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Category : Reisen

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216. Norsjö Mai 2026

26.05.2026

Zuerst ein kleiner Abstecher nach Umeå, der Hauptstadt Nordschwedens.
Auf dem Weg dorthin kommen wir bei Bjurholm an einem Älgens Hus – Elchstation vorbei. Zur Zeit werden dort trächtige Elchkühe betreut. Aus der Ferne konnte auch Nachwuchs beobachtet werden. Von Umeå geht es wieder ins Landesinnere nach Norsjö auf den CP Rännuddens, umgeben von Seen die der Fluß Norsjoän speist. Von hier aus ist es nicht mehr soweit bis zu den Storforsen bei Vidsel. Die bekannten Stromschnellen stehen für morgen auf dem Plan. Bis jetzt haben wir bereits 3600 km zurückgelegt und sind dem nördlichen Polarkreis beachtlich näher gekommen.

215. Bjurholm Mai 2026

23.05.2026

Der Pfingstsamstag startet früh. Wir wollen den nötigen Einkauf und das Ent- und Versorgen schnell hinter uns bringen, bevor wir unser nächstes Ziel die Höga Kusten (Hohe Küste) zwischen Härnösand und Örnsköldsvik ansteuern. Dabei überqueren wir die gigantische Högakustenbron Brücke, 1867 Meter lang und einer Stützweite von 1.210 Meter. Diese mächtige Brücke wurde 1997 eröffnet und ist das zweithöchste Gebäude in Schweden. Sie erinnert mit ihrer Bauweise an die Golden Gate Bridge in San Francisco. Bei Docksta verlassen wir die E4 und steuern das Naturum Höga Kusta an, ein Informationszentrum zum Nationalpark Skuleskogen und dem Skuleberget, dem Schädelberg. Von hier aus gibt es div. Wanderungen auf den Gipfel den Toppstugan. Während Thomas und Dirk die Seilbahn von der Westseite des Berges nehmen, entscheide ich mich für eine Wanderung über den Grottstigen und weiter hinauf zum Gipfelplateau. Die Wanderung hat es in sich. Es geht über Stock und riesigen Steinen, hölzernen Stufen und Leitern steil bergauf bis zu einer Grotte von der aus man den Ausblick auf das vorgelagerte Seengebiet genießen kann. Anschließend geht es noch steiler über hohe Felsstufen und Treppen Richtung Gipfel. Was für ein Weg. Oben angekommen gibt es wenig später ein alkoholfreies Bier, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Nach der Rast nimmt Dirk erneut die Seilbahn, während Thomas und ich den Södrabergstigen zum Parkplatz nehmen. Es geht hier zum Teil steil nach unten, durch Wald und freies, felsiges Gelände. An der Talstation angekommen wird gesnackt und im Anschluß geht es weiter zum nächsten Stellplatz nach Bjurholm. Es geht ins Landesinnere und kurz hinter Nordsjö sehen wir unser erstes Rentier, das plötzlich auf der Fahrbahn auftaucht. Wenig später geht es über eine Schotterpiste weiter, vorbei an vereinzelten Gebäuden, die links und rechts im Wald auftauchen. Noch ein kleines Stück weiter und wir erreichen den Lillängets Vildmarkscamping direkt am Lögdeälven. Ein preiswerter Stellplatz ohne Service, aber mit Grill- und Feuerstelle, Sauna und Picknicktischen sowie der Möglichkeit zu angeln.

24.05.2026
Morgens schaut der Ranger vorbei und nimmt die Stellplatzgebühr i.H.v. 100 SEK (10€) p.N. ein. Den Obolus kann man auch per Swish überweisen, das funktioniert aber nur mit einem schwedischem Konto. Den Tag verbringen wir mit Trödeln in der Natur und Thomas dreht eine Runde mit dem Rad. Der kleine Platz bietet eine Sauna, die man nach Anmeldung und Bezahlung über den Ranger buchen kann, eine überdachte Terrasse, ein Plumpsklo und ein kleines Museum über die Arbeit der Flößer. Angeln ist ebenfalls erlaubt, eine Berechtigung kann über einen Code online erworben werden. Für das Angeln im Fluß reicht das mitgebrachte Equipment nicht, ein See muß her. Vlt. beim nächsten Stopp.
Da die Glut in der überdachten Feuerstelle noch warm ist, grillen wir mittags, zaubern Tsaziki, Salat aus Sonnenweizen und gemischten Salat.
Abends kommt dann endlich nach 1 3/4 Jahren das Feuernetz zum Einsatz.
Ausser uns sind nur noch zwei weitere Menschen und ein Hund hier. Vater und Sohn nutzen die Sauna. Zur Abkühlung gehen sie in den Fluß.
Später wird die Feuerstelle noch einmal aktiviert. Dabei der Drago-Whisky von La Palma – Skål 🥃.

25.05.2026

Der Vormittag ist schon etwas älter als wir uns zu einem Spaziergang am Lögdeälven entlang aufmachen. Wir folgen überwiegend einem ausgewiesenem Pfad in Ufernähe entlang und entdecken neben einem gewaltigem Ameisenhügel, mehrere Stellen an denen Biber ihr Werk begonnen haben und machen sogar Elchkot sowie eine Schiessanlage aus.
Der Nachmittag wird mit einem ordentlichen Schläfchen ausgefüllt und abends werden Grill und Feuerstelle erneut aktiviert. Es gibt Glutkartoffeln, Tzazipap, gemischten Salat und gegrilltes Hühnchenfleisch. Anschliessend werden die Räucheraromen gründlich abgeduscht.
Morgen starten wir wieder früh in Richtung Umeå und anschliessend auf den CP

