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Category : Rudi on Tour Teil3

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127. La Graciosa Oktober 2025

30.10.2025

Heute schaffen wir es tatsächlich zeitig in die Gänge zu kommen und nehmen die Fähre um 10:30 h nach La Graciosa. Die Nacht war ruhig und der Übernachtungsplatz dicht bei dem Hafenörtchen Órzola.
La Graciosa, die Anmutige“, ist eine 27 km2 kleine Insel vor der Nordküste Lanzarotes und somit die zweite kanarische Insel die wir besuchen. Ihre „Hauptstadt“ Caleta del Sebo (Bucht des Vogelmists) erinnert uns sehr an das Griechenland der 80er Jahre, die Zeit scheint irgendwie stehen geblieben. Rund 600 Menschen leben auf der kleinen Insel vor allem vom Tourismus.


Nach einem Kaffee und Brötchen mit Tomaten und Schinken brechen wir auf zu einer 22 km langen Radtour. Diese führt uns vorbei an der Caleta del Morro de Abajo. Hier werden wir direkt von Rangern darin erinnert, nicht mit den Rädern über die vorgegebenen Markierungen zu fahren, da es sich um Naturschutzgebiet handelt. Unsere Reifenspuren werden tatsächlich weggefegt. Es geht weiter. Wir ziehen linksschultrig am Montaña del Mojón vorbei sowie am Montaña Pedro Barba und gelangen zum kleinen Örtchen Pedro Barbo. Hier gibt es einen kleinen Strand und einige Ferienhäuschen, sonst nichts. Einfach herrlich! Wir gehen erst einmal eine Runde ins Wasser und snacken anschließend etwas. Dann geht es wieder auf die Piste und damit meine ich Piste. Parallelen zu einer speziellen Radtour in Griechenland dürfen gezogen werden. Der einzige Unterschied: auf der Insel kann man sich Räder mieten und die Route hier wird sogar empfohlen. Jetzt wird der Untergrund zunehmend sandiger. Wir passieren den Playa Lambra und den Playa de las Conchas. Wahnsinnig schöne, raue Strände, mit Sand und felsigem Untergrund. Die letzte Passage bevor wir am Nachmittag wieder in Caleta del Sebo eintreffen, führt uns ansteigend zwischen den Bergen des El Mojon und Pedro Barba hindurch. Uns tut wirklich schon alles weh. Es war eine sehr schöne, aber auch anstrengende Tour mit dem Rad. Beim nächsten Mal, vlt. zu meinem 70gsten
bleiben wir eine ganze Woche hier und erkunden die Insel in aller Ruhe. Wer Natur sucht und kein Chi-Chi ist hier genau richtig.
Da wir uns noch einen anderen Stellplatz für die Nacht suchen wollen, geht es nach einer Erfrischung um 16:30 h wieder auf die Fähre zurück. Bei der Rückfahrt begeistert das Licht und die Felsküste Lanzarotes.

126. Órzola Oktober 2025

29.10.2025

Wir haben eine weitere ruhige Nacht in Punta Mujeres verbracht. Während des Frühstücks fing es plötzlich leicht an zu regnen. War aber nur von kurzer Dauer.
Nach der Vorbereitung einer neuen Brotvariante, Nussbrot aus Weizenvollkornmehl und dem versuchsweise ansetzen eines Sauerteiges, ging es erneut nach Órzola.

Hier haben wir für morgen Tickets für die Fähre nach La Graciosa gekauft. Hätten wir auch online machen können, aber mit dem analogen Kauf haben wir 6 € pro Ticket und Person sparen können. Selbst unsere Räder können wir mitnehmen.
Im Anschluß ging es an den Playa del Caleton Blanca. Hier haben wir den ganzen Nachmittag verbracht. Da das Übernachten im Van leider verboten ist, ging es ein Stückchen weiter der Küste entlang, durch Órzola selbst zum Playa de la Canteria. Es sieht so aus, als ständen wir direkt im Lavagerümpel, welches bis an den Strand reicht. Auf der linken Seite erhebt sich der Bateria, welcher zum Paquero Natural del Archipélago Chinijo gehört. An seinem, zum Atlantik gerichteten Ausläufer, dem Punta Fariones, schaut eine Felsenspitze aus dem Meer, der Farión de Tierra. Das Baden am Strand ist zu gefährlich und daher verboten. Trotzdem tummeln sich Leute im Wasser.
Wir müssen hier nur bei Regen vorsichtig sein und abfahren, da der Untergrund sehr lehmig ist.

125. Punta Mujeres Oktober 2025

26.10.2025

Nach der Ent- und Versorgung, nutzen wir wiederum den Moment der eingefahrenen Stufe und begeben uns auf den Weg nach El Mojon. Es handelt sich um einen Stellplatz auf einer Hubbelpiste gegenüber dem alten Steinbruch, den wir am Freitag besucht haben. Hier gefällt es uns nicht und wir beschließen nach Punta Mujeres zu fahren, ein Stückchen weiter die Küste gen Norden hoch. Eigentlich kurz hinter Arrieta. Wir stehen hier an einer kleinen Promenade direkt am Meer.

Den weiteren Nachmittag verbringen wir mit Lesen, Häkeln und Brotbacken. Dirk hat sich für heute ein Kartoffelbrot vorgenommen. Am Abend duftet ganz Rudi nach frischem Brot.

Die Trittstufe haben wir out of order gesetzt. Morgen telefonieren wir mit Caravan Kreiser und melden Garantiearbeiten am Kühlschrank und großer Trittstufe an.
Für morgen haben wir zuerst einen Spaziergang in den Ort auf dem Plan und im Anschluß die Besichtigung des Manrique-Museums in Haria.

