Kurz entschlossen an die Costa Calma und oberhalb des Playa Esmeralda gestrandet. Eine sehr schöne Fahrt von Ajuy aus über die FV-105 hierher. Die Landschaft hier im Süden wieder völlig anders. Die Vulkanberge mit Sand ummantelt und hier unter uns feiner Sandstrand. In der kleinen Bar La Palmita direkt unter uns, gab es einen Mittagssnack mit kanarischen Kartoffeln und kleinen gegrillten Salzpaprikas. Anschliessend ein Power-Nap und dann ein kurzes Bad im kalten Atlantik. Dirk hatte vorher noch einen Brötchenteig angesetzt, der wird heute Abend gebacken. Ansonsten haben wir uns hier quasi Strandruhe verordnet. Am Do oder Fr soll es windiger werden, mit wenig Sonne. Da wird dann ein Entsorgungs- und Waschtag eingelegt.
Nach einer Mittagspause legen wir die letzten Kilometer bis Ajuy zurück, wo wir die Cuevas besuchen wollen. In der letzten Woche waren diese wegen des Unwetters gesperrt. Die Höhlen von Ajuy liegen in der Caleta Negra. Diese erhielt ihren Namen wegen des schwarzen Vulkangesteins. In den Steilwänden der sichelförmigen Bucht befinden sich zahlreiche Höhlen, von denen zwei durch einen Treppenweg zu begehen sind. Der Eingang zu den Höhlen befindet sich dicht über dem Meeresspiegel. In die erste Höhle fällt durch eine große Öffnung ausreichend Tageslicht. Ein schmaler Durchgang gibt den Weg zu einer zweiten Höhle frei.
Ganz zu Beginn des Rundganges fallen die Kalksedimente auf, die aus der Kreidezeit stammen sollen und somit zu den ältesten geologischen Zeugnissen der Kanaren zählen. Kalk wurde genau hier bis ins 19. Jahrhundert abgebaut, an Ort und Stelle gebrannt und verschifft. Im Ort selbst zeugen davon noch Verarbeitungsgebäude. Nach den Höhlen schauen wir uns noch ein wenig oben auf den Klippen um, bis wir zum Strand zurückkehren. Ein kühles Estrella folgt im Restaurante Cuevas de Ajuy, bevor wir uns an die Zubereitung des Abendessens begeben: Rosenkohl an Zimt-Süsskartoffel-Pommes.
Sonntag Morgen, kurz vor sieben und wir machen uns fix fertig, um an den Dünenstrand von Corralejo zu fahren. Jetzt ist es an der Straße noch richtig leer und wir können zu Beginn der Grand Playas parken. Nach dem Frühstück geht es an den Strand zum Drachenfestival. Zum Baden ist es uns zu kalt. Es ist bewölkt, die Sonne kommt nicht wirklich durch. Im Laufe des vormittags setzt Nieselregen ein und wir beschließen nach dem Duschen eine Entsorgung einzulegen und dann über die Dünenstraße und Puerto del Rosario und die kurvenreiche FV-30 nach Betancuria zu reisen.
Betancuria ist die alte, historische Inselhauptstadt, welche 1404 von dem adligen Eroberer Jean de Béthencourt und dem Ritter Gadifer de la Salle, mit überwiegend normannischen Siedlern, im Auftrag der kastilischen Krone gegründet wurde. Dem Namen Jean de Béthencourt begegnet man häufig auf Lanzarote und Fuerteventura. Er gilt als Eroberer dieser kanarischen Inseln im 15. Jahrhundert. Auf dem Weg dorthin machen wir im Nebel Halt am Mirador Morro Veloso sowie dem Mirador Corrales de Guize, von dem man einen tollen Blick auf die vulkanische Ebene hat. In Betancuria befindet sich ein Womo-Stellplatz, zwar ohne Ent- und Versorgungsmöglichkeit, dafür mit Picknickplätzen und Strom.
Das Örtchen ist sehr beschaulich, wird aber mit touristischer Infrastruktur ausgestattet. Darunter ein Cafe „La Sombra“, das so schön unter Bäumen angelegt ist, dass wir hier morgen vor der Weiterfahrt unbedingt noch einen Kaffee trinken werden.
17.11.2025
Am Morgen entpuppte sich der kostenlose Stellplatz in Betancuria als wahres Resourcenschätzchen. Kostenloser Strom und Wasser stehen zur Verfügung. Also erst einmal alles Laden, was geladen werden muß und den Wassertank gefüllt. Anschließend geht es auf der FV-30 weiter in Richtung Pàjara. Der Cafe im La Sombra muss warten, so gut wie Alles hat heute in Betancuria geschlossen. Dann eben rauf auf die schmale Berg- bzw. Vulkanstraße. Am Mirador Del Risco del Peñas machen wir Halt. Auch hier ist der Ausblick auf die umliegenden Vulkankegel beeindruckend.
