242. Tartu Juli 2026

03.07.2026

Tartu ist die zweitgrösste Stadt in Estland und liegt im Süd-Osten des Landes, in der Nähe des grossen Peipus-See. Sie ist Sitz der grössten und ältesten Universität des Landes und war 2024 Kulturhauptstadt.
Die Stellplatzsuche gestaltete sich etwas aufwendig, weil uns der Platz im Yachthafen überhaupt nicht gefallen hat und wir bei der weiteren Suche immer weiter in den Altstadtbereich vorgedrungen sind. Aber letztendlich haben wir mittendrin beim Ravustheater Vanemuine einen Parkplatz gefunden der am Abend und am WE kostenlos ist. Wenig später brechen wir zu einem Spaziergang auf, der uns über die Fussgängerzone. dem Rathausplatz mit den „Küssenden Studenten“, der Johanniskirche, dem weitläufigen Botanischen Garten, an das Ufer des Emajõgi bringt, wo es wenig später zu regnen beginnt. Daher zieht es uns erneut zum Rathaus und in das Pubi RP 9, wo wir noch ein Bierchen trinken wollen. Einsetzender Gewitterregen schwemmt uns förmlich in das Innere des kleinen Pubi und von einem Platz am Fenster beobachten wir etwas durchnässt das Treiben vor der Tür. Erstes Fazit: viel authentischer als Tallinn.

04.07.2026

Diesen mit Regen durchsetzten Tag haben wir nach ausgiebigem Trödeln praktisch im Museum verbracht. Das Estnische Nationalmuseum war unser Ziel. Schon von außen kommt es futuristisch daher, es sieht aus wie eine langgezogene Rampe, die 350 m lang ist und auf dem Gelände eines ehemaligen sowjetischen Militärflughafen liegt. Das Museum dokumentiert die Geschichte und Kultur der Esten und finno-ugurischen Völker. Dabei wird die Geschichte des Landes sehr anschaulich vermittelt und man erfährt viel über das alte und neue Leben in diesem Land auf moderne und interaktive Weise.
Im Anschluß heisst es Wäsche waschen, was dieses Mal in einem Waschsalon mit Industriemaschinen nur 1,5 Stunden in Anspruch nimmt.

241. Tipu küla Juli 2025

02.07.2026

Nach den Klippen von Panga geht es weiter in Richtung Muhu zum Fährhafen Kuivisto. Von hier aus nehmen wir die Fähre der Parameed-Linie und setzen zum Festland über. Hier ist der Zielhafen Virtsu. Die Überfahrt haben wir online über parameed.ee gebucht 23,70€ bezahlt, ein E-Ticket erhalten und nach 30 Minuten das Festland erreicht. Eigentlich wäre der nächste Stopp Pärnu gewesen, ein Küstenort in der Rigaer Bucht, doch wir haben keine Lust auf Stadt, es zieht uns in den Naturpark Soomaa. Die Stadt nutzen wir in einem Aussenbezirk an einer Alexela-Tankstelle nur zum Entsorgen und tanken, dann geht es hinein in den Nationalpark. Auf dem Parkplatz des Infozentrum Soomaa-NP stehen wir kostenlos mit anderen WoMos und einer tschechischen Gruppe, die auf dem Gelände zeltet.
Der nächste Tag beginnt regnerisch und so können wir ausgezeichnet trödeln. Bevor es nach Tartu weitergeht, wollen wir unbedingt über den angrenzenden Biberpfad wandern. Nach dem Regen geht es los. Der Pfad führt durch Wald- und Sumpfgebiet, teilweise über Stege durch eine tolle Umgebung, in der die Natur die Oberhand hat. So auch die Mücken, vor denen wir uns irgendwie zu schützen versuchen.
Der Pfad führt durch einen schattigen Fichtenwald, einen farnreichen Wald und einen feuchten Bruchwald.
Unterwegs können wir von Bibern gefällte Bäume entdecken. Entlang des Weges informieren Tafeln über die Lebensweise der Biber und die Besonderheiten der umliegenden Natur. Eine warnt sogar vor durch Biber gefällte Bäume auf einem bestimmten Wegabschnitt.
Während des Frühjahrshochwassers kann ein Teil des Holzstegs überflutet sein. Dadurch bietet sich die seltene Gelegenheit, die Überschwemmungen in Soomaa zu erleben, die zu den bekanntesten Naturphänomenen des Nationalparks gehören.
So eine Wanderung macht hungrig und gestärkt geht es weiter in Richtung Tartu.

