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Category : Reisen

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070. Gorafe Dezember 2024

15.12.2024

Früh los am dritten Advent, da Ver-und Entsorgung am Tag zuvor erledigt wurde. Sind beteits kurz nach 10 h in Gorafe und kommen aus dem Staunen erst einmal nicht heraus. Der kleine Ort verfügt über einen schönen Platz etwas oberhalb an der Calle de Milla 1. Der Platz ist kostenfrei. Bevor wir zu einer Wanderung aufbrechen, wird gefrühstückt und das Solarpaneel angebracht.
Die Wüste von Gorafe in der Provinz Granada in Andalusien ist wie von einem anderen Planeten. Das durch vielfältige Formen und Farben geprägte Gebiet besitzt eine einzigartige Schönheit und während wir den ganzen Tag durch die Gegend streifen, erinnert uns die Landschaft an Kappadokien.

Nach dem späten Frühstück haben wir uns für eine kleine Wanderung den Hügel hinauf entschieden, um die in den Berg gebauten Behausungen sowie den Ausblick geniessen zu können. Es geht 2 km in Serpentinen steil bergauf und wir haben so was von keine Kondition. Der Weg ist für WoMos gesperrt, erinnert an meine Horrorfahrt auf La Palma und ich bin froh nicht mit dem Rad gefahren zu sein. Egal, der Ausblick entschädigt für alles. Oben angekommen, verläuft der Weg auf dem Plateau schnurgeradeaus. Wir lassen die Drohne in die Luft und können sie leider kurze Zeit später nicht mehr orten, weil die Sonne so stark blendet. Wir hatten wie sie schon abgeschrieben, aber irgendwie hat Dirk den Homepoint aktivieren können und dort ist sie dann gelandet. Mitten auf der Schotterstrasse, ca. 500 m weiter weg. Ist aber noch mal alles gut gegangen und wir sind auf die Aufnahmen gespannt.
Wir folgen dem Weg weiter zu einem Aussichtspunkt, hocken uns quasi an den Rand des Abhangs und legen eine Pause ein. Von hier oben haben wir nicht nur einen fantastischen Ausblick über das Tal, sondern auch über den Ort selbst und können in jede Strasse und auf jedes Haus blicken. Der überwiegende Teil der Gebäude ist in die Felsen gebaut, nur ein kleiner Teil besteht aus einer Fensterfront und dem Eingang. Auf dem Fels befindet sich ein Zuckerhutartiger Schornstein und ggf. verglaste Lichtöffnungen nach oben.
Gemächlich wandern wir zurück, nicht ohne die unzähligen Mandelbäume zu bestaunen, die sich schon auf die kommende Blüte vorbereiten.
Für den Rudi ist es noch zu früh und wir gehen in den Ort, am Dorfplatz vorbei, entdecken einen Stellplatz der verschlossen ist, Ferienwohnungen ganz oben und auch im Felsen, noch weiter hoch auf einen Grat mit einer Madonnenstatue, wieder runter zu einer Kirche, folgen lauten Stimmen und landen in einer Bar, mit Namen: Meson de Illusion. Das frischgezapfte Bier ist keine Illusion unf auch nicht die Menschen, die an einem Sonntag Nachmittag hier gesellig zusammen kommen.
Die Sonne verschwindet und wir ziehen uns auch in den Rudi zurück.

068. Murcia Dezember 2024

10.12.2024 – Kilometerstand 52.047 und somit sind wir seit Reiseantritt am 10.10.24 insgesamt 3.758 km gefahren. Wie angekündigt wurde der heutige Tag auch nur mit Fahrerei verbracht. Da wir gestern bereits ca. 600 km zurückgelegt haben, blieben heute noch etwas mehr als 500 km übrig. Mit Hänger dürfen wir nicht mehr als 90 km/h fahren und da es nach Madrid überwiegend eben voranging, war die Strecke eher unspektakulär. Bis auf die vier Gänsegeier, die nach ca. 10 km auf der GU-118 am Natural Park Barranco del Rio Grande, über der Strasse kreisten. Leider konnte kein Foto geschossen werden, da sie sich genau über uns befanden und dann abdrehten. Murcia haben wir kurz nach 16:00 Uhr erreicht. Am Stellplatz, Area Camper Murcia Rio. sind wir dann erst einmal vorbeigefahren, weil die Strasse zu eng, der Verkehr zu dicht und die Einfahrt zu klein. Nach einem erfolgreichen Wendemanöver über einen Parkplatz, wurden wir beim 2. Anfahrtsversuch von einer MA in Empfang genommen und eingewiesen. Die Plätze sind eben und auf einem Kiesbett, wer mag kann Strom dazu buchen. In der Stellplatzgebühr von 14€ sind Ver- und Entsorgung, WC, Duschen sowie Spülplätze enthalten. Der Platz kann in der Zeit von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr befahren werden, danach ist er durch ein Rolltor gesichert. Anschliessend habe ich noch ein wenig gearbeitet und Dirk hat gekocht: Tortellini al Forno im Omnia. Morgen steht eine Tour in die Stadt mit dem Rad auf dem Programm.

11.12.2024

Am Vormittag ging es mit dem Rad ins Zentrum von Murcia. Nicht weit vom Stellplatz führt ein Radweg am Rio Segura entlang geradewegs ins Zentrum. Murcia ist eine Universitätsstadt im Südosten von Spanien, mit knapp 460.000 Einwohnern und die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Die Entfernung zur Küste beträgt gut 45 km. Und was man hier erlebt ist glaube ich Spanien pur – eine quirlige Stadt, nur vereinzelt Touristen, enge Strassen und Gassen, viel Architektur, unzählige kleine Geschäfte, versteckte Restaurants, großzügig angelegte Fahrradwege (da könnte sich Düsseldorf so was von abschneiden!) und überall Orangenbäume.
Zuerst geht es in den Mercado, direkt neben der theologischen Fakultät. Eine Markthalle, die über zwei Ebenen verläuft und über Wurst, Käse, Obst und Gemüse, auch ein grossen Sortiment an Fisch bereithält. Zwischendrin kleine Bars und eine Minibücherei.
Anschliessend suchen wir einen Copyshop und eine Post. Da google maps an diesem Tag mit mir nicht kompatibel ist, laufen wir eine bestimmte Route bestimmt 4xmal ab😬. Egal irgendwann hat es nach Dirks beherztem Eingreifen geklappt und die Erledigungen konnten erfolgreich abgeschlossen werden.
An diesem Vormittag sind überall kleine Bühnen aufgebaut, auf den Schulklassen lautstark Weihnachtslieder vortragen. So auch vor der Kathedrale auf der Plaza Cardinal Belluga. Hier suchen wir uns ein Plätzchen im gegenüberliegenden Restaurant, geniessen eine Pizza und lauschen.
Gestärkt, aber fröstelnd, erkunden wir die Stadt mit den Rädern weiter. Stossen dabei auf einen Mercadillo de Navidad, einem Weihnachtsmarkt, der aber leider nur am WE geöffnet hat, queren den Fluss in Höhe des Jardines del Mallecon und machen einen Schlenker in den Stadtteil El Carmen. Leichter Nieselregen bewegt uns zur Rückkehr. Wir haben das Solarpaneel angebracht und dies sollte nicht nass werden.
Der weitere Nachmittag verläuft arbeitend, planend und Stollen essend😋.
Zwischendurch versuchen wir die ecoflow über die Aufbaubatterie, mittels Zigarettenanzünder-Adapter, zu laden. Dies hatten wir auf der Hinfahrt bereits über die normale Batterie versucht und festgestellt, dass dies nicht mehr funktioniert. Auch jetzt klappt es nicht, der Stecker ist defekt und muss ersetzt werden.
Morgen ist wieder Reisetag. Es geht auf die Route 66 bzw. N 340a, nach Tabernas.

067. Sigüenza Dezember 2024

„Wir fahren, fahren, fahren auf der Autobahn
Wir fahren, fahren, fahren auf der Autobahn. Vor uns liegt ein weites Tal
Die Sonne scheint mit Glitzerstrahl“, dieser Songtext von Kraftwerk aus dem Jahr 1974, beschreibt den Tag umfassend. Wir sind vor neun Uhr los gekommen und nach einem Halt bei Lidl und einer Tanke, zunächst in Richtung Lleida und Saragossa gefahren. Immer via Autopista, die seit einiger Zeit, bis auf wenige Ausnahmen, mautfrei sind. Nach einem weiteren Tankstop in der Provinz Arragon, haben wir über park4night nach einem Stellplatz Ausschau gehalten, da wir keine Lust hatten in der Dunkelheit weiter zu fahren. Die Wahl fiel auf Sigüenza, ca. 160 km von Madrid entfernt. Eigentlich sollte die Route uns direkt an der Küste über Valencia führen, aber nach der verheerenden Flutkatastrophe im Oktober, wollten wir diese Region so weit wie möglich meiden. Eindeutig ein Umweg, aber das Autobahnnetz lässt eine kürzere Route nicht zu. Auf dem Weg zum Stellplatz fällt die Temperatur bis auf zwei Grad und entlang der Piste entdecken wir Einsatzfahrzeuge des Winterdienstes. Mit dem letzten Licht des Tages erreichen wir dann Sigüenza und sind richtig erstaunt, was uns hier erwartet. Eine imposante Befestigungsanlage, eine Kathedrale und eine kleine Stadt im weihnachtlichen Lichterglanz. Der Stellplatz liegt gegenüber der Stierkampfarena. Auf google maps habe ich das Gebäude für eine Kläranlage gehalten😬. Der Platz ist bis auf zwei weitere WoMos leer und gebührenfrei. Ver- und Entsorgung sowie Mülltonnen sind vorhanden. Ausser Abendessen ist nicht mehr viel gelaufen. Morgen geht es weiter Richtung Murcia, also ein weiterer Fahrtag, der uns bevorsteht.

066. Cadaques Dezember 2024


Nach fast zwei Monaten verlassen wir Frankreich und starten nach dem Frühstück in Richtung Spanien. Unser Ziel: Cadaques, ein ehemaliges Fischerdorf an der Costa Brava in Katalonien.

Die Fahrt dorthin eher unspektakulär, wenn man die gefühlt 100 Kreisverkehre bis zum Ziel außer Acht lässt. Erstaunlicherweise werden wir auch nicht durch Umleitungen von der eigentlichen Route geholt.

Einzig der Col de Perafita, von Roses nach Cadaques, hat mich zwischenzeitlich auf die Rückbank gezwungen. Im Ort werden wir über Aussensträsschen nach oben an die Avenida Salvador Dali geleitet. Hier befindet sich der Campingplatz von wecamp, auf dem wir für eine ganze Woche bleiben werden.

