182. Santa Cruz Januar 2026

30.01.2026

Irgendwie kriegt man auch den letzten Tag auf den kanarischen Inseln herum. Unsere Fähre legt um 23:00 h ab, gegen 21:00 h ist Boarding. Wir stehen seit 16:00 h auf einem Parkplatz am Kai. Um uns herum div. Kreuzfahrtschiffe, LKW“s die Container zum Verladen bringen oder Abholen, vereinzelte Passagiere, die ebenfalls auf die Verschiffung nach Cadiz.
Den Tag haben wir überwiegend mit einem umfangreichen Versorgungsprogramm verbracht. Diesel und Gas mussten getankt werden, Wäsche war fällig (beim dritten Waschsalon hat es mit einem Parkplatz geklappt), einkaufen, Täschchen für die 57 Std. dauernde Überfahrt packen, kochen und natürlich das Halbfinalspiel Deutschland-Kroatien (31:28) verfolgen.

181. Punta del Hidalgo Januar 2026

23.01.2026

Eigentlich wollten wir heute nach einem Ent- und Versorgungsstopp an die Strände von Adeje, aber hier hat es uns überhaupt nicht gefallen. Viel zu voll und viel zu touristisch. Ebenso bei Los Gigantes, fast kein Durchkommen und keine Möglichkeit Rudi zu parken. Also weiter nach Sibora und dem Playa de Puertito. Auch das war uns nicht vergönnt, da die Durchfahrt für KFZ über 3,5t verboten ist. Gar nicht so einfach in dem steilen und engen Geländegemenge einen Stellplatz zu finden. Daher beschließen wir auf den CP bei Punta Hidalgo zu fahren und einen Platz bis nächsten Freitag zu reservieren. Von hier aus können wir immer noch Touren unternehmen, haben dann jedoch einen festen Übernachtungsplatz. Einen freien Platz gibt es erst ab Sonntag. In der Zwischenzeit stehen wir am Camino de Costa in Punta del Hidalgo direkt am Meer. Hier im Norden ist das Wetter dann schon wieder rauher, mit Nebel, Wind. Regen und ordentlichen Wellen. Und viel weniger los.

24.01.2026

Vergangene Nacht hatte der Atlantik mit seinen grollenden Wellen viel zu erzählen und das ohne Punkt und Komma, durchgehend. Am Morgen ist die Promenade voller Menschen, die schon sportlich schnell bzw. spazierend gemächlich den Camino nutzen. Nach dem Frühstück machen wir es genau so. Der Weg führt uns Richtung Leuchtturm. Als wir Anfang Dezember hier Halt gemacht haben, war er wegen hoher Wellen, Wind und Überflutung gesperrt.
Den Leuchtturm erkennt man schon von Weitem.
Das moderne Gebäude steht am Rande einer flachen Küstenebene, die von Bananenplantagen bedeckt ist. Er ist aus unterschiedlich hohen Quadern zusammengesetzt und insgesamt 50 Meter hoch. Seine Form soll an Basaltsäulen vulkanischen Ursprungs erinnern, wie sie z.B. hier im Orotava-Tal vorkommen. Mit seiner weißen Farbe bildet er einen deutlichen Kontrast zu den dunklen Bergen des Anaga-Gebirges im Hinterland. Die hier wiederum ganz anders aussehen, wie die auf den anderen Inseln, eher türmchenartig. Das Leuchtfeuer hat eine Reichweite von 16 SM. Er weist keine klassische
Fresnel-Linsenordnung (wie 1. bis 6. Ordnung) im historischen Sinne auf, sondern setzt auf moderne Scheinwerfertechnik,einen Leuchtturmwärter sucht man hier vergebens.
Zum Vergleich, der Faro am Punta de Orchilla auf El Hierro ist ein Leuchtfeuer 2. Ordnung im klassischem Sinn.
Wir folgen der Küstenlinie weiter und gelangen zum Piscina Charco de la Arena. Bei Kaffee und Tee bleiben wir hier eine ganze Weile sitzen und genießen das gewaltige Wellenspektakel. Anschließend setzen wir unseren Spaziergang fort, passieren den Punta del Guincho und die Errmita San Juanito. Am Mirador Sendero Punta del Hidalgo schauen wir kurz einem Gleitschirmflieger bei seinen Vorbereitungen zu und klettern nach oben zum Mirador Punta Hidalgo. Was für ein Ausblick auf die Küste und den dahinterliegenden Barranco del Rio. Oberhalb des Ortes geht es zurück bis Altagay, wo wir spontan zu Mittagessen.
Am Abend geht es erneut an der Küste entlang, diesmal in die entgegengesetzte Richtung, bis zur Cofradia de la Punta und durch den Ort zurück zum Van. Hier wartet ein weiteres Handballspiel: Deutschland – Norwegen. Ein regelrechter Krimi mit dem deutschen Keeper Andreas Wolff als Hauptakteur. Mit 30:28 trifft die deutsche Mannschaft am Montag auf Weltmeister Dänemark.

25.01.2026
Bevor es für uns heute auf den CP La Laguna hier in Punta del Hildago geht, drehen wir noch eine Runde und sehen uns die nächste Bucht bei Bajamar an. Dabei passieren wir auch das Hotel Neptuno, eine seit 2007 geschlossene, verfallene Ruine und ein bekannter „Lost Place“. In den 60er und 70er Jahren ein bedeutendes Hotel für den Tourismus im Norden der Insel. Es ist bekannt für seine Geschichte als früheres Touristenziel und später als beeindruckende urbane Kunst- und Graffiti-Galerie, obwohl das Betreten des maroden Gebäudes gefährlich ist und Abrisspläne existieren. Bajamar verfügt ebenfalls über eine Anlage von Meerwasserpools, Toiletten, Duschen und weitläufige Plätze, um sich hier aufzuhalten und den Tag am Meer zu verbringen. Weiter oben finden wir Restaurants und einen Kiosko, an dem wir uns eine Erfrischung holen. Die Pools sind wegen der Wellen und der Brandung geschlossen. Aber allein das Beobachten des Wellenspektakels ist einfach irre.
Zurück beim Rudi machen wir uns auch direkt zur Abfahrt Richtung CP fertig.
Nach dem einchecken bauen wir alles auf, was der Rudi hergibt und wir die ganze Zeit quasi wegen dem Leben auf der Straße nicht nutzen konnten. Hoffentlich spielt das Wetter mit und wir können es bis zur Abreise am Freitag nutzen.
Morgen geht es übrigens mit den Öffis in die Inselhauptstadt nach Santa Cruz.

