Von Gorafe bis nach Ronda haben wir ca. 280 km zurückgelegt. Dabei hatten es die letzten 60 km auf Bundesstrassen aufgrund des starken Windes wirklich in sich. Nach einer kurzen Pause brechen wir zu einem Erkundungsgang durch die Stadt auf. Wir folgen der Avenida de Malaga geradewegs ins Zentrum, passieren die Einkaufsstrasse, schauen uns kurz ein wenig um und landen an der Sehenswürdigkeit von Ronda überhaupt, der Puente Nuevo. Dieses Brückenbauwerk in der Stadt Ronda überspannt den Río Guadalevín, der in der etwa 120 Meter tiefen Schlucht El Tajo die Altstadt, La Ciudad, von dem jüngeren Stadtteil El Mercadillo trennt. Ein grandioses Bauwerk und ein ebenso grandioser Ausblick. Für die kommenden Tage nehmen wir bereits einen Weg hinab in die Schlucht in Augenschein. Jetzt aber zunächst durch die weihnachtlich geschmückte Innenstadt zurück zum Stellplatz, der sich weiter oben in der neuen Stadt befindet. Ausserdem müssen wir noch etwas einkaufen und Hunger haben wir auch. Zurück im Camper, stellen wir fest, dass sich das Dometicpaneel nur verzögert bedienen lässt. Wir tricksen also noch einige Zeit mit dem Hauptschalter herum, nehmen uns anschliessend vom Landstrom und wundern uns, warum jetzt alles wieder funktioniert: Elektriktrick eben.
17.12.2024
Heute lassen wir es langsam angehen und beschliessen, einen weiteren Tag in Ronda zu bleiben. Die Wetteraussichten für Mittwoch sind sehr verlockend: Sonne und 18 Grad, da heben wir uns die weitere Besichtigung für morgen auf.
Heute wird ein wenig geräumt, gewaschen, eine kaputte Sicherung ausfindig gemacht (die aber leider nicht für die Funktionalität der Wasserhähne zuständig ist), gelesen, geschrieben und Bildmaterial verarbeitet.
18.12.2024
Heute starten wir mit den Rädern durch zur Stadterkundung. Es geht über das angrenzende Stadion de Futbol am Lidl vorbei und über die Avenida de Juan Pablo ll, fahren wir am östlichen Rand von Ronda hinunter zur Puente Viejo, der alten Brücke. Sie ist nicht so hoch wie die Puente Nuevo, aber nicht minder beeindruckend. Der kleinen Strasse weiter folgend kommen wir zu den arabischen Bädern, die wir natürlich besichtigen. Ich bekomme sofort Lust auf ein ausgiebiges Spa. Leider lässt sich dies in dieser Ausgrabungsstätte nicht realisieren und so geht es weiter. Direkt hinter dem Bädermuseum gibt es wirklich ein Hamamm mit Restaurant und ich bin kurz davor, den Plan für den heutigen Tag umzuschmeissen, aber Weihnachten steht vor der Tür und Portugal ruft, also keine Entspannung im dampfenden Bad. Dafür atemberaubend steil durch den alten Stadtteil von Ronda nach oben. Hier oben ist gerade Snackzeit, die Restaurants und Tapas-Bars gut besucht. Wir entsagen tapfer, schliesslich wurden die Megabrötchen von Dirk belegt und eingepackt, so wir folgen unserem Ziel: den Weg am Rand der neuen Brücke vorbei ins Tal. Also hurtig am Mirador del Hoya del Tajo die Räder abgestellt und geradewegs nach unten, die Brücke linksschultrig. Erster Halt, der Desfiladero del Tajo. Ab hier geht es mit Haarnetz und Helm bis hinunter zum