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Category : Rudi on Tour Teil1

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065. Gruissan November/Dezember 2024

Der gestrige Freitag war ein Tag der Arbeit, drinnen am PC wie draussen am Rudi. Gegen Nachmittag wurde noch eine kurze Exkursion mit dem Rad in den Ort unternommen, den Sonnenuntergang im Hafen genossen und anschliessend eine Tiefkühlpizza besorgt. Diese wurde später im Omnia zubereitet.
Am Samstag Morgen ging es nach dem Frühstück weiter nach Gruissan. Hier haben wir die letzten zwei Jahre unsere Urlaube verbracht und es zog uns einfach hierhin.
Auf der Hinfahrt stand noch Tanken, Einkauf und ein Besuch im Baumarkt, sofern vorhanden, an.
Die erste Tankstelle an einem Intermarche nahm unsere Karten nicht an, die zweite Tankstelle an einem U-Marche auch nicht. Dafür befand sich gegenüber ein Bricolage, mit sehr guten Parkmöglichkeiten. Hier konnten Dichtungsringe für den Wasserhahn in der Küche, Silikon, Jonguestadapter (ebenfalls für den Hahn in der „Küche“) und eine Fussmatte. Die eigentliche Fussmatte wollte in Saintes-Maries-de-la-Mer bleiben.
Zurück im Van, wollten wir uns nur kurz die Hände waschen, dabei stellten wir fest, dass aus keinem der Hähne Wasser kam. Auch nicht nachdem der Hauptsicherungshebel zum Reset umgelegt wurde. Zudem wurde keine Fehlermeldung im Display angezeigt. Zum ersten Mal wurde im diesem Zusammenhang nicht über meinen gefüllten Wasserkanister geschimpft. Im weiteren Verlauf dieser Wassertestreihe, kamen wir zu dem Ergebnis, dass Wasser erst durch die Hähne in Küche und Bad fliesst, wenn die Dusche betätigt wird. Dabei war aber nicht klar, welcher Hahn zuerst geöffnet werden musste, bis man den Gewünschten benutzen konnte. Sollte es zu einem Totalausfall kommen, wären Campingplätze die Alternative und Wasser zum Kochen müsste aus dem Kanister bezogen werden.
Aber erst einmal weiter. Mittlerweile leuchtet die Tankanzeige auf und weit und breit nur noch Tanken an grossen Supermärkten mit Kartenzahlung. Deshalb wird gewendet und Kurs auf eine Dyseff Tankstelle genommen, bei der auch bar bezahlt werden kann. Und wir können sogar AddBlue sowie LPG Gas tanken.
Es geht weiter und wir kommen nachmittags in Gruissan an. Hier stehen wir am Port Sud auf einem Stellplatz der Kommune, mit Blick auf den Etang du Grazel. Da wir die Umgebung kennen, ist gleich alles vertraut und nach ein wenig Arbeiterei, brechen wir für einen Abendspaziergang ins Centre Ville auf.
Hier ist alles weihnachtlich geschmückt, einige Geschäfte, Restaurants und der kleine Supermarkt haben noch geöffnet.
Es geht an der kleinen Boulangerie vorbei zum Marktplatz, weiter zu den Fischständen und von hier aus am schmalen Kanal entlang zurück zum Stellplatz.
Dieser ist für diese Jahreszeit erstaunlich gut gefüllt.
Anschliessend wird noch ein Nudelsalat zubereitet und ein wenig auf youtube gezappt.
Morgen haben wir einen Tisch in den Salinen von Gruissan reserviert. Hier wird das Geschenk von meinen Spielgruppenfreundinnen eingelöst.