27.10.2025

Obwohl an der Straße übernachtet, war die Nacht ruhig. Zum Frühstück gab es das „fette Kartoffelbrot“-sehr lecker. Und als ich Dirk bei der Morgentoilette nur kurz aus den Augen verloren habe, montiert er plötzlich an der Verschalung des Türholms herum und zerlegt die Verkabelung der Trittstufe. Um es Vorwegzunehmen, wir haben die Magnetkontakte von Schiebe- und Beifahrertür getauscht, so das die Trittstufe der Schiebetür funktionsfähig ist und die der Beifahrertür nicht arbeitet. Evtl. kann Humpi Ende November das passende Ersatzteil mitbringen, wenn wir uns auf Gran Canaria treffen.


Nach der Reparatur geht es auf Ortserkundung. Punta Mujeres ist ein unaufgeregter Mini-Ferienort, mit einem Hauch an Infrastruktur, dafür aber mit vielen Bademöglichkeiten in sog. Charcos, also Meerwasserpools. Baden im offenen Meer ist wegen den vielen kleinen Felsen und der Brandung eher gefährlich.
Weiter ging es im Anschluß nach Haria und in das dortige Wohnhaus bzw. Museum von César Manrique, in dem der Künstler von 1988 bis zu seinem Tod 1992 gelebt und gearbeitet hat.

Man läuft praktisch durch das eingerichtete und gestaltete Wohnhaus und hat das Gefühl, jeden Moment einem Bewohner über den Weg zu laufen. Neben der Einrichtung können hier nicht nur Werke von Manrique angeschaut werden, sondern auch Werke befreundeter Künstler wie Miró und Picasso.
Anschliessend haben wir Lust auf ein Bad und kehren nach Punta Mujeres zurück. In einem Charco am Ortsanfang stürzen wir uns ins kalte Wasser des Atlantiks und bestaunen danach unzählige Krabben auf den angrenzenden Felsen. Ausmachen können wir rote Klippenkrabben und schwarze Felsenkrabben.
Für Morgen haben wir uns ein Ticket für die Besichtigung der Cueva los Verdes online reserviert. Es geht in den Untergrund, in das Innere einer ziemlich großen Lavahöhle.
Für die Nacht stehen wir wieder hier an der Straße, ein wenig näher am Örtchen.

28.10.2025

Gleich geht es in den Untergrund🌋, wir besuchen die Cueva de los Verdes, etwas weiter nördlich von Punta Mujeres.
Beim Ausbruch des Monte Corona vor 3000 Jahren ist ein 8 km langes Tunnelsystem entstanden, welches sich über die Küste bis zum Atlantikboden erstreckt. Durch diese Lavaröhren floß damals das heiße Magma des ausgebrochenen Vulkans. Nur der Lavatunnel der Kazumare Cave auf Hawai ist noch länger. Die Wasserhöhle bzw. der Jameos del Agua gehört ebenfalls zum Tunnelsystem der Cueva de los Verdes und befindet sich weiter unterhalb der Straße, die uns von Punta Mujeres Richtung Orzola hierhin geführt hat.
Die rund 50zig Minuten dauernde Führung durch die Lavaröhre mit ihren unterschiedlichen Gängen und Ebenen hat uns sehr gut gefallen. Hatte ich zuvor erwartet es wird kalt in der Tiefe, wurde ich unten eines Besseren belehrt. Erstaunliche Formationen, unterschiedliche Farben, hervorgerufen durch rotes Eisenoxyd, pechschwarzem Magnesium, Schwefelgelb und weißem Kalziumsulfat. Es geht auf schmalen Gängen weiter, teils unter niedriger Höhe. Als wir weiter ins Innere vordringen, machen wir zunächst einen grossen Krater im Boden aus. Doch was hier aussieht wie ein Loch im Lavagestein ist eine optische Täuschung, hervorgerufen durch Wasser, welches einige Zentimeter tief in der Mulde angelegt wurde. Die spiegelglatte Oberfläche reflektiert die Höhlendecke. Für uns ging die Führung viel zu schnell zu Ende. Wir hätten uns mehr Zeit zum Schauen und Staunen gewünscht.


Nach der Führung ist vor der Ent- und Versorgung sowie Einkaufen. Das erledigen wir in Arrecife. Im Anschluß geht es nach Órzola in den Norden. Kurz vor dem Hafenörtchen, von welchem die Fähren nach La Graciosa gehen, legen wir einen Badestopp am Caleta del Mojon Blanca ein. Eigentlich wollten wir hier auch übernachten, aber mein Bauchgefühl meldet sich und wir fahren zum Übernachten erneut nach Punta Mujeres.

124. Teguise Oktober 2025

25.10.2025

Den Tag haben wir bis zum frühen Abend in Arrieta verbracht.

Dabei stand der Aufenthalt im Meer im Mittelpunkt. Die Wellen waren auch nicht zu verachten. Am Nachmittag sind wir noch auf einen Spaziergang rund um den kleinen Ort Tabyesco aufgebrochen. Rund um den Ort wird auf kleinen Parzellen versucht alles Mögliche auf dem vulkanischen Gestein anzubauen, Bananen, Drachenfrüchte, Mais, vereinzelt Weinreben, Papayas, sogar Olivenbäumchen konnten wir ausmachen. Zum größten Teil wird um die einzelnen Pflanzen ein Schutz aus Gestein oder Holz im halbrund angelegt, um dem Wind und der Erosion zu trotzen bzw. Wärme zu speichern. Zurück im Ort legen wir einen kleinen Halt im Mercado ein, das Abendessen ruft. Aber zunächst machen wir uns abfahrbereit und fahren einige Kilometer nach Teguise. Hier ist morgen der wöchentliche Sonntagsmarkt, der viele Besucher anziehen soll. Wir wollen sehr zeitig dort sein, bevor es richtig voll wird. Und so stehen wir am Rande des Zentrums, neben der Polizeistation und gegenüber dem Stadion. Dort findet unter Flutlicht eine Veranstaltung mit reichlich Musik statt. Ausserdem dringt genau neben uns Musik aus einem Nebengebäude. Es hört sich nach einer Kinderkaraokeveranstaltung an. Kann also interessant werden.