Wasserfall, für den der mag und dem die Frisur anschliessend egal ist. Wir sind seit Oktober Selbstschneider, so dass wir Drei-Wetter-Taft Probleme eigenständig meistern. Was für Eindrücke hier unten auf einen warten, einfach nur toll. Dirk möchte natürlich die Hinweise und Sperrungen weiter unten ignorieren, aber ich glaube, er hat nur keine Lust den ganzen Weg bergauf zurückzugehen. Aber wir schaffen es. Doch die Aussichtsplattform vom Desfiladero eröffnet unten weitere spektakuläre Haltepunkte und so folgen wir dem steinigen Pfad weiter abwärts. Da man vom Gucken nicht umfänglich satt wird, beschliessen wir für eine Pause zu den Rädern zurückzukehren, die belegten Brötchen zu vertilgen und anschliessend mit den Rädern durch das Tal des Tajo zu fahren. Ein Weg wurde bereits vom ersten Aussichtspunkt ausfindig gemacht. Die Pause oben im Park wird mit Gitarrenmusik begleitet. Ein Musiker spielt hier oben schon seit geraumer Zeit. Gestärkt geht es dann wieder auf die Räder und hinab auf holprigen Wegen durch das Tal. Unterhalb der neuen Brücke wird die Drohne gestartet, bevor es auf dem Camino weitergeht. Hier unten treffen wir nur Menschen an, die auf den Olivenhainen arbeiten oder in den versprenkelten Hofschaften leben. Ein Womo fällt uns auf, das ein fast gerades Plätzchen gefunden hat. In einem grossen Bogen und etlichen Höhenmetern weiter, gelangen wir auf die A-374 und nähern uns Ronda von Westen. Am Mirador des los Pinos entdecken wir einen WoMo-Stopp mit grandiosem Blick auf das Tal und die Brücke. Es geht weiter in die Stadt. Im Alamendo del Tajo legen wir eine kleine Pause ein, bevor es an der Stierkampfarena und der Fussgängerzone vorbei zurück zum Stellplatz geht. Hier bereiten wir alles für die morgige Abfahrt vor, schauen noch schnell nach, ob die georderten Kokosmakronen für Hermännchen unterwegs sind und vertilgen Kohlrouladen zum Abendbrot.
Früh los am dritten Advent, da Ver-und Entsorgung am Tag zuvor erledigt wurde. Sind beteits kurz nach 10 h in Gorafe und kommen aus dem Staunen erst einmal nicht heraus. Der kleine Ort verfügt über einen schönen Platz etwas oberhalb an der Calle de Milla 1. Der Platz ist kostenfrei. Bevor wir zu einer Wanderung aufbrechen, wird gefrühstückt und das Solarpaneel angebracht. Die Wüste von Gorafe in der Provinz Granada in Andalusien ist wie von einem anderen Planeten. Das durch vielfältige Formen und Farben geprägte Gebiet besitzt eine einzigartige Schönheit und während wir den ganzen Tag durch die Gegend streifen, erinnert uns die Landschaft an Kappadokien.
Nach dem späten Frühstück haben wir uns für eine kleine Wanderung den Hügel hinauf entschieden, um die in den Berg gebauten Behausungen sowie den Ausblick geniessen zu können. Es geht 2 km in Serpentinen steil bergauf und wir haben so was von keine Kondition. Der Weg ist für WoMos gesperrt, erinnert an meine Horrorfahrt auf La Palma und ich bin froh nicht mit dem Rad gefahren zu sein. Egal, der Ausblick entschädigt für alles. Oben angekommen, verläuft der Weg auf dem Plateau schnurgeradeaus. Wir lassen