Wie die Atlashörnchen, die in stillen Momenten ohne vorbeisausende Touris, über die Steine huschen. Einige füttert Dirk mit kleinen Apfelstückchen. Es geht weiter, dieses Mal wieder hinunter bis Péjara, wo wir einkaufen. An einem kleinen Platz im Zentrum wird gerade ein Tannenbaumgestell installiert, das komplett mit Granny Squares ausgestaltet ist.
Gegen 11:00 h sind wir startklar. Mit Proviant, genug zu Trinken und Badesachen geht es zum Hafen. Bevor die Fähre ablegt, gönnen wir uns noch einen Americano sowie Cola mit Blick auf das Meer und den Hafentrubel.
Pünktlich um 12:30 h legen wir ab. Die Überfahrt dauert ca. 25 Minuten und das Aussteigen muss aufgrund des Wellenganges recht schnell gehen. Mit den Rädern kurven wir zu Beginn zum El Puertito, eine Art Minihafen mit kleinen Badebuchten, einigen Häuschen und einem Restaurant. Wie die restlichen Kanareninseln ist auch Lobos vulkanischen Ursprungs. Ihren Namen verdankt sie ihren einstigen Bewohnern, den Mönchsrobben. Heute sind sie zwar dort nicht mehr zu finden, aber die Insel ist nach wie vor ein praktisch unberührtes Naturparadies. Wir fahren an einem großen Lagunengebiet vorbei, an dessen Rand ein Holzhäuschen zur Vogelbeobachtung einlädt. Auf dem sandig-steinigen Boden flitzen kleine Eidechsen umher. Überall auf den kleinen Vulkanbergen sitzen als weiße Punkte sichtbar Seevögel. Darunter hauptsächlich Silbermöwen und Gelbschnabelsturmtaucher.
Weiter geht es Richtung Leuchtturm Faro de Martiño im Norden, der bis zum Ende der 60ger Jahre noch bewohnt war. Den höchsten Punkt der Insel, die Montaña de Caldera (127 m), heben wir uns für einen nächsten Besuch auf. Wir schauen uns stattdessen die Salzfelder in der Nähe des Anlegers an. Diese sind zur Salzgewinnung angelegt, aber nie in Betrieb genommen worden. Es geht vorbei an den kleinen Badeorten Las Caleras oder die muschelförmige Bucht La Concha. Eine berühmte Frau dieser Insel ist Josefina Plá, die Tochter eines der Leuchtturmwärter von Lobos Leopoldo Plá. Josefina Plá wurde 1903 auf der Insel geboren, betätigte sich literarisch und wanderte nach Paraguay aus. Sie schrieb dort Poesie und Essays. Der Leuchtturm Faro Martiño zog generell einige angehende Literaten an. Sie zogen sich auf ihm zurück, arbeiteten dort und schrieben hier ihre ersten Werke, mit denen sie in Spanien teils sehr bekannt wurden.
In Corralejo steht zunächst Entsorgung an der Repsoltankstelle an und da auch hier der Schlauch zum Wasser auffüllen für die Reinigung der Campingtoiletten genutzt wird, suchen wir uns eine andere Möglichkeit um Frischwasser zu füllen. An einer Disa-Tankstelle werden wir fündig. Hier kann man nur Wasser tanken und nicht entsorgen. Jetzt aber zu den Dünen von Corralejo und dem Drachenfestival. Wir finden direkt an der Küstenstraße FV-104 einen Parkplatz und nach einem Mittagessen geht es an den Strand, wo Hunderte von Drachen im Wind tanzen. Drachenliebhaber aus aller Welt kommen jährlich hier zusammen, um ihre Drachen zu zeigen. An Motiven, Farben und div. Größen mangelt es nicht. Es sind überwiegend Drachenensemble zu bestaunen, die von einem Pilotdrachen in der Luft gehalten werden.