01.12.2024

Heute ist der 1. Dezember und der 1. Advent.
Nach einem ausgiebigem Frühstück, dem sonntäglichen Telefonat mit Hermännchen, geht es aufs Rad. Wir fahren zuerst die schöne Strecke immer am Wasser entlang bis zum Plage Mateille. Eigentlich möchten wir von hier weiter am Strand entlang zum Campingplatz LVL, aber das Wasser steht fast bis vorne an die Bepflanzungslinie und so kehren wir um, an der Strasse entlang zur Ortsmitte.
Wir haben für 14:00 Uhr einen Tisch in den Salinen der Combuse du Saunier reserviert und bis dahin noch etwas Zeit. Also geht es schnurstracks in die Weinerei von Gruissan. So der Plan, aber vorher werden wir am Palais de Congress von Menschen abgelenkt, die dort hineinströmen. Hier ist ein weihnachtlicher Schokoladenmarkt und den lassen wir uns nicht entgehen. Es gibt regionale Produkte in flüssiger und fester Form und nicht nur aus Schokolade.
Jetzt aber zur Weinerei. Schade, die hat sonntags zu und so gehts zu den Salinen. Hier erstmal in den Shop und anschliessend ins Restaurant. Mittlerweile ist die Sonne herausgekommen und die Salzberge auf den Salinenfelder könnten fast für Schnee gehalten werden.
Wir entscheiden uns für einen Platz im Freien und bestellen uns zunächst Rilette de Dorade, Frites Fraiche, Baguette mit Aioli und im Anschluss Huitres Special und Huitres St. Martine, Crevetten und eine Karaffe Vin Blanc. Das ganze wird getoppt mit Tiramisel und Espresso. Einmalig und vielen Dank an Claudia, Micky und Nicole, meine Spielgruppengang.
Für heute steht aber noch ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Programm. Dieser soll im hiesigen Sommerfreizeitpark bis Ende Dezember stattfinden.
Was uns erwartet ist Kirmes mit Eislaufbahn und einigen Weihnachtsbuden. „Last Christmas“ läuft an der Geisterbahn, der Weihnachtsmann sitzt mit einem Weihnachtsengel lässig in einer kleinen Holzbude und winkt uns beim Vorbeigehen jovial zu, über uns rumpelt eine Jurasic-Park-Achterbahn bei „ Christmas is all around“ vorbei, gegenüber entdecken wir Hasen und Hühner und der rote Glühwein lässt ganz viel Rückstände von was-weiß-ich-denn im Thermobecher. Die Eislaufbahn nebst Schlittschuh fahrender Eisprinzessin wird gut angenommen. Wir haben genug gesehen und begeben uns auf die Rückfahrt.
Morgen geht es nach Spanien. Cadaques ist dort unser erstes Ziel und wir bleiben dort für eine Woche auf einem Campingplatz der Wecamp-Gruppe.

Btw: einfach mal so den Küchenwasserhahn betätigt. Hat funktioniert. Eine Stunde später, nicht mehr, dafür der Hahn im Bad. Eindeutig Mobbing!

064. Meze November 2024

27.11.2024

Und schon ist es Mittwoch, morgen sind wir bereits seit 7 Wochen unterwegs.
Während des Frühstücks wird wie gestern die Stellplatzgebühr persönlich kassiert. Da der Aufenthalt mit 48 h Stunden begrenzt ist, beschliessen wir ans andere Ende der Camargue zu fahren, nach La-Grand-du-Roi. Leider sind hier alle Plätze belegt. Daher geht es weiter nach Okzitanien und nach Meze, zwischen Montpellier und Sete gelegen.
Eine Fahrt mit unzähligen Kreisverkehren. Nach ca. 100 km ist das Ziel erreicht. Wir stehen auf einem Platz der Camping Park Card Gruppe, mit insgesamt 46 Stellplätzen. Hier sind Fahrzeuge über 9 m und Anhänger erlaubt. Ent-und Versorgung, Strom und Kurtaxe kosten hier 14,82 € für 24 h.
Da wir ziemlich kaputt sind, wird nach dem Aufbauen von Starkink, Abwassertank, Stromanschluss und Tisch und Stühlen, nur noch die Sonne genossen.
Morgen geht es nach Sete und bis jetzt spielt das Wetter auch mit.

