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Category : Reisen

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085. Hilden Februar 2025

19.02.2025

Natürlich habe zumindest ich auf dem Gemeindeparkplatz schlecht geschlafen und praktisch jeden noch so kleinen Wurm krabbeln gehört. Dementsprechend früh wach und das Morgenprogramm abgespult. Dabei tauchte zunächst die Fehlermeldung der Heizung auf: Lüfterproblem und anschließend hatte ich den Klodeckel in der Hand😬. Glatter Durchbruch an der Befestigung zum Metallstift, der die Folienabwicklung in Gang setzt. Läuft! Für 06:30 h ein guter Schnitt in Sachen Reparaturaufträge. Nach einem Restart der Heizung hatte der Lüfter kein Problem mehr-Rudi kam anschliessend von 14 Grad auf 20 Grad Raumtemperatur. Aber Deckel und Brille der Clesana müssen getauscht werden und das bis Altweiber, da wollen wir weiter. Gerne nach Holland, evtl. Richtung Friesland, jedoch haben die meisten CP‘s noch geschlossen oder aber die Anfragen werden nicht beantwortet. Erst einmal die letzten 350 Kilometer bis Hilden abspulen und dann sehen wir weiter. Hier kommen wir gegen Mittag an, erledigen Einkäufe, aktivieren den Berlingo, um die ersten Sachen aus Rudi einzupacken und betreten gegen 16:00 Uhr unsere Wohnung. Wir beide haben dabei eher das Gefühl aus einem verlängerten WE zurückzukehren, als von einer 4-monatigen Reise🤣.

084. Assevillers Februar 2025

18.02.2025

Wir waren tatsächlich schon um 07:54 Uhr abreisefertig und haben den Stellplatz verlassen. Über Bordeaux, Poitiers, Tours, Orleans, ging es über Paris bis nach Assevillers. Hier haben wir über park4night einen Stellplatz der Gemeinde zur Übernachtung angefahren. Paris ist die Hölle. Der überwiegende Teil der Auto- oder Motorrad fahrenden Bevölkerung entgeht durch eine völlig unangepasste, wenn nicht gar schier verantwortungslose Fahrweise nur knapp schweren Unfällen. Von den LKW-Fahrer*innen ganz zu schweigen. Eine Riesenstadt, mit Riesenbauten und Riesenverkehr. Egal die Metropole liegt hinter uns, der Tank ist voll, die Maut bezahlt, der Bauch gefüllt und ich hoffe, es gibt auf diesem Gemeindeparkplatz eine ruhige Nacht. Morgen folgt die restliche Strecke.
Wir sind gespannt, wie unsere Wohnung aussieht. Laut unserer Vermieterin geht die Trocknung gut voran. Evtl. wird nächste Woche das Trocknungsgerät abgebaut und am 11.03.25 soll der Maler die Arbeit aufnehmen.

083. Labenne Februar 2025

14.02.2025

Ein reiner Fahrttag mit rund 700 km hat uns bis nach Labenne in Frankreich an die Atlantikküste geführt. Zwischendurch konnten wir immer wieder die Kokons der Pinien-Prozessionsspinner an den besagten Bäumen ausmachen.
Den Stellplatz konnten wir über die Camping Car Park App online reservieren. Er befindet sich im Stadtteil Labenne-Ocean, ca. 1,5 km vom Strand entfernt. Das Hörbuch „Puppenmord“ von Tom Sharpe hat uns die Fahrt über begleitet🤣.

15.02.2025

Am Vormittag wurden zunächst die Vorräte im hiesigen Intermarche aufgestockt. Danach führte der Weg zum Strand und in die Dünen. Hier folgte ein Minipicknick, Müllsammeln sowie ein Drohnenflug. In Portugal sind Drohnenflüge, auch in der Gewichtsklasse bis 250 g, nur nach vorheriger Anmeldung erlaubt. Das Prozedere
war uns zu aufwendig.
Das schöne Wetter lockte uns wieder auf die Räder und es ging weiter Richtung Capbreton.
Ein typisch französisches Küstenörtchen, mit einer kleinen Bummelstrasse, Cafes und Restaurants. Hier tourten wir durch den grossen Yachthafen und genossen an der Promenade des Plage Capbreton ein frisches Blonde vom Fass, bevor es zurück zum Stellplatz ging.
Für den morgigen Sonntag haben wir eine Radtour nach Bayonne ins Auge gefasst.

16.02.2025

Heute steht eine Tour nach Bayonne auf dem Programm. Die Radtour führt uns über Ondres und Tarnos am Adour entlang ins Zentrum. Vorbei an den Markthallen – Les Halles de Bayonnes, machen wir zunächst unter halb der Kathedrale eine Snackpause, bevor wir durch die Gassen an der Rue de Gouverneurs, auf besagte Kathedrale stossen.
Anschliessend radeln wir den Adour überquerend am Gare de Bayonne hinauf zur Citadelle und müssen leider feststellen, dass sie nicht für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Hier ist ein militärischer Stützpunkt untergebracht. Also geht es zurück nach Labenne-Ocean, wo eine super- leckere Linsensuppe auf uns wartet.

17.02.2025

Wir unternehmen eine Radtour ins Sumpfgebiet von D‘Orx. Eine Rundtour über 25 km. Das reicht für heute, haben wir gestern doch über 50 km zurückgelegt. Eine überschaubare, nette Runde, grösstenteils auf kleinen Strassen unterwegs. Anschliessend ein kurzer Stopp am Stellplatz, um Proviant und Kaffee einzuladen und dann ab zum Picknicken an den Strand. Die Sonne im Gepäck.

082. Santiago de Compostela Februar 2025

12.02.2025

Heute ging es von Nazare nach Santiago de Compostela in Galicien. Vorbei an Aveiro, Porto und Vigo. Hier überquerten wir die Puente de Rande oder Ponte de Rande, eine Schrägseilbrücke, die in der Nähe von Vigo in der spanischen Region Galicien die Orte Redondela und Moaña verbindet und so die Ría de Vigo überquert. In Ufernähe können wir viele Muschel-Pontons ausmachen. Schilder weisen auf die Inseln des Parque Nacional das Illas Atlanticas hin. Der Nationalpark Islas Atlánticas de Galicia ist ein spanischer Nationalpark, der die an der Atlantikküste im Nordwesten des Landes gelegenen galicischen Inselgruppen der Illas Cíes, Illas Ons, die Inseln Sálvora und Cortegada sowie diverse kleinere Eilande umfasst. Er beinhaltet 12 km² Land- und 72 km² Meeresfläche.
Die Strecke führt uns weiter über Redondela, Pontevedra und schließlich zum nächsten Ziel: Santiago de Compostela. Hier stehen wir auf einem Stellplatz des Camperparks Amencer, etwa 2 km vom Zentrum entfernt. Der Platz verfügt über 36 Plätze, Ver- und Entsorgung, Duschen (1 €/6 Minuten-Coin an der Rezeption erhältlich), Spülgelegenheit vorhanden. Der Hänger kann abgestellt werden. Die Übernachtung kostet 15 €, Strom direkt am Platz für 5 € zubuchbar.
Der Regen war heute unser anhänglicher Begleiter und zwischendurch wurde die Fahrerrei mit div. Hörbüchern untermalt. Dazu habe ich einfach mal bei BookBeat und Thalia kostenlose Probeabos abgeschlossen, um Auswahl und Handling zu testen. Leseproben haben wir von Ella Hansen-Nord&Mord: Zweifel (😴), Fourth-Wing-Flammengeküsst/Reihe 1 von Rebecca Yarros (semi) und Sonne über Gudhjem von Michael Kobr (Co-Autor der Kluftinger Romane) auf die Ohren bekommen. Nach dem Probemonat kostet das Abo über Thalia z.Zt. 7,95 € monatlich, wobei ein Hörbuch im Preis enthalten ist und jedes Weitere 7,95 € kostet. Die Hörbücher gehen ins Eigentum über. Die Plattform BookBeat bietet je nach Hörbuchverhalten drei verschiedene Abo-Optionen an, die sich an der Dauer der Inanspruchnahme nach Stunden orientiert. Hier kann man für 19,99 € max. 100 Std. für 14,99 € max. 40 Std. und für 9,99 € max. 20 Std. Hörbuchverhnügen abonnieren. Die abgeschlossenen Hörbücher gehen nicht ins Eigentum über und können nach Verbrauch der abonnierten Hörzeit nicht noch einmal gehört werden.

13.02.2025

Es regnet weiterhin, zwar nicht in Unmengen, doch eine Wolkenfamilie hält sich genau über Santiago auf und nieselt ab was das Zeug hält, sprich den ganzen Tag. So zieht es uns nicht nach draussen. Stattdessen schmieden wir neue Reisepläne und Routen, recherchieren Fährrouten, starten CP-Anfragen, lesen, schauen fern und trinken viel Kaffee. Seit heute Morgen geht mir der Song von den Höhnern: „Pass op pass op Prinzessin! Dat Krokodil well dich fresse!“ nicht mehr aus dem Kopf🤣.
Morgen geht es bereits Richtung Frankreich nach Labenne, einem kleinen Ort am Atlantik.

081. Nazare Februar 2025

09.02.2025

Und schon wieder geht es weiter. Auf unserem Weg nach Nazare machen wir Halt in Obidos, einer hübschen Stadt mit strahlend weissen Häusern, kleinen Gassen und einer maurischen Burg mit begehbarer Stadtmauer. Sie ist zudem bekannt für ihre schokoladigen Köstlichkeiten und trägt seit 2015 den Titel „Stadt der Literatur“. Dies zieht natürlich auch viele Reisebusse mit interessierten Besuchern an. Selbst an diesem Sonntag im Februar ist das kleine Städtchen voll. Die Igreja de Sao Tiago ist keine Kirche mehr im eigentlichem Sinn, sondern ein Buchladen, der viele unterschiedliche Themen literarisch bedient. Auf der Empore stellt die Künstlerin Ruta nicht nur ihre geklöppelten Spitzen, sondern auch Armbänder mit ihren Gedichten auf besonderen Geschenkkarten aus. Spontan trägt sie eins ihrer Gedichte vor. Uns fallen die vielen kleinen Geschäfte auf, die
Ginjinha oder einfach Ginja zum Verkauf anbieten. Dies ist ein portugiesischer Likör, der durch Einlegen von Ginja-Beeren (Sauerkirsche) in Alkohol (Aguardente) und Hinzufügen von Zucker sowie anderen Zutaten hergestellt wird, wobei Nelken und/oder Zimtstangen am häufigsten sind. Oft wird er als kleiner Shot im Schokobecher zum Kosten angeboten. Nach einem Kaffee und Mixed Toastas neben der Praca da Santa Maria, geht es weiter nach Nazare. Hier bleiben wir bis Mittwoch auf einem weiteren CP von Orbitur.
Den Nachmittag nutzen wir zum Wäsche waschen, Reisetagebuch schreiben, Kartenmaterial updaten und kochen.
Nazare ist ein weltbekannter Surfer-Hotspot mit Monsterwellen bis zu 20 Metern. Mal sehen, wie es in den nächsten Tagen aussieht. Bislang sehen die Prognosen nicht so gut aus.