Eine sehr schöne und übersichtliche Anlage. Der Untergrund mit hellem Kies, viele Bäume und modernen Gebäuden. Es gibt Stellplätze in unterschiedlichen Kategorien, was Größe und Aussicht betrifft, Glampingzelte und Wohncontainer, ein Restaurant (hat in der Nebensaison leider geschlossen), einen Kidsplace, Sportbereich und einen Pool.

Unser Stellplatz befindet sich im vorderen Bereich, mit einigen weiteren überwiegend deutschen Touristen.

Zunächst kümmern wir uns um unseren Hunger, gehen ausgiebig duschen und waschen.

So kommen wir erst am späten Nachmittag in den Ort.

Es ist bereits stockdüster und uns führt ein schmaler Fußweg schnurstracks nach unten ans Wasser. Kurz vor der Hafenbucht kommen wir an der Tauchschule vorbei. Hier versucht Dirk seit über einer Woche einen Kontakt herzustellen, um herauszukriegen, ob sie geöffnet ist.

Leider keine Reaktion. Als wir jetzt daran vorbei gehen, sind aber noch Kompressorgeräusche zu vernehmen, nur leider kein Mitarbeiter zu sehen.

Egal, wir schlendern gemütlich durch den Ort und sind wieder einmal begeistert, selbst im Dunkeln. Es geht durch kleine Straßen, Gassen, über Brücken, an einem Künstlerviertel mit Kneipe vorbei in die nächste Bucht. Es gibt Bar´s, Restaurants und Cafes, viele Lebensmittelgeschäfte, Boutiquen und natürlich einen Marktplatz. Diese Eindrücke machen Lust auf mehr und nach einem leckeren, kühlen Getränk in einer kleinen Bar im Hafen, ist schnell klar, was wir morgen machen werden.

03.12.2024

In der Nacht sind wir durch einen aufkommenden Wind und starken Böen geweckt worden. Allerdings waren diese nicht so heftig wie auf Giens. 

Wir sind so richtig faul und unsere Ortsbesichtigungsidee von gestern, wird auf den morgigen Tag verschoben. Im weiteren Verlauf, sind wir dann doch nicht so richtig faul und organisieren das Leben im Rudi, schneiden Videos, arbeiten ein wenig, stellen Überlegungen zur nächsten Route an, kochen und schauen einige Abo´s auf youtube.

04.12.2024

Der Sturm von gestern ist Geschichte. Es ist sonnig und warm, ein Spaziergang durch den Ort steht an.

Es geht zunächst auf den Cami Port Lligat, hinunter zum ehemaligen Haus von Salvador Dali, heute ein Museum. Eine Besichtigung steht nicht an, wir wollen lieber noch durch Cadaques selbst schlendern. Zudem benötigen wir noch etwas für Weihnachten, müssen zur Post und in einen Mercado. Eigentlich klar, dass wir anschließend in der Tapasbar am Strand landen und uns Patata fritas, Calamaris Romana und Oliven schmecken lassen, oder?


05.12.2024

Es sind zwar etliche Radfahrer unterwegs, aber die ohne Akkuantrieb. Zierliche Gestalten, die sich die Pässe hoch und wieder runterquälen, ungeachtet der Autofahrer und enger Fahrbahn. Für uns kommt heute zunächst eine Tour in den Ort in Frage und im Anschluss eine laut komoot mittelschwere Tour zum Faro del Cap de Creus, an den östlichen Zipfel des iberischen Festlandes.

Also die Tour in den Ort war abwärts kein Thema, zurück jedoch leitete uns die App den üblichen Fußweg zurück. Dieser enthält eine Passage, die so steil ist, dass ich beim Not-Abstieg gedacht habe, das war´s. Irgendwie konnte ich mich dann doch noch samt sauschwerem Fahrrad auf den Füßen halten und mit Schiebehilfe den Rest des Weges zurücklegen, aber die Regeneration des Atmungsintervalls auf ein normales Level, hat dann noch einige Zeit in Anspruch genommen.

Egal, wieder bei Puste, ging es auf zum Cap de Creus. Eine Strecke ca. 11 km und die hat sich wirklich gelohnt. Klar, es ging auf und ab, einige Höhenmeter mussten bewältigt werden, aber die Landschaft, durchweg Naturschutzgebiet und die Aussicht vom Cap aus, super. Hier oben gibt es ein kleines Hotel mit angeschlossenem Restaurant und eine Bar direkt am Leuchtturm. Es sind weitere Besucher hier oben, mit dem Auto, dem Motorrad, zu Fuß oder via Rad. Für Wanderer eine wirklich lohnenswerte und abwechslungsreiche Gegend, da man auf einigen Routen fast direkt ans Meer gelangen kann.

Auf dem Weg zurück verlassen wir an einigen Stellen die Straße und folgen kleineren Pfaden sowie Wanderwegen ein Stück zur Küste. In der Nähe des Port Lligat entdecken wir neben weiterer Wohnbebauung 2 weitere, versteckte Strände, die zum Baden einladen. Eigentlich eine Idee für den morgigen Tag. Der ist nämlich in Spanien Nationalfeiertag zur Einführung der spanischen Verfassung und ein langes Wochenende für die Bevölkerung. Dies haben wir bereits auf dem Platz festgestellt – kaum freie Stellplätze und die Unterkünfte auch belegt und das im Dezember.

In Port I‘lligat machen wir noch einige Aufnahmen vom Dali-Haus.

06.12.2024

Den heutigen spanischen Feiertag verbringen wir zunächst im Rudi, wir sind im Trödelmodus. Erst später zieht es uns für einen Rundgang in den Ort.

Dieses Mal entscheiden wir uns für einen neuen Weg nach Downtown. Er führt uns über die kleine Avinguda Sant Baldiri hinunter an den Plage Ros, hier über einen Rundweg direkt an der Küste entlang zu der Playa de s´Arenella und von dort aus immer am Wasser entlang zurück ins Centre Vila. 

Hier ist einiges los, es wird gegessen, getrunken, flaniert, Eis geschleckt und einfach nur die Sonne genossen. Alle Geschäfte haben trotz Feiertag geöffnet, auch hier herrscht reger Andrang.

Bevor es wieder zurück auf den Campingplatz geht, landen wir zum wiederholten Mal in der Tapasbar am Strand und genießen Sangria in Begleitung diverser Tapas.

07.12.2024

Heute steht ein Besuch von Roses auf dem Plan. Dazu geht es mit dem Linienbus von Cadaques in einer guten halben Stunde über den Pass zu diesem Küstenort an der Costa Brava. Wir entscheiden uns spontan an der Ciutadelle von Roses auszusteigen und diese zuerst zu besichtigen. Der Eintritt kostet für das ganze Gelände und die beiden Ausstellungsräume 4,- € pro Person. Es handelt sich hier um eine militärische Festungsanlage aus dem 16. Jahrhundert und um eine archäologische Fundstätte unterschiedlicher Zeitepochen. Dabei gehen die ältesten Funde bis auf das Jahr 776 vor Christus zurück. Hier haben die Rhodern eine griechische Siedlung gegründet.

Die Citadella wurde 1961 unter Denkmalschutz gestellt und wird seitdem fortwährend restauriert. Innerhalb dieses Komplexes befindet sich die Ruine des mittelalterlichen Klosters Santa Maria aus dem 11. Jahrhundert, welche heute als Bühnenkulisse für Musikveranstaltungen und Freilichtaufführungen genutzt wird. 

Der ganze Komplex lässt sich fast durchgängig auf der ehemaligen Stadtmauer umrunden. Leider beginnt es im letzten Abschnitt an zu regnen und so brechen wir die Aussenerkundung ab, wechseln ins Innere des Museums. Während wir die Regenschauer abwarten, finden sich in diversen Vitrinen Ausgrabungsobjekte zu den einzelnen Epochen dieser Fundstätte.

Der Regen hat sich erst einmal verabschiedet und so queren wir die große Straße vor dem Museum und befinden uns direkt am Strand bzw. der Promenade. Dieser folgen wir bis zum Jachthafen und beschließen dann, durch die Altstadt weiter zu gehen. Vor uns liegen viele, enge und verwinkelte Gassen und es sind überwiegend Bar´s, Restaurants und Imbissbuden, an denen wir vorbeilaufen. Der größte Teil hat geschlossen und wahrscheinlich nur im Frühjahr und Sommer geöffnet. Mittlerweile hat sich der Himmel immer weiter zugezogen und bevor es so richtig mit dem Regen losgeht, finden wir ein Plätzchen in einem Restaurant an der Promenade. Mit dem Kaffee kommt der Regen und die Abfahrtszeit des Buses zurück nach Cadaque rückt näher. Also Kapuze auf und los Richtung Busbahnhof. Hier stellen nicht nur wir fest, dass unsere Verbindung nach Cadaques erst um 17:00 Uhr startet und nicht wie wie geplant um 16:00 Uhr. Es hilft nichts, wir harren aus und warten.

Schließlich erwischen wir denselben Busfahrer wie auf dem Hinweg, mit einem ausgeprägtem Musikgeschmack. Wurde auf der Hinfahrt Rockmusik bevorzugt gehört, ist es auf der Rückfahrt ein lokaler Rundfunksender der ihn begeistert und deren Musik er textsicher begleiten kann.

Kaum haben wir Roses hinter uns gelassen, fängt der Wind an.

Als wir in Cadaques ankommen, ist dieser bereits in einen sehr starken Wind mit außerordentlichen Starkböen umgeschlagen. So geht es die ganze Nacht weiter und wir werden ordentlich durchgerüttelt. Fast so wie bei einer Fährfahrt mit ordentlich Seegang. Die windy-App bringt es an den Tag: der kleine vorwitzige Landzipfel liegt genau am Rand eines Sturmtiefs.

08.12.2024

Auch heute keine Sonne, nur Wind. Egal, wir bereiten uns auf die morgige Abreise vor. D.h. ver- und entsorgen, noch schnell eine Maschine mit Wäsche angeschmissen, gekocht und Reisetagebuch ergänzt. Dirk hat zwischendurch die Reiseausgaben geprüft und ist dabei auf unregelmäßige Abbuchungen vom Kreditkartenkonto gestoßen. Dabei handelt es sich um kleinere Beträge, die wir nicht zuordnen konnten. Seit Beginn unserer Reise erfassen wir genau unsere Ausgaben, gleichen diese mit den Abbuchungen vom Konto ab und deshalb fielen o.g. Abbuchungen sofort auf.  Ein Anruf beim Support hat wirklich ergeben, dass bereits zwei Buchungen gestoppt wurden, weil sich diese als auffällig entpuppt haben. Die beiden Buchungen von heute sind bereits vorgemerkt und können daher nicht mehr zurückgenommen werden. Wir haben die Karte sofort sperren lassen und werden jetzt noch vorsichtiger im Umgang sein. Wie genau es zu dem Hack der Karte gekommen ist, konnte uns die Mitarbeiterin auch nicht erklären.

