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Category : Rudi on Tour Teil3

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177. Los Llanos Januar 2026

17.01.2026

Was war das für eine Nacht an dem astronomischem Aussichtspunkt in Puntagorda. Es hat so gestürmt, es war laut und die ganze Zeit wurde Rudi samt Inhalt hin und her gerüttelt. Sterne konnten aufgrund der Wetterlage keine beobachtet werden. Dafür sahen die Lichter der Häuser am gegenüberliegendem Hang, wie funkelnde Sterne aus.
Nach dem Frühstück geht es zurück nach Los Llanos. Es steht ein Rudi-Keeping-Tag an. Wir haben uns hier einen Waschsalon mit guten Parkmöglichkeiten herausgesucht. Im Lava2-Express verbringen satte fünf Stunden für geplant zwei Maschinen Wäsche. Da die große Maschine kurz nach Beginn ihren Dienst einstellt, wir die Wäsche aber nicht aus der Maschine bekommen, muß telefonisch jemand von der Firma aktiviert werden. Mittlerweile sind zwei weitere Kunden damit beschäftigt uns zu unterstützen. Die telefonisch herbeigerufene Servicekraft spricht kein Englisch. Ein total netter Kunde übernimmt die Gesprächsführung telefonisch mit dem Inhaber und so bekommen wir zunächst die Wäsche aus der defekten Maschine, können die Hälfte in eine kleinere verfrachten, die dann vom Inhaber auf ein Signal hin ferngesteuert gestartet wird. Da der Waschsalon nur über drei Maschinen verfügt, davon jetzt eine nicht mehr funktioniert, dauert es entsprechend lange, bis wir mit Allem durch sind. In der Zwischenzeit wird aufgeräumt, gegessen und im gegenüberliegendem Superdino eingekauft. Gegen 16:30 h ist der Wäschespuk vorüber und es geht weiter zur Versorgungsstation.
In der Stadt gibt es hier jeden Sonntag einen großen Flohmarkt im Stadtteil Argulo. Daher, suchen wir uns in unmittelbarer Nähe einen Stellplatz. Anschließend vertreten wir uns noch etwas die Füße, trinken in der Bar Augusto ein Bier, machen die Bekanntschaft mit einem Hahn auf einer Verkehrsinsel und beschließen den Abend mit Szegerdiner Gulasch und dem Handballspiel Serbien – Deutschland.

176. Puntagorda Januar 2026

16.01.2026

Heute geht es an der Westküste weiter. Wir bleiben auf der LP-207 und passieren weitere Strände, z.B. Playa de Echentive, Playa de Puntalarga und die ausschweifende Hotelanlage La Palma Princess, inmitten von Bananenplantagen gelegen. Im Anschluß schraubt sich die Straße steil nach oben, um bei Los Canarios in die Lp-2 zu münden. An den Hängen sind hier viele Parzellen mit Weinreben und die dazugehörigen Bodegas auszumachen. Uns interessiert zunächst das Besucherzentrum am Volcan San Antonio, der 1677 ausgebrochen ist. Der Vulkankrater hat einen Durchmesser von 300 m, im Inneren hat die kanarische Kiefer Fuß gefasst und um fast die Hälfte des Kraterrandes führt ein kleiner Pfad entlang bis zum Aussichtspunkt. Von diesem hat man einen imposanten Ausblick auf das Tal mit seinen Hängen voller Weinreben und Bananenplantagen, den beiden Leuchttürmen, das Meer und auf La Gomera und El Hierro in der Ferne. Natürlich auch in den Vulkankrater selbst, der steil abfällt. Auf dem Rückweg geht es für Info‘s rund um Vulkanismus auf den kanarischen Inseln ins Besucherzentrum und auf dem Weg zum Van in die lokale Bodega Carbollo. Hier erstehen wir regionalen Vino Blanco.