214. Sundsvall Mai 2026

21.05.2026 am

Pünktlich um 08:00 h starten wir in Richtung Sundvall. Wir nehmen die Autobahn, genauer die E4, die uns über Söderhamn, Hudiksvall und Njurunda nach Sundsvall bringt. Die heutige Fahrt ist landschaftlich abwechslungsreicher als die gestrige, weil kleinere und größere Seen die weiten Wälder unterbrechen. Bei Njurunda wollten wir eigentlich einen Stopp im bekannten American Diner Myre 101, vormals Pink Ladies, einlegen, aber leider haben wir die Ausfahrt verpasst und sind durchgerauscht bis Sundsvall. Sundsvall wurde insgesamt viermal von großen Bränden heimgesucht. Zuletzt am 25. Juni 1888 durch den Funken eines Dampfschiffes während eines sehr trockenen Sommers. Dieser Brand entwickelte sich zum bis dahin größten in der schwedischen Geschichte. Dabei brannte die bis dato vor allem aus Holzhäusern erbaute Stadt fast komplett nieder. Der Brand vernichtete 400 Höfe und 9.000 der 11.000 Einwohner wurden obdachlos. Im Zentrum durften daraufhin nur noch Steinhäuser gebaut werden. Sundsvall wird daher auch häufig Stenstaden, die Steinstadt genannt.

Wir stehen im Yachthafen am Wasser auf dem Stellpläts Huisbil. Die Bezahlung verlief etwas holprig, da Kreditkarten nicht akzeptiert wurden. Am Nachmittag jedoch war dies dann möglich. Stellplätze in Yachthäfen sind einfach prima, da sie über eine umfängliche Infrastruktur mit Sanitäranlagen, Küchen und Waschmaschinen/Trockner verfügen. Diese wurden am Nachmittag eifrig von uns genutzt. Neben Lesen, Radfahren und Ausruhen haben wir heute auch nicht viel gemacht. Falls wir den Platz für morgen noch einmal reservieren können, schauen wir uns das Städtchen und das hiesige Freilichtmuseum an. Mittlerweile geht die Sonne hier erst um 22:00 h unter und um 03:30 h wieder auf.

22.05.2026

Am Vormittag erkunden wir mit den Rädern das Freilichtmuseum der historischen Provinz Medelpad Norra Berget (nördlicher Berg). Das Museum und das Freizeitgelände befinden sich auf einem 115 Meter hohen Berg nördlich von Sundsvall und wurden ab 1906 errichtet. Das Freilichtmuseum umfasst 40 aus Holz und Fachwerk errichtete Gebäude aus verschiedenen Epochen. Das älteste ist die Holzkirche aus der Gemeinde Haverö, die bis 1645 zu Norwegen gehörte. Die Bauernhöfe stammen meist aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Der dazugehörige Aussichtsturm bietet eine tolle Aussicht auf Sundsvall. Für eine Mittagspause geht es zurück zum Stellplatz. Anschließend brechen wir erneut zu einer Radtour die uns über Stockvik nach Svartvik zu einem Industriemuseum mit Dampflok und Schienenrad sowie div. historischen Gebäuden führt zu denen auch eine Krugmacherei gehört. Die Route führt weiter über Nolby mit seinen Grabhügeln und einer alten Kirche. Für den Rückweg finden wir eine alternative näher am Wasser und etwas abseits der Bundesstraße. Nach 37 km erreichen wir den Stellplatz. Nach dem Abendessen planen wir die nächsten Tage. Morgen geht es an die Höga Kusta zum Besucherzentrum dieses Naturreservates. Am Sonntag fahren wir weiter zu den Storforsen und planen einige Tage frei zu stehen. Einen Platz mit Feuerstelle, Sauna und Picknicktisch haben wir bereits im Blick.

213. Bönan Mai 2026

20.05.2026

Anders als gedacht sind wir bis in den frühen Abend hinein gefahren. Einen Stellplatz an unserem Ziel Gävle erreichten wir erst nach dem dritten Anlauf. Jetzt stehen wir in Bönan beim Lotsenplatz bzw. Leuchtturm auf einem Parkplatz fast am Wasser und freuen uns auf das Abendessen.

212. Stockholm Mai 2026

18.05.2026

Die vergangene Nacht ist so etwas von leise und völlig geräuschlos verlaufen und steht ganz im Gegensatz zur Ankunft in der Hauptstadt Schwedens – Stockholm. Da wir die Zufahrt zum Stellplatz auf Langholmen zuerst verpasst bzw. nicht als solche erkannt haben, gab es eine Ehrenrunde durch div. Stadtteile, bis wir sicher waren, die ausgewiesene Zufahrt über eine schmale Brücke befahren zu können. Am frühen Nachmittag geht es mit den Rädern in die Altstadt Gamla Stan. Wir genießen dort ein kühles Bierchen, Falcon Export, und schlendern durch die Gassen der Altstadt, am Stortorget mit dem Nobelmuseum und den bunten Häusern vorbei zum Königspalast, dem gegenüberliegenden Quai Skeppsbron und Slussen, weiter zum Reichstag und durch die Prästgatan zurück zum Munkbroleden, wo die Räder auf uns warten. Der Rückweg führt uns am Stadthaus vorbei und immer am Wasser entlang zurück zum Stellplatz.
Morgen geht es mit dem Hop-on-Hop-off-Bus durch Stockholm.

19.05.2026

So eine Stadtbesichtigung hat es in sich und nach einem Tag im und mit dem Hop-on-Hop-off-Bus sind wir geschafft. Regen hat uns begleitet und uns in das Vasa-Museum sowie das Nordisk Museet gespült. Das eine stellt die 1628 gesunkene Kriegsgaleone Vasa aus, die 1956 gefunden und anschließend geborgen und restauriert wurde. Das andere befasst sich mit der Kulturgeschichte Schwedens und den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. In unmittelbarer Nähe befindet sich noch das Vikingmuseum, das Spritmuseum, der Junibacken, div. Museumsschiffe und das Abba-Museum. Natürlich gibt es auf dieser Insel Djurgarden sowie den anderen Insel Stockholms noch so viel zu entdecken, zwei Tage sind da definitiv zu wenig, wir nehmen daher das Königliche Schloss noch mit und fahren Metro (viele Bahnhöfe sind hier mit Kunst gespickt und als grösster unterirdischer Ausstellungsort bekannt). Diese ist völlig einfach zu nutzen, da man sein Ticket direkt mit Karte oder Handy an den Eingängen erwerben kann.
Morgen geht es weiter, wohin steht noch nicht fest.

