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Category : Rudi on Tour Teil3

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157. Roque de la Bonanza Dezember 2025

17.12.2025

Es geht weiter. Wir wollen die Küste Richtung Faro de Orchilla weiter erkunden.
Bevor es losgeht wird noch ent- und versorgt. Dabei bemerken wir vorne am Kuhfänger kleine, verdächtige Fußspuren. Als wir die Motorhaube öffnen tauchen auf dem verstaubten Motor noch weitere Tapsen auf. Auch das Dämmmaterial scheint angegriffen. Angeknabberte Kabel können wir nicht entdecken. Um welchen Besucher es sich hier wohl gehandelt hat? Laut google gibt es keine Marder auf El Hierro. Vlt. Eidechsen? Der Marderwarner ist intakt. Es bleibt abzuwarten, ob weiterhin unerwarteter Besuch eintrifft😬.
Nach einem grösseren Einkauf in der Cooperative ist unser Stopp der Charco Azul. Auch dies ein imposanter Naturpool mit einem Badebereich in einem Lavatunnel. Aber auch hier wetterbedingt kein Baden möglich. Egal, das Panorama und die Atmosphäre zwischen diesen Lavafelsen, die rauschenden Wellen, unbeschreiblich. Genauso wie der anschliessende Aufstieg. Oben gibt es Kaffee und Quesadillas. Eine Spezialtät auf El Hierro, bestehend aus kleinen Kuchen mit einer Art Frischkäse, Anis, Zimt und Zitrone. Weiter geht es zum Pozo de la Salud, einer Heilquelle, der schon seit dem 19. Jahrhundert gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt werden.
Da der Wind zunimmt, die Sonne Mangelware ist fahren wir kurz entschlossen auf die andere Seite der Insel, Richtung Hafen. Von diesem führt eine Stichstrasse an der Küste entlang. Kurz vor dem Ende passieren wir einen einspurigen Tunnel und landen am Playa de las Almorranas beim Roque de la Bonanza.

18.12.2025

Eine sehr windige und böige Nacht liegt hinter uns. Spät am Abend haben zwei weitere Camper den Parkplatz verlassen.
Heute Morgen Sonnenschein und ruhiges Gewässer. Die Bedingungen werden sofort für unser altes Solarpaneel genutzt, welches auf der Windschutzscheibe platziert bis zum Nachmittag die Aufbaubatterien sowie die ecoflow mit Energie versorgen konnte.
Nebenbei wurde ein Zwiebelbrot angesetzt und ein Gulasch vorbereitet. Den gibt es heute Abend mit Bohnen, Nudeln bzw. Kartoffeln.
Zwei weitere Fähren wurden ebenfalls gebucht. Am 03.01.2026 geht es von Los Cristianos (Tenerife) nach (San Sebastian (La Gomera) und am 11.01.2026 von San Sebastian nach Santa Cruz (La Palma). Wie lange wir auf La Palma bleiben, machen wir von den Gegebenheiten vor Ort abhängig.
Den Tag verbringen wir direkt an dem Charco unter uns. Dieser ist mit Toiletten, Grillplätzen, Picknicktischen, Wasseranschluß und einem Spielplatz ausgestattet. Ins Meer führt ein Steinweg mit Leiter. Der Strand ist mit schwarzem Lavasand und grossen Kieseln versehen. Bei nachlassendem Wind und einsetzender Ebbe wagen wir eine kleine Abkühlung. Anschliessend holt Dirk den kurzen Wasserschlauch, um ihn an der Wasserstelle anzuschließen. Jetzt ist sogar abduschen möglich😁.
Bis zum Nachmittag sind wir die einzigen Besucher hier, sieht man von den wilden Katzen und den Raben ab. Ab und zu fährt ein Auto auf dieser schmalen Stichstraße vorbei oder der Minibus von und nach Valverde. Ansonsten ist dies hier Lummerland pur. Vor uns das Meer und die Küste, hinter uns die mächtig emporsteigenden Vulkanfelsen auf deren Kante etliche Kiefern in einer Reihe stehen und an eine Wandergruppe auf Tour erinnern.

156. La Frontera Dezember 2025

14.12.2025

Wir werden heute praktisch mit Sonnenschein und 21 Grad geweckt. Das Wetter hat sich beruhigt, der Wind Geschichte und das Meer mit sanften Wellen. Daher beschließen in Richtung La Frontera weiter zu fahren, um uns die einzige Ver- und Entsorgungsstation dieser Insel anzuschauen. Zu Beginn geht es die 11 km wieder zurück nach El Pinar, dem Sitz einer weiteren Verwaltungseinheit dieser Insel. Hier angekommen erreichen wir bereits 800 Höhenmeter. Hinter dem Ort biegen wir links ab, da wir erneut auf dem kommunalen CP Hoy Mocillo vorbei schauen wollen. Als wir diesen erreichen sind wir bei 1200 Höhenmetern angelangt und 11 Grad Außentemperatur. Der CP ist weiterhin abgesperrt. Wir treffen aber einen Ranger der uns mitteilt, dass der Platz aufgrund einer Wetterwarnung weiterhin geschlossen ist. Die Spuren des rauhen Wetters der letzten zwei Tage sind hier deutlich zu sehen. Überall sind abgeknickte Kiefernzweige, große Pfützen und Kiefernnadelverwehungen auszumachen. Wann der Platz wieder geöffnet wird ist von der aktuellen Wetterentwicklung abhängig. Für eine Nutzung müssen wir uns tatsächlich im Cabildo von Valverde oder El Pinar anmelden.
Weiter geht es nach La Frontera. Hierzu nehmen wir eine Route die uns noch höher hinaufführt und uns plötzlich im Nebel weiter fahren lässt. Nebelschwaden wabern zusätzlich über die Fahrbahn. Wir durchqueren eine Hochebene und anschliessend geht es langsam bergab. Vorbei am Mirador de la Peña, von dem man einen grandiosen Blick auf die Ebene bei La Frontera und die Westküste hat. Weiter geht es auf der HI-5 und durch einen fast 3 km langen Tunnel, der uns praktisch im Tal wieder ausspuckt. Zurück bleibt eine imposante Gebirgswand, die diese Ebene umgibt. Wenig später erreichen wir unser Ziel für heute La Maceta, ein Küstenabschnitt zum Baden, Wandern und Picknicken. Etwas umständlich entdecken wir die Ver- und Entsorgungsstation incl. Stellplatzmöglichkeit. Spontan entschliessen wir uns dazu hier einige Tage stehen zu bleiben.