26.10.2025

Die Vorbereitungen für den Sonntagsmarkt beginnen früh. Die Innenstadt wird für den Durchgangsverkehr gesperrt. Lieferwagen und größere PKW‘s laden ihre Waren auf dem Marktgelände aus, parken dann ihre Autos außerhalb. Nach einem frühen Kaffee mit Croissants machen wir uns auf den kurzen Weg ins Zentrum. Wenige Besucher sind unterwegs, die Stände werden gerade fertig aufgebaut. Neben unzähligen Ständen mit Klamotten, Taschen, Sonnenbrillen, Spielzeug, gibt es Stände mit regionalen Produkten sowie mit Kunsthandwerk.

Bevor die Besuchermassen mit Bussen angespült werden, haben wir einen ersten Rundgang beendet und schlendern mit einer gut gekühlten Flasche Wasser durch die Gassen von Teguise. Schnell ist klar, dass wir hier in der Woche noch einmal hinfahren werden. Uns gefallen die alten Gebäude, urigen Cafés und kleinen Läden sowie die Gassen mit ihren Pflastersteinen aus Vulkangestein. Nach und nach füllt sich das Städtchen. Wir gönnen uns noch einen Café Americano und einen Snack. bevor es zurück zum Auto geht.
Geplant ist, einen Stellplatz bei El Mojon anzufahren, aber zuvor müssen wir ent- und versorgen. Und während wir den Van abfahrbereit machen, beschließt die neue Trittstufe an der Schiebetür Probleme zu verursachen. Sie schließt nicht mehr. Dann schließt sie wieder, dann nicht, fährt plötzlich aus, ohne dass wir die Schiebetür bewegt haben usw. . Dirk richtet den Kontakt am Holm neu aus. Anschließend fährt sie aus, wenn man die Tür schließt und fährt ein, wenn man sie öffnet. Ich denke schon an Demontage, da fährt sie ohne erkennbare Aktion ein und wir machen, dass wir zur Tankstelle kommen. Hier ist zunächst alles gut, Tür auf – Trittstufe raus. Mittendrin fährt die Stufe ein und wieder aus, ein ständiges Hin- und Her. Nach der Ent- und Versorgung, nutzen wir wiederum den Moment der eingefahrenen Stufe und begeben uns auf den Weg nach El Mojon. Es handelt sich um einen Stellplatz auf einer Hubbelpiste gegenüber dem alten Steinbruch, den wir am Freitag besucht haben. Hier gefällt es uns nicht. Wir beschließen nach Punta Mujeres zu fahren, ein Stückchen weiter die Küste gen Norden hoch. Eigentlich kurz hinter Arrieta.

123. Arrieta Oktober 2025

24.10.2025

Eigentlich wollten wir heute in der ehemaligen Inselhauptstadt Teguise den nächsten Übernachtungsstop einlegen, doch ein Platz der uns dafür zusagte wurde nicht gefunden. Deshalb ging es weiter in den Norden an der Küste entlang bis nach Arrieta.
Zuvor stand der Tag aber ganz im Zeichen des housekeepings: Ent- und Versorgung, Wäsche waschen, einkaufen.
Auf dem Weg nach Arrieta kamen wir dann noch an einem ehemaligen Steinbruch vorbei, der mit seinen Steinformationen zu einem Spaziergang einlud.


Hier in Arrieta stehen wir hinter dem Restaurant La Casa de la Playa fast direkt an einem, für kanarische Verhältnisse, geräumigen Strand.


Arrieta selbst ist ein kleines Ferienörtchen mit einigen Restaurants, Bar‘s und einem Supermarkt. Am anderen Ende des Küstenortes stößt man noch auf einen Fischereihafen und einen Charco zum Baden.
Da wir heute keine Lust hatten selbst zu kochen, gab es im oben genannten Restaurant eine Paella mit Weißwein und Bier. Sehr lecker!

122. Los Cocoteros Oktober 2025

21.10.2025

Bevor es weitergeht, machen wir kurz noch einen Rundgang durch das Zentrum, in welchem ein kleiner Bereich durch den kanarischen Künstler César Manrique gestaltet worden ist. Übrig geblieben ist davon nicht viel. Es sind überwiegend Irish Pubs ansässig, kanarische Restaurants oder Cafés Fehlanzeige.
Bevor wir nach Tahìche aufbrechen, testen wir die Ent- und Versorgung an einer Tankstelle vor Arrecife. Alles kein Problem, Grau- und Schwarzwasser können in der Ablassrinne vor der Selbstwaschanlage entsorgt werden, Frischwasser erhält man über einen Coin an der Tankstelle, 100l/1€.
Der nächste Stopp führt uns nach Tahìche und der César Manrique Fondación.
César Manrique (1919-1992) wurde in Arrecife geboren und hat im Zusammenhang mit seinem künstlerischen Schaffen in Kombination mit ökologischen Zielen dafür gesorgt, dass Lanzarote 1993 von der Unesco zum Biosphärenreservat erklärt wird. Dies hat grundlegende Auswirkungen auf den Tourismus in Bezug auf Raum-und Bauplanung der Insel. Grundlegend ist dabei der Respekt der ursprünglichen Inselarchitektur und der Natur. Beispiele für seine Projekte sind die GrotteJameos del Agua, der Aussichtspunkt Mirador del Rio, der Jardin de Cactus sowie das Haus des Künstlers, in dem heute die Stiftung untergebracht ist.
Wir waren bereits 2015 das erste Mal hier, aber auch heute ist das Zusammenspiel von schwarzem Vulkangestein und weiß gestalteten Flächen und Räumen krass. Wenn die Sonne durch die Wolken dringt ist es so hell, dass man schier geblendet wird. Das ganze Anwesen ist in mehreren Vulkanblasen angelegt, ganz im Stil der 70er/80er Jahre. Ein geräumiges, für die damalige Zeit bestimmt exzentrisches Fleckchen Erde.
Anschließend suchen wir uns einen neuen Stellplatz, nur ein kleines Stückchen nördlich weiter die Küste hinauf. Hinter Guatiza geht es auf einer Schotterpiste nach Los Cocoteros. Wir stehen am Rande von Salinenfeldern direkt am Meer. Unter uns ist sogar eine kleine, angelegte Badebucht.

