auf den darauffolgenden Strand Kriaritsi, der in einer weiteren länglichen Bucht mit ausgedehntem Sandstrand liegt. Hier wollen wir eigentlich weiter, bemerken aber noch rechtzeitig, dass es aufgrund eines größeren Felsens am Ende der Bucht nicht zur gewünschten Straße weitergeht. Daher beschließen wir direkt nach Kalamitsi zu radeln und dort eine Pause einzulegen. Also suchen wir uns einen Weg durch diesen teils sandigen Pistenwahnsinn, nehmen noch einen Teil der Ring-Road-Sithonia mit und landen beim 2. Anlauf am Strand von Kalamitsi, wo wir in der Taverne von Giorgakis, direkt am Meer, etwas Essen und Trinken. Die Taverne füllt sich gerade, der Strand ist proppe voll, das Wasser mit schwimmenden Matratzen, Donuts und SUP´s, Rutschbooten sowie Motorbooten gesättigt. Für uns schon zuviel Trubel, aber die Taverne ist mit ihren Korbstühlen, Papiertischdecken und in feuchte Servietten gewickeltes Besteck, eben genau unser Geschmack. Bei geröstetem Brot, Tzaziki, gegrillter Paprika und landestypischer Bratwurst, lassen wir es uns gut gehen. Zum Nachtisch gibt es Wassermelone und Kaffee. Nach ca. 2 Stunden fühlen wir uns fit für die Rückfahrt.

In Kalamitsi selbst haben wir vor 39 Jahren auch ein Zeltlager aufgebaut und dabei miterlebt wie ein deftiges Unwetter ganze Strandabschnitte weggespült hat und das Zeltlager komplett gereinigt und neu aufgebaut werden musste. 

Leider lässt sich heute nichts mehr so richtig wieder erkennen. Am Ende des Strandes stoßen von Kalamitsi stoßen wir auf einen kleinen CP Tsitreli und im eigentlichen Ort nochmal auf das Thalatta Kalamitsi Village Camp, auch hier funkt die Erinnerung nicht.

Wieder zurück auf dem CP Katerina können wir uns immer noch keinen Reim auf dieses Straßenwirrwarr machen. Eigentlich deutet alles auf die Anlegung einer Infrastruktur zur Bebauung hin. Im Netz werden wir fündig und stoßen auf ein großes Bauprojekt von Ferienhäusern, dessen Beginn sich bis in die 1970ziger Jahre zurückverfolgen lässt. Warum es bis heute nicht fertiggestellt worden ist, kann nicht umfassend dargestellt werden. Angeblich sollte es eine Ferienhaussiedlung für Militärangehörige werden, die mit vielen Fördergeldern und Subventionen finanziert wurde. Wo diese Gelder letztendlich gelandet sind ist bis heute ungeklärt. Zur Fertigstellung des Projektes haben sie augenscheinllichnicht geführt.

07.08.2025 – 10.08.2025

Nach unserer Kalamitsi Radtour haben wir zwei Strandtage eingelegt und sind am Samstag das letzte Mal auf den Wochenmarkt nach Sykea geradelt. Der Sonntag gehörte, nach dem Aufräumen und Packen, erneut dem Meer.