15.12.2025

Für heute haben wir uns fest vorgenommen ein wenig spazieren zu gehen. Direkt vor unserer Nase beginnt ein überschaubarer Küstenwanderweg nach Las Puntas. Das liegt praktisch unterhalb der Tunnelein- und ausfahrt durch den Risco de Tibataje.
Das Tal von La Frontera, welches diesen Küstenabschnitt umgibt, ist durch einen gewaltigen Vulkanbergrutsch, der zur Hälfte ins Wasser abrutschte entstanden und hat so ein weitläufiges Tal gebildete. Diese Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. Da El Hierro im Vergleich zu den anderen kanarischen Inseln mit ca. 2 – 3 Mio. Jahren ziemlich jung ist, haben sich nur im Nordosten einige tiefer eingekerbte Barrancos (Schluchten) gebildet. Bei unserem Spaziergang an der Küste sind wir immer wieder fasziniert von der Größe des Vulkanberges. Die über 1200 m hohen Felswände ragen vor uns empor, das Ende in Wolken gehüllt.
Der Weg führt durch eine irre Lavalandschaft, in der sich das grün der Pflanzen knallig vom schwarz der Lavastränge abhebt. Auf unserem Weg begegnen uns die Kanaren-Ampfer, die oleanderblättrige Klinie und etwas das aussieht wie Wermutskraut. Neben der Vegetation die in dieser kargen Landschaft gedeiht, sind die Klippen und Lavaformationen die ins Meer laufen einfach umwerfend zu bestaunen. Zwischendurch laden Holzterassen mit Sitzmöglichkeiten zum Verweilen ein und so kommen wir nur gemächlich weiter. In Las Puntas angekommen schauen wir uns noch das bis vor einigen Jahren kleinste Hotel der Welt, das Punta Grande, an. Es verfügt nur über 4 Zimmer und liegt auf einer kleinen vom Meer umspülten Landzunge. Hunger und Durst treiben uns weiter die Siedlung hinauf, bis ins Restaurante Lays. Hier geniessen wir frische Tintenfischringe mit Krautsalat und Pommes Frites, Gambas in Aioli und Brot mit einer selbstgemachten Butter. Nach fast fünf Stunden kehren wir fröhlich erschöpft zum Stellplatz zurück.

16.12.2025

Nach etwas Arbeit sehen wir uns gegen Mittag die andere Seite der Küste genauer an. Dabei landen wir am Charco de los Sargos. Bis wir an die natürlichen Meerwasserpools gelangen ist ein beachtlicher Weg nach unten zurückzulegen. Schade, dass das Wetter nicht mitspielt. Es ist zu windig, das Meer aufgewühlt und die rote Fahne verbietet den Aufenthalt im Wasser. Eine Erfrischung in so einer Kulisse wäre einfach spektakulär und würde den Aufstieg verzögern. Oben angekommen streifen wir im Anschluss durch das Gelände. Vorbei an einem Flughafen für Rettungshubschrauber, an Plantagen mit Ananas und Bananen sowie einer Pflanze mit grossen herzförmigen Blättern die wir nicht zuordnen können und Feldern mit Napiergras. Und dann entdecken wir etwas, was wir schon im Hafen von La Restinga gesehen haben, viele bunte Cayocos – Flüchtlingsboote und leere Benzinkanister. Beim Näherkommen stellen wir fest, dass wir uns auf einem Reststoffhof befinden und bereits von einem Mitarbeiter beobachtet werden. Am Ende der Zufahrt stellen wir fest, das der Zugang verboten ist. Wir winken freundlich und gehen zügig weiter bis zur Calle el Mattoral. Hier kommen wir an der Cooperativa Unide mit Supermarkt vorbei, in dem wir schnell noch Kleinigkeiten mitnehmen.
Zurück im Van gibt es ein schnelles Abendessen.
Während Dirk Neuigkeiten der Travel-Youtuber entdeckt, verfange ich mich in einem neuen E-Book: Ohne ein letztes Wort von Reese Witherspoon und Harlan Coben. Ein Buch, welches mich nicht loslässt und daher schon fast gelesen.

155. La Restinga (El Hierro) Dezember 2025

12.12.2025

Kurz nach 08:00 h brechen wir im Regen auf nach San Cristianos im Süden der Insel. Zum Einchecken auf die Fähre nach El Hierro müssen wir um 11:30 h im Hafen sein. Wettersituation und Berufsverkehr im Blick, haben wir ein gutes Zeitpolster und sind bereits nach 10:00 h am Fähranleger. Von der Schlechtwetterfront ist nichts zu spüren. Es ist sonnig bei 22 Grad. Die Fähre der Armas Linie können wir später vorwärts befahren, bleiben aber auch hier an der Rampe mit dem Fahrradträger hängen und schleifen etwas hinauf. Wir entscheiden uns für einen Fensterplatz in Fahrtrichtung rechts und sind gespannt auf die Überfahrt. Und die hat es in sich. Den Hafen haben wir kaum verlassen, beginnt der schwankende Ritt auf den Wellen. Was für ein Seegang. Schaut man links aus den Fenstern, blickt man auf Wasser in Schräglage. Parallelen zum Film „Der Sturm“ mit George Clooney flitzen durch den Kopf. Richtet man sein Augenmerk auf die rechte Fensterseite hebt sich das Schiff, um kurz danach wuchtig in ein Wellental zu krachen. Die ersten Würgegeräusche anderer Reisende sind zu vernehmen, das Personal reicht Tüten und fächelt bei besonders Gebeutelten Luft zu. Ich rutsche ganz tief in meinen Sitz, den Blick nach vorne gerichtet. Dirk schaut angeregt nach draussen und scheint Gefallen an der Fahrt zu finden. Da er keine Lust auf ein Spielchen zur Ablenkung hat, beginne ich kurzer Hand zu singen. Mit „Rudoplh the red nosed rendeer“ und „In der Weihnachtsbäckerei“ halte ich mich bis La Gomera über Wasser. Die Insel nimmt die Wellen, für kurze Zeit verstummen die Würgelaute. Einige Betroffene haben die Tüten nicht optimal getroffen. Jetzt ist die Gelegenheit den Wischmopp zu schwingen. Kaum haben wir die schützende Insel verlassen, geht die Achterbahnfahrt erneut los. Wir knabbern tapfer an einer Nussmischung und ich spoiler Dirk dabei das Ende des Hörbuches „Geheimnisvolle Garrique“. Die letzte Stunde zieht sich wie Gummi. Plötzlich wird die Fahrt ruhiger, die Wellen kommen jetzt von hinten. Und auf einmal ist sie da, Lummerland alias El Hierro, erhebt sich mächtig aus dem Atlantik. Was für ein schöner Anblick. 7. Insel – Check!
Nach dem Anlegen nehmen wir Kurs auf La Restinga im Süden der Insel.