Bei einem Abendspaziergang erkunden wir das Örtchen. Es gibt sich völlig ruhig, scheinbar unbewohnt. Vereinzelt begegnen wir Menschen, die gerade mit ihren Hunden eine Runde drehen, ansonsten eher verlassen, wahrscheinlich Ferienhäuschen.

Vor dem Spaziergang hat Dirk noch einen Brotteig angesetzt: 500 g Mehl, 250 g Haferflocken, 2 Päckchen Hefe, 1,5 Teel. Salz, 400 ml Wasser). Während des Rundgangs ist er schön aufgegangen, wird noch mal geknetet und kommt in den Omnia. Nach 60 Min. bei ca. 125 Grad ist es fertig.
Der Wind nimmt zu und wir stehen fast alleine auf diesem Platz. Es ist stockdunkel, keine Lichtverschmutzung, keine Laterne, nur ein paar kleine Lichter aus einigen Wohnungen am Rande der Salinenfelder.

22.10.2025

Nur das Rauschen der Wellen und aufkommender Wind begleiten uns am Vormittag. Die Sonne hat erst einmal überhaupt keine Lust ihren Dienst anzutreten. Egal, die Solarpaneele bringen wir trotzdem an.
Gegen Mittag sitzen wir auf den Rädern und starten Richtung Guatiza. Unser Ziel: der Jardín de Cactus. Hier haben Millionen von Stacheln das Sagen und sie kommen aus verschiedenen Teilen der Erde. Riesengroße, kugelrunde, blütenbehaftet, kleinere Exemplare, sogar unstachlige Exemplare haben in dieser vulkanischen Anlage ein neues Zuhause gefunden. Der Jardin de Cactus stellt das letzte große Projekt von César Manrique dar. Dazu wählte er eine alte Deponie in einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet mit ausgedehnten Kakteenplantagen. Die Kakteenplantagen waren bzw. sind für den Anbau von Cochenille vorgesehen. Es handelt sich hier um eine Schildlausart, bei der aus den Eiern der Weibchen der Farbstoff Karmin gewonnen wird. Früher wurde dieser zum Färben von Textilien verwendet, heute ist er in der Zutatenliste von Nahrungsmittel und Kosmetika zu finden und unter der Nummer E120 bekannt. Er wird dafür genutzt, um Lebensmittel, Kosmetik und andere Gegenstände einzufärben. So können z.B. Süßwaren, Kaugummis, Backwaren, Kuchen, Fruchtsäfte, Erfrischungsgetränke, Eiscreme, Desserts, Joghurt, Wurstwaren, Fleischprodukte, Fertiggerichte und Suppen mit diesem Farbstoff versehen sein.
Wir lassen uns Zeit für einen Rundgang und ein wenig für die Überlegung, wann wir das letzte Mal etwas mit E120 gegessen haben könnten. Sobald die Sonne hervorkommt wird es warm, sehr warm und im angeschlossenem Restaurant gibt es eine kühle Erfrischung und Schatten sowie einen kleinen Talk mit einem Ehepaar vom Bodensee.
Dann geht es wieder zurück, nur unterbrochen mit einem Stopp im kleinen Mercado.
Für nachmittags war eigentlich ein Bad im Atlantik geplant, aber Wind und Wellen verhindern dies. Egal, die Stollenreste werden beim Kaffee vertilgt und danach eine Pause eingelegt. Den restlichen Tag verbringen wir lesend und Bilder verarbeitend und mit der Zubereitung des Abendessens. Heute bestehend aus Hähnchenkeulen mit Paprikareis.
So wie es aussieht werden wir auch morgen noch hierbleiben.

23.10.2025

Den Tag verbringen wir mit ein wenig Arbeit, einem Drohnenflug, bei dem sich eine Möwe mächtig gestört fühlt, gehen quasi direkt vor der Haustür im Meer baden und machen am Nachmittag einen kleinen Spaziergang am Meer entlang. Ziel: Cueva del Aqua oder auch Caldera del Aqua.
Es handelt sich um eine versteckte Felsenhöhle, in die Meerwasser eindringt und einen natürlichen Pool von großer Tiefe bildet. Sie hat einen Durchmesser von etwa zehn Metern und ist damit eine der größten der Insel. Deshalb ist sie einer der wenigen natürlichen Pools auf Lanzarote, in denen man angeblich tauchen kann. Nur wie gelangt man mit dem ganzen Equipment hinunter? An einer Seite ist ein Seil zum Auf-oder Abstieg im Vulkangestein befestigt. Aber ganz ehrlich, das ist echt etwas für Wagemutige. Das Wasser gelangt mit richtig Druck von außen in diesen Kessel und die Wassermassen quirlen inside so richtig herum. Wir gehen ein wenig weiter und plötzlich stehen wir im hellen Feinsand. Wo kommt der denn her?
Wieder am Van, bekommen wir gerade noch die Harpunenfischer mit, die von ihrem Fischzug zurückkehren. Einen Beutefisch können wir ausmachen und bekommen gleich Appetit. Aber zuerst wird alles wieder eingeräumt und für die morgige Abfahrt vorbereitet.