Auf der Suche nach einem Pausenplätzchen geht es weiter und wir landen schließlich in Tazakorte. Im Hafen ist reichlich Platz. Es ist zwar nur ein Tagesparkplatz, aber um sich nach dem Essen den Hafen und den Ort anzuschauen perfekt.
Der Weg hierhin führte auch durch die vom letzten Vulkanausbruch 2021/2022 betroffene Gegend. Vom Hafen aus lassen sich die erkalteten, dunklen Lavaströme gut erkennen, die bei Puerto Naos ins Meer gefloßen sind.
Der Hafen hier in Tazakorte ist mit gewaltigen Betonmauern versehen und außerhalb des Sporthafens sind mehrere Anlagen für Aquakulturen angelegt. Auf der Kaimauer schlendernd verlassen wir den Hafenbereich und bummeln weiter in den beschaulichen Küstenort, mit seinen Stränden aus schwarzem Lavasand. Am Kiosko Teneguia gibt es erst einmal einen Kaffee.

Wir verlassen Tazakorte weiter der Küste in nördlicher Richtung folgend, um einen Stellplatz für die Nacht anzufahren. Dabei geht es hinter dem Ort wieder steil hinauf und nach einigen Kilometern ist die Straße durchweg mit Baustellen versehen, die ein Anhalten nicht ermöglichen. So geht es weiter bis nach Puntagorda. Hier wird zuerst getankt und dann weiter durch den Ort gefahren, bis wir zum Mirador Astronomico Roberto Rodriguez gelangen. Hier stehen wir auf einer Kuppe, mit Blick auf den Ort und den Naturgewalten, sprich ordentlichem Wind und Fieselregen, ausgesetzt.

175. Fuencaliente de la Palma Januar 2026

14.01.2026

Am Morgen schnell alles noch einmal frisch gemacht, sprich am Platz ent- und versorgt und dann ab den Hang hoch, zurück auf Hauptstraße LP-1. Erstes Ziel, ein Mercadona, zweites Ziel: eine Rumdestillerie beim Charco Azul. Hier geht es im wahrsten Sinne des Wortes durch einen Bananenurwald, in nicht so steilen Schlaufen hinab zum Meer. Es erwartet uns eine schöne Meerwasserpoolanlage, die Destillerie Aldea und der alte Bananenhafen Playa de la Espindola nebst Strandanlage und urigem Restaurant, dem Meson de la mar. Hier kann man in der ersten Etage ganz wunderbar auf kleinen Balkonen Aussicht und Essen genießen.
Die Destillerie Aldea hält nicht nur Rum sondern auch Whiskey vor, der umgehend probiert werden muss. Hier machen wir auch einen besonders edlen Ron-Miel ausfindig, der seinen Weg in den Rudi findet.
Das Zuckerrohr hat gegen Ende des 15. Jahrhunderts seinen Weg auf die Kanarischen Inseln gefunden. So wie auch Don Manuel Quevedo Alemán, der im Jahr 1888 sehr jung zunächst über Santo Domingo nach Kuba emigriert. Er arbeitet dort sowie auf den Antillen, Gran Canaria und Madeira in verschiedenen Zuckerfabriken. Dabei lernt er sehr viel über den Zuckerrohranbau und über die damit verbundene Spirituosenherstellung. 1936 gründet er auf Gran Canaria seine eigene Brennerei „Ron Aldea“. Das Besondere seiner Destillerie ist das Herstellungsverfahren. Der Aldea Rum aus San Andrés wird nicht wie üblich aus Melasse, dem Abfall der Zuckerrohrproduktion gewonnen, sondern aus dem Saft „guarapo“ des frisch geernteten und gepressten Rohrs.
Dadurch bleiben Geschmack und Aroma des reinen Zuckerrohrs erhalten.
Mitte der 1950er Jahre wechselt der Familienbetrieb auf die Kanareninsel La Palma über.
Die neue „Destilerías Aldea“ entsteht in Puerto Espíndola, dicht bei San Andrés, der einstigen Hochburg der Zuckerbarone. Ein Besuch lohnt sich und bei etwas Glück, wird gerade eine Führung angeboten. Mich würde nämlich interessieren, ob das Zuckerrohr zur Herstellung des Rum aus La Palma stammt und wo man den frischgepressten Zuckerrohrsaft probieren kann.

