098. Bovec (SLO) Mai 2025

10.05.2025

Eine kalte Nacht mit Temperaturen um den Gefrierpunkt liegt hinter uns. Bevor es in Richtung Slowenien geht, wird kurz im Ort eingekauft und dann geht es los zunächst nach Klagenfurt. Wir benutzen Autobahnen, auch um die Mautbox für dieses Land zu testen. Sie funktioniert und die Steiermark kann durchfahren werden. Hinter Klagenfurt, genauer bei Sankt Jakob im Rosental beginnt die Einfahrt in den 8 km langen Karawankentunnel (Gebühr 8,90 €). Der Tunnel verbindet Österreich mit Slowenien und verläuft durch die namensgebenden Karawanken, einem Gebirgsstock in den südlichen Kalkalpen. Da wir in Slowenien auch auf Autobahnen nur 80 km/h fahren dürfen, entschließen wir uns gegen eine kostenpflichtige Mautbox. Es geht auf kleinen Straßen über Kranjska Gora ein Stück durch Slowenien, bis wir bei Rateče die Grenze zu Italien queren, hinter Tarvis nehmen wir den Predil Pass, bis wir auf der Via Nevea am Lago del Predil vorbei endgültig erneut in Slowenien einreisen. Auf der 203 geht es direkt nach Bovec (Flitsch) und dort auf den CP Polovnik. Ein kleines Camp mit allem Drum und Dran sowie einer Gostilna und einem kleinen Pfad der direkt nach Bovec führt. Bovec ist der größte Ort im oberen Tal der Soča, liegt in 483 m Höhe und ist von über 2000 Meter hogen Berggipfeln des Triglav Nationalparks umgeben. Wir wollen bis Dienstag bleiben und nach dem Aufbau incl. Snack geht es auf dem kleinen Pfad hinter dem CP ins Örtchen. Wir stellen direkt fest, dass hier Menschen mit Vorliebe zu Wildwasseraktivitäten, Gleitschirmfliegen und Bergwandern zuhause sind. Der Ort selbst macht einen gemütlichen Eindruck, mit kleinen Restaurants und Kneipen an der Hauptstraße. Supermärkte sind auch vorhanden. An einem wird Dirk von TN eines Junggesellenabschieds angesprochen, um auf den Bräutigam anzustoßen, was gerne angenommen wird.

11.05.2025

Es ist Sonntag und wir wollen uns heute bei einer Wanderung durch das Soča Tal die Umgebung etwas näher anschauen. Direkt hinter dem CP geht nach ca. 100 m auf der linken Seite ein kleiner Wanderweg ab: der Pot Alpe-Adria E 12. Diesem folgen wir bis zum Kajak Camp Toni, weiter über das Camp Liza zum Fluss Koritnica, der unterhalb des Kajakcamps in die Soča übergeht. Der Gebirgsfluss wird regelmäßig durch Holzhängebrücken gequert. Diese zu Überqueren ist schon eine wackelige Angelegenheit, aber die türkise Farbe des Wassers, das Licht und die Natur herum lassen die Angst schnell vergessen. Zwischendurch entdecken wir kleine Badebuchten, Stromschnellen und können einen Blick auf Kajaks und Rafting Boote werfen. Der Weg zurück geht im vorletzten Abschnitt ziemlich steil hinauf und wir spekulieren zum Abschluss auf ein isotonisches Getränk in der Gostilna am CP.