121. Arrecife (Lanzerote) Oktober 2025

19.10.2025

Die Überfahrt verläuft bei schönem Wetter weiterhin ruhig. Die meiste Zeit verbringen wir lesend an Deck. Zum Mittagessen gibt es Pizza. Anschließend sortieren wir unsere Sachen und halten auf dem Außendeck Ausschau nach Lanzarote. Gegen 15:00 Uhr lässt sie sich dann am Horizont ausmachen. Zwischendurch entdecken wir eine Delfinschule und gegen 17:00 h fahren wir langsam in den Hafen von Arrecife ein. Hier liegt bereits ein enormes Kreuzfahrtschiff. Sieht irre aus, wie es an uns vorbeizieht, als wir eine 180 Grad Drehung hinlegen, um mit dem Hinterteil der Fähre am Kai anzulegen. Nachdem die unteren Decks freigegeben sind, bahnen wir uns den Weg zu Rudi und machen uns fahrbereit. Den Hemmschuh entfernen wir selbst. Im Fahrzeug ist es irre heiß. Der Kühlschrank musste richtig arbeiten. Dafür ist der Ladestand der Batterien bei 80%, sieht also gut aus. Da wir keine Lust haben noch viel zu fahren, suchen wir uns 3 Parkplätze in unmittelbarer Umgebung, an der Costa Teguise. Vorher machen wir noch kurz am Lidl Halt und besorgen Wasser, Salat und Hähnchenfleisch fürs Abendessen.
Die ersten beiden Parkplätze haben eine Längenbegrenzung von max. 5 m und wir fahren weiter. Direkt an der Internationalen Schule stehen etliche längere Womos und wir stellen uns auf dem Seitenstreifen dazu.
Danach zaubern wir ein leckeres Abendessen, stöbern im Reiseführer und planen für Morgen die Erkundung von Costa Teguise.

20.10.2025

Im Anschluß an eine ruhige Nacht und einem ebenso gemächlichem Frühstück, bereiten wir die Räder für eine kleine Tour, die uns im Verlauf vlt nach Arrecife führt, seit 1852 die Hauptstadt Lanzarotes. Bis dahin war es Teguise, im Landesinneren gelegen. Bevor es losgeht befestigen wir das große Solarpaneel an der Fahrerseite. Wir müssen uns ja jetzt aktiv um die Energiegewinnung kümmern. Den nächsten Landstrom wird es wohl erst wieder auf dem Festland geben.
Wir starten mit einer Runde an der Küstenpromenade von Costa Teguise. Vorbei am Playa de las Cucharas und am Playa de los Charcos. Hotels säumen die Küstenlinie, kleine Läden, Supermärkte, Kneipen und Wassersportagenturen den dahinter liegenden Bereich. Alles sehr touristisch, wenn gleich nicht voll. Außerhalb des Ortes, jetzt auf Schotterpisten, bleiben wir an der Küstenlinie bis
hinauf zu der Ansiedlung Los Ancones. In Sichtweite zu den klassischen, kleinen weißen Häusern, wird über park4night ein Stellplatz angezeigt. Die Einfahrtsstraße sowie die Piste bis zur Klippenlinie scheinen fahrbar, jedoch muss zuvor eine Senke durchfahren werden und hier könnte der Fahrradträger aufsetzen😬. Daher eher nicht geeignet.
Es geht zurück bis wir im Ort auf den Radweg entlang der Küste Richtung Arrecife stoßen. Diesem folgend passieren wir Las Caletas, weiter einer Meerwasseraufbereitungsanlage, dem Fährhafen und einem Wrack, dem Telamón Frachtschiff, welches 1981, beladen mit Baumstämmen auf dem Weg nach Thessaloniki, vor Arrecife gestrandet ist. Seitdem fristet es hier sein Dasein und wirkt, obwohl verboten, als gefährlicher Anziehungspunkt nicht nur für Taucher. Das Verteidigungsministerium und die Hafenbehörde von Las Palmas haben 2021 die Abholung des Schiffes Telamón genehmigt.
Die Umzugsarbeiten bestehen derzeit aus der Demontage und dem Abtransport von Teilen des Schiffes.
Weiter geht es an der Fischereischule und der Marina von Arrecife vorbei, der Festung San Gabriel und der Islote de Fermina, vom kanarischen Künstler César Manrique geschaffene Landschaft einer vorgelagerten, kleinen Felseninsel. Der Name Fermina stammt von der gleichnamigen Unternehmerin aus Lanzarote, die die Insel in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts als Werft und Bootsbaustelle nutzte. Anschließend passieren wir noch das Grand Hotel und das Cabildo (Sitz der Inselverwaltung) bevor wir durch die Innenstadt fahrend den Rückweg antreten. Am Charco de San Ginés geniessen wir ein Eis als kleine Stärkung.
Gegen 17:00 h sind wir zurück am Van und brauchen erst einmal eine Kaffeepause und eine Dusche. Bei den darauf folgenden Kochvorbereitungen hat Dirk um 19:14 h die rechte Kühlschrankleiste in der Hand. Also von dem Kühlschrank, der im September 2025 neu eingebaut wurde, nachdem Modell 1 in Griechenland 2025 den Betrieb einstellte. Dieses Mal ist wenigstens noch Garantie drauf🤣.