26.01.2026

Heute stand die Inselhauptstadt Santa Cruz auf dem Programm. Mit der Buslinie 105 für 1,45€ pro Person erreichten wir unser Ziel in knapp einer Stunde. Der Busbahnhof war Ausstieg und Endstation der Linie. Für uns ging es zunächst auf den Markt, anschließend in den Hafen zur Estacion Armas um die Fährtickets abzuholen, dann auf eine Hop-on Hop-of Tour und zum Schluß auf einen Quer-Feld-ein-Spaziergang durch die Innenstadt. Für einen ersten Einblick ausreichend, aber für das MoMa, das Ethnologische- sowie das Karnevalsmuseum, das Palmetum, Auditorium, den Parque Garcia Sanabria und die Gastromeile in der Altstadt ist natürlich mehr Zeit erforderlich. Zudem macht es einfach Spaß sich durch diese grüne Stadt treiben zu lassen und spontane Eindrücke aufzunehmen. Nach neun Stunden Ausflug wurde noch gekocht und ein weiteres Handballspiel verfolgt. Deutschland gegen Dänemark, mit Endstand 26:31.

27.01.2026

Man kann es sich schwer vorstellen, aber der Atlantik ist so laut, grollt und zetert ohne Unterlaß vor sich hin, ist permanent zu hören. Dirk stört dies überhaupt nicht. Ihm macht Wind bzw.,starker Wind, der dazu am Auto wackelt viel mehr aus.
Den Tag haben wir größtenteils auf dem CP verbracht. Erst am frühen Nachmittag ging es zur Promenade. Hier ist uns dann erneut Frau Unruh über den Weg gelaufen.
Das Restaurant gegenüber von Altagay hat geschlossen und wir reservieren einen Tisch im Restaurante Columbus Playa. Hier verbringen wir drei Stunden mit Wellengucken, Calamaris und Fischknusperli sowie einem leckeren Barraquito.
Für morgen ist eine Küstenwarnung aufgrund hoher Wellen ausgegeben worden. Das Wellenspektakel wollen wir uns aus sicherer Entfernung in Bajamar anschauen.

28.01.2026

Es ging wie angekündigt nach Bajamar, dieses Mal in einer größeren Runde. Fast vom Ende des Nachbarortes wollten wir die ganze Promenade am Wasser soweit wie möglich ablaufen. Nicht nur die Wellen ließen dies nicht zu, sondern auf Teile des Weges, die aufgebrochen und weggespült waren. Der untere Promenadenteil in Höhe der Meerwasserschwimmbeckens im Zentrum war komplett geschlossen, selbst der gelbe Turm der Lifeguards wurde überspült. Bei Kaffee und einem anschließenden Snack aus Butterbroten und Mandarinen, konnte das Wellenschauspiel ausgiebig beobachtet werden, bevor wir uns auf den Rückweg gemacht haben.
Der späte Nachmittag gehörte dem Handballspiel Deutschland – Frankreich (38:34). Das bedeutet Halbfinale erreicht. Gespielt wird am Freitag.

29.01.2026

Aufräumtag vor Abfahrt und letztes Abendessen auf der Promenade bei Altagay mit Sonnenuntergang. Morgen Abend geht es auf die Fähre „Ciudad de Valencia“ der Armas Flotte.

180. Tajao (Tenerife) Januar 2026

Kurz vor neun und damit super pünktlich legt Fred Olsen in Los Cristianos an. Die Rush-Hour schlägt zu und wir sind nach Wochen auf ruhigen Inseln mitten drin. Aber wir fahren stadtauswärts, da trifft es uns doch weniger. Es geht auch nur einige Kilometer die Ostküste hinauf nach El Medano. Der Küstenabschnitt soll bei Surfern und Kitern beliebt sein. Wir finden große Bauaktivitäten vor, viel Verkehr und keinen schönen Platz zum Verweilen, außer erneut an der Hauptverkehrsstraße.
Dann geht es weiter nach Tajao. Dort soll es einen kleinen Campingplatz direkt an der Küste geben.

Der Caravaning Club Tenerife unterhält hier eine Zona Acampada. Wir werden in einen sehr kleinen Ort, auf eine sehr kleine Straße und eine sehr steil abgehende Straße in eine sehr kleine Sackgasse geleitet, um festzustellen, dass der Platz geschlossen hat. Es geht nur langsam zum Wenden rückwärts wieder zurück und richtig steil auf der anderen Seite wieder hinauf. Ich glaube, wir haben zumindest einmal mit dem Fahrradträger aufgesetzt. Anschliessend versuchen wir es erneut den Ort aus der anderen Richtung anzufahren. Diese Aktion hat Erfolg und wir stehen an einem kleinen Kieselstrand.
Besonders bizarr ist hier der Anblick der eigenartigen Sandfelsen – wie der große Sandberg, der die Playa de Tajao vom Hafen von San Miguel de Tajao trennt. Derart gestaltete Felsen gibt es hier überall. Der starke Wind, der in dieser Region weht, schleift die Felsen seit ewigen Zeiten regelrecht ab und verleiht so dem ganzen Küstenstreifen dieses besondere Aussehen.
Tajao ist ein kleiner Fischerort, dem dazugehörigen Hafen und etlichen Fischrestaurants. Zumindest eins davon werden wir heute Abend testen.

22.01.2026
Das gestrige Abendessen im Aqua y sal war spitze. Gut, dass wir am Mittag reserviert haben. Der Laden scheint sehr begehrt zu sein. Gegen 19:00 h bildete sich eine lange Schlange vor dem urigen Restaurant. Wir haben hier sehr gute gemischte Fisch- und Garnellenspieße, div. Soßen, rustikales Brot, gemischten Salat, frittierte Babygarnellen und Vino Blanco genossen. Es folgte eine ruhige Nacht, ein aufräumender Vormittag, ein lesender Strandtag incl. dem Handballspiel Portugal-Deutschland (30:32) und ein gemütlicher Spaziergang. Morgen geht es weiter in Richtung Adeje.

179. Santa Cruz de la Palma Januar 2026

20.01.2026

Auf Wunsch einer einzelnen Person🤣 sind wir früh am Start und begeben uns in Richtung Roque de los Muchachos, dem Berg auf La Palma. Obwohl nur 37 km von unserem Übernachtungsplatz entfernt, brauchen wir fast zwei Stunden für die kurvenreiche Strecke, die sich bis auf 2426 m hinaufschraubt. Nach 1000 m Höhe fahren wir praktisch über den Wolken weiter, was für ein Anblick und wir haben heute mit dem Wetter richtig Glück. Die Parksituation ist eher übersichtlich, wären wir später gefahren, hätten wir kein Plätzchen bekommen. Die Strecke kurz vor den Mega-Teleskopen war geprägt durch Steinschlag bzw. Felsbrockenabgang. Vorsicht ist angesagt. An den Felshängen machen sich in den Aushöhlungen lange Eiszapfen breit. Dann tauchen die gewaltigen Teleskope auf, die Spiegel glitzern in der Sonne. Auf dem höchsten Berg der Insel kann man auf dem Bergkamm zu einem weiteren Aussichtspunkt laufen. Aber egal, wo man gerade steht, die Aussichten sind unbeschreiblich. Sogar den Teide kann man sehen. Er scheint praktisch auf den Wolken zu schweben.