12.05.2025

Um 05:15 h ist die Nacht vorbei: Ameisenalarm. Die kleinen Kriecher sind über das Kabel der Starlink-Antenne in den Van gelangt und hier wirklich überall. Wir räumen alles aus, laden x-mal den Akkusauger und schmeißen zwei Maschinen Wäsche an, da sich die Ameisen auch in der Bettwäsche befinden. Nach 6 Stunden ist vorerst Schicht und wir begeben uns auf die Suche nach einem Geschäft welches Ameisenabwehrmittel führt. Hinter Bovec werden wir fündig: biologisches Ameisenmittel mit Köderboxen und Insektenspray. Weiter geht es zum Boka-Wasserfall (dem eigentlichen Ziel des heutigen Tages). Dieser ist der zweithöchste Wasserfall Sloweniens und liegt hinter Bovec in Richtung Kobarid. Zu erreichen über einen markierten Fußweg hinter der Brücke bei der Pension Boka. In ca. 20 Minuten erreicht man den unteren Teil des Wasserfalls mit Aussichtsplattform. Der freie Fall des herabstürzenden Schmelzwassers des Kanin beträgt ca. 106 Meter und lässt sich am besten im Spätfrühling beobachten. Gerade als wir die Aussichtsplattform erreichen, setzt Regen ein. Nicht so unser Tag heute. Egal es geht zurück zum CPund hier setzen wir die Ameisenbekämpfung weiter fort. Über die biologischen Köderbox rümpfen die Kriecher nur ihr Riechorgan, scheinen fast schon beleidigt. Also weiter den Akkusauger immer geladen parat halten. Der Einsatz des Giftsprays im hinteren Lüftungsschacht löst den Gasalarm aus. Fazit: Mittagsschlaf muss vorzeitig beendet werden, aber der Einsatz zeigt Wirkung.

 

13.05.2025

Es geht heute weiter in die Hauptstadt Sloweniens: Ljubljana. Hier haben wir uns einen Stellplatz ca. 10 km vom Zentrum entfernt ausgeguckt und wollen noch heute Nachmittag in die Stadt zu einem Optiker. Dirk hat irgendwo zwischen Budweis und Čezsky Krumlov seine Sonnenbrille verlegt, sie ist einfach nirgends zu finden, auch nicht bei Thomas und Philipp nicht.

 

097. Lunz am See (A) Mai 2025

09.05.2025

Eigentlich wollten wir nach der Abfahrt von Philipp und Thomas den Tag mit aufräumen und evtl. einem weiteren Besuch von Krumlov verbringen. Aber als wir gegen halb elf fast alle Arbeiten abgeschlossen hatten, zog es uns weiter in Richtung Slowenien. So machten wir uns kurzerhand auf und überquerten gegen Mittag bei Wullowitz die Grenze nach Österreich. Bei Lunz am See in Oberösterreich erreichten wir unser heutiges Ziel und einen Stellplatz auf dem ÖtscherlandCampingplatz, direkt am Ufer der Ybbs. In der Nacht fiel dann die Temperatur auf den Gefrierpunkt, während in der Heimat der Frühsommer Einzug hielt.

096. Cezky Krumlov Mai 2025

08.05.2025

Bevor es morgen für Thomas und Phillip wieder nach Solingen geht, wollen wir uns heute gemeinsam das Städtchen Český Krumlov anschauen. Dies liegt ca. 3 km vom Stellplatz entfernt. Mit den Rädern erreichen wir auf einer kleinen Nebenstraße schnell unser Ziel.

Český Krumlov ist eine malerische Stadt in der südböhmischen Region der Tschechischen Republik. Sie ist bekannt für ihre gut erhaltene mittelalterliche Architektur und ihren beeindruckenden Schlosskomplex und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Und so passieren wir vor dem Eingang in die mittelalterliche Stadt ein Konvolut an Reisebussen. Die Erkundung verspricht in Gesellschaft zu erfolgen. Es ist ein imposantes Bauwerk welches vor uns liegt und hoch über uns thront. 

Ist das hier noch eine Burg oder schon ein Schloss? Da die ursprüngliche Grundrissdisposition in ihrer Entwicklung vom 14. bis zum 19. Jahrhundert erhalten geblieben ist, kann manheute sowohl eine mittelalterliche Burg als auch eine prunkvolle Residenz im Renaissance-Stil bewundern.

Die ursprünglich gotische Burg wurde vor dem Jahre 1250 gegründet von den Herren von Krumnau, einem der Zweige des mächtigen Hauses der Witigonen mit dem Wappen der fünfblättrigen Rose. Nachdem die Herren von Krumau im Jahre 1302 ausgestorben waren, erbten die Rosenberger die Burg. Das Haus Rosenberg hatte seinen Sitz hier bis zum Jahre 1602. Mit ihrem Namen und drei Jahrhunderten ihrer Regierung ist die Zeit der größten Blüte der Burg und der Stadt verbunden. 