10.02.2025

Heute zieht es uns natürlich direkt in den Ort und an den Strand, aber nicht bevor wir mit Arne und Familie telefoniert haben. Arne feiert nämlich heute seinen 3. Geburtstag 🥰. Danach landen wir mit den Rädern am Praia Nazare. Eine schöne Promenade, die von vielen Geschäften sowie Restaurants gesäumt wird und auf der einen Seiten vom Hafen, auf der anderen Seite von der sich erhebenden Felsküste, auf deren Spitze der Farol do Nazare trotzig in den Atlantik schaut, begrenzt wird. Wir nehmen zuerst Kurs auf den Hafen, bleiben aber wenig später wieder stehen: auf Holzrahmen sind diverse Fische und Tintenfische zum Trocknen angebracht. Dabei fallen die glitzernden Sardinen und die Tintenfische sofort ins Auge. An den Seiten sitzen Fischer, die ihre Netze reparieren oder den Trockenfisch verkaufen. Dirk ersteht 4 Sardinen für 2€, die wir natürlich sofort probieren müssen. Lecker, es fehlt nur noch ein kaltes Sagres. Wir folgen dem Radweg zum Hafen und schon sind wir auf dem Hafengelände, passieren einige Kais mit kleineren und grösseren Booten, den Jetski’s, die die Surfer am Praia do Norte in die Wellen ziehen und Boote die aufgebockt zur Reinigung oder Überholung an Land stehen. Etwas weiter stossen wir auf einige Fisch verarbeitende Firmen und einer Auffahrt die zum Praia do Sol führt. Dieser Strand muss auch begutachtet werden. So viel Sightseeing macht hungrig und wieder zurück auf der Promenade, machen wir Pause an der Strandbude am Thallasobad.
Anschliessend geht es bis zum anderen Ende des Praia do Nazare und hier zum Lift, der die Unterstadt mit der Oberstadt verbindet. Leider fährt er heute nicht und der Weg zum Farol do Nazare wird mit dem Rad fortgesetzt. Der Anstieg und die Anfahrt haben es wirklich in sich. Die Oberstadt ist sehr touristisch ausgelegt, selbst ein Riesenrad ist dabei. Unser Ziel ist der Leuchtturm, in dem ein Surfermuseum aufwartet, denn direkt auf der anderen Seite befindet sich der bekannte Surfer-Hot-Spot mit den Monsterwellen, der Praia do Norte. Von Monsterwellen ist aber heute keine Spur und Surfer sind auch nicht wirklich viele im Wasser. Nach sechs Stunden Ortsbesichtigung geht es zurück zum CP.

11.02.2025

Es ist Dienstag, es regnet und es ist kalt. Ergo bleiben wir im Rudi. Den Tag verbringen wir mit lesen, Reise-Apps testen, essen und fernsehen. Herrlich😉.

Beim gestrigen Besuch im Surfmuseum, oberhalb des Praia do Norte, wurde natürlich auch auf das Entstehen der Monsterwellen in Nazare eingegangen.
Genau vor der Küste befindet sich der Nazaré Canyon. Diese Meeresschlucht ist über 230 Kilometer lang und misst eine Tiefe von bis zu 5000 Metern. Das Ende dieses Unterwasser-Canyons liegt unmittelbar vor der Küste von Nazaré und dadurch ergeben sich auf engem Raum große Unterschiede in der Wassertiefe. Des Weiteren wird bei entsprechenden Bedingungen eine Wasserströmung entlang des Strandes an dem Felsvorsprung in das Meer gelenkt, so dass sich eine weitere Vergrößerung der Welle ergibt. Wenn dann zusätzlich entsprechende Dünung gegeben ist, können die Wellen dann mit mehr als 20 m Höhe brechen.

080. Peniche Februar 2025

06.02.2025

Ziemlich zeitig brechen wir zu unserem nächsten Ziel-Peniche auf. Aber nicht ohne noch einmal beim Drehen der Vordersitze mit dem Pferdeschwanz den Alarmknopf von Mercedes auszulösen. Kurz darauf meldete sich die schwedische Stimme in einer nicht endenwollenden Fontäne von Fragen und Erläuterungen, die ich nicht mehr zu stoppen wusste. Ich war kurz davor, wie in der aktuellen Werbung für ein bekanntes schwedisches Knäckebrot, Wasa zu rufen, bis sie mich reden liess und ich antworten konnte, das dies only a mistake and not a case of emergency sei. Dies schien die Stimme zu beruhigen und wir wünschten uns gegenseitig einen guten Tag.
Dieser führte uns zuerst nach Guadalupe und der Ebora Megalithica. Wie sich herausstellte, hat hier der Guide für geführte Touren zu den Megalithen sein Büro, die Megalithen selbst befinden sich ca. 8 km wieder zurück in Richtung Evora. In Nossa Senhora de Guadelupe gelangen wir dann über eine Sandpiste, die es in sich hat zum Cromleque dos Almendres, einem drei phasigen Steinkreis, älter als der in Stonehenge und anschliessend zum Menhir dos Alemdres, einem 3,50 m hohen Menhir. Allein der kleine Trampelpfad zu diesem Riesenstein ist wunderschön.
Weiter geht es nach Arreiulos, etwas oberhalb von Evira. Dieses Örtchen, an einem Hügel gelegen, soll sehr bekannt für seine handgewebten Teppiche sein. Diese können wir leider nicht bestaunen, da wir keinen Zugang in den Ort mit Rudi und Hänger finden.
Dann eben über Land nach Peniche, unserem nächsten Halt an der Küste, oberhalb von Lisboa. Hier finden wir einen Platz auf dem Stellplatz ASA-Peniche für 9,50€ die Nacht, ohne Strom. Die Batterien und die ecoflow sind gefüllt, dies müsste reichen. Duschen, Toiletten und sogar die Fönbenutzung sind extra zu bezahlen.
Schnell eine Pizza im Omnia und gemischten Salat gezaubert und dann ist mal gut für heute.

07.02.2025

Das Wetter ist wechselhaft und so machen wir nur eine kleine Runde zu Fuß ans Meer, zu einem Felsen, der sich Papoa schimpft. Kaum dort angelangt, fängt der Regen an. Also alles wieder zurück und in die Rudi-Chill-Area.
Gegen Nachmittag hört der Regen auf und wir schnappen uns die Räder für eine Erkundungstour. Diese führt uns zum Hafen und der dazugehörigen Promenade mit unzähligen Fischrestaurants, vorbei am Fortaleza, dem wir morgen einen Besuch abstatten werden und weiter auf dem Fischer-Wanderpfad, direkt an den Klippen entlang, bis wir wieder auf die Strasse zum Stellplatz stoßen. Peniche ist eine Stadt, die durch Fischfang und dessen Verarbeitung geprägt ist. Es liegt wie ein großer Zipfel im Atlantik und von Stränden umgeben, zieht es Surfer vermehrt an. An einigen Stellen weist ein gelbes Holzschild in Fischform auf besondere Aussichtspunkte in den Klippen hin.
Abends gibt es die Pizzareste mit Tomatensalat.

08.02.2025

Direkt nach dem Frühstück geht es zum Mercado. Hier ist schon jede Menge los. Im Erdgeschoss werden Obst, Gemüse, Gebäck und Fleischwaren angeboten, in der ersten Etage Fisch. Hier entdecken wir auch Tritonschnecken. An den Aussenseiten im Erdgeschoss sind wirklich sehr kleine Bars eingelassen, die auch von draussen zu begehen sind. Das grösste was ins Auge fällt, sind die massigen Espressomaschinen hinter den Theken. Platz findet man an 2 Tischen und der Bar. Und hier geht kurz vor elf Uhr nicht nur der Pico, sondern auch Portwein bzw. Bier. Wir decken uns mit Laranjas, Birnen, Mandarinen und Gebäck ein, bevor es ins Centro weitergeht. Das Centro ist schnell durchquert und bevor es zum Fortaleza weitergeht, gibts noch einen Kaffee. Peniche ist auch das größte Zentrum für Spitzenklöppelei in Portugal, eine jahrhundertealte Kunst, deren Ursprünge unklar sind. Diese filigrane Kunst ist auf internationalen Veranstaltungen vertreten und stellt ein künstlerisches Erbe dar, das es zu bewahren gilt. Die Gemeinde hat ein Museum eröffnet, das der Klöppelspitze gewidmet ist.
Das Fortaleza de Peniche wurde 1557 erbaut und diente in der Zeit von 1930 bis 1974 als Gefängnis für politische Gefangene während der Diktatur. Ein sehr eindrucksvolles Gemäuer, dass zum Museum umgewandelt wurde. 1960 war es Schauplatz eines dramatischen Gefangenenausbruchs, als eine Gruppe politischer Gefangener, unter ihnen der Kommunistenführer Álvaro Cunhal, aus der Festung ausbrach.
Weiter geht es durch das Centro auf die andere Seite der Halbinsel. Auch hier laden viele Aussichtspunkte an der Küstenlinie zum Verweilen ein. Schließlich gelangen wir zur Ilheu da Papoa und die gilt es zu Fuss zu entdecken. Den Nachmittag lassen wir in einer kleinen portugiesischen Bar unweit der Ilheu da Papoa mit Bier und Wein ausklingen.
Als Abendessen steht heute gebackener Stockfisch mit Reis und Salat auf dem Speiseplan. Den Stockfisch haben wir auf dem Markt in Loule erworben. Damit er zubereitet werden kann, muss man ihn mindestens zwei Tage vorher in Wasser einlegen und dieses morgens sowie abends erneuern. Anschliessend wird er trocken gelegt, gewürzt, in Mehl gewälzt und gebraten. Bom apetite!

079. Evora Februar 2025

04.02.2025

Heute geht es weiter nach Evora. Evora ist die Hauptstadt der südlich-zentralen Region Alentejo in Portugal. Der Weg führt durch grossflächige Korkeichenplantagen, die an den Rändern von Eukalyptusbäumen gesäumt werden. Im historischen Zentrum der Stadt steht der altertümliche römische Tempel von Évora (auch Tempel der Diana genannt). Ganz in der Nähe umgeben weiß getünchte Häuser die Kathedrale von Évora, ein massives gotisches Bauwerk, dessen Errichtung im 12. Jahrhundert begann. Die Igreja de São Francisco sowie die mit Skeletten verzierte Knochenkapelle bilden ein weiteres Highlight der Stadt. Wir stehen erneut etwas ausserhalb auf einem CP von Orbitur. Am Abend bereiten wir einen Teil des Stockfisches zu, den wir in Loule erstanden haben.

Ansonsten hat die heutige Leckageprüfung in unserer Wohnung ergeben, dass das Heizungsrohr im oberen Bereich unseres Badezimmers und im unteren Bereich des Badezimmers der Obermieterin leck ist. Die Wand wurde entsprechend aufgebrochen und repariert. Jetzt kann die Trocknung beginnen.

