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Author : Rudi-on-Tour

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072. Setenil de las Bodegas Dezember 2024

19.12.2024

Auf dem Weg nach El Coronil geht es zunächst nach Setenil de las Bodegas. Zur Hauptattraktion der Kleinstadt zählen die vom Rio Guadalporcun ausgewaschenen und unter einem Felsüberhang (Abri) erbauten Häuser, in denen sich heute zahlreiche Geschäfte befinden. Setenil liegt an der „Straße der weißen Dörfer“ , der Ruta de los Pueblos in Andalusien.

Auf der Weiterfahrt müssen wir in den Ort hinein und über die Calle de San Sebastian und Serpentinen wieder ganz hinauf, um auf die Ca-9120 zu gelangen. Währenddessen entdecken wir, dass dieser Ort noch viel mehr zu bieten hat, als die spektakulären Häuser unter den Felsüberhängen. Hier müssen wir also noch einmal hin.
Hinter Torre de Alhamquine legen wir eine Pause ein. Wir haben nicht richtig gefrühstückt und jetzt schlägt der Hunger zu. Spontan bleiben wir auf einer Parkbucht direkt am Abhang stehen. Unter uns befindet sich eine Ziegenfarm und die unterschiedlich braun-gefellten Paarhufer, heben sich erst beim zweiten Blick von dem fast gleichfarbigen Untergrund ab.
Es geht weiter und wir passieren Olvera, eine Gemeinde in der Provinz Cádiz in Andalusien, gelegen an der Ruta de los Pueblos Blancos. Auf der höchsten Erhebung mitten im Ort befinden sich eine Pfarrkirche, die auf den Resten einer maurischen Moschee errichtet wurde und eine Burgruine. Auch diesen Spot sollten wir uns merken.

Übrigens, heute ist Donnerstag und wir sind seit 10 Wochen unterwegs.

071. Ronda Dezember 2024

16.12.2024

Von Gorafe bis nach Ronda haben wir ca. 280 km zurückgelegt. Dabei hatten es die letzten 60 km auf Bundesstrassen aufgrund des starken Windes wirklich in sich. Nach einer kurzen Pause brechen wir zu einem Erkundungsgang durch die Stadt auf. Wir folgen der Avenida de Malaga geradewegs ins Zentrum, passieren die Einkaufsstrasse, schauen uns kurz ein wenig um und landen an der Sehenswürdigkeit von Ronda überhaupt, der Puente Nuevo. Dieses Brückenbauwerk in der Stadt Ronda überspannt den Río Guadalevín, der in der etwa 120 Meter tiefen Schlucht El Tajo die Altstadt, La Ciudad, von dem jüngeren Stadtteil El Mercadillo trennt.
Ein grandioses Bauwerk und ein ebenso grandioser Ausblick. Für die kommenden Tage nehmen wir bereits einen Weg hinab in die Schlucht in Augenschein.
Jetzt aber zunächst durch die weihnachtlich geschmückte Innenstadt zurück zum Stellplatz, der sich weiter oben in der neuen Stadt befindet. Ausserdem müssen wir noch etwas einkaufen und Hunger haben wir auch.
Zurück im Camper, stellen wir fest, dass sich das Dometicpaneel nur verzögert bedienen lässt. Wir tricksen also noch einige Zeit mit dem Hauptschalter herum, nehmen uns anschliessend vom Landstrom und wundern uns, warum jetzt alles wieder funktioniert: Elektriktrick eben.

17.12.2024

Heute lassen wir es langsam angehen und beschliessen, einen weiteren Tag in Ronda zu bleiben. Die Wetteraussichten für Mittwoch sind sehr verlockend: Sonne und 18 Grad, da heben wir uns die weitere Besichtigung für morgen auf.

Heute wird ein wenig geräumt, gewaschen, eine kaputte Sicherung ausfindig gemacht (die aber leider nicht für die Funktionalität der Wasserhähne zuständig ist), gelesen, geschrieben und Bildmaterial verarbeitet.

