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Category : Rudi on Tour Teil1

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076. Sagres ab 15.01.2025

Da ab Sonntag das Wetter umfänglich regnerisch werden soll, starten wir nach dem Frühstück mit einem kleinen Rudi-Zauber. Auch der Hänger ist fällig, es wird alles quasi abfahrbereit gemacht. Anschliessend schliessen wir unsere Reservierung bis zum 29.01.2025 in der Rezeption ab und machen uns auf zu einer weiteren Stranderkundungstour. Der Weg führt uns an Vila do Bispo vorbei bis nach Raposeira. Hier biegen wir rechts ab und gelangen über eine unbefestigte, ca. 6 km lange Strasse an den Praia do Barranco. Die Strecke bietet fast alles, was ein 4×4 zu schätzen weiss. Der letzte Abschnitt besteht aus einem eher nachlässig gepflasterten Untergrund, bei dem die Steine beim Überfahren ordentlich aneinanderklackern. An anderen Stellen fehlen etliche Steine und es gilt ordentliche Löcher zu befahren. Der Strand entpuppt sich als Peace-Place, mit Camper-Fahrzeugen aus ganz Europa, die den Eindruck erwecken, als ob sie bereits etliche Monde hier verweilt haben. Wir werden von einer im Stuhlkreis sitzenden Gruppe begrüsst, die uns den Weg weist. Ein Plätzchen ganz vorne zum Strandaufgang ist gefunden und wir schauen uns diesen Aussteigerstrand an. Auf einem Hang, der aus der Bucht herausführt, sind grosse Peacezeichen aus Steinen gelegt worden, einige Wellenreiter warten auf die perfekte Welle und selbst ein Zelt ist an einem etwas entfernten Hang auszumachen. Als wir uns zu einem weiteren Strand aufmachen, fallen uns erneut Familien mit Kindern auf, die wir schon als schulpflichtig einstufen würden. Es geht komplett zurück nach Raposeira und an der Abzweigung vor der Hauptstrasse biegen wir rechts ab. Die Strasse, diesmal durchgängig befestigt, führt uns zunächst an den Praia Ingrina und dann an den Praia do Zavial. Hier wird erst einmal gekocht. Wir verwerten die Chu-Chu, die Batate Dolce, Möhren, Paprika, Zwiebeln und Putenbruststreifen zu einem köstlichen Eintopf, der gleich gekostet wird. Und eh wir uns versehen, ist es wieder halb sechs und wir treten die Rückfahrt an. Seit gestern läuft die Handball WM und heute Abend spielt Deutschland gegen Polen, zumindest eine wird sich darauf freuen.

16.01.2025

Geplant war nach Burgau zu fahren und von dort über den Fischerpfad nach Luz zu laufen. In Burgau konnte jedoch kein Parkplatz gefunden werden. Daher ging es weiter in Strandnähe auf einem Camino da Agricola bis zum Praia das Cabanhas Velhas. Eine kleiner Strandabschnitt mit einer Strandbude, die aber geschlossen war. Mit Komoot wurde eine Wanderung wieder zurück Richtung Burgau geplant, genauer zur Veranda de Burgau. Obwohl wir uns vorgenommen haben, die vorgeschlagene Route nicht zu verlassen, landeten wir direkt zu Beginn mitten in den Felsen, da Dirk unbedingt zu einem Fischer wollte, der auf einer entfernteren Stelle auf einem Felsvorsprung seine Angeln ausgeworfen hatte. Diese Felsvorsprünge waren zum Teil mit Betonflächen und Stahlverankerungen sowie Stahlträgern versehen. Keine Ahnung, was hier einmal gestanden hat. Den Weg zurück auf den eigentlichen Trail wurde nach einer Stunde herumkraxeln in den Felsen wieder aufgenommen. Nach Burgau ging es dann auf kleinen Pfaden, auf und ab, immer an der Küstenlinie entlang.
Burgau selbst hat uns total überrascht. Ein kleiner Ort, alles am Hang gebaut, verwinkelte Gässchen, versteckte Cafes und Läden incl. einem schmalen Strandabschnitt. Keine Parkmöglichkeiten für grössere Autos. Von hier aus sind wir dann zu Fuss über den Camino da Agricola zurück zum Ausgangspunkt gelaufen.
Auf dem Rückweg zum CP haben wir am Praia da Boca Rio und den Ruinas romanas da Boca do Rio und in Salema am Praia de Salema em Vila do Bispo halt gemacht.

17.01.2025

Heute Vormittag haben wir zuerst einen neuen Stellplatz auf dem CP eingenommen, um für das angekündigte schlechte Wetter etwas trockener zu stehen.
Anschliessend ging es mit dem Rad durch die nähere Umgebung und für den Nachmittag stand unser Treffen mit Dagmar und Martin an. Die beiden sind jetzt auch für einen mehrwöchigen Aufenthalt in Sagres angekommen. Das Wiedersehen wurde mit Sagres und Burger im Dromedario gefeiert.

18.01.2025

Aufgrund der angekündigten Schlechtwetterfront, hat Dirk bereits seine Tauchklamotten von der Basis abgeholt. Für die ganze kommende Woche ist Sturm und Regen angesagt. Anschliessend sind wir zum Strand von Martinhal gefahren und haben dort den Nachmittag verbracht.

19.01.2025

Am heutigen Sonntag wurde das schöne Wetter noch ausgenutzt und ein Ausflug nach Luz angesetzt. Der Ort liegt in der Nähe von Lagos. Grösser und weitläufiger wie Burgau. Nach einem Spaziergang am Strand, haben wir uns in einer kleinen Snackbar am Wasser gestärkt, anschliessend im Sparmarkt noch etwas eingekauft und dann wieder zurückgefahren.

Gestern hat uns Nina mitgeteilt, dass sich Schimmelflecken im Badezimmer und Flur befinden. Da wir die Wohnung konstant auf mindestens 16 Grad beheizen, wundert uns das schon sehr. Evtl. ist ein Heizungsrohr undicht.

20.01.2025

Ein Tag im Rudi mit arbeiten, lesen und chillen. Draussen Regen, Sturm und ein wenig Gewitter.

21.01.2025

Noch ein Tag im Rudi aufgrund des Wetters. Abends haben wir mit Dagmar und Martin das Restaurant Retiro do Pescador ausprobiert. Sehr lecker, typisch portugiesisch und ein köstlicher Vinho Verde.