Angekommen. Wir stehen in La Restinga direkt an der Hafenpromenade. Genau hier haben wir 2013 und 2015 bereits unsere Urlaube verbracht und diese kleinste kanarische Insel kennen gelernt.
Zufällig stehen wir genau gegenüber einem Waschsalon, den wir gut gebrauchen können. Nach der Waschaktion gibt es ein Resteessen zum Abendbrot und dann ist Pause angesagt, der Tag war ereignisreich genug.

13.12.2025
Von der Unwetterfront sind wir hier unten wirklich verschont geblieben. Zwischendurch hat zwar die ein und andere Böe am Rudi gezerrt, aber sonst verlief alles ruhig. Am Vormittag gehen wir eine Runde durch den Ort. Hier hat sich in den vergangenen 10 Jahren eine Menge getan und La Restinga hat sich gemausert. Auf keinen Fall in touristischer Sicht, sondern Infrastruktur für die Bevölkerung. Unterhalb der Hafenmauer ist der Lavastrand mit Holzstegen versehen worden, an deren Enden der Zugang zum Meer mit Leitern ermöglicht wird. Am Ende, unterhalb der Calle Maritima, sind Holzterassen zum Sonnenbaden installiert. Gefolgt von einem Strandabschnitt mit feinen, schwarzem Lavasand. Am oberen Ende des Strandes sind überdachte Picknicktische und mehrere Grillmöglichkeiten vorhanden. Der Hafen selbst wird gerade modernisiert, Bootsstege erneuert und erweitert. Der Strandabschnitt im Hafen ist ebenfalls mittels Rundweg aus Holz und Stein erneuert worden.
Auf ihm gelangt man zur Fischhalle, in der täglich fangfrischer Fisch gekauft werden kann. Die ehemals einfache Halle mit Holzständen, hat jetzt einen Verkaufsraum mit Kühltheken.
Am Ende der Kaimauer fallen sofort die vielen Wohncontainer auf. Sie haben einen aktuellen ernsten Hintergrund. Das Rote Kreuz hat hier eine Erstversorgungsstation für Bootsflüchtlinge aus Westafrika geschaffen. Laut proasyl ist die Zahl der Flüchtlinge, die die gefährliche West-Atlantik-Route zur Flucht nehmen seit 2020 stark gestiegen. 2023 wurden 40.000 Geflüchtete gezählt, 2024 sogar 46.000. Zum Vergleich: El Hierro selbst hat ca. 11.000 Einwohner. Für 2025 rechnet man mit insgesamt 15.000 geflüchteten Menschen, die mit sog. Cayocos die lebensgefährliche Fluchtroute über den Atlantik als letzte Chance sehen.

154. Punta del Hidalgo (Tenerife) Dezember 2025

10.12.2025

Für die Überfahrt mit einer Fähre von Fred Olsen nach Tenerife benötigen wir nur 1:20 h. Da wir schon sehr früh im Hafen waren, können wir dieses Mal sogar vorwärts in die Fähre einfahren. Die sechste Insel unserer Reise bleibt lange im Dunst versteckt. Zwischendurch fängt es an zu nieseln. Den Teide mit seinen 3715 m können wir heute nicht ausmachen. Im Hafen von Sant Cruz ist das riesige Kreuzfahrtschiff „Cosma“ von Aida leider nicht zu übersehen. In 2728 Kabinen können hier 6880 Passagiere transportiert werden, 1500 Besatzungsmitglieder kommen hinzu. Der Antrieb erfolgt mit Flüssig-Erdgas.
Wir legen neben einer Fähre von Armas an und wie immer geht es nach dem Anlegen sehr schnell, alle raus und irgendwie auf Spur. Bevor wir zum CP nach Punta del Hidalgo fahren, stehen erst noch zwei Versorgungsstopps an. Der Gastank muss aufgefüllt werden, da auf El Hierro laut app keine entsprechende Station vorhanden ist und wir benötigen noch einige Grundnahrungsmittel. Gegen 14:00 Uhr sind in Santa Cruz die Straßen voll, es geht hektisch zu, die Kreisverkehre reine Geschosse, dazu spielt das Navy verrückt. Den Einkauf verschieben wir, an Parken mit Rudi ist hier nicht zu denken. Aber Gas tanken ist kein Problem und jetzt raus aus dem Gewusel. Hinter Tegueste wird es ruhiger. Es geht durch grüne Hügel auf und ab, vorbei an bunten Häusern, die sich an die Hänge schmiegen.
Tenerife selbst werden wir Ende Januar/Anfang Februar genauer unter die Lupe nehmen. Bis dahin ermöglicht uns diese Insel den Transfer nach El Hierro, La Palma und La Gomera.

Das Einchecken auf dem CP Punta del Hidalgo verläuft problemlos, da wir bereits online reserviert haben. Nun stehen wir auf Platz 53 mit Strom in erster Reihe. Vor uns der tosende Atlantik mit wirklich gewaltigen Wellen. Die Küstenpromenade unter uns ist abgesperrt, trotzdem gehen Leute dort spazieren.
Wir wollen hier in erster Linie alles aufladen, was Strom benötigt und Rudi so gut es geht von Staub befreien. Lanzarote und Fuerteventura haben hier deutliche Spuren hinterlassen. Nach getaner Arbeit werden dann die Duschen getestet und im Anschluss geht es auf einen Spaziergang in den Küstenort.