die Drohne in die Luft und können sie leider kurze Zeit später nicht mehr orten, weil die Sonne so stark blendet. Wir hatten wie sie schon abgeschrieben, aber irgendwie hat Dirk den Homepoint aktivieren können und dort ist sie dann gelandet. Mitten auf der Schotterstrasse, ca. 500 m weiter weg. Ist aber noch mal alles gut gegangen und wir sind auf die Aufnahmen gespannt. Wir folgen dem Weg weiter zu einem Aussichtspunkt, hocken uns quasi an den Rand des Abhangs und legen eine Pause ein. Von hier oben haben wir nicht nur einen fantastischen Ausblick über das Tal, sondern auch über den Ort selbst und können in jede Strasse und auf jedes Haus blicken. Der überwiegende Teil der Gebäude ist in die Felsen gebaut, nur ein kleiner Teil besteht aus einer Fensterfront und dem Eingang. Auf dem Fels befindet sich ein Zuckerhutartiger Schornstein und ggf. verglaste Lichtöffnungen nach oben. Gemächlich wandern wir zurück, nicht ohne die unzähligen Mandelbäume zu bestaunen, die sich schon auf die kommende Blüte vorbereiten. Für den Rudi ist es noch zu früh und wir gehen in den Ort, am Dorfplatz vorbei, entdecken einen Stellplatz der verschlossen ist, Ferienwohnungen ganz oben und auch im Felsen, noch weiter hoch auf einen Grat mit einer Madonnenstatue, wieder runter zu einer Kirche, folgen lauten Stimmen und landen in einer Bar, mit Namen: Meson de Illusion. Das frischgezapfte Bier ist keine Illusion unf auch nicht die Menschen, die an einem Sonntag Nachmittag hier gesellig zusammen kommen. Die Sonne verschwindet und wir ziehen uns auch in den Rudi zurück.
10.12.2024 – Kilometerstand 52.047 und somit sind wir seit Reiseantritt am 10.10.24 insgesamt 3.758 km gefahren. Wie angekündigt wurde der heutige Tag auch nur mit Fahrerei verbracht. Da wir gestern bereits ca. 600 km zurückgelegt haben, blieben heute noch etwas mehr als 500 km übrig. Mit Hänger dürfen wir nicht mehr als 90 km/h fahren und da es nach Madrid überwiegend eben voranging, war die Strecke eher unspektakulär. Bis auf die vier Gänsegeier, die nach ca. 10 km auf der GU-118 am Natural Park Barranco del Rio Grande, über der Strasse kreisten. Leider konnte kein Foto geschossen werden, da sie sich genau über uns befanden und dann abdrehten. Murcia haben wir kurz nach 16:00 Uhr erreicht. Am Stellplatz, Area Camper Murcia Rio. sind wir dann erst einmal vorbeigefahren, weil die Strasse zu eng, der Verkehr zu dicht und die Einfahrt zu klein. Nach einem erfolgreichen Wendemanöver über einen Parkplatz, wurden wir beim 2. Anfahrtsversuch von einer MA in Empfang genommen und eingewiesen. Die Plätze sind eben und auf einem Kiesbett, wer mag kann Strom dazu buchen. In der Stellplatzgebühr von 14€ sind Ver- und Entsorgung, WC, Duschen sowie Spülplätze enthalten. Der Platz kann in der Zeit von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr befahren werden, danach ist er durch ein Rolltor gesichert. Anschliessend habe ich noch ein wenig gearbeitet und Dirk hat gekocht: Tortellini al Forno im Omnia. Morgen steht eine Tour in die Stadt mit dem Rad auf dem Programm.