120. Cadiz Oktober 2025

18.10.2025

Nach einer ruhigen Nacht brechen wir Richtung Cadiz auf. Nur eine kurze Strecke, gesäumt von abgeernteten Baumwollfeldern und schon geht es über die imposante Puente de la Constitucion hinein in die Altstadt von Cadiz und in den Fährhafen. Die Kontrollen am Eingang geben Anweisungen zur Fahrt an den Ableger der Armas-Fähre nach Lanzarote. Obwohl erst kurz nach 10:00 Uhr stehen hier schon viele weitere Reisende mit ihren Autos, Womos, Vans und Motorräder. Überwiegend spanische Kennzeichen, dazu französische, belgische, deutsche sowie finnische und schwedische. Gegen 11:00 Uhr werden wir weitergeleitet. Es geht Stück für Stück etwas weiter der Fähre entgegen. Bis dahin passieren wir vier weiteren Kontrollen, die Pässe, Fahrzeugschein und Tickets erfordern. Und dann stehen wir kurz vor der Fähre in einer Schlange und zwei Stunden passiert nichts, außer das unzählige Aufliegercontainer in den Bauch der Fähre rangiert werden. Ganz zum Schluß, rs ist bereits nach 13:00 Uhr sind wir an der Reihe und Rudi muss rückwärts auf die Fähre. Erst den Ableger ein Stück hinunter und dann die Rampe, auf einer schmalen Spur, steil nach oben. Der Fahhrsdträger hätte beinahe aufgesetzt. Für die weiteren Fährfahrten heißt das immer schön schräg auf die Rampe fahren. Rudi wird steil und kurz vor der Ladeklappe platziert. Anschließend geht es mit dem vorbereitetem Kleingepäck nach oben.

Rudi steht auf Deck 5 und auf Deck 7 erhalten wir an der Rezeption die Karte für den VIP-Bereich mit komfortableren Schlafsesseln. Es gibt Getränke und Obst und in dien sanitären Anlagen ist eine Dusche enthalten. Unsere Sitze sind schnell ausgemacht, leider lässt sich Dirks Sitz nicht bewegen, darum kümmern wir uns später, jetzt erst einmal aufs Deck und die Abfahrt miterleben. Auf dem hinteren Deck, mit Pool, Poolbar, gemütlichen Sesseln und Liegen, geniessen wir bei Sonnenschein und 26 Grad die Abfahrt aus dem Hafen und Weiterfahrt auf dem Atlantik.
Im Vergleich zu unserer Überfahrt von Igoumenitsa nach Ancona verfügt diese Fähre der Transnediteraneagesellschaft über einen weitaus besseren Standard. Es gibt über zwei Decks viele Sitzmöglichkeiten mit Sitzecken aus kleinen Tischen und Sesseln sowie Esstischen mit Stühlen bzw.,Bänken. Neben dem Self-Service-Restaurant ist eine Snack- und eine Poolbar vorhanden, gefolgt von Duty-Free-Shop und einem Indoorspielplatz.
Die Zeit verbringen wir mit Lesen, snacken, spazieren, Abendessen und Cabo spielen. Zwischendrin bemerken wir die Zeitumstellung – minus 1ne Stunde Ortszeit, also wie in Portugal.
Mittlerweile haben wir auch andere Sitze bezogen und können uns für die Nacht einrichten. Auf dem Rücken liegend, wie in einem Fernsehsessel zu schlafen, bedarf einiger Übung. Irgendwie klappt es aber mit kleinen Unterbrechungen und gegen 07:00 Uhr befinden wir uns in Höhe von Agadir.

119. Rota Oktober 2025

17.10.2025

Noch nicht ganz in Cadiz angekommen, sondern in Rota, am Playa de Punta Candor. Hier stehen wir auf einem Parkplatz für Campervans und zahlen 5€/24h, Ver- und Entsorgung, Frischwasser gleich nebenan.
Während der Fahrt hierhin haben wir Merida, Zafra, Sevilla und Jerez de la Frontera passiert, bis hinunter zur Costa de la Luz. Vorbei an riesigen Getreide- und Baumwollfelder. Überall haben sich die kleinen, weißen Baumwollbällchen in den vorbeiziehenden Sträuchern verfangen. Auf einigen Feldern wird noch geerntet. Beim Übergang von der Extremadura nach Andalusien begegnen uns zunehmend große Weinanbauflächen.
Das Thermometer pendelt sich auch heute auf 27 Grad ein.
Nach einem kleinen Strandspaziergang probieren wir den gestern erworbenen Köse mit Tomaten und Baguette. Im Anschluß packe ich schon den Rucksack für die Fähre, sortiere Pappteller, Becher, Tuc‘s und Nüsse in die faltbare Kühltasche. Der Rest gelangt auf der Fähre hinein. Aus der Überfahrt von Igoumenitsa nach Ancona haben wir gelernt – Selbstverpflegung vor Bordverpflegung. Frisches Brot gibt es dann morgen früh von der gegenüberliegenden Tanke.
Der Plan ist gegen 09:30 h Richtung Cadiz aufzubrechen. Bis dorthin sind es ca. 40 Minuten. Die Einschiffung beginnt um 10:30 h und um 12:30h soll es losgehen. Ankunft in Arrescife 15:00 h am 19.10.2025.

118. Montánchez (E) Oktober 2025

14.10.2025

Heute sind wir weiter gefahren bis nach Montáchez, einem kleinen Dorf in der Extremadura, ca. 360 km von Cadiz entfernt. Hier stehen wir auf dem Stellplatz „Camperstop Alegria“, einfach wunderschön, klein und schnuckelig am Rande des Dorfes angelegt und von einem niederländischem Paar geführt.
Morgen schauen wir uns das Örtchen samt Burg an. Btw, wir hatten heute 29 Grad.