05.02.2025

Das schöne Wetter hat uns bereits um 10:00 Uhr auf die Räder geführt. Ziel, die Innenstadt von Evora mit Mercado, Kathedrale, Knochenkapelle und Aquadukten. Wir landen zuerst am Chafariz da Praco do Giraldo, an einem Brunnen mitten im Zentrum. Im Anschluss schlendern wir durch den neu gestalteten Mercado und statten der Igreja de Sao Francisco sowie der anliegenden Chapel of bones und dem dazugehörigem Museum einen Besuch ab. Beim Museum für sakrale Kunst nehmen wir ein Snack in Form von Eintopf Alentejo und Salat ein. Danach zieht es uns noch einmal durch schmale Gassen ins Zentrum und hier geradewegs in eine Eisdiele. Das selbstgemachte Eis geniessen wir am Platz mit dem Brunnen, bevor es zurück zu den Rädern geht. Wir möchten uns die Aquadukte anschauen, die wir am Tempel der Diana erspäht haben und die sich in der Altstadt mit den Häusern verbinden.

Mittlerweile haben wir bereits 16:00 Uhr und wir treten den Rückweg an, nicht ohne noch etwas einzukaufen.

Morgen geht es Richtung Peniche und damit wieder an die Küste. Zuvor möchten wir noch der Ebora Megalithica sowie dem Ort Arraiolos einen Besuch abstatten.

078. Vila Nova de Milfontes Februar 2025

01.02.2024

Heute heisst es Rückfahrt, aber langsam. Der 23.02.2025 ist für die Ankunft in Hilden gesetzt und für heute geht es zunächst auf nach Loule und von da aus nach Vila Nova da Milfontes, an die Westküste Portugals. Wir sind bereits um 08:00 Uhr abfahrbereit und um kurz vor 09:00 Uhr in Loule, finden schnell einen guten Parkplatz und sind nach ca. 10 Minuten am Mercado. Hier treffen wir Dagmar und Martin für einen Besuch des Marktes mit Snack und kleinem Rundgang durch die Stadt. Sehr zu empfehlen. Anschliessend geht es über Landstrassen nach Milfontes, wir verlassen die Algarve und gelangen in die Region Alentejo. Das Ziel ist ca. 155 km von Loule entfernt und wir treffen nachmittags dem CP von Orbitur ein. Ein riesengrosses Gelände mit Pinienwald und nur 2 weitere WoMos.

02.02.2025

In der Nacht war es auf einmal sehr leise. Kein Kühlschrank der rumorte und auch keine Heizung, die sich bemerkbar machte. Und tatsächlich wieder die Fehlermeldung wegen dem Lüfter. Das Wetter sehr regnerisch und windig, verhinderte eine sofortige Fehleranalyse. Rasch Elektrizität dazu gebucht und den Elektro-Ofen in Betrieb genommen. Der restliche Tag verlief wie ein typisch fauler Sonntag.

03.02.2025

Heute ein wieder komplett sonniger Tag, der sich hervorragend für eine Heizungsreparatur eignet. Also alles von hinten nach vorne, die Kisten im „Keller“ nach draussen, Rudi vom Netz und dann ran an die Alde 3020, natürlich nur unter Einsatz der bewährten Stirnlampe. Sicherung o.k., Lüfter dreht, aber Bauteil (?) mit Verbindung zur Gasleitung locker😬. Alles zurecht gerückt und festgeschraubt, Rudi ans Netz genommen, Bedienpaneel eingeschaltet, Heizun aktiviert und ….sie läuft wieder. It‘s magic, Dirk hat es wieder hingekriegt.
Am frühen Nachmittag zunächst mit den Rädern an den Praia Malhao und dann überwiegend über Schotterpisten in das 6 km entfernte Milfontes. Zu dieser Jahreszeit ein verschlafener, aber total sympathischer Ort. In der Hauptsaison ist er ein beliebter Badeort an der Westküste. Direkt in Milfontes mündet der Rio Mira in den Atlantik und zwar mit einem enorm breiten Mündungsarm. Während die Wellen des Atlantiks sich vor der Mündung noch gewaltig aufbäumen, fliesst der Rio Mara gemütlich ins offene Meer. Süss- und Meerwasser verbinden sich und zu beiden Seite erkennen wir Strände, Strandbuden, Wassertaxis, Fischerhütten und Wassersportangebote.
Durch den Ort geht es nach einem Einkaufs-Stopp zurück zum CP.

077. Olhao Januar 2025

29.01.2025

Die Reise geht weiter Richtung Olhao und erneut ins Naturschutzgebiet Ria Formosa. Auf dem Campingplatz Mais etwas außerhalb der Stadt, haben wir einen schönen Stellplatz für unter 16 € die Nacht gefunden. Der CP ist überwiegend mit Touris belegt, die hier überwintern und sich auf ihrem Platz umfänglich häuslich eingerichtet haben. Supermarkt, Bar und Restaurant haben geöffnet. Es herrscht eine angenehme Atmosphäre. Nachmittags unternehmen wir einen Spaziergang in den Ort. Dieser führt uns durch Wohngebiete und ein großes Industriegebiet mit Fischprodukten an die Küstenpromenade und die kleine Innenstadt, mit verwinkelten Gassen und ganz vielen Geschäften. Wieder im Rudi verfolgen wir mit der Tagesschau das aktuelle Geschehen über die Abstimmung zum Zustrombegrenzungsgesetz im Bundestag und sind fassungslos, was dort geschehen ist. Am Morgen erinnert der Deutsche Bundestag an die Opfer des Nationalsozialismus aus Anlass der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau am 27.01.1945 und am Nachmittag stimmen die Abgeordneten dieses Bundestages mit Unterstützung der AfD einem Unionsantrag zur Verschärfung der Migrationspolitik zu.  Wir beide verspüren augenblicklich den Wunsch spätestens am 23.02.2025 wieder zurück in Hilden zu sein, um wählen zu gehen. 

Was sonst noch passiert ist: Deutschland ist raus bei der Handball-WM. In einem regelrechten Krimi hat Deutschland gegen Portugal 31 zu 30 nach Verlängerung verloren.

Der häusliche Schimmelbefall hat jetzt auch das Schlafzimmer erreicht. Eine Leckage des Heizungsrohres wird im oberen Bereich des Hauses vermutet und in der nächsten Woche geprüft und wenn möglich repariert. Anschliessend kommen auf jeden Fall Trocknungsgeräte zum Einsatz, die physisch begleitet werden müssen.

30.01.2025

Für den heutigen Tag haben wir uns eine Fahrradtour ins nur 14 km entfernte Faro vorgenommen. Die Route haben wir über Komoot zusammengestellt und zumindest auf der App wurde sie als sehr schön und entlang der Wasserlinie angepriesen. Tatsächlich führte der Weg auch anfänglich über einen EU-geförderten Radweg, der Atlantic-Coast-Route, aber kurz hinter Olhao hörte sie im Irgendwo auf und wir mussten auf Umwegen über die zwei-spurige Bundesstraße in die größte Stadt an der Algarve fahren. Aus den 14 km sind dann mal schnell 20 km geworden und in Faro angekommen, waren wir dann doch vom ständigen Hin- und Her ziemlich genervt. Außerdem machte sich bei uns ein stärkeres Kaloriendefizit bemerkbar, dem wir an der Hafenpromenade mit einem Mittagessen begegnet sind. Von hier aus wollten wir eigentlich auf die vorgelagerte besiedelte Sandbank und den Praio de Faro, welches hinter dem Flughafen zu erreichen ist, aber das hätte uns weitere 9 km gekostet und incl. Rückweg hätten dies unsere Akkus nicht ausgehalten. So haben wir uns auf der Rückfahrt die Salinas do Grelha noch etwas genauer angeschaut, die Flamingos bewundert und eine große Ansammlung von Stelzenläufern.

Für den morgigen Tag haben wir uns am Abend eine geführte Boots-Tour durch die Ria Formosa bei Olhao vorgenommen.

31.01.2025

Um 14:30 Uhr startet die geführte Tour ins vorgelagerte Naturschutzgebiet. Treffpunkt ist der Fähranleger im Hafen. Wir sind zu früh und können noch einen Snack an den Markthallen geniessen. Wir versuchen Hermann anzurufen und zum Geburtstag zu gratulieren, leider ohne Erfolg. Die Tour führt uns zunächst auf die Ilha da Cultura und hier zu einer Fischersiedlung. Es sollen ca. 1000 Personen mit ihren Familien ansässig sein. Eine komplette Infrastruktur ist vorhanden. Wir haben das Gefühl auf Lummerland zu sein. Aber Lummerland finden wir wirklich beim 2. Stopp vor. Am äußeren Zipfel fahren wir weiter zum Cabo Santa Maria Lighthouse. Hier leben ganzjährig 53 Menschen und in den Sommermonaten bis zu 5000. Keine Strassen, keine Autos, nur Sand und mit Betonplatten ausgelegte, schmale Wege. Einige Bars und Restaurants, kleine, bunte Häuschen kreuz und quer und eben der Leuchtturm. Was für ein Fleckchen Erde, einfach irre.

076. Sagres ab 15.01.2025

Da ab Sonntag das Wetter umfänglich regnerisch werden soll, starten wir nach dem Frühstück mit einem kleinen Rudi-Zauber. Auch der Hänger ist fällig, es wird alles quasi abfahrbereit gemacht. Anschliessend schliessen wir unsere Reservierung bis zum 29.01.2025 in der Rezeption ab und machen uns auf zu einer weiteren Stranderkundungstour. Der Weg führt uns an Vila do Bispo vorbei bis nach Raposeira. Hier biegen wir rechts ab und gelangen über eine unbefestigte, ca. 6 km lange Strasse an den Praia do Barranco. Die Strecke bietet fast alles, was ein 4×4 zu schätzen weiss. Der letzte Abschnitt besteht aus einem eher nachlässig gepflasterten Untergrund, bei dem die Steine beim Überfahren ordentlich aneinanderklackern. An anderen Stellen fehlen etliche Steine und es gilt ordentliche Löcher zu befahren. Der Strand entpuppt sich als Peace-Place, mit Camper-Fahrzeugen aus ganz Europa, die den Eindruck erwecken, als ob sie bereits etliche Monde hier verweilt haben. Wir werden von einer im Stuhlkreis sitzenden Gruppe begrüsst, die uns den Weg weist. Ein Plätzchen ganz vorne zum Strandaufgang ist gefunden und wir schauen uns diesen Aussteigerstrand an. Auf einem Hang, der aus der Bucht herausführt, sind grosse Peacezeichen aus Steinen gelegt worden, einige Wellenreiter warten auf die perfekte Welle und selbst ein Zelt ist an einem etwas entfernten Hang auszumachen. Als wir uns zu einem weiteren Strand aufmachen, fallen uns erneut Familien mit Kindern auf, die wir schon als schulpflichtig einstufen würden. Es geht komplett zurück nach Raposeira und an der Abzweigung vor der Hauptstrasse biegen wir rechts ab. Die Strasse, diesmal durchgängig befestigt, führt uns zunächst an den Praia Ingrina und dann an den Praia do Zavial. Hier wird erst einmal gekocht. Wir verwerten die Chu-Chu, die Batate Dolce, Möhren, Paprika, Zwiebeln und Putenbruststreifen zu einem köstlichen Eintopf, der gleich gekostet wird. Und eh wir uns versehen, ist es wieder halb sechs und wir treten die Rückfahrt an. Seit gestern läuft die Handball WM und heute Abend spielt Deutschland gegen Polen, zumindest eine wird sich darauf freuen.