18.12.2024

Heute starten wir mit den Rädern durch zur Stadterkundung. Es geht über das angrenzende
Stadion de Futbol am Lidl vorbei und über die Avenida de Juan Pablo ll, fahren wir am östlichen Rand von Ronda hinunter zur Puente Viejo, der alten Brücke. Sie ist nicht so hoch wie die Puente Nuevo, aber nicht minder beeindruckend. Der kleinen Strasse weiter folgend kommen wir zu den arabischen Bädern, die wir natürlich besichtigen. Ich bekomme sofort Lust auf ein ausgiebiges Spa. Leider lässt sich dies in dieser Ausgrabungsstätte nicht realisieren und so geht es weiter. Direkt hinter dem Bädermuseum gibt es wirklich ein Hamamm mit Restaurant und ich bin kurz davor, den Plan für den heutigen Tag umzuschmeissen, aber Weihnachten steht vor der Tür und Portugal ruft, also keine Entspannung im dampfenden Bad. Dafür atemberaubend steil durch den alten Stadtteil von Ronda nach oben.
Hier oben ist gerade Snackzeit, die Restaurants und Tapas-Bars gut besucht. Wir entsagen tapfer, schliesslich wurden die Megabrötchen von Dirk belegt und eingepackt, so wir folgen unserem Ziel: den Weg am Rand der neuen Brücke vorbei ins Tal. Also hurtig am Mirador del Hoya del Tajo die Räder abgestellt und geradewegs nach unten, die Brücke linksschultrig. Erster Halt, der Desfiladero del Tajo. Ab hier geht es mit Haarnetz und Helm bis hinunter zum Wasserfall, für den der mag und dem die Frisur anschliessend egal ist. Wir sind seit Oktober Selbstschneider, so dass wir Drei-Wetter-Taft Probleme eigenständig meistern.
Was für Eindrücke hier unten auf einen warten, einfach nur toll.
Dirk möchte natürlich die Hinweise und Sperrungen weiter unten ignorieren, aber ich glaube, er hat nur keine Lust den ganzen Weg bergauf zurückzugehen.
Aber wir schaffen es. Doch die Aussichtsplattform vom Desfiladero eröffnet unten weitere spektakuläre Haltepunkte und so folgen wir dem steinigen Pfad weiter abwärts. Da man vom Gucken nicht umfänglich satt wird, beschliessen wir für eine Pause zu den Rädern zurückzukehren, die belegten Brötchen zu vertilgen und anschliessend mit den Rädern durch das Tal des Tajo zu fahren. Ein Weg wurde bereits vom ersten Aussichtspunkt ausfindig gemacht.
Die Pause oben im Park wird mit Gitarrenmusik begleitet. Ein Musiker spielt hier oben schon seit geraumer Zeit.
Gestärkt geht es dann wieder auf die Räder und hinab auf holprigen Wegen durch das Tal. Unterhalb der neuen Brücke wird die Drohne gestartet, bevor es auf dem Camino weitergeht. Hier unten treffen wir nur Menschen an, die auf den Olivenhainen arbeiten oder in den versprenkelten Hofschaften leben. Ein Womo fällt uns auf, das ein fast gerades Plätzchen gefunden hat. In einem grossen Bogen und etlichen Höhenmetern weiter, gelangen wir auf die A-374 und nähern uns Ronda von Westen. Am Mirador des los Pinos entdecken wir einen WoMo-Stopp mit grandiosem Blick auf das Tal und die Brücke.
Es geht weiter in die Stadt. Im Alamendo del Tajo legen wir eine kleine Pause ein, bevor es an der Stierkampfarena und der Fussgängerzone vorbei zurück zum Stellplatz geht.
Hier bereiten wir alles für die morgige Abfahrt vor, schauen noch schnell nach, ob die georderten Kokosmakronen für Hermännchen unterwegs sind und vertilgen Kohlrouladen zum Abendbrot.

070. Gorafe Dezember 2024

15.12.2024

Früh los am dritten Advent, da Ver-und Entsorgung am Tag zuvor erledigt wurde. Sind beteits kurz nach 10 h in Gorafe und kommen aus dem Staunen erst einmal nicht heraus. Der kleine Ort verfügt über einen schönen Platz etwas oberhalb an der Calle de Milla 1. Der Platz ist kostenfrei. Bevor wir zu einer Wanderung aufbrechen, wird gefrühstückt und das Solarpaneel angebracht.
Die Wüste von Gorafe in der Provinz Granada in Andalusien ist wie von einem anderen Planeten. Das durch vielfältige Formen und Farben geprägte Gebiet besitzt eine einzigartige Schönheit und während wir den ganzen Tag durch die Gegend streifen, erinnert uns die Landschaft an Kappadokien.

