162. La Restinga Dezember 2025

24.12.2025

Weihnachten verbringen wir dieses Jahr erneut am Atlantik und zwar am westlichsten Zipfel von Europa, La Restinga auf El Hierro.
Nach einem ausgedehntem Frühstück ging es von La Caleta erneut nach La Restinga. Auf der Fahrt dorthin ging es durch Regen und Nebel auf die Südseite der Insel. Hier wechselte dann das Wetter auf Sonnenschein und den Nachmittag verbrachten wir sogar mit einer Badeunterbrechung am Strand.

25.12.2025

Am frühen Nachmittag brechen wir zu einem Spaziergang durch die Lavafelder an der Küste entlang auf. Es geht am Punta de los Saltos vorbei, über Lavastränge, die immer wieder neue Formationen und Muster aufweisen. Unterbrochen werden sie durch Flächen mit kleinen Lavasteinen, die an die Zeit mit div. Lavagrills erinnern sowie Gebiete mit sandigem Untergrund. Weiter geht es zum Punta de los Frailes, wo wir Steinsäulen passieren, die an der Meer zugewandten Seite weiß getüncht sind. Eine Steinsäule ist am Küstenrand positioniert, eine weitere ca. 50 m dahinter. Wahrscheinlich handelt es sich um Landmarken zur Orientierung für die Schifffahrt. Oberhalb dieser Landmarken machen wir eine Höhlenöffnung aus. Beim Näherkommen fallen uns die unzähligen Muschelteilchen auf, die den Boden bedecken. Die Öffnung im Lavagestein ist abgesperrt und dahinter entdecken wir ganze Muschelschichten, die den größten Teil dieser höhlenartigen Öffnung ausmachen. Ein Schild an der Absperrung macht auf archäologische Arbeiten aufmerksam. Wir krabbeln langsam einen Hang hinauf und können in ca. 91 m die Aussicht auf die Bahia de Naos bestaunen. Anschliessend geht es noch bis ca. 119 m weiter nach oben bis zum nächsten Aussichtspunkt. Der Pfad ist hier sehr schmal und steinig, führt unmittelbar am Abhang vorbei. Zwischendurch setzt immer mal wieder der bekannte Fieselregen ein und befördert die Regenjacken nach draussen. Zurück geht es oberhalb der Küstenlinie bis zum Ortseingang von La Restinga entlang. Der Ort ist heute am zweiten Weihnachtsfeiertag sehr ruhig. Nur eine Bar hat geöffnet, alles weitere geschlossen. Wieder zurück tanken wir auf der Promenadenmauer noch etwas Sonne.
Auf dem Speiseplan für heute stand eigentlich, auf Wunsch einer einzelnen Person, die berüchtigte Pfannekuchensuppe. Bei der Vorbereitung stellte sich aber heraus, dass das neue Mehl Besuch in Form von Mehlwürmer hat. Satz mit x, war wohl nix. Dieses Vorhaben muss verschoben werden.

161. Playa de la Caleta Dezember 2025

23.12.2025

Ja, wo sind wir denn jetzt gelandet?
Heute Morgen herrschte eitel Sonnenschein, kein Vergleich zum gestrigen Tag. Diesen Umstand wollen wir nutzen, um zunächst dem nahegelegenen Nebelwald einen Wanderbesuch abzustatten. Es geht die HI-400 immer höher hinauf, bis diese die HI-1 kreuzt. Ein kurzes Stück folgen wir dieser Straße bis wir den Parkplatz Sendero la Llania erreichen. Von hier aus soll einen Rundweg durch den Nebelwald führen. Leider ist der kleine Parkplatz komplett voll und es bietet sich auch sonst keine Parkmöglichkeit. Tja, wir sind zu spät. Bei diesem Wetter sind vor uns bereits andere auf die Idee gekommen hier entlang zu wandern. Ansonsten herrscht hier oben Nebel und Fieselregen. Um uns herum sieht es mit den knorrigen und mit Flechten umwucherten Lorbeerbäumen schon sehr mystisch aus. Bei nächster Gelegenheit müssen wir einfach früher in die Hufe kommen.
Für uns geht es weiter nach La Caleta. Dieses Örtchen liegt unterhalb von Valverde, in der Nähe des Flughafens, direkt am Meer.
Als wir den Flughafen passieren, sind wir wieder erstaunt wie winzig dieser ist, von der Landebahn will ich gar nicht reden. Diese wird praktisch vorne und hinten durch den Atlantik begrenzt und ist nur für kleinere Passagierflugzeuge geeignet. Lummerland eben!
La Caleta ist eine kleine Ansiedlung mit Wohn- und Apartmentwohnungen und natürlichen Meerwasserpools sowie zwei höher gelegenen Pools mit Meerwasser. Es gibt eine Dusche und viele Möglichkeiten sich ein schönes Plätzchen für einen Tag am Meer zu suchen. Als wir hinab zum Meer fahren entdecken wir quasi den kleinen Laden von „Frau Waas“ und davor steht ein weihnachtlich geschmücktes Cabriolet mit keinem anderen darauf als dem Weihnachtsmann. Dieser fährt, eine Glocke läutend, durch die Straßen.
Wir folgen dem zeitigen Weihnachtsmann bis zu den Meerwasserpools und finden gleich oberhalb einen perfekten Parkplatz. Den Nachmittag verbringen wir hier am Meer. Gegen Abend drehen wir noch eine kurze Runde um den Ort bevor wir im Rudi aus einer Riesenkartoffel Reibekuchen bei Weihnachtsmusik zubereiten.