22.01.2025

Also, wenn wir nicht langsam wieder auf Tour gehen, werden wir definitiv zu Langschläfern und Tagtrödlern. Ok, es hat immer mal wieder geregnet, so das wir erst gegen Mittag los gekommen sind, aber in puncto früher starten, ist noch Luft nach oben. Und treibt es zuerst an den Strand. Der Atlantik ist in Wallung und die Wellen müssen begutachtet werden. Erster Stopp ist nicht weit vom Fort Fortaleza entfernt. Den zweiten Stopp legen wir am Cabo do Vincente ein und anschliessend fahren wir zum Praia Cordoama. Hier geniessen wir die Atmosphäre am Strand, die Geräuschkulisse und die schon imposanten Wellen.

23.01.2025

Zwischen Lagos und Portimao liegt das beschauliche Fischerdorf Alvor, dem wir heute einen Besuch abgestattet haben. Alvor ist bekannt für seine langen Sandstrände und dem Naturreservat Ria de Alvor. Hier führt ein System von erhöhten Holzstegen durch die geschützte Dünenlandschaft im Mündungsbereich des Ria de Alvor. Die Gegend haben wir natürlich auch außerhalb der Holzstege erkundet, weil wir gerade im Mündungsdelta, in der Nähe des kleinen Hafens, etliche Muschelsammler gesehen haben. Die wollten wir uns natürlich näher anschauen. Bei niedrigem Wasserstand lagen etliche Sandbänke frei, aber unbewohnt waren sie auf keinen Fall. Der Untergrund war mit unzähligen Löchern verschiedener Größen durchzogen. Zunächst tippten wir auf Muscheln, die sich hier bei Ebbe zurückgezogen haben, aber tatsächlich halten sich hier überall diverse Krebse auf. Wenn sich das Auge erst einmal an den Untergrund gewöhnt und man sich ganz langsam bewegt, gerät der ganze Boden in Bewegung: die Krebse unterbrechen ihr Sonnenbad an der Oberfläche und flüchten in ihre unterirdische Behausung – das große Krabbeln nimmt seinen Lauf. Wir auch, denn ohne Gummistiefel ist die Fortbewegung ohne nasse Füße zu bekommen, nicht möglich. Zurück auf den Holzstegen geht es in den Hafen, vorbei an kleinen Fischerhütten und Fischerbooten. In einer Bar direkt am Wasser genießen wir einen Kaffee, bevor es zurück nach Sagres geht.

24.01.2025

Lost in Fuseta – die Romanreihe von Gil Ribeiros umfasst bisher sechs Bände. Im Mittelpunkt steht der Hamburger Kriminalkommissar Leander Lost, der aufgrund eines Austauschprogramms von Europol ein Jahr zur PoliciaJudiciaria an die Algarve versetzt wird. Sehr schnell wundern sich die neuen Kollegen über das ungewöhnliche Verhalten des Austauschkommissars, das seinem Asperger-Syndrom geschuldet ist. Lost in Fuseta wurde bereits als Zweiteiler von der ARD verfilmt.

Und genau hier führte uns der heutige Ausflug mit Dagmar und Martin hin. Ursprünglich wollten wir in Faro auf das Naturschutzgebiet Ria Formosa stoßen, doch leider haben wir hier mit Rudi nicht den erforderlichen Zugang gefunden. Daraufhin sind wir geradewegs nach Fuseta gefahren und haben gehofft, mit einem Taxiboot auf die vorgelagerten Sandbänke des Naturschutzgebietes gelangen zu können. Doch leider waren alle Ticketshop`s und die dazugehörigen Taxiboote geschlossen bzw. nicht im Einsatz, so dass wir uns kurzerhand für eine Wanderung durch das hiesige Küstengebiet entschlossen haben. Diese Wanderung brachte uns dann nach 13,44 km und 19.515 Schritten wieder an den Ausgangspunkt zurück. Das Reizvolle daran waren erneut die unzähligen Krebse auf den leergelaufenen Wasserflächen und ihr sofortiger Rückzug in ihre Unterweltbehausungen. Der Rückweg führte ein wenig durch das Landesinnere. Dabei wurden viele blühende Pflanzen entdeckt, u.a. Mandelbäume, die erste Blüten zeigten. In Fuseta haben wir uns anschließend einen kleinen Snack genehmigt, bevor wir durch diesen beschaulichen Ort über den Hafen zurück zum Parkplatz gelaufen sind.

27.01.2025

Das Wetter ist richtig turbulent, viel Wind, Regen und großartige Wellen. Während ich arbeite, machen sich Dagmar, Martin und Dirk auf Wellenerkundungstour. Dabei geht es an diverse Küstenabschnitte im Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina.

Haben übrigens Ameisen im Rudi. Diese finden den Weg über das Starlinkkabel ins Innere unserer Behausung.

28.01.2025

Letzter Tag in Sagres mit Aufräumen und Zusammenpacken. Abends ein gemeinsames Essen mit Dagmar und Martin beim Inder.

075. Sagres Januar 2025

02.01.2025

Es ist 2025 und wir sind mit Rock around the clock ganz unspektakulär ins Neue Jahr gerutscht. Feuerwerk zum Jahreswechsel konnten wir nur Richtung Sagres selbst ausmachen. Am Silvestertag haben wir natürlich mit unserem Geburtstagskind Nina und Hermännchen telefoniert. Niklas, Cora, Anna und Arne haben mit einem Buffet und Marshmallows grillen gefeiert.
Heute am 02.01.25 mussten wir uns seit langem den Wecker auf 07:00 h stellen. Dirk hat einen Tauchtermin um kurz nach neun🤣. Hat alles geklappt, wir waren pünktlich im Hafen an der Tauchschule. Nur der Guide kam zu spät. Im Laufe des Tages hat er denn auch den Wellengang während der Fahrt zum Tauchspot nicht vertragen und musste für Ersatz sorgen. Anschliessend hat er den ganzen Tag schlafend im Auto verbracht, da er sich ständig übergeben musste. Den 2. Tauchgang hat Dirk dann mit einer Gruppe einer befreundeten Tauchschule aus Lagos gemacht. Der Wellengang ist an ihm auch nicht spurlos vorbeigegangen, ein flaues Gefühl im Magen hat ihn begleitet.
Dirk hat die Unterwasserwelt sehr gut gefallen. Überall bewachsene Felsformationen, Moränen, super grosse Seespinnen, Drachenköpfe, kleine Zackis, Quallen, einen Oktupuss und kleine Nacktschnecken. Insgesamt viel Fischbestand.
In der Zwischenzeit habe ich im Rudi vor Ort gearbeitet. Für morgen ist ebenfalls ein Tauchtag angesagt.
Wieder am Platz irritiert uns eine Anzeige am Dometic Paneel: Fan Failure!
OK, was steckt dahinter? Die Alde 3020 HE läuft nicht im Gasbetrieb, weil der Lüfter nicht anspringt. Da die Temperaturen auch nachts zweistellig sind, ist uns das anfänglich nicht aufgefallen.

