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Category : Rudi on Tour Teil5

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247. Ventspils Juli 2026

16.07.2026

Heute geht es weiter. Nächstes Ziel: Ventspils. Da beide Fischbuden noch geschlossen sind geht es nach einem Tankstopp gut 80 km lang schnurgeradeaus auf der P124 durch waldreiches Gebiet ohne Infrastruktur. Die Stadt mit dem eisfreien Hafen und somit wichtigster Warenumschlagplatz Lettlands erreichen wir nach gut 1,5 Stunden. Zuerst steuern wir das Küsten-Freilichtmuseum an. Ein Parkplatz ist schnell gefunden und uns lockt zuerst der groß angelegte Park und der dahinter liegende Strand. Vorbei an einer Schmalspurbahn und div. riesigen Ankern, Skulpturen, Spielplätzen die alle noch zum Museum gehören erreichen wir den Strand und sind begeistert. Ein breiter Sandstrand, Toiletten, Duschen, Strandbude und die Ostsee sowie wenig los. Am Strand entlang geht es bis zur Spitze der Landzunge am Hafeneingang, hier mündet die Venta ins Meer. Sie ist schiffbar und div. Fähren nach Schweden und ins russische St. Petersburg machen hier Halt. Auf der gegenüberliegenden Hafenseite dominieren Hafenanlagen mit gewaltigen Kränen und Erdöltanks. Auf unserem Weg zurück zum Parkplatz entdecken wir unterhalb eines Aussichtsturmes einen weiteren geräumigen Parkplatz den wir uns für einen Strandbesuch merken. Im weiteren Verlauf entdecken wir überall Plastiken von Kühen in allen erdenklichen Ausführungen, groß-klein-bunt-blumig. Die bunten Kühe in Ventspils sind Teil der berühmten internationalen Kunstausstellung CowParade, die erstmals im Jahr 2002 in der lettischen Hafenstadt gastierte. Seitdem prägen zahlreiche lebensgroße Fiberglas-Kuhskulpturen das Stadtbild, von denen die meisten von lettischen und internationalen Künstlern kunstvoll bemalt wurden.Die Skulpturen sind überall in der Stadt. Am Ende der Ausstellung wurden die Exponate versteigert und der Erlös gemeinnützigen Zwecken gestiftet. Dabei sind einige Kühe geblieben und neue dazu gekommen. Für den Nachmittag parken wir um und stehen unmittelbar am Marktplatz mit Uhrenturm und Glockenspiel. Von hier aus erkunden wir die Altstadt, die Promenade und die Hafenanlagen. In dem kleinen Restaurant Prego Family Kitchen genießen wir ein Bier aus der Uzavas Brauerei, Knoblauchbrot und Tapas. Sehr lecker!!!. Den Abend verbringen wir bewegungsarm und mit halbstündiger Glockenspieluntermalung im Van. Morgen geht es früh raus auf den Markt der um 08:00h öffnet.

246. Melnsils Juli 2026

13.07.2026

Nach einer Woche Aufenthalt bei Cesis geht es nun weiter. Unser Ziel ist Kap Kolka am Zusammenspiel von Rigaischem Meerbusen und Ostsee. Zu einem Stepp in Sigulda und Riga haben wir keine Lust, daher fahren wir an dem einen Ort vorbei und im Anschluss mitten durch die Hauptstadt Lettlands, mit viel Verkehr, vielen Baustellen und Oberleitungsbussen. Die letzten 20 km geht es über staubige Schotterpisten, an Feldern mit unzähligen Störchen vorbei, bis wir am Nachmittag den CP Kempings Melnsils direkt am Meer erreichen.