Nach einem Spaziergang am Strand und einer Abkühlung im Meer geht es zurück zum Bus. Wir suchen uns einen anderen Stellplatz für die Nacht. So direkt an dieser viel befahrenen Küstenstraße wollen wir nicht stehen bleiben. An der Calle de Guirre in einem Wohngebiet werden wir fündig. Anschliessend zieht es uns mit den Rädern in die Stadt. Zuerst an den Hafen. Hier erstehen wir ein Ticket für die Fahrt zur Insel Lobos für morgen 12:30 h. Die Räder können wir mitnehmen. Mit einem Restaurant-Tipp des Fähranbieters geht es zur geschlingelten Hafenpromenade. Wir suchen das Fischrestaurant La Cofradia de Pescadores und werden nach einigem Suchen fündig.
Das Viertel füllt sich, nicht zuletzt wegen einer Drohnenshow, die um 21:30 h beginnen soll. Unser Essen besteht aus einer Fischplatte des Tages, gegrillt, mit Vino Blanco del Casa und Cerveza. An eine Unterhaltung ist zwischenzeitlich nicht mehr zu denken. So viele Menschen und Musik aus jeder Ecke. Als die Drohnenshow beginnt, stellen wir fest, dass wir vom gewählten Standort aus nichts sehen können und versuchen nach dem Bezahlen, irgendwie aus dem wuseligen Altstadtgeschehen zurück in die Peripherie zu gelangen. Und so radeln wir im November bei milden 20 Grad durch dieses lebhafte und bunte Städtchen zur Calle de Guirre und unserem fahrbaren Zuhause.
Die Nacht auf den Klippen verlief eigentlich ganz ereignislos, wenn ich tagsüber nicht den „Schreck“ verschluckt hätte😅. Der hat mich nicht gut schlafen lassen und bei lautem Wellenkrachen war es vorbei mit der Bettruhe. Dafür konnte nachts ein klarer Sternhimmel bestaunt werden.
Nach Drohnenflug und Frühstück ging es wieder auf die Piste. Ziel: Puertito de los Molinos. Auf dem Weg dorthin halten wir kurz an, um einige Vögel näher zu bestaunen, als plötzlich links von uns eine Herde Ziegen mit einem Affenzahn den Hang herunter auf uns zusteuert.
Als sie jedoch feststellten, dass wir nicht die erhofften Futtergeber sind, drehten sie wieder ab und nahmen anscheinend den wahren Besitzer ins Visier. Dieser näherte sich mit einem weißen Geländewagen und dem ersehnten Futtersack im Gepäck. Weiter ging es und die Piste wurde nicht komfortabler, führte sogar nach einer Senke durch ein großes Gatter, das zum Glück nicht verschlossen war, in den kleinen Ort Llanos de la Concepcion und auf eine asphaltierte Straße. Puertito de los Molinos ist wieder so ein Ministrand, mit kleinen und einfachen Restaurants und wundervollem Blick auf Meer und Klippen. Nach einer Erfrischung ging es Richtung Ajuy. Auf dem Weg dorthin nehmen wir in Antigua noch das Museo del Queso Majojero mit.
Hier wird die Produktion von Ziegenkäse über die Jahrhunderte hinweg anschaulich und kurzweilig dargestellt. In Ajuy wollten wir eigentlich die Cuevas de Ajuy besichtigen. Diese sind aber aufgrund der vorhergesagten Wetterlage vorsorglich abgesperrt worden. In der Nacht soll es mit kräftigem Wind, Sturmböen und Starkregen richtig zur Sache gehen.
Trotz Absperrung bahnen sich Touris den Weg über die Klippen zu den Höhlen. Denen ist auch nicht mehr zu helfen. Erst am vergangenen WE sind auf Teneriffa Menschen ums Leben gekommen, von Wellen ins Meer gerissen worden sind. Auch hier hatten die Behörden wegen der akuten Wetterlage vorsorglich entsprechende Warnungen ausgegeben. Der Strand hier ist wieder ganz mit schwarzem Lavasand versehen und sehr voll. Wir trinken hier nur einen Kaffee und treten die Rückfahrt nach La Oliva an. Hier wollen wir uns einen asphaltierten Parkplatz suchen und das herannahende Unwetter abwarten.
13.11.2025
Was für eine Nacht. An Schlaf war nicht zu denken. Starker Wind und Sturmböen fegten über uns hinweg und in den frühen Morgenstunden setzte der angekündigte Regen.
Allerdings nicht so stark wie vorhergesagt. Dirk konnte am Vormittag noch eine große Runde im und um den Ort drehen. Dabei fand er das Casa de Los Coroneles wegen Renovierungsarbeiten geschlossen vor, ebenso den Mercado de Los Tradicones. Dieser öffnet morgen wieder seine Pforten. Gegenüber dem Parkplatz, wo auch das Parken mit Womo‘s nicht verboten ist, befindet sich das Rathaus und auf der anderen Seite eine Hundeauffangstation. Der Nachmittag durchweg verregnet, ein richtiger Rudi-Gammeltag. Bevor es morgen Richtung Corralejo weitergeht wollen wir noch einen Blick in die Kirche und den Mercado werfen.