28.11.2024

Auf nach Sete und zwar zeitnah. Wir wollen dort unbedingt in die Markthallen – Halles des Setes. Die sind nur bis mittags geöffnet und es sind 20 km bis zum Ziel. Wir schaffen es tatsächlich vor zehn auf den Rädern zu sitzen und starten durch. Der Weg führt uns auf der Fahrradroute Route-de-Sete am Etang de Thau entlang. Vorbei an Bouzigues und Balaruc les-Bains. Eine wirklich schöne und abwechslungsreiche Strecke, die auch von etlichen Joggern, Walkern und Spaziergängern sowie Anglern genutzt wird. Irgendwie sind hier alle sehr quirlig unterwegs. In Sete angekommen, erst einmal Deviation. Eigentlich beinhalten all unsere Touren, egal ob mit dem Rad oder mit Rudi, kurz vor dem Ziel Umleitungen. Unser Markthallenzeitfenster schrumpft. Es schwindet weiter, als wir ins Zentrum kommen, denn ab jetzt müssen wir wirklich aufpassen wo es lang geht. Viel Verkehr, Einbahnstrassen, Fussgänger, Bürgersteige die plötzlich Radwege werden. Nachdem wir unser Ziel konsequent eingekreist haben, stehen wir mitten im Zentrum vor einem Gebäude, das wie ein Parkhaus aussieht. Ist es auch, im Obergeschoss. Im Erdgeschoss gelangen wir durch eine unscheinbare Eingangstür ins Innere.
Und sofort ist man mittendrin im Schlemmerparadies und Gewusel. Es wird begutachtet, abgewogen, gequatscht, gegessen und getrunken. Einige Stände räumen bereits zusammen, andere bereiten sich auf das Mittagspausengeschäft vor. Nach einem Rundgang durch die Halle, bleiben wir vor einem Austernstand stehen. An den Tischen werden kräftig Austern, Muscheln und Garnelen verzehrt. Dazu wird Bier oder Wein getrunken. Spontan entschliessen wir uns dies auch zu tun und bestellen ein gemischtes Gedeck mit Austern, Garnelen, Brot, Aioli und Zitrone. Die krustigen Schalentiere sind schon geöffnet und mit einem kleinen Messer lösen wir die Auster von der Schale, träufeln etwas Zitrone darüber und schlürfen sie aus. Es ist geschmacklich nicht unangenehm, eher nicht vertraut und erinnert leicht an Muscheln. Dirk kaut sie, ich schlucke sie nach dem Schlürfen einfach runter. Dazu ein leichter Weisswein, köstlich. Mittlerweile ist es halb eins und die Halle füllt sich weiter mit Menschen, die gerade Pause haben, weiteren Touristen und Schülern.
Im Anschluss an diese kulinarische Auszeit, erkunden wir die Stadt noch etwas zu Fuss und sie gefällt uns auf Anhieb. Es ist dieser freundlich, lässige und etwas patinierte Charme der Strassen, Häuser und Wasserpromenaden, der uns sofort anfunkt. Am Leuchtturm entschliessen wir und deshalb, eine andere Strecke zurück zu fahren. Wir setzen die Tour einfach fort, in dem wir den Etang de Thau weiter umrunden. Sind zwar rund 40 km, aber da haben wir jetzt total Lust zu.
Es geht zunächst auf einem ca. 17 km langen Deich, der den Etang de Thau vom Mittelmeer trennt, Richtung Agde. Ungefähr auf halber Strecke entdecken wir einen Parkplatz auf dem auch WoMos stehen. Werden wir uns mal merken, vlt. führt uns der Weg hier noch einmal vorbei.
Agde lassen wir links liegen und kommen an Marsellaine vorbei. Was für ein Städtchen, wir kriegen uns gar nicht mehr ein. Als dann noch ein Abschnitt mit Austernzüchtern kommt, bei denen man die Ware erntefrisch kosten kann, ist es ganz aus.
Die Tour führt uns nur über Radwege und nach den Austernfischern sogar über Stege durch ein Feuchtgebiet und kleinen Weinanbaugebiete.
Mit den letzten Sonnenstrahlen kehren wir nach Meze zurück und haben insgesamt 79 km zurück gelegt. Die merkt man uns aber auch an.

