Refresh loader

066. Cadaques Dezember 2024

Home > Reisen > 066. Cadaques Dezember 2024

066. Cadaques Dezember 2024


Nach fast zwei Monaten verlassen wir Frankreich und starten nach dem Frühstück in Richtung Spanien. Unser Ziel: Cadaques, ein ehemaliges Fischerdorf an der Costa Brava in Katalonien.

Die Fahrt dorthin eher unspektakulär, wenn man die gefühlt 100 Kreisverkehre bis zum Ziel außer Acht lässt. Erstaunlicherweise werden wir auch nicht durch Umleitungen von der eigentlichen Route geholt.

Einzig der Col de Perafita, von Roses nach Cadaques, hat mich zwischenzeitlich auf die Rückbank gezwungen. Im Ort werden wir über Aussensträsschen nach oben an die Avenida Salvador Dali geleitet. Hier befindet sich der Campingplatz von wecamp, auf dem wir für eine ganze Woche bleiben werden.

Eine sehr schöne und übersichtliche Anlage. Der Untergrund mit hellem Kies, viele Bäume und modernen Gebäuden. Es gibt Stellplätze in unterschiedlichen Kategorien, was Größe und Aussicht betrifft, Glampingzelte und Wohncontainer, ein Restaurant (hat in der Nebensaison leider geschlossen), einen Kidsplace, Sportbereich und einen Pool.

Unser Stellplatz befindet sich im vorderen Bereich, mit einigen weiteren überwiegend deutschen Touristen.

Zunächst kümmern wir uns um unseren Hunger, gehen ausgiebig duschen und waschen.

So kommen wir erst am späten Nachmittag in den Ort.

Es ist bereits stockdüster und uns führt ein schmaler Fußweg schnurstracks nach unten ans Wasser. Kurz vor der Hafenbucht kommen wir an der Tauchschule vorbei. Hier versucht Dirk seit über einer Woche einen Kontakt herzustellen, um herauszukriegen, ob sie geöffnet ist.

Leider keine Reaktion. Als wir jetzt daran vorbei gehen, sind aber noch Kompressorgeräusche zu vernehmen, nur leider kein Mitarbeiter zu sehen.

Egal, wir schlendern gemütlich durch den Ort und sind wieder einmal begeistert, selbst im Dunkeln. Es geht durch kleine Straßen, Gassen, über Brücken, an einem Künstlerviertel mit Kneipe vorbei in die nächste Bucht. Es gibt Bar´s, Restaurants und Cafes, viele Lebensmittelgeschäfte, Boutiquen und natürlich einen Marktplatz. Diese Eindrücke machen Lust auf mehr und nach einem leckeren, kühlen Getränk in einer kleinen Bar im Hafen, ist schnell klar, was wir morgen machen werden.

03.12.2024

In der Nacht sind wir durch einen aufkommenden Wind und starken Böen geweckt worden. Allerdings waren diese nicht so heftig wie auf Giens. 

Wir sind so richtig faul und unsere Ortsbesichtigungsidee von gestern, wird auf den morgigen Tag verschoben. Im weiteren Verlauf, sind wir dann doch nicht so richtig faul und organisieren das Leben im Rudi, schneiden Videos, arbeiten ein wenig, stellen Überlegungen zur nächsten Route an, kochen und schauen einige Abo´s auf youtube.

04.12.2024

Der Sturm von gestern ist Geschichte. Es ist sonnig und warm, ein Spaziergang durch den Ort steht an.

Es geht zunächst auf den Cami Port Lligat, hinunter zum ehemaligen Haus von Salvador Dali, heute ein Museum. Eine Besichtigung steht nicht an, wir wollen lieber noch durch Cadaques selbst schlendern. Zudem benötigen wir noch etwas für Weihnachten, müssen zur Post und in einen Mercado. Eigentlich klar, dass wir anschließend in der Tapasbar am Strand landen und uns Patata fritas, Calamaris Romana und Oliven schmecken lassen, oder?