211. Femöre Mai 2026

17.05.2026

Und wieder ein Stück die Ostseeküste Richtung Norden hinauf. Ein Stopp zum Ent- und Versorgen legen wir in Valdemarsik ein und anschließend geht es über Linköping, Norrköping, Nyköping nach Oxelösund, ins Naturreservat Femüre. Hier stehen wir auf einem Wanderparkplatz, den wir nach einem Snack auf für eine Wanderung nutzen. Es geht abwechslungsreich über größere Wege, Schärengestein und kleine, naturbelassene Trampelpfade. Diese führen uns nach Femörehuvud mit seinem kleinen Leuchtturm und schönem Blick über die Ostsee.
Femöre war zudem bis 1996 eine streng geheime Küstenartelleriefestung, die 1966 während des Kalten Krieges entstanden ist.
In das Gestein unter der Schärenlandschaft von Oxelösund, wurde während des Kalten Krieges ein riesiger Atomschutzbunker gegraben. Von hier aus konnten 70 Soldaten diesen Teil Schwedens gegen eine Invasion der Sowjetunion und dem Warschauer Pakt verteidigen.
Zurück am Parkplatz schlagen wir noch einen Abstecher zum Hafen nach Femöre ein, an dem gerade ein Segel-Event mit den kleinen Optimisten zu Ende gegangen ist.
Nach dem Spaziergang steht Ausruhen an bevor das Abendessen vorbereitet wird.
Morgen geht es nach Stockholm.

210. Västervik Mai 2026

16.05.2026

Für uns geht es heute früh zuerst nach Bullerbü bzw. Sevedstorp etwa 17 km von Vimmerby entfernt. Hier wurde 1986 die zweite Verfilmung des Kinderbuchklassikers „Wir Kinder von Bullerbü“ gedreht. Er schildert die Sommerferien von sieben Kindern, die außerhalb des Dorfes Storby in drei aneinander grenzenden Bauernhöfen leben. Britta und ihre Schwester Inga leben auf dem Nordhof. Die achtjährige Lisa und ihre älteren Brüder Lasse und Bosse wohnen auf dem Mittelhof. Auf dem Südhof leben Ole und seine kleine Schwester Kerstin. Lisa erzählt die Erlebnisse zwischen dem letzten Schultag und dem Ende der Sommerferien. Die Originalhäuser liegen in privater Hand und können nicht besichtigt werden, aber man kann an ihnen vorbei schlendern und einen Eindruck vom Drehort gewinnen. Weiter geht es nach Västervik wieder an die Küste. Einen kleinen Stopp legen wir noch an der Pelarne Kyrka ein, eine weitere, kleinere Version einer Holzkirche mit separatem Glockenstapel. In Västervik stehen wir auf dem Wohnmobilstellplatz auf Gransö, umgeben von Feld und Wald. Dieser liegt allerdings 5 km von der Anlegestelle entfernt, an der die Fähre zur Insel Hasselö am Nachmittag ablegt. Mit den Rädern aber kein Problem, wir schaffen vor Abfahrt noch eine kurze Runde durch die kleine Stadt mit ihren unzähligen Schäreninseln. Pünktlich um 15:00 h stechen wir mit der M/S Ellen Key in See und tuckern durch kleine und große Schären, teils bewohnt nach Hasselö. Ein Fehler im Online- Buchungssystem beschert uns die Rückfahrt quasi umsonst, da sie im Portal als Rundfahrt ausgewiesen wurde. Noch scheint die Sonne und wir verbringen die Fahrt zum Teil an Deck. Auf der Rückfahrt kommen die Tagesausflügler mit an Bord und die Fähre ist gut gefüllt. Zurück in Västervik fängt es pünktlich an zu regnen und nach einer Unterstellpause wird noch Brot gekauft, im Anschluß geht es zurück zum Stellplatz.

209. Frodinge Mai 2026

14.05.2026

Heute haben wir einiges vor und starten früh. Unser erstes Ziel Kalmar und hier zunächst das Schloß. Den Ursprung des Schlosses bildet der um 1180 gebaute Verteidigungsturm, als Schutz vor Seefahrern und anderen Feinden. Der schwedische König Magnus Ladulås ließ Ende des 13. Jahrhunderts eine Burganlage mit Ringmauer und Turm rund um den alten Verteidigungsturm bauen. Die Burg galt damals als Schwedens modernste Festung. Lange Zeit war das Schloss eine starke Verteidigungsanlage, vor allem durch den strategischen Standort. Die Grenze zu Dänemark verlief damals südlich von Kalmar. Schonen, Blekinge und Halland waren bis 1658 in dänischer Hand. Während der Regentschaft der Wasa-Könige Gustav I., Erik XIV. und Johann III. erhielt das Schloss sein jetziges Aussehen. Im 16. Jahrhundert wurde die mittelalterliche Burg in einen Renaissancepalast verwandelt. Die Ausstellung bietet einen abwechslungsreichen Einblick in das Leben auf dem Schloß gerade zu den Zeiten der Wasa-Dynastie. Besonders gut erhalten ist die Kassettendecke im Goldenen Saal, die Königsgemächer sowie Schloßküche und Kapelle. Die Frauen der Wasa-Dynastie rücken in einer Zusatzausstellung in den Mittelpunkt sowie Eindrücke aus dem alten Frauengefängnis aus dem 19. Jahrhundert mit der Vorstellung von drastischen Strafen, die Frauen vom 15. bis 19. Jahrhundert ertragen mußten. Die parallel laufende Wanderausstellung aus Melbourne zum Thema Glück im Zeitalter von KI hat mich überhaupt nicht angesprochen. Der Kontrast zum vorher Gesehenen war einfach zu krass und PC animiert sprechende Steine, Video erstellende Sushibänder für‘s eigene Handy und vibrierende bunte, übergroße Nylongebilde habe ich jetzt nicht unbedingt mit Happyness in Verbindung gebracht.