Nach dem späten Frühstück haben wir uns für eine kleine Wanderung den Hügel hinauf entschieden, um die in den Berg gebauten Behausungen sowie den Ausblick geniessen zu können. Es geht 2 km in Serpentinen steil bergauf und wir haben so was von keine Kondition. Der Weg ist für WoMos gesperrt, erinnert an meine Horrorfahrt auf La Palma und ich bin froh nicht mit dem Rad gefahren zu sein. Egal, der Ausblick entschädigt für alles. Oben angekommen, verläuft der Weg auf dem Plateau schnurgeradeaus. Wir lassen die Drohne in die Luft und können sie leider kurze Zeit später nicht mehr orten, weil die Sonne so stark blendet. Wir hatten wie sie schon abgeschrieben, aber irgendwie hat Dirk den Homepoint aktivieren können und dort ist sie dann gelandet. Mitten auf der Schotterstrasse, ca. 500 m weiter weg. Ist aber noch mal alles gut gegangen und wir sind auf die Aufnahmen gespannt.
Wir folgen dem Weg weiter zu einem Aussichtspunkt, hocken uns quasi an den Rand des Abhangs und legen eine Pause ein. Von hier oben haben wir nicht nur einen fantastischen Ausblick über das Tal, sondern auch über den Ort selbst und können in jede Strasse und auf jedes Haus blicken. Der überwiegende Teil der Gebäude ist in die Felsen gebaut, nur ein kleiner Teil besteht aus einer Fensterfront und dem Eingang. Auf dem Fels befindet sich ein Zuckerhutartiger Schornstein und ggf. verglaste Lichtöffnungen nach oben.
Gemächlich wandern wir zurück, nicht ohne die unzähligen Mandelbäume zu bestaunen, die sich schon auf die kommende Blüte vorbereiten.
Für den Rudi ist es noch zu früh und wir gehen in den Ort, am Dorfplatz vorbei, entdecken einen Stellplatz der verschlossen ist, Ferienwohnungen ganz oben und auch im Felsen, noch weiter hoch auf einen Grat mit einer Madonnenstatue, wieder runter zu einer Kirche, folgen lauten Stimmen und landen in einer Bar, mit Namen: Meson de Illusion. Das frischgezapfte Bier ist keine Illusion unf auch nicht die Menschen, die an einem Sonntag Nachmittag hier gesellig zusammen kommen.
Die Sonne verschwindet und wir ziehen uns auch in den Rudi zurück.

068. Murcia Dezember 2024

10.12.2024 – Kilometerstand 52.047 und somit sind wir seit Reiseantritt am 10.10.24 insgesamt 3.758 km gefahren. Wie angekündigt wurde der heutige Tag auch nur mit Fahrerei verbracht. Da wir gestern bereits ca. 600 km zurückgelegt haben, blieben heute noch etwas mehr als 500 km übrig. Mit Hänger dürfen wir nicht mehr als 90 km/h fahren und da es nach Madrid überwiegend eben voranging, war die Strecke eher unspektakulär. Bis auf die vier Gänsegeier, die nach ca. 10 km auf der GU-118 am Natural Park Barranco del Rio Grande, über der Strasse kreisten. Leider konnte kein Foto geschossen werden, da sie sich genau über uns befanden und dann abdrehten. Murcia haben wir kurz nach 16:00 Uhr erreicht. Am Stellplatz, Area Camper Murcia Rio. sind wir dann erst einmal vorbeigefahren, weil die Strasse zu eng, der Verkehr zu dicht und die Einfahrt zu klein. Nach einem erfolgreichen Wendemanöver über einen Parkplatz, wurden wir beim 2. Anfahrtsversuch von einer MA in Empfang genommen und eingewiesen. Die Plätze sind eben und auf einem Kiesbett, wer mag kann Strom dazu buchen. In der Stellplatzgebühr von 14€ sind Ver- und Entsorgung, WC, Duschen sowie Spülplätze enthalten. Der Platz kann in der Zeit von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr befahren werden, danach ist er durch ein Rolltor gesichert. Anschliessend habe ich noch ein wenig gearbeitet und Dirk hat gekocht: Tortellini al Forno im Omnia. Morgen steht eine Tour in die Stadt mit dem Rad auf dem Programm.