Im Jahre 1602 ging die Burg an Kaiser Rudolf II. von Habsburg.  Kaiser Ferdinand II. von Habsburg Kaiser  widmete dann den königlichen Besitz dem Fürsten Johann Ulrich von Eggenberg, dem Vertreter eines österreichischen Fürstengeschlechts. Mit Johann Christian I. von Eggenberg wurde anschließend das wirtschaftliche und künstlerische Leben sowie die Bautätigkeit intensiviert. Die Anlage verwandelte sich nach und nach in einen repräsentativen Barocksitz.

Mit dem Aussterben des Fürstengeschlechts der Eggenberger im Jahre 1719, hielt das Fürstenhaus von Schwarzenberg Einzug und machte sich im Anschluss um den großzügigen Umbau verdient. Mitte des 19. Jahrhunderts verlor dann die Anlage für das besagte Fürstenhaus immer mehr an Bedeutung. Im Jahre 1947 ging der Schwarzenberger Besitz, einschließlich der Stadt, in das tschechische Landesvermögen über.

Wir machen uns zunächst bei einem Rundgang durch den historischen Ortskern selbst ein Bild der alten Stadt, werden Zeugen von Dreharbeiten, nehmen in einem Felsenrestaurant ein typisches tschechisches Mittagessen mit Karlsbader Knödel und Gulasch ein, klettern auf den Kirchturm und besichtigen im Anschluss das Schlossmuseum und entdecken im Schlossgraben zwei Braunbären.

Nach soviel Kultur breche ich am Stellplatz für ein Mittagsschläfchen zusammen, während der Rest räumt und die Drohnen in die Lüfte jagt. Mit dem Abendessen wird gemeinsam die letzte Flasche Wein vertilgt sowie der Bus von Thomas und Phillip für die morgige Abreise vorbereitet.

095. Budweis Mai 2025

07.05.2025

Bereits vor 10:00 Uhr verlassen wir den Stellplatz Dana Camp in Prag und begeben uns auf die Fahrt in Richtung Budweis. Wir meiden Autobahnen und mautpflichtige Straßen, sind auf kleinen Straßen unterwegs, quer durch große, waldreiche Landschaftsabschnitte. Durch Zufall fahren wir in Budweis an der gleichnamigen Brauerei vorbei und finden einen Parkplatz am Rande des Zentrums. Wir queren die Moldau und erreichen den überschaubaren Stadtkern, mit seinem Premsyl-Otakar-II-Platz und dem Rathaus. Der Platz ist gesäumt von kleinen Geschäften und Hotels, deren Eingänge mit einer Galerie aus überdachten Torbögen versehen sind. Zum Abschluss legen wir noch eine Pause in einem kleinen Cafe im Stadtpark ein. Die Planungen für das Abendessen nehmen hier Fahrt auf. Es soll Reibekuchen geben und die erforderlichen Zutaten werden im naheliegenden Supermarkt erstanden. Weiter geht es zum nächsten Stopp des Tages, nach CezkyKrumlov.

Hier finden wir etwas außerhalb einen einfachen Stellplatz auf dem Campingplatz Fox, ca. 4 km vom besagten Örtchen entfernt. An diesem Abend werden gefühlt hundert Reibeplätzchen auf dem Aussenkocher gebraten und im Rudi mit Senf, Apfelmus sowie Lachs vertilgt. Ein kleiner Rest bleibt und kann kalt vertilgt werden.

 

094. Prag Mai 2025

05.05.2025

Ausgeruht, frühstücken mit Ei & Co., Status fahrbereit, ver- und entsorgt und los gehts – ca. 134 km Richtung Prag. Ein Stellplatz ist schon gefunden, oberhalb der Innenstadt, im Stadtteil Troja. Die Fahrt dorthin führt durch große Waldgebiete und kleinere Ortschaften. In Prag selbst spielt unser Navi etwas verrückt, wir drehen einige Runden bis wir schließlich auf dem kleinen, grünen Stellplatz Dana Troja landen und vom Besitzer herzlich empfangen werden. Nach dem Check-in schmieden wir Pläne für morgen, geniessen Kaffee samt Gebäck, wärmen uns in den Vans und bereiten das Abendessen vor.