16.01.2025

Geplant war nach Burgau zu fahren und von dort über den Fischerpfad nach Luz zu laufen. In Burgau konnte jedoch kein Parkplatz gefunden werden. Daher ging es weiter in Strandnähe auf einem Camino da Agricola bis zum Praia das Cabanhas Velhas. Eine kleiner Strandabschnitt mit einer Strandbude, die aber geschlossen war. Mit Komoot wurde eine Wanderung wieder zurück Richtung Burgau geplant, genauer zur Veranda de Burgau. Obwohl wir uns vorgenommen haben, die vorgeschlagene Route nicht zu verlassen, landeten wir direkt zu Beginn mitten in den Felsen, da Dirk unbedingt zu einem Fischer wollte, der auf einer entfernteren Stelle auf einem Felsvorsprung seine Angeln ausgeworfen hatte. Diese Felsvorsprünge waren zum Teil mit Betonflächen und Stahlverankerungen sowie Stahlträgern versehen. Keine Ahnung, was hier einmal gestanden hat. Den Weg zurück auf den eigentlichen Trail wurde nach einer Stunde herumkraxeln in den Felsen wieder aufgenommen. Nach Burgau ging es dann auf kleinen Pfaden, auf und ab, immer an der Küstenlinie entlang.
Burgau selbst hat uns total überrascht. Ein kleiner Ort, alles am Hang gebaut, verwinkelte Gässchen, versteckte Cafes und Läden incl. einem schmalen Strandabschnitt. Keine Parkmöglichkeiten für grössere Autos. Von hier aus sind wir dann zu Fuss über den Camino da Agricola zurück zum Ausgangspunkt gelaufen.
Auf dem Rückweg zum CP haben wir am Praia da Boca Rio und den Ruinas romanas da Boca do Rio und in Salema am Praia de Salema em Vila do Bispo halt gemacht.

17.01.2025

Heute Vormittag haben wir zuerst einen neuen Stellplatz auf dem CP eingenommen, um für das angekündigte schlechte Wetter etwas trockener zu stehen.
Anschliessend ging es mit dem Rad durch die nähere Umgebung und für den Nachmittag stand unser Treffen mit Dagmar und Martin an. Die beiden sind jetzt auch für einen mehrwöchigen Aufenthalt in Sagres angekommen. Das Wiedersehen wurde mit Sagres und Burger im Dromedario gefeiert.

18.01.2025

Aufgrund der angekündigten Schlechtwetterfront, hat Dirk bereits seine Tauchklamotten von der Basis abgeholt. Für die ganze kommende Woche ist Sturm und Regen angesagt. Anschliessend sind wir zum Strand von Martinhal gefahren und haben dort den Nachmittag verbracht.

19.01.2025

Am heutigen Sonntag wurde das schöne Wetter noch ausgenutzt und ein Ausflug nach Luz angesetzt. Der Ort liegt in der Nähe von Lagos. Grösser und weitläufiger wie Burgau. Nach einem Spaziergang am Strand, haben wir uns in einer kleinen Snackbar am Wasser gestärkt, anschliessend im Sparmarkt noch etwas eingekauft und dann wieder zurückgefahren.

Gestern hat uns Nina mitgeteilt, dass sich Schimmelflecken im Badezimmer und Flur befinden. Da wir die Wohnung konstant auf mindestens 16 Grad beheizen, wundert uns das schon sehr. Evtl. ist ein Heizungsrohr undicht.

20.01.2025

Ein Tag im Rudi mit arbeiten, lesen und chillen. Draussen Regen, Sturm und ein wenig Gewitter.

21.01.2025

Noch ein Tag im Rudi aufgrund des Wetters. Abends haben wir mit Dagmar und Martin das Restaurant Retiro do Pescador ausprobiert. Sehr lecker, typisch portugiesisch und ein köstlicher Vinho Verde.

22.01.2025

Also, wenn wir nicht langsam wieder auf Tour gehen, werden wir definitiv zu Langschläfern und Tagtrödlern. Ok, es hat immer mal wieder geregnet, so das wir erst gegen Mittag los gekommen sind, aber in puncto früher starten, ist noch Luft nach oben. Und treibt es zuerst an den Strand. Der Atlantik ist in Wallung und die Wellen müssen begutachtet werden. Erster Stopp ist nicht weit vom Fort Fortaleza entfernt. Den zweiten Stopp legen wir am Cabo do Vincente ein und anschliessend fahren wir zum Praia Cordoama. Hier geniessen wir die Atmosphäre am Strand, die Geräuschkulisse und die schon imposanten Wellen.

23.01.2025

Zwischen Lagos und Portimao liegt das beschauliche Fischerdorf Alvor, dem wir heute einen Besuch abgestattet haben. Alvor ist bekannt für seine langen Sandstrände und dem Naturreservat Ria de Alvor. Hier führt ein System von erhöhten Holzstegen durch die geschützte Dünenlandschaft im Mündungsbereich des Ria de Alvor. Die Gegend haben wir natürlich auch außerhalb der Holzstege erkundet, weil wir gerade im Mündungsdelta, in der Nähe des kleinen Hafens, etliche Muschelsammler gesehen haben. Die wollten wir uns natürlich näher anschauen. Bei niedrigem Wasserstand lagen etliche Sandbänke frei, aber unbewohnt waren sie auf keinen Fall. Der Untergrund war mit unzähligen Löchern verschiedener Größen durchzogen. Zunächst tippten wir auf Muscheln, die sich hier bei Ebbe zurückgezogen haben, aber tatsächlich halten sich hier überall diverse Krebse auf. Wenn sich das Auge erst einmal an den Untergrund gewöhnt und man sich ganz langsam bewegt, gerät der ganze Boden in Bewegung: die Krebse unterbrechen ihr Sonnenbad an der Oberfläche und flüchten in ihre unterirdische Behausung – das große Krabbeln nimmt seinen Lauf. Wir auch, denn ohne Gummistiefel ist die Fortbewegung ohne nasse Füße zu bekommen, nicht möglich. Zurück auf den Holzstegen geht es in den Hafen, vorbei an kleinen Fischerhütten und Fischerbooten. In einer Bar direkt am Wasser genießen wir einen Kaffee, bevor es zurück nach Sagres geht.

24.01.2025

Lost in Fuseta – die Romanreihe von Gil Ribeiros umfasst bisher sechs Bände. Im Mittelpunkt steht der Hamburger Kriminalkommissar Leander Lost, der aufgrund eines Austauschprogramms von Europol ein Jahr zur PoliciaJudiciaria an die Algarve versetzt wird. Sehr schnell wundern sich die neuen Kollegen über das ungewöhnliche Verhalten des Austauschkommissars, das seinem Asperger-Syndrom geschuldet ist. Lost in Fuseta wurde bereits als Zweiteiler von der ARD verfilmt.

Und genau hier führte uns der heutige Ausflug mit Dagmar und Martin hin. Ursprünglich wollten wir in Faro auf das Naturschutzgebiet Ria Formosa stoßen, doch leider haben wir hier mit Rudi nicht den erforderlichen Zugang gefunden. Daraufhin sind wir geradewegs nach Fuseta gefahren und haben gehofft, mit einem Taxiboot auf die vorgelagerten Sandbänke des Naturschutzgebietes gelangen zu können. Doch leider waren alle Ticketshop`s und die dazugehörigen Taxiboote geschlossen bzw. nicht im Einsatz, so dass wir uns kurzerhand für eine Wanderung durch das hiesige Küstengebiet entschlossen haben. Diese Wanderung brachte uns dann nach 13,44 km und 19.515 Schritten wieder an den Ausgangspunkt zurück. Das Reizvolle daran waren erneut die unzähligen Krebse auf den leergelaufenen Wasserflächen und ihr sofortiger Rückzug in ihre Unterweltbehausungen. Der Rückweg führte ein wenig durch das Landesinnere. Dabei wurden viele blühende Pflanzen entdeckt, u.a. Mandelbäume, die erste Blüten zeigten. In Fuseta haben wir uns anschließend einen kleinen Snack genehmigt, bevor wir durch diesen beschaulichen Ort über den Hafen zurück zum Parkplatz gelaufen sind.

27.01.2025

Das Wetter ist richtig turbulent, viel Wind, Regen und großartige Wellen. Während ich arbeite, machen sich Dagmar, Martin und Dirk auf Wellenerkundungstour. Dabei geht es an diverse Küstenabschnitte im Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina.

Haben übrigens Ameisen im Rudi. Diese finden den Weg über das Starlinkkabel ins Innere unserer Behausung.

28.01.2025

Letzter Tag in Sagres mit Aufräumen und Zusammenpacken. Abends ein gemeinsames Essen mit Dagmar und Martin beim Inder.

075. Sagres (Portugal) Januar 2025

02.01.2025

Es ist 2025 und wir sind mit Rock around the clock ganz unspektakulär ins Neue Jahr gerutscht. Feuerwerk zum Jahreswechsel konnten wir nur Richtung Sagres selbst ausmachen. Am Silvestertag haben wir natürlich mit unserem Geburtstagskind Nina und Hermännchen telefoniert. Niklas, Cora, Anna und Arne haben mit einem Buffet und Marshmallows grillen gefeiert.
Heute am 02.01.25 mussten wir uns seit langem den Wecker auf 07:00 h stellen. Dirk hat einen Tauchtermin um kurz nach neun🤣. Hat alles geklappt, wir waren pünktlich im Hafen an der Tauchschule. Nur der Guide kam zu spät. Im Laufe des Tages hat er denn auch den Wellengang während der Fahrt zum Tauchspot nicht vertragen und musste für Ersatz sorgen. Anschliessend hat er den ganzen Tag schlafend im Auto verbracht, da er sich ständig übergeben musste. Den 2. Tauchgang hat Dirk dann mit einer Gruppe einer befreundeten Tauchschule aus Lagos gemacht. Der Wellengang ist an ihm auch nicht spurlos vorbeigegangen, ein flaues Gefühl im Magen hat ihn begleitet.
Dirk hat die Unterwasserwelt sehr gut gefallen. Überall bewachsene Felsformationen, Moränen, super grosse Seespinnen, Drachenköpfe, kleine Zackis, Quallen, einen Oktupuss und kleine Nacktschnecken. Insgesamt viel Fischbestand.
In der Zwischenzeit habe ich im Rudi vor Ort gearbeitet. Für morgen ist ebenfalls ein Tauchtag angesagt.
Wieder am Platz irritiert uns eine Anzeige am Dometic Paneel: Fan Failure!
OK, was steckt dahinter? Die Alde 3020 HE läuft nicht im Gasbetrieb, weil der Lüfter nicht anspringt. Da die Temperaturen auch nachts zweistellig sind, ist uns das anfänglich nicht aufgefallen.

