06.02.2025
Ziemlich zeitig brechen wir zu unserem nächsten Ziel-Peniche auf. Aber nicht ohne noch einmal beim Drehen der Vordersitze mit dem Pferdeschwanz den Alarmknopf von Mercedes auszulösen. Kurz darauf meldete sich die schwedische Stimme in einer nicht endenwollenden Fontäne von Fragen und Erläuterungen, die ich nicht mehr zu stoppen wusste. Ich war kurz davor, wie in der aktuellen Werbung für ein bekanntes schwedisches Knäckebrot, Wasa zu rufen, bis sie mich reden liess und ich antworten konnte, das dies only a mistake and not a case of emergency sei. Dies schien die Stimme zu beruhigen und wir wünschten uns gegenseitig einen guten Tag.
Dieser führte uns zuerst nach Guadalupe und der Ebora Megalithica. Wie sich herausstellte, hat hier der Guide für geführte Touren zu den Megalithen sein Büro, die Megalithen selbst befinden sich ca. 8 km wieder zurück in Richtung Evora. In Nossa Senhora de Guadelupe gelangen wir dann über eine Sandpiste, die es in sich hat zum Cromleque dos Almendres, einem drei phasigen Steinkreis, älter als der in Stonehenge und anschliessend zum Menhir dos Alemdres, einem 3,50 m hohen Menhir. Allein der kleine Trampelpfad zu diesem Riesenstein ist wunderschön.
Weiter geht es nach Arreiulos, etwas oberhalb von Evira. Dieses Örtchen, an einem Hügel gelegen, soll sehr bekannt für seine handgewebten Teppiche sein. Diese können wir leider nicht bestaunen, da wir keinen Zugang in den Ort mit Rudi und Hänger finden.
Dann eben über Land nach Peniche, unserem nächsten Halt an der Küste, oberhalb von Lisboa. Hier finden wir einen Platz auf dem Stellplatz ASA-Peniche für 9,50€ die Nacht, ohne Strom. Die Batterien und die ecoflow sind gefüllt, dies müsste reichen. Duschen, Toiletten und sogar die Fönbenutzung sind extra zu bezahlen.
Schnell eine Pizza im Omnia und gemischten Salat gezaubert und dann ist mal gut für heute.







07.02.2025
Das Wetter ist wechselhaft und so machen wir nur eine kleine Runde zu Fuß ans Meer, zu einem Felsen, der sich Papoa schimpft. Kaum dort angelangt, fängt der Regen an. Also alles wieder zurück und in die Rudi-Chill-Area.
Gegen Nachmittag hört der Regen auf und wir schnappen uns die Räder für eine Erkundungstour. Diese führt uns zum Hafen und der dazugehörigen Promenade mit unzähligen Fischrestaurants, vorbei am Fortaleza, dem wir morgen einen Besuch abstatten werden und weiter auf dem Fischer-Wanderpfad, direkt an den Klippen entlang, bis wir wieder auf die Strasse zum Stellplatz stoßen. Peniche ist eine Stadt, die durch Fischfang und dessen Verarbeitung geprägt ist. Es liegt wie ein großer Zipfel im Atlantik und von Stränden umgeben, zieht es Surfer vermehrt an. An einigen Stellen weist ein gelbes Holzschild in Fischform auf besondere Aussichtspunkte in den Klippen hin.
Abends gibt es die Pizzareste mit Tomatensalat.






08.02.2025
Direkt nach dem Frühstück geht es zum Mercado. Hier ist schon jede Menge los. Im Erdgeschoss werden Obst, Gemüse, Gebäck und Fleischwaren angeboten, in der ersten Etage Fisch. Hier entdecken wir auch Tritonschnecken. An den Aussenseiten im Erdgeschoss sind wirklich sehr kleine Bars eingelassen, die auch von draussen zu begehen sind. Das grösste was ins Auge fällt, sind die massigen Espressomaschinen hinter den Theken. Platz findet man an 2 Tischen und der Bar. Und hier geht kurz vor elf Uhr nicht nur der Pico, sondern auch Portwein bzw. Bier. Wir decken uns mit Laranjas, Birnen, Mandarinen und Gebäck ein, bevor es ins Centro weitergeht. Das Centro ist schnell durchquert und bevor es zum Fortaleza weitergeht, gibts noch einen Kaffee. Peniche ist auch das größte Zentrum für Spitzenklöppelei in Portugal, eine jahrhundertealte Kunst, deren Ursprünge unklar sind. Diese filigrane Kunst ist auf internationalen Veranstaltungen vertreten und stellt ein künstlerisches Erbe dar, das es zu bewahren gilt. Die Gemeinde hat ein Museum eröffnet, das der Klöppelspitze gewidmet ist.
Das Fortaleza de Peniche wurde 1557 erbaut und diente in der Zeit von 1930 bis 1974 als Gefängnis für politische Gefangene während der Diktatur. Ein sehr eindrucksvolles Gemäuer, dass zum Museum umgewandelt wurde. 1960 war es Schauplatz eines dramatischen Gefangenenausbruchs, als eine Gruppe politischer Gefangener, unter ihnen der Kommunistenführer Álvaro Cunhal, aus der Festung ausbrach.
Weiter geht es durch das Centro auf die andere Seite der Halbinsel. Auch hier laden viele Aussichtspunkte an der Küstenlinie zum Verweilen ein. Schließlich gelangen wir zur Ilheu da Papoa und die gilt es zu Fuss zu entdecken. Den Nachmittag lassen wir in einer kleinen portugiesischen Bar unweit der Ilheu da Papoa mit Bier und Wein ausklingen.
Als Abendessen steht heute gebackener Stockfisch mit Reis und Salat auf dem Speiseplan. Den Stockfisch haben wir auf dem Markt in Loule erworben. Damit er zubereitet werden kann, muss man ihn mindestens zwei Tage vorher in Wasser einlegen und dieses morgens sowie abends erneuern. Anschliessend wird er trocken gelegt, gewürzt, in Mehl gewälzt und gebraten. Bom apetite!