Nach unserem Besuch auf dem Roque de los Muchaschos besichtigen wir das Visitorcenter Astronomico, unterhalb der Teleskopanlagen. Hier ist alles sehr wissenschaftlich und multimedial rund um das Thema Astronomie aufgearbeitet. Für Laien eher schwer zugänglich und verständlich, zumal die Erklärungen in spanischer oder englischer Sprache abrufbar sind. Nach 1,5 Std. sind wir völlig erschlagen und brauchen eine Pause.

Im Anschluß geht die Reise erneut über Los Llanos nach Las Manchas, zu den Ćanos de Fuego, Lavatunnel, die man besichtigen kann. Leider sind wir zu spät dran und erwischen keine Führung mehr. Die Lavatunnel sind Teil des Besucherzentrums der vulkanischen Höhlen „Caños de Fuego“ und „Cueva de las Palmas“.

Unser letzter Stellplatz für heute befindet sich auf der Avenida Bajamar, ganz in der Nähe des Hafens von Santa Cruz. Morgen früh verlassen wir bereits um 06:30h La Palma in Richtung Tenerife.

178. Los Cancajos Januar 2026

18.01.2026

Obwohl wir direkt an einer Straße stehen verlief die Nacht ruhig. Auch die angekündigte Starkwindwarnung blieb ereignislos. Dafür gab es Fieselregen und einen wunderschönen Regenbogen über das Tal mit Bananenplantagen. Fieselregen und Regenbogen sollten uns auch den ganzen Tag begleiten. Dieser startet mit einem Besuch des besagten Sonntagsflohmarktes. Das ging relativ schnell, da es nur fünf Stände mit Secondhand Klamotten gab. Wahrscheinlich hat das Wetter viele Anbieter abgehalten. Da es den ganzen Tag regnen und winden soll, beschließen wir unsere Inselrundfahrt zu vervollständigen und den nördlichen Teil La Palmas von Puntagorda bis Barlovento zu besuchen. Auf dem Weg halten wir oberhalb von Tazacorte am Mirador de Time an, mit tollem Blick auf das Tal und den Ort. Anschließend geht es erneut an Puntagarda vorbei. Kurz dahinter verlassen wir die LP-1 und nehmen die LP-114. Wir haben Lust uns eine Gofio-Mühle anzusehen. Beschilderung und Routenplaner führen uns in die Irre. Wahrscheinlich ist die Mühle nur zu Fuß zu erreichen, aber bei der Enge der Straße und des Geländes haben wir hier keine Chance. Dirk ergreift die Gunst des Augenblicks und biegt auf den Camino de Castillo ab. Wohlgemerkt Camino, als so etwas wie Pfad oder Weg, in diesem Fall jedoch asphaltiert, sehr schmal, ohne Leitplanken und steigend, zwischendurch Steine die aus dem Weg geräumt werden müssen. Die Kehren sind verdammt eng. Keine Ahnung wie und wo man entgegenkommenden Fahrzeugen ausweichen soll. Dazwischen Mandelbäume, die erste Blüten zeigen. Der Camino schraubt sich und uns immer weiter hinauf, ein Castillo können wir nicht ausmachen, dafür ein Fahrzeug, das passiert werden muß. Irgendwie klappt alles und nachdem einige Häuser im Nichts an uns vorbeiziehen, gelangen wir wieder auf die LP-1. Bei Garafia legen wir einen kleinen Stopp ein. Hier gibt es einen Campingplatz mit kleinem Restaurant, den wir uns bereits 2023/2024 angeschaut haben. Dieser ist mit großen Pfützen durchzogen, einige Womos stehen hier im Regen. Hier wollen wir nicht bleiben und tuckeln die LP-1 weiter. An Barlovento und dem Playa Farjana vorbei, dem Charco Azul und San Andres sowie Santa Cruz, hier liegt ein riesiges Schiff der Aida-Flotte im Hafen. Es geht nach Los Cancajos einem kleinen Touriort an der Ostküste. Hier geht wellen- und windtechnisch ordentlich die Post ab. Wir verfolgen das Spektakel aus der Strandbude El Pulpo bei einem Abendessen mit weiteren Reiseplänen.

19.01.2026

Heute ging es zu Fuß in die Inselhauptstadt, der kanarische Fieselregen ein ständiger Begleiter. Da im Hafen das nächste Kreuzfahrtschiff, diesmal ein riesiger Kahn der Flotte „Mein Schiff“, liegt, rechnen wir mit einer vollen Innenstadt.
Uns gefällt trotzdem das gemütliche Zentrum mit kleinen Läden, den charakteristischen Balkonhäuschen, die auf der Straße am Meer üppig mit Blumen ausgestattet sind. Unser erstes Ziel ist der Mercado. Hier gibt es alles, was auf La Palma angebaut und erzeugt wird. Darüberhinaus auch frisch gepressten Zuckerrohrsaft. Diesen versuche ich bereits seit Beginn der Tour auf den Inseln ausfindig zu machen, heute hat es geklappt. Mit frischer Limette schmeckt er super. Am Ende der langgezogenen Fußgängerzone liegt die Plaza San de Francisco mit altem Baumbestand und einem schönen Kiosko, ein schöner Platz zum Verweilen. Den Abschluss bildet das Schifffahrtsmuseum – Museo Naval – welches sich in einem Nachbau der Santa Maria von Christof Kolumbus befindet. Uns zieht es für eine Pause an den Strand, den wir vom Real Castillo de Santa Catalina ausmachen. Mittlerweile haben sich die Fieselregenwolken über den Berg verzogen und die Sonne kommt durch. Das macht Lust auf einen Besuch im Cafe El Don Manuel gegenüber der Iglesia Matriz del El Salvador. Das Cafe befindet sich im Innenhof eines alten Kontors, in dem der beste Barista Spaniens, Rayco Rodriguez, seine Kaffeespezialitäten anbietet.
Sein Markenzeichen ist ein Barraquito nach kanarischer Art: Milchkaffee mit Zimt, Zitronenschalen und Zitruslikör. Er wird in kleinen, schlanken Gläsern serviert, hat verschiedene Schichten, jede in einem anderen Karamellton.
Neben Kaffeespezialitäten werden auch div. Torten angeboten, die wir natürlich auch testen müssen. Im Anschluss schlendern wir zurück zur Avenida Los Indianos und nehmen die Buslinie 500, die uns nach Los Cancajos zurückbringt. Hier drehen wir noch eine Runde an der Promenade am Meer entlang, mit kleinen Abstechern über die Lava zum Klippenrand. Die Brandung hat zwar an Stärke verloren, aber die Gischt gelangt trotzdem bis auf den Fußweg. Im Rudi ist dann erst einmal Ausruhen angesagt und später u.a. das Handballspiel Spanien – Deutschland.