14.11.2025
Was war das für eine schöne und ruhige Nacht. Kein Wind, kein Regen, einfach nur angenehm leise. Bevor es weitergeht werfen wir einen Blick in die Iglesia de Nuestra Señora de la Candelaria und besuchen den Mercado de los Tradiciones. Der Blick lohnt sich. Die Kirche verfügt über eine besonders hübsche, hölzerne Deckenkonstruktion und im Mercado werden Produkte regionaler Anbieter, wie Gewürze, Öl, Wein, Obst und Gemüse sowie Produkte aus Aloe Vera zum Verkauf geboten. Weiter geht es im Anschluß nach Corralejo. Auf dem Weg dorthin machen wir einen Halt bei den Molinos de Villaverde. Von hier oben hat man nicht nur einen tollen Blick auf die Ebene mit La Oliva im Mittelpunkt, sondern kann sich auch einen Überblick über die Wirkungsweise und die Bedeutung der Windmühlen in dieser Region verschaffen. Höhepunkt aber sind die kleinen Bewohner im anliegenden Steinhaufen: Atlashörnchen, typische, tierische Artgenossen auf Fuerteventura.
Mit ungewürzten Nüssen aus unserem Vorrat kann man sie ganz wunderbar anlocken und füttern. Weiter auf der Route liegt die Cueva de los Llanos, die aber wegen Renovierungsarbeiten leider geschlossen hat.
Heute ging es für unsere Verhältnisse sehr früh los. Zunächst war Entsorgung, Einkauf und Wasser tanken in La Oliva angesagt. Die Wassersäule am Entsorgungsplatz in El Cotillo haben wir nicht angerührt, da diese auch für die Reinigung div. Toilettenformate benutzt wird. Zwar kostenlos, aber nix für uns. In La Oliva konnten wir mit unserem Wasserdieb an einer Disa-Tankstelle für insgesamt 4€ den Tank richtig voll machen. Anschliessend auch noch den Dieseltank für 1,119 € den Liter. Dieser kleine Ort gefiel uns sehr gut und wir haben schon Ausschau nach einem festen Stellplatz für den regnerischen Donnerstag gehalten. Im Anschluß ging es praktisch wieder zurück und zum Leuchtturm Faro de Tóston, in dem auch ein Fischereimuseum angeschlossen ist.
Der Faro de Tostón steht an der Nordwestküste Fuerteventuras und bezeichnet die Ansteuerung von La Bocayna, eine Meerenge zwischen Fuerteventura und Lanzarote. Das Bauensemble besteht drei unterschiedlichen Türmen: Das erste Leuchtfeuer wurde 1897 erbaut. Es besteht aus einem ebenerdigen Haus für die Leuchtfeuerwärter und einem sechs Meter hohen Turm. Da der erste Turm eine geringe Feuerhöhe vorwies, wurde 1960 ein neuer, achteckiger und 15 Meter hoher Turm errichtet. Ein dritter Turm wiederum hat dann 1986 die Funktion des Leuchtfeuers übernommen. Er ist 30 Meter hoch und hat einen rot-weißen Anstrich. Nach einem Spaziergang in unmittelbarer Umgebung, ging es am letzten Stellplatz vorbei über Pisten an der Küste entlang bis zum Barranco Esquinzo, den wir mangels Wasser queren konnten. Von hier ging es weiter in Richtung Tindaya. Tindaya liegt am Fuße des gleichnamigen Berges Tindaya. Die Bewohner Tindayas verehren ihren Berg als „heiligen Berg“, weil man im Gipfelbereich im Jahr 1978 rästelhafte Felszeichnungen fand. Diese Zeichen sollen angeblich bedeuten, dass die Ureinwohner der Kanaren von nordwestafrikanischen Berbern abstammen. Heute darf man den Berg nur noch mit einer Genehmigung betreten. Ein guter Ort, um eine Pause einzulegen. Bei der Abfahrt bemerken wir eine feuchte Stelle, fast genau unter der Fahrertür. Überschüssiger Diesel vom vorherigen Tank konnte es nicht sein, die Flüssigkeit fühlte sich leicht ölig an. Wir vermuteten zunächst eine undichte Heizungsleitung. Sind uns jetzt aber eigentlich sicher, dass zwei Schellen Kühlkreislaufes undicht sind. Dieses Problem hatten wir ganz zu Anfang schon einmal. Wir haben die Schellen nachgezogen und müssen den Füllstand des Ausgleichsbehälters weiter im Blick haben. Irgendetwas ist ja immer. Es geht weiter zum Playa de Jarugo. Was für ein schöner unbehelligter Strand. Ein wenig mit Dünensenken umgeben. Linksschultrig ein Abschnitt der bei Ebbe zum Aufenthalt einlädt und mit einer schützenden Mauer aus Vulkangestein umgeben ist, über deren Brüstung die Wellen bei einsetzender Flut brechen und wasserfallartig in diese Lagune fließen. Dann ein breiter Strandbereich, der rechtsschultrig durch eine emporragende Klippenwand Begrenzung findet. Allein der Verlauf der Sedimentschichtung ist ein Leckerbissen für die Augen. Bevor der Abend hereinbricht suchen wir uns noch einen Stellplatz oberhalb der Klippen.