Draussen windet es jetzt kräftig und durch den abwechslungsreichen Stadtpark und einem Tor der ehemaligen Befestigungsanlage gelangen wir ins Zentrum. Unser Ziel ist erneut das Marinemuseum mit Teilen der 1676 vor Öland gesunkenen Stora Kronan. Leider hat das Museum geschlossen und einsetzender Regen bringt uns in den Genuss von Kaffee in der Espresso Lounge. Nächstes Ziel ist die Insel Öland, welche genau vor Kalmar liegt. Hier wollen wir ganz in den Süden nach Ottenby zum Leuchtturm Långe Jan. Im dazugehörigen Naturreservat kommen Vogelkundler auf ihre Kosten, auch diverse Robbenarten sollen hier zu sehen sein (wir entdecken leider nur eine tote am Strand). Hier im Süden fahren wir durch eine Karst- und Heidelandschaft mit vielen für diese Insel typischen Bockwindmühlen. Im Westen, unterhalb von Borgholm, befindet sich mit Schloß Solliden die Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie.

Zurück auf das Festland geht es wieder über die sechs Kilometer lange Ölandbrücke und wir nehmen Kurs auf nach Vimmerby in Småland dem Heimatort von Astrid Lindgren. Die Stellplatzsuche ist etwas aufwändig, da entweder voll oder mit ca. 45€ zu teuer. Etwas weiter in Frodinge werden wir fündig. Der Stellplatz hier kostet nur 9€ und reicht vollkommen aus. Morgen geht es mit den Rädern in die Welt der Pippi Langstrumpf.

15.05.2026

Mit ein wenig Sonnenschein starten wir am Vormittag unsere Tour nach Vimmerby und bleiben direkt an der Frödinge Kyrka hängen, weil sie mit tiefbraunen Holzschindeln daherkommt. Sie stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und ist als Holzkonstruktion ausgeführt, wobei Dach und Fassaden mit Holzschindeln verkleidet sind. Die Glocken sind in einem separaten, hölzernen Glockenstapel untergebracht, der bereits 1694 gebaut worden war. Die Route führt uns weiter über einen leicht zu befahrenen Schotterweg durch einen Wald, bevor wir bei Alsta auf die geteerte H831 stoßen, die ins Zentrum von Vimmerby führt. Wir steuern auf der Prästgårdgatan das Elternhaus von Astrid Lindgren mit dazugehörigem Museum an. Während ich mir die Ausstellung zum Leben und Wirken der Schriftstellerin anschaue (sehr zu empfehlen), erkunden Thomas und Dirk den Ort. Wir treffen uns am Vergnügungspark der „Astrid Lindgren Värld“ wieder, starten noch einmal durch ins Zentrum zum Denkmal von Astrid Lindgren auf dem Stora Torget. Im Anschluß zieht es uns zum Essen wieder auf den Stellplatz. Genau richtig bevor der Regen einsetzt.

208. Torhamn Mai 2026

10.05.2026

Für uns geht es an einem bewölkten und kalten Morgen weiter. Das Ziel Torhamn bei Karlskrona. Hier geht es für einige Tage auf den CP Hesslevik. Die Fahrt führt uns durch bewaldete Gebiete mit kleineren Ortschaften, bunte Holzhäuser mit verzierten Terrassen sind überall zu finden. Ausserdem fallen die vielen Findlinge auf, die aussehen, als hätte sie jemand absichtlich dort fallen gelassen oder gestapelt. Sie sind aus der Eiszeit übrig geblieben und teilweise so groß wie Häuser, ein typisches Merkmal der schwedischen Natur. Grapnhamn lädt zu einer Pause und einem Spaziergang am Schärenstrand ein. Zudem ist ein Trampelpfad quer durch die bewaldete Landzunge schnell gefunden. Am Lilla Viken Strand vorbei geht es in den Hafen. Neben einer militärischen Zone mit kleineren Schiffen, bereiten sich auch hier Wassersportler auf die Saison von. Diverse Wasserfahrzeuge des Roten Kreuz werden ebenfalls startklar gemacht. Am frühen Nachmittag erreichen wir den ausgewählten CP. Die Betreiberin weist uns Plätze direkt am Wasser zu, der Ausblick genial. Die Anlage ist sehr einfach und urig gehalten und im Gegensatz zu den hochpreisigen CP‘s im Umland sind wir mit 180 SK ohne Strom dabei (ca. 17€ p.Ü.) und stehen in erster Reihe. Während Thomas einen Spaziergang unternimmt, Dirk gefüllte Paprikaschoten vorbereitet, schlafe ich tief und fest bis zum Abendessen. Im Anschluß planen wir einen Aufenthalt in Stockholm und nach dem Spülen , Thomas zieht den Stöpsel und besucht das Toilettenhäuschen, kommt Leben ins WoMo. Dirk und ich wundern uns noch, warum das Spülwasser so laut plätschernd abläuft, schieben es auf den leeren Grauwassertank, bis Dirk nasse Socken bekommt. Und dann geht alles ganz schnell. Mittels Handtüchern und Papierrolle versuchen wir das ausströmende Spülwasser so gut es geht aufzufangen, räumen den Schrank unter der Spüle aus, legen die Sitzbank frei, leuchten mit Taschenlampe und Handy im Schrankinnern die Abwasserleitung ab. Dann kommt Thomas und denkt sich wahrscheinlich: was ist denn hier los, die beiden kann man auch nicht einen Moment aus den Augen lassen. Hinter der Spüle haben sich Teile der nur gesteckten Leitung gelöst, das Abwasser konnte so unter den Spülenschrank und die Sitzbank fließen, wo sich btw Heizung, Batterie und elektrische Anschlüsse befinden. Wir stecken die Anschlüsse wieder zusammen und ummanteln sie mit Gaffatape, das sollte für‘s erste reichen. Hier ist es jetzt nicht mehr so gemütlich und mit einer Flasche Limoncello ziehen wir in den Rudi. Thomas erhält die Espressotasse und beim Genuss des Likörs werden die bisherigen Schäden am Modell „Just go“ gelistet: Frontbeschichtung Kühlschrank lose, Türgriff Kühlschrank schwer zu handeln, Kühlschrank schaltet sich im Automatikbetrieb nicht auf Strom um, wenn Gasbetrieb beendet wird, 5-stufiger Heizbetrieb nicht regulierbar, entweder volle Pulle oder gar nicht, Schließung der Wohnmobiltür defekt-Tür schliesst nur, wenn der Verschlusshaken per Hand heraus gezogen wird, wenn kein vollständiger Kontakt mit dem Türschloß ausgelöst wird, startet das Auto nicht, sondern hupt nur – Just go ist dann out of order.