03.01.2025

Während Dirk tauchen ist, grabe ich die Handbücher aus den Unterschränken hervor und checke youtube, vlt. werde ich ja fündig in Sachen Lüfterproblem.

Nebenher nehme ich noch Kontakt mit dem Aldevertrieb per Email auf. Falls wir den Fehler nicht beheben können benötigen wir eine Fachwerkstatt, die nächste ist in Malaga. Safari spuckt auch eine Werkstatt in Pera aus. Für morgen nehmen wir uns die Fehlersuche vor.

04.01.2025

Heute geht es dem Lüfterproblem an den Kragen. Doch vorher muss praktisch das ganze Auto umgepackt werden, da sich die Heizung unter den Betten in den seitlichen Unterschränken befindet. In ultra kurzer Zeit ist im Rudi nichts mehr an seinem Platz. Als der Weg zur Heizung frei ist, Dirk die Stirnlampe aufgesetzt hat, gehts der Alde an den Deckel. Alle Kontakte werden abgezogen, die Glassicherung geprüft und schliesslich der Lüfter frei gelegt. Dieser lässt sich aber einwandfrei bewegen. OK, also alles wieder zusammengebaut und die Heizung angeschmissen. Und sie läuft im Gasbetrieb, keine Fehlermeldung mehr. It‘s magic, Dirk hat heilende Hände. Die braucht er auch, denn als wir alles wieder verbaut und verräumt haben, lässt sich der Wasserhahn in der Küche nicht mehr schalten🤣. D.h. Schubladen rausnehmen und einen weitere Verbindung über einen externen Schalter herstellen. Dazu mussten wir die Kabel unseres alten Hahnes abknispen und so die aktuellen Kabel verlängern, um den Schalter so anbringen zu können, dass die Schubladen frei beweglich sind. Zur Zeit funktioniert alles. Wir sind gespannt, was sich Rudi als Nächstes einfallen lässt. Abends wird draussen gekocht. Es gibt Spaghetti mit Muscheln und Crevetten mit ganz viel Knofi.

05.01.2025

Seit drei Monaten der erste Tag mit Regen, Wind und später auch Gewitter. Zudem fällt in ganz Sagres die Wasserversorgung aus. Unser Wassertank ist zur Hälfte gefüllt, der kleine Ersatzkanister ebenso. Also wird der Tag seit Abreise aus Hilden komplett im Rudi verbracht.

06.01.2025

Für heute steht eine Fahrt nach Pera an. Hier wollen wir uns eine Camperwerkstatt anschauen, die auch Aldeheizungen reparieren kann. Auf dem Weg dorthin wird der Gastank in Lagos gefüllt und kurz vor Pera dann Diesel getankt. Wenig später und laut Navi kurz vor dem Ziel, schickt uns Garmin auf unbefestigte Strassen und wir landen irgendwo und mittendrin im Nichts. Vereinzelt tauchen Häuser auf und kleinere Lagerhallen, aber die eingegebene Adresse endet vor einer verschlossenen grossen Einfahrt, hinter der ein Wohnhaus liegt. Wir folgen anschliessend dem Werkstatt-Standort ausschliesslich über die Karte, kommen an einem gleichnamigem Campingplatz vorbei und stehen schliesslich vor einem eingezäuntem Terrain, auf dem einige Womos stehen. Nach Werkstatt sieht das hier nicht aus und wir kehren um. Auf dem Rückweg legen wir noch einen Stopp in Portimao ein und gehen an der Uferpromenade spazieren, bevor wir ins kleine Zentrum abbiegen. Wir telefonieren mit Dagmar, die heute ihren Geburtstag feiert. Später wieder in Sagres noch mit Niklas. Hier stand eine Wohnungsbesichtigung an.

07.01.2025

Eigentlich wollten wir heute nicht trödeln, aber los kommen wir tatsächlich erst gegen kurz nach 12 Uhr🤣. Es geht an die Westküste, überwiegend über Schotterpisten. Auf dem Weg zum Torre de Aspa, mit 156 m dem höchsten Punkt der Costa Vicentina, verfransen wir uns etwas und gelangen auf einem Wanderweg zurück Richtung Cabo de Vincente. Der Ausblick von hier oben, einfach unbeschreiblich.

Nach einer Pause geht es weiter. Diesmal erneut Richtung Torre de Aspa.

Etwas weiter, oberhalb vom Eagle Beach auf einer Klippe, stossen wir auf ein verlassenes Haus. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den Praia do Casteljo und den weiteren Verlauf der Steilküste. Unser Aufenthalt hier wird begleitet durch unzählige Glöckchen, die auf eine Schaf- oder Ziegenherde schliessen lassen. Und bei der Abfahrt entdecken wir zuerst den Hütehund, dann den Schäfer und später die Ziegenherde, die sich an den Büschen mit Futter versorgt.

Von hier aus geht es wieder über Vila do Bispo zum Praia do Casteljo, den wir im Nachmittagslicht bei einem Strandspaziergang geniessen.

08.01.2025

Gegen Mittag brechen wir auf in Richtung Aljezur, einer Kleinstadt in der Nähe der Costa Dourada. Der Weg führt uns über Vale de Bispo, Carrapteira und Bordeira. Der Ribeira de Aljezur teilt das Städtchen in einen neuen und einen alten Stadtteil. Von hier aus begeben wir uns hinauf zum Castelo de Aljezur, einer islamischen Festung, deren Bau im 10. Jahrhundert von den Almohaden begonnen wurde; einer muslimisch marokkanische Berber-Dynastie, die zwischen 1147 und 1269 über weite Teile des Maghreb und von al-Andalus herrschte. Oben angekommen, beginnt es leicht zu regnen und wir treten den Rückweg zum Camper an, der am Ende des neuen Viertels von Aljezur geparkt ist.