06.05.2025

Heute lassen wir uns den ganzen Tag Zeit für die Erkundung der tschechischen Hauptstadt. Prag selbst ist das Zuhause von rund 1,34 Millionen Einwohnern, liegt an der Moldau und wird auch die „Stadt der hundert Türme“ genannt. Sie ist bekannt für ihre bunten Barockgebäude, gotischen Kirchen und der mittelalterlichen astronomischen Uhr (der wir leider keinen Besuch abgestattet haben). Die 1402 fertiggestellte Karlsbrücke, mit Statuen katholischer Heiliger, ist ein weiterer Anziehungspunkt. Da wir oberhalb von Prag im Stadtteil Troja unseren Stellplatz haben, ist unser erstes Ziel die Prager Burg. Die Tour führt uns über die Moldau vorbei am Stadteil Bubnyzum Letna-Park, einem großen Stadtpark in der Nähe des Zentrums. Ein wirklich abwechslungsreicher Naherholungspunkt mitten in der Großstadt. Auf der Marianske Hradby gelangen wir am Royal Garden vorbei zur Prager Burg.

Durch die Besuchermassen schieben wir unsere Räder über die Pulverbrücke, an der gerade eine Wachablösung vorbereitet wird, hinein in den ersten Innenhof der Burg. Es gibt hier soviel zu entdecken! Da ich die Einzige bin, die Lust auf die Aussichtsplattform der St. Veits-Kathedrale und den Königspalast hat, wird mit Geduld das entsprechende Ticket an der T-Information besorgt, während die Jungs durch die Innenhöfe der Prager Burg schlendern.

Die Kathedrale selbst wird gerade in Teilen renoviert, dementsprechend voll sind die Wege innerhalb. Der südliche Turm der Kathedrale ist mit 287 Stufen zur Begehung freigegeben. Es geht vorbei an Etagen mit div. Glocken und einem Raum, der vermutlich für die Glockenspieler vorgesehen ist, bis ganz hinauf auf die Aussichtsplattform. Oben angekommen, wird man mit einem grandiosen Blick rund um die Hauptstadt belohnt. Nächstes Ziel: der Königspalast, mit seinem gewaltigen Empfangssaal, dem Vladislavsaal im Souterrain und seiner beeindruckenden gotischen Gewölbedecke. Der berühmteste Raum aber ist wohl der Stadthaltersaal, dem Schauplatz des Zweiten Prager Fenstersturzes am 23.05.1618. Dieses Ereignis war der Auftakt des Böhmischen Ständeaufstandes und gilt als Auslöser des Dreißigjährigen Krieges. Im Anschluss geht es noch kurz in die St. George`s Basilika und über das Goldene Gässchen zurück in den ersten Innenhof und zum verabredeten Treffpunkt, dem Prague Castle Restaurant. Nach einem Snack geht es weiter zum Aussichtspunkt der Prager Burg hinter dem Matthias Gate. Hier werden wir mit einem beeindruckenden Ausblick auf die Stadt belohnt. Es geht wieder hinab an das Ufer der Moldau zur Karlsbrücke. Auf der Brücke Duplikate div. Heiliger, Stände mit Touristenschnickschnack sowie mehrerer Potraitzeichner und unter uns der Schiffsverkehr auf der Moldau, zwischendrin eine gewaltige Nutria auf einem Holzgestell bei der Körperpflege. Auf der anderen Seite empfängt uns die Altstadt mit ihren engen Gassen und nicht enden wollenden Souvenirgeschäften, Eisdielen und Kneipen. Es zieht uns zurück an den Fluss und in ein kleines Lokal direkt am Wasser. Bei Bier mit div. Snacks genießen wir die Sonne und beobachten das Geschehen am und im Wasser. Anschließend geht es weiter an der Uferpromenade entlang, vorbei an einer Wildwasseranlage, kleinen Parks und Ausruhzonen, bis wir die Moldau wieder kreuzen und uns auf den Rückweg zum Stellplatz machen. Hier bereiten wir schon alles für die morgige Weiterfahrt vor. Es geht über Budweis nach Cezky Krumlov, deren historische Altstadt als Kulturdenkmal auf der Liste des Unesco-Welterbes geführt wird.