Und so stehen wir ganz allein etwas weiter entfernt, mittendrin im Nichts und geniessen auf unseren Klappstühlen ganz nah am Klppenrand den Sonnenuntergang.
Nächste Insel und alles anders. Hellere Vulkanberge, hellsandige Strände, andere Häuser, viel Wind, heftige Wellen und viele Van‘s und Womo‘s. Wir stehen auf einer großen Pistenfläche etwas außerhalb von El Cortillo an der Westküste. Links von uns eine langgezogene Bucht und rechts von uns das Castillo del el Castillo und der Küstenort selbst.
Am Nachmittag haben wir einen ausgedehnten Spaziergang durch den alten Ortskern mit kleinem Hafen, einigen Kneipen und Restaurants bis zum Playa de los Lagos unternommen. Dabei konnten wir wirklich imposante Wellen beobachten, die auf die Küstenlinie trafen. Im alten Ortskern selbst ging das Wasser bis zu den am Kai liegenden Restaurants. Am Playa de los Lagos ließen auch einige Leute ihre Drachen in die Lüfte steigen. Auf dem Rückweg wurde noch etwas in einem Hiperdino eingekauft und zum Sonnenuntergang waren wir gerade noch rechtzeitig zurück.
10.11.2025
Heute geht es am Strand Playa del Cotillo entlang. Eine langgezogene Bucht mit hellem Sand. Beliebt bei Kitern, Surfern und Badegästen. Die rote Fahne am Rettungshäuschen ist gehisst, somit jeglicher Wassersport verboten, aber die Wellen dafür sehr beeindruckend. Zurück geht es oben an der Steilküste entlang.
Der helle Sand ist immer wieder mit schwarzem Sand durchzogen und was mit dem angespülten Wasser für schöne Muster sorgt. Nach zwei Stunden kehren wir zurück und wollen gleich weiter in den Ort. Hier suchen wir uns am Hafenbecken ein nettes Plätzchen im Restaurante El Mirador und verbringen den hereinbrechenden Abend bei leckerem Bier, Fischsuppe und Knoblauchbrot. Die Aussicht auf das Meer, die brechenden Wellen in der Ferne und die Abendstimmung in diesem Hafenrund sind sooo schön. Musikalische Untermalung wird auch geboten, ein Künstler mit E-Gitarre und leichter Stimme gibt alte, bekannte Lieder zum Besten. Darunter auch „Take Five“ von Dave Brubeck. Zwischendurch findet eine Katze den Gitarrenkoffer äußerst gemütlich und lässt sich dort nieder. Die Urlauber die hier vorbeischlendern unterscheiden sich schon sehr von denen auf Lanzarote. Eher Individualtouristen, alternativer und bunt gemischt. Mittlerweile ist es schon dunkel geworden und wir versuchen den Weg zurück zum Rudi auf unbeleuchtetem Terrain zu finden. Schließlich muss noch ein Brot gebacken werden. Hoffentlich ist der Hefeteig in der Schüssel geblieben.
Nach der Siesta in Uga geht es wieder an die Küste und an die Playa Blanca. Hier läuft die Fähre nach Fuerteventura am Sonntag aus. Wir stehen ziemlich am Ende dieses langestreckten Küstenabschnittes, zwischen Hotel- und Appartmentanlagen. Ein anschließender Spaziergang auf der Promenade bringt uns nach einer halben Stunden zu kleinen Restaurants. Hier suchen wir uns ein Plätzchen in einer Taverne und bestellen uns einige Tapas mit Wein- bzw. Sangriabegleitung.