11.12.2024
Am Vormittag ging es mit dem Rad ins Zentrum von Murcia. Nicht weit vom Stellplatz führt ein Radweg am Rio Segura entlang geradewegs ins Zentrum. Murcia ist eine Universitätsstadt im Südosten von Spanien, mit knapp 460.000 Einwohnern und die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Die Entfernung zur Küste beträgt gut 45 km. Und was man hier erlebt ist glaube ich Spanien pur – eine quirlige Stadt, nur vereinzelt Touristen, enge Strassen und Gassen, viel Architektur, unzählige kleine Geschäfte, versteckte Restaurants, großzügig angelegte Fahrradwege (da könnte sich Düsseldorf so was von abschneiden!) und überall Orangenbäume. Zuerst geht es in den Mercado, direkt neben der theologischen Fakultät. Eine Markthalle, die über zwei Ebenen verläuft und über Wurst, Käse, Obst und Gemüse, auch ein grossen Sortiment an Fisch bereithält. Zwischendrin kleine Bars und eine Minibücherei. Anschliessend suchen wir einen Copyshop und eine Post. Da google maps an diesem Tag mit mir nicht kompatibel ist, laufen wir eine bestimmte Route bestimmt 4xmal ab😬. Egal irgendwann hat es nach Dirks beherztem Eingreifen geklappt und die Erledigungen konnten erfolgreich abgeschlossen werden. An diesem Vormittag sind überall kleine Bühnen aufgebaut, auf den Schulklassen lautstark Weihnachtslieder vortragen. So auch vor der Kathedrale auf der Plaza Cardinal Belluga. Hier suchen wir uns ein Plätzchen im gegenüberliegenden Restaurant, geniessen eine Pizza und lauschen. Gestärkt, aber fröstelnd, erkunden wir die Stadt mit den Rädern weiter. Stossen dabei auf einen Mercadillo de Navidad, einem Weihnachtsmarkt, der aber leider nur am WE geöffnet hat, queren den Fluss in Höhe des Jardines del Mallecon und machen einen Schlenker in den Stadtteil El Carmen. Leichter Nieselregen bewegt uns zur Rückkehr. Wir haben das Solarpaneel angebracht und dies sollte nicht nass werden. Der weitere Nachmittag verläuft arbeitend, planend und Stollen essend😋. Zwischendurch versuchen wir die ecoflow über die Aufbaubatterie, mittels Zigarettenanzünder-Adapter, zu laden. Dies hatten wir auf der Hinfahrt bereits über die normale Batterie versucht und festgestellt, dass dies nicht mehr funktioniert. Auch jetzt klappt es nicht, der Stecker ist defekt und muss ersetzt werden. Morgen ist wieder Reisetag. Es geht auf die Route 66 bzw. N 340a, nach Tabernas.
„Wir fahren, fahren, fahren auf der Autobahn Wir fahren, fahren, fahren auf der Autobahn. Vor uns liegt ein weites Tal Die Sonne scheint mit Glitzerstrahl“, dieser Songtext von Kraftwerk aus dem Jahr 1974, beschreibt den Tag umfassend. Wir sind vor neun Uhr los gekommen und nach einem Halt bei Lidl und einer Tanke, zunächst in Richtung Lleida und Saragossa gefahren. Immer via Autopista, die seit einiger Zeit, bis auf wenige Ausnahmen, mautfrei sind. Nach einem weiteren Tankstop in der Provinz Arragon, haben wir über park4night nach einem Stellplatz Ausschau gehalten, da wir keine Lust hatten in der Dunkelheit weiter zu fahren. Die Wahl fiel auf Sigüenza, ca. 160 km von Madrid entfernt. Eigentlich sollte die Route uns direkt an der Küste über Valencia führen, aber nach der verheerenden Flutkatastrophe im Oktober, wollten wir diese Region so weit wie möglich meiden. Eindeutig ein Umweg, aber das Autobahnnetz lässt eine kürzere Route nicht zu. Auf dem Weg zum Stellplatz fällt die Temperatur bis auf zwei Grad und entlang der Piste entdecken wir Einsatzfahrzeuge des Winterdienstes. Mit dem letzten Licht des Tages erreichen wir dann Sigüenza und sind richtig erstaunt, was uns hier erwartet. Eine imposante Befestigungsanlage, eine Kathedrale und eine kleine Stadt im weihnachtlichen Lichterglanz. Der Stellplatz liegt gegenüber der Stierkampfarena. Auf google maps habe ich das Gebäude für eine Kläranlage gehalten😬. Der Platz ist bis auf zwei weitere WoMos leer und gebührenfrei. Ver- und Entsorgung sowie Mülltonnen sind vorhanden. Ausser Abendessen ist nicht mehr viel gelaufen. Morgen geht es weiter Richtung Murcia, also ein weiterer Fahrtag, der uns bevorsteht.