065. Gruissan November/Dezember 2024

Der gestrige Freitag war ein Tag der Arbeit, drinnen am PC wie draussen am Rudi. Gegen Nachmittag wurde noch eine kurze Exkursion mit dem Rad in den Ort unternommen, den Sonnenuntergang im Hafen genossen und anschliessend eine Tiefkühlpizza besorgt. Diese wurde später im Omnia zubereitet.
Am Samstag Morgen ging es nach dem Frühstück weiter nach Gruissan. Hier haben wir die letzten zwei Jahre unsere Urlaube verbracht und es zog uns einfach hierhin.
Auf der Hinfahrt stand noch Tanken, Einkauf und ein Besuch im Baumarkt, sofern vorhanden, an.
Die erste Tankstelle an einem Intermarche nahm unsere Karten nicht an, die zweite Tankstelle an einem U-Marche auch nicht. Dafür befand sich gegenüber ein Bricolage, mit sehr guten Parkmöglichkeiten. Hier konnten Dichtungsringe für den Wasserhahn in der Küche, Silikon, Jonguestadapter (ebenfalls für den Hahn in der „Küche“) und eine Fussmatte. Die eigentliche Fussmatte wollte in Saintes-Maries-de-la-Mer bleiben.
Zurück im Van, wollten wir uns nur kurz die Hände waschen, dabei stellten wir fest, dass aus keinem der Hähne Wasser kam. Auch nicht nachdem der Hauptsicherungshebel zum Reset umgelegt wurde. Zudem wurde keine Fehlermeldung im Display angezeigt. Zum ersten Mal wurde im diesem Zusammenhang nicht über meinen gefüllten Wasserkanister geschimpft. Im weiteren Verlauf dieser Wassertestreihe, kamen wir zu dem Ergebnis, dass Wasser erst durch die Hähne in Küche und Bad fliesst, wenn die Dusche betätigt wird. Dabei war aber nicht klar, welcher Hahn zuerst geöffnet werden musste, bis man den Gewünschten benutzen konnte. Sollte es zu einem Totalausfall kommen, wären Campingplätze die Alternative und Wasser zum Kochen müsste aus dem Kanister bezogen werden.
Aber erst einmal weiter. Mittlerweile leuchtet die Tankanzeige auf und weit und breit nur noch Tanken an grossen Supermärkten mit Kartenzahlung. Deshalb wird gewendet und Kurs auf eine Dyseff Tankstelle genommen, bei der auch bar bezahlt werden kann. Und wir können sogar AddBlue sowie LPG Gas tanken.
Es geht weiter und wir kommen nachmittags in Gruissan an. Hier stehen wir am Port Sud auf einem Stellplatz der Kommune, mit Blick auf den Etang du Grazel. Da wir die Umgebung kennen, ist gleich alles vertraut und nach ein wenig Arbeiterei, brechen wir für einen Abendspaziergang ins Centre Ville auf.
Hier ist alles weihnachtlich geschmückt, einige Geschäfte, Restaurants und der kleine Supermarkt haben noch geöffnet.
Es geht an der kleinen Boulangerie vorbei zum Marktplatz, weiter zu den Fischständen und von hier aus am schmalen Kanal entlang zurück zum Stellplatz.
Dieser ist für diese Jahreszeit erstaunlich gut gefüllt.
Anschliessend wird noch ein Nudelsalat zubereitet und ein wenig auf youtube gezappt.
Morgen haben wir einen Tisch in den Salinen von Gruissan reserviert. Hier wird das Geschenk von meinen Spielgruppenfreundinnen eingelöst.

01.12.2024

Heute ist der 1. Dezember und der 1. Advent.
Nach einem ausgiebigem Frühstück, dem sonntäglichen Telefonat mit Hermännchen, geht es aufs Rad. Wir fahren zuerst die schöne Strecke immer am Wasser entlang bis zum Plage Mateille. Eigentlich möchten wir von hier weiter am Strand entlang zum Campingplatz LVL, aber das Wasser steht fast bis vorne an die Bepflanzungslinie und so kehren wir um, an der Strasse entlang zur Ortsmitte.
Wir haben für 14:00 Uhr einen Tisch in den Salinen der Combuse du Saunier reserviert und bis dahin noch etwas Zeit. Also geht es schnurstracks in die Weinerei von Gruissan. So der Plan, aber vorher werden wir am Palais de Congress von Menschen abgelenkt, die dort hineinströmen. Hier ist ein weihnachtlicher Schokoladenmarkt und den lassen wir uns nicht entgehen. Es gibt regionale Produkte in flüssiger und fester Form und nicht nur aus Schokolade.
Jetzt aber zur Weinerei. Schade, die hat sonntags zu und so gehts zu den Salinen. Hier erstmal in den Shop und anschliessend ins Restaurant. Mittlerweile ist die Sonne herausgekommen und die Salzberge auf den Salinenfelder könnten fast für Schnee gehalten werden.
Wir entscheiden uns für einen Platz im Freien und bestellen uns zunächst Rilette de Dorade, Frites Fraiche, Baguette mit Aioli und im Anschluss Huitres Special und Huitres St. Martine, Crevetten und eine Karaffe Vin Blanc. Das ganze wird getoppt mit Tiramisel und Espresso. Einmalig und vielen Dank an Claudia, Micky und Nicole, meine Spielgruppengang.
Für heute steht aber noch ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Programm. Dieser soll im hiesigen Sommerfreizeitpark bis Ende Dezember stattfinden.
Was uns erwartet ist Kirmes mit Eislaufbahn und einigen Weihnachtsbuden. „Last Christmas“ läuft an der Geisterbahn, der Weihnachtsmann sitzt mit einem Weihnachtsengel lässig in einer kleinen Holzbude und winkt uns beim Vorbeigehen jovial zu, über uns rumpelt eine Jurasic-Park-Achterbahn bei „ Christmas is all around“ vorbei, gegenüber entdecken wir Hasen und Hühner und der rote Glühwein lässt ganz viel Rückstände von was-weiß-ich-denn im Thermobecher. Die Eislaufbahn nebst Schlittschuh fahrender Eisprinzessin wird gut angenommen. Wir haben genug gesehen und begeben uns auf die Rückfahrt.
Morgen geht es nach Spanien. Cadaques ist dort unser erstes Ziel und wir bleiben dort für eine Woche auf einem Campingplatz der Wecamp-Gruppe.

Btw: einfach mal so den Küchenwasserhahn betätigt. Hat funktioniert. Eine Stunde später, nicht mehr, dafür der Hahn im Bad. Eindeutig Mobbing!

064. Meze November 2024

27.11.2024

Und schon ist es Mittwoch, morgen sind wir bereits seit 7 Wochen unterwegs.
Während des Frühstücks wird wie gestern die Stellplatzgebühr persönlich kassiert. Da der Aufenthalt mit 48 h Stunden begrenzt ist, beschliessen wir ans andere Ende der Camargue zu fahren, nach La-Grand-du-Roi. Leider sind hier alle Plätze belegt. Daher geht es weiter nach Okzitanien und nach Meze, zwischen Montpellier und Sete gelegen.
Eine Fahrt mit unzähligen Kreisverkehren. Nach ca. 100 km ist das Ziel erreicht. Wir stehen auf einem Platz der Camping Park Card Gruppe, mit insgesamt 46 Stellplätzen. Hier sind Fahrzeuge über 9 m und Anhänger erlaubt. Ent-und Versorgung, Strom und Kurtaxe kosten hier 14,82 € für 24 h.
Da wir ziemlich kaputt sind, wird nach dem Aufbauen von Starkink, Abwassertank, Stromanschluss und Tisch und Stühlen, nur noch die Sonne genossen.
Morgen geht es nach Sete und bis jetzt spielt das Wetter auch mit.

28.11.2024

Auf nach Sete und zwar zeitnah. Wir wollen dort unbedingt in die Markthallen – Halles des Setes. Die sind nur bis mittags geöffnet und es sind 20 km bis zum Ziel. Wir schaffen es tatsächlich vor zehn auf den Rädern zu sitzen und starten durch. Der Weg führt uns auf der Fahrradroute Route-de-Sete am Etang de Thau entlang. Vorbei an Bouzigues und Balaruc les-Bains. Eine wirklich schöne und abwechslungsreiche Strecke, die auch von etlichen Joggern, Walkern und Spaziergängern sowie Anglern genutzt wird. Irgendwie sind hier alle sehr quirlig unterwegs. In Sete angekommen, erst einmal Deviation. Eigentlich beinhalten all unsere Touren, egal ob mit dem Rad oder mit Rudi, kurz vor dem Ziel Umleitungen. Unser Markthallenzeitfenster schrumpft. Es schwindet weiter, als wir ins Zentrum kommen, denn ab jetzt müssen wir wirklich aufpassen wo es lang geht. Viel Verkehr, Einbahnstrassen, Fussgänger, Bürgersteige die plötzlich Radwege werden. Nachdem wir unser Ziel konsequent eingekreist haben, stehen wir mitten im Zentrum vor einem Gebäude, das wie ein Parkhaus aussieht. Ist es auch, im Obergeschoss. Im Erdgeschoss gelangen wir durch eine unscheinbare Eingangstür ins Innere.
Und sofort ist man mittendrin im Schlemmerparadies und Gewusel. Es wird begutachtet, abgewogen, gequatscht, gegessen und getrunken. Einige Stände räumen bereits zusammen, andere bereiten sich auf das Mittagspausengeschäft vor. Nach einem Rundgang durch die Halle, bleiben wir vor einem Austernstand stehen. An den Tischen werden kräftig Austern, Muscheln und Garnelen verzehrt. Dazu wird Bier oder Wein getrunken. Spontan entschliessen wir uns dies auch zu tun und bestellen ein gemischtes Gedeck mit Austern, Garnelen, Brot, Aioli und Zitrone. Die krustigen Schalentiere sind schon geöffnet und mit einem kleinen Messer lösen wir die Auster von der Schale, träufeln etwas Zitrone darüber und schlürfen sie aus. Es ist geschmacklich nicht unangenehm, eher nicht vertraut und erinnert leicht an Muscheln. Dirk kaut sie, ich schlucke sie nach dem Schlürfen einfach runter. Dazu ein leichter Weisswein, köstlich. Mittlerweile ist es halb eins und die Halle füllt sich weiter mit Menschen, die gerade Pause haben, weiteren Touristen und Schülern.
Im Anschluss an diese kulinarische Auszeit, erkunden wir die Stadt noch etwas zu Fuss und sie gefällt uns auf Anhieb. Es ist dieser freundlich, lässige und etwas patinierte Charme der Strassen, Häuser und Wasserpromenaden, der uns sofort anfunkt. Am Leuchtturm entschliessen wir und deshalb, eine andere Strecke zurück zu fahren. Wir setzen die Tour einfach fort, in dem wir den Etang de Thau weiter umrunden. Sind zwar rund 40 km, aber da haben wir jetzt total Lust zu.
Es geht zunächst auf einem ca. 17 km langen Deich, der den Etang de Thau vom Mittelmeer trennt, Richtung Agde. Ungefähr auf halber Strecke entdecken wir einen Parkplatz auf dem auch WoMos stehen. Werden wir uns mal merken, vlt. führt uns der Weg hier noch einmal vorbei.
Agde lassen wir links liegen und kommen an Marsellaine vorbei. Was für ein Städtchen, wir kriegen uns gar nicht mehr ein. Als dann noch ein Abschnitt mit Austernzüchtern kommt, bei denen man die Ware erntefrisch kosten kann, ist es ganz aus.
Die Tour führt uns nur über Radwege und nach den Austernfischern sogar über Stege durch ein Feuchtgebiet und kleinen Weinanbaugebiete.
Mit den letzten Sonnenstrahlen kehren wir nach Meze zurück und haben insgesamt 79 km zurück gelegt. Die merkt man uns aber auch an.