177. Los Llanos Januar 2026

17.01.2026

Was war das für eine Nacht an dem astronomischem Aussichtspunkt in Puntagorda. Es hat so gestürmt, es war laut und die ganze Zeit wurde Rudi samt Inhalt hin und her gerüttelt. Sterne konnten aufgrund der Wetterlage keine beobachtet werden. Dafür sahen die Lichter der Häuser am gegenüberliegendem Hang, wie funkelnde Sterne aus.
Nach dem Frühstück geht es zurück nach Los Llanos. Es steht ein Rudi-Keeping-Tag an. Wir haben uns hier einen Waschsalon mit guten Parkmöglichkeiten herausgesucht. Im Lava2-Express verbringen satte fünf Stunden für geplant zwei Maschinen Wäsche. Da die große Maschine kurz nach Beginn ihren Dienst einstellt, wir die Wäsche aber nicht aus der Maschine bekommen, muß telefonisch jemand von der Firma aktiviert werden. Mittlerweile sind zwei weitere Kunden damit beschäftigt uns zu unterstützen. Die telefonisch herbeigerufene Servicekraft spricht kein Englisch. Ein total netter Kunde übernimmt die Gesprächsführung telefonisch mit dem Inhaber und so bekommen wir zunächst die Wäsche aus der defekten Maschine, können die Hälfte in eine kleinere verfrachten, die dann vom Inhaber auf ein Signal hin ferngesteuert gestartet wird. Da der Waschsalon nur über drei Maschinen verfügt, davon jetzt eine nicht mehr funktioniert, dauert es entsprechend lange, bis wir mit Allem durch sind. In der Zwischenzeit wird aufgeräumt, gegessen und im gegenüberliegendem Superdino eingekauft. Gegen 16:30 h ist der Wäschespuk vorüber und es geht weiter zur Versorgungsstation.
In der Stadt gibt es hier jeden Sonntag einen großen Flohmarkt im Stadtteil Argulo. Daher, suchen wir uns in unmittelbarer Nähe einen Stellplatz. Anschließend vertreten wir uns noch etwas die Füße, trinken in der Bar Augusto ein Bier, machen die Bekanntschaft mit einem Hahn auf einer Verkehrsinsel und beschließen den Abend mit Szegerdiner Gulasch und dem Handballspiel Serbien – Deutschland.

176. Puntagorda Januar 2026

16.01.2026

Heute geht es an der Westküste weiter. Wir bleiben auf der LP-207 und passieren weitere Strände, z.B. Playa de Echentive, Playa de Puntalarga und die ausschweifende Hotelanlage La Palma Princess, inmitten von Bananenplantagen gelegen. Im Anschluß schraubt sich die Straße steil nach oben, um bei Los Canarios in die Lp-2 zu münden. An den Hängen sind hier viele Parzellen mit Weinreben und die dazugehörigen Bodegas auszumachen. Uns interessiert zunächst das Besucherzentrum am Volcan San Antonio, der 1677 ausgebrochen ist. Der Vulkankrater hat einen Durchmesser von 300 m, im Inneren hat die kanarische Kiefer Fuß gefasst und um fast die Hälfte des Kraterrandes führt ein kleiner Pfad entlang bis zum Aussichtspunkt. Von diesem hat man einen imposanten Ausblick auf das Tal mit seinen Hängen voller Weinreben und Bananenplantagen, den beiden Leuchttürmen, das Meer und auf La Gomera und El Hierro in der Ferne. Natürlich auch in den Vulkankrater selbst, der steil abfällt. Auf dem Rückweg geht es für Info‘s rund um Vulkanismus auf den kanarischen Inseln ins Besucherzentrum und auf dem Weg zum Van in die lokale Bodega Carbollo. Hier erstehen wir regionalen Vino Blanco.

Auf der Suche nach einem Pausenplätzchen geht es weiter und wir landen schließlich in Tazakorte. Im Hafen ist reichlich Platz. Es ist zwar nur ein Tagesparkplatz, aber um sich nach dem Essen den Hafen und den Ort anzuschauen perfekt.
Der Weg hierhin führte auch durch die vom letzten Vulkanausbruch 2021/2022 betroffene Gegend. Vom Hafen aus lassen sich die erkalteten, dunklen Lavaströme gut erkennen, die bei Puerto Naos ins Meer gefloßen sind.
Der Hafen hier in Tazakorte ist mit gewaltigen Betonmauern versehen und außerhalb des Sporthafens sind mehrere Anlagen für Aquakulturen angelegt. Auf der Kaimauer schlendernd verlassen wir den Hafenbereich und bummeln weiter in den beschaulichen Küstenort, mit seinen Stränden aus schwarzem Lavasand. Am Kiosko Teneguia gibt es erst einmal einen Kaffee.

Wir verlassen Tazakorte weiter der Küste in nördlicher Richtung folgend, um einen Stellplatz für die Nacht anzufahren. Dabei geht es hinter dem Ort wieder steil hinauf und nach einigen Kilometern ist die Straße durchweg mit Baustellen versehen, die ein Anhalten nicht ermöglichen. So geht es weiter bis nach Puntagorda. Hier wird zuerst getankt und dann weiter durch den Ort gefahren, bis wir zum Mirador Astronomico Roberto Rodriguez gelangen. Hier stehen wir auf einer Kuppe, mit Blick auf den Ort und den Naturgewalten, sprich ordentlichem Wind und Fieselregen, ausgesetzt.

