232. Böresund Juni 2026

20.06.2026

Midsommer in Finnland auf der Insel Böresund. Wir stehen frei auf einem Parkplatz am Yachthafen gegenüber einem Paddle-Platz. In der kleinen Hafenkneipe gibt es Live-Musik, Frauen mit Blumenkränzen, leckeres Bier und unzählige Menschen die auf div. Boote gehen oder von div. Booten kommen.
Sollten wir noch einmal nach Finnland kommen, werden wir uns diese Gegend bestimmt noch einmal anschauen.

231. Korsnas Juni 2026

18.06.2026

Da das Freilichtmuseum in Vaasa vorübergehend geschlossen hat, sind wir direkt ins Stadtzentrum gefahren, um uns ein wenig umzuschauen. Unser Rundgang führte uns über den Bahnhof, dem Markthallencafe zur Vaasan Kirkko, am Kunstmuseum und einer Einkaufsstraße hinunter ans Wasser zum Fjärdsminennet. Von hier aus gibt es einen ca. 16 km langen Promenadenweg, der auch am Brago Freiluftmuseum vorbeiführt. Wir nehmen die entgegengesetzte Richtung am Museum of Modern Art sowie der Åbo Akademie vorbei. Von hier aus geht es wieder zurück zum Parkplatz. Irgendwie reißen uns die Städte hier nicht vom Hocker. Nach dem Einkauf suchen wir das Weite und landen in einem ehemaligen Fischhafen bei Harrström.

19.06.2026

Was ist das für eine schöne ruhige Gegend und so ein toller Platz zum Verweilen. Es gibt eine ehemalige Fischerhütte die eingerichtet ist und über Grillplatz, Räucherhofen und Picknicktische verfügt. Am Wasser stehen unzählige kleine Bootshütten aus Holz und sonst nur Wiese, Wasser und tolle Aussicht.

Vor unserer Abfahrt am Samstag kommt doch tatsächlich noch ein Seeadler vorbei. Er ist auf Beutezug. Alles was Flügel hat hebt ab und zieht lautstark durch die Luft. Wir denken zunächst an die Schwanküken, die wir zuvor im Wasser gesehen haben. Aber später wird klar, der Adler hatte Appetit auf Fisch.

230. Vaasa Juni 2026

17.06.2026

Kurz vor 12:00h verlassen wir den CP Alliosta oy. Vorher noch schnell die klamme Wäsche im Rudi verteilt und dann auf Richtung Fähre. Unser erstes Ziel ist Oulu direkt auf dem Festland. Als Kulturhauptstadt 2026 lockt sie bestimmt viele Besucher an. Ausserdem findet die Air Guitar World Championships (Luftgitarren-Weltmeisterschaft) seit 1996 jährlich in Oulu statt. Unter dem Motto „Make air, not war“ treten dort internationale Teilnehmer an, um mit schrillen Kostümen und energiegeladenen Performances für den Weltfrieden zu werben. Einen kostenlosen Parkplatz finden wir in Zentrumsnähe an einer Sportanlage. Über mehrere kleine Inselchen erreichen wir das Zentrum mit Theater und Bibliothek sowie den großen Marktplatz mit Foodständen, Cafes und der alten Markthalle Oulun Kauppahalli. Nach soviel Natur ist das Angebot hier eine erfrischende Abwechslung. Die Markthalle ist wohl ein beliebter Treffpunkt und Aufenthaltsort. Neben den üblichen Marktständen mit ihrem Angebot an Fleisch, Fisch und Gemüse, sind die kleinen Essstände gut besucht. Das Marktcafe wird zum Zeitung lesen und arbeiten genutzt. Vor der Markthalle wacht die Statue des berühmten Marktpolizisten.
Die Polizeimannstatue in Oulu, lokal als „Toripolliisi“ bekannt, ehrt die historischen Schutzpolizisten, die zwischen 1906 und 1979 auf dem Marktplatz für Ordnung sorgten. Die 2,2 Meter hohe Bronzestatue von Bildhauer Kaarlo Mikkonen wurde 1987 errichtet und ist heute ein Wahrzeichen der Stadt und ein beliebtes Fotomotiv.
Wir schlendern im Anschluß durch die City und kehren nach einen ausgedehntem Spaziergang zum Van zurück.