06.11.2025
Dieser Stepp ist eigentlich keinen Kommentar wert und die beiden Bilder sehen besser aus als in der Realität. Was für eine Touriabzocke. Die Playa Blanca, mit ihrem angeblichen Hot Spot dem Playa Papagayo, und ich werden auf jeden Fall keine Freunde. Möchte mir gar nicht vorstellen, was hier im Sommer los ist.
Der Salat und die kanarischen Kartoffeln überhaupt nicht lecker und viel zu teuer. Egal, Strich drunter und nach erneuter Ent- und Versorgung wieder dahin, wo nichts los ist, nach Los Cocoteros. Hier bleiben wir bis Samstag Nachmittag. Dann müssen wir leider noch einmal nach Playa Blanca, weil dort Sonntag Morgen die Fähre nach Fuerteventura ablegt.
09.11.2025
Nach zwei Tagen an unserem Lieblingsplatz in Los Cocoteros stehen wir bis zur Abfahrt der Fähre nach Fuerteventura noch einmal in Playa Blanca. Gestern hat der Wind zunehmend aufgefrischt und bis heute früh so getobt, dass wir dachten, die Dachluken fliegen weg. Jetzt um 07:00 h ist es windstill, die Sonne geht gerade auf und wir machen nach dem Frühstück alles abfahrbereit. Die Fähre der Fred Olsen Gesellschaft läuft um 10:00 h aus und schon 25 Minuten später sollen wir in Corralejo auf Fuerte sein. Dritte Insel – check!
Kurz vor neun sind wir im Hafen von Playa Blanca, stehen quasi in der ersten Reihe vor der Fährrampe. Einchecken via Personalausweis und dann mit Tee und Kaffee auf die Fähre warten. Später nehmen wir die Breme per Videochat live auf die Fähre mit. Es ist zwar alles ein wenig eng, aber wir können geradeaus in die Fähre einfahren. Während der Überfahrt sitzen wir gemütlich im Zwischendeck an einem großen Panoramadeck. Zuerst taucht Lobos am Horizont auf, eine weitere, aber seit Ende der 60ger unbewohnte kanarische Insel und wenig später Corralejo mit Hafen. Für unseren ersten Halt haben wir El Cotillo ins Auge gefasst. Der Ort befindet sich an der Westküste. Am Morgen erreicht uns die Mitteilung, dass die Orte Puerto de la Cruz und Playa del Roque de Las Bodegas auf der Insel Teneriffa von zwei Riesenwellen getroffen wurden. Mehrere Menschen fanden dabei den Tod oder wurden schwer verletzt geborgen. Vorherige Warnungen der Behörden vor Riesenwellen wurden dabei anscheinend ignoriert.
Eine unruhige Nacht, zumindest meinerseits, liegt hinter uns. Nach dem Frühstück stürzen wir uns in die Fluten, machen danach alles wieder abfahrbereit, starten im Richtung Mozaga und dem Monumento del Campesino. Ein weiteres Werk des Künstlers Manrique, ein Denkmal und ein Museum der Bauern und Bäuerinnen dieser Insel gewidmet.
Daran anschließend befahren wir die LZ-30, die sog. Weinstraße Lanzerotes. Weinanbau auf vulkanisch, denn die Weinreben gedeihen hier nicht in Reihen und an Hängen wie bei uns, sondern in kegelförmigen Mulden im vulkanischem Gestein, am Rand mit einer halbrunden Mauer, ebenfalls aus Vulkangestein, vor Wind geschützt. Die aufliegende schwarze Vulkanerde dient als Verdunstungsschutz und Feuchtigkeitsspender.
Auf der LZ-30 liegt dann auch eine Bodega nach der anderen. Wir passieren El Grifo und machen Halt an der Bodega Stratvs. Hier locken schon teure Weine und Accessoires der Region. Was uns aber am Besten gefällt, ist der Aussenbereich. Hier kann man unter großen Eukalypthusbäumen Wein und Fingerfood probieren und dabei auf die Weinberge schauen.
Wir fahren weiter und steuern die ehemalige Bodega El Chupadero an. Hier soll man in uriger Umgebung leckere Tapas und regionalen Wein genießen können. Leider ist die Parksituation für Rudi nicht vorhanden und wir beschließen nach Uga weiterzufahren. Uga wird auf dem Parkplatzschild als ehemalige Kameltreiberstadt beschrieben. Kamele spielten in den vorangegangenen Zeiten der hiesigen Landwirtschaft eine große Rolle. In der Nähe des Zentrums machen legen wir einen Stopp ein und halten Siesta.