11.12.2025
Ein Stellplatz mit Strom muss ausgenutzt werden. Es wird wirklich alles ans Netz gelegt und geladen, was Strom benötigt, incl. Updates und Datensicherung. Dirk befasst sich mit unserem Solarpaneel, trennt die Kabeltasche auf und stellt fest, dass die Anschlusskabel getrennt sind. Er kann es wieder richten. Wir befestigen die Kabel mit Kabelbinder und Gaffaband, die Tasche nähe ich anschließend wieder zusammen. Erster Test verläuft positiv, das Paneel arbeitet wieder. Weiter geht es mit intensiver Innenreinigung. Es ist schon der Wahnsinn wieviel Staub wir hier herauswischen und aufsaugen. Nach 6 Stunden werden die Duschen getestet und gesnackt.
Parallel beobachten wir die Wetterwarnungen für Freitag und Samstag. Aemet.es gibt für die kanarischen Inseln die Warnstufe gelb raus. Wir sind gespannt auf die morgige Überfahrt nach El Hierro.
Am Nachmittag vertreten wir uns am Meer entlang bis zur Cofradia de Pescadores die Beine und beobachten mit einem gekühlten Getränk unzählige Wellenreiter. Die Wellen heute übrigens nicht so gewaltig wie gestern, aber dennoch überaus kraftvoll.

153. Agaete Dezember 2025

09.12.2025

Kein Strom ist keine Option und so wurde heute in Telde ein neues flexibles Solarpaneel bei Leroy und Merlin gekauft. Zuvor hatten wir das kleine Paneel von Niklas ausführlich getestet, alle erdenklichen Verbindungen durchgemessen, aber leider ist es wirklich an den Solarelementen defekt und liefert so keine Energie.
Das neue 300 kW Paneel wurde gleich auf dem Baumarktparkplatz getestet und so konnte direkt mit satten 12 A die Einspeisung der Aufbaubatterie gestartet werden. Jetzt fahren wir drei Paneels spazieren.


Anschließend wurde das Tagesziel – Agaete – angesteuert.
Ein Parkplatz in Hafennähe ist schnell gefunden. Übernachtung 5 €. Mit uns scherte noch ein Ehepaar aus Cuxhaven hier ein. Wie sich herausstellte mit ähnlichen Strom-Versorgungsproblemen. Das Solarpaneel vom Dach speist keine Energie in die Aufbaubatterie.
Am frühen Nachmittag gehen wir zum Hafen, checken bei Fred Olsen ein und suchen uns im Anschluß ein gemütliches Fischrestaurant. Beim Cofradia de Pescadores werden wir fündig und essen hier genüsslich eine Paella. Der Ort am Hafen verfügt über zwei geschützte Badebuchten, eine Kirche und kleinere Geschäfte. Am Playa las Salinas lassen wir es uns beim Sonnenuntergang gut gehen.
Wieder zurück im Van falle ich um kurz nach sieben ins Koma und schlafe satte 12 Stunden

152. Santa María De Guía De Gran Canaria Dezember 2025

08.12.2025

Heute ist ein weiterer Feiertag auf den kanarischen Inseln – Maria Empfängnis und warum sollte man zu diesem Anlass nicht einem Wallfahrtsort, der dieser Schutzpatronin gewidmet ist, einen Besuch abstatten. Es geht nach Teror, eine der ältesten Städte der Kanaren. Sie wurde 1481 gegründet und Ende des 16. Jahrhunderts nach einer Marienerscheinung zum Wallfahrtsort erklärt. Dementsprechend verfügt die Stadt über eine Basílica de Nuestra Señora del Pino, Klöster und Herrenhäuser. Die Calle Real de la Plaza bildet den Mittelpunkt des Ortes. Hier säumen kleine Geschäfte und Cafes die Fussgängerzone, die am Plaza de la Pins und der Basilica endet.
Teror ist auch bekannt für die Herstellung typischer Backwaren wie Mantecados (Weihnachtskekse mit Mandeln), Truchas (gefüllte Blätterteigtasche mit Süsskartoffeln, Mandeln und Rosinen), Mazepanes (Marzipan) und Roscos de Anis (kleine Aniskrapfen) sowie der bekannten Paprikawurst Chorzio, die im Kloster Convento del Cister verkauft wird.

Unser nächstes Ziel führt uns nach Arucas, ebenfalls eine Stadt im Norden der Insel und für seinen Ron Arehucas bekannt. Dieser wird in einer Fabrik aus dem 19. Jahrhundert hergestellt. Eine Besichtigung ist aufgrund des Feiertages heute nicht möglich. Nachdem sich in der Vergangenheit der Anbau von Zuckerrohr auf die Karibik verlagert hat, konzentrierte man sich hier zunächst auf den Anbau von Bananen. Dies war bis in die 1970er Jahre eine der wichtigsten örtlichen Einnahmequellen. Inzwischen ist die Bananenanbaufläche um mehr als die Hälfte geschrumpft. Heute baut man vermehrt Gemüse, Früchte und Blumen an.
Die Pfarrkirche San Juan Bautista, das Wahrzeichen der Stadt, wurde 1909–1917 nach Plänen des katalanischen Architekten Manuel Vega y March im neugotischen Stil erbaut.
Das Baumaterial, der dunkle Aruca-Basalt (sehr langsam erkaltete Lava), ist sehr witterungsbeständig und wird in örtlichen Steinbrüchen (canterías) gebrochen. Da die Kirche geschlossen ist, können wir leider keinen Blick hineinwerfen und schlendern durch eine weihnachtlich geschmückte Fussgängerzone zum Stadtpark, der viele typische kanarische Pflanzen beherbergt. Auf dem Rückweg geniessen wir in einem kleinen Café gegenüber der imposanten Kirche einen Kaffee mit Kokosmakronen.

Unser Stellplatz für die Nacht befindet sich am Punta de Guanaterme direkt am Meer und umgeben von Bananenplantagen.

151. Moya Dezember 2025

06.12.2025

Der Stellplatz füllt sich immer mehr und wir sind hier wirklich die einzigen Touris. Überall wird gewerkelt, gequatscht, Essen zubereitet, Musik gespielt. Nach dem Frühstück geht es auf zu einem kleinen Spaziergang am Meer entlang zum Charco San Lorenzo. Es ist sehr diesig, das Meer wellig und aufgewühlt, die Luft feucht und salzig. Der Charco ist aufgrund der Wellen abgesperrt. Es geht noch etwas weiter nach El Roque, einer Siedlung mitten auf einem Fels erbaut und nach El Atillo, einem weiteren Stadtteil von Moya. Weiter geht nicht, mein Kreislauf macht schlapp, Corona ist immer noch mit von der Partie. Ganz langsam geht es zurück. Pause ist angesagt.