175. Fuencaliente de la Palma Januar 2026

14.01.2026

Am Morgen schnell alles noch einmal frisch gemacht, sprich am Platz ent- und versorgt und dann ab den Hang hoch, zurück auf Hauptstraße LP-1. Erstes Ziel, ein Mercadona, zweites Ziel: eine Rumdestillerie beim Charco Azul. Hier geht es im wahrsten Sinne des Wortes durch einen Bananenurwald, in nicht so steilen Schlaufen hinab zum Meer. Es erwartet uns eine schöne Meerwasserpoolanlage, die Destillerie Aldea und der alte Bananenhafen Playa de la Espindola nebst Strandanlage und urigem Restaurant, dem Meson de la mar. Hier kann man in der ersten Etage ganz wunderbar auf kleinen Balkonen Aussicht und Essen genießen.
Die Destillerie Aldea hält nicht nur Rum sondern auch Whiskey vor, der umgehend probiert werden muss. Hier machen wir auch einen besonders edlen Ron-Miel ausfindig, der seinen Weg in den Rudi findet.
Das Zuckerrohr hat gegen Ende des 15. Jahrhunderts seinen Weg auf die Kanarischen Inseln gefunden. So wie auch Don Manuel Quevedo Alemán, der im Jahr 1888 sehr jung zunächst über Santo Domingo nach Kuba emigriert. Er arbeitet dort sowie auf den Antillen, Gran Canaria und Madeira in verschiedenen Zuckerfabriken. Dabei lernt er sehr viel über den Zuckerrohranbau und über die damit verbundene Spirituosenherstellung. 1936 gründet er auf Gran Canaria seine eigene Brennerei „Ron Aldea“. Das Besondere seiner Destillerie ist das Herstellungsverfahren. Der Aldea Rum aus San Andrés wird nicht wie üblich aus Melasse, dem Abfall der Zuckerrohrproduktion gewonnen, sondern aus dem Saft „guarapo“ des frisch geernteten und gepressten Rohrs.
Dadurch bleiben Geschmack und Aroma des reinen Zuckerrohrs erhalten.
Mitte der 1950er Jahre wechselt der Familienbetrieb auf die Kanareninsel La Palma über.
Die neue „Destilerías Aldea“ entsteht in Puerto Espíndola, dicht bei San Andrés, der einstigen Hochburg der Zuckerbarone. Ein Besuch lohnt sich und bei etwas Glück, wird gerade eine Führung angeboten. Mich würde nämlich interessieren, ob das Zuckerrohr zur Herstellung des Rum aus La Palma stammt und wo man den frischgepressten Zuckerrohrsaft probieren kann.

15.01.2026
Während des Frühstücks entdeckt Dirk ganz weit draußen auf dem Meer weiße Fontänen. Da das Meer ruhig ist und keine Schaumkronen zu sehen sind, handelt es sich um mehrere Wale die wahrscheinlich jagen. Ein Tele wäre in solch einer Situation nicht schlecht.
Während des Vormittages schauen wir uns die beiden Leuchttürme oberhalb des Strandes etwas genauer an. Der neue, rot-weiß gestrichene Turm ist aktiv in Betrieb. Der alte Turm ist quasi als Denkmal aktiv und dient heute als Besuchszentrum des Meeresreservats La Palma.
Neben den Leuchttürmen befinden sich die Salinen de Fuencaliente. Auf einem markierten Pfad mit vielen Schautafeln, kann man hier der Gewinnung von Meersalz nachgehen. Die Salinen sind in Betrieb. Die Salzernte findet im Frühjahr und Sommer statt. Während des Winterhalbjahres verbringen unterschiedliche Vogelarten hier die kalte Jahreszeit. Während des Winterhalbjahres verbringen unterschiedliche Vogelarten hier die kalte Jahreszeit. Watvögel wie z.B. der Regenpfeifer und Strandvögel wie z.B. Zwerg-und Sichelstrandläufer legen hier gerne eine Rast ein und manchmal auch Flamingos. Sie sieht man recht häufig an den Rändern der schachbrettartigen Salzfeldern. Ihre Nahrung besteht u.a. aus Kleinstlebewesen, die sie in den Salinenfeldern aufspüren.
Den Nachmittag verbringen wir am Strand und trauen uns sogar ins kalte Wasser.

174. Barlovento (La Palma) Januar 2026

11.01.2026

Früher als geplant laufen wir in Santa Cruz ein, der 9. Insel unserer Kanarentour. Es geht zunächst quer über die Insel auf nach Los Llanos. Hier soll es eine Ent- und Versorgungsstelle geben.
Wir sind erstaunt wie grün und dicht bewaldet alles ist. Es sieht fast so aus wie in der Heimat, wenn der Herbst Fahrt aufnimmt.
Vor Los Llanos fahren wir am Vulkan Tajogaite vorbei, der 2021 ausgebrochen ist. Man kann deutlich den aufgebrochenen Vulkankegel sehen und Teile der Lavaströme, die bis ins Meer hinab geflossen sind.
Die VE-Station ist gut zu erreichen, der Service kostenlos. Einige Stellplätze sind vorhanden, auf 72 Std. beschränkt. Vor der Station viele Womos in der Menschen bereits längere Zeit leben. Teilweise mit Bepflanzungen auf dem Gehweg oder Pavillons davor.
Anschließend geht es zurück, oberhalb an Santa Cruz vorbei, in den Norden zum Strand von Barlovento. Hinter der Inselhauptstadt übernehmen die Bananen das Regiment. Alles, aber wirklich alles ist bis in den kleinsten Winkel mit Bananenstauden bepflanzt. Dazwischen gesellen sich Mango- und Avocadobäumen, und nicht zu vergessen Orangenbäume.

Kurz vor Barlovento geht es steil hinab zum Playa Farjana de Barlovento. Hier gibt es eine schöne Anlage mit Meeresschwimmbecken, Picknicktischen, einem Restaurant und kostenlose Stellplätze bis max. 72 Stunden Aufenthalt sowie VE-Service.

12.01.2026

Da alles passt bleiben wir erst einmal hier. Am Montag wird etwas gearbeitet, viel gelesen und am Nachmittag zum Faro de Punta Camplida spaziert. Dabei geht es durch unzählige Bananenplantagen, Minions wären im Paradies.
Der Leuchtturm selbst ist Eigentum einer deutschen Firma und kann nicht besucht werden.
Auf dem Weg immer wieder schöne Plätze zum Picknicken, ausruhen und Ausblick geniessen. Unten am Stellplatz drehen wir noch eine kleine Runde durch die Anlage mit den Meeresschwimmbecken, bevor wir im Restaurant bei den Apartments einen Ensalda de Casa und frittierten Tintenfisch verspeisen.

13.01.2026

Auch am Dienstag wird hier geplant, gearbeitet und mit der Fährvermittlung korrespondiert. Wir ziehen unsere Rückreise vor und nehmen bereits am 30.01.2026 eine Fähre nach Cadiz. Von da aus geht es dann schnurstracks nach Hilden/Düsseldorf und Bremen😉.

