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Author : Rudi-on-Tour

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167. Las Playas Januar 2026

01.01.2026

Sturmtief Francis zeigt sich gegen 09:00h und bringt starken Regen mit. Der Wind hält sich in Grenzen. Heute geht es nach dem Frühstück noch einmal in den Westen der Insel nach La Maceta. Bevor es morgen weitergeht, müssen wir unbedingt den Grau- und Schwarzwassertank entsorgen sowie den Wassertank füllen. Danach fahren wir schon zum Fährhafen und verbringen dort die letzte Nacht auf El Hierro.
Die Fahrerei ist ziemlich anstrengend, da der Regen nicht nachlässt, sich Wind dazu gesellt und der Nebel ebenso an Bord ist. Kaum sind wir jedoch in La Maceta angelangt, ändert sich das Wetter schlagartig, der Regen legt eine Pause ein und die Sicht klart auf. Auch Richtung Fährhafen beruhigt sich das Wetter, jedoch gefällt uns der Parkplatz hier nicht. Deshalb fahren wir auf der Straße zu den Las Playas und stehen erneut am
Playa de las Almorranas beim Roque de la Bonanza, bevor es morgen zunächst nach Tenerife weitergeht.

166. La Restinga Dezember 2025

30.12.2025

Auf den gestrigen Ausflugstag folgte ein sehr entspannter Badetag in La Restinga. Am Vormittag haben wir uns nur einmal kurz umgestellt, um etwas gerader zu stehen und beide Solarpaneele an den Start gebracht. Anschließend ging es an die Arbeit und an den Strand im Hafen. Hier gibt es außer schwarzem Sand etliche Liege- und Sitzmöglichkeiten auch eine Dusche. Das Wasser hat am Anfang nicht wirklich eine angenehme Temperatur, aber zur Erfrischung ganz o.k. .
Da soviel Baden hungrig und durstig macht ziehen wir in die Bar von gestern. Hier ist schon eine Menge los und bei Calamares mit Bierbegleitung geniessen wir den Nachmittag.
Anschliessend geht es noch kurz in den Hiperdino und dann statten wir dem Waschsalon einen Besuch ab. Im Prinzip schon eine Vorbereitung für die nächste Insel.

31.12.2025

Wie Weihnachten verläuft der Silvestertag hier völlig unaufgeregt. Die beiden, kleinen Supermärkte haben bis 20:00 h geöffnet, im Hafen laufen einige Fischerboote aus, der Strand ist besucht und in den wenigen geöffneten Bars wird die Sonne bei Kaffee, Eis und/oder Kaltgetränk genossen.
Wir frühstücken lange, vertilgen Reste, trinken viel Kaffee. Dabei telefonieren wir mit Nina zu ihrem Geburtstag, später auch mit den Bremern (Cora und Niklas haben am Silvesterlauf teilgenommen) sowie Hermännchen. Anschließend erledigen wir den Einkauf. Da wir noch Klöße, Rotkohl und Soße im Gepäck haben ( war eigentlich für Weihnachten gedacht) , fehlt nur noch ein Braten. Aber wir haben Glück, ein schönes Stück Rindfleisch landet eingeschweißt im Warenkorb. Das Stück entpuppt sich beim Kochen als Rouladenfleisch, auch lecker, die entsprechenden Zutaten vorhanden. Während des Garens beobachten wir div. Wetterberichte, denn Tief Francis rollt über den Atlantik und soll insbesondere Tenerife und La Palma am ersten Januar treffen. Auf El Hierro soll der Wind stärker werden, begleitet von Regen und Gewitter.
Am Nachmittag räumen wir die Solarpaneele ein und machen bereits fast alles abreisefertig. Das Essen ist soweit vorbereitet und wir starten einen Rundgang.
Den Abend verbringen wir mit dem leckeren Essen und WDR Fernsehen, bevor es kurz vor Mitternacht an die Promenade geht. Hier ist so gut wie nichts los. Es wird wenn überhaupt drinnen gefeiert oder im Hotel am Hafen und im Casa Juan auf der schmalen Straße in der Ortsmitte. Weit nach Mitternacht wird auf dem Ausleger zum Yachthafen ein kleines Feuerwerk gestartet und so rutschen wir ganz gemütlich ins Jahr 2026🥂.