240. Panga küla Juli 2026

02.07.2026

Am Vormittag besuchen wir die kleinen Klippen von Panga im Norden von Saaremaa.
Die Steilküste ragt als Kalksteinmauer direkt am Strand empor. An der höchsten Stelle soll sich eine archaische Kultstätte befinden an der dem Meer in alten Zeiten Opfer dargeboten wurden. Diese haben wir leider nicht entdeckt. Dafür aber einen Spazierweg an den Klippen entlang, einen Leuchtturm, viele Bänke zum Ausruhen, eine typisch estnische Dorfschaukel und eine Sonnenuhr aus Stein. Ein Souvenirstand und ein Kiosk finden sich ebenfalls. Im Hintergrund wird das Ausflugsziel baulich erweitert.

239. Abaja küla Juli 2026

02.07.2026

Die heutige Stellplatzsuche war gar nicht so einfach. Wir haben uns erneut kostenlose Plätze der estnichen Forstverwaltung herausgesucht, aber diese waren alle bereits schon besetzt. Dafür finden wir jedoch im Yachthafen von Abula küla (Dorf) einen Stellplatz direkt am Strand, auf der anderen Seite der Tagalaht-Bucht im Nordwesten. Über einen QR-Code an der Infotafel zahlen wir 10€ Stellplatzgebühr und verbringen eine ruhige Nacht mit atemberaubendem Nachthimmel.

238. Kuressare Juli 2026

01.07.2026

Auf dem Weg nach Kuressaare, der Inselhauptstadt von Saaremaa, machen wir einen Halt beim Kaali Krater.
Es handelt sich um den Hauptkrater eines Meteroiteneinschlages vor etwa. Er befindet sich 18 Kilometer von Kuressaare entfernt in einem Wäldchen bei dem Ort Kaali. Das Zentrum des Kraters ist ein Tümpel mit grünlichem Wasser und etwa 50 Metern im Durchmesser. Ihn umgibt ein 16 Meter hoher Erdwall mit etwa 110 Metern im Durchmesser. In der Umgebung befinden sich acht Nebenkrater, die mit Durchmessern zwischen 15 und 40 Metern deutlich kleiner sind.
Der Geologe Ivan Reinwald konnte im Jahr 1937 nach Funden verkohlter Holzreste und von Meteoritenbruchstücken mit einem Nickelgehalt von 8,3 % eindeutig den Einschlag eines Eisenmeteoriten nachweisen. Ein angegliedertes Museum für Meteorik bietet weitere Informationen.
Im Anschluß besuchen wir die Inselhauptstadt, wie es scheint ein Kurort mit Kurpark und Kurhalle, vielen dekorativen Holzhäusern und einem kleinen Zentrum mit Restaurants, Cafes und Lädchen. Uns zieht es vom Stellplatz am Yachthafen direkt zu der gewaltigen Burganlage.
Die Bischofsburg Kuressaare (Arensburg) ist die besterhaltene mittelalterliche Festung im Baltikum. Die im 14. Jahrhundert erbaute Anlage umfasst ein mächtiges Konventhaus, einen Wehrturm und weitläufige Bastionen. Sie beherbergt das umfangreiche Saaremaa-Museum, das wir nach unserem Rundgang besucht haben. Die Burg an sich mit ihrem Bau und den verwinkelten Auf- und Abgängen hat uns sehr gefallen, leider war das mittelalterliche Innenleben mit Einrichtung und Gemälden nicht mehr vorhanden. Dafür zeitgeschichtliche Dauerausstellungen über die Zeit ab dem 19. Jahrhundert.
Ein anschliessender Spaziergang durch das Städtchen und es ist schon wieder Nachmittag. Wir hatten ursprünglich vor die Insel zu verlassen, aber das schaffen wir heute nicht mehr. Die Klippen von Panga stehen noch auf dem Programm. Und so fahren wir in den Norden der Insel und suchen uns einen Stellplatz für die Nacht.