Von der Festung haben wir eine kleinere Ortschaft ausgemacht und nach einem Blick auf die Karte befinden sich unterhalb dieses Örtchens div. Strände. Wir fassen den Praia de Monte Clerigo ins Auge und sind absolut begeistert, als wir dort ankommen. Kleine, bunte Häuschen kuscheln sich an den Rand dieses übersichtlichen Küstenabschnittes. Der Barranco do Monte Clerigo mündet mittendrin im Atlantik, wenn er Wasser führt und teilt so den Strand. Für uns öffnet sich allerdings ein breiter Strand nach Durchfahrt dieser Fluss-Senke. Links und rechts erheben sich die schroffen Felsen in die Höhe und an der linken Seite stehen die kleinen Häuschen kreuz und quer bis an den Felsrand. Die am morgen gekauften Sardinen finden nach einem Strandspaziergang den Weg in die Pfanne und mit Reis, Salat und selbstgemachter Aioli, wird am Strandparkplatz gegessen. Mittendrin beginnt es ausdauernd zu regnen und wir begeben uns auf die Rückfahrt zum CP.

09.01.2025

Es ist unglaublich, heute sind wir erst gehen ein Uhr aufbruchsbereit. Aufgrund des Wellengangs wurde das Tauchen abgesagt und wir sind einfach noch mal eingeschlafen. Danach im Flash-Modus gefrühstückt, Wäsche gewaschen und plötzlich ist schon wieder Mittag. Es geht zuerst erneut Richtung Vila do Bispo und kurz hinter dem Ort auf die CM1265 zum Miradouro da Cordoama.

Natürlich müssen wir auch an den dazugehörigen Praia da Cordoama, den wir über eine befestigte Strasse erreichen. Ein Abschnitt zum vorherigen Aussichtspunkt ging über Off-Road-Gelände. Auch dieser Strand ein Genuss für alle Sinne, selbst die Ohren bekommen bei diesem Wellengang was geboten.

Ein aufkommendes Hüngerchen wird mit Fischburgern und Salat begegnet.

Einen Strand schaffen wir noch und so begeben wir uns auf eine unbefestigte Strasse, Ziel Praia da Barriga.

Die Bewölkung nimmt zu, wir fahren Richtung Sagres und hier an das Fort Fontaleza und den Praia do Tonel. Was für eine Abendstimmung.

10.01.2025

Die ganze Nacht hindurch war der Atlantik zu hören. Es herrschte ordentlich Wellengang. Wir haben trotzdem erneut lange geschlafen.
Da die Wäsche nicht richtig trocknen konnte, geht es auf die Suche nach einem freien Tumbler.
Wir werden in Vale do Bispo fündig. Direkt gegenüber einem Womo-Stellplatz gibt es einen Mini-Waschsalon. Die Wartezeit überbrücken wir mit Reifenrecherche und Reisetagebuchschreiberei.
Anschliessend geht es nach Carrapateira und von hier aus an den Praia Amada. Eine kleine Strandbude macht Lust auf einen Snack und ein Radler. Danach geht es auf einen ausgiebigen Strandspaziergang, auf dem Dirk plötzlich zu nah an der Wasserkante an einem Felsen stehen bleibt und nasse Füsse bekommt. Es geht ein Stückchen weiter zum Miradouro Ponto do Castelo. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den Praia Amado sowie einem kleinen Bootshafen in der benachbarten Bucht.

11.01.2025

Für heute ist eine Tour nach Silves geplant. Silves ist eine Stadt in der Algarve in Portugal mit 10.661 Einwohnern (Stand 19. April 2021). Silves wurde am Rio Arade errichtet, den noch heute eine mittelalterliche Brücke überquert. Zeitweilig war Silves Residenz eines Emirats bzw. Sitz eines Bischofs. Die Stadt liegt etwas im Landesinneren zwischen den Küstenstädten Portimão und Albufeira. Auf dem Weg dorthin wundern wir uns erneut, weshalb unsere Mautbox beim Durchfahren der elektronischen Mautstellen auf der Autobahn nicht reagiert. Allerdings sind die Preise auf den entsprechenden Gebührentafeln seit Anfang 2025 nicht hinterlegt. Eine kurze Recherche im Netz belegt, dass die elektronischen Maut ab 2025 nicht mehr existiert. In Silves parken wir auf einer freien Fläche gegenüber der WoMo-Stellplatz und unterhalb einer umfänglichen Stadtmauer. Unser erstes Ziel, der Mercado. Samstags findet hier zusätzlich ein Bauernmarkt statt. Die Stände reihen sich um die Mercadohalle. Auf dem Weg dorthin laufen wir auf der Rua de Castello durch ein Wohnviertel mit neueren Mehrfamilienhäusern sowie den klassischen portugiesischen Häusern, die sich aufgereiht wie an einer langen Kette, bunt aneinander schmiegen. Hier fallen uns auch die unzähligen Storchennester auf, die auf einer Siloanlage und den Giebeln alter Häuser platziert sind. Das dazugehörige Schnäbelgeklapper verfolgt uns bis in die Altstadt, mit kleinen Gassen und wirklich schönen, urigen portugiesischen Restaurants und Geschäften. Auf dem Markt herrscht reger Betrieb und wir erstehen hier unter anderem Batatas Doce und Chu-Chu, einer kürbisähnlichen, kleinen grünen Gemüsesorte, die sich u.a. für Eintöpfe eignet. Nach einem Rundgang durch die Altstadt legen wir eine Pause in einer Snackbar ein. Ausser uns sind keine Touristen hier. Wir bestellen Kaffee und Sandwiches und geniessen den samstäglichen Trubel.

Anschliessend statten wir dem Castello einen Besuch ab, geniessen die Aussicht, die Sonne, ein Eis und eine homemade Limonade. Zwischendurch drehen unzählige Störche an Himmel ihre Runden.

Wieder in Sagres legen wir einen kurzen Halt in der Nähe des Fort Fortaleza ein und werfen einen Blick auf den Atlantik, der gerade viel Fahrt aufgenommen hat und Dunstschleier bzw. Gischtschwaden die Küste hochtreibt.

12.01.2025

Am Mittag brechen wir auf zu einem Spaziergang an die Küste. Es geht weniger über Stock, dafür mehr über Stein. Der Weg führt schnurstracks vom Campingplatz, fast geradeaus, an die Klippenkante. Dieser folgen wir bis wir oberhalb den Praia do Tonel erreichen. Dann versperrt eine Umzäunung den Durchgang. Es geht ein kleines Stück an der Hauptstrasse entlang, vorbei am Sagres Surfhouse (hier war 2021 noch die Pottery by Mo), an der Rua do Tonel biegen wir ab ins Wohngebiet.