11.05.2026

9 Grad, bewölkt und mitunter Regen – der ideale Tag um ein spannendes Buch zu lesen, z.B. „Und Morgen du“ von Stefan Anhem, ein Fabian Risk Krimi 1. Zwischendurch Wäsche waschen, essen, Kaffee oder Tee trinken und plötzlich ist es wieder Abend – herrlich. Keine Ahnung, was wir morgen anstellen.

12.05.2026

Bei 8 Grad und bewölktem Wetter starten wir zur einer Rundtour um Torhamn. Ganz ehrlich, ich habe nur gefroren und die Kilometer bis zum Stellplatz gezählt. Es war soooo kalt. Zum Fotos machen stand mir nicht der Sinn. Nach einem Tee und einem Snack und einem Mittagsschläfchen ging es dann wieder. Abends haben wir leckere Pfannkuchen mit Pilzen gegessen und den Abend mit Wein und Erzählungen ausklingen lassen. Morgen wollen wir uns Karlskrona anschauen.

13.05.2026

Ein Besuch in der Hafenstadt der südschwedischen Provinz Blekinge – Karlskrona steht an. Sie ist Hauptort der gleichnamigen Gemeinde und als Barockstadt bekannt. Karlskrona wurde 1679 als Flottenstützpunkt von König Admiral Hans Wachtmeister gegründet. Dieser empfängt uns in Form einer Statue am Kungsboron, in der Nähe der Bastion Aurora, dem Wahrzeichen der Stadt. 1790 brannte ein Großteil der Stadt ab. Karlskrona entstand ursprünglich auf mehr als 30 Inseln und Inselchen, was sich auch heute noch auf das Stadtbild auswirkt. Mit uns fluten Kreuzfahrer der Aida Mare die Stadt. Ein Shuttleservice aus Rettungsbooten bringt sie bei Stumholmen ans Festland. Wir laufen die Krykogatan schnurstracks nach oben auf den zentralen Marktplatz mit Friedrichskirche, Dreifaltigkeitskurche und dem Denkmal von König XI. Über die Bürgermeisterstrasse durch die Innenstadt und über das Blekinge Museum zum Fähranleger Fiskotarget. Hier starten Rundfahrten zu den Inselchen die vor und zu Karlskrona gehören. Und was soll ich sagen, die Saison startet Morgen. Also erst mal rein ins Blekinge Heimatmuseum und anschliessend auf die kleine Schäre Stakholmen, die über einen Steg zu erreichen ist. Am regnerischen Nachmittag besuchen wir das Marinemuseum auf Stakholmen, dass jetzt sehr leer ist (die Kreuzfahrer stehen in einer langen Schlange am Kai und wollen zurück auf‘s Mutterschiff). Hier dreht sich natürlich alles um die Seefahrt, von der Gründung dieses strategischen Stützpunktes in Karlskrona bis heute. Die jeweiligen Epochen, politischen Hintergründe, das Leben der Menschen, Schiffsbauweisen, Waffen werden multimedial und interessant dargeboten. Zwei U-Boote komplementieren die Ausstellung. Dabei ist die Neptun teilweise begehbar. Die HMS Neptun (Näcken-Klasse, eine Klasse von diesel-elektrischen U-Booten) ist ein ehemaliges schwedisches U-Boot, das von 1980 bis 1998 in der Ostsee im Einsatz war. Puh soviel input macht hungrig, also auf dem Rückweg erst einmal einkaufen und dann chillen und mümmeln. Morgen geht es weiter nach Kalmar und Öland.

207. Sölvesborg Mai 2026

09.05.2026

Bereits früh geht es für mich auf‘s Rad. Bis nach Skillinge werde ich ca. 43 km voraus fahren. Dort gibt es eine Ent- und Versorgungsstation im Yachthafen, unser Treffpunkt. Die Route führt zunächst bis Käsberga, biegt dahinter aber nach links ab und passiert kleine Ortschaften wie Löderup und Borrby durch landwirtschaftliches Gebiet. Die Rapsblüte hier ist noch nicht ganz soweit wie in Heiligenhafen. Es ist kälter hier oben. Der Tag heute mit strahlendem Sonnenschein und kaltem Wind. Nachdem in Skillinge die Van‘s versorgt wurden geht es auf einen Tankstopp nach Simrishamn, wo der Tankautomat uns leider fast 50€ mehr abknöpft und weiter nach Kivik, der Provinz für Obstanbau. Insbesondere Apfelplantagen mit über 70 Sorten werden hier betrieben. Bei einem Rundgang durch den kleinen Fischerort erleben wir reges Treiben am Hafen. Hier werden Boote für die Saison startklar gemacht und zu Wasser gelassen, Masten per Kran gesetzt. Die Fischräucherei mit Gastro ist gut besucht. Kein Wunder bei der Auswahl, selbst geräucherte Garnelen werden angeboten. Weiter am Strand entlang entdecken wir eine kleine, öffentliche Holzbasto (Sauna) der Gemeinde. Im Anschluß fahren wir weiter bis nach Åhus, wo am Hafen eine Mittagspause eingelegt wird. Unser Übernachtungsstopp für heute liegt in Sölvesborg direkt am Wasser und hinter dem beschaubarem Bahnhof. Morgen geht es in den Schärengarten bei Karlskrona. Auf dem Campingplatz Gisskevik bei Torhamn haben wir Plätze bis Donnerstag reserviert.