165. Ausflug in den Westen Dezember 2025

28.12.2025

Heute fahren wir an das Ende der Welt, statten der Schutzpatronin der Insel einen Besuch ab und wollen hoch hinaus.
Zunächst geht die Fahrt erneut Richtung Westen und Pozo de la Salud sowie den Arenas Blancas. Anschließend cruisen wir weiter durch aufregende Vulkanlandschaften auf einer kleinen Straße zum Faro de Orchilla. Kurz hinter der Abzweigung zum Playa de Verodal windet sich die schmale Straße 5 km in engen Kurven und ohne Leitplanken ganz hoch zum Weideland der Dehasa. Hier nehmen wir die Abzweigung hinunter zum Leuchtturm, auf der uns gleich zu Beginn die Müllabfuhr entgegenkommt. Da heisst es erst einmal die schmale Straße rückwärts hoch fahren und einen breiteren Punkt zum vorbeifahren finden. Anschliessend weiter und hinunter zum Faro, der in einer schwarzen Einöde aus Lavagestein und Vulkankratern liegt. Dieser Punkt galt in der Antike als das Ende der Welt. Später verlief hier für mehr als 200 Jahre der Nullmeridian. Eine entsprechende steinerne Markierung findet man am besten zu Fuß, wenn man einem Abzweig weiter oben auf dieser Stichstraße folgt. Heute markiert der Leuchtturm den südwestlichsten Punkt Europas und ist ein Leuchtfeuer 2. Grades. Der Begriff verweist auf die Bedeutung der Kennung für ein unterbrochenes Feuer in 2er-Gruppen und die technische Stärke für die Navigation.
Es geht weiter, zunächst zu einer geschützten Badestelle ca. 1,5 km vom Leuchtturm entfernt. Dieser Platz ist mit Picknicktischen und Toiletten ausgestattet, ein langer steiniger Ausleger ragt ins Meer und an der Seite gibt es eine Leiter die zum Baden ins Wasser führt. Früher landeten hier auch Schiffe an, um Material zu löschen und Auswanderer mit an Bord zu nehmen. Der Badeplatz ist gut besucht, überwiegend mit Dauercampern.
Unser nächstes Ziel ist die Ermita de la Virgen, die wir nach 3 km der Hauptstraße folgend erreichen. Die Madonnenfigur der Virgen de los Reyes ist seit 1546 die Schutzpatronin der Insel und die kleine Kirche der Ausgangspunkt der großen Bajada, die alle fünf Jahre stattfindet. Etwas außerhalb entdecken wir mehrere Felsenbehausungen und kleine Flächen mit Schutzgattern. Diese wurden und werden von Hirten genutzt. Es gibt Wasser und eine Feuerstelle. Die Höhlen sind mit Kiefernnadeln ausgelegt und auf den Steinmauern im Innern befinden sich Pappkartons zur Isolierung. In früheren Zeiten wurde in einer kleineren Höhle die Schutzpatronin hier aufbewahrt.
Wir verlassen die Ermita auf der Hauptstraße in Richtung Osten und folgen dieser ca. 6 km, bevor wir links abbiegen und einer kurvigen Piste hoch Richtung Malpaso, dem höchsten Berg der Insel folgen. Die Piste liegt 1200 m über dem Meeresspiegel und führt durch Kiefernwälder und lässt sich vorsichtig gut befahren. Leider liegt fast alles im Nebel, so dass wir die Küste und die Lavafelder nicht erkennen können. Nach 8 km erreichen wir dann den Gipfel auf 1502 Metern, leider total in Nebel gehüllt. Egal ein Kaffee geht immer, bevor wir uns auf den Rückweg machen.
Es geht vorbei am Cruz de los Reyes, einem grossen Platz mit Steinaltar und Holzkreuz, dem Nebelwald und dem CP Hoya de Morcillo. Wir wollen weiter zum Mirador de las Playas, von dem man einen schönen Ausblick auf die Küste der Ostseite hat. Leider hat sich hier eine breite Nebelwald davor geschoben, die dies verhindert. Ansonsten wäre dies hier ein toller Übernachtungsplatz. Dann eben weiter nach La Restinga, hier wollten wir über Silvester eh hin.
Da auf der Promenadenstraße kein Platz mehr frei ist, stehen wir hinter der großen Arpartmentanlage auf geschotterter Fläche und gehen anschließend in der Bar Mar de las Calmas Essen.