Dieser folgen wir bis zum Schluss und landen auf der Avenida Infante de Henrique, der Hauptstrasse, die von Vila do Bispo in Sagres mündet. Wenig später geht es links ab auf die Rua Luis de Camoes. Hier passieren wir das Restaurante Retiro do Pesquador. Es ist fast halb vier und das Lokal ist noch gut besucht. Hier müssen wir vor Abreise unbedingt einmal hin. Am Ende der Strasse folgen wir einem breiteren Trampelpfad und landen nach kurzer Zeit wieder am CP. Die 10000 Schritte hätten wir für heute geschafft.

13.01.2025

Der eine taucht, die andere chillt am Strand. Das ist im Prinzip am heutigen Montag passiert. Das Wetter hat sich wieder beruhigt und die Sonne war den ganzen Tag mit von der Partie, so wurde der Tag am Strand von Martinhal verbracht.

14.01.2025

Die Wellen haben heute einen weiteren Tauchtag für Dirk nicht zugelassen. So ging es morgens direkt wieder an den Strand bei Martinhal, zu einem ausgiebigem Frühstück. Etwas später sind wir zu einem Spaziergang an den Klippen aufgebrochen. Es ging über den Strand, das Meer rechtsschultrig und immer am Klippenrand entlang. Eine Bucht wurde durchquert und dem Wander-Trippelpfad gefolgt. Dieser führte uns zum Praia do Rebolhinos hinunter. Einem Abschnitt mit grossen Kieselsteinen. Wenn die Wellen auf diese Unmengen an Kieselsteinen treffen, knistert der ganze Strand. Ins Landesinnere hinweg verjüngt sich die Landschaft schneisenartig. Die Hänge sind mit Buschwerk bewachsen und der Grund mit Wasserflächen, die von kleinen Algen bedeckt und mit Schilf durchzogen sind. Der Weg führt auf der anderen Seite des Strandes nach oben, ca. 3 km an der Klippenkante entlang zum Punta dos Caminhos. Von hier orientieren wir uns mithilfe der gaia.gps app in einem Bogen zurück nach Martinhal. So der Plan. Wir bewegen uns zunächst auf einem markierten Wander-Trail, dann auf unbefestigten Strassen und folgen anschliessend einer dünnen, braunen Linie, da die unbefestigte Strasse endet. Eigentlich können wir von Beginn an keine gehbare Strecke in der Landschaft erkennen, aber das wird schon. In einem Augenblick der Gedankenlosigkeit erwähne ich bei der nächsten Tour die hohen Wanderschuhe zuhause zu lassen und schon stehen wir im teils dornigen Buschwerk. Dirk erwähnt etwas von portugiesischen Klippennattern, mir fallen Schürfspuren im lehmigen Untergrund von Paarhufern auf. Gibt es hier Wildschweine? Egal, wir folgen weiter der braunen Linie auf der Karte. Ich bin froh, dass wir ohne Räder sind, zupfe andauernd an meinen Knöcheln rum, da sich hier die Stacheln der vertrockneten Zwergdisteln festzwicken und werde bei weiteren Wanderausflügen die hohen Wanderschuhe anziehen. Und was duftet es hier überall nach wildem Salbei. Diesem olfaktorischem Genuss können wir uns nicht lange hingeben, es gilt ein tektonisches Problem zu lösen: wir stehen diesmal oberhalb der Landschaftsschneise des Praia do Rebilhinos. Das Ziel ist nah, aber wir müssen auf die andere Seite und von hier direkt hinunter ins stehende Gewässer ist keine Option. So stehen wir wie zwei unterschiedlich grosse Erdmännchen im wilden Buschwerk und sondieren die landschaftlichen Besonderheiten. Wir müssen erneut zurück, eine weitere kleine Schlucht umrunden, um so zurück an den Klippenrand zu gelangen, um von dort aus an unseren Ausgangspunkt zu gelangen. Nach einem beherzten Marsch durch die geschlossene Klippenvegetation gelangen wir auf den bekannten Trail zurück zum Ausgangspunkt. Fortan verspüren wir Muskelkater an Stellen die sonst eher unauffällig sind. Im weiteren Verlauf des Tages können wir eigentlich nur noch stieren und essen – wir sind echt kaputt.
Apropos Wildschweine: z.Zt. gibt es eine Überpopulation von Wildschweinen, die auf 300.000 Tiere geschätzt wird und zu Problemen in der Landwirtschaft sowie in städtischen Regionen führt.

074. Sagres (P) Dezember 2024

20.12.2024

Wir haben es wirklich noch geschafft und sind bis Sagres zum Campingplatz von Orbitur gefahren. Natürlich erst bei Dunkelheit eingetroffen🤣 und für die Anfahrt einer bereits bekannten Strasse gefolgt und nicht der von Maps bevorzugten Route.
Hier ticken die Uhren anders, sprich eine Stunde zurück. Egal, die Rezeption ist noch besetzt und wir können einchecken. Die Platzsuche wird uns überlassen. Also Platzplan in die Hand und Stirnlampe an den Kopf. Meine funktioniert nicht und ich packe mir den Handstrahler. Vorbereitet tuckern wir auf holprigen Wegen über den Platz. Es ist gar nicht so einfach einen geeigneten Platz zu finden und es wird noch eine Ehrenrunde gedreht, bis wir fündig werden. Mit dem Handstrahler nehme ich draussen Untergrund und Ausmasse in den Schein der Akkulampe, gebe mit ausholenden Handbewegungen Auskunft ins Rudicockpit. Hier wird Dirk nur geblendet und durch nagenden Hunger zusätzlich gepeinigt, sind seine Hinweise mit einem angespannten Unterton untermalt. Er erwähnt etwas von rückwärts einparken, um den Hänger an den Rand stellen zu können und ich denke, einfach nur an Abkuppeln und schieben. Der Dickkopf am Steuer gewinnt und parkt rückwärts ein. So wie wir jetzt stehen, hat der Hänger ausreichend Platz, nur Rudi muss woanders hin. Jetzt stehen wir beide mit den Lampen, wie fleischgewordene Glühwürmchen, draussen in der Dunkelheit und fachsimpeln über anstehende Aktionen. Wobei jeder von uns seine ganz eigene Version verteidigt. Während Richtungsanweisungen ins Leere laufen, weil keiner genau weiss, welches Links nun gemeint ist, fällt unser Blick auf die Kupplung der Deichsel. Wieso ist die Diebstahlsicherung noch dran?
Klarer Fall von schlampiger Abreisevorbereitung. Die Sicherung wird entfernt sowie der Anhängerstecker. Dabei bleibt der Stecker hängen und ich habe nur noch das Kabelbund in der Hand. Eskalation! Schnell alles zusammengepackt und auf den Boden des Vordersitzes geschmissen. Dabei muss wohl meine Brille mit hinunter gefallen sein, denn Dirk hebt sie später auf und entdeckt zwei langgezogene Kratzer auf dem linken Glas.
Jetzt können nur noch einwandfrei funktionierende Hähne Schlimmeres verhindern🤣.
Irgendwie hilft jetzt nur noch🧘🏼und das Schieben des Hängers an den Stellplatzrand. Und das kriegen wir dann auch noch hin. Rudi hat nun auch Platz und wir stehen sogar in der Waage, was ein Ausrichten mittels Auffahrkeilen verhindert. Schnell noch das Stromkabel verlegt und dann nix wie in das Auto und Ende für heute.