206. Ystad (S) Mai 2026

07.05.2026

Wir haben Schweden erreicht, genauer gesagt Südschweden und stehen kurz vor Ystad, 129 Västerleden, direkt an der Ostsee.
Die heutige Fahrt führte uns von Kopenhagen mittels Tunnel und Øresundbrücke nach Malmö. Dafür waren umgerechnet satte 128 € fällig. Länge und Gewicht von Rudi schlugen hier zu Buche. In Limhans an der Strandgatan beim Yachthafen der erste Stopp zum LPG tanken bzw. Gasflaschenerwerb und Befüllen für Thomas. Da der Service erst um 13:00 h öffnete, schnappte ich mir mein Rädchen und strampelte 26,2 km vor nach Hölleviken zum Wikinger-Museum Fotevikens. Dies hatte leider geschlossen. Also snacken und weiter nach Trelleborg zum Einkaufen. Auf der Straße Nr. 9, die Ostsee rechtsschultrig, geht es weiter bis nach Ystad. Vorher machen wir Halt am südlichsten Punkt von Schweden: Smygehuk und wollten dann noch einen Abstecher nach Klagstorp in die Kleinstbrauerei Hönsinge Hantwerjsbryggeri einlegen. Es gilt ein Bier zum geräucherten Fisch zu erwerben. Leider hat die Brauerei nur sonntags geöffnet, also weiter.
Der Stellplatz hier ist ganz einfach gehalten, dafür in erster Reihe mit Blick auf die See.
Btw: meine Flip Flops, die ich nach dem Duschen auf den Kuhfänger gelegt habe, wurden bei der Einreise nach Schweden vom Zollbeamten entdeckt und gerettet. Meine Crogs, die ich bei der Pause am Wikinger-Museum angezogen habe, stehen leider immer noch da.

08.05.2026

Mit den Rädern ging es heute zunächst in das Zentrum von Ystad, der Stadt, in der die Romanfigur des Kommissar Kurt Wallander des Schriftstellers Henning Mankell seine Wirkungsstätte hat. Eine sehr schöne Kleinstadt mit vielen Backsteinbauten und bunten Holzhäusern, Kirchen, einem Kloster und einer abwechslungsreichen Fußgängerzone mit kleinen Geschäften. Im Anschluß fahren wir am Bahnhof und dem dahinterliegenden Fährterminal vorbei. Hier legen Fähren nach Bornholm und Swinemünde in Polen ab. Hinter einer großen Sportanlage geht es auf eine schmale Strandpromenade, die von kleinen Badehäuschen und einem Mischwald gesäumt wird. Zwischendurch immer wieder Zugänge zum Strand und Holzbrücken, die ins Meer gehen. Der Strand ist frei zugänglich und kostenlos. Weiter geht es auf Radwegen neben der Straße, bis wir auf eine weitere Zufahrt in Richtung Strand stoßen. Hier geht es auf einen Wanderweg durch militärisches Gebiet. Die Infotafel am Eingang weist auf Schießwarnungen hin. Ein wenig mulmig ist uns schon, aber der Weg über die hügelige Wiesenlandschaft bei diesem Wetter reizt einfach mehr. Ungefähr in Höhe von Hammar geht es nicht weiter, Wanderer können einen engen Durchgang als Ausgang benutzen, wir müssen die Räder über den Zaun heben und danach auf der Straße nach Kåsberga weiterfahren. Der Gegenwind trifft uns hier frontal. In Kåsberga wird eine Pause eingelegt, bevor es zu den „Ales Stenar“ geht, einer geschichtlich bedeutsamen Stätte auf einer ca. 37 Meter hohen Hügelkette direkt an der Ostseeküste. Mit einer Länge von 67 Metern und einer Breite von 19 Metern gilt sie als eine der größten Schiffssetzungen Skandinaviens. Die aus 59 Steinen bestehende Schiffssetzung diente wahrscheinlich als Begräbnisstätte. Völlig geklärt ist die Herkunft und das Alter dieses historischen Fundes jedoch nicht.
Bevor es wieder zurück zum Stellplatz geht, machen wir noch einen Abstecher in den kleinen Hafen von Kåsberga und seinen Fischräuchereien.
Nach 46 km auf dem Rad gibt es am Abend eine leckere Chinapfanne mit viel Gemüse.

205. Kopenhagen Mai 2026

05.05.2026

Heute geht es, zumindest für mich, ganz früh auf‘s Rad. Das diesjährige Stadtradeln beginnt und ein paar Kilometer sollen auf den Tacho. Treffpunkt ist Præstø, gegenüber dem Yachthafen, auf dem Festland. Bei 11 Grad geht es über Stege, Koster und die Dronning Alexandrines Bro Brücke nach Kalvehave und im Anschluß auf kleinen Straßen und kleinen Ortschaften nach Præstø, einer Kommune im Süden der Insel Seeland. 43,5 km konnten gesammelt werden, bevor Dirk und Thomas mich wieder einsammeln. Weiter geht es nach Viby, die Ersatz-Klobrille ist beim Clesana-Fachhändler eingetroffen. Das Objekt der Begierde wird uns völlig unproblematisch ausgehändigt und unser nächstes Ziel Roskilde kann angesteuert werden. Hier wollten wir uns eigentlich das Wikinger Museum anschauen, aber bei 22 € p. P. wurde diese Option schnell verworfen. Also auf nach Kopenhagen. Ein Stellplatz fast mittendrin ist schnell gefunden und reserviert. Dort angekommen wird erst einmal gesnackt, ein Fahrradladen für die Reparatur von Dirk‘s Vorderradbremse ausfindig gemacht und während bzw. nach der Reparatur die Stadt erkundet. Wir entdecken Teile des Sydhaven und schließen auf bis zum Schloß Christiansborg. Zurück geht es am Tivolipark und dem Hauptbahnhof zum Stellplatz. Kopenhagen ist eine Stadt am Wasser, mit Bade- und Saunaplätzen mittendrin, Booten vor der Haustür, fantasievollen Begegnungsorten zwischendrin und Fahrräder über Fahrräder. Mal sehen, was uns morgen hier erwartet.