063. Saintes-Maries-de-la-Mer November 2024

25.11.2024

116 km von Plage de la Saulce entfernt, sind wir gegen zwei Uhr in Saintes-Maries-de-la-Mer in der Camargue angekommen. Wir stehen auf einem städtischen Stellplatz, direkt am Ort. Laut Aushang für 15 € die Nacht, mit Ver- und Entsorgung, ohne Strom und mit einer max. Aufenthaltsdauer von 48 Std. . Wie man das hier kontrollieren will, ist uns ein Rätsel: einen Platzsheriff konnten wir noch nicht ausmachen. Warten wir mal ab.
Während der Hinfahrt mussten wir den Hänger in Martingues schon abkoppeln. Eine Umleitung machte die Weiterfahrt nur für Fahrzeuge mit einer Höhe bis 2,20 m möglich. Wir benötigen 3,20 m. In Fahrtrichtung versperrte aber eine Baustelle die Weiterfahrt. Rückwärts ging überhaupt nichts weiter, weil die historische Innenstadt für den Verkehr gesperrt ist. Also blieb uns nur noch das Abkoppeln des Hängers im lfd. Gegenverkehr und ein Wendemanöver mit Rudi mit anschließendem Ankoppeln des eckigen Gefährtes. Hat aber alles geklappt und nach einigem Hin- und Herfahren wegen der Baustelle, haben wir es irgendwann über die Brücke am Quai des General LecLerc geschafft, dann über die blaue Brücke und im Zick-Zack durch die kleineren Vororte in Richtung Fos-sur-Mer. Hier haben wir erst einmal unsere Vorräte aufgestockt.
Die Gegend dort ist geprägt durch riesige Raffinerien entlang der Küste. Und plötzlich veränderte sich auch generell die Landschaft: die schroffe Küstenstruktur weicht einer flachen, weitläufigen Kulturlandschaft mit Getreide-, Weide- und Wasserflächen.
Hinter Arles tauchen wir praktisch ein in den Naturpark Camargue. Können typische Camarguepferde ausmachen und entdecken kurz vor Saintes-Maries-de-la-Mer Flamingos.
Eine Mittagspause mit frischem Kaffee und Snack muss sein. Anschliessend geht es raus in den Ort. Es ist wirklich warm, aber der Wind hat es in sich. Wir drehen eine grosse Runde bis ans Wasser, zum kleinen Hafen und einigen Kitern, die diesen Wind und die Wellen nicht abschreckt. Dann schlendern wir zurück durch das Städtchen. Vorbei an der Stierarena. Und weiter ins Zentrum. Hier haben die meisten Geschäfte zu. Nur einige Boutiquen und Souvenirshops sowie Lebensmittelläden haben geöffnet. Unsere Postkarten aus Hyeres finden einen Briefkasten, der täglich um 09:00 Uhr geleert wird und wir schauen noch kurz in die Kirche Notre-Dame-de-la-Mer. Es ist eine kleine Kirche, die so viel Charme versprüht, nachdem wir durch die alte, hölzerne Eingangstür eingetreten sind und uns spontan an die Kirche in Gruissan erinnert. Eine Kirche die nicht für Kleriker gemacht ist, sondern für Menschen. Hört sich hölzern an, aber genauso wirkt es. Es handelt sich hier um den ersten Wallfahrtsort der Provence. Die Kirche ist den heiligen Frauen Marie-Salome und Marie-Jacobe gewidmet.
Im Intermarche erstehen wir noch etwas weihnachtliche Deko.
Wieder zurück an unserem Rudi geht es an die Vorbereitungen zum Abendessen. Zu den Resten von gestern, gesellt sich ein Kartoffel-Thunfisch-Avocadosalat und eine weitere Buchung: vom 02.12.24-09.12.24 geht es nach Cadaques in Spanien.

26.11.2024

Nach einer stürmischen und regnerischen Nacht, sieht es am Dienstag komplett anders aus. Es ist windstill und sonnig. Während des Frühstücks klopft es an die Schiebetür. Eine Mitarbeiterin des Ortes stellt sich vor und kassiert die 15 € Stellplatzgebühr.
Etwas später sind wir bereits startklar für eine kleine Radtour an den Baisse de Mouillot, mitten ins Naturschutzgebiet Camargue. Es geht zunächst durch den Ort, zur Promenade und von dort aus, das Meer rechts-schultrig auf den Digue a la Mer, einem schmalen Weg, genau zwischen Meer und Wasserlandschaft der Camargue. Immer wieder halten wir an und erkunden den Strand, beobachten auf der Etangseite die Flamingos und Schmuckreiher. Mit den Rädern können wir diesem Weg nur bis zum Pertuis de Rusty folgen. Der matschige Untergrund hindert uns an der Weiterfahrt.
Mittlerweile gesellen sich auch etliche Mücken zu uns und versuchen konsequent an ihre Nahrung zu kommen.
Es geht für eine kleine Pause zurück. Anschliessend radeln wir in die andere Richtung los. Leider hört hier der Radweg schon nach ca. 2 km Richtung D‘Aigues Mortes auf und es geht an der Strasse weiter. Dieser folgen wir nur bis zur Fähre über die Petit Rhone und kehren um. Die Suche nach einer Alternativroute bleibt ergebnislos bzw. endet im Matsch und so radeln wir auf der Route D‘Arles zurück nach Saintes Maries de la Mer. Hier gibt es in der Bar Bagdad, hinter der Kirche, eine kleine Erfrischung und nach dem Erwerb von zwei Baguettes zurück zum Rudi. Zwischendurch immer wieder hungrige Mücken. Auch im Auto haben sie Unterschlupf gefunden, was wiederum zu einer unruhigen Nacht führt.

062. Martingues November 2024

22.11.2024

Nach einer knapp 2,5 stündigen Fahrt sind wir am Plage de la Saulce, auf einem Stellplatz der Camping Car Park Gruppe angekommen. Es ist ein kleiner Stellplatz für insgesamt 9 WoMos und wir passen mit Anhänger so richtig schön in die Ecke. Der Platz ist so klein, dass wir aus dem Stand das Auto befüllen können. Die Räder werden direkt startklar gemacht und es geht nach Sausset les Pins. Der Wind hat es in sich und wir werden so richtig durch gepustet. Immer wieder geht es nach kleineren Schlenkern an einer Bucht vorbei. Die Gegend ist mit Campingplätzen und Ferienanlagen übersät. Aber die Saison ist natürlich schon vorbei und so liegt alles ruhig und verlassen da. Das Örtchen bietet alles Notwendige und auf der Strandpromenade haben wir freie Fahrt. Die Strecke ist sehr hügelig und da wir unsere Akkus nicht geladen haben, treten wir den Rückweg an. Fahren noch kurz in den Ort Carro auf der anderen Seite des Stellplatzes und kommen mit fast leeren Akkus zurück. Jetzt ist erst einmal Ende im Gelände und Pause angesagt. Abends gibt es eine Gemüsepfanne mit CousCous.

23.11.2024

Für heute ist eine Radtour, grösstenteils an der Küste entlang, Richtung Martingues geplant. Wir sind sehr gespannt, denn dieser Ort wird als Venedig Frankreichs gehandelt.
Die Route führt uns zunächst in den Nachbarort Carro. Hier ist heute Markt und den müssen wir uns natürlich ansehen. Ein kleiner, feiner Markt, mit allem, was so benötigt wird. Weiter geht es runter zum Hafen und hier landen wir direkt auf dem Fischmarkt, der hier täglich stattfinden soll. Muscheln, Austern, Doraden, Loup und Schwertfisch und vieles mehr, werden fangfrisch angeboten.
Von hier aus führt uns ein toller Küstenradweg weiter bis an den Plage des Laurons und direkt an einem imposanten thermischen Kraftwerk vorbei über Lavera, einem Vorort von Martingues.
Die Sonne ist hinter Wolken verschwunden und es ist so richtig kalt, obwohl wir Thermounterwäsche und Handschuhe tragen.
Und was soll ich schreiben, der Ort selbst hat uns gar nicht angesprochen und wie es zu dem Zusatz: Vendig Frankreichs gekommen ist, können wir nicht nachvollziehen.
Selbst als wir die Räder an der blauen Brücke, mit seinem Fischerpaar abschliessen und zu Fuss durch den Ort schlendern, springt der Funke nicht über. Woran dies nun genau liegt, ist schwer zu sagen, vlt. trägt auch das ungemütliche Wetter dazu bei. Aber die Radtour an sich, mit den abwechslungsreichen Streckenabschnitten, der kleine Ort Carro mit seinem Hafen, haben uns viel mehr gefallen.
Am Hafen in Carro gibt es einen kostenpflichtigen Stellplatz direkt hinter dem Fischmarkt, mit Ver- und Entsorgung, ohne Strom: 6 Quai Jean Verandy, 13500 Martigues, Frankreich.
Nach fünf Stunden kehren wir durchgefroren zum Stellplatz zurück. Hier gibt es Kaffee und Riesencookies und einen Rhababeralikör bzw. Whisky aus der Senftdestillerie vom Bodensee (beides Geschenke von meinem alten Team) zum Aufwärmen.