Nach fast zwei Monaten verlassen wir Frankreich und starten nach dem Frühstück in Richtung Spanien. Unser Ziel: Cadaques, ein ehemaliges Fischerdorf an der Costa Brava in Katalonien.
Die Fahrt dorthin eher unspektakulär, wenn man die gefühlt 100 Kreisverkehre bis zum Ziel außer Acht lässt. Erstaunlicherweise werden wir auch nicht durch Umleitungen von der eigentlichen Route geholt.
Einzig der Col de Perafita, von Roses nach Cadaques, hat mich zwischenzeitlich auf die Rückbank gezwungen. Im Ort werden wir über Aussensträsschen nach oben an die Avenida Salvador Dali geleitet. Hier befindet sich der Campingplatz von wecamp, auf dem wir für eine ganze Woche bleiben werden.
Eine sehr schöne und übersichtliche Anlage. Der Untergrund mit hellem Kies, viele Bäume und modernen Gebäuden. Es gibt Stellplätze in unterschiedlichen Kategorien, was Größe und Aussicht betrifft, Glampingzelte und Wohncontainer, ein Restaurant (hat in der Nebensaison leider geschlossen), einen Kidsplace, Sportbereich und einen Pool.
Unser Stellplatz befindet sich im vorderen Bereich, mit einigen weiteren überwiegend deutschen Touristen.
Zunächst kümmern wir uns um unseren Hunger, gehen ausgiebig duschen und waschen.
So kommen wir erst am späten Nachmittag in den Ort.
Es ist bereits stockdüster und uns führt ein schmaler Fußweg schnurstracks nach unten ans Wasser. Kurz vor der Hafenbucht kommen wir an der Tauchschule vorbei. Hier versucht Dirk seit über einer Woche einen Kontakt herzustellen, um herauszukriegen, ob sie geöffnet ist.
Leider keine Reaktion. Als wir jetzt daran vorbei gehen, sind aber noch Kompressorgeräusche zu vernehmen, nur leider kein Mitarbeiter zu sehen.
Egal, wir schlendern gemütlich durch den Ort und sind wieder einmal begeistert, selbst im Dunkeln. Es geht durch kleine Straßen, Gassen, über Brücken, an einem Künstlerviertel mit Kneipe vorbei in die nächste Bucht. Es gibt Bar´s, Restaurants und Cafes, viele Lebensmittelgeschäfte, Boutiquen und natürlich einen Marktplatz. Diese Eindrücke machen Lust auf mehr und nach einem leckeren, kühlen Getränk in einer kleinen Bar im Hafen, ist schnell klar, was wir morgen machen werden.
03.12.2024
In der Nacht sind wir durch einen aufkommenden Wind und starken Böen geweckt worden. Allerdings waren diese nicht so heftig wie auf Giens.
Wir sind so richtig faul und unsere Ortsbesichtigungsidee von gestern, wird auf den morgigen Tag verschoben. Im weiteren Verlauf, sind wir dann doch nicht so richtig faul und organisieren das Leben im Rudi, schneiden Videos, arbeiten ein wenig, stellen Überlegungen zur nächsten Route an, kochen und schauen einige Abo´s auf youtube.
04.12.2024
Der Sturm von gestern ist Geschichte. Es ist sonnig und warm, ein Spaziergang durch den Ort steht an.
Es geht zunächst auf den Cami Port Lligat, hinunter zum ehemaligen Haus von Salvador Dali, heute ein Museum. Eine Besichtigung steht nicht an, wir wollen lieber noch durch Cadaques selbst schlendern. Zudem benötigen wir noch etwas für Weihnachten, müssen zur Post und in einen Mercado. Eigentlich klar, dass wir anschließend in der Tapasbar am Strand landen und uns Patata fritas, Calamaris Romana und Oliven schmecken lassen, oder?