03.01.2025

Während Dirk tauchen ist, grabe ich die Handbücher aus den Unterschränken hervor und checke youtube, vlt. werde ich ja fündig in Sachen Lüfterproblem.

Nebenher nehme ich noch Kontakt mit dem Aldevertrieb per Email auf. Falls wir den Fehler nicht beheben können benötigen wir eine Fachwerkstatt, die nächste ist in Malaga. Safari spuckt auch eine Werkstatt in Pera aus. Für morgen nehmen wir uns die Fehlersuche vor.

04.01.2025

Heute geht es dem Lüfterproblem an den Kragen. Doch vorher muss praktisch das ganze Auto umgepackt werden, da sich die Heizung unter den Betten in den seitlichen Unterschränken befindet. In ultra kurzer Zeit ist im Rudi nichts mehr an seinem Platz. Als der Weg zur Heizung frei ist, Dirk die Stirnlampe aufgesetzt hat, gehts der Alde an den Deckel. Alle Kontakte werden abgezogen, die Glassicherung geprüft und schliesslich der Lüfter frei gelegt. Dieser lässt sich aber einwandfrei bewegen. OK, also alles wieder zusammengebaut und die Heizung angeschmissen. Und sie läuft im Gasbetrieb, keine Fehlermeldung mehr. It‘s magic, Dirk hat heilende Hände. Die braucht er auch, denn als wir alles wieder verbaut und verräumt haben, lässt sich der Wasserhahn in der Küche nicht mehr schalten🤣. D.h. Schubladen rausnehmen und einen weitere Verbindung über einen externen Schalter herstellen. Dazu mussten wir die Kabel unseres alten Hahnes abknispen und so die aktuellen Kabel verlängern, um den Schalter so anbringen zu können, dass die Schubladen frei beweglich sind. Zur Zeit funktioniert alles. Wir sind gespannt, was sich Rudi als Nächstes einfallen lässt. Abends wird draussen gekocht. Es gibt Spaghetti mit Muscheln und Crevetten mit ganz viel Knofi.

05.01.2025

Seit drei Monaten der erste Tag mit Regen, Wind und später auch Gewitter. Zudem fällt in ganz Sagres die Wasserversorgung aus. Unser Wassertank ist zur Hälfte gefüllt, der kleine Ersatzkanister ebenso. Also wird der Tag seit Abreise aus Hilden komplett im Rudi verbracht.

06.01.2025

Für heute steht eine Fahrt nach Pera an. Hier wollen wir uns eine Camperwerkstatt anschauen, die auch Aldeheizungen reparieren kann. Auf dem Weg dorthin wird der Gastank in Lagos gefüllt und kurz vor Pera dann Diesel getankt. Wenig später und laut Navi kurz vor dem Ziel, schickt uns Garmin auf unbefestigte Strassen und wir landen irgendwo und mittendrin im Nichts. Vereinzelt tauchen Häuser auf und kleinere Lagerhallen, aber die eingegebene Adresse endet vor einer verschlossenen grossen Einfahrt, hinter der ein Wohnhaus liegt. Wir folgen anschliessend dem Werkstatt-Standort ausschliesslich über die Karte, kommen an einem gleichnamigem Campingplatz vorbei und stehen schliesslich vor einem eingezäuntem Terrain, auf dem einige Womos stehen. Nach Werkstatt sieht das hier nicht aus und wir kehren um. Auf dem Rückweg legen wir noch einen Stopp in Portimao ein und gehen an der Uferpromenade spazieren, bevor wir ins kleine Zentrum abbiegen. Wir telefonieren mit Dagmar, die heute ihren Geburtstag feiert. Später wieder in Sagres noch mit Niklas. Hier stand eine Wohnungsbesichtigung an.

07.01.2025

Eigentlich wollten wir heute nicht trödeln, aber los kommen wir tatsächlich erst gegen kurz nach 12 Uhr🤣. Es geht an die Westküste, überwiegend über Schotterpisten. Auf dem Weg zum Torre de Aspa, mit 156 m dem höchsten Punkt der Costa Vicentina, verfransen wir uns etwas und gelangen auf einem Wanderweg zurück Richtung Cabo de Vincente. Der Ausblick von hier oben, einfach unbeschreiblich.

Nach einer Pause geht es weiter. Diesmal erneut Richtung Torre de Aspa.

Etwas weiter, oberhalb vom Eagle Beach auf einer Klippe, stossen wir auf ein verlassenes Haus. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den Praia do Casteljo und den weiteren Verlauf der Steilküste. Unser Aufenthalt hier wird begleitet durch unzählige Glöckchen, die auf eine Schaf- oder Ziegenherde schliessen lassen. Und bei der Abfahrt entdecken wir zuerst den Hütehund, dann den Schäfer und später die Ziegenherde, die sich an den Büschen mit Futter versorgt.

Von hier aus geht es wieder über Vila do Bispo zum Praia do Casteljo, den wir im Nachmittagslicht bei einem Strandspaziergang geniessen.

08.01.2025

Gegen Mittag brechen wir auf in Richtung Aljezur, einer Kleinstadt in der Nähe der Costa Dourada. Der Weg führt uns über Vale de Bispo, Carrapteira und Bordeira. Der Ribeira de Aljezur teilt das Städtchen in einen neuen und einen alten Stadtteil. Von hier aus begeben wir uns hinauf zum Castelo de Aljezur, einer islamischen Festung, deren Bau im 10. Jahrhundert von den Almohaden begonnen wurde; einer muslimisch marokkanische Berber-Dynastie, die zwischen 1147 und 1269 über weite Teile des Maghreb und von al-Andalus herrschte. Oben angekommen, beginnt es leicht zu regnen und wir treten den Rückweg zum Camper an, der am Ende des neuen Viertels von Aljezur geparkt ist.

Von der Festung haben wir eine kleinere Ortschaft ausgemacht und nach einem Blick auf die Karte befinden sich unterhalb dieses Örtchens div. Strände. Wir fassen den Praia de Monte Clerigo ins Auge und sind absolut begeistert, als wir dort ankommen. Kleine, bunte Häuschen kuscheln sich an den Rand dieses übersichtlichen Küstenabschnittes. Der Barranco do Monte Clerigo mündet mittendrin im Atlantik, wenn er Wasser führt und teilt so den Strand. Für uns öffnet sich allerdings ein breiter Strand nach Durchfahrt dieser Fluss-Senke. Links und rechts erheben sich die schroffen Felsen in die Höhe und an der linken Seite stehen die kleinen Häuschen kreuz und quer bis an den Felsrand. Die am morgen gekauften Sardinen finden nach einem Strandspaziergang den Weg in die Pfanne und mit Reis, Salat und selbstgemachter Aioli, wird am Strandparkplatz gegessen. Mittendrin beginnt es ausdauernd zu regnen und wir begeben uns auf die Rückfahrt zum CP.

09.01.2025

Es ist unglaublich, heute sind wir erst gehen ein Uhr aufbruchsbereit. Aufgrund des Wellengangs wurde das Tauchen abgesagt und wir sind einfach noch mal eingeschlafen. Danach im Flash-Modus gefrühstückt, Wäsche gewaschen und plötzlich ist schon wieder Mittag. Es geht zuerst erneut Richtung Vila do Bispo und kurz hinter dem Ort auf die CM1265 zum Miradouro da Cordoama.

Natürlich müssen wir auch an den dazugehörigen Praia da Cordoama, den wir über eine befestigte Strasse erreichen. Ein Abschnitt zum vorherigen Aussichtspunkt ging über Off-Road-Gelände. Auch dieser Strand ein Genuss für alle Sinne, selbst die Ohren bekommen bei diesem Wellengang was geboten.

Ein aufkommendes Hüngerchen wird mit Fischburgern und Salat begegnet.

Einen Strand schaffen wir noch und so begeben wir uns auf eine unbefestigte Strasse, Ziel Praia da Barriga.

Die Bewölkung nimmt zu, wir fahren Richtung Sagres und hier an das Fort Fontaleza und den Praia do Tonel. Was für eine Abendstimmung.

10.01.2025

Die ganze Nacht hindurch war der Atlantik zu hören. Es herrschte ordentlich Wellengang. Wir haben trotzdem erneut lange geschlafen.
Da die Wäsche nicht richtig trocknen konnte, geht es auf die Suche nach einem freien Tumbler.
Wir werden in Vale do Bispo fündig. Direkt gegenüber einem Womo-Stellplatz gibt es einen Mini-Waschsalon. Die Wartezeit überbrücken wir mit Reifenrecherche und Reisetagebuchschreiberei.
Anschliessend geht es nach Carrapateira und von hier aus an den Praia Amada. Eine kleine Strandbude macht Lust auf einen Snack und ein Radler. Danach geht es auf einen ausgiebigen Strandspaziergang, auf dem Dirk plötzlich zu nah an der Wasserkante an einem Felsen stehen bleibt und nasse Füsse bekommt. Es geht ein Stückchen weiter zum Miradouro Ponto do Castelo. Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den Praia Amado sowie einem kleinen Bootshafen in der benachbarten Bucht.

11.01.2025

Für heute ist eine Tour nach Silves geplant. Silves ist eine Stadt in der Algarve in Portugal mit 10.661 Einwohnern (Stand 19. April 2021). Silves wurde am Rio Arade errichtet, den noch heute eine mittelalterliche Brücke überquert. Zeitweilig war Silves Residenz eines Emirats bzw. Sitz eines Bischofs. Die Stadt liegt etwas im Landesinneren zwischen den Küstenstädten Portimão und Albufeira. Auf dem Weg dorthin wundern wir uns erneut, weshalb unsere Mautbox beim Durchfahren der elektronischen Mautstellen auf der Autobahn nicht reagiert. Allerdings sind die Preise auf den entsprechenden Gebührentafeln seit Anfang 2025 nicht hinterlegt. Eine kurze Recherche im Netz belegt, dass die elektronischen Maut ab 2025 nicht mehr existiert. In Silves parken wir auf einer freien Fläche gegenüber der WoMo-Stellplatz und unterhalb einer umfänglichen Stadtmauer. Unser erstes Ziel, der Mercado. Samstags findet hier zusätzlich ein Bauernmarkt statt. Die Stände reihen sich um die Mercadohalle. Auf dem Weg dorthin laufen wir auf der Rua de Castello durch ein Wohnviertel mit neueren Mehrfamilienhäusern sowie den klassischen portugiesischen Häusern, die sich aufgereiht wie an einer langen Kette, bunt aneinander schmiegen. Hier fallen uns auch die unzähligen Storchennester auf, die auf einer Siloanlage und den Giebeln alter Häuser platziert sind. Das dazugehörige Schnäbelgeklapper verfolgt uns bis in die Altstadt, mit kleinen Gassen und wirklich schönen, urigen portugiesischen Restaurants und Geschäften. Auf dem Markt herrscht reger Betrieb und wir erstehen hier unter anderem Batatas Doce und Chu-Chu, einer kürbisähnlichen, kleinen grünen Gemüsesorte, die sich u.a. für Eintöpfe eignet. Nach einem Rundgang durch die Altstadt legen wir eine Pause in einer Snackbar ein. Ausser uns sind keine Touristen hier. Wir bestellen Kaffee und Sandwiches und geniessen den samstäglichen Trubel.