21.12.2024

Obwohl wir gestern unter leicht erschwerten Bedingungen den fast 4,4 Tonner samt Hängerchen in den Stellplatz bugsiert und geschoben haben, sieht bei anbrechendem Tageslicht doch alles ganz gut aus. Irgendwann am Vormittag werden die Räder startklar gemacht – eine Runde in den Ort steht an. Vom Campingplatz aus geht es auf die Estrada de Sao Vincente, die jetzt auch einen Fuß- und Radweg vorweist. Zunächst wird der Praiha Mareta angesteuert, an dem sich bei 18 Grad einige am Strand und im Wasser aufhalten. Oberhalb des Strandes gibt es auch einen Parkplatz für WoMos, zumindest tagsüber. Ebenso am Fort Fontaleza, welches wir zuvor kurz angesteuert haben und in den nächsten Tagen genauer in Augenschein nehmen wollen. Vom Praiha Mareta geht es weiter zum Baleeira Port. Hier befindet sich eine Tauchschule und vlt. bekommt Dirk hier sein Köpfchen unter die Wasseroberfläche des Atlantiks. Anschliessend geht es auf der Rua CMDT Matoso wieder zurück durch den Ort, kurz noch in den Spar-Laden und weiter zum Stellplatz. Es ist Einiges los, auch Cafes und Restaurants haben geöffnet, das macht eindeutig Laune für den weiteren Aufenthalt. Der Rest des Tages wurde mit Radio hören, stricken, lesen, essen und Video schneiden verbracht. Leider ist die externe Festplatte, auf der die ganzen Videodateien hinterlegt sind, durch einen Sturz aus der Aufbewahrungstasche während der Fahrt, total im Eimer. Zum Glück hat Dirk aus dem bisherigen Material bereits Videos zusammengestellt. Die Aufnahmen aus Gorafe und Ronda befinden sich alle noch auf den Speicherkarten der Go Pro sowie der Drohne. Abends haben wir noch einen schönen Videocall mit Nina. Sie hat jetzt auch Urlaub und bereitet sich auf die Fahrt mit Dagmar und Martin nach Stralsund vor.

22.12.2024

Am Vormittag wird nach dem Frühstück geräumt, sortiert, Wäsche gewaschen und später in der Sonne Stollen zum 4. Advent gegessen. Dann verspüren wir Lust auf eine weitere Radtour und wenig später sitzen wir auf denselben und es geht Richtung Cabo de Sao Vincente. Das Cabo de São Vicente bei Sagres in Portugal bildet gemeinsam mit der benachbarten Ponta de Sagres die Südwestspitze des europäischen Festlands. Hier endet die Algarve in einer felsigen, bis zu 70 Meter hohen Steilküste. Hier haben wir ein Ziel:

Wir finden:

Mrs. Davi hat Bratwurst und die genehmigen wir uns auch. Nach dem Stollen genau die passende Ergänzung. Der Leuchtturm hat leider geschlossen und so zuckeln wir langsam die Strasse zurück, bis zur Festung Beliche. Hier kommen wir auf die Idee einer unbefestigten Strasse Richtung Praia do Teilhero Beach zu folgen. Auch hier tummeln sich noch einige Wellenreiter, obwohl sie vom steinigen Parkplatz eine ganz schöne Strecke mit ihren Boards bis zum Strand zurücklegen müssen. Da wir nicht die gleiche Strecke wie zuvor zum Campingplatz zurücklegen möchten, verlassen wir kurz nach der Kreuzung Valo Santo die Euro Velo Route 1 und biegen rechts ab in einen Feldweg. Da ich aus der Karte von Komoot eindeutig lese, dass dieser Feldweg einen weiteren Feldweg kreuzt, der uns wiederum ungefähr in Höhe des Campingplatzes auskommen lässt. Soweit die Theorie. Es sieht auch anfänglich alles gut aus. OK, der Feldweg lässt sich nach ca. 500 m nur noch schiebend und im weiteren Verlauf nur mit Schiebehilfe bewältigen, aber geschenkt, wir haben Sonntag, die Sonne scheint, wir haben uns mit Bratwurst gestärkt und die Gegend gefällt uns. Leider endet dieser landwirtschaftliche Weg nach gut 2 km und vor uns liegt ein ausgetrocknetes Flussbett, um uns herum niedriges, dorniges Buschwerk und unzählige Steine, in unterschiedlichen Grössen. Zurück ist für uns keine Option, wir schlagen uns in die Büsche, schliesslich können wir vor uns die Strasse und noch weiter vorne Sagres ausmachen. Gelingt uns das Vorwärtskommen zunächst einigermassen, werden wir relativ schnell von Mücken umschwirrt und die Vegetation scheint sich immer weiter zu schliessen, verbirgt die Sicht auf den Untergrund. Das Schieben der Räder geht eindeutig in ein Reissen, Heben und Wuchten über. Vergleiche zu einer ähnlichen Radtour in Gruissan 2023 werden gezogen. Hier wollten wir auch eine Abkürzung nehmen und endeten in einer kräftezehrenden Schlammschlacht. Die Vegetation wird so undurchdringlich, dass wir Umkehren müssen. Dirk ist fortan der Späher und sieht in dem ausgetrocknetem Flussbett die einzige Option, bevor wir Umdrehen in Erwägung ziehen. Im weiteren Verlauf werde ich von der Navigation ausgeschlossen. Zu allem Übel, stosse ich dann mit den ausladenden Fahrradtaschen sein Rad um. Die Folge: verzogenes Schutzblech am Vorderrad, was das Vorankommen ein wenig weiter beeinträchtigt. Dem Flussbett folgend gelangen wir irgendwann auf eine Abzweigung. Da die Sonne dabei ist, ihr Tagewerk zu beenden, bin ich echt erleichtert und schlage vor, nach links weiterzuschieben, weil dort die Strasse ist. Rechts auf keinen Fall. Gut das wir rechts abgebogen sind, denn hier stossen wir auf eine geteerte Strasse, die uns zurück nach Sagres führt. Im Intermarche legen wir einen Einkaufsstopp ein und erreichen mit den letzten Sonnenstrahlen den Campingplatz. Hier schaffen wir es tatsächlich noch draussen mit Stirnlampe Reibekuchen zum Abendbrot zuzubereiten.