05.12.2024
Es sind zwar etliche Radfahrer unterwegs, aber die ohne Akkuantrieb. Zierliche Gestalten, die sich die Pässe hoch und wieder runterquälen, ungeachtet der Autofahrer und enger Fahrbahn. Für uns kommt heute zunächst eine Tour in den Ort in Frage und im Anschluss eine laut komoot mittelschwere Tour zum Faro del Cap de Creus, an den östlichen Zipfel des iberischen Festlandes.
Also die Tour in den Ort war abwärts kein Thema, zurück jedoch leitete uns die App den üblichen Fußweg zurück. Dieser enthält eine Passage, die so steil ist, dass ich beim Not-Abstieg gedacht habe, das war´s. Irgendwie konnte ich mich dann doch noch samt sauschwerem Fahrrad auf den Füßen halten und mit Schiebehilfe den Rest des Weges zurücklegen, aber die Regeneration des Atmungsintervalls auf ein normales Level, hat dann noch einige Zeit in Anspruch genommen.
Egal, wieder bei Puste, ging es auf zum Cap de Creus. Eine Strecke ca. 11 km und die hat sich wirklich gelohnt. Klar, es ging auf und ab, einige Höhenmeter mussten bewältigt werden, aber die Landschaft, durchweg Naturschutzgebiet und die Aussicht vom Cap aus, super. Hier oben gibt es ein kleines Hotel mit angeschlossenem Restaurant und eine Bar direkt am Leuchtturm. Es sind weitere Besucher hier oben, mit dem Auto, dem Motorrad, zu Fuß oder via Rad. Für Wanderer eine wirklich lohnenswerte und abwechslungsreiche Gegend, da man auf einigen Routen fast direkt ans Meer gelangen kann.
Auf dem Weg zurück verlassen wir an einigen Stellen die Straße und folgen kleineren Pfaden sowie Wanderwegen ein Stück zur Küste. In der Nähe des Port Lligat entdecken wir neben weiterer Wohnbebauung 2 weitere, versteckte Strände, die zum Baden einladen. Eigentlich eine Idee für den morgigen Tag. Der ist nämlich in Spanien Nationalfeiertag zur Einführung der spanischen Verfassung und ein langes Wochenende für die Bevölkerung. Dies haben wir bereits auf dem Platz festgestellt – kaum freie Stellplätze und die Unterkünfte auch belegt und das im Dezember.
In Port I‘lligat machen wir noch einige Aufnahmen vom Dali-Haus.
06.12.2024
Den heutigen spanischen Feiertag verbringen wir zunächst im Rudi, wir sind im Trödelmodus. Erst später zieht es uns für einen Rundgang in den Ort.
Dieses Mal entscheiden wir uns für einen neuen Weg nach Downtown. Er führt uns über die kleine Avinguda Sant Baldiri hinunter an den Plage Ros, hier über einen Rundweg direkt an der Küste entlang zu der Playa de s´Arenella und von dort aus immer am Wasser entlang zurück ins Centre Vila.
Hier ist einiges los, es wird gegessen, getrunken, flaniert, Eis geschleckt und einfach nur die Sonne genossen. Alle Geschäfte haben trotz Feiertag geöffnet, auch hier herrscht reger Andrang.
Bevor es wieder zurück auf den Campingplatz geht, landen wir zum wiederholten Mal in der Tapasbar am Strand und genießen Sangria in Begleitung diverser Tapas.
07.12.2024
Heute steht ein Besuch von Roses auf dem Plan. Dazu geht es mit dem Linienbus von Cadaques in einer guten halben Stunde über den Pass zu diesem Küstenort an der Costa Brava. Wir entscheiden uns spontan an der Ciutadelle von Roses auszusteigen und diese zuerst zu besichtigen. Der Eintritt kostet für das ganze Gelände und die beiden Ausstellungsräume 4,- € pro Person. Es handelt sich hier um eine militärische Festungsanlage aus dem 16. Jahrhundert und um eine archäologische Fundstätte unterschiedlicher Zeitepochen. Dabei gehen die ältesten Funde bis auf das Jahr 776 vor Christus zurück. Hier haben die Rhodern eine griechische Siedlung gegründet.