05.12.2024

Es sind zwar etliche Radfahrer unterwegs, aber die ohne Akkuantrieb. Zierliche Gestalten, die sich die Pässe hoch und wieder runterquälen, ungeachtet der Autofahrer und enger Fahrbahn. Für uns kommt heute zunächst eine Tour in den Ort in Frage und im Anschluss eine laut komoot mittelschwere Tour zum Faro del Cap de Creus, an den östlichen Zipfel des iberischen Festlandes.

Also die Tour in den Ort war abwärts kein Thema, zurück jedoch leitete uns die App den üblichen Fußweg zurück. Dieser enthält eine Passage, die so steil ist, dass ich beim Not-Abstieg gedacht habe, das war´s. Irgendwie konnte ich mich dann doch noch samt sauschwerem Fahrrad auf den Füßen halten und mit Schiebehilfe den Rest des Weges zurücklegen, aber die Regeneration des Atmungsintervalls auf ein normales Level, hat dann noch einige Zeit in Anspruch genommen.

Egal, wieder bei Puste, ging es auf zum Cap de Creus. Eine Strecke ca. 11 km und die hat sich wirklich gelohnt. Klar, es ging auf und ab, einige Höhenmeter mussten bewältigt werden, aber die Landschaft, durchweg Naturschutzgebiet und die Aussicht vom Cap aus, super. Hier oben gibt es ein kleines Hotel mit angeschlossenem Restaurant und eine Bar direkt am Leuchtturm. Es sind weitere Besucher hier oben, mit dem Auto, dem Motorrad, zu Fuß oder via Rad. Für Wanderer eine wirklich lohnenswerte und abwechslungsreiche Gegend, da man auf einigen Routen fast direkt ans Meer gelangen kann.

Auf dem Weg zurück verlassen wir an einigen Stellen die Straße und folgen kleineren Pfaden sowie Wanderwegen ein Stück zur Küste. In der Nähe des Port Lligat entdecken wir neben weiterer Wohnbebauung 2 weitere, versteckte Strände, die zum Baden einladen. Eigentlich eine Idee für den morgigen Tag. Der ist nämlich in Spanien Nationalfeiertag zur Einführung der spanischen Verfassung und ein langes Wochenende für die Bevölkerung. Dies haben wir bereits auf dem Platz festgestellt – kaum freie Stellplätze und die Unterkünfte auch belegt und das im Dezember.

In Port I‘lligat machen wir noch einige Aufnahmen vom Dali-Haus.

06.12.2024

Den heutigen spanischen Feiertag verbringen wir zunächst im Rudi, wir sind im Trödelmodus. Erst später zieht es uns für einen Rundgang in den Ort.

Dieses Mal entscheiden wir uns für einen neuen Weg nach Downtown. Er führt uns über die kleine Avinguda Sant Baldiri hinunter an den Plage Ros, hier über einen Rundweg direkt an der Küste entlang zu der Playa de s´Arenella und von dort aus immer am Wasser entlang zurück ins Centre Vila. 

Hier ist einiges los, es wird gegessen, getrunken, flaniert, Eis geschleckt und einfach nur die Sonne genossen. Alle Geschäfte haben trotz Feiertag geöffnet, auch hier herrscht reger Andrang.

Bevor es wieder zurück auf den Campingplatz geht, landen wir zum wiederholten Mal in der Tapasbar am Strand und genießen Sangria in Begleitung diverser Tapas.

07.12.2024

Heute steht ein Besuch von Roses auf dem Plan. Dazu geht es mit dem Linienbus von Cadaques in einer guten halben Stunde über den Pass zu diesem Küstenort an der Costa Brava. Wir entscheiden uns spontan an der Ciutadelle von Roses auszusteigen und diese zuerst zu besichtigen. Der Eintritt kostet für das ganze Gelände und die beiden Ausstellungsräume 4,- € pro Person. Es handelt sich hier um eine militärische Festungsanlage aus dem 16. Jahrhundert und um eine archäologische Fundstätte unterschiedlicher Zeitepochen. Dabei gehen die ältesten Funde bis auf das Jahr 776 vor Christus zurück. Hier haben die Rhodern eine griechische Siedlung gegründet.

