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Category : Rudi on Tour Teil5

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252. Klaipeda Juli 2026

24.07.2026

Heute geht es mit der „Marco Polo“ der schwedischen TT-Line von Klaipeda nach Travemünde. Für die gut 24 Stunden dauernde Überfahrt haben wir uns eine Kabine gebucht. Nach dem Einchecken warten wir im Hafen auf Spur 2 auf die Einfahrt in die Fähre und staunen immer wieder darüber wie viele LKW‘s in den Bauch des Schiffes verladen werden. Für uns geht es dieses Mal rückwärts hinein, es wird ganz schön eng, da rechts neben uns die gewaltigen LKW‘s platziert sind. Zwischen den Fahrzeugen ist wenig Platz, nur ein schmaler Pfad bleibt für den Durchgang zum Aufgang ins Passagierdeck. Hier herrscht kein Kreuzfahrerschiff-Ambiente, sondern kühle Zweckmäßigkeit. Im Zick-Zack geht es auf und durch Deck 7 zur Rezeption, die gleichzeitig Restaurant und Bordshop ist, alles ganz fensterlos. Unsere Kabine befindet sich gleich gegenüber. Einen Gang weiter befindet sich ein langgezogener Aufenthaltsbereich mit breiter Fensterfront und Blick auf die See, daneben ein Abteil mit Pullmannsitzen, das war‘s. Wir gehen auf das Aussichts-Deck und genießen die Hafenausfahrt mit den geschäftigen Hafenbereichen rechts und der Kurischen Nehrung links. Bis wir auf der offenen Ostsee sind, vergeht eine Stunde. Anschliessend gibt es Kaffee und ein selbst gemachtes Abendbrot im Aufenthaltsraum.

251. Karklė Juli 2026

21.07.2026

Bevor wir einen neuen Stellplatz anfahren suchen wir in Kretinga eine Wäscherei auf. Leider vergebens, die mangelhafte Parksituation lässt uns weiterfahren. Wir steuern Richtung Meer und hier nach Karklė auf den gleichnamigen CP.

22.07.2026

Der nächste Tag beginnt erneut mit Regen, den es auszusitzen gilt. Mittags geht es dann mit den Rädern nach Klaipėda, drittgrößte Stadt Littauens, Universitätsstandort und Tor zur Ostsee. Die ersten 10 km geht es auf dem Radweg Nr. 10 nur durch den Wald. Als wir den Stadtrand erreichen wird es wieder laut und wuselig, eine Baustelle jagt die nächste und Umleitungen sind weder für Fußgänger noch Radfahrer zu finden. Unser erstes Ziel ist der Fährterminal der TT-Line. Wir wollen hier für die Überfahrt am Freitag nach Travemünde schon einchecken. Die Strecke zieht sich endlos am Rand einer vierspurigen Straße entlang, gefühlt ist jede Ampel rot, der Radweg wird erneuert, es dauert ewig. Endlich am Terminal angekommen, ist ein Einchecken für Freitag erst am Abreisetag möglich. Jetzt nur nicht die gleiche Strecke zurück. Eine alternative Route ist schnell gefunden und diese führt uns durch Wohnsiedlungen mit dazugehörigen ausgedehnten Parkanlagen bis fast in die Altstadt. Kurz vorher jedoch weitere Baustellen und Fuß- wie Randwegerneuerungen ohne Umleitung. An der Uferpromenade des Danė gönnen wir uns eine Pause bevor es zurück zum Stellplatz geht.

23.07.2026

Regen, Regen, Regen. Immer wenn wir denken, los jetzt, es hat aufgehört, fängt es erneut an zu regnen. Irgendwann erwischen wir ein Regenloch und los geht es zum Meer. Von der Hauptstraße weg führen kleine Erdpisten durch Kiefernwald ans Wasser. Diese sind schon so aufgeweicht und matschig, dass es nur im Zick-Zack voran geht. Zwischendurch ganz versteckt immer wieder Wohn- oder Ferienhäuser, Gastronomie und am Zugang zum Strand Karklės paplüdimys sogar einen Friedhof. Über eine Holztreppe geht es hinunter an den Naturstrand, mit Kiesel, Sand und angespültem Geäst. Toll und viel ruhiger als in Palanga. Immer wieder gibt es Holztreppen die zurück in den Wald führen. An der Mündung der kleinen Cypa versuchen Kinder einen Staudamm mit Ästen und Steinen anzulegen, andere Urlauber gehen baden oder haben es sich im Sand gemütlich gemacht. Wir gehen rechts weiter bis zum letzten Strand-Aufgang und suchen uns einen Weg durch den Wald zurück. Kurz vor dem CP gibt es ein winziges Lebensmittelgeschäft „Karklės zuvis“ mit einer schönen Räucherfischauswahl: Forelle kalt und warm geräuchert, Wolfsbarsch, Barsch und Aal werden angeboten. Wir nehmen eine Forelle und ein Stück Wolfsbarsch mit. Dazu die leckeren Schwarzbrotchips, etwas das aussieht wie „Kalter Hund“ und schaffen es trocken in den Bus zurück.