14.07.2026

Zur Zeit perfektionieren wir unseren Trödelmodus und schaffen den Aufbruch zu einer Radtour erst gegen 15:30h. Auf der asphaltierten P131 radeln wir schnurstracks zum Kap Kolka. Hier befindet sich das Zentrum/Museum der Liven, eine der kleinsten ethnischen Minderheiten Europas. Entlang der sogenannten Livenküste (von Melnsils bis Lūžņa) prägen traditionelle Fischerdörfer, Bootshäuser und eine einzigartige Kultur die Region. Die livische Sprache (verwandt mit Finnisch und Estnisch) wird heute zwar nicht mehr als Muttersprache gesprochen, aber die Kultur und Traditionen werden in Folkloregruppen aktiv gepflegt. Die Fernsehreportage aus 2026: Lettlands rauhe Westküste – Wellen, Wald und Wind, bietet weitere Einblicke. Am kostenlosen Parkplatz beim Aussichtsturm, praktisch auf dem letzten Landzipfel, lädt ein ausgedehnter Sandstrand zum Baden und Spaziergang ein. Einige jüngere Leute sind gerade dabei Netze an einem langen Seil einzuholen. Ob sie dabei auf Fischfang oder Plastikteile setzen ist nicht ganz klar. Für die Hochsaison ist auch hier wenig los. Auf dem kostenpflichtigen Parkplatz seitlich vom Aussichtsturm legen wir im Café Divjūrnas eine Pause ein, bevor es auf demselben Weg wieder zurück geht. In Kolka halten wir noch an einer Bude mit Räucherfisch. Da hier ein Einkauf nur mit Bargeld erfolgen kann bleibt unsere Fahrradtasche leider leer. Auf der Weiterfahrt am Donnerstag legen wir auf jeden Fall einen Stopp ein, der angebotene Räucherfisch sieht einfach zu lecker aus. Ein wenig weiter fahren wir an einer Wohnsiedlung vorbei, auf deren Grünfläche immense Holzstapel lagern. Die Häuser selbst sind seitlich mit einem riesigen, metallenen Schornstein versehen. Wahrscheinlich werden die Häuser ausschliesslich mit Holz geheizt.
Wieder am CP besorgen wir uns eine Ladung Feuerholz und nutzen unser Feuernetz für ein kleines Lagerfeuer.

245. Cësu novads Juli 2026

06.07.2026

Der CP Alpakalns bei Cëse im Gauja Nationalpark gefällt uns so gut, dass wir hier einen längeren Stopp einlegen. Unsere Festplatten sind voll und das Erlebte muss erst einmal abgespeichert werden bevor es weiter geht. Anfang nächster Woche starten wir wieder Richtung Ostsee.

08.07.2026

Eine Regenpause nutzen wir zu einer Radtour nach Cësis. Hier kurven wir ein wenig durch die Gässchen, werfen einen Blick in das Innere der Johanniskirche, verweilen auf dem zentralen Platz Rozu laukums und besuchen die 800 Jahre alte Kreuzritterburg zwischen dem Pils parks und dem Maija parks. Hier laufen gerade die Vorbereitungen für das diesjährige Lampa-Festival, das größte demokratische Dialogfestival Lettlands. An dem See im Park wird kräftig geangelt. Immer wieder treffen wir auf unserer Reise auf ältere Kinder die professionell ausgestattet ihre Zeit an den Gewässern mit angeln verbringen. Auf dem Rückweg legen wir in einem Maxima-Supermarkt eine Pause ein und überbrücken den Regen mit einem Eis. Dann geht es über eine alternative Route quer durch den Wald zurück zum CP. Hierbei müssen wieder Baumstämme und sandige Abschnitte überwunden werden. Der kleine Ort Raiskums am gleichnamigen See hat auch eine kleine Brauerei und einen Tante-Emma-Laden zu bieten. Das Bier erwerben wir in der hellen Ausführungen an der Rezeption des CP`s und testen es beim Abendbrot auf der Holzterasse.

11.07.2026

Die Radtour 104 durch den Gauja-Nationalpark hat es in sich. Beworben wird sie in der deutschsprachigen Faltkarte als vielseitiger Rundweg auf beiden Ufern der Gauja für Liebhaber aktiver Erholung. Was verhalten auf einer gut 13 km langen Kiespiste beginnt, verwandelt sich nach der Überquerung der Gauja mittels einer handbetriebenen Fähre in Höhe Skalupes in einen Abenteuertrail. Auf den verschiedensten Wegarten, mal zugewachsene Trampelpfade, mal glitschige Holzstege, mal grobfurchige, matschige Forstwege kämpfen wir uns mit den Rädern vorwärts. Schlammige Pfützen und umgestürzte Bäume müssen umschoben, steile Ab- und Auffahrten gemeistert werden. Einsetzender Regen ist auch mit dabei. Abgesehen von der Beschaffenheit der Wege erleben wir die Überfahrt der Gauja auf einer handbetriebenen Fähre, werfen einen Blick in das Infozentrum der Naturpfade bei Ligatne und einen Park mit unzähligen Netzwerkattraktionen zwischen Bäumen und machen eine Pause bei den Felsen und Stromschnellen von Kūki. Wir treffen viele Störche, Schmetterlinge, Libellen, einen Abschnitt mit Bibern sowie eine kleine Ringelnatter an. Ein großer Abschnitt der Route führt parallel der Gauja und nach anstrengenden 54 km und sechs Stunden später erreichen wir unseren Stellplatz, aber nicht ohne einen Stopp im hiesigen Tante-Emma-Laden zur Auffüllung gekühltem, regionalem Bier einzulegen.