164. Mit dem Rad nach Sabinosa Dezember 2025

27.12.2025

Erstmals seit dem Ausflug auf die Insel Lobos auf Fuerteventura kommen heute die Fahrräder wieder zum Einsatz. Zunächst fahren wir hoch nach La Frontera, der größten Stadt hier im Tal El Golfo. Vorbei an einer Fabrica de Quesadillas, dem Busbahnhof und einem kleinen Zentrum mit Cafes, Geschäften, Restaurants und einer Post. Hier herrscht für hierronische Verhältnisse schon viel Verkehr, die Straßen mit Menschen ebenso gut gefüllt. Die Szenerie lassen wir an uns vorbeiziehen und fahren weiter durch den Ort. Rechts das Tal und der Atlantik, links die steilen Berghänge, ganz oben der Mirador la Llania, an dem wir gestern waren. Weiter geht es nach Sabinosa, einem kleinen Dorf im Westen der Insel. Es zählt nur ca. 300 Einwohner und liegt auf gut 300 Metern Höhe. Von der Küste aus gesehen schmiegen sich die weißen Häuser an den grünen Steilhang und erscheinen schwer erreichbar.
Die abgelegene Ortschaft gehört zur Gemeinde La Frontera und ist mit ihren hübschen alten Häusern und schön angelegten Gärten wohl die malerischste auf der ganzen Insel.
Seinen Namen verdankt Sabinosa dem mit dem Wacholder verwandten Sadebaum, der hier Sabina heißt und an den Steilhängen der Gegend wächst. Diese Baumart ist uns bereits auf der Hinfahrt an den Steilhängen aufgefallen.
Sabinosa ist umgeben von terrassenförmig angelegten Wein- und Obstgärten. Auf den fruchtbaren Lavahängen soll der beste Wein der Insel wachsen, der Vino de Pata. Bereits am Freitag haben wir in der Coooerativa Wein erstanden, mal schauen, welchen wir da erwischt haben.
Das Dorf selbst versprüht einen ganz eigenen Charme mit seinen teils kunstvoll gestalteten Häuserwänden. Überall sehen wir Aufnahmen von der traditionellen Bajada, bei der die Schutzpatronin der Insel von ihrer Kapelle in der Nähe von El Sabinar nach Valverde getragen wird. Ein kleines Cafe fast am Ortsende ist gut besucht, gegenüber im Schutz alter Bäume eine Krippe aufwendig gestaltet.
Weiter geht es in langgestreckten Serpentinen zurück an die Küste. Hier passieren wir Pozo la Salud, die Stelle mit dem Heilbad, fahren weiter zu den Arenas Blancas, den weißen Stränden. Es ist Ebbe und wir können ein ganzes Stück in den trockengelaufenen Strand hineinlaufen, der jetzt den Blick auf steinige Minipools freigibt. Da uns der Hunger packt und wir mal wieder ohne Snack losgefahren sind, kehren wir auf dem Rückweg in Pozo de la Salud in dem kleinen und einzigen Restaurant ein. Hier gibt es fangfrischen Fisch mit Runzelkartoffeln und Tomatensalat. Sehr lecker und mit viel Zeit zum Geniessen, bevor es auf die Rückfahrt geht.
Eine schöne Tour mit 32 km Strecke und 300 m Höhenunterschied. Im Rudi gibt es dann Kaffee mit frischen Quesadillas und Pause.

28.12.2025

Bedeckter Himmel, Nieselregen, hartnäckige Wolken sind die besten Voraussetzungen für einen Gammel-Rudi-Sonntag. Da wir das morgendliche Trödeln perfektioniert haben, ist der angedachte Marktbesuch obsolet und wir lassen diesen Sonntag einfach so, wie er ist.