07.12.2025
Die feuchte Luft hat sich verzogen und hat Calima Platz gemacht. Das Solarpaneel kommt schon früh zum Einsatz, aber irgendwie kommt nicht soviel Energie rein. Mit dem Stromprüfer geht es auf Fehlersuche. Dazu wird die ganze Heckgarage ausgeräumt, die verschiedenen Anschlüsse müssen freigelegt werden. Ein günstiger Zeitpunkt, um Sachen wegzuräumen oder hervor zu kramen. Die energetische Spurensuche verläuft ohne Befund, alles tutti. Anschließend wird das Beifahrerrollo ausgebaut und Dirk kann so das defekte Gelenk austauschen. Check-Rollo wieder funktionsfähig.
Da Sonntag ist darf ein Kuchen nicht fehlen und da die Äpfel eine Aufgabe brauchen, gibt es Apfelkuchen. Da um uns herum ausnahmslos gegrillt wird, hat Dirk eher Appetit auf etwas Herzhaftes. Und während er eine Runde am Meer entlang läuft, ist bei mir wieder Pause angesagt.

150. Puerto de Mogán Dezember 2025

03.12.2025

Der Batteriestand drängt zur Weiterfahrt. Es geht wieder in den Süden, nach Puerto de Mogán und zu einem Parkplatz für Womo‘s an der Avenida los Marreo. Die Fahrt über Agaete und Aldea auf einer kleinen Klippenstrasse GC-200 spektakulär.
Am Nachmittag trifft sich Dirk noch einmal mit Andrea und Jürgen. Die beiden fliegen morgen wieder zurück nach Düsseldorf. Bevor sie im Hafen essen gehen, machen sie einen Abstecher durch die Altstadt zum Mirador de Puerto Mogán.

04.12.2025
Am Vormittag machen wir einen kleinen Spaziergang in den Ort. Vom Parkplatz führt ein schön angelegter Spazierweg direkt in den hinein. Wir streifen die Promenade am kleinen Strand. Sie ist gespickt mit Cafe‘s und Restaurants sowie Souvenirläden. Über eine kleine Brücke geht es in die Altstadt und von hier aus in den Sporthafen mit seinen Fischrestaurants. Mittendrin bunte, einstöckige Häuschen mit Dachterasse. In einem Cafe am Rande der Altstadt gibt es einen Mangosmoothie und eine Cola zur Erfrischung. Da ich noch so richtig angeschlagen bin geht es wieder zurück zum Van. Ausruhen ist angesagt.

05.12.2025
Heute Vormittag findet auf dem Weg zum Zentrum ein Freitagsmarkt statt, den wir uns vor der Weiterfahrt noch anschauen wollen. Da hier aber nichts Regionales sondern ausschliesslich billige Importware nutzloser Dinge feil geboten wird, treten wir den Rückweg an und machen uns auf den Weg Richtung Norden.
Bei Vecendario gibt es im Stadtteil El Doctoral eine BP Tankstelle an der Calle de Franchy Roca mit geräumiger Ver- und Entsorgung sowie einem Waschsalon.


Anschliessend suchen wir das Einkaufzentrum Al Campo vor Las Palmas auf. Wir benötigen noch einen 5er-Maulschlüssel für einen Wasserdiebanschluß, eine Schraube mit Unterlegscheibe für die Fenstersicherung (eine Schraube ist mir beim Abdrehen unter die Rücksitze gefallen😬) und einen Knopf für Dirk‘s Hose. Ausser dem Knopf erhalten wir alles im angrenzenden Baumarkt. Und da IKEA auch nebenan liegt erstehe ich sogar Ersatz für eine Tasse.
Jetzt aber nix wie weiter. Nächstes Ziel Moya im Norden. Hier haben wir uns einen Stellplatz der Camping Canary Gruppe ausgesucht. Da am Samstag und am Montag Feiertage sind (Tag der spanischen Verfassung und Maria Empfängnis) wird es wahrscheinlich sehr voll.

149. Llanos de la Mimbre, Tamadaba November 2025

30.11.2025

Es ist der letzte Sonntag im November und der 1. Advent. Über das Cabildo in Las Palmas hatten wir uns, nach vorheriger persönlicher Registrierung, einen Platz auf dem Acampada am Llanos de la Mimbre reserviert. Ein Naherholungsgebiet im Nationalpark Tamadaba, oberhalb von Agaete an der Westküste.
Seit unserer Ankunft auf Gran Canaria sind wir ja mit dieser Insel noch nicht so richtig warm geworden, weil die Orte an denen wir zuletzt waren, wirklich abschreckend touristisch aufgestellt sind. Die Fahrt nach Tamadaba hat uns dann aufgrund der landschaftlichen Besonderheiten, aber dann entschädigt. Die Route hierhin führte über kleinere Örtchen wie Ateara, Fataga, Tunte und Tejeda, auf über 1100 m zu diesem Naherholungsgebiet.
Es ging praktisch nur über kleine, asphaltierte Serpentinenstraßen immer höher, durch eine eine atemberauschende Gebirgslandschaft. Die Gesteinsfarben dunkel in rötlich-braun-schwarz. Die Berge selbst schroff und kantig. Es ist überall grün, an den Gebirgshängen können wir Kiefern ausmachen. Wir passieren hier Unmengen an Radfahrern. Die sind schon wirklich mutig.
Zwischendurch sind verbrannte Flächen zu erkennen. Im Sommer 2023 gab die
Inselregierung (Cabildo) von Gran Canaria über Twitter bekannt, dass ein Waldbrand in der Zone Cortijo de Huertas in der Gemeinde Tejeda ausgebrochen ist. Daraufhin wurde das beliebte Ausflugsgebiet um den Pico de las Nieves, den zweithöchsten Berg Gran Canarias, evakuiert. Das Feuer wurde bei Waldarbeiten durch eine Motorsense ausgelöst. Eine Fläche von 210 Hektar war und ist betroffen. Interessant hierzu die Details im Beitrag „Wunderschön – Gran Canaria“ des WDR aus 2025 sowie eine neue Art der Wassergewinnung adaptiert an der Funktionsweise einer kanarischen Kiefernzapfe.
Das Beste kommt wie immer zum Schluß. Wir kommen am Amcampada an und ruckeln wirklich über eine steinige Waldpiste, die es in sich hat. Ausgewiesene Stellplätze gibt es nicht, dafür Picknicktische, Grillanlagen und Toiletten.