173. Auf dem Weg nach San Sebastian Januar 2026

09.01.2026

Wir verlassen Playa de Santiago zuerst in Richtung Mirador de Abrante im Norden der Insel. Die Tour führt am Roque Agando (1250 m) vorbei, dem Wahrzeichen der Insel. Von den Aussichten kann man hier gar nicht genug bekommen. Zudem ist die Sicht heute so klar, dass der Teide uns den ganzen Tag begleitet, er scheint teilweise zum Greifen nah. Weiter geht es durch den Lorbeerwald im Nationalpark Garonay. Dann verlassen wir die GM-2. Es geht weiter auf einer schmalen Straße zum Besucherzentrum Juego de Bolas. Zum Mirador kommen wir leider nicht, da die Straße für KFZ über 3,5 t nicht zugelassen ist. Egal, nach einer Pause brechen wir zu Fuß auf. Und was für ein schöner Weg breitet sich vor uns aus? Ein Wanderweg geht zunächst steil hinab, oberhalb eines kleinen Staubeckens vorbei und mündet in eine winzige Straße, die zum Mirador führt. Hier kommen wir kurz vor der Schließung an und können den gläsernen Aussichtspunkt mit irrem Blick auf Agulo geniessen. Zurück geht es über einen weiteren Wanderweg, der durchgängig die Farbe von Tonerde hat. Im Anschluß schlängeln wir uns 30 km über die GM-2 nach San Sebastian. Hier werden wir den morgigen Tag verbringen, bevor uns am Sonntag die Fähre nach La Palma bringen wird.

10.01.2026

Den Tag verbringen wir erneut in San Sebastian. Vormittags beim Bummeln durch die Stadt geht es praktisch in jeden Souvenirladen, auf den Markt und in das Geschäft Bazar Oriental, in dem es wirklich in verwinkelten Räumen und Zwischengeschosses wirklich Alles zu geben scheint. An der kleinen Kirchen ist eine Bühne aufgebaut, Dekorationen werden aufgestellt, letzte choreografische Feinheiten von Künstlern geprobt. Gegen 20:00 Uhr soll das Event starten, welches bekommen wir zunächst nicht raus. Die Bühnendekoration lässt Ernte-Dank vermuten.
Im Hafen liegt neben einer Fred-Olsen-Fähre ein Vier-Master, die Windstar von gleichnamiger Kreuzfahrtgesellschaft. Neben dem Hafen liegt der kleine Strand Playa de Cueva. mit Schwimmbad und felsigen Aussichtspunkten, die den Blick auf Tenerife und den Teide erneut möglich gemacht haben.
Nach einer Pizzapause im Ort ging es zum Verschnaufen in den Rudi.
Am Abend brechen wir erneut ins Zentrum zur Kirche auf. Hier ist noch Platz in den letzten Reihen, aber ziemlich kalt. Es wird dann so etwas wie ein Folkloreabend, mit Musik, Theater und Modenschau zum Thema „Gofio“.
Gofio ist ein traditionelles Nahrungsmittel auf den Kanarischen Inseln, das durch Vermahlen gerösteten Getreides mit oder ohne Zusatz von Salz gewonnen wird.

11.01.2026

Kurz nach 07:00h zwängte sich Mein Schiff 7 von Tui in den kleinen Hafen, an die Stelle an welcher der 4-Master Windstar bis vor kurzem festgemacht hatte. La Gomera bzw. San Sebastian werden heute wahrscheinlich mit Kreuzfahrern geflutet.
Wir sind wieder zu früh am Anleger, das macht aber nichts. So können wir uns das Treiben aus der Nähe anschauen.
Die heutige Überfahrt nach La Palma soll zwei Stunden dauern. Das Meer ist ruhig, die Fähre nicht gefüllt. Einige Passagiere kämpfen trotzdem mit Übelkeit.
Besonders schön ist die Passage als wir bei Hermigua und dem ehemaligen Bananenhagen vorbei schippern. Selbst unseren Stellplatz dort unten können wir in der Ferne ausmachen.

172. Playa de Santiago Januar 2026

07.01.2026

Heute verlassen wir Valle Gran Rey in Richtung Playa de Santiago bei Alajeró, ganz im Süden von La Gomera. Der kleine Flughafen der Insel liegt nebenan.
Es geht erneut durch das kleine Dorf Arure mit seinen tiefen Schluchten, durch den Lorbeerwald und dem Tafelberg Fortaleza, quer durch den Nationalpark Garonay. Leider sind auch die spärlichen Parkmöglichkeiten limitiert, so dass wir nur an einigen Aussichtspunkten halten und dann geradewegs nach Playa de Santiago weiter fahren. Hier soll es eine Tankstelle mit der Möglichkeit zum Ent- und Versorgen geben. Auf der Insel ist keine Infrastruktur für Camper/Caravane vorhanden. Es besteht also keine offizielle Möglichkeit Grau- und Schwarzwasser zu entsorgen sowie Frischwasser aufzufüllen. Tankstellen verfügen zwar über die gelben Luft- und Frischwassersäulen, die Wassersäulen sind jedoch inaktiv. Fragt man andere Camper, deuten diese auf mögliche Gullis oder den Barranco nebenan. Neben Touris wie wir, die auf der Reise sind, sehen wir viele die in ihren Autos leben bzw. schon länger an einem Ort verweilen. Von Womos über Van‘s bis PKW ist alles dabei. Das kleinste mobile Zuhause, das wir hier gesehen haben, ist ein Ape (ital. Biene) Piaggio Kastenwagen, ein dreirädriges Rollermobil.
Da wir das letzte Mal vor einer Woche auf El Hierro das Grau- und Schwarzwasser geleert sowie den Frischwassertank gefüllt haben, wird es langsam Zeit. Wir sind sehr sparsam mit den Ressourcen umgegangen, haben mit der Sprühflaschentechnik gespült, Wasser zum Kochen aus den gekauften 5l-Kanistern benutzt und uns am Waschbecken gewaschen. Damit waren wir so erfolgreich, dass sogar noch eine Dusche direkt an besagter Tankstelle drin war. Ein Service für Camper war für 9,90€ möglich. Der Abwasserschacht musste mit einem Schraubenzieher geöffnet werden. Hier sind wir dann zum Duschen direkt stehen geblieben, um das Grauwasser sofort wieder zu entsorgen. Die 90 l Frischwasser konnten wir am Kassenhäuschen ganz einfach mit unserem Schlauch und Anschlüssen zapfen.
Anschliessend ging es nur 700 m weiter Richtung Meer, auf einen großen geschotterten Parkplatz, auf dem bereits einige weitere deutsche Camper stehen.
Am Nachmittag brechen wir für einen Spaziergang durch Ort, Hafen und Strand auf. Uns gefällt das charmante ehemalige Fischerdorf. Es ist nicht viel los, alles ganz unaufgeregt. Wir schlendern bis zum Hotel de Jardin, die hier im Strandbereich ein Gartengelände mit Pools, Bar, Tauchschule, Boule- und Minigolfbahn unterhalten und im oberen Bereich auf einem Berg gelegen, das eigentliche Hotel bereitstellen. Das Hotel erreicht man über einen Aufzug der durch den Berg führt und nur von Hotelgästen mittels Zimmercard bedient werden kann. Die Anlage im Strandbereich kann gegen Bezahlung auf von der Öffentlichkeit genutzt werden.
An der Hafenpromenade liegen Restaurants und Cafes. Beim Hafen entdecken wir noch eine kleine Kapelle und ein Restaurant direkt im Fels gelegen. Daneben ein kleines Hotel im typisch kanarischen Baustil mit den klassischen Holzbalkonen. Auf einem grossen Holzsteg der in den Hafenbereich hineinragt, geniessen wir die letzten Sonnenstrahlen, bevor es zurück in den Van geht.