163. Auf dem Sendero la Llania durch den Nebelwald Dezember 2025

26.12.2025

Das Wetter ist gut, wir sind früh wach, ein Kaffee schnell gekocht und Rudi abfahrbereit gemacht. 2. Versuch durch den Nebelwald auf dem Sendero la Llania zu wandern. Wir haben Glück und erwischen am Startpunkt einen Parkplatz. Nach dem Frühstück geht es los. Wir ziehen uns warm an, Wasser und ein Snack sowie Regenjacken befinden sich in den Rucksäcken. Es gibt drei unterschiedliche Route, wir entscheiden uns für die rote und somit den mittleren Rundweg.
Dieser führt auf dem Camino de la Llania durch einen zauberhaften Lorbeerwald. Der Startpunkt der Wanderung liegt gegenüber vom Parkplatz am Cruce de La Llania.
Der gut beschilderte Weg schlängelt sich zunächst durch ein mit Baumheide-Buschwald bewachsenes Gebiet. Entlang des Weges findet man wunderschöne alte Bäume, die teilweise von bizarren Moosen und Flechten bedeckt sind. Den Waldboden bedecken dichte Teppiche von Farnen.
Nach etwa 900 Metern biegen wir nach rechts ab. Unter dem Blätterdach des Feuchtwaldes verläuft der Pfad bergab entlang einer kleinen Schlucht, die von zahlreichen Farnen um­geben ist. Entlang des Weges sehen wir riesige Löwenzahngewächse und vereinzelt majestätische Kanarische Kiefern. Am Boden lassen sich die unterschiedlichsten Pilzarten blicken. Mittendrin queren wir eine kleine Brücke La Brezal und sind anschliessend sofort wieder von den moosbedeckten Lorbeerbäumen umgeben.
Wir passieren die Quelle Fuente del Lomo und folgen weiter der roten Markierung. Dieser verläuft zum Aussichtspunkt Mirador de la Hoya de Fireba, den wir nach 4,5 Kilometern Gesamtstrecke erreichen. Die Landstraße HI-1 wird durch einen kleinen Tunnel unterquert.
Über ein Gebiet mit Ablagerungen aus brauner Vulkanasche, auf den Kanaren Picón genannt, geht es hinauf zum Aussichtspunkt. Von der Aussichtskanzel überblickt man den Explosionskrater „Caldera de la Hoya de Fireba“. Der Fireba-Krater gilt als einer der am besten erhaltenen der Insel. Er hat einen Durchmesser von 259 Metern und eine Tiefe von 110 Metern. An der Südseite der Caldera hat sich eine kleine Heidelandschaft entwickelt, auf der Nordseite gibt es kaum Vegetation. Dieses Phänomen ist dem Einfluss der Passatwinde geschuldet. Links blickt man auf den Gipfel des 1.330 Meter hohen Fireba. Bei guten Sichtverhältnissen blickt man von hier bis zu den Inseln La Gomera und Tenerife. Wir haben Glück und erkennen den Teide auf Tenerife.
Wir passieren ein Wäldchen unterhalb des Kraters, der mit Holzbänken und Tischen ausgestattete Rastplatz El Bailadero de Las Brujas (Hexentanzplatz). Der Wanderweg führt nun durch ein Gebiet, das zwischen Pinien- und Lorbeerwald wechselt.
Hier führt der Weg wieder bergauf durch ein Gebiet mit viel Baumheide zum Mirador de la Llania. Der Aussichtspunkt La Llania liegt direkt an der Abbruchkante zum El Golfo-Tal und bietet einen schwindelerregenden Blick auf die Tiefebene. In der vergangenen Woche hatten wir die umgekehrte Sicht unten von La Maceta aus auf diese imposanten Steilhänge. Die Silhouette der Insel La Palma ist bei guter Sicht am Horizont zu erkennen. Links kann man in einem weniger steil abfallenden Gebiet den Vulkan Tanganasoga erblicken.
Auf dem letzten Wegabschnitt geht es sanft bergab durch den faszinierenden Lorbeerwald (Laurisilva) zum Ausgangspunkt am Cruce de La Llania. An einer grossen Baumheide wird die Wassergewinnung durch horizontalen Niederschlag verdeutlicht.
Vom Parkplatz aus verlassen wir den Nebelwald in Richtung La Frontera auf der HI-1. Unser Ziel ist erneut der Parkplatz in La Maceta. Bis wir diesen erreichen müssen wir tatsächlich noch 20 km zurücklegen.