Einige Besucher veranstalten dick eingemünmelt Picknicks, Wanderer kommen vorbei. Wir stellen uns mit bestem Blick ins Tal einfach dazwischen.
Da es mir immer schlechter geht, schmeisse ich mich nur noch ins Bett und ergebe mich Schüttelfrost und Fieber. Irgendwann später kommt ein Ranger vorbei und möchte die Reservierung sehen. Dabei macht er uns darauf aufmerksam, dass wir hier nicht stehen bleiben dürfen, sondern auf den Stellplatz für Camper wechseln müssen. Er zeigt Dirk den Weg, zumindest anfänglich, dann ist er verschwunden, taucht wieder auf und die Piste ist noch abenteuerlicher als die vorherige. Ich werde hinten so hin und her geschmissen, dass mir schlecht wird. Da Würgen und Hustenreiz nicht kompatibel sind, übe ich mich in Körperkontrolle. Danach ist einfach alles egal und während Dirk die nähere Umgebung erkundet, versuche ich einfach zu schlafen.

01.12.2025
Serientechnisch versorgen wir uns gerade mit der 5. Staffel von „Stranger Things“. Als ich heute Nacht wach werde und nach draussen schaue, könnte man die Umgebung für einen Drehort dieser Serie halten. Voll gruselig.


Zum Frühstück sind Fieber und Schüttelfrost vorbei, doch als ich nach Tagen vom Kaffee probiere, schmecke ich nichts. Ein Coronatest aus Griechenland bestätigt unseren Verdacht: eindeutig positiv. Die Nase hat ihren Dienst ebenfalls eingeschränkt. Anstecken kann ich hier oben jedenfalls keinen, ausser Dirk😏.

148. San Agustin und Strand von Maspalomas November 2025

27.11.2025

Wir verlassen „Guantanamo“ in Richtung San Agustin, hinter Maspalomas gelegen und suchen einen neuen Stellplatz. Es spricht schon für sich, dass die Straßennamen hier Calle Hannover, Calle Hamburgo oder Avenida Touroperado Neckermann heißen und es einen Stadtteil Sonnenland gibt.
Am Ende der Straße Calle Hamburgo finden wir den scheinbar optimalen Platz. Doch die direkte Nachbarschaft zu einer Apartmentanlage ist nicht zu unterschätzen. Und während die Eine erkältungstechnisch krank im Bett zurückbleibt, erkundet der Andere Maspalomas per Rad, was sich dank fehlender sowie passender Wege als sehr umständlich und teils gefährlich herausstellt.
Aber eine Abkühlung im Atlantik mit anschließender Gerstensaftbegleitung lassen die Hindernisse schnell vergessen.


Derweil erreichen diverse Dienstleister die Apartmentanlage, räumen Gitterwagen mit Wäsche ein und aus, bestücken Getränkezulieferer mit vollen Sackkarren die Automaten der Anlage, rollen unzählige Trolleys mit Touristen über den Asphalt (die Einen kommen, die Anderen gehen), Autotüren werden geöffnet und zugeschmissen, Neuankömmling von Apartment 2 ist nicht zufrieden, der Glascontainer wird geleert und spät am Nachmittag taucht plötzlich ein schwarz behaarter Kopf am Seitenfenster auf, der aber einer jungen Frau gehört, die dort Katzen füttert. Zu erwähnen wäre noch die nächtliche Leerung der Restmüllcontainer und das laute, verwirrte Suchen des Nachteinganges einer Gruppe jüngerer Leute, die den dazugehörigen Code vergessen haben.

147. Mogán (Gran Canaria) November 2025

26.11.2025

Pünktlich um 08:30 h legen wir im Hafen von Las Palmas, Gran Canaria, an. Die fünfte Insel unserer Tour wartet darauf erkundet zu werden. Der Start ist dabei gar nicht so einfach, weil wir praktisch zur morgendlichen Rush-Hour in einer Großstadt landen und vom Hafen auf die GC-1, eine dreispurige Autobahn gespült werden.

Erstes Ziel die Merceria (Wollgeschäft) in Vecendario. Wolle kann man immer gebrauchen, ein passendes Projekt schnell gefunden. Weiter geht es die Küste entlang nach Maspalomas. Hier treffen wir Freunde aus Düsseldorf, Andrea und Jürgen, die ihren Urlaub hier verbringen und uns bei dieser Gelegenheit Ersatzteile für das Beifahrerrollo sowie die elektrische Trittstufe mitgebracht haben. Vorher suchen wir noch eine Entsorgungsstation auf und begeben uns im Anschluß auf Stellplatzsuche. Gar nicht so einfach. Es ist alles ziemlich voll, Hotels und Einkaufsmeilen reihen sich aneinander, freie Flächen bzw. Parkplötze Fehlanzeige.

Wir fahren weiter in Richtung Puerto Rico und finden hinter dem Restaurant Guantanamo einen Wohnmobilstellplatz. Der Name ist Programm und schön ist anders, aber er erfüllt seinen Zweck.

Wir werden hier 2 Nächte verbringen, uns sortieren und Pläne für die kommende Woche machen. Den Nachmittag verbringen wir schon gemeinsam mit Andrea und Jürgen. Natürlich schmieden wir bereits Pläne für Ausflüge suf dieser Insel. Und so steht für morgen das Aquarium in Las Palmas auf dem Programm, mit anschließendem Essen am Playa … (Namen muss ich noch ergänzen 😉).

27.11.2025

Nach Frühstück und kalter Dusche geht es um
10:00 h los nach Las Palmas ins Poema del Mar Aquarium. Tickets haben wir bereits gestern online erstanden.