Heute stand zunächst „Hausarbeit“an. Diese beinhaltete Wäsche waschen in Los Zocos, Aufräumen in Los Ancones und neuer bzw. alter Stellplatz für die Nacht an den Salinen von Los Cocoteros. Zu einer Wanderung um den Vulcano El Chervo fehlte uns bei 28 Grad die Lust.
Der Lago Verde ist leider nicht erreichbar. Vlt. hätten wir ihn zu Fuß von El Golfo erreicht, aber mit Rudi ist an der Straße leider kein Parkplatz zu finden. Wir fahren weiter und stoßen auf Los Hervideros, ein Küstenabschnitt in dem die Brandung in die durchbrochene, mit Höhleneingängen versehenen Klippenwände hineinpeitscht.
Überall sind Löcher und Durchbrüche über die der Weg führt. Bei idealen Seeverhältnissen schiesst die Brandung durch diese Öffnungen. Spektakulär. Weiter geht es zu den naheliegenden Janubia Salinen, an denen mächtig gebaut wird. Die große Bucht ist durchweg mit Salinenfeldern ausgefüllt, die sich in den unterschiedlichen Phasen zur Salzgewinnung befinden. Uns ist es zu heiß für eine Führung und erstehen nur etwas Salz im Shop und machen Snackpause im Van. Anschliessend geht es zum Ent- und Versorgen nach Arrecife und nach getaner Arbeit in die Canyons von Las Grietas. Diese befinden sich im Bezirk Tias, oberhalb von Puerto del Carmen. Was für eine Landschaft. Las Grietas bedeutet wörtlich übersetzt „die Gletscherspalten“. Es handelt sich um eine Flankenformation des 600 m hohen Vulkans Montaña Blanca. Hier haben sich 3 Risse gebildet. Die Risse sind nicht sehr lang, aber ziemlich eng und erinnern an eine Miniaturversion der Canyons von Arizona und Utah. Völlig klar, dass wir da durch müssen. Schließlich kraxeln wir aus einer Röhre wieder hinaus und befinden uns in Hanglage auf dem bröseligen Gestein. Vor uns eine herrliche Aussicht auf Puerto del Carmen und das Meer. Der Rückweg wird abenteuerlich, wir müssen ja irgendwie zurück auf den Hauptweg. Ganz langsam und auf dem Hintern hinabrutschend gelangen wir auf eine halbwegs gerade Stelle und klettern hinab in den nächsten Canyon. Durch diese Sedimentschichten zu laufen ist einfach nur toll.
Da uns der Parkplatz hier als Übernachtungsplatz nicht so zusagt, fahren wir erneut zur Costa Teguise und stehen in der Nähe des Playa de los Charcos.
Es zieht uns weiter, wir haben keine Lust im Trubel von Puerto del Carmen zu verweilen. Uns bleibt noch eine Woche auf Lanzarote und jetzt ist die Westküste dran. El Golfo unser nächstes Ziel. Ein ehemaliges Fischerdorf am Rande des Timanfaya Nationalparks. Da wir schon zeitig unterwegs sind, erhaschen wir noch einen Stellplatz mit Blick auf den Atlantik und direkt am Beginn eines schönes Küstenwanderweges. Diesen probieren wir am Nachmittag aus. Es ist ein schmaler Wanderweg durch Lavagestein mit einem atemberaubendem Ausblick auf den Atlantik. Bevor die Sonne untergeht sind wir zurück im winzig kleinen Örtchen mit seinen kleinen Restaurants und genießen mit einem sundowner den Abend. Zurück im Rudi lassen wir den Gulasch weiter garen und überlegen, was wir in der kommenden Woche noch alles sehen wollen.
03.11.2025 Während des Frühstücks habe ich Lust auf eine kleine Wanderung und begebe mich gegen 09:00 h auf eine Rundtour um den El Mojon, ein Stück durch den Timanfaya Nationalpark und an der Küste wieder zurück nach El Golfo. Eine wunderschöne Tour durch Lavafelder und Lavaschluchten, die meterhoch sind. Zu Beginn sind noch einige kanarische Häuser zu sehen, dann wird es noch stiller, nur das Knirschen des Schotters unter den Schuhen ist zu vernehmen. Erreicht man den Nationalpark werden die Lavaberge höher und während der Weg Richtung Atlantik führt, türmen sich regelrechte Lavawände empor. Ich verpasse die Abzweigung zum Pfad der oberhalb der Klippen verläuft und folge dem Weg zum Playa del Paso. Schwimmen ist hier nicht erlaubt, aber die Szenerie mit den schwarzen Lavafelsen und großen, wuchtigen Steinen, die mächtigen Wellen die heranbrausen, hat was. Es geht zurück bis zur Schautafel und da ist er auch schon die winzige Abzweigung zum Küstenpfad. Es war genau richtig die Wanderung entgegensetzt anzutreten, denn der Abschnitt oberhalb der Klippen ist einfach nur wunderschön. Es geht über kleine, aufgekrachte Lavaröhren und einem Lavabogen direkt im Meer. Drei Stunden später und völlig verschwitzt erreiche ich El Golfo. Dirk und Rudi warten schon. Nach einer Dusche machen wir uns auf den Weg zum Lago Verde und den Salinen von Janubia.