250. Palanga Juli 2026

19.07.2026

Bevor es weitergeht machen wir noch einen Spaziergang zum gegenüberliegenden Strand und der dazugehörigen endlosen Kaianlage die in die Ostsee ragt. Die erste Hälfte ist an der Meer zugewandten Seite mit gewaltigen Wellenbrechern versehen und gut begehbar. Die andere Hälfte muss ohne Wellenbrecher auskommen. Die Oberfläche total zerklüftet und schwer begehbar. Bevor man die Boje am Ende erreichen kann ist Schluß, die Anlage weist ein großes Loch auf und umkehren ist angesagt. Nach dem kleinen Spaziergang fahren wir ein kleines Stückchen weiter in Richtung Palanga. Am Parkplatz von Samogitian Sanctuary planen wir für die nächste Nacht ein. Ein Plätzchen hinter den Dünen an einer heidnischen Kultstätte. Leider abgesperrt, also geht es weiter. In einem Vorort von Palanga, Kunigiskiai, finden wir einen Wiesenparkplatz mit Parkuhr. Sie lässt sich nur mit Münzen füttern, 10€ für 24h. Wir sind hier völlig allein und nach einer kurzen Pause geht es durch den Kiefernwald direkt an den weitläufigen Strand, der uns sehr gut gefällt.
Am Abend setzt dann Regen ein. Auch der nachfolgende Tag ist regnerisch und beschert uns ein längeres Trödelfenster.

21.07.2026

Palanga ist Litauens beliebtestes Strandresort. Bei einem Spaziergang durch den Botanischen Garten, der früher ein Schlosspark war und zur 470 m langen Seebrücke, Wahrzeichen des Bade- und Kurortes, bekommen wir dies hautnah zu spüren. Spürbar auch der starke Wind, der uns ordentlich ins Gesicht weht und die Ostsee so richtig aufpeitscht. Auch die Möwen versuchen die Balance zu halten und stellen sich immer wieder mit dem Wind neu auf. Auf der Seebrücke wird es dann richtig voll. Anschliessend tapern wir über eine schnurgerade, lange Vergnügungspromenade mit Riesenrad, Fahrgeschäften, Souvenir- und Klamottenläden, Ständen mit Bernsteinschmuck, Kneipen, Restaurants, Fressbuden in den Ort. Es lockt keine Altstadt, sondern weitere Läden und wir gehen zurück zum Van.

249. Liepaja Juli 2026

18.07.2026

Die heutige Stellplatzsuche gestaltet sich etwas aufwendig, da der Platz nahe der Stadt entweder nicht eindeutig als Parkplatz ausgewiesen ist oder 20 € Gebühr für eine gemähte Rasenfläche ohne Dienstleitung entrichtet werden soll. Also steuern wir Liepāja weiter südlich an. Der große Parkplatz hinter einem Surfstrand an der Atmodas Bulvaris wird zum Übernachtungsplatz.

248. Kuldīga Juli 2026

18.07.2026

Nach einer ruhigen Nacht machen wir uns nach dem Frühstück abfahrbereit, legen einen kurzen Einkaufsstopp ein und nehmen zunächst Kurs auf das Dorf Uzava und die gleichnamige Brauerei. Leider kann sie nicht besichtigt werden, aber im Shop erwerben wir ein Sortiment an div. Biersorten, welches für ein Tasting in den Rudi kommt. Es geht weiter nach Edole und dem dortigen Schloss Edwahlen im historischen Kurland. Der Bau aus dem Jahr 1264 geht auf eine mittelalterliche Bischofsburg des Bistums Kurland zurück. Heute beheimatet es ein Hotel mit Cafe und ein Museum. Wir unternehmen einen kleinen Spaziergang in die Anlage, werfen einen Blick in den kleinen Innenhof und versuchen auf dem gepflastertem Weg nicht aus dem Tritt zu kommen. Da uns Museum und Cafe nicht reizen geht es weiter nach Kuldiga, eine Kleinstadt an der Venta mit Europas breitester Stromschnelle – der Ventas Rumba. Diese ist zwar nur 2 m tief, dafür aber 249 m breit. Von der 1874 erbauten und 165 m langen Backsteinbrücke hat man einen schönen Ausblick auf den Fluß und die Stromschnelle. Der Ort zieht auch viele Brautpaare an. Überall tauchen sie an den Hotspots des Ortes auf und lassen sich ablichten. Unser Weg führt uns über die Brücke hinunter zu den Stromschnellen, an einem CP und einem Schwimmbad vorbei. An der Stromschnelle selbst wird auch gebadet und eine Massage unter dem herabfallenden Wasser genossen, einige überqueren sogar die Ventas Rumba um an das andere Ufer zu gelangen. Wir nehmen lieber die Brücke und biegen nach links ab. Weit kommen wir nicht, denn an einem kleinen Kiosk mit Flussblick gibt es erst eine Kaffeepause und anschliessend eine Regenpause, die wir hier gemütlich aussitzen. Im Anschluß erkunden wir die Stadt, die sich sehr im Aufbau bzw. Sanierung alter Gebäude, teils aus Holz befindet und kommen vor einer erneuten Regenschauer trocken am Parkplatz an. Weiter geht es wieder ans Meer, teilweise auf Schotterpisten, nach Pavilosta. Unterwegs entdecken wir das erste Mal überhaupt Schwarzstörche.

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