23.12.2024

Ja, was haben wir denn schon angestellt? Der Tag ist jung, es wird ausgiebig gefrühstückt. Danach will jeder von uns etwas machen und wir stehen uns gepflegt gegenseitig im Weg. Die Entknotung gelingt: eine geht duschen und spülen, der andere duscht nicht, sondern fängt an Rouladen für morgen vorzubereiten. Durch einen temporären Zwiebelnotstand werden diese Vorbereitungen unterbrochen, der Hahn in der Dusche gewinnt an Aufmerksamkeit. Dirk hat die Idee, ihn zunächst einer elektrischen Durchgangsprüfung zu unterziehen, um ihn ggf. vom Netz zu nehmen und den ausgetauschten Küchenwasserhahn dazwischen zu schalten. Es gibt sozusagen die, welche ihr WoMo von Grund auf selbst zusammenbauen und von daher wissen, was wie funktioniert und die, die ein fertiges WoMo kaufen, um es anschliessend zu zerlegen, um dann zu wissen, wie was funktioniert. Egal wie, es hat funktioniert. Wenn man jetzt also das 2. Küchenhähnchen betätigt, wird der Hahn im Bad funktionsbereit und spendet Wasser. Die Durchgangsprüfung hat nämlich ergeben, dass der Schalter des Badhähnchens defekt ist. In der Zwischenzeit wurde mittels Einkauf der Zwiebelnotstand behoben. Die Vorbereitungen für das Weihnachtsessen gehen weiter. Läuft!

24.12.2024

Ja, was haben wir denn bis jetzt angestellt: ausgiebig gefrühstückt, Weihnachtsgrüsse verschickt, ein wenig aufgeräumt, nasse Socken bekommen und eine Optimierung des Küchenwasserhahns verfolgt.

25.12.2024

Wir sind auf dem besten Weg den Trödelmodus auszubauen und zu etablieren. Der 1. Weihnachtstag wurde entsprechend gaaanz langsam begonnen. Dirk hatte dann die Idee im Omnia einen Apfelkuchen zu backen und dies auch praktisch umgesetzt. Nach dem Duschen und Spülen war es dann bereits nach 13 Uhr. Anschliessend habe ich gearbeitet und Dirk mit dem Rad die Gegend erkundet. Klar, dass danach ein Mittagsnickerchen folgte.

26.12.2024

Archäologische Ausgrabungen zeigen, dass der Hügel, auf dem die Burg von Aljezur erbaut wurde, mindestens seit der Bronze- und Eisenzeit bewohnt ist. Später besetzten auch die Römer und Westgoten den Hügel. Was wir heute in Aljezur sehen, sind die Überreste einer defensiven islamischen Festung, deren Bau im 10. Jahrhundert von den Almohaden begann.

Am 2. Weihnachtsfeiertag ging es nach dem Frühstück für eine kleine Runde auf die Räder. Dabei haben wir zu Beginn direkt den Schotterweg gewählt, der gegenüber dem Campingplatz in den Ort verläuft. Man kommt direkt hinter der Tankstelle gegenüber des Intermarche aus. Unser Ziel war zunächst der Mercado Municipal, der aber leider heute noch geschlossen hat. Anschliessend sind wir an den Strand der Ferienanlage von Martinhal geradelt und über den Strand zum Hafen gefahren. Leider war die Tauchschule auch zu und Dirk beschloss, Kontakt über WhatsApp aufzunehmen. Irgendwann muss er ja mal den Kopf unter Wasser bekommen. Wieder oben an der Strasse angekommen sind wir mit den Rädern weiter der Küstenlinie gefolgt, bis wir auf eine weitere Hotelanlage gestossen sind, von der aus wir und in den Ort zum Tapas essen ins Dromedario haben quasi rollen lassen.
Zurück im Rudi schlug die Müdigkeit wieder zu und wir haben wirklich bis in den frühen Abend hinein genickert. Nach Kaffee und Kuchen wurde mit Heike und Thomas ausgiebig telefoniert. Es war sehr schön beide zu sehen und mit ihnen zu quatschen. Den Abend haben wir mit Reste kochen und Filme gucken verbracht.

Irgendwie fühlt sich alles wie Wochenende an, dabei haben wir Freitag und Weihnachten 2024 ist Geschichte. Da unsere Vorräte zur Neige gehen, steht ein Besuch im Mercado Municipal an, der heute wieder geöffnet hat. Wir erstehen 2 Doraden, Gemüse, Eier und Brot. Anschliessend geht es zurück zum Rudi. Hier wird fortan gearbeitet und zwischendurch alles mögliche gesnackt. Am Nachmittag begebe ich mich an eine Datensicherung und schlage mich mit einer Rentenauskunft herum, während Dirk das Video über den Besuch in Setenil de las Bodegas schneidet und die neue SSD Festplatte mit Daten füttert. Mit Einbruch der Dunkelheit begeben wir uns an die Fischbraterei.

27.12.2024

Diese Blüte bzw. eine riesige Hecke mit diesen Blüten haben wir auf dem Weg zum Mercado Municipal entdeckt.

Solandra Maxima (Nachtschattengewächs)

28.12.2024

Heute ist Strandtag und den haben wir in Martinhal verbracht. Einem Gebiet mit Hotel und Ferienhäusern. Zwischen den Dünen wurde schnell ein windgeschütztes Plätzchen gefunden.
Und mit Neopren haben wir uns auch ins Wasser getraut und die Wellen genossen.