24.11.2024

Es ist Sonntag und nach anfänglicher Trödelei geht es tatsächlich für einen Spaziergang vor den Rudi. Der Wind hat wieder zugenommen, aber es ist ca. 16 Grad warm und es fühlt sich draussen sehr angenehm an.
Wir laufen direkt zum kleinen Strand und entschliessen uns, einem schmalen Wanderweg rechts entlang zu laufen. Das Meer befindet sich links-schultrig, nachdem wir einen wilden, stufigen Trampelpfad hinauf gefolgt sind. Dann befinden wir uns oberhalb der zerfurchten Klippen und wandern knappkantig an den Rändern entlang. In der Ferne können wir den Leuchtturm von Carro ausmachen. Tatsächlich kommen wir ziemlich nah an ihn heran, uns trennt später nur noch eine weitere zerklüftete Bucht. Es ist einiges los hier oben. Die Gegend bietet sich hier geradezu an, für kleine Spaziergänge oder längere Wanderungen.
Der Rückweg führt uns durch bewaldetes Gebiet zurück zum Stellplatz. Zwischendurch pflückt Dirk noch einige Zweige Rosmarin für das Hühnchengericht heute Abend.
Es folgt aber erst ein kleiner Snack und ein frischer Kaffee, handgemahlen.
Seit heute Mittag tropft der neue Hahn wieder und dazu ist es auch wieder feucht an der neu angebrachten Leitung. Da die Feuchtigkeit bzw. die Nässe nicht permanent bei Gebrauch des Wasserhahns auftritt, gehen wir davon aus, dass die Dichtung direkt unter dem Hahn defekt ist. Aus Ermangelung einer solchen, helfen wir uns zunächst mit Uhu-Klebegummis aus. Einfach ein paar Pads zusammengeknetet, aufgerollt und um den Hahn gewurschtelt. Mal sehen, ob es hilft.

061. Giens November 2024

19.11.2024

In Bremen ist der erste Schnee gefallen und wir sind bei 19 Grad und Sonnenschein nach Hyeres aufgebrochen. Auf der Halbinsel Giens unterhalb von Hyeres, haben wir uns für drei Nächte auf dem Campingplatz International eingebucht. Die Fahrt hierhin war schon sehr abwechslungsreich, weil die Route uns praktisch parallel zur Küste durch das Gebirge geführt hat.
Die Halbinsel ist ein Hotspot für Surfer und Kiter. Eine kleine Kostprobe davon konnten wir am Plage de l‘Almanarre bei einer ersten Radtour aufschnappen. Giens selbst ist ein winziges, charmantes Örtchen. Dies werden wir uns morgen genauer anschauen. Vorerst reichte der Besuch in einem Spar-Laden, um einige Lebensmittel zu erwerben.

20.11.2024

Mit viel Wind machen wir uns mit den Rädern auf nach Hyeres. Vorbei am Strand von l‘Almanarre folgen wir der Route de Sel. Ein schmaler Streif, der den Etang des Pesquiers vom Golf de Giens trennt. Während sich im Etang des Pesquiers unzählige Flamingos tummlen bzw. kopfunter den Grund nach Wasserschnecken, Salinenkrebsen und anderen Kleinlebewesen absuchen, trifft der Wind vom Golf de Giens mit voller Wucht auf den niedrigen Deich. An einigen Stellen hat die Wucht der Wellen den Deich zerstört und grosse, nasse Flächen hinterlassen, die mit Algen vermischt sind. Dick eingemümmelte Spaziergänger begegnen uns und einige Radfahrer. Sonst nur Wind, Wasser und Flamingos.
Der langezogene Damm mündet auf dem Festland in die Route de l‘Almanarre, der wir bis ins Zentrum folgen. Die Strassen im Zentrum werden von hohen Palmen gesäumt. Mit den weihnachtlichen Dekorationen in den Geschäften und Strassen, den Temperaturen entsteht eine ganz eigene Atmosphäre. Uns gefällt diese Stadt auf Anhieb. Und einen kleinen Moment später verlieren wir uns in den kleinen Gassen, mit Cafes, Restaurants, Geschäften, urigen Häuserfassaden.
In einem Cafe weiter oberhalb gibt es erst einmal eine kleine Erfrischung in der Mittagssonne.
Anschliessend lassen wir die Räder stehen und schlendern zu Fuss weiter. Durch winzige Gassen geraten wir immer weiter durch den alten Stadtkern nach oben und gelangen an der Rue de Paradis vorbei an die Eglise St. Paul und das Chateau St. Claire (hatte leider geschlossen).
Wir folgen dem Weg weiter und kommen auf Trampelpfaden an ein zerfallenes Haus, welches anscheinend nicht nur von Sprayern genutzt wird. Ein fast schon zugewachsener Weg führt uns der Weg wieder hinunter. Zurück an der Eglise St. Paul geniessen wir den Ausblick über die Stadt und die gesamte Bucht.
Unter der Kirche ist eine alte Brunnenanlage, auf deren Boden, alte Fotografien aus dem 19. Jahrhundert von Hyeres installiert sind. Mir gefallen diese Schwarz-Weiß-Aufnahmen sehr.
Es geht gaaanz langsam zurück ins Zentrum. Es ist halb drei und einige Ladenbesitzer bereiten sich auf die Nachmittagsöffnung vor. Wir radeln zurück nach Giens, mit einem kleinen Einkaufsabstecher und einem Stopp in dem Badeort La Clapte auf der Halbinsel. Im Sommer ist hier bestimmt die Hölle los. Jetzt sind nur einige Lokale und Geschäfte geöffnet, am Strand und auf der kleinen Anlage hinter dem Zentrum wird Boule gespielt. Der Wind hat nicht nachgelassen und im Turbomodus rauschen wir zurück zum Campingplatz.
Hyeres werden wir bestimmt noch einmal besuchen.

21.11.2024

Heute war wieder ein Arbeitstag. Das Wetter sehr wechselhaft. Selbst die Kiter und Surfer auf dem Platz, blieben zumindest am Vormittag am Stellplatz. Gegen Nachmittag frischte der Wind dann zunehmend auf, bevor er nachts so richtig zeigte was er drauf hat. Rudi wurde richtig durchgeschüttelt und gegen 6 Uhr früh war der Spuk dann vorbei. Wir haben uns am Morgen ziemlich schnell abfahrbereit gemacht und sind Richtung Martingues gestartet.

060. Le Lavandou November 2024

12.11.2024

Cote d‘Azur erreicht – genauer gesagt Cavaleire, ein Vorort von Le Lavandou. Hier stehen wir auf einem Stellplatz der Camping Car Park Gruppe. Uns trennt ein Parkplatz und eine Strasse vom Mittelmeer. Aber die Küste ist Programm und die Stellplatzgebühren ziehen an. Trotzdem werden wir hier gut eine Woche verbringen. Das Wetter ist hier einfach zu gut um weiter zufahren.
Nachdem wir uns eingerichtet haben, zieht es uns an den Strand.
Es ist ein kleiner, aber feiner Strand, mit einigen Strandbars und Restaurants am Rand, die sich aber schon alle im Winterschlaf befinden. So wie der Ort. Die Hotels haben durchweg zu. Hier und da werden Reparaturarbeiten innen wie aussen vorgenommen. Über eine sumpfige Grünfläche gelangen wir in eine Ferienhausanlage, an deren Ende ein Minisupermarkt auftaucht. Wir erstehen etwas für unser Abendessen und kehren anschliessend zum Stellplatz zurück.
Mal sehen, ob Nina und/ oder Niklas Zeit für einen kleinen Plausch haben.

13.11.2024

Es ist Mittwoch und nach dem Frühstück starten wir eine Radtour nach Le Lavandou. Direkt hinter dem Stellplatz verläuft eine Route Vert, die uns fast durchgängig auf einem Radweg in das 7 km entfernte Städtchen bringen wird.
Sobald wir jedoch Wege zum Wasser sehen, müssen diese bevorzugt genommen werden.
So kommen wir an kleinen Stränden vorbei, an denen die Wellen Fahrt aufnehmen und sich die Sonne glänzend auf der Wasseroberfläche spiegelt. Einfach nur schön. So geht es vorbei am Plage Jean Bell, Plage A‘guibelle und am Plage Saint Claire. In Le Lavandou angekommen fahren wir soweit wie möglich am Hafen und einzelnen Strandabschnitten vorbei. Viele kleine Bars, Restaurants, Einzelhandelsgeschäfte säumen den Boulevard am Strand. Die Bauten wirklich niedrig gehalten, eine schöne Atmosphäre. Es herrscht wenig Verkehr.
Wir entschliessen uns, das Städtchen später zu erkunden und noch weiter zu radeln.
Hier haben wir uns das Cap Bonnat als Ziel ausgesucht. Es geht weiter an einer Küstenstrasse entlang, bis uns der Weg durch eine Wohngegend den Berg hinauf zum Cap führt. Leider kommen wir nur bis zum Ende eines langgezogenen Campingplatzes, bis uns eine Schranke und ein freundlicher Mitarbeiter vom Weiterfahren abhält. Cap Bonnat ist in Privatbesitz und wir dürfen da nicht hin.
Schade. Es geht zurück ins Städtchen und dort machen wir halt in einer Bar. Es ist Mittagszeit und es herrscht grosser Andrang. Wir geniessen einen Kaffee und ein Bier/Wein. Schauen dem Treiben um uns herum zu und sind einfach dankbar, dass Ganze hier geniessen zu dürfen.
Auf dem Rückweg entdecken wir einen weiteren ganz kleinen Strand, Plage de la Fossette. So schnuckelig und sogar besucht.
Am Abend gibt es die berüchtigten Sundowner-Pfannkuchen, mit Käse/Salami oder Apfelmus.
Erneut lesen wir von weiteren Unwetter in Spanien, Evakuierungen von Campingplätzen
bei Alicante, Starkregen bei Valencia sowie Autobahnsperrungen an der Küste. Deshalb entscheiden wir uns, zunächst so lange wie möglich in Südfrankreich zu bleiben und die Wetterentwicklung abzuwarten. Evtl. nehmen wir Kurs geradewegs durch das spanische Landesinnere nach Portugal.

14.11.2024

Heute Vormittag ging es schnurstracks mit dem Rad nach Le Lavandou. Es ist Donnerstag und Markttag und da müssen wir hin. Es ist sehr windig, aber mit der Sonne durchsetzt ein tolles Feeling.
Der Markt befindet sich am Parking Place de Marche. Ein überschaubares Sortiment an Gemüse-, Fleisch-, Käse- und Vorspeisenständen empfängt uns. Zwischendrin kleinteilige Elektronikware, Socken, warme Hausschuhe sowie ein Stand mit Schlafanzügen der wirklich gut angenommen wurde. Es gab einen grossen Stand mit unterschiedlichen Pilzsorten im Angebot, wobei der Champignon eher eine Nebenrolle spielte. Pieds de Mouton (Steinfußpilz), Sanguins, Trompetes de Morts und Chanterelles (Pfifferlinge) appetitlich dargeboten. Am besten hat mir jedoch der Mini-Kürbis gefallen, wirklich nur so gross wie ein Tennisball. Zwischendrin kleine Stände mit warmen und kalten Getrönken, Menschen die sich auf einen Plausch zusammenfinden. Wir bleiben auf einer Bank am Rand sitzen und geniessen die Sonne. Der Fast-Ruhestand-Modus hat uns fest im Griff.
Anschliessend erkunden wir zu Fuss die kleine Innenstadt, mit ihren verwinkelten Gassen. Die Räder stehen am Bistro Le Marius am Quai de Gabriel, hinter einem Bouleplatz. Uns erwarten kleine Gassen, versteckte Treppchen, eine Vielzahl an kleinen Geschäften und Restaurants. Zurück am Meer, fällt unser Blick sofort auf die Wellenreiter und wir bleiben im La Calypso hängen, um beim Zuschauen einen Kaffee zu geniessen.
Auf dem Rückweg nach Cavaliere kaufen wir ein und am Rudi angekommen wird zuerst ver- und entsorgt. Anschliessend gesnackt. Abends werden Burger und Salat zubereitet.
Für Morgen ist Sonne satt angesagt und das bedeutet: Strandtag🌞.