11.08.2025

Unsere letzte Woche auf Sithonia bricht an. Die nächsten beiden Tage wollen wir mit der Erkundung von Sithonia und Athos verbringen.
Es geht ohne Hängerchen auf Tour, in Richtung Kalamitsi der Ring-Road folgend und die Küste linksschultrig. Hinter Kalamitsi werden wir von einer enormen Ziegenherde aufgehalten, die beschlossen hat ihren Weg auf der Straße fortzusetzen.
Bei Porto Koufo legen wir eine Frappépause ein, während andere Gäste bereits zum Mittagessen snacken. Weiter geht es nach Toroni, einem touristischem Örtchen mit byzantinischen Resten eines Forts, dass es zu erkunden gilt. Es ist so heiß, dass anschließend eine Abkühlung im Meer folgt. Dabei beobachten wir zwei Ausflugsschiffe, die fast direkt auf den Strand laufen und hier ihre Passagiere in Empfang nehmen. Einsetzender Hunger wird nach dem Baden im Rudi gestillt. Dann geht es weiter die Küste entlang. Vorbei an Neos Marmeras und hinauf in den einstigen Geisterort Parthenonas. Der einst große Ort verlor ab 1922 zunehmend Einwohner an das neugegründete Neos Marmaras. 1970 verließ der letzte Einwohner den Ort.
Nach einigen Jahren ohne Bewohner ließen sich wieder einige wohlhabende Griechen im Ort nieder und restaurierten eine Reihe von Gebäuden im traditionellen nordgriechischen Baustil. 2001 lebten wieder sieben Einwohner das ganze Jahr fest im Dorf, weitere sind nur in den Sommermonaten anwesend. Auch hierzu gibt es einen kleinen Bericht in der Ausgabe „Wunderschön – Chalkidiki“ des WDR.
Von hier aus treten wir die Rückfahrt an und kehren gegen halb neun auf den CP zurück.

12.08.2025

Auch der heutige Tag steht für eine Halbinselerkundung an. Athos, der 3. Finger von Chalkidiki steht auf dem Programm. Wir starten Richtung Vourvourou, die Küste rechtsschultrig. Kurz vor dem CP Rea füllen wir an einer Wasserquelle unseren Frischwassertank.
Anschließend geht es vorbei an Ormos Panagias, Nikiti und Agios Nikolaos. Am Strand von Paralia Agios Nikolaos legen wir eine Badepause ein und geniessen die Abkühlung im Wellenbad. Dank Aussendusche kann das Salzwasser anschliessend einfach abgeduscht werden. Nach einem Snack geht es weiter an der Küste entlang nach Pyrgiadikia. Was für ein schöner kleiner Küstenort. Doch leider finden wir für einen Stopp keinen Parkplatz und so geht es schnurstracks nach Ouranopoli, dem letzten Ort vor dem heiligen Berg Athos, mit seinen Klöstern. Zutritt für Frauen verboten und ich glaube für männliche Besucher nur mit Genehmigung erlaubt.
Wir machen für einen kleinen Rundgang und einer kühlen Erfrischung halt, bevor es zurück zum CP geht.

109. Vourvourou Juli 2025

08.07.2025

Nach dem Frühstück brechen wir zu unserem nächsten Ziel auf: Vourvourou auf Chalkidiki. Dirk und ich haben uns hier vor ziemlich genau 39 Jahren beim Zelte aufbauen kennengelernt. Wir gehen sozusagen auf Spurensuche.

Die Fahrt dorthin macht mir wegen der Hitze zu schaffen, da kann auch der Olymp oder später die an uns vorbeisausende Metropole Thessaloniki keine Ablenkung schenken.

Da es den alten CP Glaros nicht mehr gibt, versuchen wir einen Platz auf dem CP Rea zu bekommen, welcher am anderen Ende der Bucht von Vourvourou gelegen ist. Wir haben Glück und erhalten einen Platz im hinteren Teil. Er ist ziemlich eng, wirkt etwas dunkel, Luftzirkulation auf Null. Egal, erst einmal schwimmen zur Abkühlung. Das Wasser in dieser Art Lagune hat fast Außentemperatur und an das erhoffte Senken der Kerntemperatur ist nicht zu denken. Da hilft nur noch quengeln und früh schlafen gehen.