Die Citadella wurde 1961 unter Denkmalschutz gestellt und wird seitdem fortwährend restauriert. Innerhalb dieses Komplexes befindet sich die Ruine des mittelalterlichen Klosters Santa Maria aus dem 11. Jahrhundert, welche heute als Bühnenkulisse für Musikveranstaltungen und Freilichtaufführungen genutzt wird.
Der ganze Komplex lässt sich fast durchgängig auf der ehemaligen Stadtmauer umrunden. Leider beginnt es im letzten Abschnitt an zu regnen und so brechen wir die Aussenerkundung ab, wechseln ins Innere des Museums. Während wir die Regenschauer abwarten, finden sich in diversen Vitrinen Ausgrabungsobjekte zu den einzelnen Epochen dieser Fundstätte.
Der Regen hat sich erst einmal verabschiedet und so queren wir die große Straße vor dem Museum und befinden uns direkt am Strand bzw. der Promenade. Dieser folgen wir bis zum Jachthafen und beschließen dann, durch die Altstadt weiter zu gehen. Vor uns liegen viele, enge und verwinkelte Gassen und es sind überwiegend Bar´s, Restaurants und Imbissbuden, an denen wir vorbeilaufen. Der größte Teil hat geschlossen und wahrscheinlich nur im Frühjahr und Sommer geöffnet. Mittlerweile hat sich der Himmel immer weiter zugezogen und bevor es so richtig mit dem Regen losgeht, finden wir ein Plätzchen in einem Restaurant an der Promenade. Mit dem Kaffee kommt der Regen und die Abfahrtszeit des Buses zurück nach Cadaque rückt näher. Also Kapuze auf und los Richtung Busbahnhof. Hier stellen nicht nur wir fest, dass unsere Verbindung nach Cadaques erst um 17:00 Uhr startet und nicht wie wie geplant um 16:00 Uhr. Es hilft nichts, wir harren aus und warten.
Schließlich erwischen wir denselben Busfahrer wie auf dem Hinweg, mit einem ausgeprägtem Musikgeschmack. Wurde auf der Hinfahrt Rockmusik bevorzugt gehört, ist es auf der Rückfahrt ein lokaler Rundfunksender der ihn begeistert und deren Musik er textsicher begleiten kann.
Kaum haben wir Roses hinter uns gelassen, fängt der Wind an.
Als wir in Cadaques ankommen, ist dieser bereits in einen sehr starken Wind mit außerordentlichen Starkböen umgeschlagen. So geht es die ganze Nacht weiter und wir werden ordentlich durchgerüttelt. Fast so wie bei einer Fährfahrt mit ordentlich Seegang. Die windy-App bringt es an den Tag: der kleine vorwitzige Landzipfel liegt genau am Rand eines Sturmtiefs.
08.12.2024
Auch heute keine Sonne, nur Wind. Egal, wir bereiten uns auf die morgige Abreise vor. D.h. ver- und entsorgen, noch schnell eine Maschine mit Wäsche angeschmissen, gekocht und Reisetagebuch ergänzt. Dirk hat zwischendurch die Reiseausgaben geprüft und ist dabei auf unregelmäßige Abbuchungen vom Kreditkartenkonto gestoßen. Dabei handelt es sich um kleinere Beträge, die wir nicht zuordnen konnten. Seit Beginn unserer Reise erfassen wir genau unsere Ausgaben, gleichen diese mit den Abbuchungen vom Konto ab und deshalb fielen o.g. Abbuchungen sofort auf. Ein Anruf beim Support hat wirklich ergeben, dass bereits zwei Buchungen gestoppt wurden, weil sich diese als auffällig entpuppt haben. Die beiden Buchungen von heute sind bereits vorgemerkt und können daher nicht mehr zurückgenommen werden. Wir haben die Karte sofort sperren lassen und werden jetzt noch vorsichtiger im Umgang sein. Wie genau es zu dem Hack der Karte gekommen ist, konnte uns die Mitarbeiterin auch nicht erklären.