11.12.2024

Am Vormittag ging es mit dem Rad ins Zentrum von Murcia. Nicht weit vom Stellplatz führt ein Radweg am Rio Segura entlang geradewegs ins Zentrum. Murcia ist eine Universitätsstadt im Südosten von Spanien, mit knapp 460.000 Einwohnern und die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Die Entfernung zur Küste beträgt gut 45 km. Und was man hier erlebt ist glaube ich Spanien pur – eine quirlige Stadt, nur vereinzelt Touristen, enge Strassen und Gassen, viel Architektur, unzählige kleine Geschäfte, versteckte Restaurants, großzügig angelegte Fahrradwege (da könnte sich Düsseldorf so was von abschneiden!) und überall Orangenbäume.
Zuerst geht es in den Mercado, direkt neben der theologischen Fakultät. Eine Markthalle, die über zwei Ebenen verläuft und über Wurst, Käse, Obst und Gemüse, auch ein grossen Sortiment an Fisch bereithält. Zwischendrin kleine Bars und eine Minibücherei.
Anschliessend suchen wir einen Copyshop und eine Post. Da google maps an diesem Tag mit mir nicht kompatibel ist, laufen wir eine bestimmte Route bestimmt 4xmal ab😬. Egal irgendwann hat es nach Dirks beherztem Eingreifen geklappt und die Erledigungen konnten erfolgreich abgeschlossen werden.
An diesem Vormittag sind überall kleine Bühnen aufgebaut, auf den Schulklassen lautstark Weihnachtslieder vortragen. So auch vor der Kathedrale auf der Plaza Cardinal Belluga. Hier suchen wir uns ein Plätzchen im gegenüberliegenden Restaurant, geniessen eine Pizza und lauschen.
Gestärkt, aber fröstelnd, erkunden wir die Stadt mit den Rädern weiter. Stossen dabei auf einen Mercadillo de Navidad, einem Weihnachtsmarkt, der aber leider nur am WE geöffnet hat, queren den Fluss in Höhe des Jardines del Mallecon und machen einen Schlenker in den Stadtteil El Carmen. Leichter Nieselregen bewegt uns zur Rückkehr. Wir haben das Solarpaneel angebracht und dies sollte nicht nass werden.
Der weitere Nachmittag verläuft arbeitend, planend und Stollen essend😋.
Zwischendurch versuchen wir die ecoflow über die Aufbaubatterie, mittels Zigarettenanzünder-Adapter, zu laden. Dies hatten wir auf der Hinfahrt bereits über die normale Batterie versucht und festgestellt, dass dies nicht mehr funktioniert. Auch jetzt klappt es nicht, der Stecker ist defekt und muss ersetzt werden.
Morgen ist wieder Reisetag. Es geht auf die Route 66 bzw. N 340a, nach Tabernas.

067. Sigüenza Dezember 2024

„Wir fahren, fahren, fahren auf der Autobahn
Wir fahren, fahren, fahren auf der Autobahn. Vor uns liegt ein weites Tal
Die Sonne scheint mit Glitzerstrahl“, dieser Songtext von Kraftwerk aus dem Jahr 1974, beschreibt den Tag umfassend. Wir sind vor neun Uhr los gekommen und nach einem Halt bei Lidl und einer Tanke, zunächst in Richtung Lleida und Saragossa gefahren. Immer via Autopista, die seit einiger Zeit, bis auf wenige Ausnahmen, mautfrei sind. Nach einem weiteren Tankstop in der Provinz Arragon, haben wir über park4night nach einem Stellplatz Ausschau gehalten, da wir keine Lust hatten in der Dunkelheit weiter zu fahren. Die Wahl fiel auf Sigüenza, ca. 160 km von Madrid entfernt. Eigentlich sollte die Route uns direkt an der Küste über Valencia führen, aber nach der verheerenden Flutkatastrophe im Oktober, wollten wir diese Region so weit wie möglich meiden. Eindeutig ein Umweg, aber das Autobahnnetz lässt eine kürzere Route nicht zu. Auf dem Weg zum Stellplatz fällt die Temperatur bis auf zwei Grad und entlang der Piste entdecken wir Einsatzfahrzeuge des Winterdienstes. Mit dem letzten Licht des Tages erreichen wir dann Sigüenza und sind richtig erstaunt, was uns hier erwartet. Eine imposante Befestigungsanlage, eine Kathedrale und eine kleine Stadt im weihnachtlichen Lichterglanz. Der Stellplatz liegt gegenüber der Stierkampfarena. Auf google maps habe ich das Gebäude für eine Kläranlage gehalten😬. Der Platz ist bis auf zwei weitere WoMos leer und gebührenfrei. Ver- und Entsorgung sowie Mülltonnen sind vorhanden. Ausser Abendessen ist nicht mehr viel gelaufen. Morgen geht es weiter Richtung Murcia, also ein weiterer Fahrtag, der uns bevorsteht.

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