09.07.2025

Am Vormittag geht es nach dem Frühstück auf die Räder und ab nach Vourvourou. Fahrradfreundlich ist anders und bei dem Gerase auf der Ringroad-Sithonia versuchen wir möglichst schnell eine Ausfahrt zu finden. Auf dieser geht es dann in den kleinen Badeort, ehemals ein kleines Fischerdorf. Die neun kleinen, felsigen Inseln gegenüber der Küste machen diesen Ort besonders attraktiv. Zur größten Insel gehört „Diaporos“, zur kleinsten „Kalomonisia“. Die Landschaft drumherum ist mit Pinien- und Olivenbäumen dicht bewaldet und gebirgig. Der Karvounas Berg (546 m Höhe) befindet sich in unmittelbarer Nähe. Etwas weiter im Landesinneren findet man Itamomassiv, auf dessen Gipfel man eine schöne Aussicht auf Vourvourou und die umliegende Küste haben soll. In der ARD Mediathek gibt es eine Ausgabe der Reihe Wunderschön aus dem Jahr 2022 mit dem Titel: Chalkidiki – Griechenlands göttliche Halbinsel, in der weitere Inspirationen für einen Aufenthalt zu finden sind.

Tatsächlich erkennen wir von damals nicht wirklich etwas wieder. Der Tourismus hat natürlich hier auch zugeschlagen, aber nicht mit großen, hohen Hotelanlagen, sondern Apartmenthäusern, die sich in die landschaftliche Umgebung einfügen.

Vom Gasthaus „Psarogiannis“ ist wahrschneinlich nur noch der Name übriggeblieben. Die Taverne ist einer Bar gewichen und er dazugehörige Strandabschnitt sehr schmal, mit Liegen, Sonnenschirmen zugestellt.

Wir kurven einige Zeit herum, bis wir fast am Ende des Örtchens auf eine sandige Straße neben der Anlage „Elkies“ stoßen, an welcher der ehemalige CP Glaros gewesen sein muß. Heute findet man genau hier am Strand eine Bootsvermietung. Der hintere Teil ist Privatgelände. Wir fahren trotzdem hinein und machen das steinerne Empfangshäuschen sowie die Sanitäranlagen aus. Ansonsten eher ein Lost Place, nur einig in die Jahre gekommene Wohnwagen stehen hier noch herum. Vlt. als „Laube“ für´s WE oder den Urlaub. Der heutige Strand Kyradi ist hinter dem ehemaligen CP und diese Bucht mit ihren Felsen und dem türkisblauen Wasser, hat den CP ausgemacht. Heute befindet sich hier eine Arpartmentanlage mit Cafeteria und Taverne, der Platz unter Pinien vor dem Meer ein Parkplatz. Jetzt in der Hauptsaison ist alles voll. Wir verbringen aber den Nachmittag ganz am Rande und genießen hier das kühle Meerwasser.

10.07.2025

Tja, heute kommt der Tag, an dem ich von der Planung weiterer Radtouren ausgeschlossen werde. Über Komoot habe ich eine Route parallel zur mörderischen Hauptstraße ausgemacht, die uns zum Hafenörtchen Ormos Panagias führen soll. Es wird aber ziemlich schnell klar, dass diese unnamed road es in sich hat. Wahrscheinlich hat sich hier eine Planierraupe den Weg zur Feuerbekämpfung freigeräumt, denn der Untergrund ist teilweise alles andere als befestigt. Schieben und Zerren sind angesagt, zum Glück haben wir viel Wasser und die 1.Hilfe-Tasche dabei. Trotz aller Beschwerlichkeiten ist es hier total still und wenn der Untergrund es zulässt, auch das Radeln wunderschön.

In Ormos Panagias landen wir zur Mittagszeit und bemerken viele kleine Motorboote die zum Essen direkt an der Strandpromenade, quas an den Tavernen, ankern. 

Wir radeln in die Nachbarbucht, snacken etwas und gehen anschließend baden. Am Nachmittag geht es den gleichen Weg zurück und zumindest Dirk kommt mit letzter Akku-Power auf dem CP an.