162. La Restinga Dezember 2025

24.12.2025

Weihnachten verbringen wir dieses Jahr erneut am Atlantik und zwar am westlichsten Zipfel von Europa, La Restinga auf El Hierro.
Nach einem ausgedehntem Frühstück ging es von La Caleta erneut nach La Restinga. Auf der Fahrt dorthin ging es durch Regen und Nebel auf die Südseite der Insel. Hier wechselte dann das Wetter auf Sonnenschein und den Nachmittag verbrachten wir sogar mit einer Badeunterbrechung am Strand.

25.12.2025

Am frühen Nachmittag brechen wir zu einem Spaziergang durch die Lavafelder an der Küste entlang auf. Es geht am Punta de los Saltos vorbei, über Lavastränge, die immer wieder neue Formationen und Muster aufweisen. Unterbrochen werden sie durch Flächen mit kleinen Lavasteinen, die an die Zeit mit div. Lavagrills erinnern sowie Gebiete mit sandigem Untergrund. Weiter geht es zum Punta de los Frailes, wo wir Steinsäulen passieren, die an der Meer zugewandten Seite weiß getüncht sind. Eine Steinsäule ist am Küstenrand positioniert, eine weitere ca. 50 m dahinter. Wahrscheinlich handelt es sich um Landmarken zur Orientierung für die Schifffahrt. Oberhalb dieser Landmarken machen wir eine Höhlenöffnung aus. Beim Näherkommen fallen uns die unzähligen Muschelteilchen auf, die den Boden bedecken. Die Öffnung im Lavagestein ist abgesperrt und dahinter entdecken wir ganze Muschelschichten, die den größten Teil dieser höhlenartigen Öffnung ausmachen. Ein Schild an der Absperrung macht auf archäologische Arbeiten aufmerksam. Wir krabbeln langsam einen Hang hinauf und können in ca. 91 m die Aussicht auf die Bahia de Naos bestaunen. Anschliessend geht es noch bis ca. 119 m weiter nach oben bis zum nächsten Aussichtspunkt. Der Pfad ist hier sehr schmal und steinig, führt unmittelbar am Abhang vorbei. Zwischendurch setzt immer mal wieder der bekannte Fieselregen ein und befördert die Regenjacken nach draussen. Zurück geht es oberhalb der Küstenlinie bis zum Ortseingang von La Restinga entlang. Der Ort ist heute am zweiten Weihnachtsfeiertag sehr ruhig. Nur eine Bar hat geöffnet, alles weitere geschlossen. Wieder zurück tanken wir auf der Promenadenmauer noch etwas Sonne.
Auf dem Speiseplan für heute stand eigentlich, auf Wunsch einer einzelnen Person, die berüchtigte Pfannekuchensuppe. Bei der Vorbereitung stellte sich aber heraus, dass das neue Mehl Besuch in Form von Mehlwürmer hat. Satz mit x, war wohl nix. Dieses Vorhaben muss verschoben werden.