Das Aquarium beherbergt über 550 verschiedene Tierarten und mehr als 2.000 Pflanzenarten. Die Vielfalt reicht von Süßwasserbewohnern bis hin zu Tiefseearten.
Faszinierend war dabei die Fütterung im Tiefseebereich, die wir in einem gläsernen Durchgang mitten durch das Becken erleben durften. Die Fütterung erfolgte durch zwei Taucher, die die Grossfische und Rochen per Hand gefüttert haben. Mit dabei Zackenbarsche, Carettaschildkröte (mit Gewicht auf dem Rücken, um sich trotz verletzter Hinterflossen, die zur Stabilisierung dienen, fortbewegen zu können), Bastardmakrele oder Zebraseebrasse.
Neben Seepferdchen konnten auch Drachenpferde und Sandaale bestaunt werden. Nicht zu vergessen die Muränenhöhle mit einer Vielzahl unterschiedlicher Exemplare, die wortwörtlich aus jeder Ritze in den Seiten steckten und aus der Decke kopfüber hingen. Skurril auch eine Pig-nosed-Turtle und div. Froscharten u.a. Ochsenfrosch und Pfeilgiftfrösche. Ein wirklich interessanter und spannender Besuch.
Im Anschluß ging es zu einem kleinen Abstecher ins Cabildo von Las Palmas, um uns für die Reservierung der kostenlosen Acampadas (Campingplätze) auf Gran Canaria zu registrieren. Dies haben wir bereits gestern online versucht, leider ohne Erfolg. Der ganze Vorgang verlief so reibungslos, dass wir bereits nach 10 Minuten wieder im Auto saßen und unser nächstes Ziel, das Restaurant La Marinera im Stadtteil La Puntanilla von Las Palmas ansteuern konnten.

Hier folgte ein leckeres Essen mit papas arrugadas, croquetas, Pimientos de Padrón, sopa de Mariscu und Filete de Pescado al Cilantro. Sehr lecker und ein schöner Tagesabschluss obendrauf.

146. Cofete und der letzte Stellplatz auf Fuerteventura November 2025

25.11.2025

Heute Vormittag ging es schnurstracks über Morre Jable („Sandhügel“) zu unserer letzten Tour auf Fuerteventura. Ziel: Cofete, ein Ort im Naturschutzgebiet von Jandia.
Vor dem Hafen biegt man rechts ab und begibt sich auf unausgebauten Straßen 19 km zum Zielort. Die letzten 8,3 km krabbelt man die einspurige Straße ohne Leitplanken und mit Gegenverkehr einen Pass hinauf. Von hier aus hat man einen tollen Blick über die Strände von Cofete und die Küste von Barlovento. Die Sandpiste führt hinunter nach Cofete, einer kleinen Ansammlung von Behausungen sowie der Villa Winter im Hintergrund.

Zu dieser Villa kursieren die unterschiedlichsten Geschichten. Einfach mal googeln, macht Spaß. Der Strand hier unten ist spektakulär und der Friedhof am Parkplatz erzählt seine ganz eigene Geschichte.


Es existiert auch eine Wanderroute über gut 5 Stunden von Morro Jable bis nach Cofete. Eine Tour würde man bestimmt schaffen und zurück könnte man den Bus nehmen, der tatsächlich hier verkehrt.
Wir hätten auf dem Rückweg gerne noch einen Abstecher nach El Puertito de la Cruz und dem Leuchtturm mit dem Museum für Meeressäugetiere eingelegt, aber der Nachmittag war schon fortgeschritten und wir wollten den Rückweg nicht mit einsetzender Dunkelheit antreten.


Unser Stellplatz für die Nacht befindet sich im kleinen Hafen von Morro Jable. Morgen heisst es um 04:30 h aufstehen. Die Fähre nach Gran Canaria legt um 06:30 h ab. Fünfte Insel – Check!

145. Playa Risco del Paso

24.11.2025

Nach einer ruhigen Nacht ging es heute zunächst nach La Pared, ein weiterer Ort an der Westküste. Vorbei an La Oliva, Antigua und Tiscamanita und weiter auf kleinen Straßen durch das Inland zur Küste. Der Calima als Begleiter, die Sicht getrübt und die Temperatur über 25 Grad. Durchquert wird eine karge Landschaft mit Ziegenfarmen und Anbauflächen unter Plastikplanen, deren Anbaupflanze nicht zu entdecken ist. La Pared wirkt beim Durchfahren schon sehr skurril, ein wenig demontiert, für Etwas mit hohen Erwartungen gebaut. Die Laternen am Eingang kaputt, die „Flaniermeile“ mit überdimensionierten Betonbänken in abbröckelnder Erdfarbe und kränkelnden Palmen, die Straße löchrig. Was hatte man denn hier vor? Der Spot soll täglich viele Liebhaber von Sonnenuntergängen anziehen. Wir fahren a den kleinen Strandabschnitt, der rechts vom Ort liegt, weil uns hier ein schmaler Felsabschnitt der ins Meer ragt reizt.

Dieser sieht nicht nur in seiner Struktur faszinierend aus, sondern punktet auch durch die landebahnartige Plattform die ins Meer ragt und schöne Ausblicke auf die Küste freigibt, trotz Sandwind.
Es geht weiter nach Morre Jable einem Touristen-Hotspot ganz im Süden. Dazu queren wir bei La Pared (die Mauer) den schmalsten, nur ca. 5 km breiten Teil der Insel von West nach Ost. Angeblich soll diese schmalste Stelle mit einer Steinmauer die Insel in früheren Zeiten getrennt bzw. Herrschaftsgebiete markiert haben. Archäologisch bewiesen ist dies wohl nicht. Vlt. wird dieses Detail auch nur betont, um die Gegend interessant zu machen. Schön ist sie auf jeden Fall. Die karge Vulkanlandschaft geht hier in Dünengebiet über. An der Ostküste angelangt geht es dann auf der Autobahn FV-2 in einem Rutsch runter nach Morre Jable. Von hier geht die Fähre am Mittwoch nach Gran Canaria. Eigentlich wollen wir hier die Nacht verbringen, aber dieser Ort ist so abschreckend touristisch und bietet zudem keinen Platz für Rudi, dass wir nach einem Stopp im Hafen, diese Stadt wieder verlassen. Wir versuchen etwas ausserhalb einen Platz am Strand zu bekommen, leider Fehlanzeige. Die Straßen schlaglöchrig und wenig Platz an den Strandabschnitten. Also zurück Richtung Playa Sotavento, hier haben wir ja bereits zuvor einige Tage verbracht.
Für morgen steht einen Tour nach Cofete an.

144. El Cotillo nach div. Stopps November 2025

23.11.2025

Es ist Sonntag und wir machen einen Ausflug, eigentlich mehrere. Nach dem Ent- und Versorgungsprozedere geht es an der Ostküste hoch nach Pozo Negro. Ein Atlantikörtchen im Dornröschenschlaf und so urig. Im Gegensatz zum Sandstrand der letzten Tage an der Costa Calma, hier der typisch kanarische Vulkanstrand. Einfach nur schön.