15.10.2025

Frühstück draußen bei 19 Grad und gleichzeitig Testlauf für die Aussenküche. Fazit: Test bestanden, wird jetzt immer draußen angebracht, wo sie gerade benötigt wird.
Den Vormittag haben wir mit räumen und suchen verbracht sowie Energiegewinnung via Solarpaneel. Nicht zu vergessen dem anschließendem Duscherlebnis mittels kaltem Wasser.
Später sind wir zu einer kleinen Radtour in das Örtchen aufgebrochen und eigentlich schnurstracks zum Castle hinauf. Wir haben so was von keine Kondition.
Montánchez selbst ist ein Ort und eine Gemeinde mit 1.608 Einwohnern im Westen der spanischen Provinz Cáceres in der Extremadura. Merida, die zentrale Stadt der Region liegt weiter südlich, diese werden wir bei unserer Weiterfahrt passieren.
Wichtigstes Bauwerk der Kleinstadt ist die Burg, deren heutiges Erscheinungsbild aus der Zeit nach der Rückeroberung durch die Christen stammt. Sie besteht aus einem äußeren Mauerring und der eigentlichen Burg mit ihren ehemaligen Wohnbauten und Stallungen. Mehrere verputzte Zisternen (aljibes) aus maurischer Zeit dienten der Wasserversorgung.
Von hier oben hat man einen fantastischen Blick auf das Gebiet der Extremadura.
Die Region beherbergt drei UNESCO-Weltkulturerbestätten: die Stadt Cáceres, Mérida mit ihren römischen Denkmälern und das Kloster von Guadalupe. Die Region ist auch ein Zentrum für Astro-Tourismus, Vogelbeobachtung und abseits der ausgetretenen Pfade gelegene Reiseziele sowie mehreren Nationalparks.
Anschliessend rollen wir ins kleine Zentrum auf der Suche nach einem Supermarkt. Eigentlich hat alles geschlossen oder macht um 17:00 Uhr wieder auf. Die Zeit bis zur Öffnung kann man gut mit einem erfrischendem Getränk überbrücken und so steuern wir eine kleine Bar am Hauptplatz an und geniessen ein gezapftes Bier in Weingläsern mit Oliven und leckeren Chips. Leider hat der Supermarkt auch nach 17:00 Uhr noch geschlossen und so fahren wir zurück zum Stellplatz, geniessen den Abend und den Aufenthalt im Freien. Morgen ist eine weitere Radtour in die Umgebung geplant.

16.10.2025

Heute stand ein kleiner Einkauf sowie eine Fahrradtour auf dem Programm. Den Supermarkt hätten wir ohne Tipp nie entdeckt: auf dem Gelände einer Fleischfabrik ein Eingang mit einer grünen Markise. Dahinter verbirgt sich wirklich ein Mercado, gut sortiert. Wir erstehen das Nötigste für den morgigen Tag sowie für die Fährüberfahrt am Samstag. Erst einmal zurück zum Stellplatz und rasch den Einkauf verstaut.
Dann auf die Räder und auf zu einer Radtour, die uns um Montánchez führen wird. Dabei durchqueren wir zuerst den Ort, verfolgen etwas die Hauptstraße hinunter vom Berg und verlassen die befestigte Straße in Richtung Albalá. Das Örtchen befindet sich bereits in der Ebene und wir sausen vorbei an Weiden, Korkeichen und Feigenplantagen. Schon bald geht der Asphalt zunächst in Schotter und wenig später in eine Steinpiste mit verbrannten Seitenrändern über. Parallelen zu der Radtour aus Chalkidiki scheinen offensichtlich.
Albalá erscheint als verwinkeltes, aber auch verlassenes Örtchen, mit unzähligen abgeschottenen Häusern. Es findet sich nicht viel an Infrastruktur, nur eine Bar hat geöffnet.
Wir fahren weiter. Landschaftlich ändert sich nichts und auch der nächste Ort Valdefontes ähnelt Albalâ. Bei Torre de Santa Maria ändert sich ebenfalls nichts. Wir fragen uns, wo die ganzen Einwohner der unzähligen Häuser sind. Bevölkerungsschwund, Abwanderung, …? Nur ältere Menschen sind hier und da zu sehen. Hinter Torre de Santa Maria passieren wir erneut Weideflächen und Feigen- sowie Olivenhaine. Die restlichen 6 km führen uns stetig ansteigend hoch nach Montánchez und wir nähern uns dem Ort aus der anderen Richtung, kommen direkt am Stellplatz aus. Pause und snacken sind angesagt. Im Anschluß bereiten wir bereits alles für die morgige Fahrt nach Cadiz vor und später gibt es noch Nudeln mit Pesto.

117. Biarritz Oktober 2025

13.10.2025

Am Morgen wieder früh gestartet, bei ziemlicher Bewölkung und neun Grad. Die Bewölkung ging dann ziemlich schnell in Nebel über und die dunstige Suppe verschwand dann auch so plötzlich wie sie gekommen war. Am Mittag in wurden uns dann 25 Grad angezeigt, Zeit die warmen Sachen zu wechseln.
Da ich ein Fan von Straßenkarten bin, konnte ich mich heute so richtig austoben. Durch mangelnde Vorbereitung musste das Kartenumschlagen während der Fahrt erfolgen. Sah eher nach einem Mega-Origami-Projekt, als nach geübtem Beifahrermanagement aus.


Während der Tour lauschten wir heute einem Hörbuch von Cay Rademacher: Geheimnisvolle Garrique (Kommissar Roger Blanc Reihe, Mai 2025). Gefällt uns bis jetzt ganz gut und wird morgen fortgesetzt.
Zwei Tankstopps weiter und neun Stunden später erreichen wir Biarritz, stehen in unmittelbarer Nähe des Strandes Mylady Beach. Diesen suchen wir auch sofort auf und geniessen einen schönen Sonnenuntergang, bereits mit Blick auf die spanische Küste in der Ferne.
Zurück im Van kommt die vorbereitete Maultaschensuppe zum Einsatz, gewürzt mit Überlegungen für den morgigen Fahrtag.