Anschliessend statten wir dem Castello einen Besuch ab, geniessen die Aussicht, die Sonne, ein Eis und eine homemade Limonade. Zwischendurch drehen unzählige Störche an Himmel ihre Runden.

Wieder in Sagres legen wir einen kurzen Halt in der Nähe des Fort Fortaleza ein und werfen einen Blick auf den Atlantik, der gerade viel Fahrt aufgenommen hat und Dunstschleier bzw. Gischtschwaden die Küste hochtreibt.

12.01.2025

Am Mittag brechen wir auf zu einem Spaziergang an die Küste. Es geht weniger über Stock, dafür mehr über Stein. Der Weg führt schnurstracks vom Campingplatz, fast geradeaus, an die Klippenkante. Dieser folgen wir bis wir oberhalb den Praia do Tonel erreichen. Dann versperrt eine Umzäunung den Durchgang. Es geht ein kleines Stück an der Hauptstrasse entlang, vorbei am Sagres Surfhouse (hier war 2021 noch die Pottery by Mo), an der Rua do Tonel biegen wir ab ins Wohngebiet.

Dieser folgen wir bis zum Schluss und landen auf der Avenida Infante de Henrique, der Hauptstrasse, die von Vila do Bispo in Sagres mündet. Wenig später geht es links ab auf die Rua Luis de Camoes. Hier passieren wir das Restaurante Retiro do Pesquador. Es ist fast halb vier und das Lokal ist noch gut besucht. Hier müssen wir vor Abreise unbedingt einmal hin. Am Ende der Strasse folgen wir einem breiteren Trampelpfad und landen nach kurzer Zeit wieder am CP. Die 10000 Schritte hätten wir für heute geschafft.

13.01.2025

Der eine taucht, die andere chillt am Strand. Das ist im Prinzip am heutigen Montag passiert. Das Wetter hat sich wieder beruhigt und die Sonne war den ganzen Tag mit von der Partie, so wurde der Tag am Strand von Martinhal verbracht.

14.01.2025

Die Wellen haben heute einen weiteren Tauchtag für Dirk nicht zugelassen. So ging es morgens direkt wieder an den Strand bei Martinhal, zu einem ausgiebigem Frühstück. Etwas später sind wir zu einem Spaziergang an den Klippen aufgebrochen. Es ging über den Strand, das Meer rechtsschultrig und immer am Klippenrand entlang. Eine Bucht wurde durchquert und dem Wander-Trippelpfad gefolgt. Dieser führte uns zum Praia do Rebolhinos hinunter. Einem Abschnitt mit grossen Kieselsteinen. Wenn die Wellen auf diese Unmengen an Kieselsteinen treffen, knistert der ganze Strand. Ins Landesinnere hinweg verjüngt sich die Landschaft schneisenartig. Die Hänge sind mit Buschwerk bewachsen und der Grund mit Wasserflächen, die von kleinen Algen bedeckt und mit Schilf durchzogen sind. Der Weg führt auf der anderen Seite des Strandes nach oben, ca. 3 km an der Klippenkante entlang zum Punta dos Caminhos. Von hier orientieren wir uns mithilfe der gaia.gps app in einem Bogen zurück nach Martinhal. So der Plan. Wir bewegen uns zunächst auf einem markierten Wander-Trail, dann auf unbefestigten Strassen und folgen anschliessend einer dünnen, braunen Linie, da die unbefestigte Strasse endet. Eigentlich können wir von Beginn an keine gehbare Strecke in der Landschaft erkennen, aber das wird schon. In einem Augenblick der Gedankenlosigkeit erwähne ich bei der nächsten Tour die hohen Wanderschuhe zuhause zu lassen und schon stehen wir im teils dornigen Buschwerk. Dirk erwähnt etwas von portugiesischen Klippennattern, mir fallen Schürfspuren im lehmigen Untergrund von Paarhufern auf. Gibt es hier Wildschweine? Egal, wir folgen weiter der braunen Linie auf der Karte. Ich bin froh, dass wir ohne Räder sind, zupfe andauernd an meinen Knöcheln rum, da sich hier die Stacheln der vertrockneten Zwergdisteln festzwicken und werde bei weiteren Wanderausflügen die hohen Wanderschuhe anziehen. Und was duftet es hier überall nach wildem Salbei. Diesem olfaktorischem Genuss können wir uns nicht lange hingeben, es gilt ein tektonisches Problem zu lösen: wir stehen diesmal oberhalb der Landschaftsschneise des Praia do Rebilhinos. Das Ziel ist nah, aber wir müssen auf die andere Seite und von hier direkt hinunter ins stehende Gewässer ist keine Option. So stehen wir wie zwei unterschiedlich grosse Erdmännchen im wilden Buschwerk und sondieren die landschaftlichen Besonderheiten. Wir müssen erneut zurück, eine weitere kleine Schlucht umrunden, um so zurück an den Klippenrand zu gelangen, um von dort aus an unseren Ausgangspunkt zu gelangen. Nach einem beherzten Marsch durch die geschlossene Klippenvegetation gelangen wir auf den bekannten Trail zurück zum Ausgangspunkt. Fortan verspüren wir Muskelkater an Stellen die sonst eher unauffällig sind. Im weiteren Verlauf des Tages können wir eigentlich nur noch stieren und essen – wir sind echt kaputt.
Apropos Wildschweine: z.Zt. gibt es eine Überpopulation von Wildschweinen, die auf 300.000 Tiere geschätzt wird und zu Problemen in der Landwirtschaft sowie in städtischen Regionen führt.

074. Sagres (Portugal) Dezember 2024

20.12.2024

Wir haben es wirklich noch geschafft und sind bis Sagres zum Campingplatz von Orbitur gefahren. Natürlich erst bei Dunkelheit eingetroffen🤣 und für die Anfahrt einer bereits bekannten Strasse gefolgt und nicht der von Maps bevorzugten Route.
Hier ticken die Uhren anders, sprich eine Stunde zurück. Egal, die Rezeption ist noch besetzt und wir können einchecken. Die Platzsuche wird uns überlassen. Also Platzplan in die Hand und Stirnlampe an den Kopf. Meine funktioniert nicht und ich packe mir den Handstrahler. Vorbereitet tuckern wir auf holprigen Wegen über den Platz. Es ist gar nicht so einfach einen geeigneten Platz zu finden und es wird noch eine Ehrenrunde gedreht, bis wir fündig werden. Mit dem Handstrahler nehme ich draussen Untergrund und Ausmasse in den Schein der Akkulampe, gebe mit ausholenden Handbewegungen Auskunft ins Rudicockpit. Hier wird Dirk nur geblendet und durch nagenden Hunger zusätzlich gepeinigt, sind seine Hinweise mit einem angespannten Unterton untermalt. Er erwähnt etwas von rückwärts einparken, um den Hänger an den Rand stellen zu können und ich denke, einfach nur an Abkuppeln und schieben. Der Dickkopf am Steuer gewinnt und parkt rückwärts ein. So wie wir jetzt stehen, hat der Hänger ausreichend Platz, nur Rudi muss woanders hin. Jetzt stehen wir beide mit den Lampen, wie fleischgewordene Glühwürmchen, draussen in der Dunkelheit und fachsimpeln über anstehende Aktionen. Wobei jeder von uns seine ganz eigene Version verteidigt. Während Richtungsanweisungen ins Leere laufen, weil keiner genau weiss, welches Links nun gemeint ist, fällt unser Blick auf die Kupplung der Deichsel. Wieso ist die Diebstahlsicherung noch dran?
Klarer Fall von schlampiger Abreisevorbereitung. Die Sicherung wird entfernt sowie der Anhängerstecker. Dabei bleibt der Stecker hängen und ich habe nur noch das Kabelbund in der Hand. Eskalation! Schnell alles zusammengepackt und auf den Boden des Vordersitzes geschmissen. Dabei muss wohl meine Brille mit hinunter gefallen sein, denn Dirk hebt sie später auf und entdeckt zwei langgezogene Kratzer auf dem linken Glas.
Jetzt können nur noch einwandfrei funktionierende Hähne Schlimmeres verhindern🤣.
Irgendwie hilft jetzt nur noch🧘🏼und das Schieben des Hängers an den Stellplatzrand. Und das kriegen wir dann auch noch hin. Rudi hat nun auch Platz und wir stehen sogar in der Waage, was ein Ausrichten mittels Auffahrkeilen verhindert. Schnell noch das Stromkabel verlegt und dann nix wie in das Auto und Ende für heute.

21.12.2024

Obwohl wir gestern unter leicht erschwerten Bedingungen den fast 4,4 Tonner samt Hängerchen in den Stellplatz bugsiert und geschoben haben, sieht bei anbrechendem Tageslicht doch alles ganz gut aus. Irgendwann am Vormittag werden die Räder startklar gemacht – eine Runde in den Ort steht an. Vom Campingplatz aus geht es auf die Estrada de Sao Vincente, die jetzt auch einen Fuß- und Radweg vorweist. Zunächst wird der Praiha Mareta angesteuert, an dem sich bei 18 Grad einige am Strand und im Wasser aufhalten. Oberhalb des Strandes gibt es auch einen Parkplatz für WoMos, zumindest tagsüber. Ebenso am Fort Fontaleza, welches wir zuvor kurz angesteuert haben und in den nächsten Tagen genauer in Augenschein nehmen wollen. Vom Praiha Mareta geht es weiter zum Baleeira Port. Hier befindet sich eine Tauchschule und vlt. bekommt Dirk hier sein Köpfchen unter die Wasseroberfläche des Atlantiks. Anschliessend geht es auf der Rua CMDT Matoso wieder zurück durch den Ort, kurz noch in den Spar-Laden und weiter zum Stellplatz. Es ist Einiges los, auch Cafes und Restaurants haben geöffnet, das macht eindeutig Laune für den weiteren Aufenthalt. Der Rest des Tages wurde mit Radio hören, stricken, lesen, essen und Video schneiden verbracht. Leider ist die externe Festplatte, auf der die ganzen Videodateien hinterlegt sind, durch einen Sturz aus der Aufbewahrungstasche während der Fahrt, total im Eimer. Zum Glück hat Dirk aus dem bisherigen Material bereits Videos zusammengestellt. Die Aufnahmen aus Gorafe und Ronda befinden sich alle noch auf den Speicherkarten der Go Pro sowie der Drohne. Abends haben wir noch einen schönen Videocall mit Nina. Sie hat jetzt auch Urlaub und bereitet sich auf die Fahrt mit Dagmar und Martin nach Stralsund vor.