06.05.2026

Die heutige 54 km lange Radtour durch und um Kopenhagen hat uns gefühlt fast alle Sehenswürdigkeiten streifen lassen. Dabei waren Stadtteil Vesterbro, Hauptbahnhof, Tivoli, Rathaus, Hans Christian Andersen Statue, Einkaufsstraße Federiksberggade, Schloß Christansburg, Kleine Meerjungfrau, Stadtteil Christiana, Lagune auf Amager, Aquaruim, Flughafen, Dragor und die Oper. Für diese Stadt braucht man definitiv mehr als zwei Tage.

204. Hjertebjerg (Insel Møn) Mai 2026

03.05.2026

Wir verlassen Rødby bereits gegen neun Uhr und fahren auf Nebenstraßen nach Stubbekøping. Der kleine Hafen unterhält die alte Holzfähre „Ida“, mit der wir auf das Inselchen Bogø übersetzen. Von hier aus geht es über einen Damm auf die Insel Møn, auf der die Zeit irgendwie stehen geblieben zu sein scheint. Auch hier dominieren die blühenden gelben Rapsfelder, die Landschaft jedoch entfaltet kleine Hügel und bewaldete Flächen. Zur Ostspitze in Richtung der berühmten Møns Klint Felsküste hin, nehmen die Erhebungen noch einmal Fahrt auf. Der erste Stellplatz in Klintholm Havn sagt uns nicht zu. Wir steuern eine Alternative in der Inselmitte an. Ein Bauernhof bietet unter dem Namen „Keldborg Bed & Bath og Camp“ einen lauschigen Stellplatz auf dem großen Rasen hinter Haus, Scheune und Bauerngarten an. Wir stehen hier mit Hund, Hühnern, Fröschen und zwei Hausrindern völlig alleine. Rudimentäre Infrastruktur mit Toilette und Spülmöglichkeit sowie der Nutzung von Strom und einer Minibar. Ganz urig und einfach. Der Nachmittag ist gefüllt mit Radfahren, Drohnenflug, Lesen und Schlafen. Am Abend wird draußen Fisch gebraten, dazu Pellkartoffeln und Salat gereicht. Der Hofhund schaut ab und zu vorbei, mitunter den abgenagten Unterschenkel eines Paarhufers in der Schnauze tragend.

04.05.2026

Die Nacht brachte Wind und ein wenig Regen, der Morgen begann kühl und bewölkt. Mit dem Rad wollten wir deshalb nicht zu den ca. 18 km entfernten Kreidefelsen fahren. Lieber mit Rudi und anschließender Besichtigung von Klintholm Haven und Stege. Ein dichter, alter Buchenwald säumt die Felsküste von Møns Klint. Die letzten Kilometer bis dorthin legt man über die unasphaltierte Zugangsstraße 287 zurück. Es geht durch den alten Wald Klinteskoven direkt zur beeindruckenden Küste und dem GeoCenter. Der Parkplatz kostet 45DK/6€ und ist per QR-Code zu bezahlen. Übernachten ist verboten. Wir entscheiden uns für einen Rundweg zunächst oberhalb der Küste. Zwischendurch erlauben Haltepunkte Ausblicke auf die spektakulären weißen Felsen und das türkisfarbene Meer. Die Kalksteinwand ist 6 km lang und bis zu 128 m hoch. Die das Kliff bildende Kreide entstand vor rund 70 Millionen Jahren auf dem Grund eines Meeres. Die Kreide besteht überwiegend aus den Überresten der Kalkschalen mikroskopisch kleiner Algen, die das urzeitliche Meer bevölkerten. Nach ca. 2 km führt eine Holztreppe hinunter zum Strand. Da diese leider gesperrt ist, geht es für uns zunächst wieder zurück zum GeoCenter und von da aus hinunter zum Strand. Die Treppenabschnitte scheinen schier endlos in die Tiefe zu führen und wir erhalten einen Vorgeschmack auf den Rückweg. Aber der Ausblick und die Atmosphäre vom Strand aus ist schon sehr beeindruckend. Zudem hat sich die Sonne durchgekämpft und lässt die weissen Felsen sowie das Meer strahlen. Der Weg am Strand entlang führt über Sand, Kreidekiesel, Feuersteinfragmente, herabgestürzten Bäumen, die zum Teil blank gescheuert und kreideweiß am Boden liegen. Über 507 Stufen und 93 HM geht es wieder nach oben. Das ist echt sportlich und treibt den Puls nach oben. Durstig und hungrig legen wir eine Pause im Rudi ein. Anschliessend geht es zum Klintholm Haven, ein kleiner, verträumter Yachthafen mit Strand und Ferienhäuser. Von hier aus werden auch Touren per Schiff zur Kreideküste angeboten. Nun lockt noch die Inselhauptstadt Stege, aber so richtig Lust zu laufen haben wir nicht mehr. Deshalb wird nur kurz eingekauft und dann geht es zurück zum Stellplatz. Der Tag endet mit Salat, Bratkartoffeln und Rührei. Morgen geht es weiter Richtung Præstø. Für mich geht es schon ganz früh mit dem Rad los. Das Stadtradeln beginnt und ich möchte einige Kilometer machen.