116. Toulon-sur-Arroux (F) Oktober 2025

12.10.2025

Neuneinhalb Stunden später und 748 km weiter haben wir einen Stellplatz in Toulon-sur-Arroux
erreicht. Eine kleine Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franch-Comté. Die Route führte uns über Würzburg, Stuttgart, Straßburg, Mühlhausen, Belfort, Besancon und Chalon-sur-Saone.
Morgen geht es in Richtung Bordeaux weiter.
Vorgekocht haben wir auch schon. Während wir heute Pfannkuchen mit Champignons zubereitet haben, wurden gleich einige Küchlein mehr abgebacken. Die kommen morgen in eine Gemüsesuppe mit Maultaschen und die ist auch schon fertig.

115. Bad Königshofen Oktober 2025

10.10.2025

Es ist noch sehr früh, um genau zu sein 05:43 Uhr und wir sind schon zur Hälfte wach. Also ich bin wach und Dirk schläft noch. Die Nacht haben wir bereits im voll gepackten Rudi verbracht. Voll, weil uns diesmal der Hänger nicht begleiten wird und benötigtes Equipment seinen Platz im Kabe finden mußte.
Vor genau einem Jahr haben wir uns zu unseren ersten Reise Richtung Portugal aufgemacht und nach dem Frühstück starten wir zu Tour 3, die uns zu den kanarischen Inseln führen wird. Erster Stopp: Bad Königshofen, Frankentherme. Hier steht ein Seabridge-Treffen an auf dem wir uns u.a. über die bevorstehende Neuseelandreise informieren wollen.

Früh am Nachmittag erreichen wir Bad Königshofen. Der Stellplatz an der Franken-Therme ist bereits gut gefüllt. Nach der Anmeldung richten wir uns erst einmal ein. Ver- und Entsorgung, Hauswirtschaftsraum (?) sowie ein Sanitärgebäude sind vorhanden. Auf der Infotafel davor bemerke ich einen Aushang für ein Wollgeschäft „Der Wollkorb“ ganz in der Nähe (Ipsthausen). Da müssen wir hin. Auf einem Wander- bzw. Radweg geht es an einer Wallfahrtskirche vorbei, in den Vorort von Bad Königshofen. Und hier gegenüber dem Dorfbrunnen finden wir das begehrte Fachgeschäft. Der Laden befindet sich im Erdgeschoss eines Wohnhauses und schon beim Öffnen der Eingangstür bleibt man praktisch an Bergen von Wollknäueln hängen. Die Tür zum Verkaufsraum ist angelehnt und wird vorsichtig geöffnet. Eine Offenbarung, überall, aber wirklich überall haben Unmengen von Wollknäueln ein neues Zuhause gefunden: in den Regalen, vor den Regalen, an der Decke, auf Stühlen, in Kartons und Tüten, in Fächern, die sich um eine Säule winden und auf dem winzig kleinen Kassentischchen. Eine andere Welt und kurz frage ich mich, wer diese Fundgrube geschaffen hat und mit welcher Währung ich hier bezahlen kann, denn eins ist klar, ohne Wolle gehe ich hier nicht raus. Es regt sich was, vor der Kasse bewegt sich ein orangefarbener Pullover, selbstgestrickt, ich vermute ein Mohair-Alpacagemisch und ich mache die Besitzerin aus, die so scheint es, in einer gewachsenen Symbiose mit ihrer Ware lebt und arbeitet. Herrlich! Ich erstehe Wolle für das Taschenprojekt von Micky und ein Megaknäuel Wolle mit Farbverlauf für ein Tuch.
Anschließend spazieren wir ins Zentrum des Kurortes, der in die Jahre gekommen ist. Vorbei am Kurpark mit Trink- und Wandelhalle sowie einem Gradierpavillon, einer Anlage zur Salzgewinnung. Sie besteht aus einem Holzgerüst, das mit Reisigbündeln (vorwiegend Schwarzdorn) verfüllt ist. Der Salzgehalt der hindurchgeleiteten Sole wird durch die natürliche Verdunstung des Wassers erhöht. Das Funktionsprinzip ähnelt somit dem einer Saline. Der kurative Aufenthalt soll sich positiv auf die Atemwege auswirken.
Im Zentrum der Marktplatz mit Brunnen, das Rathaus mit Glockenspiel und im Hintergrund die Stadtpfarrkirche, umgeben von fränkischen Fachwerkbauten und leider viel Leerstand.
Zurück im Van gibt es Nudeln mit Pesto und Salat, bevor wir gegen kurz vor 20:00 Uhr zum Kursaal aufbrechen. Silberrücken beherrschen das Bild. Es Reiseberichte zu Touren in Afrika und Südamerika stehen auf dem Programm. Der Bericht über eine Reise durch Transafrika ist schon beeindruckend, aber die Dokumentation zur Panamericana ist der Hammer und wir sind schock-verliebt. Jetzt nur keinen Blödsinn machen, sondern erst einmal drüber schlafen🤣.

11.10.2025

Ein ganz normaler Samstag mit einem Einkauf am Vormittag, einem Essen schon am Mittag und vielen Reiseberichten ab dem frühen Nachmittag. Es ging um Reisen durch die USA, an die Baja von Mexiko, weiter ans andere Ende der Welt sowie an die Weihrauch- und Seidenstraße. Tolle Bilder und authentische Reiseerfahrungen.


Morgen geht es Richtung Frankreich, mal sehen wie weit. Einen Übernachtungsplatz haben wir deshalb noch nicht im Blick. Das ergibt sich während der Fahrt.

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