Die Bucht ist gesäumt mit kleinen Häusern, teils bewohnt, teils Ferienhäuschen, alles ganz einfach und zwei Bar‘s mit Essen. Sonst nichts. Hier könnten wir länger bleiben, ein gekühltes Getränk, auf den Atlantik schauen und zwischendurch schwimmen gehen.
Aber es geht weiter zu den Salinas del Carmen. Mittlerweile hat Calima die Temperatur bis auf über 30 Grad hinaufgejagt und uns steht hier nicht der Sinn nach einer umfangreichen Besichtigung. Also nur kurz bis zum Eingang zum Museo del sal und dann zum nächsten Ziel.

Zurück auf der FV-2 biegen wir unmittelbar an der Abzweigung zur FV-50 nach Antigua auf eine Sandpiste durch das Gebiet der Caldera Gaidira, queren trockene Barrancos, diverse Untergründe und verlassene Anbauflächen. In Tiscamanita stoßen wir auf befestigte Straßen. Diesen folgen wir bis Lajares. Dieses Stödtchen reizt uns nicht wirklich, zumal Womo-Parkplätze Mangelware sind. Also weiter zum Popcorn-Beach. Ein Strandbereich bestehend aus versteinerten Kalkalgen, die das Meer angespült hat und wie Popcorn aussieht.

Neben diesem Strandphänomen beeindrucken die Wellen und die Wellenreiter.
Wir bahnen uns den Weg weiter nach El Cotillo, wo wir nach dem Einkaufen den bekannten Stellplatz oberhalb des Strandes aufsuchen.

143. Playa Risco del Paso November 2025

20.11.2025

Entsorgung in Tarajalejo, Versorgung mit Frischwasser an der Disa-Tankstelle in Tuineje, Waschen und Trocknen von ca. 18 kg Wäsche im Speed-Queen-Waschsalon in Gran-Tajara sowie Einkauf für die kommenden Tage im dortigen Mercado. Zwischendurch Mittagessen bestehend aus selbstgemachten Hamburgern. Gut vier Stunden hat die Haushaltsbespaßung gedauert. Anschliessend wieder Richtung Costa Calma und zu einem neuen Stellplatz: Playa Risco del Paso. Vor uns eine kleine Lagune, rechts und links nur Sandstrand. Eine Wassersportschule befindet sich ebenfalls in unmittelbarer Nähe sowie eine öffentliche Toilette. Abends wurde noch ein Brot gebacken und später direkt getestet. Sehr lecker!

21.11.2025
Der Tag heute zunächst ein wenig sonnig und im Anschluss bewölkt und windig. Dabei einige kleine Probleme mit dem Aufladen der Eco-Flow über das Solarpaneel. Mit dem Messgerät konnte eingehender Strom vom Paneel nachgewiesen werden. Jedoch kommt mit der Verbindung zur Powerbank kein Strom an.
Nach einem Snack ging es an den weitläufigen Strand. Na ja, einen Versuch war es wert, aber Wind und Wolken sorgten schon schnell für eine baldige Umkehr.

22.11.2025

Es ist der dritte Tag an dem wir autark am Playa del Risco stehen. Eine Infrastruktur ist nicht vorhanden, auch keine Mülleimer. Also heisst es erst einmal sammeln, gut verschliessen und auf der Weiterfahrt eine Entsorgungsmöglichkeit finden. Vorräte stehen noch zur Verfügung, Brauch- und Trinkwasser ebenso. Den Strom beziehen wir durch die beiden Solarpaneele auf dem Dach und einem kleineren, flexiblen von Niklas. Als Dauerverbraucher zählt der Kühlschrank mit ca. 3 A/h. Starlink und Handys, Akkus, Uhr, PC werden nur bei Bedarf über die Eco-Flow geladen. Diese wiederum wird beim Fahren geladen oder an die Aufbaubatterien gehängt. Den Wasserverbrauch managen wir durch sparsamen Einsatz. D.h. zum Spülen benutzen wir 2 Sprühflaschen, eine mit einer Wasser-Spülimischung und eine mit klaremo Wasser. Nach dem Essen wird das benutzte Geschirr abgewischt, mit der Spülilösung eingesprüht, gesäubert und anschliessend mit klarem Wasser abgesprüht. Dies war am Anfang gewöhnungsbedürftig, ist nach über sechs Wochen Anwendung kein Thema mehr. Da unser Grauwassertank mit 70 l weniger Fassungsvermögen vorweist als der Frischwassertank mit 90 l, heisst es auch sonst Wasser sparen. Geduscht wird in der Regel nur wenn wir zum Ent- und Versorgen fahren. Dazwischen ist Wäsche im Waschbecken und dem guten alten Waschlappen angesagt. Das Baden im Atlantik ist auch erfrischend und wenn der Strand dann noch eine Dusche zu bieten hat, perfekt. Das ist aber alles kein Muß. Sollte uns der Sinn nach häufigerem Duschen stehen, fahren wir eben öfter Ent- und Versorgen. Dafür haben wir den Luxus überall zu verweilen, wo es uns gefällt und nicht verboten ist. Um die Toilettensituation haben wir uns vor über zwei Jahren gekümmert. Als Alternative zur Chemietoilette kam bei dem Platzangebot im Kabe eine Clesana in Frage. Für eine gewünschte Trocken-Trenntoilette fehlt im Schwenkbad der Platz. Mit Folienverschweißtechnologie werden die Hinterlassenschaften geruchsneutral und sicher verpackt und später über den Hausmüll entsorgt. Es ist kein Wasser zum Spülen erforderlich. Dadurch, dass wir flüssige Hinterlassenschaften separat auffangen und entsorgen, reduzieren wir den Folienverbrauch. Diesen berechnen wir vor jeder Tour so ungefähr und decken uns entsprechend mit Verbrauchsmaterial ein. Zur Zeit haben wir eine Folienpackung, mit der Möglichkeit ca. 25 grosse Tüten zu verschweißen, seit drei Wochen im Einsatz. Eine Verpackung besteht aus einem Folienschlauch, der nach Bedarf in XS, S, L oder XL-Tüten verschweisst werden kann. Da die Angabe immer für die grösste Tütenart gilt, kommen wir entsprechend lange mit einem Folienschlauch aus. Sollten wir einmal keinen Strom haben, kommen Ersatzbeutel zum Einsatz😉.

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