063. Saintes-Maries-de-la-Mer November 2024

25.11.2024

116 km von Plage de la Saulce entfernt, sind wir gegen zwei Uhr in Saintes-Maries-de-la-Mer in der Camargue angekommen. Wir stehen auf einem städtischen Stellplatz, direkt am Ort. Laut Aushang für 15 € die Nacht, mit Ver- und Entsorgung, ohne Strom und mit einer max. Aufenthaltsdauer von 48 Std. . Wie man das hier kontrollieren will, ist uns ein Rätsel: einen Platzsheriff konnten wir noch nicht ausmachen. Warten wir mal ab.
Während der Hinfahrt mussten wir den Hänger in Martingues schon abkoppeln. Eine Umleitung machte die Weiterfahrt nur für Fahrzeuge mit einer Höhe bis 2,20 m möglich. Wir benötigen 3,20 m. In Fahrtrichtung versperrte aber eine Baustelle die Weiterfahrt. Rückwärts ging überhaupt nichts weiter, weil die historische Innenstadt für den Verkehr gesperrt ist. Also blieb uns nur noch das Abkoppeln des Hängers im lfd. Gegenverkehr und ein Wendemanöver mit Rudi mit anschließendem Ankoppeln des eckigen Gefährtes. Hat aber alles geklappt und nach einigem Hin- und Herfahren wegen der Baustelle, haben wir es irgendwann über die Brücke am Quai des General LecLerc geschafft, dann über die blaue Brücke und im Zick-Zack durch die kleineren Vororte in Richtung Fos-sur-Mer. Hier haben wir erst einmal unsere Vorräte aufgestockt.
Die Gegend dort ist geprägt durch riesige Raffinerien entlang der Küste. Und plötzlich veränderte sich auch generell die Landschaft: die schroffe Küstenstruktur weicht einer flachen, weitläufigen Kulturlandschaft mit Getreide-, Weide- und Wasserflächen.
Hinter Arles tauchen wir praktisch ein in den Naturpark Camargue. Können typische Camarguepferde ausmachen und entdecken kurz vor Saintes-Maries-de-la-Mer Flamingos.
Eine Mittagspause mit frischem Kaffee und Snack muss sein. Anschliessend geht es raus in den Ort. Es ist wirklich warm, aber der Wind hat es in sich. Wir drehen eine grosse Runde bis ans Wasser, zum kleinen Hafen und einigen Kitern, die diesen Wind und die Wellen nicht abschreckt. Dann schlendern wir zurück durch das Städtchen. Vorbei an der Stierarena. Und weiter ins Zentrum. Hier haben die meisten Geschäfte zu. Nur einige Boutiquen und Souvenirshops sowie Lebensmittelläden haben geöffnet. Unsere Postkarten aus Hyeres finden einen Briefkasten, der täglich um 09:00 Uhr geleert wird und wir schauen noch kurz in die Kirche Notre-Dame-de-la-Mer. Es ist eine kleine Kirche, die so viel Charme versprüht, nachdem wir durch die alte, hölzerne Eingangstür eingetreten sind und uns spontan an die Kirche in Gruissan erinnert. Eine Kirche die nicht für Kleriker gemacht ist, sondern für Menschen. Hört sich hölzern an, aber genauso wirkt es. Es handelt sich hier um den ersten Wallfahrtsort der Provence. Die Kirche ist den heiligen Frauen Marie-Salome und Marie-Jacobe gewidmet.
Im Intermarche erstehen wir noch etwas weihnachtliche Deko.
Wieder zurück an unserem Rudi geht es an die Vorbereitungen zum Abendessen. Zu den Resten von gestern, gesellt sich ein Kartoffel-Thunfisch-Avocadosalat und eine weitere Buchung: vom 02.12.24-09.12.24 geht es nach Cadaques in Spanien.