15.01.2026
Während des Frühstücks entdeckt Dirk ganz weit draußen auf dem Meer weiße Fontänen. Da das Meer ruhig ist und keine Schaumkronen zu sehen sind, handelt es sich um mehrere Wale die wahrscheinlich jagen. Ein Tele wäre in solch einer Situation nicht schlecht.
Während des Vormittages schauen wir uns die beiden Leuchttürme oberhalb des Strandes etwas genauer an. Der neue, rot-weiß gestrichene Turm ist aktiv in Betrieb. Der alte Turm ist quasi als Denkmal aktiv und dient heute als Besuchszentrum des Meeresreservats La Palma.
Neben den Leuchttürmen befinden sich die Salinen de Fuencaliente. Auf einem markierten Pfad mit vielen Schautafeln, kann man hier der Gewinnung von Meersalz nachgehen. Die Salinen sind in Betrieb. Die Salzernte findet im Frühjahr und Sommer statt. Während des Winterhalbjahres verbringen unterschiedliche Vogelarten hier die kalte Jahreszeit. Während des Winterhalbjahres verbringen unterschiedliche Vogelarten hier die kalte Jahreszeit. Watvögel wie z.B. der Regenpfeifer und Strandvögel wie z.B. Zwerg-und Sichelstrandläufer legen hier gerne eine Rast ein und manchmal auch Flamingos. Sie sieht man recht häufig an den Rändern der schachbrettartigen Salzfeldern. Ihre Nahrung besteht u.a. aus Kleinstlebewesen, die sie in den Salinenfeldern aufspüren.
Den Nachmittag verbringen wir am Strand und trauen uns sogar ins kalte Wasser.

174. Barlovento (La Palma) Januar 2026

11.01.2026

Früher als geplant laufen wir in Santa Cruz ein, der 9. Insel unserer Kanarentour. Es geht zunächst quer über die Insel auf nach Los Llanos. Hier soll es eine Ent- und Versorgungsstelle geben.
Wir sind erstaunt wie grün und dicht bewaldet alles ist. Es sieht fast so aus wie in der Heimat, wenn der Herbst Fahrt aufnimmt.
Vor Los Llanos fahren wir am Vulkan Tajogaite vorbei, der 2021 ausgebrochen ist. Man kann deutlich den aufgebrochenen Vulkankegel sehen und Teile der Lavaströme, die bis ins Meer hinab geflossen sind.
Die VE-Station ist gut zu erreichen, der Service kostenlos. Einige Stellplätze sind vorhanden, auf 72 Std. beschränkt. Vor der Station viele Womos in der Menschen bereits längere Zeit leben. Teilweise mit Bepflanzungen auf dem Gehweg oder Pavillons davor.
Anschließend geht es zurück, oberhalb an Santa Cruz vorbei, in den Norden zum Strand von Barlovento. Hinter der Inselhauptstadt übernehmen die Bananen das Regiment. Alles, aber wirklich alles ist bis in den kleinsten Winkel mit Bananenstauden bepflanzt. Dazwischen gesellen sich Mango- und Avocadobäumen, und nicht zu vergessen Orangenbäume.

Kurz vor Barlovento geht es steil hinab zum Playa Farjana de Barlovento. Hier gibt es eine schöne Anlage mit Meeresschwimmbecken, Picknicktischen, einem Restaurant und kostenlose Stellplätze bis max. 72 Stunden Aufenthalt sowie VE-Service.

12.01.2026

Da alles passt bleiben wir erst einmal hier. Am Montag wird etwas gearbeitet, viel gelesen und am Nachmittag zum Faro de Punta Camplida spaziert. Dabei geht es durch unzählige Bananenplantagen, Minions wären im Paradies.
Der Leuchtturm selbst ist Eigentum einer deutschen Firma und kann nicht besucht werden.
Auf dem Weg immer wieder schöne Plätze zum Picknicken, ausruhen und Ausblick geniessen. Unten am Stellplatz drehen wir noch eine kleine Runde durch die Anlage mit den Meeresschwimmbecken, bevor wir im Restaurant bei den Apartments einen Ensalda de Casa und frittierten Tintenfisch verspeisen.

13.01.2026

Auch am Dienstag wird hier geplant, gearbeitet und mit der Fährvermittlung korrespondiert. Wir ziehen unsere Rückreise vor und nehmen bereits am 30.01.2026 eine Fähre nach Cadiz. Von da aus geht es dann schnurstracks nach Hilden/Düsseldorf und Bremen😉.