29.12.2024

Es geht erneut zum Strand nach Martinhal. Der Platz zwischen den Dünen ist wirklich herrlich. Irgendwann hat Dirk Verpflegung aus dem Rudi geholt. Er kam mit Sandwiches, aber ohne Bart zurück. Nur ein Schnäuzer ist geblieben😬.

Am Nachmittag sind wir noch zum Fort Fortaleza zu einer kleinen Besichtigung gefahren. Eine grosse Befestigungsanlage aus den Zeiten Heinrich des Seefahrers. Uns lockte aber hier der Küstenabschnitt des Geländes, an dem etliche Fischer ihre Angeln mit Erfolg in den Wellen versenkt haben. Vor dem Fort befindet sich ein grosser WoMo-Parkplatz, an dem die Riesen zumindest bis 22 Uhr stehen dürfen. Rechts vom Fort befindet sich ein weiterer Strand, der bei Surfern sehr beliebt ist. Ausserdem scheint dies hier auch ein beliebter Sundownerspot zu sein. An den Mauern des Forts tummeln sich an dem Abend jede Menge Menschen, um den Sonnenuntergang zu geniessen. Dies werden wir uns für die nächsten Tage merken.

073. El Coronil Dezember 2024

19.12.2024

Wir verlassen Setenil de las Bodegas nach einem kleinen Rundgang und brechen auf in Richtung El Coronil. Dieser Ort liegt ca. 50 km unterhalb von Sevilla und ist uns in einem Youtube-Video von WoMo-Guide aufgefallen. Da der Weg durch die bergige Landschaft ziemlich anstrengend und teilweise durch Regen begleitet war, legen wir nach Ankunft auf dem kostenfreien kommunalen Stellplatz zunächst eine lange Pause ein. Abends gibt es Champignonpfannkuchen und ein Telefonat mit Hermännchen: die Kokosmakronen sind angekommen! Beim Abspülen stellen wir fest, dass der Küchenwasserhahn funktioniert, der Hahn im Bad nicht😂.

20.12.2024

Beim Frühstück wird zunächst Schwager Martin angerufen, der heute Geburtstag hat. Leider können wir nicht persönlich mit ihm reden, Dagmar und Martin sind busy und kaufen für ein gemeinsames Frühstück mit Nina, Cora, Niklas, Anna und Arne am morgigen Samstag ein.

Auf der Suche nach dem besonderen Kaffee aus El Coronil, schaffen wir es so gerade gegen halb 12 die kleine Stadt zu Fuss zu besichtigen. Damit sind wir dann auch schnell durch, das Örtchen ist sehr übersichtlich, d.h. an der Durchgangsstrasse Cafes, kleine Geschäfte und eine Bank und im Kreisverkehr des Centrums ein Weihnachtsbaum aus grossen, gehäkelten Granny-Squares. Dahinter eine Grundschule und zum Ortsausgang grössere Firmen, mit überwiegend landwirtschaftlichen Dienstleistungen. Alle Cafes die wir ansteuern, sind entweder nicht mehr vorhanden oder haben geschlossen. Wir wollen eigentlich weiter zu einer Festung, aber die liegt fast 4 km ausserhalb und so entschliessen wir uns dazu, die Räder zu holen. Die Burg der Aguzaderas ist eine Festung, die nach einigen Quellen von den Berbern erbaut wurde. Seine endgültige Gründung stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde im 15. und 16. Jahrhundert verändert. Der Eintritt ist frei, von der Festung ist im Prinzip die Festungsmauer erhalten. Es gibt einen grossen Innenhof, mit unebenem, felsigem Untergrund und einem grossen, schattenspendendem Baum sowie Bäume mit uns fremden Früchten. Oberhalb der Zinnen läuft ein nicht gesicherter Mauervorsprung um die Festungsmauer, die wir aber aus medizinischer Voraussicht nicht begehen werden. Wir fahren daher wieder zurück, versuchen in einem Supermarkt die ersehnten Kaffeebohnen zu erwerben und kehren unerledigter Dinge zurück an den Stellplatz. Hier sind wir mittlerweile ganz alleine und unser Bauchgefühl signalisiert zuerst Hunger. Nach den Tortellinis a la promodore, entschliessen wir uns spontan jetzt direkt nach Portugal weiter zu fahren. Reisefertig sind wir nach den hinter uns liegenden 10 Wochen schnell und so geht es am frühen Nachmittag auf nach Portugal.
Ach so, die begehrten Bohnen gibt es in einer Kaffeerösterei ausserhalb von El Coronil: Dunkin‘ Espana in Arahal😉.

072. Setenil de las Bodegas Dezember 2024

19.12.2024

Auf dem Weg nach El Coronil geht es zunächst nach Setenil de las Bodegas. Zur Hauptattraktion der Kleinstadt zählen die vom Rio Guadalporcun ausgewaschenen und unter einem Felsüberhang (Abri) erbauten Häuser, in denen sich heute zahlreiche Geschäfte befinden. Setenil liegt an der „Straße der weißen Dörfer“ , der Ruta de los Pueblos in Andalusien.

Auf der Weiterfahrt müssen wir in den Ort hinein und über die Calle de San Sebastian und Serpentinen wieder ganz hinauf, um auf die Ca-9120 zu gelangen. Währenddessen entdecken wir, dass dieser Ort noch viel mehr zu bieten hat, als die spektakulären Häuser unter den Felsüberhängen. Hier müssen wir also noch einmal hin.
Hinter Torre de Alhamquine legen wir eine Pause ein. Wir haben nicht richtig gefrühstückt und jetzt schlägt der Hunger zu. Spontan bleiben wir auf einer Parkbucht direkt am Abhang stehen. Unter uns befindet sich eine Ziegenfarm und die unterschiedlich braun-gefellten Paarhufer, heben sich erst beim zweiten Blick von dem fast gleichfarbigen Untergrund ab.
Es geht weiter und wir passieren Olvera, eine Gemeinde in der Provinz Cádiz in Andalusien, gelegen an der Ruta de los Pueblos Blancos. Auf der höchsten Erhebung mitten im Ort befinden sich eine Pfarrkirche, die auf den Resten einer maurischen Moschee errichtet wurde und eine Burgruine. Auch diesen Spot sollten wir uns merken.

Übrigens, heute ist Donnerstag und wir sind seit 10 Wochen unterwegs.

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