26.11.2024

Nach einer stürmischen und regnerischen Nacht, sieht es am Dienstag komplett anders aus. Es ist windstill und sonnig. Während des Frühstücks klopft es an die Schiebetür. Eine Mitarbeiterin des Ortes stellt sich vor und kassiert die 15 € Stellplatzgebühr.
Etwas später sind wir bereits startklar für eine kleine Radtour an den Baisse de Mouillot, mitten ins Naturschutzgebiet Camargue. Es geht zunächst durch den Ort, zur Promenade und von dort aus, das Meer rechts-schultrig auf den Digue a la Mer, einem schmalen Weg, genau zwischen Meer und Wasserlandschaft der Camargue. Immer wieder halten wir an und erkunden den Strand, beobachten auf der Etangseite die Flamingos und Schmuckreiher. Mit den Rädern können wir diesem Weg nur bis zum Pertuis de Rusty folgen. Der matschige Untergrund hindert uns an der Weiterfahrt.
Mittlerweile gesellen sich auch etliche Mücken zu uns und versuchen konsequent an ihre Nahrung zu kommen.
Es geht für eine kleine Pause zurück. Anschliessend radeln wir in die andere Richtung los. Leider hört hier der Radweg schon nach ca. 2 km Richtung D‘Aigues Mortes auf und es geht an der Strasse weiter. Dieser folgen wir nur bis zur Fähre über die Petit Rhone und kehren um. Die Suche nach einer Alternativroute bleibt ergebnislos bzw. endet im Matsch und so radeln wir auf der Route D‘Arles zurück nach Saintes Maries de la Mer. Hier gibt es in der Bar Bagdad, hinter der Kirche, eine kleine Erfrischung und nach dem Erwerb von zwei Baguettes zurück zum Rudi. Zwischendurch immer wieder hungrige Mücken. Auch im Auto haben sie Unterschlupf gefunden, was wiederum zu einer unruhigen Nacht führt.

062. Martingues November 2024

22.11.2024

Nach einer knapp 2,5 stündigen Fahrt sind wir am Plage de la Saulce, auf einem Stellplatz der Camping Car Park Gruppe angekommen. Es ist ein kleiner Stellplatz für insgesamt 9 WoMos und wir passen mit Anhänger so richtig schön in die Ecke. Der Platz ist so klein, dass wir aus dem Stand das Auto befüllen können. Die Räder werden direkt startklar gemacht und es geht nach Sausset les Pins. Der Wind hat es in sich und wir werden so richtig durch gepustet. Immer wieder geht es nach kleineren Schlenkern an einer Bucht vorbei. Die Gegend ist mit Campingplätzen und Ferienanlagen übersät. Aber die Saison ist natürlich schon vorbei und so liegt alles ruhig und verlassen da. Das Örtchen bietet alles Notwendige und auf der Strandpromenade haben wir freie Fahrt. Die Strecke ist sehr hügelig und da wir unsere Akkus nicht geladen haben, treten wir den Rückweg an. Fahren noch kurz in den Ort Carro auf der anderen Seite des Stellplatzes und kommen mit fast leeren Akkus zurück. Jetzt ist erst einmal Ende im Gelände und Pause angesagt. Abends gibt es eine Gemüsepfanne mit CousCous.