173. Auf dem Weg nach San Sebastian Januar 2026

09.01.2026

Wir verlassen Playa de Santiago zuerst in Richtung Mirador de Abrante im Norden der Insel. Die Tour führt am Roque Agando (1250 m) vorbei, dem Wahrzeichen der Insel. Von den Aussichten kann man hier gar nicht genug bekommen. Zudem ist die Sicht heute so klar, dass der Teide uns den ganzen Tag begleitet, er scheint teilweise zum Greifen nah. Weiter geht es durch den Lorbeerwald im Nationalpark Garonay. Dann verlassen wir die GM-2. Es geht weiter auf einer schmalen Straße zum Besucherzentrum Juego de Bolas. Zum Mirador kommen wir leider nicht, da die Straße für KFZ über 3,5 t nicht zugelassen ist. Egal, nach einer Pause brechen wir zu Fuß auf. Und was für ein schöner Weg breitet sich vor uns aus? Ein Wanderweg geht zunächst steil hinab, oberhalb eines kleinen Staubeckens vorbei und mündet in eine winzige Straße, die zum Mirador führt. Hier kommen wir kurz vor der Schließung an und können den gläsernen Aussichtspunkt mit irrem Blick auf Agulo geniessen. Zurück geht es über einen weiteren Wanderweg, der durchgängig die Farbe von Tonerde hat. Im Anschluß schlängeln wir uns 30 km über die GM-2 nach San Sebastian. Hier werden wir den morgigen Tag verbringen, bevor uns am Sonntag die Fähre nach La Palma bringen wird.

10.01.2026

Den Tag verbringen wir erneut in San Sebastian. Vormittags beim Bummeln durch die Stadt geht es praktisch in jeden Souvenirladen, auf den Markt und in das Geschäft Bazar Oriental, in dem es wirklich in verwinkelten Räumen und Zwischengeschosses wirklich Alles zu geben scheint. An der kleinen Kirchen ist eine Bühne aufgebaut, Dekorationen werden aufgestellt, letzte choreografische Feinheiten von Künstlern geprobt. Gegen 20:00 Uhr soll das Event starten, welches bekommen wir zunächst nicht raus. Die Bühnendekoration lässt Ernte-Dank vermuten.
Im Hafen liegt neben einer Fred-Olsen-Fähre ein Vier-Master, die Windstar von gleichnamiger Kreuzfahrtgesellschaft. Neben dem Hafen liegt der kleine Strand Playa de Cueva. mit Schwimmbad und felsigen Aussichtspunkten, die den Blick auf Tenerife und den Teide erneut möglich gemacht haben.
Nach einer Pizzapause im Ort ging es zum Verschnaufen in den Rudi.
Am Abend brechen wir erneut ins Zentrum zur Kirche auf. Hier ist noch Platz in den letzten Reihen, aber ziemlich kalt. Es wird dann so etwas wie ein Folkloreabend, mit Musik, Theater und Modenschau zum Thema „Gofio“.
Gofio ist ein traditionelles Nahrungsmittel auf den Kanarischen Inseln, das durch Vermahlen gerösteten Getreides mit oder ohne Zusatz von Salz gewonnen wird.

11.01.2026

Kurz nach 07:00h zwängte sich Mein Schiff 7 von Tui in den kleinen Hafen, an die Stelle an welcher der 4-Master Windstar bis vor kurzem festgemacht hatte. La Gomera bzw. San Sebastian werden heute wahrscheinlich mit Kreuzfahrern geflutet.
Wir sind wieder zu früh am Anleger, das macht aber nichts. So können wir uns das Treiben aus der Nähe anschauen.
Die heutige Überfahrt nach La Palma soll zwei Stunden dauern. Das Meer ist ruhig, die Fähre nicht gefüllt. Einige Passagiere kämpfen trotzdem mit Übelkeit.
Besonders schön ist die Passage als wir bei Hermigua und dem ehemaligen Bananenhagen vorbei schippern. Selbst unseren Stellplatz dort unten können wir in der Ferne ausmachen.

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