15.11.2024

Wie angekündigt war heute Strandtag. Dirk war sogar im Wasser. Und den Strand hatten wir für uns alleine. Etwas entfernt hat ein Bootsverleih das schöne Wetter ausgenutzt und die Mietobjekte gewartet. Ein rotes Fischerboot hat in Sichtweite geankert und den ganzen Tag was auch immer gemacht. Dazwischen cruiste ein Tauchschlauchboot und wir konnten einen Taucher mit Harpune ausmachen.
Ansonsten nur Sonne, Strand und Meer und die Teilzeitrentner mit Windschutz und Kaffee mitten drin.
Da es soooo schön war, folgt morgen eine Wiederholung.

16.11.2024

Das Wetter lässt auch heute nur einen Strandtag zu. Bis ca. 15:00 Uhr kann man es mit Windschutz sehr gut am Wasser aushalten.
Anschliessend wurde gekocht. Beim letzten Einkauf haben wir einen tollen Blumenkohl erworben. Mit Kartoffeln und Spiegeleiern einfach lecker.

17.11.2024

Der Sonntag entpuppte sich als Arbeitstag, aber mit Sonnenschein und ca. 16 Grad. Da der Wind aufgefrischt hatte, wurde ein weiterer Strandtag verworfen und wir wuselten uns so durch den Tag. Duschen, ver-und entsorgen, aufräumen, bisschen arbeiten, Videos schneiden und neue Ziele eruieren und einen Riesenpott Linsensuppe kochen. Zwischendurch haben wir ausführlich mit Opa Hermann, Nina und Anne, Arne, Niklas und Cora telefoniert.
Morgen steht nach dem Frühstück ein Spaziergang durch die nähere Umgebung auf dem Plan.
Anschliessend wird alles für die Weiterfahrt am Dienstag vorbereitet. Die nächste Etappe ist die Halbinsel Giens bei Hyeres. Hier haben wir uns für drei Tage auf dem Campingplatz International eingebucht. Von da aus geht es weiter nach Martigues und Saintes Maries de la mer, bevor wir Richtung Meze und Sete aufbrechen.

18.11.2024

Unser letzter Tag in Le Lavandou beginnt mit einer kleinen Wanderung durch die nähere Umgebung. Der Weg führt uns zunächst durch den Ort und anschliessend direkt in ein Waldgebiet, mit Silberakazien und Kiefern. Der Boden bedeckt mit Kräutern – Thymian, Rosmarin, Salbei. Ausserdem ein Gewächs, welches wir noch nie gesehen haben: westliche Erdbeerbäume. Rote, kirschgrosse, haarige Früchtchen.
Es geht stetig bergauf und der Untergrund ist ein zerfurchter, steiniger Lehmboden, an einigen Stellen mit grösseren Steinplatten versetzt.
Eigentlich die ideale Piste für Rudi. Wobei die Steigung hier schon kanarische Verhältnisse annimmt. Plötzlich tauchen links, versteckt hinter hohen Hecken, typische provenzalische Häuser auf und wir fragen uns, wie die Bewohner diese Strecke meistern.
Am Ende des Waldweges wird die Bebauung dichter und die Strassen geteert. Es geht in Serpentinen Richtung Meer, bis wir an der Strasse schmale Abzweigungen entdecken, die mit Stufen versehen abwärts führen. So gelangen wir an die Hauptstrasse, der wir ein kleines Stück folgen, bis wir bei einer Parkbucht wieder auf einen kleinen Weg stossen, der anscheinend direkt ans Meer führt. Diesem folgen wir und geraten auf einem Trampelpfad zu einem felsigen Küstenzipfel. Die Aussicht von hier oben ist einfach umwerfend und muss ausgiebig genossen werden. Während dieser Pause, beschliessen wir Weihnachten in Portugal zu verbringen und buchen praktisch auf der Pausenklippe einen Stellplatz in Sagres, also so richtig weit weg. Keine Ahnung wie wir es bis zum 23.12.2024 darunter schaffen sollen, denn bislang geht es bei uns eher „schneckig“ voran.
Erster Stress macht sich bemerkbar, wir brechen auf und erwerben in der Boulangerie nicht nur Baguette rustic, sondern auch ein Blätterteiggebäck mit knusprigen Mandelblättchen und Schokifüllung.
Nach ca. vier Stunden kehren wir zum Stellplatz zurück und vertilgen einen weiteren Teil der gestrigen Linsensuppe.
Anschliessend wird soweit wie möglich alles wieder zusammengepackt und für die morgige Weiterfahrt vorbereitet.
Mit einem Gläschen Rose und einigen aktuellen Videos von verschiedenen Vanlife-Aktivisten beschliessen wir den Tag, bekommen jedoch noch einen Fuchs zu sehen, der über den Stellplatz läuft.
Morgen geht es nach Giens.

059. Cabasse November 2024

Wir sind nach ungefähr 270 km in der Provence angekommen. Genauer gesagt in dem kleinen Ort Cabasse in der Nähe von Brignoles und 45 km von der Cote d‘Azur entfernt. Die Anfahrt zum Stellplatz führte uns geradewegs durch das Örtchen und war schon recht abenteuerlich, weil das Strässchen immer enger wurde, geradezu einspurig und die Häuserwände sich fast schon an Rudi anzuschmiegen versuchten.
Der Stellplatz selbst liegt ein klein wenig außerhalb, an der Route de Carces. Es sind 12 eher kleine Stellplätze vorhanden und Anhänger eigentlich nicht erlaubt. Wie aber auf dem Foto zu erkennen hat alles geklappt.
Und wieder geht es nach einer kleinen Pause in den Ort. Wir haben bereits Nachmittag, es fängt leicht an zu nieseln und wir legen einen kurzen Abschnitt direkt auf dieser kleinen Strasse zurück.
Am Ortseingang passieren wir ein grosses, altes Gebäude, das anscheinend früher zu einem Weingut gehörte, biegen links in eine kleine Straße ein. Hier folgen wir dem Hinweis zu einem thailändischem Restaurant, das aber leider geschlossen hat. Vorbei am hiesigen Sportplatz geraten wir auch schon in die kleinen Gassen des Ortes. Es zieht uns nach links zu einer Brücke über die L‘Issole. Am Ufer des Flüsschens schmiegt sich unter bombastischen alten Platanen ein Bouleplatz. Wir sind neugierig und folgen nicht der Strasse weiter in den Ort, sondern bewegen uns schnurstracks auf einen Weg hinter dem Bouleplatz weiter. Anscheinend war dies früher mal ein kleiner Mini-Campingplatz, da noch Toiletten- und Waschhäuschen zu erkennen sind. Am Ende des Platzes folgen wir einem kleinen Trampelpfad. Links das Ufer des Flüsschens und rechts die Zäune angrenzender Gärten. Irgendwie landen wir anschließend in einem kleinen Park, direkt am Ortsausgang. Von hier aus geht es in den Ort hinein. Es ist auch hier wieder sehr ruhig und wenn so viele parkende Autos zu verzeichnen wären, könnte man fast glauben, der Ort ist ausgestorben.
Beim ansässigen Bäcker werden zwei Baguettes für insgesamt 2€ erworben. Es gibt tatsächlich zwei kleine Tante-Emma-Läden, einen Friseur und zwei Kneipen, eine Post, ein Hotel und eine Kirche. Dies entdecken wir beim Schlendern durch kleine und verwinkelte Gassen. Erneut vorbei an Spiel- und Sportplatz, treten wir den Rückweg an.
Am Stellplatz wird noch schnell die Markise gesichert und ein Gläschen Wein draussen genossen. Dabei beschliessen wir am Dienstag weiter Richtung Küste zu fahren und dort in Le Lavandou Halt zu machen.
Indoor werden dann die Zutaten für eine französische Erbsensuppe geschnippelt und das Wochenende eingeläutet.

09.11.2024

Hoch die Hände Wochenende.
Der Samstag startet mit Regen und Eicheln, die zwischendurch auf das Dach plumpsen. Laut Regenradar hält sich das Regengebiet hier noch bis zum Mittag. Deshalb wird erst einmal so richtig gefaulenzt. Den ersten Kaffee gibt es, zumindest bei mir, im Bett.
Ich bin auf der Suche nach einem Krimi der in der Provence, genauer gesagt an unserem nächsten Etappenziel in Le Lavandou angesiedelt ist, fündig geworden. Es gibt eine Krimireihe um den Rechtsmediziner Leon Ritter von Remy Eyssen. Bei dem Trödelwetter ist auf jeden Fall eine entsprechende Leseprobe drin.
Zur Zeit lesen wir beide eine deutsche Krimireihe um Kommissar Hübner, einem Kleinstadtpolizisten kurz vor der Pensionierung, von Svarlen Edhor, einem norddeutschen Autorenduo. Die Reihe besteht aus 13 Bänden und der erste Band mit dem Titel: Was für ein Scheisstag, ist Programm.