203. Rødby (DK) Mai 2026

02.05.2026

Am Vormittag läuft das komplette WoMo-Programm mit Ent- und Versorgen, einkaufen, tanken, Abstecher in den Berger Campingladen. Im Anschluß geht es über die Fehmarnsund-Brücke nach Fehmarn. Bis zur Abfahrt der Fähre von Puttgarden nach Rødby wollen wir hier den Tag in Strandnähe verbringen. Gar nicht so einfach auf dem Inselchen einen Platz für unsere Gefährten zu finden. Oberhalb von Wenkendorf beim Campingplatz Am Deich werden wir fündig. Nach einem umfangreichen Resteessen mit anschließendem Powernapping geht es gegen halb 5 Richtung Fähre. Unsere Abfahrt ist für 18:00 h geplant, aber nach einem unkomplizierten Einchecken am Fährhafen, geht es zügig auf die Fähre und wir verlassen Puttgarden früher als geplant. Nach 45 Minuten legen wir in Dänemark an und fahren auf einen Parkplatz am Rande von Rødby, Rosenparken 9.. Morgen früh geht es weiter zur Insel Møn.

202. Heiligenhafen April 2026

30.04.2026

Was für ein Tag. Eigentlich wollten wir nur nach Heiligenhafen fahren und dort auf den Spuren von Thomas Vergangenheit, Ort und Gegend erkunden. Leider stellen wir direkt nach dem ersten Kaffee fest, dass der Clesanatoilettendeckel schon wieder am Scharnier angebrochen ist. Sollte der Bruch komplett durchgehen, kann die Toilette nicht mehr benutzt werden. Das Problem ist beim Hersteller bekannt, Nachbesserungen sind umgesetzt, nur leider haben wir bereits zum 2. Mal die Vorgängerversion der Toilettenbrille im Austausch erhalten. So wird eifrig mit Fachhändlern und Campingausstatter in der Umgebung telefoniert, um an die begehrte Einheit zu gelangen, leider ohne Erfolg. Völlig in Gedanken, ob des Erhaltes der Klobrille, vergessen wir das Tanken. Kurz vor 12:00 h war der Liter Diesel noch für 2,159€ zu erhalten, kurz danach für satte 2,379€. Pech gehabt, dann erst einmal einen Stellplatz dingfest machen. Da man auf dem WoMo-Stellplatz in Heiligenhafen keine Reservierungen vornehmen kann, fährt man praktisch blind hin. Wir haben uns zunächst 2 freie Plätze ausgesucht und wollten diese am Automaten buchen. Sofort war dies nicht möglich, sondern erst ab 14:00 Uhr, da die Plätze bis zu diesem Zeitpunkt noch von den Vorgängern reserviert waren, diese jedoch schon abgereist sind und das Buchungssystem nicht in der Lage ist, das Auschecken zu verarbeiten. Nach Rücksprache mit einem Mitarbeiter des Platzes sei dies aber kein Problem, wir sollten einfach auf den gewünschten Plätzen stehen bleiben und uns um 14:00 Uhr anmelden. Gesagt getan, Tisch, Stühle und Solarpaneele raus und um zwei zum Anmelden an den Automaten. Hier bildete sich bereits eine Schlange mit weiteren Stellplatzinteressenten. Als wir uns anmelden wollten, stellten wir fest, dass der Platz von Thomas bereits kurz vorher von einem WoMo-Paar gebucht worden war, welches zwei Reihen vorher stand und uns beim Aufbau der Campingutensilien beobachtet hat. Tja und wer zuerst kommt, der malt bekanntlich zuerst. Die Aussage des Mitarbeiters zum Verbleib auf den freien Plätzen hatte plötzlich keinen Bestand mehr, da diese ja jetzt gebucht seien. Wenn dieses Verhalten zur Reservierung hier Standard ist und toleriert wird, möchte ich mir nicht vorstellen, was in der Hauptsaison abgeht. Thomas musste seinen Platz räumen und wir haben sofort den letzten verfügbaren Platz reservieren können. In der Zwischenzeit konnte mit der Clesanazentrale in der Schweiz telefoniert und der Expressversand an einen Fachhändler in der Nähe von Kopenhagen organisiert werden. Kurz danach ging die Versandbestätigung ein, das hat ja mal geklappt. Und bevor wir es für eine kleine Runde durch den Ort schaffen, ist es 17:00 Uhr. Zuvor machen wir noch die Bekanntschaft eines schwedischen Pärchens, welches ebenfalls mit einem Kabe Van sowie zwei Rauhaardackeln unterwegs ist. Es versteht sich von selbst, dass ein reger Austausch über die einzelnen Modifikationen der Fahrzeuge stattfindet.

01.05.2026

Ein Maifeiertag wie er besser nicht sein könnte. Sonnenschein, ganz wenig Wind und 16 Grad. Das ideale Wetter für eine Radtour von Heiligenhafen zur hiesigen Felsküste. Vorbei am Leuchtfeuer, Dazendorf bis zum Campingplatz Blank-Eck. Zunächst über Birnbaum gesäumte Feldwege und oberhalb der Felsküste auf kleinen Wanderpfaden. Zwischendurch eine kleine Pause mit Blick über die Hohwachter Bucht und einer fast unbewegten Ostsee. Überall Fischer und Strandbesucher, die das Wetter und den Feiertag am Meer genießen. Militärisches Sperrgebiet beendet die Weiterfahrt an der Küste und wir schwenken Richtung Oldenburg in Holstein. Der beschauliche Ort wird passiert, wir entscheiden uns erneut zum Wasser zu cruisen und steuern den Weißenhäuser Strand an. Bei der Strandbude zur „Alten Liebe“ lassen wir uns auf die dicken Kiesel fallen und legen eine Pause ein. Schnell sind Porridge, Obst und Stullen verspeist, das Hochkommen zur Weiterfahrt fällt anschließend schwer. Ein kühles Getränk auf der Rückfahrt an der Strandbude zum Weißenhäuser Strand schafft Abhilfe. Hier geht eine Brücke noch ein Stück in die Ostsee hinein, mit schönem Blick auf das spiegelglatte Wasser sowie Strandkörbe, kreuz und quer über den Strand verteilt. Zurück geht es erneut über Oldenburg und kurz nach dem Ort auf kleinen Wegen durch blühende Rapsfelder zurück nach Heiligenhafen. Am Stellplatz warten Gulasch, Klöße und Rotkohl und eine verlegte Brille findet seinen Besitzer wieder.

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