160. Hoya del Mocilla Dezember 2025

21.12.2025

Heute geht die Tour in den Wald bei El Pinar und auf den dortigen einzigen Campingplatz dieser Insel: Hoya del Morcillo. Zuvor muss noch ein kleiner Abstecher zum Charco Tacarón sein, liegt quasi auf dem Weg. Und wieder finden sich div. Meerwasserpools in einzigartiger Umgebung, mit Picknick- und Grillplätzen, Sonnenterassen und Wasseranschluss. Den Spot merken wir uns einmal für den 23.12.2025. Bei schönem und ruhigem Wetter ist hier Baden eine Option.
Weiter geht es über El Pinar in das wäldliche Erholungsgebiet. Die Sicht ist heute so gut, dass wir auf der weiteren Fahrt sogar den Teide mit seinem schneebedecktem Gipfel ausmachen können. Unsere Reservierung zeigen wir der Rangerin vor Ort und werden anschliessend in den Platz eingewiesen. Für 4,72 € pro Person und Nacht ist Ver- und Entsorgung, Strom sowie Duschen/WC inclusive. Die Duschen werden quasi umgehend getestet. So gute wir hier gab es auf der ganzen Reise nicht.
Wir stehen mitten in einem riesigen Waldgebiet mit Fichten auf 1000 m Höhe. Der Platz ist weitläufig und ausser uns sind noch drei weitere Camper bzw. Radfahrer mit Zelt hier sowie ein Rabenpaar, das anscheinend die Ranger unterstützt.
Am Nachmittag zaubert Dirk auf dem Aussenkocher Jägerschnitzel mit Nudeln. Nach dem Genuss verziehen wir uns ins Auto. Die Sonne hat sich verabschiedet und es beginnt zu fieseln.
Für morgen nehmen wir uns eine Wanderung vor.

22.12.2025

Wo ist denn heute die Sonne geblieben? Es fieselt ununterbrochen, mal mehr, mal weniger. Gegen 12:00 Uhr ist es kurzeitig weniger und wir wandern los. Dieses Mal aber mit Wasser und Snack im Rucksack. Dieser Kiefernwald um uns herum genial und absolut leise. Es sind zum Teil mächtige Kiefernexemplare dabei und man sieht immer wieder Zeichen von vergangenen Bränden, die diese Region getroffen hat. Wobei die Bäume dies durch ihre Struktur, welche an vielfach übereinander gelegte Schildplatten erinnert, sichtbar gut überstanden haben. Und unmittelbar bei den betroffenen Brandherden haben sich neue Kiefern, durch die aufgeplatzten Kiefernzapfen, wieder selbst ausgesät.
Fast wären wir auch an der Cueva de el Mocán vorbeigelaufen. Völlig unscheinbar versteckt sie sich beim weiteren Anstieg. Der Eingang ist versperrt, so dass wir nur einen kleinen Blick in das Gesteinsloch werfen können. Der Fieselregen nimmt Fahrt auf und begleitet uns weiter. Ungefähr nach drei Kilometern biegen wir nach links ab, es geht abwärts weiter. Diesen Weg sind wir bereits vor zehn Jahren in die andere Richtung gewandert, bis 1200 m hinauf zu einem Fernsehturm mit spektakulärer Aussicht.
Vor uns taucht eine Wandergruppe auf, die den Anstieg zu bewältigen hat. Der Weg ist eigentlich eine unwegsame Schneise durch den Wald, die am unteren Ende felsig wird und wo klettern angesagt ist. Hier passieren wir mehrere Tierknochen😬. Der Weg mündet an der kleinen HI-400 die wir bis zum CP im Dauer-Nieselregen abtapern. Klar das dieser zum Schluß an Intensität zunimmt. So kommen wir triefend am Rudi an und nach allgemeiner Trockenlegung bereiten wir uns spontan einen kreativen Irish Coffee zu😉.

159. La Restinga Dezember 2025

20.12.2025

Etwas verschlafen öffnen wir die Rollos und trauen unseren Augen nicht. Im Charco geht die Post ab, die Gischt schafft es mit voller Kraft bis an den Rudi. Das gestern war nur Geplänkel, hier zeigt sich wir gewaltig und unberechenbar der Atlantik sein kann. Was für ein Schauspiel und das zum Frühstück.
Danach geht es auf nach Valverde zum Samstagsmarkt. Die schmale Strasse hinauf schaffen wir ohne Gegenverkehr. In der Inselhauptstadt ergattern wir einen schönen Parkplatz oberhalb der Stadt und machen uns auf zum Mercadillo am anderen Ende der Stadt. Kalt ist es hier oben und windig. Der angepriesene Markt entpuppt sich als Vier-Stände-Markt unterhalb des Krankenhauses. Da hatten wir etwas anderes erwartet. Dann auf zur Stadterschlenderung. Vorbei an kleinen Geschäften, Bars, dem Cabildo und der Kirche. Im Anschluß steil hinauf in die Oberstadt und zum Van. Da es uns eindeutig zu windig ist, geht es erneut nach La Restinga. Hier ist es sonnig, sehr wenig Wind und das Meer macht Pause.
Ein ruhiger Nachmittag und Abend folgt an der Hafenpromenade.

158. Punta Norte – Charco Manso Dezember 2025

19.12.2025

Nach dem Frühstück ging es für uns heute zunächst in die kleine Inselhauptstadt Valverde. Vor den Toren der Stadt passieren wir auf der rechten Seite auffallend großen weißen Skulpturen mit gekrönten Köpfen. Geschaffen von dem auf El Hierro geborenen Künstler Ruben Armiche, trägt dieses Kunstwerk den Titel „Homage an die Bajada“ und ist 2009 entstanden. Bei einer Bajada wird die Schutzpatronin der Insel, die Virgen de los Reyes (Jungfrau der Heiligen Drei Könige), von ihrer Kapelle, der Ermita de Nuestra Señora de los Reyes im Naturpark La Dehesa, in einer langen Prozession in das 28 km entfernte Valverde gebracht. Dies ist alle fünf Jahre der Fall, zuletzt im Juli 2025.
Das Kunstwerk selbst besteht aus Schrottautos und Elektroschrott, der mit Maschendraht umwickelt, mit Gips in Form gebracht und im Anschluß mit Farbe gestaltet wurde und auf die Probleme der Müllentsorgung auf der Insel aufmerksam machen soll. Den Bogen zu diesem kulturellen Ereignis bekomme ich zwar noch nicht hin, aber das wird schon. Hatte die Skulptur zwei oder drei gekrönte Köpfe? Tja, wir kommen spätestens zur Weiterfahrt hier noch einmal vorbei.
In Valverde tasten wir uns langsam durch die engen Straßen zur Gemeindeverwaltung. An Parken ist hier nicht zu denken. Ein Stückchen weiter lässt Dirk mich raus und ich versuche mein Glück. Die Registrierung verläuft hier ebenso unkompliziert wie auf Gran Canaria. Hier muss ich nur im Vorfeld den Zeitraum angeben und bezahlen. Anschliessend erhalte ich ein Dokument mit der Reservierung, die wir dem Parkranger vorzeigen sollen. Das war‘s.
Unser nächstes Ziel ist der Punta Norte mit dem Charco Manso. Beim Verlassen des Ortes halten wir Ausschau nach einem Stellplatz für morgen. Samstags ist immer Markt in Valverde und das Städtchen selbst wollen wir uns auch anschauen.
Gleich hinter dem Ortsausgang zweigt in Richtung Hafen links eine kleine Straße nach Echedo ab. Diese endet bei Las Salinas am Meer, wird in den letzten drei Kilometern einspurig und beinhaltet im unteren Abschnitt schmale Kehren, die es in sich haben. Und erneut stehen wir inmitten der wilden und zerklüfteten Küste an einem Meeresschwimmbecken. Vor uns können wir sogar La Gomera und La Palma ausmachen. Die Vulkanlandschaft aus Grotten, Felsentoren und Höhlen lässt bei Flut und entsprechendem Wellengang das Wasser nur so empor sausen und vor der starken Brandung wird gewarnt.
Ein ausgestatteter Grillbereich sowie ein Kiosko sind mit von der Partie. Dieser hat sogar geöffnet und Dirk kann hier der Besitzerin beim Aufklappen der schweren Fensterklappen helfen.
Etwas später finden wir uns hier erneut für einen Mittagssnack ein und probieren das erste Mal frittierte Moräne. Sieht aus wie Kibbeling, ist fester im Fleisch und hat einen leicht fischigen Geschmack. Nach einer anschliessenden Mittagspause, wollen wir eigentlich die Drohne starten, aber durch die Nähe zum Flughafen ist hier der Gebrauch von Drohnen nicht gestattet. Dann geniessen wir eben das Brandungsspektakel vor uns.