10.11.2024

Heute ging es nach dem Frühstück mit den Rädern nach Carces. Eine Strecke von ca. 13 km. Zunächst entlang der angrenzenden D13 und im weiteren Verlauf auf der Route de Carces direkt am Lac de Sainte-Suzanne vorbei. Ein See in der französischen Region Provence-Alpes-Côte d’Azur im Departement Var, der aus dem Zusammenfluss der Flüsse Caramy und Issole und des Flusses Argens entstanden ist.
Eine sehr schöne Strecke, mit ein wenig Verkehr und sehr viel Natur. Der See ist ein beliebtes Anglerrrevier und an einzelnen Parkbuchten, sind Pavillions mit div. Angleequipment aufgebaut. Wir gelangen an Weingütern vorbei in den kleinen Ort Carces. Nach einer Rundtour durch den Ort legen wir im Zentrum, gegenüber der Eglise Sainte Margerite eine Pause ein.
Es herrscht reges Treiben: Brot und Kuchen wird gekauft, die Epicerie im Ort hat den ganzen Sonntag geöffnet, weitere Gäste suchen die kleine Bar auf und geniessen einen Petit Cafe,
einen Pastis oder ein Glas Rose, unterhalten sich.
Neben uns öffnet das Restaurant „Ulrich und Co“. Es dauert nicht lange und auf der Terasse sind alle Tische besetzt.
Für den Rückweg schlagen wir eine andere Route ein, die uns nicht am See vorbei, sondern quer über ein Waldgebiet und einen besseren Feldweg, zurück an das Flüsschen Issole und dort an einen Mini-Wasserfall bringt. Es wimmelt hier nur so von Rosmarin- und Thymiangewächsen. Der Duft ist einfach unschlagbar, wenn man sie zwischen den Handflächen zerreibt. Einige Rosmarinhalme kommen mit.
Zurück am Stellplatz kommt die Handkaffeemühle zum Einsatz. Es gibt einen leckeren Kaffee mit der Frenchpress.
Später wird das Abendessen vorbereitet: Berge von Rosenkohl und Hähnchenschenkel aus dem Omnia.

11.11.2024

Zuhause wird der Hoppeditz geweckt und hier verbringen wir den 11.11.2024 bei 20 Grad und strahlendem Sonnenschein eigentlich nur gemütlich auf dem Stellplatz. Haare und Videos wurden geschnitten, gelesen und viel Kaffee getrunken. Und schwups haben wir vier Uhr nachmittags.
Morgen ist für die Gegend hier eine Starkregenwarnung ab heute Nacht rausgegeben worden. Da wir eh ans Meer fahren wollen, haben wir nach dem Essen alles abreisefertig gemacht. Hänger dran, noch mal Grauwasser abgelassen und Frischwasser getankt. Das ganze Gefährt abfahrbereit geparkt und loses Schuhwerk eben vor dem Beifahrersitz verstaut.
Plötzlich Vollalarm in der oberen Bedienkonsole, rotes Blinklicht, eine Stimme….
Die Stimme spricht auf schwedisch und ich versteh nur Polizei😬.
Wenig später eine weitere schwedische sprechende weibliche Person. Ich erzähle auf englisch, dass bei uns alles in Ordnung ist. Die schwedische Stimme bedankt sich und wünscht uns eine gute Fahrt.
Ich schwör, ich habe den Alarmknopf nicht gedrückt, als ich die Schuhe vorne hingestellt habe. Evtl. könnte es aber sein, dass ich vlt. ein wenig mit meinem Minipferdeschwanz in der Gegend des roten Knopfes über mir gewesen bin🤣 und den Mercedes Alarm ausgelöst habe.

058. La Roche-de-Glun November 2024

Nach ca. 270 km Fahrt sind wir in La Roche-de-Glun angekommen.
La Roche-de-la-Glun ist eine französische Gemeinde mit 3478 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2021) im Département Drôme in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie gehört zum Arrondissement Valence und zum Kanton Tain-l’Hermitage. Die Einwohner werden Rochelain(e)s genannt.
Für die Fahrt hierhin sind wir das erste Mal auf französischen Autobahnen unterwegs gewesen, um die elektronische Mautbox zu testen.
Hierzu benutzt man an den Mautstellen die Spur mit dem grünen t und kann nach Kennung durchfahren.
Da wir kurz nach Fahrtantritt unsere Vorräte für die Woche wieder aufgefüllt haben, konnte nach Ankunft hier, erst einmal lecker gesnackt werden.
Danach ging es auf zu einer Runde in den kleinen Ort, der gegen 16:00 Uhr ziemlich menschenleer schien. Vorbei an einer kleinen Grundschule, durch ein noch erhaltenes Stadttor, einer Bar und einem Metzger sowie der Kirche, gelangen wir an das Ufer der Rhone. Ähnlich wie an der Mosel bei Wintrich führt der Fluss hier viele Überreste von Bäumen und Sträuchern mit sich, auf denen sich Kormorane ausruhen.
Hier befindet sich auch eine Staumauer mit Wasserkraftwerk, die befahr- und begehbar ist.
Auf der anderen Seite angekommen befinden wir uns dann im Department Ardeche.
Wir schlendern langsam über die Brücke und am Ufer zurück, machen einen kleinen Abstecher in den Supermarkt, bevor wir zum Rudi zurückkehren und die Vorbereitungen für das Abendessen in Angriff nehmen. Es gibt Gambas, mit selbstgemachter Aioli und grünen Salat.

057. Marigny/Lac de Chalain November 2024

Wir stehen seit dem 05.11.2024 auf einem Stellplatz im Jura bei Marigny.
Auf dem Weg hierhin haben wir Diesel und Gas getankt, gewaschen, Rudi samt Hänger abgekärchert und haben anschließend ein paar Kilometer gemacht.
Ursprünglich wollten wir einen Stopp in Besancon einlegen. Leider haben wir die Zufahrt zum Stellplatz, ein kommunaler Platz, mit Rudi und Co. nicht bewältigen können. Schade, die Stadt sah mit ihrer riesigen Citadelle und den alten Gebäuden sehr charmant aus.
Seit unserem Start heute Morgen läuft die Frischwasserpumpe in einem durch. Das selbe Spiel, wie im letzten Sommer. Die Pumpe muss jetzt immer nach Benutzung am Bedienpaneel abgeschaltet werden.
Marigny liegt am Lac de Challain, den wir uns morgen etwas genauer ansehen werden.
Auf dem Stellplatz ist Platz für 54 WoMos. Aktuell stehen hier nur zwei weitere Reisemobile.
Es ist absolut ruhig hier und gleich wird noch Fisch gebraten und Salat zubereitet. Mehr geschieht heute nicht mehr.

06.11.2024
Was für ein Morgen. Strahlender Sonnenschein, der Tag verspricht so richtig schön zu werden.
Dirk macht sich nach dem Frühstück auf die Suche nach einem Supermarkt und ich werde ein wenig arbeiten.
Am frühen Nachmittag starten wir zu einer Runde um den See. Der Weg führt uns zunächst in den Ort Doucier. Hier halten wir an einer Molkerei mit Verkauf, des für diese Gegend bekannten Comte und Morbier. Die müssen mit. Mit Sonnenblumenöl und einem Chardonnay aus dem Jura incl, einem umfassenden Einblick in die Produktion dieser Käsesorten wurde die Fruiterie wieder verlassen.
Der Supermarkt gegenüber, St. Pascal, hat geschlossen: Betriebsferien.
Die Tour führt uns weiter an div. geschlossenen Campingplätzen vorbei, bis wir an das östliche Ende kommen, an dem ein riesiges Feriendorf angeschlossen ist. Von hier aus geht es oberhalb des Sees durch den Wald nach Marigny zurück. Einfach nur schön, das Licht und der Wald, einige Wanderer die uns begegnen und die Ruhe.
Am Stellplatz angekommen, wird noch einmal draussen gekocht.
Anschließend verfolgen wir den Ausgang der US-Wahlen in div. Formaten und sind auf das Ergebnis der Aussprache der Ampelkoalition gespannt.
Morgen zieht es uns weiter. Wir wollen Richtung Provence. Hier zunächst nach Cabasse. Da uns die Tour für einen Tag zu lang ist, ca. 570 km, legen wir einen Zwischenstopp vor Valence ein.
By the way; die Frischwasserpumpe arbeitet wieder ordnungsgemäß.

Dafür habe ich am Morgen Dirks Tasse mit Milchkaffee zum Absturz gebracht. Sie ist natürlich nicht einfach nur auf den Boden gescheppert, nein, sondern direkt auf den Lüftungsschacht der Fussbodenheizung und der Inhalt dort versickert. Wie gut, dass er seit kurzem weniger Milch für den Kaffee verwendet🤣.

Eigentlich kann ich auch die anderen Schäden listen, die ich zum größten Teil verursacht habe: unteres Regalbrett im großen Schrank wegen Buchüberlastung ausgebrochen, Halterung Klappschrank (oben links) schließt nicht mehr, Möbelscharnier der Trittstufe gebrochen, tropfender Wasserhahn (der war neu!!!) ersetzt – jetzt tropft er nicht mehr, lässt sich aber auch nicht mehr abstellen, beim Einpacken der Starlinkantenne vergessen diese vom Strom zu nehmen, so dass sie sich indoor, im eingepackten Zustand immer wieder versuchte neu auszurichten.

056. Luxeuil-les-Baines November 2024

01.11.2024

Es ist der 1. November und wir sind ein kleines Stück weiter gefahren. Stehen nun auf einem Platz von Camping Car Park, direkt am Zentrum von Luxeuil-les-Bains. Auch der Hänger hat ausreichend Platz.
Nach dem routinierten Aufbau von Starlink, Stühlen, dem vorherigen Ver-und Entsorgen und einer Kaffeepause wurde nur noch gechillt.
Abends gab es Pizza und gemischten Salat mit Chicoree sowie Fernsehreportagen aus der Heimat.

Den Abstecher zum Col de Bussang konnten wir nicht antreten: gesperrt für Fahrzeuge über 3,5 t.
Da dort die Mosel entspringt, wollten wir hier wenigstens ein Foto machen. Vlt. auf dem Rückweg und dann zu Fuss.

02.11.2024

Heute ist Markt im Zentrum von Luxeuil-les-Bains und den werden wir uns nach dem Frühstück abschauen.

Wir starten einen Spaziergang durch die kleine Stadt. Direkt hinter dem Stellplatz verläuft ein Fußweg ins Centre Ville. Zuerst stoßen wir auf die L‘Abbaye Saint-Colomban, einer Abtei aus dem Jahr 565, in der aktuell ein katholisches Kolleg untergebracht ist.
Am Rathaus vorbei gelangen wir auf den Place St. Pierre Bonnot. Hier ist heute Vormittag Markt und es herrscht bereits reges Treiben. An Obst-, Gemüse-. Fleisch- und Käseständen werden Produkte aus der Region angeboten. Es sieht alles so frisch und lecker aus. Kürbisse, Rosenkohl, Lauch, Maronen, Pilze, Pasteten und erst mal die Auslagen beim Käsestand, einfach umwerfend. Der Wagen mit gegrillten Hähnchen darf nicht fehlen, ebenso eine kleine Auswahl an Kleidung und Haushaltsartikeln. Wir entdecken einen kleinen Brotstand, mit großen und unterschiedlichen Brotlaiben und auffällig hohen Preisen. Das Brot kann dementsprechend auch pro Scheibe bzw. Scheiben erworben werden.
Kein Markt ohne Cafe, aber dies werden wir erst später aufsuchen.
Weiter geht es auf der mit unzähligen, kleinen Einzelhandelsgeschäften gefüllten Rue Victor Gernoux und Rue Carnot, am Place de Gaulle vorbei, in Richtung Hopital. Ein Abstecher in die Touristinformation darf nicht fehlen.
Wir schwenken nach links am Hotel Cerise vorbei in den Parc des Thermes, in dem sich ein bekanntes Thermalbad befindet und schlendern durch Nebenstraßen wieder ins Zentrum zurück. Auffällig sind die vielen, alten Gebäude, die leer stehen und verfallen – lost Places. Teils werden die Vorderfronten erhalten und abgestützt, die Fensteröffnungen mit Fotofolien versehen, der hintere Gebäudeteil aber fehlt komplett.
Zurück am Marktplatz zieht es uns jetzt in das Cafe, an dem wir auf der Terasse einen schönen Platz ergattern. Wir genießen einen Cafe au lait und einen Grand Cafe und schauen dem Geschehen auf dem Marktplatz zu.
Anschließend führt uns der Spaziergang in einem großzügigem Bogen durch kleine Wohngebiete zurück zum Stellplatz.
Den Rest des Tages geniessen wir lesend, aufräumend und Pizza essend.
Morgen steht eine Radtour auf dem Programm.