Gut 75 km von Oulu entfernt liegt Raahe unser nächstes Ziel.
Die Stadt ist vor allem wegen ihrer gut erhaltenen, historischen Holzhäuser bekannt, die wir auf einem Rundgang näher in Augenschein nehmen. Auffällig auch in dieser Stadt die quadratische Bebauung. Häuser und Straßen sind wie eine Tafel von Ritter Sport angelegt. Auf dem Hauptplatz steht die 1888 von Walter Runeberg geschaffene Statue des Stadtgründers Per Brahe des Jüngeren. Hinter dem Platz befindet sich die 1912 von Josef Stenbäck erbaute Stadtkirche. Im Heimatmuseum ist der älteste Taucheranzug der Welt ausgestellt. Hier sind wir leider zu spät dran, das Museum hat bereits geschlossen. Auch der Asteroid 1786 ist nach der Stadt benannt.

Eigentlich wollten wir gar nicht so lange bis Vaasa weiter fahren, aber vorher war kein geeigneter Stellplatz für die Nacht zu finden. Dafür begleitete uns fast bis zum Schluß Sonnenschein und wir konnten den Blick auf einen Elch erhaschen, nach fast acht Wochen Skandinavien.
Auf der Fahrt hier hinunter verändert sich auch die Landschaft. Die Wälder brechen auf, machen Platz für Felder und Weideland, die Sicht wird weiter. Und die Straßenschilder verändern sich, sie sind zweisprachig ausgeführt. Die Schilder sind deshalb zweisprachig, weil Finnland laut Verfassung ein zweisprachiges Land ist und Finnisch und Schwedisch gleichberechtigte Nationalsprachen sind. Die Region zwischen Vaasa und Oulu hat eine historisch bedingte, starke schwedischsprachige Minderheit, die sogenannten Finnlandschweden.
Für heute Nacht stehen wir erst einmal auf dem Parkplatz des Brage Freilichtmuseums. Also steht der erste Stepp für morgen auch schon fest.

229. Hailuoto Juni 2026

15.06.2026

Heute ging es von Kemi ein kurzes Stück weiter nach Haliuoto. Diese Insel liegt vor Oulo und ist mit einer Fähre zu erreichen. Da diese zum allgemeinen Straßennetz gehört ist sie kostenlos. Parallel wird gerade an einem befahrbaren Deich und dazugehörigen Brückenabschnitten gearbeitet, um Festland und Insel miteinander zu verbinden.
In manchen Jahren ist die See im Winter zugefroren und kann etwa von Dezember bis März über eine amtlich geprüfte Eisstraße erreicht werden.
Wir stehen etwa 7 km von der Inselstadt Haliuoto entfernt auf dem sehr einfachen CP Ailasto oy und werden das erste Mal auf dieser Reise von unzähligen Mücken heimgesucht.

16.06.2026

Der Dienstag beginnt bewölkt, der für den Nachmittag angesagte Regen kündigt sich an. Ein Zeitfenster für eine Radtour bleibt noch. Wir radeln auf der einzigen asphaltierten Straße der Insel schnurgeradeaus bis zum Leuchtturm nach Marjaniemi, passieren dabei den Hauptort Haliuotu, ein Museum und endlosen Kiefernwald. Am Leuchtturm gibt es drei Cafes/Restaurants, einen kleinen Hafen mit Womostellplatz und einen Strand, an dem Wanderwege vorbeiführen. An der Kaimauer des Hafens werden wir plötzlich von Seeschwalben angegriffen. Wie sich herausstellt brüten sie hinter der Kaimauer. Also nichts wie weg. Der Rückweg führt uns über Schotterpisten durch das bewaldete Inselinnere. Rechtzeitig vor dem Regen erreichen wir unseren Stellplatz. Die Mücken warten schon.

228. Kemi (FIN) Juni 2026

14.06.2026

Unser nächster Halt sollte eigentlich Inari in Finnland sein, aber das regnerische, kalte Wetter und die baumlastige Landschaft treiben uns weiter. Kurz nach der Abfahrt in Kirkenes fahren wir auf der E6 in Höhe von Munkelve an der Radreisenden Familie vorbei, die wir bereits in Rovaniemi getroffen haben. Mutter, Vater und zwei Kinder (max. 8 Jahre alt) haben für die Strecke von ca. 530 km vom Weihnachtsmanndorf bis kurz vor Kirkenes 12 Tage gebraucht.

Bei Rovaniemi verlassen wir den nördlichen Polarkreis und fahren bis nach Kemi an die Ostsee. Einen Platz für die Nacht finden wir am Kemi vierasvenesata, einem kleinen Yachthafen.