30.11.2025
Es ist der letzte Sonntag im November und der 1. Advent. Über das Cabildo in Las Palmas hatten wir uns, nach vorheriger persönlicher Registrierung, einen Platz auf dem Acampada am Llanos de la Mimbre reserviert. Ein Naherholungsgebiet im Nationalpark Tamadaba, oberhalb von Agaete an der Westküste.
Seit unserer Ankunft auf Gran Canaria sind wir ja mit dieser Insel noch nicht so richtig warm geworden, weil die Orte an denen wir zuletzt waren, wirklich abschreckend touristisch aufgestellt sind. Die Fahrt nach Tamadaba hat uns dann aufgrund der landschaftlichen Besonderheiten, aber dann entschädigt. Die Route hierhin führte über kleinere Örtchen wie Ateara, Fataga, Tunte und Tejeda, auf über 1100 m zu diesem Naherholungsgebiet.
Es ging praktisch nur über kleine, asphaltierte Serpentinenstraßen immer höher, durch eine eine atemberauschende Gebirgslandschaft. Die Gesteinsfarben dunkel in rötlich-braun-schwarz. Die Berge selbst schroff und kantig. Es ist überall grün, an den Gebirgshängen können wir Kiefern ausmachen. Wir passieren hier Unmengen an Radfahrern. Die sind schon wirklich mutig.
Zwischendurch sind verbrannte Flächen zu erkennen. Im Sommer 2023 gab die
Inselregierung (Cabildo) von Gran Canaria über Twitter bekannt, dass ein Waldbrand in der Zone Cortijo de Huertas in der Gemeinde Tejeda ausgebrochen ist. Daraufhin wurde das beliebte Ausflugsgebiet um den Pico de las Nieves, den zweithöchsten Berg Gran Canarias, evakuiert. Das Feuer wurde bei Waldarbeiten durch eine Motorsense ausgelöst. Eine Fläche von 210 Hektar war und ist betroffen. Interessant hierzu die Details im Beitrag „Wunderschön – Gran Canaria“ des WDR aus 2025 sowie eine neue Art der Wassergewinnung adaptiert an der Funktionsweise einer kanarischen Kiefernzapfe.
Das Beste kommt wie immer zum Schluß. Wir kommen am Amcampada an und ruckeln wirklich über eine steinige Waldpiste, die es in sich hat. Ausgewiesene Stellplätze gibt es nicht, dafür Picknicktische, Grillanlagen und Toiletten.




Einige Besucher veranstalten dick eingemünmelt Picknicks, Wanderer kommen vorbei. Wir stellen uns mit bestem Blick ins Tal einfach dazwischen.
Da es mir immer schlechter geht, schmeisse ich mich nur noch ins Bett und ergebe mich Schüttelfrost und Fieber. Irgendwann später kommt ein Ranger vorbei und möchte die Reservierung sehen. Dabei macht er uns darauf aufmerksam, dass wir hier nicht stehen bleiben dürfen, sondern auf den Stellplatz für Camper wechseln müssen. Er zeigt Dirk den Weg, zumindest anfänglich, dann ist er verschwunden, taucht wieder auf und die Piste ist noch abenteuerlicher als die vorherige. Ich werde hinten so hin und her geschmissen, dass mir schlecht wird. Da Würgen und Hustenreiz nicht kompatibel sind, übe ich mich in Körperkontrolle. Danach ist einfach alles egal und während Dirk die nähere Umgebung erkundet, versuche ich einfach zu schlafen.
01.12.2025
Serientechnisch versorgen wir uns gerade mit der 5. Staffel von „Stranger Things“. Als ich heute Nacht wach werde und nach draussen schaue, könnte man die Umgebung für einen Drehort dieser Serie halten. Voll gruselig.







Zum Frühstück sind Fieber und Schüttelfrost vorbei, doch als ich nach Tagen vom Kaffee probiere, schmecke ich nichts. Ein Coronatest aus Griechenland bestätigt unseren Verdacht: eindeutig positiv. Die Nase hat ihren Dienst ebenfalls eingeschränkt. Anstecken kann ich hier oben jedenfalls keinen, ausser Dirk😏.