23.11.2024

Für heute ist eine Radtour, grösstenteils an der Küste entlang, Richtung Martingues geplant. Wir sind sehr gespannt, denn dieser Ort wird als Venedig Frankreichs gehandelt.
Die Route führt uns zunächst in den Nachbarort Carro. Hier ist heute Markt und den müssen wir uns natürlich ansehen. Ein kleiner, feiner Markt, mit allem, was so benötigt wird. Weiter geht es runter zum Hafen und hier landen wir direkt auf dem Fischmarkt, der hier täglich stattfinden soll. Muscheln, Austern, Doraden, Loup und Schwertfisch und vieles mehr, werden fangfrisch angeboten.
Von hier aus führt uns ein toller Küstenradweg weiter bis an den Plage des Laurons und direkt an einem imposanten thermischen Kraftwerk vorbei über Lavera, einem Vorort von Martingues.
Die Sonne ist hinter Wolken verschwunden und es ist so richtig kalt, obwohl wir Thermounterwäsche und Handschuhe tragen.
Und was soll ich schreiben, der Ort selbst hat uns gar nicht angesprochen und wie es zu dem Zusatz: Vendig Frankreichs gekommen ist, können wir nicht nachvollziehen.
Selbst als wir die Räder an der blauen Brücke, mit seinem Fischerpaar abschliessen und zu Fuss durch den Ort schlendern, springt der Funke nicht über. Woran dies nun genau liegt, ist schwer zu sagen, vlt. trägt auch das ungemütliche Wetter dazu bei. Aber die Radtour an sich, mit den abwechslungsreichen Streckenabschnitten, der kleine Ort Carro mit seinem Hafen, haben uns viel mehr gefallen.
Am Hafen in Carro gibt es einen kostenpflichtigen Stellplatz direkt hinter dem Fischmarkt, mit Ver- und Entsorgung, ohne Strom: 6 Quai Jean Verandy, 13500 Martigues, Frankreich.
Nach fünf Stunden kehren wir durchgefroren zum Stellplatz zurück. Hier gibt es Kaffee und Riesencookies und einen Rhababeralikör bzw. Whisky aus der Senftdestillerie vom Bodensee (beides Geschenke von meinem alten Team) zum Aufwärmen.

24.11.2024

Es ist Sonntag und nach anfänglicher Trödelei geht es tatsächlich für einen Spaziergang vor den Rudi. Der Wind hat wieder zugenommen, aber es ist ca. 16 Grad warm und es fühlt sich draussen sehr angenehm an.
Wir laufen direkt zum kleinen Strand und entschliessen uns, einem schmalen Wanderweg rechts entlang zu laufen. Das Meer befindet sich links-schultrig, nachdem wir einen wilden, stufigen Trampelpfad hinauf gefolgt sind. Dann befinden wir uns oberhalb der zerfurchten Klippen und wandern knappkantig an den Rändern entlang. In der Ferne können wir den Leuchtturm von Carro ausmachen. Tatsächlich kommen wir ziemlich nah an ihn heran, uns trennt später nur noch eine weitere zerklüftete Bucht. Es ist einiges los hier oben. Die Gegend bietet sich hier geradezu an, für kleine Spaziergänge oder längere Wanderungen.
Der Rückweg führt uns durch bewaldetes Gebiet zurück zum Stellplatz. Zwischendurch pflückt Dirk noch einige Zweige Rosmarin für das Hühnchengericht heute Abend.
Es folgt aber erst ein kleiner Snack und ein frischer Kaffee, handgemahlen.
Seit heute Mittag tropft der neue Hahn wieder und dazu ist es auch wieder feucht an der neu angebrachten Leitung. Da die Feuchtigkeit bzw. die Nässe nicht permanent bei Gebrauch des Wasserhahns auftritt, gehen wir davon aus, dass die Dichtung direkt unter dem Hahn defekt ist. Aus Ermangelung einer solchen, helfen wir uns zunächst mit Uhu-Klebegummis aus. Einfach ein paar Pads zusammengeknetet, aufgerollt und um den Hahn gewurschtelt. Mal sehen, ob es hilft.

061. Giens November 2024

19.11.2024

In Bremen ist der erste Schnee gefallen und wir sind bei 19 Grad und Sonnenschein nach Hyeres aufgebrochen. Auf der Halbinsel Giens unterhalb von Hyeres, haben wir uns für drei Nächte auf dem Campingplatz International eingebucht. Die Fahrt hierhin war schon sehr abwechslungsreich, weil die Route uns praktisch parallel zur Küste durch das Gebirge geführt hat.
Die Halbinsel ist ein Hotspot für Surfer und Kiter. Eine kleine Kostprobe davon konnten wir am Plage de l‘Almanarre bei einer ersten Radtour aufschnappen. Giens selbst ist ein winziges, charmantes Örtchen. Dies werden wir uns morgen genauer anschauen. Vorerst reichte der Besuch in einem Spar-Laden, um einige Lebensmittel zu erwerben.