161. Playa de la Caleta Dezember 2025

23.12.2025

Ja, wo sind wir denn jetzt gelandet?
Heute Morgen herrschte eitel Sonnenschein, kein Vergleich zum gestrigen Tag. Diesen Umstand wollen wir nutzen, um zunächst dem nahegelegenen Nebelwald einen Wanderbesuch abzustatten. Es geht die HI-400 immer höher hinauf, bis diese die HI-1 kreuzt. Ein kurzes Stück folgen wir dieser Straße bis wir den Parkplatz Sendero la Llania erreichen. Von hier aus soll einen Rundweg durch den Nebelwald führen. Leider ist der kleine Parkplatz komplett voll und es bietet sich auch sonst keine Parkmöglichkeit. Tja, wir sind zu spät. Bei diesem Wetter sind vor uns bereits andere auf die Idee gekommen hier entlang zu wandern. Ansonsten herrscht hier oben Nebel und Fieselregen. Um uns herum sieht es mit den knorrigen und mit Flechten umwucherten Lorbeerbäumen schon sehr mystisch aus. Bei nächster Gelegenheit müssen wir einfach früher in die Hufe kommen.
Für uns geht es weiter nach La Caleta. Dieses Örtchen liegt unterhalb von Valverde, in der Nähe des Flughafens, direkt am Meer.
Als wir den Flughafen passieren, sind wir wieder erstaunt wie winzig dieser ist, von der Landebahn will ich gar nicht reden. Diese wird praktisch vorne und hinten durch den Atlantik begrenzt und ist nur für kleinere Passagierflugzeuge geeignet. Lummerland eben!
La Caleta ist eine kleine Ansiedlung mit Wohn- und Apartmentwohnungen und natürlichen Meerwasserpools sowie zwei höher gelegenen Pools mit Meerwasser. Es gibt eine Dusche und viele Möglichkeiten sich ein schönes Plätzchen für einen Tag am Meer zu suchen. Als wir hinab zum Meer fahren entdecken wir quasi den kleinen Laden von „Frau Waas“ und davor steht ein weihnachtlich geschmücktes Cabriolet mit keinem anderen darauf als dem Weihnachtsmann. Dieser fährt, eine Glocke läutend, durch die Straßen.
Wir folgen dem zeitigen Weihnachtsmann bis zu den Meerwasserpools und finden gleich oberhalb einen perfekten Parkplatz. Den Nachmittag verbringen wir hier am Meer. Gegen Abend drehen wir noch eine kurze Runde um den Ort bevor wir im Rudi aus einer Riesenkartoffel Reibekuchen bei Weihnachtsmusik zubereiten.

160. Hoya del Mocilla Dezember 2025

21.12.2025

Heute geht die Tour in den Wald bei El Pinar und auf den dortigen einzigen Campingplatz dieser Insel: Hoya del Morcillo. Zuvor muss noch ein kleiner Abstecher zum Charco Tacarón sein, liegt quasi auf dem Weg. Und wieder finden sich div. Meerwasserpools in einzigartiger Umgebung, mit Picknick- und Grillplätzen, Sonnenterassen und Wasseranschluss. Den Spot merken wir uns einmal für den 23.12.2025. Bei schönem und ruhigem Wetter ist hier Baden eine Option.
Weiter geht es über El Pinar in das wäldliche Erholungsgebiet. Die Sicht ist heute so gut, dass wir auf der weiteren Fahrt sogar den Teide mit seinem schneebedecktem Gipfel ausmachen können. Unsere Reservierung zeigen wir der Rangerin vor Ort und werden anschliessend in den Platz eingewiesen. Für 4,72 € pro Person und Nacht ist Ver- und Entsorgung, Strom sowie Duschen/WC inclusive. Die Duschen werden quasi umgehend getestet. So gute wir hier gab es auf der ganzen Reise nicht.
Wir stehen mitten in einem riesigen Waldgebiet mit Fichten auf 1000 m Höhe. Der Platz ist weitläufig und ausser uns sind noch drei weitere Camper bzw. Radfahrer mit Zelt hier sowie ein Rabenpaar, das anscheinend die Ranger unterstützt.
Am Nachmittag zaubert Dirk auf dem Aussenkocher Jägerschnitzel mit Nudeln. Nach dem Genuss verziehen wir uns ins Auto. Die Sonne hat sich verabschiedet und es beginnt zu fieseln.
Für morgen nehmen wir uns eine Wanderung vor.