22.12.2024

Am Vormittag wird nach dem Frühstück geräumt, sortiert, Wäsche gewaschen und später in der Sonne Stollen zum 4. Advent gegessen. Dann verspüren wir Lust auf eine weitere Radtour und wenig später sitzen wir auf denselben und es geht Richtung Cabo de Sao Vincente. Das Cabo de São Vicente bei Sagres in Portugal bildet gemeinsam mit der benachbarten Ponta de Sagres die Südwestspitze des europäischen Festlands. Hier endet die Algarve in einer felsigen, bis zu 70 Meter hohen Steilküste. Hier haben wir ein Ziel:

Wir finden:

Mrs. Davi hat Bratwurst und die genehmigen wir uns auch. Nach dem Stollen genau die passende Ergänzung. Der Leuchtturm hat leider geschlossen und so zuckeln wir langsam die Strasse zurück, bis zur Festung Beliche. Hier kommen wir auf die Idee einer unbefestigten Strasse Richtung Praia do Teilhero Beach zu folgen. Auch hier tummeln sich noch einige Wellenreiter, obwohl sie vom steinigen Parkplatz eine ganz schöne Strecke mit ihren Boards bis zum Strand zurücklegen müssen. Da wir nicht die gleiche Strecke wie zuvor zum Campingplatz zurücklegen möchten, verlassen wir kurz nach der Kreuzung Valo Santo die Euro Velo Route 1 und biegen rechts ab in einen Feldweg. Da ich aus der Karte von Komoot eindeutig lese, dass dieser Feldweg einen weiteren Feldweg kreuzt, der uns wiederum ungefähr in Höhe des Campingplatzes auskommen lässt. Soweit die Theorie. Es sieht auch anfänglich alles gut aus. OK, der Feldweg lässt sich nach ca. 500 m nur noch schiebend und im weiteren Verlauf nur mit Schiebehilfe bewältigen, aber geschenkt, wir haben Sonntag, die Sonne scheint, wir haben uns mit Bratwurst gestärkt und die Gegend gefällt uns. Leider endet dieser landwirtschaftliche Weg nach gut 2 km und vor uns liegt ein ausgetrocknetes Flussbett, um uns herum niedriges, dorniges Buschwerk und unzählige Steine, in unterschiedlichen Grössen. Zurück ist für uns keine Option, wir schlagen uns in die Büsche, schliesslich können wir vor uns die Strasse und noch weiter vorne Sagres ausmachen. Gelingt uns das Vorwärtskommen zunächst einigermassen, werden wir relativ schnell von Mücken umschwirrt und die Vegetation scheint sich immer weiter zu schliessen, verbirgt die Sicht auf den Untergrund. Das Schieben der Räder geht eindeutig in ein Reissen, Heben und Wuchten über. Vergleiche zu einer ähnlichen Radtour in Gruissan 2023 werden gezogen. Hier wollten wir auch eine Abkürzung nehmen und endeten in einer kräftezehrenden Schlammschlacht. Die Vegetation wird so undurchdringlich, dass wir Umkehren müssen. Dirk ist fortan der Späher und sieht in dem ausgetrocknetem Flussbett die einzige Option, bevor wir Umdrehen in Erwägung ziehen. Im weiteren Verlauf werde ich von der Navigation ausgeschlossen. Zu allem Übel, stosse ich dann mit den ausladenden Fahrradtaschen sein Rad um. Die Folge: verzogenes Schutzblech am Vorderrad, was das Vorankommen ein wenig weiter beeinträchtigt. Dem Flussbett folgend gelangen wir irgendwann auf eine Abzweigung. Da die Sonne dabei ist, ihr Tagewerk zu beenden, bin ich echt erleichtert und schlage vor, nach links weiterzuschieben, weil dort die Strasse ist. Rechts auf keinen Fall. Gut das wir rechts abgebogen sind, denn hier stossen wir auf eine geteerte Strasse, die uns zurück nach Sagres führt. Im Intermarche legen wir einen Einkaufsstopp ein und erreichen mit den letzten Sonnenstrahlen den Campingplatz. Hier schaffen wir es tatsächlich noch draussen mit Stirnlampe Reibekuchen zum Abendbrot zuzubereiten.

23.12.2024

Ja, was haben wir denn schon angestellt? Der Tag ist jung, es wird ausgiebig gefrühstückt. Danach will jeder von uns etwas machen und wir stehen uns gepflegt gegenseitig im Weg. Die Entknotung gelingt: eine geht duschen und spülen, der andere duscht nicht, sondern fängt an Rouladen für morgen vorzubereiten. Durch einen temporären Zwiebelnotstand werden diese Vorbereitungen unterbrochen, der Hahn in der Dusche gewinnt an Aufmerksamkeit. Dirk hat die Idee, ihn zunächst einer elektrischen Durchgangsprüfung zu unterziehen, um ihn ggf. vom Netz zu nehmen und den ausgetauschten Küchenwasserhahn dazwischen zu schalten. Es gibt sozusagen die, welche ihr WoMo von Grund auf selbst zusammenbauen und von daher wissen, was wie funktioniert und die, die ein fertiges WoMo kaufen, um es anschliessend zu zerlegen, um dann zu wissen, wie was funktioniert. Egal wie, es hat funktioniert. Wenn man jetzt also das 2. Küchenhähnchen betätigt, wird der Hahn im Bad funktionsbereit und spendet Wasser. Die Durchgangsprüfung hat nämlich ergeben, dass der Schalter des Badhähnchens defekt ist. In der Zwischenzeit wurde mittels Einkauf der Zwiebelnotstand behoben. Die Vorbereitungen für das Weihnachtsessen gehen weiter. Läuft!

24.12.2024

Ja, was haben wir denn bis jetzt angestellt: ausgiebig gefrühstückt, Weihnachtsgrüsse verschickt, ein wenig aufgeräumt, nasse Socken bekommen und eine Optimierung des Küchenwasserhahns verfolgt.

25.12.2024

Wir sind auf dem besten Weg den Trödelmodus auszubauen und zu etablieren. Der 1. Weihnachtstag wurde entsprechend gaaanz langsam begonnen. Dirk hatte dann die Idee im Omnia einen Apfelkuchen zu backen und dies auch praktisch umgesetzt. Nach dem Duschen und Spülen war es dann bereits nach 13 Uhr. Anschliessend habe ich gearbeitet und Dirk mit dem Rad die Gegend erkundet. Klar, dass danach ein Mittagsnickerchen folgte.

26.12.2024

Archäologische Ausgrabungen zeigen, dass der Hügel, auf dem die Burg von Aljezur erbaut wurde, mindestens seit der Bronze- und Eisenzeit bewohnt ist. Später besetzten auch die Römer und Westgoten den Hügel. Was wir heute in Aljezur sehen, sind die Überreste einer defensiven islamischen Festung, deren Bau im 10. Jahrhundert von den Almohaden begann.

Am 2. Weihnachtsfeiertag ging es nach dem Frühstück für eine kleine Runde auf die Räder. Dabei haben wir zu Beginn direkt den Schotterweg gewählt, der gegenüber dem Campingplatz in den Ort verläuft. Man kommt direkt hinter der Tankstelle gegenüber des Intermarche aus. Unser Ziel war zunächst der Mercado Municipal, der aber leider heute noch geschlossen hat. Anschliessend sind wir an den Strand der Ferienanlage von Martinhal geradelt und über den Strand zum Hafen gefahren. Leider war die Tauchschule auch zu und Dirk beschloss, Kontakt über WhatsApp aufzunehmen. Irgendwann muss er ja mal den Kopf unter Wasser bekommen. Wieder oben an der Strasse angekommen sind wir mit den Rädern weiter der Küstenlinie gefolgt, bis wir auf eine weitere Hotelanlage gestossen sind, von der aus wir und in den Ort zum Tapas essen ins Dromedario haben quasi rollen lassen.
Zurück im Rudi schlug die Müdigkeit wieder zu und wir haben wirklich bis in den frühen Abend hinein genickert. Nach Kaffee und Kuchen wurde mit Heike und Thomas ausgiebig telefoniert. Es war sehr schön beide zu sehen und mit ihnen zu quatschen. Den Abend haben wir mit Reste kochen und Filme gucken verbracht.

Irgendwie fühlt sich alles wie Wochenende an, dabei haben wir Freitag und Weihnachten 2024 ist Geschichte. Da unsere Vorräte zur Neige gehen, steht ein Besuch im Mercado Municipal an, der heute wieder geöffnet hat. Wir erstehen 2 Doraden, Gemüse, Eier und Brot. Anschliessend geht es zurück zum Rudi. Hier wird fortan gearbeitet und zwischendurch alles mögliche gesnackt. Am Nachmittag begebe ich mich an eine Datensicherung und schlage mich mit einer Rentenauskunft herum, während Dirk das Video über den Besuch in Setenil de las Bodegas schneidet und die neue SSD Festplatte mit Daten füttert. Mit Einbruch der Dunkelheit begeben wir uns an die Fischbraterei.

27.12.2024

Diese Blüte bzw. eine riesige Hecke mit diesen Blüten haben wir auf dem Weg zum Mercado Municipal entdeckt.

Solandra Maxima (Nachtschattengewächs)

28.12.2024

Heute ist Strandtag und den haben wir in Martinhal verbracht. Einem Gebiet mit Hotel und Ferienhäusern. Zwischen den Dünen wurde schnell ein windgeschütztes Plätzchen gefunden.
Und mit Neopren haben wir uns auch ins Wasser getraut und die Wellen genossen.

29.12.2024

Es geht erneut zum Strand nach Martinhal. Der Platz zwischen den Dünen ist wirklich herrlich. Irgendwann hat Dirk Verpflegung aus dem Rudi geholt. Er kam mit Sandwiches, aber ohne Bart zurück. Nur ein Schnäuzer ist geblieben😬.

Am Nachmittag sind wir noch zum Fort Fortaleza zu einer kleinen Besichtigung gefahren. Eine grosse Befestigungsanlage aus den Zeiten Heinrich des Seefahrers. Uns lockte aber hier der Küstenabschnitt des Geländes, an dem etliche Fischer ihre Angeln mit Erfolg in den Wellen versenkt haben. Vor dem Fort befindet sich ein grosser WoMo-Parkplatz, an dem die Riesen zumindest bis 22 Uhr stehen dürfen. Rechts vom Fort befindet sich ein weiterer Strand, der bei Surfern sehr beliebt ist. Ausserdem scheint dies hier auch ein beliebter Sundownerspot zu sein. An den Mauern des Forts tummeln sich an dem Abend jede Menge Menschen, um den Sonnenuntergang zu geniessen. Dies werden wir uns für die nächsten Tage merken.