Was für ein Kontrast. Heute Morgen völlig allein auf den Klippen beim Mirador Gayo und seit heute Mittag tummeln wir uns in Puerto del Carmen. Wir stehen hier ziemlich am Beginn des Touriortes im Stadteil Matagorda. Den Flughafen in unmittelbarer Nähe, aber von der Lautstärke her unauffällig. Der Ferienort erstreckt sich über 10 km die Küste entlang, fast vom Flughafen bis zum alten Fischerhafen. Über die gesamte Länge laden hellsandige Strände zum Baden ein. Eine breite Promenade verläuft oberhalb und ist mit einem Radweg versehen. Den testen wir direkt nach unserer Ankunft und passieren dabei auch die Anlage, in der wir im Mai 2015 für zwei Wochen während unseres Aufenthaltes untergebracht waren. Am Paseo de la Barilla legen wir an der Bar La Playa einen Stopp ein und genießen Papas Arrugadas mit Mojo und Sardinen. Die Bar liegt an dem Spot, an dem die umliegenden Tauchbasen mit Booten die unterschiedlichen Spots anfahren.
2015 sind hier bereits die üblichen Verdächtigen tauchen gewesen. Im Anschluß besuchen wir noch den Bootshafen und gehen auf der Rückfahrt einkaufen. Da wir etwas geschafft von unserer gestrigen Tour auf La Graciosa sind, chillt Dirk am Strand und ich im Rudi. Für das WE verordnen wir uns Strand- und Badetage.
01.11.2025
Nach einem langen Frühstück, auch zwecks Energiegewinnung über das große Solarpaneel, wird die Kühltasche gepackt. Heute ist Strandtag. Wir mieten uns zwei Strandliegen plus Sonnenschirm und genießen den Tag mit Lesen, Essen und Baden.
Am späten Nachmittag frischt der Wind auf, wir haben Lust auf einen Kaffee und trotten zurück zum Van. Hier stellen wir fest, dass das Solarpaneel keine Energie gewonnen hat und begeben uns auf Fehlersuche. Die Ursache ist schnell gefunden: der Kabelanschluss beim Paneel selbst ist herausgerissen. Wahrscheinlich beim Ausrichten des Paneels an der Schiebetür durch uns verursacht. Also das kleine Paneel aus dem Keller geholt. Als wir es zum Laden der Aufbaubatterien anschliessen wollen, stellen wir fest, dass die Anschlüsse nicht passen. Allein der Anschluss zum Laden der Ecoflow ist einsatzbereit. Also die Stecker an den Kabelenden so getauscht, dass sie in den hinteren Stecker zum Laden der Aufbaubatterien passen. Funktionierte aber immer noch nicht. Sicherung ist rausgeflogen. Also neue Sicherung rein und mit der untergehenden Sonne die Einspeisung getestet. Funktioniert! Das darauffolgende Händewaschen im Bad blieb ohne Erfolg, da die Pumpe nicht angesprungen ist. Der Hahn in der Küche funktioniert und die Dusche selbst auch. Also wahrscheinlich der Schalter für den Hahn im Bad defekt. Egal, wir haben Hunger und bereiten Pizza selbst zu. Morgen ist schließlich auch noch ein Tag.
Nach der Rückfahrt von La Graciosa schaffen wir es noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang zum Mirador de Gayo, oberhalb von Máguez und unterhalb der VOR Wetterstation. Hier sind wir eigentlich durch Zufall hingekommen, da uns der vorherige Stellplatz überhaupt nicht zugesagt hat. Ich glaube, die Bilder sprechen für sich. Wir stehen ganz oben und haben eine spektakuläre Aussicht auf La Graciosa, den Atlantik und die Caleta de Famara, die Ostküste entlang. Es ist praktisch windstill und leise. Mal sehen, wie wir schlafen werden.