22.12.2025

Wo ist denn heute die Sonne geblieben? Es fieselt ununterbrochen, mal mehr, mal weniger. Gegen 12:00 Uhr ist es kurzeitig weniger und wir wandern los. Dieses Mal aber mit Wasser und Snack im Rucksack. Dieser Kiefernwald um uns herum genial und absolut leise. Es sind zum Teil mächtige Kiefernexemplare dabei und man sieht immer wieder Zeichen von vergangenen Bränden, die diese Region getroffen hat. Wobei die Bäume dies durch ihre Struktur, welche an vielfach übereinander gelegte Schildplatten erinnert, sichtbar gut überstanden haben. Und unmittelbar bei den betroffenen Brandherden haben sich neue Kiefern, durch die aufgeplatzten Kiefernzapfen, wieder selbst ausgesät.
Fast wären wir auch an der Cueva de el Mocán vorbeigelaufen. Völlig unscheinbar versteckt sie sich beim weiteren Anstieg. Der Eingang ist versperrt, so dass wir nur einen kleinen Blick in das Gesteinsloch werfen können. Der Fieselregen nimmt Fahrt auf und begleitet uns weiter. Ungefähr nach drei Kilometern biegen wir nach links ab, es geht abwärts weiter. Diesen Weg sind wir bereits vor zehn Jahren in die andere Richtung gewandert, bis 1200 m hinauf zu einem Fernsehturm mit spektakulärer Aussicht.
Vor uns taucht eine Wandergruppe auf, die den Anstieg zu bewältigen hat. Der Weg ist eigentlich eine unwegsame Schneise durch den Wald, die am unteren Ende felsig wird und wo klettern angesagt ist. Hier passieren wir mehrere Tierknochen😬. Der Weg mündet an der kleinen HI-400 die wir bis zum CP im Dauer-Nieselregen abtapern. Klar das dieser zum Schluß an Intensität zunimmt. So kommen wir triefend am Rudi an und nach allgemeiner Trockenlegung bereiten wir uns spontan einen kreativen Irish Coffee zu😉.

159. La Restinga Dezember 2025

20.12.2025

Etwas verschlafen öffnen wir die Rollos und trauen unseren Augen nicht. Im Charco geht die Post ab, die Gischt schafft es mit voller Kraft bis an den Rudi. Das gestern war nur Geplänkel, hier zeigt sich wir gewaltig und unberechenbar der Atlantik sein kann. Was für ein Schauspiel und das zum Frühstück.
Danach geht es auf nach Valverde zum Samstagsmarkt. Die schmale Strasse hinauf schaffen wir ohne Gegenverkehr. In der Inselhauptstadt ergattern wir einen schönen Parkplatz oberhalb der Stadt und machen uns auf zum Mercadillo am anderen Ende der Stadt. Kalt ist es hier oben und windig. Der angepriesene Markt entpuppt sich als Vier-Stände-Markt unterhalb des Krankenhauses. Da hatten wir etwas anderes erwartet. Dann auf zur Stadterschlenderung. Vorbei an kleinen Geschäften, Bars, dem Cabildo und der Kirche. Im Anschluß steil hinauf in die Oberstadt und zum Van. Da es uns eindeutig zu windig ist, geht es erneut nach La Restinga. Hier ist es sonnig, sehr wenig Wind und das Meer macht Pause.
Ein ruhiger Nachmittag und Abend folgt an der Hafenpromenade.