03.11.2024

Nicht wundern, der Ort bei diesem Stepp heißt Breuchotte, wir stehen weiterhin in Luxeuil-les-Bains, nur die Radtour hat uns durch Breuchotte geführt.
Mit nicht mehr ganz gefüllten Akkus haben wir uns gegen 11:00 Uhr auf den Weg gemacht. Einen Snack bestehend aus Äpfeln, dem leichten Munsterkäse und den Brötchenmessern von Heiner, haben wir für unterwegs eingepackt. Jetzt fehlt nur noch ein frisches Baguette. Dieses werden wir, mit weiteren Zutaten für das Abendessen, gleich zuerst im Supermarkt kaufen.
Es ist zwar Sonntag, aber die größeren Supermärkte haben bis mittags geöffnet.
Der Einkauf wird schnell zurück zum Auto gebracht und anschliessend wollen wir uns noch eine Tankstelle, die LPG Gas vertreibt, genauer anschauen. Der Gastank ist noch mit zwei Anzeigenstrichen gefüllt und da die Temperaturen nachts deutlich sinken, wird entsprechend geheizt. Wir sind jetzt mit einer Füllung gut drei Wochen ausgekommen. Der Preis pro Liter beträgt ca. 0,99 € und der Tank hat eine Füllmenge von 70 l. Mit Gas wird gekocht, die Heizung betrieben sowie warmes Wasser erzeugt.
Leider befindet sich an der ausgesuchten Tankstelle die Zapfsäule für Gas an der falschen Seite, zudem sind die Fahrstreifen zur Ausfahrt so eng, dass der Hänger hier nicht vorbeikommen würde. Gas tanken ist hier mit unserem Gefährt nicht möglich. Alternativen werden später gesucht.
Weiter geht es ins Centre Ville und von hier aus starten wir nun ein rund 30 km lange Tour, bei herrlichem Sonnenschein.
Die Route führt uns ausschliesslich über D-Straßen, d.h. wirklich kleinen Nebenstraßen. Radwege sind nicht vorhanden, aber Radwegschilder, die bestimmte Routen angeben.
Es geht vorbei an kleineren Vororten und der Gemeinde Breuchotte. Hier legen wir am Rathaus eine Pause ein und geniessen Brot, Käse und Äpfel.
Die Stärkung können wir brauchen, denn der weitere Weg nach Fougerolles hat es in sich. Hier klettern wir die angekündigten 470 Höhenmeter aufwärts.
Von Fougerolles führt der Weg geradewegs zurück nach Luxeuil-les-Bains.
Am Stellplatz angekommen, wird erst einmal Frischwasser nachgefüllt. Mit dem Albfilter dauert das ca. 20 Minuten, da der Wasserdruck eigentlich nur so heißt, aber das Wasserbnicht wirklich mit Druck durch die Leitung saust.
Jetzt erst einmal einen Kaffee draussen vor Rudi geniessen.
Das Wetter ist so schön, dass wir uns entschließen Hähnchen-süß-sauer draussen zu kochen.

Den morgigen Tag werden wir weiterhin hier verbringen. Die letzten drei Wochen haben gezeigt, dass wir einige Dinge umpacken und anders verstauen müssen. Eine Innenreinigung ist auch angesagt.
Für den frühen Nachmittag ist ein weiterer Besuch im Städtchen vorgesehen und vlt. bleiben wir dann für ein Glas Wein im Marktcafe hängen.

04.11.2024

Tja, heute war, wie angekündigt Aufräumen und Innenreinigung angesagt.
Ich würde mal sagen, wir waren sehr erfolgreich. Darauf erst mal ins Centre Ville und dort in das Cafe am Markt und ein leckeres, frischgezapftes Blondes bestellt und genossen (bis es wirklich zu kalt auf der Bistroterasse wurde). Zwischendurch mit Nina telefoniert und dann nix wie zurück im unseren warmen und aufgeräumten Rudi.
Jetzt wird Liliane angerufen, denn sie hat heute Geburtstag.
Ausserdem ist alles gepackt und verstaut, morgen geht es weiter nach Besancon.
Die Walnüsse auf dem ersten Bild sind übrigens noch aus Wintrich an der Mosel. Die habe ich heute frei gelassen. Wer weiß, vlt. wachsen hier in ein paar Jahren plötzlich Walnussbäume am WoMo-Stellplatz in Luxeuil-les-Bains.

055. Saint-Maurice-sur-Moselle Oktober 2024

30.10.2024

Was für eine Fahrt nach Saint-Maurice-sur-Moselle. Hinter Munster nur noch eine Nebelsuppe. Es ging über Eguisheim, Cernay nach Masevaux-Niederbruck. Bis hier alles gut, doch dann wieder Baustelle incl. Umleitung. Das Navi ist damit nicht einverstanden und möchte uns immer wieder zur Rückkehr bewegen. Nicht ohne Grund, sind in den Voreinstellungen Höhen-und Gewichtsbegrenzungen vermerkt. Wir folgen der ausgeschilderten Umleitung und geraten in ein Gebiet, das nun keine 3,5 t Fahrzeuge mehr zulassen will. Da wir keine andere Möglichkeit mehr haben und sich hinter uns bereits weitere Fahrzeuge befinden, folgen wir der Route zum Ballon d‘Alsace, die nur eingeschränkt befahrbar ist. Aus den Augenwinkeln kann ich noch erkennen, dass die Weiterfahrt für Fahrzeuge über 3,5 t ausschließlich denen aus Forstbetrieben vorbehalten ist.
Was soll ich sagen, es wird sozusagen einspurig, geht nur noch bergauf, hangseitig existieren keine Leitplanken, Haltebuchten Fehlanzeige, der Untergrund mal asphaltiert, mal Schotter, mal erdig und fast oben angekommen, Schlaglöcher mit Lebendvieh in Form von Schafen, einer Ziege, diversen Eseln sowie imposanten Rindern. Dirk ist in seinem Element, ich versuche meine Schnappatmung in etwas Positives umzuwandeln. Zum Glück ist uns auf dieser ca. 16 km langen Strecke kein Fahrzeug entgegen gekommen (wer fährt die schon freiwillig).
In Saint-Maurice-sur-Moselle angekommen, stellen wir fest, dass dieses Gebiet ein absoluter Radsport-Hotspot ist. Nach ein wenig Google-Recherche wird klar wieso:
Der aus Radfahrersicht vermutlich bekannteste Berg der Vogesen ist der Ballon d‘Alsace (1171 m). Es war der erste Pass, den die Fahrer der Tour de France Anfang des 20. Jahrhunderts bezwingen mussten.
Und genau unter diesem Pass stehen wir nun auf diesem öffentlichen Parkplatz.

Am frühen Nachmittag drehen wir eine Runde durch das kleine Dorf und dem angrenzenden Wohngebiet, machen einen Abstecher auf den Friedhof, wagen einen Blick in die Kirche, stöbern im ansässigen Supermarkt und bleiben kurz am kleinen Cafe stehen.

Wir entschliessen uns dazu zwei Nächte vor Ort zu bleiben und morgen eine längere Radtour auf der Route des Hautes des Vosges, welche direkt am Parkplatz vorbeiführt, in Richtung Rupt-de- Moselle zu unternehmen.

31.10.2024

Bei 12,5 Grad und um kurz vor 11:00 Uhr starten wir unsere Radtour.

Zuvor wird das Solarpaneel an eine Rudiaussenwand befestigt, um Energie für die Aufbaubatterien zu gewinnen.

Anschliessend auf die Räder und schnell noch an der Servicestation am Platz, den Schlamm der letzten drei Wochen abgekärchert.

Die Route führt uns auf einer alten Bahntrasse in Richtung Vecoux, die Mosel in Begleitung. Während der Industrialisierung wurde die Wasserkraft der Mosel für die Textil- und Holzwirtschaft genutzt und die eingerichtete Bahnlinie zum Transport der Güter. Bei Fresse-sur-Moselle entdecken wir eine alte Transformationswinde mit der die durch Dampfmaschinen gewonnene Energie an die Betriebe weitergeleitet wurde.

Der Weg führt uns über den alten Bahnhof Le Thillot, in dem eine Touristeninformation untergebracht ist, über Ramonchamps und Rupt-sur-Moselle. Es sind überwiegend kleine Ortschaften und an den Berghängen sind die für diese Region ursprünglichen, grossen, viereckigen Bauernhöfe überall noch präsent.

Von den sonnigen 12,5 Grad zu Beginn der Tour ist nichts zu spüren. Es wird so kalt, dass wir froh sind uns so dick eingepackt zu haben. In Vecoux wollen wir zum Aufwärmen eine Pause einlegen, doch hier ist kein Cafe oder Boulangerie zu finden.

Wir kehren nach ca. 25 km wieder um. Nach einigen Kilometern hat die Sonne es über die ersten Hügel geschafft und wir geniessen die Fahrt mit viel Wärme von vorne, machen Halt für einen kleinen Snack und radeln anschliessend an unseren Ausgangspunkt zurück.

Im hiesigen Cafe geniessen wir Cafe-au-Lait bzw. einen Cafe Grand und einen kleinen St. Nicolas, so etwas wie ein Weckmann bei uns zuhause.

Anschliessend möchte Dirk unbedingt den tropfenden Hahn austauschen und kurzfristig sieht es im Rudi dann so aus:

Die Reparatur konnte erfolgreich beendet werden und das Abendessen, bestehend aus Kartoffelpü mit Schmorzwiebeln, Gurkensalat und Fischstäbchen folgte.

Bevor wir uns morgen auf den Weg Richtung Luxeil-les-Baines machen, steht ein kleiner Abstecher zum Col de Bussang auf dem Plan.

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