108. Kastraki mit Meteoraklöstern Juli 2025

06.07.2025

Und schon geht es weiter. Nächster Halt: Kastraki mit den Meteoraklöstern. Die Temperaturen klettern wieder recht schnell über die 30 Grad-Marke und die vor uns liegende rund 250 km lange Route führt uns über Amfissa, Lamia, Trikala und Kalambaka auf den CP Vrachos in Kastraki. Ein seit den 1960er Jahren bestehender großer Platz mit Pool, Minimarket und Taverne. Die Sanitäranlagen sind in die Jahre gekommen, egal, wir suchen uns einen Platz ganz für uns im hinteren Bereich.
Für morgen Nachmittag haben wir eine geführte Tour über „Get your guide“ ab 16:00 Uhr gebucht: „Meteora – geführte Tour bei Sonnenuntergang mit Besichtigung von Klöstern und Höhlen“, 30€ p.P.
Die Meteoraklöster zählen mit der Akropolis in Athen und dem Kanal von Korinth so ziemlich zu den beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten in Griechenland. Dabei kann man sich bei unmittelbarer Ansicht gar nicht erklären, wie diese mächtigen Felsen aus Sandstein mit einer Höhe von 500 Metern plötzlich aus dem Gelände hervorragen. Auf diesen Gipfeln wurden einst 24 Klöster errichtet. In sechs von ihnen leben heute noch Mönche und Nonnen. Mittlerweile zählen die Klöster zum Weltkulturerbe der UNESCO und werden aufgrund ihrer imposanten Erscheinung sowie verklärten Ansicht im Nebel oder bei tief stehenden Wolken auch als „schwebende Klöster“ bezeichnet.
Wir sind sehr gespannt, was uns morgen erwartet.

07.07.2025

Am Vormittag wird etwas geräumt und eingekauft. Dirk verbringt Zeit am Pool, ich versuche mich möglichst wenig zu bewegen. Via E-mail werden wir vom Tourguide auf die strenge Kleiderordnung bei Besichtigung der Klöster hingewiesen: Männer lange Hosen, Frauen lange Röcke und die Schultern bedeckt. Daran konnte ich mich noch erinnern, als ich 1976 das erste Mal auf einer Rundreise durch Griechenland die Klöster das erste Mal besucht habe. Als wir am Nachmittag vor dem CP abgeholt werden und in den Minibus steigen, sind wir die Einzigen, die sich an die Kleiderordnung gehalten haben und schwitzen, während die anderen Teilnehmer in Shirt und kurzen Hosen im Bus sitzen. Was soll man dazu sagen?


Die Tour führt uns zu allen sechs Klöstern, wobei wir direkt zu Beginn eines der kleineren Klöster besichtigen können. Es handelt sich um das Kloster St. Nikolaos Anapafsos. Heute lebt nur noch ein „monk“, der Archimandrite (Vorsteher) Polykorpos Venetislier hier. Der Eintritt beträgt 5 € und enthalten ist hier die gewünschte Leihkleidung.
Das kleine Kloster beinhaltet einige der wichtigsten Fresken von Theophanes Stelitsas aus dem Jahr 1527. Wir werden im 1. Stock in die winzige Kapelle von St. Anthony geleitet, in der es neben den benannten Fresken auch eine Krypta gibt. Hier werden Relikte und Manuskripte aufbewahrt. Im 3. Stock befindet sich eine Art Empfangssaal, ein Beinhaus für die Aufbewahrung von Knochen und die renovierte Kapelle des Heiligen Johannes des Täufers. Ganz oben ist eine Art Dachterrasse von der aus man einen beeindruckenden Ausblick auf die Umgebund hat.
Weiter geht es auf engen Straßen in die Altstadt von Kalambaka und in die byzantinische Kirche Mariä Himmelfahrt. Die kleine Kirche sollte man sich unbedingt ansehen. Neben der Ausstattung, Aufteilung sowie der Geschichte, sind besonders die Wandmalereien sehr interessant.
Im Anschluss besuchen wir eine Einsiedelei, eine in den Sandstein eingelassene kleine Anlage, in der heute noch ein „monk“ von 84 Jahren lebt.
Nach einer Erfrischungspause in einer kleinen Taverne in Kastraki besuchen wir noch das größte Kloster „Megalo Meteora“ sowie die Klöster Varlaam, Agios Varvaras, Agia Trirada und Agios Stephanos.
Zum Abschluss genießen wir ganz oben inmitten der felsigen Anlage/Umgebung den Sonnenuntergang mit mitgebrachtem Wein und Frikadellen.