244. Aluksnes novads Juli 2026

05.07.2026

Ein Zeitfenster ohne Regen nutzen wir für einen Spaziergang entlang der Uferpromenade und durch das überschaubare Zentrum des Ortes. Hier ist der Uferbereich schön gestaltet worden mit Schaukelbänken, Strandspielplatz, Sportfeldern, Badestegen, einer kleinen Sitztribühne, die unter den Bäumen des angrenzenden Parkes Schatten garantiert. Kiosk, Gastro, Duschen und Umkleidekabinen alles vorhanden und kostenlos. Der Weg in den Ort führt an modernen Schulgebäuden vorbei, dazwischen die typischen Holzhäuser, mal mehr und mal weniger in Schuss gehalten. Dazu passt überhaupt nicht der große Platz im Zentrum an der Katharinii Kirik. Hier sind große stählerne Masten mit Leuchtkreisen installiert und überdimensionale Bänke mit enormen Stahlfelgen an den Seiten, wahrscheinlich zum individuellen platzieren auf dem Platz. Zwischendrin große Stahlräder ähnlich wie Kutschenräder zur Abgrenzung. Etwas zu wuchtig oder es kommt einem nur so vor, weil nichts los ist. Vlt. tobt hier sonst das Leben bei kulturellen Aktionen. Wir verlassen den Platz Richtung Katharinaallee, benannt nach Katharina II. Gründerin von Võru, und schlendern mitten durch die von Ulmen gesäumte Allee. Eine summende Geräuschkulisse lässt uns aufblicken: die blühenden Ulmen sind voll mit Hummeln die hier wahrscheinlich später ins Nektarkoma fallen werden.
Weiter geht es wenig später Richtung Lettland. Hier befindet sich Kornati, unser nächstes Ziel kurz hinter der Grenze. Etwa drei Kilometer vor dem Grenzübergang weicht die Asphaltstraße einer Schotterpiste, die an einigen Stellen durch den Regen schon sehr schlüpfrig daherkommt. Der Grenzübergang selbst völlig unspektakulär, einzig ein Landesschild weist auf den geografisch mittleren baltischen Staat hin. Der Stellplatz an einem Naherholungsgebiet mit der Möglichkeit zu entsorgen, Wasser über einen Behälter abzufüllen und Strom zu zapfen ist gegen 15€/24h möglich und über die Seite www.veclaicene.lv buchbar.
Wir haben hier auf jeden Fall eine ruhige Nacht verbracht und am nächsten Vormittag den naheliegenden Aussichtsturm mit seiner Höhe von 27 m besichtigt und einen grünen Rundumblick genossen. Mit einsetzendem Regen geht es weiter nach Aluksnes oder Marienburg. Hier haben wir aufgrund des Wetters nur einen Rundgang um die in Renovierung befindliche evangelische Kirche und das angrenzende Bibelmuseum gemacht sowie einen kurzen Blick auf den See mit der Marienburg gemacht.
Und wie das auf WoMo-Touren so ist, fahren wir anschliessend nicht wie gedacht nach Jekabpils sondern direkt nach Cêsis in den Gauja-Nationalpark.

243. Vöru Linn Juli 2026

04.07.2026

Gleich darauf nehmen wir Kurs auf Võru. Da der Stellplatz der estnischen Forstverwaltung in der Nähe von Võru am Kubliisasee leider schon belegt ist, fahren wir zurück in den Ort. Hier stehen wir auf einem Parkplatz direkt am See Tamula Järv und die 4. Nacht in Folge kostenfrei. Vor uns führt eine Strandpromenade mit Schaukelbänken und einem übergroßen, beweglichen, gelben Fotorahmen vorbei. Eine Holzbrücke spannt sich über den Vahjögi der den See speist. Auf der Brücke und am Ufer versuchen gerade mehrere Angler ihr Glück. Familie Schwan schwimmt mit drei Jungtieren vorbei. Blässhühner und Lachmöwen können wir ebenfalls ausmachen. Gegen 20:00 h wird es lebhaft. Beinahe im Minutentakt fahren unzählige BMW- und Audifahrer auf den Platz, lassen Motoren aufheulen und Boxen wummern. Teilweise drehen sie nur eine Runde und „heulen“ davon, teilweise bleiben sie und geniessen wie alle anderen einen Abend am See.
Am nächsten Morgen geht es gegen 05:00 h gleich weiter. Ein Boot wird vom Trailer ins Wasser gelassen, die ersten Spaziergänger treffen ein. Familie Schwan ruht unbeeindruckt am Uferrand.

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