073. El Coronil Dezember 2024

19.12.2024

Wir verlassen Setenil de las Bodegas nach einem kleinen Rundgang und brechen auf in Richtung El Coronil. Dieser Ort liegt ca. 50 km unterhalb von Sevilla und ist uns in einem Youtube-Video von WoMo-Guide aufgefallen. Da der Weg durch die bergige Landschaft ziemlich anstrengend und teilweise durch Regen begleitet war, legen wir nach Ankunft auf dem kostenfreien kommunalen Stellplatz zunächst eine lange Pause ein. Abends gibt es Champignonpfannkuchen und ein Telefonat mit Hermännchen: die Kokosmakronen sind angekommen! Beim Abspülen stellen wir fest, dass der Küchenwasserhahn funktioniert, der Hahn im Bad nicht😂.

20.12.2024

Beim Frühstück wird zunächst Schwager Martin angerufen, der heute Geburtstag hat. Leider können wir nicht persönlich mit ihm reden, Dagmar und Martin sind busy und kaufen für ein gemeinsames Frühstück mit Nina, Cora, Niklas, Anna und Arne am morgigen Samstag ein.

Auf der Suche nach dem besonderen Kaffee aus El Coronil, schaffen wir es so gerade gegen halb 12 die kleine Stadt zu Fuss zu besichtigen. Damit sind wir dann auch schnell durch, das Örtchen ist sehr übersichtlich, d.h. an der Durchgangsstrasse Cafes, kleine Geschäfte und eine Bank und im Kreisverkehr des Centrums ein Weihnachtsbaum aus grossen, gehäkelten Granny-Squares. Dahinter eine Grundschule und zum Ortsausgang grössere Firmen, mit überwiegend landwirtschaftlichen Dienstleistungen. Alle Cafes die wir ansteuern, sind entweder nicht mehr vorhanden oder haben geschlossen. Wir wollen eigentlich weiter zu einer Festung, aber die liegt fast 4 km ausserhalb und so entschliessen wir uns dazu, die Räder zu holen. Die Burg der Aguzaderas ist eine Festung, die nach einigen Quellen von den Berbern erbaut wurde. Seine endgültige Gründung stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde im 15. und 16. Jahrhundert verändert. Der Eintritt ist frei, von der Festung ist im Prinzip die Festungsmauer erhalten. Es gibt einen grossen Innenhof, mit unebenem, felsigem Untergrund und einem grossen, schattenspendendem Baum sowie Bäume mit uns fremden Früchten. Oberhalb der Zinnen läuft ein nicht gesicherter Mauervorsprung um die Festungsmauer, die wir aber aus medizinischer Voraussicht nicht begehen werden. Wir fahren daher wieder zurück, versuchen in einem Supermarkt die ersehnten Kaffeebohnen zu erwerben und kehren unerledigter Dinge zurück an den Stellplatz. Hier sind wir mittlerweile ganz alleine und unser Bauchgefühl signalisiert zuerst Hunger. Nach den Tortellinis a la promodore, entschliessen wir uns spontan jetzt direkt nach Portugal weiter zu fahren. Reisefertig sind wir nach den hinter uns liegenden 10 Wochen schnell und so geht es am frühen Nachmittag auf nach Portugal.
Ach so, die begehrten Bohnen gibt es in einer Kaffeerösterei ausserhalb von El Coronil: Dunkin‘ Espana in Arahal😉.

072. Setenil de las Bodegas Dezember 2024

19.12.2024

Auf dem Weg nach El Coronil geht es zunächst nach Setenil de las Bodegas. Zur Hauptattraktion der Kleinstadt zählen die vom Rio Guadalporcun ausgewaschenen und unter einem Felsüberhang (Abri) erbauten Häuser, in denen sich heute zahlreiche Geschäfte befinden. Setenil liegt an der „Straße der weißen Dörfer“ , der Ruta de los Pueblos in Andalusien.

Auf der Weiterfahrt müssen wir in den Ort hinein und über die Calle de San Sebastian und Serpentinen wieder ganz hinauf, um auf die Ca-9120 zu gelangen. Währenddessen entdecken wir, dass dieser Ort noch viel mehr zu bieten hat, als die spektakulären Häuser unter den Felsüberhängen. Hier müssen wir also noch einmal hin.
Hinter Torre de Alhamquine legen wir eine Pause ein. Wir haben nicht richtig gefrühstückt und jetzt schlägt der Hunger zu. Spontan bleiben wir auf einer Parkbucht direkt am Abhang stehen. Unter uns befindet sich eine Ziegenfarm und die unterschiedlich braun-gefellten Paarhufer, heben sich erst beim zweiten Blick von dem fast gleichfarbigen Untergrund ab.
Es geht weiter und wir passieren Olvera, eine Gemeinde in der Provinz Cádiz in Andalusien, gelegen an der Ruta de los Pueblos Blancos. Auf der höchsten Erhebung mitten im Ort befinden sich eine Pfarrkirche, die auf den Resten einer maurischen Moschee errichtet wurde und eine Burgruine. Auch diesen Spot sollten wir uns merken.

Übrigens, heute ist Donnerstag und wir sind seit 10 Wochen unterwegs.

071. Ronda Dezember 2024

16.12.2024

Von Gorafe bis nach Ronda haben wir ca. 280 km zurückgelegt. Dabei hatten es die letzten 60 km auf Bundesstrassen aufgrund des starken Windes wirklich in sich. Nach einer kurzen Pause brechen wir zu einem Erkundungsgang durch die Stadt auf. Wir folgen der Avenida de Malaga geradewegs ins Zentrum, passieren die Einkaufsstrasse, schauen uns kurz ein wenig um und landen an der Sehenswürdigkeit von Ronda überhaupt, der Puente Nuevo. Dieses Brückenbauwerk in der Stadt Ronda überspannt den Río Guadalevín, der in der etwa 120 Meter tiefen Schlucht El Tajo die Altstadt, La Ciudad, von dem jüngeren Stadtteil El Mercadillo trennt.
Ein grandioses Bauwerk und ein ebenso grandioser Ausblick. Für die kommenden Tage nehmen wir bereits einen Weg hinab in die Schlucht in Augenschein.
Jetzt aber zunächst durch die weihnachtlich geschmückte Innenstadt zurück zum Stellplatz, der sich weiter oben in der neuen Stadt befindet. Ausserdem müssen wir noch etwas einkaufen und Hunger haben wir auch.
Zurück im Camper, stellen wir fest, dass sich das Dometicpaneel nur verzögert bedienen lässt. Wir tricksen also noch einige Zeit mit dem Hauptschalter herum, nehmen uns anschliessend vom Landstrom und wundern uns, warum jetzt alles wieder funktioniert: Elektriktrick eben.

17.12.2024

Heute lassen wir es langsam angehen und beschliessen, einen weiteren Tag in Ronda zu bleiben. Die Wetteraussichten für Mittwoch sind sehr verlockend: Sonne und 18 Grad, da heben wir uns die weitere Besichtigung für morgen auf.

Heute wird ein wenig geräumt, gewaschen, eine kaputte Sicherung ausfindig gemacht (die aber leider nicht für die Funktionalität der Wasserhähne zuständig ist), gelesen, geschrieben und Bildmaterial verarbeitet.

18.12.2024

Heute starten wir mit den Rädern durch zur Stadterkundung. Es geht über das angrenzende
Stadion de Futbol am Lidl vorbei und über die Avenida de Juan Pablo ll, fahren wir am östlichen Rand von Ronda hinunter zur Puente Viejo, der alten Brücke. Sie ist nicht so hoch wie die Puente Nuevo, aber nicht minder beeindruckend. Der kleinen Strasse weiter folgend kommen wir zu den arabischen Bädern, die wir natürlich besichtigen. Ich bekomme sofort Lust auf ein ausgiebiges Spa. Leider lässt sich dies in dieser Ausgrabungsstätte nicht realisieren und so geht es weiter. Direkt hinter dem Bädermuseum gibt es wirklich ein Hamamm mit Restaurant und ich bin kurz davor, den Plan für den heutigen Tag umzuschmeissen, aber Weihnachten steht vor der Tür und Portugal ruft, also keine Entspannung im dampfenden Bad. Dafür atemberaubend steil durch den alten Stadtteil von Ronda nach oben.
Hier oben ist gerade Snackzeit, die Restaurants und Tapas-Bars gut besucht. Wir entsagen tapfer, schliesslich wurden die Megabrötchen von Dirk belegt und eingepackt, so wir folgen unserem Ziel: den Weg am Rand der neuen Brücke vorbei ins Tal. Also hurtig am Mirador del Hoya del Tajo die Räder abgestellt und geradewegs nach unten, die Brücke linksschultrig. Erster Halt, der Desfiladero del Tajo. Ab hier geht es mit Haarnetz und Helm bis hinunter zum Wasserfall, für den der mag und dem die Frisur anschliessend egal ist. Wir sind seit Oktober Selbstschneider, so dass wir Drei-Wetter-Taft Probleme eigenständig meistern.
Was für Eindrücke hier unten auf einen warten, einfach nur toll.
Dirk möchte natürlich die Hinweise und Sperrungen weiter unten ignorieren, aber ich glaube, er hat nur keine Lust den ganzen Weg bergauf zurückzugehen.
Aber wir schaffen es. Doch die Aussichtsplattform vom Desfiladero eröffnet unten weitere spektakuläre Haltepunkte und so folgen wir dem steinigen Pfad weiter abwärts. Da man vom Gucken nicht umfänglich satt wird, beschliessen wir für eine Pause zu den Rädern zurückzukehren, die belegten Brötchen zu vertilgen und anschliessend mit den Rädern durch das Tal des Tajo zu fahren. Ein Weg wurde bereits vom ersten Aussichtspunkt ausfindig gemacht.
Die Pause oben im Park wird mit Gitarrenmusik begleitet. Ein Musiker spielt hier oben schon seit geraumer Zeit.
Gestärkt geht es dann wieder auf die Räder und hinab auf holprigen Wegen durch das Tal. Unterhalb der neuen Brücke wird die Drohne gestartet, bevor es auf dem Camino weitergeht. Hier unten treffen wir nur Menschen an, die auf den Olivenhainen arbeiten oder in den versprenkelten Hofschaften leben. Ein Womo fällt uns auf, das ein fast gerades Plätzchen gefunden hat. In einem grossen Bogen und etlichen Höhenmetern weiter, gelangen wir auf die A-374 und nähern uns Ronda von Westen. Am Mirador des los Pinos entdecken wir einen WoMo-Stopp mit grandiosem Blick auf das Tal und die Brücke.
Es geht weiter in die Stadt. Im Alamendo del Tajo legen wir eine kleine Pause ein, bevor es an der Stierkampfarena und der Fussgängerzone vorbei zurück zum Stellplatz geht.
Hier bereiten wir alles für die morgige Abfahrt vor, schauen noch schnell nach, ob die georderten Kokosmakronen für Hermännchen unterwegs sind und vertilgen Kohlrouladen zum Abendbrot.

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