20.11.2024

Mit viel Wind machen wir uns mit den Rädern auf nach Hyeres. Vorbei am Strand von l‘Almanarre folgen wir der Route de Sel. Ein schmaler Streif, der den Etang des Pesquiers vom Golf de Giens trennt. Während sich im Etang des Pesquiers unzählige Flamingos tummlen bzw. kopfunter den Grund nach Wasserschnecken, Salinenkrebsen und anderen Kleinlebewesen absuchen, trifft der Wind vom Golf de Giens mit voller Wucht auf den niedrigen Deich. An einigen Stellen hat die Wucht der Wellen den Deich zerstört und grosse, nasse Flächen hinterlassen, die mit Algen vermischt sind. Dick eingemümmelte Spaziergänger begegnen uns und einige Radfahrer. Sonst nur Wind, Wasser und Flamingos.
Der langezogene Damm mündet auf dem Festland in die Route de l‘Almanarre, der wir bis ins Zentrum folgen. Die Strassen im Zentrum werden von hohen Palmen gesäumt. Mit den weihnachtlichen Dekorationen in den Geschäften und Strassen, den Temperaturen entsteht eine ganz eigene Atmosphäre. Uns gefällt diese Stadt auf Anhieb. Und einen kleinen Moment später verlieren wir uns in den kleinen Gassen, mit Cafes, Restaurants, Geschäften, urigen Häuserfassaden.
In einem Cafe weiter oberhalb gibt es erst einmal eine kleine Erfrischung in der Mittagssonne.
Anschliessend lassen wir die Räder stehen und schlendern zu Fuss weiter. Durch winzige Gassen geraten wir immer weiter durch den alten Stadtkern nach oben und gelangen an der Rue de Paradis vorbei an die Eglise St. Paul und das Chateau St. Claire (hatte leider geschlossen).
Wir folgen dem Weg weiter und kommen auf Trampelpfaden an ein zerfallenes Haus, welches anscheinend nicht nur von Sprayern genutzt wird. Ein fast schon zugewachsener Weg führt uns der Weg wieder hinunter. Zurück an der Eglise St. Paul geniessen wir den Ausblick über die Stadt und die gesamte Bucht.
Unter der Kirche ist eine alte Brunnenanlage, auf deren Boden, alte Fotografien aus dem 19. Jahrhundert von Hyeres installiert sind. Mir gefallen diese Schwarz-Weiß-Aufnahmen sehr.
Es geht gaaanz langsam zurück ins Zentrum. Es ist halb drei und einige Ladenbesitzer bereiten sich auf die Nachmittagsöffnung vor. Wir radeln zurück nach Giens, mit einem kleinen Einkaufsabstecher und einem Stopp in dem Badeort La Clapte auf der Halbinsel. Im Sommer ist hier bestimmt die Hölle los. Jetzt sind nur einige Lokale und Geschäfte geöffnet, am Strand und auf der kleinen Anlage hinter dem Zentrum wird Boule gespielt. Der Wind hat nicht nachgelassen und im Turbomodus rauschen wir zurück zum Campingplatz.
Hyeres werden wir bestimmt noch einmal besuchen.

21.11.2024

Heute war wieder ein Arbeitstag. Das Wetter sehr wechselhaft. Selbst die Kiter und Surfer auf dem Platz, blieben zumindest am Vormittag am Stellplatz. Gegen Nachmittag frischte der Wind dann zunehmend auf, bevor er nachts so richtig zeigte was er drauf hat. Rudi wurde richtig durchgeschüttelt und gegen 6 Uhr früh war der Spuk dann vorbei. Wir haben uns am Morgen ziemlich schnell abfahrbereit gemacht und sind Richtung Martingues gestartet.

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