Die Citadella wurde 1961 unter Denkmalschutz gestellt und wird seitdem fortwährend restauriert. Innerhalb dieses Komplexes befindet sich die Ruine des mittelalterlichen Klosters Santa Maria aus dem 11. Jahrhundert, welche heute als Bühnenkulisse für Musikveranstaltungen und Freilichtaufführungen genutzt wird. 

Der ganze Komplex lässt sich fast durchgängig auf der ehemaligen Stadtmauer umrunden. Leider beginnt es im letzten Abschnitt an zu regnen und so brechen wir die Aussenerkundung ab, wechseln ins Innere des Museums. Während wir die Regenschauer abwarten, finden sich in diversen Vitrinen Ausgrabungsobjekte zu den einzelnen Epochen dieser Fundstätte.

Der Regen hat sich erst einmal verabschiedet und so queren wir die große Straße vor dem Museum und befinden uns direkt am Strand bzw. der Promenade. Dieser folgen wir bis zum Jachthafen und beschließen dann, durch die Altstadt weiter zu gehen. Vor uns liegen viele, enge und verwinkelte Gassen und es sind überwiegend Bar´s, Restaurants und Imbissbuden, an denen wir vorbeilaufen. Der größte Teil hat geschlossen und wahrscheinlich nur im Frühjahr und Sommer geöffnet. Mittlerweile hat sich der Himmel immer weiter zugezogen und bevor es so richtig mit dem Regen losgeht, finden wir ein Plätzchen in einem Restaurant an der Promenade. Mit dem Kaffee kommt der Regen und die Abfahrtszeit des Buses zurück nach Cadaque rückt näher. Also Kapuze auf und los Richtung Busbahnhof. Hier stellen nicht nur wir fest, dass unsere Verbindung nach Cadaques erst um 17:00 Uhr startet und nicht wie wie geplant um 16:00 Uhr. Es hilft nichts, wir harren aus und warten.

Schließlich erwischen wir denselben Busfahrer wie auf dem Hinweg, mit einem ausgeprägtem Musikgeschmack. Wurde auf der Hinfahrt Rockmusik bevorzugt gehört, ist es auf der Rückfahrt ein lokaler Rundfunksender der ihn begeistert und deren Musik er textsicher begleiten kann.

Kaum haben wir Roses hinter uns gelassen, fängt der Wind an.

Als wir in Cadaques ankommen, ist dieser bereits in einen sehr starken Wind mit außerordentlichen Starkböen umgeschlagen. So geht es die ganze Nacht weiter und wir werden ordentlich durchgerüttelt. Fast so wie bei einer Fährfahrt mit ordentlich Seegang. Die windy-App bringt es an den Tag: der kleine vorwitzige Landzipfel liegt genau am Rand eines Sturmtiefs.

08.12.2024

Auch heute keine Sonne, nur Wind. Egal, wir bereiten uns auf die morgige Abreise vor. D.h. ver- und entsorgen, noch schnell eine Maschine mit Wäsche angeschmissen, gekocht und Reisetagebuch ergänzt. Dirk hat zwischendurch die Reiseausgaben geprüft und ist dabei auf unregelmäßige Abbuchungen vom Kreditkartenkonto gestoßen. Dabei handelt es sich um kleinere Beträge, die wir nicht zuordnen konnten. Seit Beginn unserer Reise erfassen wir genau unsere Ausgaben, gleichen diese mit den Abbuchungen vom Konto ab und deshalb fielen o.g. Abbuchungen sofort auf.  Ein Anruf beim Support hat wirklich ergeben, dass bereits zwei Buchungen gestoppt wurden, weil sich diese als auffällig entpuppt haben. Die beiden Buchungen von heute sind bereits vorgemerkt und können daher nicht mehr zurückgenommen werden. Wir haben die Karte sofort sperren lassen und werden jetzt noch vorsichtiger im Umgang sein. Wie genau es zu dem Hack der Karte gekommen ist, konnte uns die Mitarbeiterin auch nicht erklären.

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner