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Author : Rudi-on-Tour

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066. Cadaques (E) Dezember 2024

Nach fast zwei Monaten verlassen wir Frankreich und starten nach dem Frühstück in Richtung Spanien. Unser Ziel: Cadaques, ein ehemaliges Fischerdorf an der Costa Brava in Katalonien.

Die Fahrt dorthin eher unspektakulär, wenn man die gefühlt 100 Kreisverkehre bis zum Ziel außer Acht lässt. Erstaunlicherweise werden wir auch nicht durch Umleitungen von der eigentlichen Route geholt.

Einzig der Col de Perafita, von Roses nach Cadaques, hat mich zwischenzeitlich auf die Rückbank gezwungen. Im Ort werden wir über Aussensträsschen nach oben an die Avenida Salvador Dali geleitet. Hier befindet sich der Campingplatz von wecamp, auf dem wir für eine ganze Woche bleiben werden.

Eine sehr schöne und übersichtliche Anlage. Der Untergrund mit hellem Kies, viele Bäume und modernen Gebäuden. Es gibt Stellplätze in unterschiedlichen Kategorien, was Größe und Aussicht betrifft, Glampingzelte und Wohncontainer, ein Restaurant (hat in der Nebensaison leider geschlossen), einen Kidsplace, Sportbereich und einen Pool.

Unser Stellplatz befindet sich im vorderen Bereich, mit einigen weiteren überwiegend deutschen Touristen.

Zunächst kümmern wir uns um unseren Hunger, gehen ausgiebig duschen und waschen.

So kommen wir erst am späten Nachmittag in den Ort.

Es ist bereits stockdüster und uns führt ein schmaler Fußweg schnurstracks nach unten ans Wasser. Kurz vor der Hafenbucht kommen wir an der Tauchschule vorbei. Hier versucht Dirk seit über einer Woche einen Kontakt herzustellen, um herauszukriegen, ob sie geöffnet ist.

Leider keine Reaktion. Als wir jetzt daran vorbei gehen, sind aber noch Kompressorgeräusche zu vernehmen, nur leider kein Mitarbeiter zu sehen.

Egal, wir schlendern gemütlich durch den Ort und sind wieder einmal begeistert, selbst im Dunkeln. Es geht durch kleine Straßen, Gassen, über Brücken, an einem Künstlerviertel mit Kneipe vorbei in die nächste Bucht. Es gibt Bar´s, Restaurants und Cafes, viele Lebensmittelgeschäfte, Boutiquen und natürlich einen Marktplatz. Diese Eindrücke machen Lust auf mehr und nach einem leckeren, kühlen Getränk in einer kleinen Bar im Hafen, ist schnell klar, was wir morgen machen werden.

03.12.2024

In der Nacht sind wir durch einen aufkommenden Wind und starken Böen geweckt worden. Allerdings waren diese nicht so heftig wie auf Giens. 

Wir sind so richtig faul und unsere Ortsbesichtigungsidee von gestern, wird auf den morgigen Tag verschoben. Im weiteren Verlauf, sind wir dann doch nicht so richtig faul und organisieren das Leben im Rudi, schneiden Videos, arbeiten ein wenig, stellen Überlegungen zur nächsten Route an, kochen und schauen einige Abo´s auf youtube.

04.12.2024

Der Sturm von gestern ist Geschichte. Es ist sonnig und warm, ein Spaziergang durch den Ort steht an.

Es geht zunächst auf den Cami Port Lligat, hinunter zum ehemaligen Haus von Salvador Dali, heute ein Museum. Eine Besichtigung steht nicht an, wir wollen lieber noch durch Cadaques selbst schlendern. Zudem benötigen wir noch etwas für Weihnachten, müssen zur Post und in einen Mercado. Eigentlich klar, dass wir anschließend in der Tapasbar am Strand landen und uns Patata fritas, Calamaris Romana und Oliven schmecken lassen, oder?


05.12.2024

Es sind zwar etliche Radfahrer unterwegs, aber die ohne Akkuantrieb. Zierliche Gestalten, die sich die Pässe hoch und wieder runterquälen, ungeachtet der Autofahrer und enger Fahrbahn. Für uns kommt heute zunächst eine Tour in den Ort in Frage und im Anschluss eine laut komoot mittelschwere Tour zum Faro del Cap de Creus, an den östlichen Zipfel des iberischen Festlandes.

Also die Tour in den Ort war abwärts kein Thema, zurück jedoch leitete uns die App den üblichen Fußweg zurück. Dieser enthält eine Passage, die so steil ist, dass ich beim Not-Abstieg gedacht habe, das war´s. Irgendwie konnte ich mich dann doch noch samt sauschwerem Fahrrad auf den Füßen halten und mit Schiebehilfe den Rest des Weges zurücklegen, aber die Regeneration des Atmungsintervalls auf ein normales Level, hat dann noch einige Zeit in Anspruch genommen.

Egal, wieder bei Puste, ging es auf zum Cap de Creus. Eine Strecke ca. 11 km und die hat sich wirklich gelohnt. Klar, es ging auf und ab, einige Höhenmeter mussten bewältigt werden, aber die Landschaft, durchweg Naturschutzgebiet und die Aussicht vom Cap aus, super. Hier oben gibt es ein kleines Hotel mit angeschlossenem Restaurant und eine Bar direkt am Leuchtturm. Es sind weitere Besucher hier oben, mit dem Auto, dem Motorrad, zu Fuß oder via Rad. Für Wanderer eine wirklich lohnenswerte und abwechslungsreiche Gegend, da man auf einigen Routen fast direkt ans Meer gelangen kann.

Auf dem Weg zurück verlassen wir an einigen Stellen die Straße und folgen kleineren Pfaden sowie Wanderwegen ein Stück zur Küste. In der Nähe des Port Lligat entdecken wir neben weiterer Wohnbebauung 2 weitere, versteckte Strände, die zum Baden einladen. Eigentlich eine Idee für den morgigen Tag. Der ist nämlich in Spanien Nationalfeiertag zur Einführung der spanischen Verfassung und ein langes Wochenende für die Bevölkerung. Dies haben wir bereits auf dem Platz festgestellt – kaum freie Stellplätze und die Unterkünfte auch belegt und das im Dezember.

In Port I‘lligat machen wir noch einige Aufnahmen vom Dali-Haus.

06.12.2024

Den heutigen spanischen Feiertag verbringen wir zunächst im Rudi, wir sind im Trödelmodus. Erst später zieht es uns für einen Rundgang in den Ort.

Dieses Mal entscheiden wir uns für einen neuen Weg nach Downtown. Er führt uns über die kleine Avinguda Sant Baldiri hinunter an den Plage Ros, hier über einen Rundweg direkt an der Küste entlang zu der Playa de s´Arenella und von dort aus immer am Wasser entlang zurück ins Centre Vila. 

Hier ist einiges los, es wird gegessen, getrunken, flaniert, Eis geschleckt und einfach nur die Sonne genossen. Alle Geschäfte haben trotz Feiertag geöffnet, auch hier herrscht reger Andrang.

Bevor es wieder zurück auf den Campingplatz geht, landen wir zum wiederholten Mal in der Tapasbar am Strand und genießen Sangria in Begleitung diverser Tapas.

07.12.2024

Heute steht ein Besuch von Roses auf dem Plan. Dazu geht es mit dem Linienbus von Cadaques in einer guten halben Stunde über den Pass zu diesem Küstenort an der Costa Brava. Wir entscheiden uns spontan an der Ciutadelle von Roses auszusteigen und diese zuerst zu besichtigen. Der Eintritt kostet für das ganze Gelände und die beiden Ausstellungsräume 4,- € pro Person. Es handelt sich hier um eine militärische Festungsanlage aus dem 16. Jahrhundert und um eine archäologische Fundstätte unterschiedlicher Zeitepochen. Dabei gehen die ältesten Funde bis auf das Jahr 776 vor Christus zurück. Hier haben die Rhodern eine griechische Siedlung gegründet.

Die Citadella wurde 1961 unter Denkmalschutz gestellt und wird seitdem fortwährend restauriert. Innerhalb dieses Komplexes befindet sich die Ruine des mittelalterlichen Klosters Santa Maria aus dem 11. Jahrhundert, welche heute als Bühnenkulisse für Musikveranstaltungen und Freilichtaufführungen genutzt wird. 

Der ganze Komplex lässt sich fast durchgängig auf der ehemaligen Stadtmauer umrunden. Leider beginnt es im letzten Abschnitt an zu regnen und so brechen wir die Aussenerkundung ab, wechseln ins Innere des Museums. Während wir die Regenschauer abwarten, finden sich in diversen Vitrinen Ausgrabungsobjekte zu den einzelnen Epochen dieser Fundstätte.

Der Regen hat sich erst einmal verabschiedet und so queren wir die große Straße vor dem Museum und befinden uns direkt am Strand bzw. der Promenade. Dieser folgen wir bis zum Jachthafen und beschließen dann, durch die Altstadt weiter zu gehen. Vor uns liegen viele, enge und verwinkelte Gassen und es sind überwiegend Bar´s, Restaurants und Imbissbuden, an denen wir vorbeilaufen. Der größte Teil hat geschlossen und wahrscheinlich nur im Frühjahr und Sommer geöffnet. Mittlerweile hat sich der Himmel immer weiter zugezogen und bevor es so richtig mit dem Regen losgeht, finden wir ein Plätzchen in einem Restaurant an der Promenade. Mit dem Kaffee kommt der Regen und die Abfahrtszeit des Buses zurück nach Cadaque rückt näher. Also Kapuze auf und los Richtung Busbahnhof. Hier stellen nicht nur wir fest, dass unsere Verbindung nach Cadaques erst um 17:00 Uhr startet und nicht wie wie geplant um 16:00 Uhr. Es hilft nichts, wir harren aus und warten.

Schließlich erwischen wir denselben Busfahrer wie auf dem Hinweg, mit einem ausgeprägtem Musikgeschmack. Wurde auf der Hinfahrt Rockmusik bevorzugt gehört, ist es auf der Rückfahrt ein lokaler Rundfunksender der ihn begeistert und deren Musik er textsicher begleiten kann.

Kaum haben wir Roses hinter uns gelassen, fängt der Wind an.

Als wir in Cadaques ankommen, ist dieser bereits in einen sehr starken Wind mit außerordentlichen Starkböen umgeschlagen. So geht es die ganze Nacht weiter und wir werden ordentlich durchgerüttelt. Fast so wie bei einer Fährfahrt mit ordentlich Seegang. Die windy-App bringt es an den Tag: der kleine vorwitzige Landzipfel liegt genau am Rand eines Sturmtiefs.

08.12.2024

Auch heute keine Sonne, nur Wind. Egal, wir bereiten uns auf die morgige Abreise vor. D.h. ver- und entsorgen, noch schnell eine Maschine mit Wäsche angeschmissen, gekocht und Reisetagebuch ergänzt. Dirk hat zwischendurch die Reiseausgaben geprüft und ist dabei auf unregelmäßige Abbuchungen vom Kreditkartenkonto gestoßen. Dabei handelt es sich um kleinere Beträge, die wir nicht zuordnen konnten. Seit Beginn unserer Reise erfassen wir genau unsere Ausgaben, gleichen diese mit den Abbuchungen vom Konto ab und deshalb fielen o.g. Abbuchungen sofort auf.  Ein Anruf beim Support hat wirklich ergeben, dass bereits zwei Buchungen gestoppt wurden, weil sich diese als auffällig entpuppt haben. Die beiden Buchungen von heute sind bereits vorgemerkt und können daher nicht mehr zurückgenommen werden. Wir haben die Karte sofort sperren lassen und werden jetzt noch vorsichtiger im Umgang sein. Wie genau es zu dem Hack der Karte gekommen ist, konnte uns die Mitarbeiterin auch nicht erklären.

065. Gruissan November/Dezember 2024

Der gestrige Freitag war ein Tag der Arbeit, drinnen am PC wie draussen am Rudi. Gegen Nachmittag wurde noch eine kurze Exkursion mit dem Rad in den Ort unternommen, den Sonnenuntergang im Hafen genossen und anschliessend eine Tiefkühlpizza besorgt. Diese wurde später im Omnia zubereitet.
Am Samstag Morgen ging es nach dem Frühstück weiter nach Gruissan. Hier haben wir die letzten zwei Jahre unsere Urlaube verbracht und es zog uns einfach hierhin.
Auf der Hinfahrt stand noch Tanken, Einkauf und ein Besuch im Baumarkt, sofern vorhanden, an.
Die erste Tankstelle an einem Intermarche nahm unsere Karten nicht an, die zweite Tankstelle an einem U-Marche auch nicht. Dafür befand sich gegenüber ein Bricolage, mit sehr guten Parkmöglichkeiten. Hier konnten Dichtungsringe für den Wasserhahn in der Küche, Silikon, Jonguestadapter (ebenfalls für den Hahn in der „Küche“) und eine Fussmatte. Die eigentliche Fussmatte wollte in Saintes-Maries-de-la-Mer bleiben.
Zurück im Van, wollten wir uns nur kurz die Hände waschen, dabei stellten wir fest, dass aus keinem der Hähne Wasser kam. Auch nicht nachdem der Hauptsicherungshebel zum Reset umgelegt wurde. Zudem wurde keine Fehlermeldung im Display angezeigt. Zum ersten Mal wurde im diesem Zusammenhang nicht über meinen gefüllten Wasserkanister geschimpft. Im weiteren Verlauf dieser Wassertestreihe, kamen wir zu dem Ergebnis, dass Wasser erst durch die Hähne in Küche und Bad fliesst, wenn die Dusche betätigt wird. Dabei war aber nicht klar, welcher Hahn zuerst geöffnet werden musste, bis man den Gewünschten benutzen konnte. Sollte es zu einem Totalausfall kommen, wären Campingplätze die Alternative und Wasser zum Kochen müsste aus dem Kanister bezogen werden.
Aber erst einmal weiter. Mittlerweile leuchtet die Tankanzeige auf und weit und breit nur noch Tanken an grossen Supermärkten mit Kartenzahlung. Deshalb wird gewendet und Kurs auf eine Dyseff Tankstelle genommen, bei der auch bar bezahlt werden kann. Und wir können sogar AddBlue sowie LPG Gas tanken.
Es geht weiter und wir kommen nachmittags in Gruissan an. Hier stehen wir am Port Sud auf einem Stellplatz der Kommune, mit Blick auf den Etang du Grazel. Da wir die Umgebung kennen, ist gleich alles vertraut und nach ein wenig Arbeiterei, brechen wir für einen Abendspaziergang ins Centre Ville auf.
Hier ist alles weihnachtlich geschmückt, einige Geschäfte, Restaurants und der kleine Supermarkt haben noch geöffnet.
Es geht an der kleinen Boulangerie vorbei zum Marktplatz, weiter zu den Fischständen und von hier aus am schmalen Kanal entlang zurück zum Stellplatz.
Dieser ist für diese Jahreszeit erstaunlich gut gefüllt.
Anschliessend wird noch ein Nudelsalat zubereitet und ein wenig auf youtube gezappt.
Morgen haben wir einen Tisch in den Salinen von Gruissan reserviert. Hier wird das Geschenk von meinen Spielgruppenfreundinnen eingelöst.

01.12.2024

Heute ist der 1. Dezember und der 1. Advent.
Nach einem ausgiebigem Frühstück, dem sonntäglichen Telefonat mit Hermännchen, geht es aufs Rad. Wir fahren zuerst die schöne Strecke immer am Wasser entlang bis zum Plage Mateille. Eigentlich möchten wir von hier weiter am Strand entlang zum Campingplatz LVL, aber das Wasser steht fast bis vorne an die Bepflanzungslinie und so kehren wir um, an der Strasse entlang zur Ortsmitte.
Wir haben für 14:00 Uhr einen Tisch in den Salinen der Combuse du Saunier reserviert und bis dahin noch etwas Zeit. Also geht es schnurstracks in die Weinerei von Gruissan. So der Plan, aber vorher werden wir am Palais de Congress von Menschen abgelenkt, die dort hineinströmen. Hier ist ein weihnachtlicher Schokoladenmarkt und den lassen wir uns nicht entgehen. Es gibt regionale Produkte in flüssiger und fester Form und nicht nur aus Schokolade.
Jetzt aber zur Weinerei. Schade, die hat sonntags zu und so gehts zu den Salinen. Hier erstmal in den Shop und anschliessend ins Restaurant. Mittlerweile ist die Sonne herausgekommen und die Salzberge auf den Salinenfelder könnten fast für Schnee gehalten werden.
Wir entscheiden uns für einen Platz im Freien und bestellen uns zunächst Rilette de Dorade, Frites Fraiche, Baguette mit Aioli und im Anschluss Huitres Special und Huitres St. Martine, Crevetten und eine Karaffe Vin Blanc. Das ganze wird getoppt mit Tiramisel und Espresso. Einmalig und vielen Dank an Claudia, Micky und Nicole, meine Spielgruppengang.
Für heute steht aber noch ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Programm. Dieser soll im hiesigen Sommerfreizeitpark bis Ende Dezember stattfinden.
Was uns erwartet ist Kirmes mit Eislaufbahn und einigen Weihnachtsbuden. „Last Christmas“ läuft an der Geisterbahn, der Weihnachtsmann sitzt mit einem Weihnachtsengel lässig in einer kleinen Holzbude und winkt uns beim Vorbeigehen jovial zu, über uns rumpelt eine Jurasic-Park-Achterbahn bei „ Christmas is all around“ vorbei, gegenüber entdecken wir Hasen und Hühner und der rote Glühwein lässt ganz viel Rückstände von was-weiß-ich-denn im Thermobecher. Die Eislaufbahn nebst Schlittschuh fahrender Eisprinzessin wird gut angenommen. Wir haben genug gesehen und begeben uns auf die Rückfahrt.
Morgen geht es nach Spanien. Cadaques ist dort unser erstes Ziel und wir bleiben dort für eine Woche auf einem Campingplatz der Wecamp-Gruppe.

Btw: einfach mal so den Küchenwasserhahn betätigt. Hat funktioniert. Eine Stunde später, nicht mehr, dafür der Hahn im Bad. Eindeutig Mobbing!

064. Meze November 2024

27.11.2024

Und schon ist es Mittwoch, morgen sind wir bereits seit 7 Wochen unterwegs.
Während des Frühstücks wird wie gestern die Stellplatzgebühr persönlich kassiert. Da der Aufenthalt mit 48 h Stunden begrenzt ist, beschliessen wir ans andere Ende der Camargue zu fahren, nach La-Grand-du-Roi. Leider sind hier alle Plätze belegt. Daher geht es weiter nach Okzitanien und nach Meze, zwischen Montpellier und Sete gelegen.
Eine Fahrt mit unzähligen Kreisverkehren. Nach ca. 100 km ist das Ziel erreicht. Wir stehen auf einem Platz der Camping Park Card Gruppe, mit insgesamt 46 Stellplätzen. Hier sind Fahrzeuge über 9 m und Anhänger erlaubt. Ent-und Versorgung, Strom und Kurtaxe kosten hier 14,82 € für 24 h.
Da wir ziemlich kaputt sind, wird nach dem Aufbauen von Starkink, Abwassertank, Stromanschluss und Tisch und Stühlen, nur noch die Sonne genossen.
Morgen geht es nach Sete und bis jetzt spielt das Wetter auch mit.

28.11.2024

Auf nach Sete und zwar zeitnah. Wir wollen dort unbedingt in die Markthallen – Halles des Setes. Die sind nur bis mittags geöffnet und es sind 20 km bis zum Ziel. Wir schaffen es tatsächlich vor zehn auf den Rädern zu sitzen und starten durch. Der Weg führt uns auf der Fahrradroute Route-de-Sete am Etang de Thau entlang. Vorbei an Bouzigues und Balaruc les-Bains. Eine wirklich schöne und abwechslungsreiche Strecke, die auch von etlichen Joggern, Walkern und Spaziergängern sowie Anglern genutzt wird. Irgendwie sind hier alle sehr quirlig unterwegs. In Sete angekommen, erst einmal Deviation. Eigentlich beinhalten all unsere Touren, egal ob mit dem Rad oder mit Rudi, kurz vor dem Ziel Umleitungen. Unser Markthallenzeitfenster schrumpft. Es schwindet weiter, als wir ins Zentrum kommen, denn ab jetzt müssen wir wirklich aufpassen wo es lang geht. Viel Verkehr, Einbahnstrassen, Fussgänger, Bürgersteige die plötzlich Radwege werden. Nachdem wir unser Ziel konsequent eingekreist haben, stehen wir mitten im Zentrum vor einem Gebäude, das wie ein Parkhaus aussieht. Ist es auch, im Obergeschoss. Im Erdgeschoss gelangen wir durch eine unscheinbare Eingangstür ins Innere.
Und sofort ist man mittendrin im Schlemmerparadies und Gewusel. Es wird begutachtet, abgewogen, gequatscht, gegessen und getrunken. Einige Stände räumen bereits zusammen, andere bereiten sich auf das Mittagspausengeschäft vor. Nach einem Rundgang durch die Halle, bleiben wir vor einem Austernstand stehen. An den Tischen werden kräftig Austern, Muscheln und Garnelen verzehrt. Dazu wird Bier oder Wein getrunken. Spontan entschliessen wir uns dies auch zu tun und bestellen ein gemischtes Gedeck mit Austern, Garnelen, Brot, Aioli und Zitrone. Die krustigen Schalentiere sind schon geöffnet und mit einem kleinen Messer lösen wir die Auster von der Schale, träufeln etwas Zitrone darüber und schlürfen sie aus. Es ist geschmacklich nicht unangenehm, eher nicht vertraut und erinnert leicht an Muscheln. Dirk kaut sie, ich schlucke sie nach dem Schlürfen einfach runter. Dazu ein leichter Weisswein, köstlich. Mittlerweile ist es halb eins und die Halle füllt sich weiter mit Menschen, die gerade Pause haben, weiteren Touristen und Schülern.
Im Anschluss an diese kulinarische Auszeit, erkunden wir die Stadt noch etwas zu Fuss und sie gefällt uns auf Anhieb. Es ist dieser freundlich, lässige und etwas patinierte Charme der Strassen, Häuser und Wasserpromenaden, der uns sofort anfunkt. Am Leuchtturm entschliessen wir und deshalb, eine andere Strecke zurück zu fahren. Wir setzen die Tour einfach fort, in dem wir den Etang de Thau weiter umrunden. Sind zwar rund 40 km, aber da haben wir jetzt total Lust zu.
Es geht zunächst auf einem ca. 17 km langen Deich, der den Etang de Thau vom Mittelmeer trennt, Richtung Agde. Ungefähr auf halber Strecke entdecken wir einen Parkplatz auf dem auch WoMos stehen. Werden wir uns mal merken, vlt. führt uns der Weg hier noch einmal vorbei.
Agde lassen wir links liegen und kommen an Marsellaine vorbei. Was für ein Städtchen, wir kriegen uns gar nicht mehr ein. Als dann noch ein Abschnitt mit Austernzüchtern kommt, bei denen man die Ware erntefrisch kosten kann, ist es ganz aus.
Die Tour führt uns nur über Radwege und nach den Austernfischern sogar über Stege durch ein Feuchtgebiet und kleinen Weinanbaugebiete.
Mit den letzten Sonnenstrahlen kehren wir nach Meze zurück und haben insgesamt 79 km zurück gelegt. Die merkt man uns aber auch an.

063. Saintes-Maries-de-la-Mer November 2024

25.11.2024

116 km von Plage de la Saulce entfernt, sind wir gegen zwei Uhr in Saintes-Maries-de-la-Mer in der Camargue angekommen. Wir stehen auf einem städtischen Stellplatz, direkt am Ort. Laut Aushang für 15 € die Nacht, mit Ver- und Entsorgung, ohne Strom und mit einer max. Aufenthaltsdauer von 48 Std. . Wie man das hier kontrollieren will, ist uns ein Rätsel: einen Platzsheriff konnten wir noch nicht ausmachen. Warten wir mal ab.
Während der Hinfahrt mussten wir den Hänger in Martingues schon abkoppeln. Eine Umleitung machte die Weiterfahrt nur für Fahrzeuge mit einer Höhe bis 2,20 m möglich. Wir benötigen 3,20 m. In Fahrtrichtung versperrte aber eine Baustelle die Weiterfahrt. Rückwärts ging überhaupt nichts weiter, weil die historische Innenstadt für den Verkehr gesperrt ist. Also blieb uns nur noch das Abkoppeln des Hängers im lfd. Gegenverkehr und ein Wendemanöver mit Rudi mit anschließendem Ankoppeln des eckigen Gefährtes. Hat aber alles geklappt und nach einigem Hin- und Herfahren wegen der Baustelle, haben wir es irgendwann über die Brücke am Quai des General LecLerc geschafft, dann über die blaue Brücke und im Zick-Zack durch die kleineren Vororte in Richtung Fos-sur-Mer. Hier haben wir erst einmal unsere Vorräte aufgestockt.
Die Gegend dort ist geprägt durch riesige Raffinerien entlang der Küste. Und plötzlich veränderte sich auch generell die Landschaft: die schroffe Küstenstruktur weicht einer flachen, weitläufigen Kulturlandschaft mit Getreide-, Weide- und Wasserflächen.
Hinter Arles tauchen wir praktisch ein in den Naturpark Camargue. Können typische Camarguepferde ausmachen und entdecken kurz vor Saintes-Maries-de-la-Mer Flamingos.
Eine Mittagspause mit frischem Kaffee und Snack muss sein. Anschliessend geht es raus in den Ort. Es ist wirklich warm, aber der Wind hat es in sich. Wir drehen eine grosse Runde bis ans Wasser, zum kleinen Hafen und einigen Kitern, die diesen Wind und die Wellen nicht abschreckt. Dann schlendern wir zurück durch das Städtchen. Vorbei an der Stierarena. Und weiter ins Zentrum. Hier haben die meisten Geschäfte zu. Nur einige Boutiquen und Souvenirshops sowie Lebensmittelläden haben geöffnet. Unsere Postkarten aus Hyeres finden einen Briefkasten, der täglich um 09:00 Uhr geleert wird und wir schauen noch kurz in die Kirche Notre-Dame-de-la-Mer. Es ist eine kleine Kirche, die so viel Charme versprüht, nachdem wir durch die alte, hölzerne Eingangstür eingetreten sind und uns spontan an die Kirche in Gruissan erinnert. Eine Kirche die nicht für Kleriker gemacht ist, sondern für Menschen. Hört sich hölzern an, aber genauso wirkt es. Es handelt sich hier um den ersten Wallfahrtsort der Provence. Die Kirche ist den heiligen Frauen Marie-Salome und Marie-Jacobe gewidmet.
Im Intermarche erstehen wir noch etwas weihnachtliche Deko.
Wieder zurück an unserem Rudi geht es an die Vorbereitungen zum Abendessen. Zu den Resten von gestern, gesellt sich ein Kartoffel-Thunfisch-Avocadosalat und eine weitere Buchung: vom 02.12.24-09.12.24 geht es nach Cadaques in Spanien.

26.11.2024

Nach einer stürmischen und regnerischen Nacht, sieht es am Dienstag komplett anders aus. Es ist windstill und sonnig. Während des Frühstücks klopft es an die Schiebetür. Eine Mitarbeiterin des Ortes stellt sich vor und kassiert die 15 € Stellplatzgebühr.
Etwas später sind wir bereits startklar für eine kleine Radtour an den Baisse de Mouillot, mitten ins Naturschutzgebiet Camargue. Es geht zunächst durch den Ort, zur Promenade und von dort aus, das Meer rechts-schultrig auf den Digue a la Mer, einem schmalen Weg, genau zwischen Meer und Wasserlandschaft der Camargue. Immer wieder halten wir an und erkunden den Strand, beobachten auf der Etangseite die Flamingos und Schmuckreiher. Mit den Rädern können wir diesem Weg nur bis zum Pertuis de Rusty folgen. Der matschige Untergrund hindert uns an der Weiterfahrt.
Mittlerweile gesellen sich auch etliche Mücken zu uns und versuchen konsequent an ihre Nahrung zu kommen.
Es geht für eine kleine Pause zurück. Anschliessend radeln wir in die andere Richtung los. Leider hört hier der Radweg schon nach ca. 2 km Richtung D‘Aigues Mortes auf und es geht an der Strasse weiter. Dieser folgen wir nur bis zur Fähre über die Petit Rhone und kehren um. Die Suche nach einer Alternativroute bleibt ergebnislos bzw. endet im Matsch und so radeln wir auf der Route D‘Arles zurück nach Saintes Maries de la Mer. Hier gibt es in der Bar Bagdad, hinter der Kirche, eine kleine Erfrischung und nach dem Erwerb von zwei Baguettes zurück zum Rudi. Zwischendurch immer wieder hungrige Mücken. Auch im Auto haben sie Unterschlupf gefunden, was wiederum zu einer unruhigen Nacht führt.

062. Martingues November 2024

22.11.2024

Nach einer knapp 2,5 stündigen Fahrt sind wir am Plage de la Saulce, auf einem Stellplatz der Camping Car Park Gruppe angekommen. Es ist ein kleiner Stellplatz für insgesamt 9 WoMos und wir passen mit Anhänger so richtig schön in die Ecke. Der Platz ist so klein, dass wir aus dem Stand das Auto befüllen können. Die Räder werden direkt startklar gemacht und es geht nach Sausset les Pins. Der Wind hat es in sich und wir werden so richtig durch gepustet. Immer wieder geht es nach kleineren Schlenkern an einer Bucht vorbei. Die Gegend ist mit Campingplätzen und Ferienanlagen übersät. Aber die Saison ist natürlich schon vorbei und so liegt alles ruhig und verlassen da. Das Örtchen bietet alles Notwendige und auf der Strandpromenade haben wir freie Fahrt. Die Strecke ist sehr hügelig und da wir unsere Akkus nicht geladen haben, treten wir den Rückweg an. Fahren noch kurz in den Ort Carro auf der anderen Seite des Stellplatzes und kommen mit fast leeren Akkus zurück. Jetzt ist erst einmal Ende im Gelände und Pause angesagt. Abends gibt es eine Gemüsepfanne mit CousCous.

23.11.2024

Für heute ist eine Radtour, grösstenteils an der Küste entlang, Richtung Martingues geplant. Wir sind sehr gespannt, denn dieser Ort wird als Venedig Frankreichs gehandelt.
Die Route führt uns zunächst in den Nachbarort Carro. Hier ist heute Markt und den müssen wir uns natürlich ansehen. Ein kleiner, feiner Markt, mit allem, was so benötigt wird. Weiter geht es runter zum Hafen und hier landen wir direkt auf dem Fischmarkt, der hier täglich stattfinden soll. Muscheln, Austern, Doraden, Loup und Schwertfisch und vieles mehr, werden fangfrisch angeboten.
Von hier aus führt uns ein toller Küstenradweg weiter bis an den Plage des Laurons und direkt an einem imposanten thermischen Kraftwerk vorbei über Lavera, einem Vorort von Martingues.
Die Sonne ist hinter Wolken verschwunden und es ist so richtig kalt, obwohl wir Thermounterwäsche und Handschuhe tragen.
Und was soll ich schreiben, der Ort selbst hat uns gar nicht angesprochen und wie es zu dem Zusatz: Vendig Frankreichs gekommen ist, können wir nicht nachvollziehen.
Selbst als wir die Räder an der blauen Brücke, mit seinem Fischerpaar abschliessen und zu Fuss durch den Ort schlendern, springt der Funke nicht über. Woran dies nun genau liegt, ist schwer zu sagen, vlt. trägt auch das ungemütliche Wetter dazu bei. Aber die Radtour an sich, mit den abwechslungsreichen Streckenabschnitten, der kleine Ort Carro mit seinem Hafen, haben uns viel mehr gefallen.
Am Hafen in Carro gibt es einen kostenpflichtigen Stellplatz direkt hinter dem Fischmarkt, mit Ver- und Entsorgung, ohne Strom: 6 Quai Jean Verandy, 13500 Martigues, Frankreich.
Nach fünf Stunden kehren wir durchgefroren zum Stellplatz zurück. Hier gibt es Kaffee und Riesencookies und einen Rhababeralikör bzw. Whisky aus der Senftdestillerie vom Bodensee (beides Geschenke von meinem alten Team) zum Aufwärmen.

24.11.2024

Es ist Sonntag und nach anfänglicher Trödelei geht es tatsächlich für einen Spaziergang vor den Rudi. Der Wind hat wieder zugenommen, aber es ist ca. 16 Grad warm und es fühlt sich draussen sehr angenehm an.
Wir laufen direkt zum kleinen Strand und entschliessen uns, einem schmalen Wanderweg rechts entlang zu laufen. Das Meer befindet sich links-schultrig, nachdem wir einen wilden, stufigen Trampelpfad hinauf gefolgt sind. Dann befinden wir uns oberhalb der zerfurchten Klippen und wandern knappkantig an den Rändern entlang. In der Ferne können wir den Leuchtturm von Carro ausmachen. Tatsächlich kommen wir ziemlich nah an ihn heran, uns trennt später nur noch eine weitere zerklüftete Bucht. Es ist einiges los hier oben. Die Gegend bietet sich hier geradezu an, für kleine Spaziergänge oder längere Wanderungen.
Der Rückweg führt uns durch bewaldetes Gebiet zurück zum Stellplatz. Zwischendurch pflückt Dirk noch einige Zweige Rosmarin für das Hühnchengericht heute Abend.
Es folgt aber erst ein kleiner Snack und ein frischer Kaffee, handgemahlen.
Seit heute Mittag tropft der neue Hahn wieder und dazu ist es auch wieder feucht an der neu angebrachten Leitung. Da die Feuchtigkeit bzw. die Nässe nicht permanent bei Gebrauch des Wasserhahns auftritt, gehen wir davon aus, dass die Dichtung direkt unter dem Hahn defekt ist. Aus Ermangelung einer solchen, helfen wir uns zunächst mit Uhu-Klebegummis aus. Einfach ein paar Pads zusammengeknetet, aufgerollt und um den Hahn gewurschtelt. Mal sehen, ob es hilft.

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