08.01.2026

Tja, was macht man an einem Tag an dem von Beginn an die Sonne scheint?
Genau, die eine Hälfte geht zum Strand und die andere Hälfte arbeitet😅.
Der Nachmittag wird dann im Ganzen am Strand verbracht, wobei die eine Hälfte beim Baden einen Badeschuh verliert und die andere Hälfte Schatten sucht. Während zuhause Schneechaos herrscht und sich Deutschland auf Tief Elli vorbereitet, suchen wir Abkühlung unter einem riesigen Ficus auf der Promenade.
Am frühen Abend geht es zunächst in den Hafen und anschliessend zur Strandbar Tarajal. Hier gibt es zum Sonnenuntergang einen Cal y Canto und diverse Tapas.
Morgen geht es erneut Richtung San Sebastian.

171. Vale Gran Rey Januar 2026

05.01.2026

Der Stellplatz direkt am Meer bei Hermigua hat auch seine Tücken. Die Brandung war so laut, dass ruhiges Schlafen nicht möglich war. Im Gegenteil, ich habe x-mal nach draußen geschaut und den Wasserstand im Auge behalten🤣. Nach Kaffee und Frühstück ging es zuerst ins Ethnografische Museum von Hermigua. So der Plan, aus dem nichts wurde, weil das Museum renoviert wird. Dann eben weiter zu einem Supermarkt, es fehlt noch Wasser. Leider keine Parkmöglichkeiten. OK, dann besuchen wir eben die Molino de Gofio und schauen uns die alte lokale Getreidemühle an. Sie ist in Betrieb bzw. der dazugehörige Laden, aber Führungen werden nicht angeboten. Macht nichts, weiter nach Agulo, ausgezeichnet als eines der schönsten Dörfer Spaniens, auf einem Felsplateau über dem Meer ragend. Einen Parkplatz auf der anderen Fahrbahnseite haben wir entdeckt, nur keine Möglichkeit zum Wenden. Diese wäre erst nach ungefähr 5 km aufgetaucht. Das war uns mit Hin- und Herfahren zu weit. Macht nichts, Vallehermoso ist auch auf der Route. Hier wird gerade ein Tunnel gebaut. Eine Ortschaft im Ausnahmezustand, Fahrbahn gesperrt, einspuriger Verkehr, nur an einer Stelle mit Ampel geregelt. Auch hier kein Parken möglich. Macht nichts, dann eben Richtung Lorbeerwald weiter. Auch hier ist keine Parkmöglichkeit vorhanden, so dass wir auch an Aurure vorbei direkt nach Vale Gran Rey fahren und dort unterhalb des Busbahnhofes einen der letzten für Wohnmobile ausgewiesenen Stellplatz besetzen. OK, unsere Ziele für heute konnten wir nicht besichtigen, aber die Fahrt und die Aussichten durch die Schluchten und terrassierten Täler war einfach einmalig. Hier kommt La Gomera wirklich spektakulär daher.
Am frühen Nachmittag erkunden wir die Gegend in Richtung Hafen und Vueltas. Vorbei an überschaubaren Apartmentanlagen und Hotels, Cafes, Läden mit Klamotten und Souvenirs, Anbietern von Wanderexkursionen und Whalewatching, ein kleiner Strand ist auch dabei. Am Hafen dann alles voller Menschen, die am Kai eine Pause einlegen, essen und trinken oder darauf warten, hier div. Rochen zu erblicken, die im Hafenbecken regelmäßig angefüttert werden. Wir setzen uns mit einem kühlen Bier vom Faß auf eine Bank, neben uns wird angeregt Domino gespielt. Es fängt zwischendurch immer wieder an zu regnen. Der gegenüberliegende Strand ist richtig voll, eine Platz nur noch auf der Mauer zu finden. In einer Fieselregenpause schlendern wir langsam wieder zurück, legen aber in einer Minikneipe erneut einen Regenstopp ein und trinken hier den schlechtesten Kaffee ever. Dirks Cappuccino ist im Prinzip ein Kaltgetränk und kommt nach 15 Minuten. Vlt liegt das am Koch, der sich vor Schmerzen im Durchgang zur Theke niederlässt und wenig später mit Unterstützung des Kellners nach draussen begleitet wird. Wir bezahlen und bekommen noch die Heiligen Drei Könige mit, die in Cabrios sitzend und unter Hupen begleitend durch den Ort gefahren werden. Der Abend vor dem DreiKönigsTag ist für die Kinder hier wie bei uns der Abend vor Nikolaus. Schuhe werden geputzt und vor die Tür gestellt incl. Wasser und eine Möhre für das Kamel. Der 6. Januar ist Feiertag, an dem die Kinder ihre Geschenke erhalten. Wir verfolgen die Prozession weiter Richtung Playa de Ingles. Am Strand ist ein Zelt aufgebaut, drei große goldene Thronstühle warten auf die dazugehörigen Könige. Es herrscht ein buntes Treiben mit Musik und Gesang. Kinder mit selbstgemalten Bildern warten auf die Ankunft, kleinere werden von den Eltern getragen. Mit lautem Gehupe und Musik werden die heiligen drei Könige begrüsst, sie bahnen sich den Weg zur Bühne. Hier empfangen sie die Kinder, Bilder werden gemacht und Geschenke verteilt. Drumherum eine schöne Atmosphäre.

06.01.2026

Während Dirk einen Spaziergang durch die höher gelegenen Ortsteile macht und dabei erneut auf eine Prozession trifft, die in regelmässigen Abständen Böller abknallt, arbeite ich etwas.
Am Nachmittag erkunden wir den Ort bis zum Playa de Ingles und kehren anschliessend in das Restaurant Paradisio del Mar ein. Der Blick auf das Meer und die Sonne die langsam verschwindet machen hungrig. Im Innenraum des Lokals wird an einem Tisch gesungen und Gitarre gespielt. Wir setzen uns an einen Nebentisch und geniessen das Essen mit musikalischer Begleitung.

