21.10.2025
Bevor es weitergeht, machen wir kurz noch einen Rundgang durch das Zentrum, in welchem ein kleiner Bereich durch den kanarischen Künstler César Manrique gestaltet worden ist. Übrig geblieben ist davon nicht viel. Es sind überwiegend Irish Pubs ansässig, kanarische Restaurants oder Cafés Fehlanzeige.
Bevor wir nach Tahìche aufbrechen, testen wir die Ent- und Versorgung an einer Tankstelle vor Arrecife. Alles kein Problem, Grau- und Schwarzwasser können in der Ablassrinne vor der Selbstwaschanlage entsorgt werden, Frischwasser erhält man über einen Coin an der Tankstelle, 100l/1€.
Der nächste Stopp führt uns nach Tahìche und der César Manrique Fondación.
César Manrique (1919-1992) wurde in Arrecife geboren und hat im Zusammenhang mit seinem künstlerischen Schaffen in Kombination mit ökologischen Zielen dafür gesorgt, dass Lanzarote 1993 von der Unesco zum Biosphärenreservat erklärt wird. Dies hat grundlegende Auswirkungen auf den Tourismus in Bezug auf Raum-und Bauplanung der Insel. Grundlegend ist dabei der Respekt der ursprünglichen Inselarchitektur und der Natur. Beispiele für seine Projekte sind die GrotteJameos del Agua, der Aussichtspunkt Mirador del Rio, der Jardin de Cactus sowie das Haus des Künstlers, in dem heute die Stiftung untergebracht ist.
Wir waren bereits 2015 das erste Mal hier, aber auch heute ist das Zusammenspiel von schwarzem Vulkangestein und weiß gestalteten Flächen und Räumen krass. Wenn die Sonne durch die Wolken dringt ist es so hell, dass man schier geblendet wird. Das ganze Anwesen ist in mehreren Vulkanblasen angelegt, ganz im Stil der 70er/80er Jahre. Ein geräumiges, für die damalige Zeit bestimmt exzentrisches Fleckchen Erde.
Anschließend suchen wir uns einen neuen Stellplatz, nur ein kleines Stückchen nördlich weiter die Küste hinauf. Hinter Guatiza geht es auf einer Schotterpiste nach Los Cocoteros. Wir stehen am Rande von Salinenfeldern direkt am Meer. Unter uns ist sogar eine kleine, angelegte Badebucht.
Bei einem Abendspaziergang erkunden wir das Örtchen. Es gibt sich völlig ruhig, scheinbar unbewohnt. Vereinzelt begegnen wir Menschen, die gerade mit ihren Hunden eine Runde drehen, ansonsten eher verlassen, wahrscheinlich Ferienhäuschen.
Vor dem Spaziergang hat Dirk noch einen Brotteig angesetzt: 500 g Mehl, 250 g Haferflocken, 2 Päckchen Hefe, 1,5 Teel. Salz, 400 ml Wasser). Während des Rundgangs ist er schön aufgegangen, wird noch mal geknetet und kommt in den Omnia. Nach 60 Min. bei ca. 125 Grad ist es fertig.
Der Wind nimmt zu und wir stehen fast alleine auf diesem Platz. Es ist stockdunkel, keine Lichtverschmutzung, keine Laterne, nur ein paar kleine Lichter aus einigen Wohnungen am Rande der Salinenfelder.
22.10.2025
Nur das Rauschen der Wellen und aufkommender Wind begleiten uns am Vormittag. Die Sonne hat erst einmal überhaupt keine Lust ihren Dienst anzutreten. Egal, die Solarpaneele bringen wir trotzdem an.
Gegen Mittag sitzen wir auf den Rädern und starten Richtung Guatiza. Unser Ziel: der Jardín de Cactus. Hier haben Millionen von Stacheln das Sagen und sie kommen aus verschiedenen Teilen der Erde. Riesengroße, kugelrunde, blütenbehaftet, kleinere Exemplare, sogar unstachlige Exemplare haben in dieser vulkanischen Anlage ein neues Zuhause gefunden. Der Jardin de Cactus stellt das letzte große Projekt von César Manrique dar. Dazu wählte er eine alte Deponie in einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet mit ausgedehnten Kakteenplantagen. Die Kakteenplantagen waren bzw. sind für den Anbau von Cochenille vorgesehen. Es handelt sich hier um eine Schildlausart, bei der aus den Eiern der Weibchen der Farbstoff Karmin gewonnen wird. Früher wurde dieser zum Färben von Textilien verwendet, heute ist er in der Zutatenliste von Nahrungsmittel und Kosmetika zu finden und unter der Nummer E120 bekannt. Er wird dafür genutzt, um Lebensmittel, Kosmetik und andere Gegenstände einzufärben. So können z.B. Süßwaren, Kaugummis, Backwaren, Kuchen, Fruchtsäfte, Erfrischungsgetränke, Eiscreme, Desserts, Joghurt, Wurstwaren, Fleischprodukte, Fertiggerichte und Suppen mit diesem Farbstoff versehen sein.
Wir lassen uns Zeit für einen Rundgang und ein wenig für die Überlegung, wann wir das letzte Mal etwas mit E120 gegessen haben könnten. Sobald die Sonne hervorkommt wird es warm, sehr warm und im angeschlossenem Restaurant gibt es eine kühle Erfrischung und Schatten sowie einen kleinen Talk mit einem Ehepaar vom Bodensee.
Dann geht es wieder zurück, nur unterbrochen mit einem Stopp im kleinen Mercado.
Für nachmittags war eigentlich ein Bad im Atlantik geplant, aber Wind und Wellen verhindern dies. Egal, die Stollenreste werden beim Kaffee vertilgt und danach eine Pause eingelegt. Den restlichen Tag verbringen wir lesend und Bilder verarbeitend und mit der Zubereitung des Abendessens. Heute bestehend aus Hähnchenkeulen mit Paprikareis.
So wie es aussieht werden wir auch morgen noch hierbleiben.
23.10.2025
Den Tag verbringen wir mit ein wenig Arbeit, einem Drohnenflug, bei dem sich eine Möwe mächtig gestört fühlt, gehen quasi direkt vor der Haustür im Meer baden und machen am Nachmittag einen kleinen Spaziergang am Meer entlang. Ziel: Cueva del Aqua oder auch Caldera del Aqua.
Es handelt sich um eine versteckte Felsenhöhle, in die Meerwasser eindringt und einen natürlichen Pool von großer Tiefe bildet. Sie hat einen Durchmesser von etwa zehn Metern und ist damit eine der größten der Insel. Deshalb ist sie einer der wenigen natürlichen Pools auf Lanzarote, in denen man angeblich tauchen kann. Nur wie gelangt man mit dem ganzen Equipment hinunter? An einer Seite ist ein Seil zum Auf-oder Abstieg im Vulkangestein befestigt. Aber ganz ehrlich, das ist echt etwas für Wagemutige. Das Wasser gelangt mit richtig Druck von außen in diesen Kessel und die Wassermassen quirlen inside so richtig herum. Wir gehen ein wenig weiter und plötzlich stehen wir im hellen Feinsand. Wo kommt der denn her?
Wieder am Van, bekommen wir gerade noch die Harpunenfischer mit, die von ihrem Fischzug zurückkehren. Einen Beutefisch können wir ausmachen und bekommen gleich Appetit. Aber zuerst wird alles wieder eingeräumt und für die morgige Abfahrt vorbereitet.