170. Hermigua Januar 2026

04.01.2026

Auf der regenärmsten Insel der Kanaren regnet es seit gestern zwar nicht ununterbrochen, aber immer mal wieder. Daher finden heute alle Aktivitäten in den Regenpausen statt. Der Einkauf, die Stopps auf dem Weg von San Sebastian entlang der GM-1 nach Hermigua und der Spaziergang am Strand von Hermigua zum Wahrzeichen der Stadt, dem Pescante de Hermigua. In der Vergangenheit war El Pescante, der alte Pier und Hafenbereich, der Ein- und Ausstiegspunkt für alle Produkte, die La Gomera für das Ausland produzierte oder kaufte. Die Hafenanlage wurde 1908 fertiggestellt und bis in die 50iger Jahre genutzt, bis der Hafen von San Sebastián gebaut wurde.
Hermigua gilt als das wasserreichste Tal La Gomeras und wird ganzjährig vom Rio del Cedro versorgt. Deshalb lebt Hermigua hauptsächlich von Landwirtschaft. Die meist sonnige Seite des Tales wurde bis zum höchsten noch bewässerbaren Niveau terrassiert. Hier werden unter anderem Kartoffeln, Papayas, Bananen, Getreide, Hülsenfrüchte, Kürbisse, Bohnen und Trauben angebaut.
Als sog. Streusiedlung zieht sie sich über 6 km lang bis zum Meer. Mit ca. 1800 Einwohnern ist Hermigua die zweitgrößte Ortschaft auf La Gomera.
Wir fahren ganz hinunter bis Santa Catalina, verpassen hier jedoch die Abfahrt zum Strand und fahren auf einer sehr engen Straße auf die andere Seite der langezogenen Schlucht, bis wir wieder auf die Hauptstraße gelangen. Jetzt alles noch einmal auf Anfang und erneut Richtung Meer. Unser Stellplatz ist direkt am Wasser, El Piscante in Sichtweite. Tage zuvor wären wir aufgrund der Wetterwarnungen hier nicht stehen geblieben. Die Schotterpiste zeigt deutliche Spuren von Treibgut, die die rauhe See hier hinterlassen hat. Neben Bananenplantagen ist hier unten auch ein Hallenbad, das aber leider geschlossen hat. Später am Nachmittag bahnen wir uns einen Weg am Kieselstrand entlang zum o.g. Wahrzeichen. Bis ganz heran kommen wir nicht, da die Straße wegen Steinschlag gesperrt ist. Dann geht es eben über die schmale Straße durch die Siedlung zurück. Bei der Abzweigung zum Stellplatz fällt uns das kleine Restaurant El Faro auf. Hier haben wir Glück und erhalten einen Platz an einem winzigen Tisch vor der Theke. Eine Reservierung ist hier ansonsten nötig. Unser Abendessen besteht heute aus Tortilla, Thunfischkroketten und Papas mit Mojo.

169. San Sebastian (La Gomera) Januar 2026

03.01.2026

Nächster Morgen – nächste Fähre – nächste Insel. Es geht auf die 8. Insel dieser Tour, La Gomera, die zweit kleinste der Kanaren.
Wir sind wieder früh am Fährhafen und werden direkt ganz nach vorne auf Bahn 7 dirigiert. Die Fähre liegt bereits am Kai, Autos und Passagiere strömen hinaus. Anschließend werden zunächst die PKWs auf das Oberdeck geleitet, LKWs müssen rückwärts einfahren, kleinere Transporter vorwärts. Irgendwann ist Stop, die Klappe schliesst und die Fähre legt ab, ohne uns. Tja, diese Fähre war für La Palma bestimmt, wir waren einfach zu früh am Hafen. Aber nach einer guten halben Stunde legt unsere Fähre an und wir können sogar vorwärts einfahren. Während wir warten laufen im Hafengebiet die Vorbereitungen für die Rettungsaktion eines Cayocos mit vermutlich 200 geflüchteten Menschen an Bord, die vor Tenerife aufgegriffen geworden sind. Da die Überfahrt 50 Minuten dauert, haben wir nur etwas zu trinken dabei. Das Wasser ist ruhig, kein Wind oder Regen. Das ändert sich aber schlagartig, als wir uns ein gutes Stück von Tenerife entfernt haben. Jetzt geht die Schaukelei richtig los. Das Servicepersonal ist sofort in Bereitschaft, verteilt die weißen Tüten, fächelt Luft zu, hilft Passagieren auf die Toilette.
Na ja, sobald La Gomera in Sichtweite ist, wird die Fahrt ruhiger, wenig später legen wir in San Sebastian an.
Da wir den Tag heute hier verbringen wollen, suchen wir uns einen Stellplatz in der Nähe des Zentrums und erkunden anschließend die Stadt. Hier geht es wieder viel ruhiger zu, was uns sehr gefällt. Es gibt einen Markt unterhalb des Busbahnhofes, kleine Läden mit Klamotten, Schuhen, Sportsachen, viele Bäckereien und Souvenirgeschäfte sowie sozio-kulturelle Zentren. Aus einem ist laute Flamencomusik und das dazugehörige klackernde Geräusch von Absätzen auf Holzboden zu vernehmen. Am Plaza de las Americas bestaunen wir die mächtigen Ficusbäume und eine schmächtige Statue von Christoph Kolumbus, der 1492 von dieser Insel aufgebrochen ist, um einen Seeweg nach Indien zu finden und Amerika entdeckte. Im Casa Colon kann man sich dazu näher erkundigen, dies hat am WE aber leider geschlossen. Dafür werfen wir einen Blick in die Église de La Asunción, in der er angeblich ein letztes Gebet vor der Überfahrt gehalten haben soll. Beim weiteren Rundgang entdecken wir auch wieder das übliche Bild von alt und neu. Also alte, verlassene Häuschen zwischen neuen und oder bewohnten Häusern. Nach einem Abstecher zum Torre del Condo, einem mittelalterlichem Wehrturm und Wahrzeichen der Stadt, gibt es im Restaurant El Porto unter den Ficusbäumen, eine kleine Erfrischung.
Am Nachmittag dreht Dirk noch eine kleine Runde um den Hafen und entdeckt dabei ein Schwimmbad.

168. Los Cristianos (Tenerife) Januar 2026

02.01.2026

Letzter Vormittag auf El Hierro. Um 14:00h geht die Fähre nach Los Cristianos mit Fred Olsen. Das Wetter, also Wind und Regen, gefallen mir gar nicht😬.

Puh, mit einer so gut gefüllten Fähre haben wir nicht gerechnet. Daher bin zumindest ich beruhigt, dass sich die Wettersituation stabilisiert hat. Die Überfahrt verläuft ruhig und gegen halb fünf erreichen wir den Fährhafen von Los Cristianos. Wow, was für ein Gegensatz zu El Hierro, von null auf 100 und wieder mitten im Trubel. Für heute Nacht suchen wir uns einen Stellplatz in Hafennähe. Schon morgen geht es auf die nächste Insel: La Gomera wartet.