158. Punta Norte – Charco Manso Dezember 2025

19.12.2025

Nach dem Frühstück ging es für uns heute zunächst in die kleine Inselhauptstadt Valverde. Vor den Toren der Stadt passieren wir auf der rechten Seite auffallend großen weißen Skulpturen mit gekrönten Köpfen. Geschaffen von dem auf El Hierro geborenen Künstler Ruben Armiche, trägt dieses Kunstwerk den Titel „Homage an die Bajada“ und ist 2009 entstanden. Bei einer Bajada wird die Schutzpatronin der Insel, die Virgen de los Reyes (Jungfrau der Heiligen Drei Könige), von ihrer Kapelle, der Ermita de Nuestra Señora de los Reyes im Naturpark La Dehesa, in einer langen Prozession in das 28 km entfernte Valverde gebracht. Dies ist alle fünf Jahre der Fall, zuletzt im Juli 2025.
Das Kunstwerk selbst besteht aus Schrottautos und Elektroschrott, der mit Maschendraht umwickelt, mit Gips in Form gebracht und im Anschluß mit Farbe gestaltet wurde und auf die Probleme der Müllentsorgung auf der Insel aufmerksam machen soll. Den Bogen zu diesem kulturellen Ereignis bekomme ich zwar noch nicht hin, aber das wird schon. Hatte die Skulptur zwei oder drei gekrönte Köpfe? Tja, wir kommen spätestens zur Weiterfahrt hier noch einmal vorbei.
In Valverde tasten wir uns langsam durch die engen Straßen zur Gemeindeverwaltung. An Parken ist hier nicht zu denken. Ein Stückchen weiter lässt Dirk mich raus und ich versuche mein Glück. Die Registrierung verläuft hier ebenso unkompliziert wie auf Gran Canaria. Hier muss ich nur im Vorfeld den Zeitraum angeben und bezahlen. Anschliessend erhalte ich ein Dokument mit der Reservierung, die wir dem Parkranger vorzeigen sollen. Das war‘s.
Unser nächstes Ziel ist der Punta Norte mit dem Charco Manso. Beim Verlassen des Ortes halten wir Ausschau nach einem Stellplatz für morgen. Samstags ist immer Markt in Valverde und das Städtchen selbst wollen wir uns auch anschauen.
Gleich hinter dem Ortsausgang zweigt in Richtung Hafen links eine kleine Straße nach Echedo ab. Diese endet bei Las Salinas am Meer, wird in den letzten drei Kilometern einspurig und beinhaltet im unteren Abschnitt schmale Kehren, die es in sich haben. Und erneut stehen wir inmitten der wilden und zerklüfteten Küste an einem Meeresschwimmbecken. Vor uns können wir sogar La Gomera und La Palma ausmachen. Die Vulkanlandschaft aus Grotten, Felsentoren und Höhlen lässt bei Flut und entsprechendem Wellengang das Wasser nur so empor sausen und vor der starken Brandung wird gewarnt.
Ein ausgestatteter Grillbereich sowie ein Kiosko sind mit von der Partie. Dieser hat sogar geöffnet und Dirk kann hier der Besitzerin beim Aufklappen der schweren Fensterklappen helfen.
Etwas später finden wir uns hier erneut für einen Mittagssnack ein und probieren das erste Mal frittierte Moräne. Sieht aus wie Kibbeling, ist fester im Fleisch und hat einen leicht fischigen Geschmack. Nach einer anschliessenden Mittagspause, wollen wir eigentlich die Drohne starten, aber durch die Nähe zum Flughafen ist hier der Gebrauch von Drohnen nicht gestattet. Dann geniessen wir eben das Brandungsspektakel vor uns.

157. Roque de la Bonanza Dezember 2025

17.12.2025

Es geht weiter. Wir wollen die Küste Richtung Faro de Orchilla weiter erkunden.
Bevor es losgeht wird noch ent- und versorgt. Dabei bemerken wir vorne am Kuhfänger kleine, verdächtige Fußspuren. Als wir die Motorhaube öffnen tauchen auf dem verstaubten Motor noch weitere Tapsen auf. Auch das Dämmmaterial scheint angegriffen. Angeknabberte Kabel können wir nicht entdecken. Um welchen Besucher es sich hier wohl gehandelt hat? Laut google gibt es keine Marder auf El Hierro. Vlt. Eidechsen? Der Marderwarner ist intakt. Es bleibt abzuwarten, ob weiterhin unerwarteter Besuch eintrifft😬.
Nach einem grösseren Einkauf in der Cooperative ist unser Stopp der Charco Azul. Auch dies ein imposanter Naturpool mit einem Badebereich in einem Lavatunnel. Aber auch hier wetterbedingt kein Baden möglich. Egal, das Panorama und die Atmosphäre zwischen diesen Lavafelsen, die rauschenden Wellen, unbeschreiblich. Genauso wie der anschliessende Aufstieg. Oben gibt es Kaffee und Quesadillas. Eine Spezialtät auf El Hierro, bestehend aus kleinen Kuchen mit einer Art Frischkäse, Anis, Zimt und Zitrone. Weiter geht es zum Pozo de la Salud, einer Heilquelle, der schon seit dem 19. Jahrhundert gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt werden.
Da der Wind zunimmt, die Sonne Mangelware ist fahren wir kurz entschlossen auf die andere Seite der Insel, Richtung Hafen. Von diesem führt eine Stichstrasse an der Küste entlang. Kurz vor dem Ende passieren wir einen einspurigen Tunnel und landen am Playa de las Almorranas beim Roque de la Bonanza.

18.12.2025

Eine sehr windige und böige Nacht liegt hinter uns. Spät am Abend haben zwei weitere Camper den Parkplatz verlassen.
Heute Morgen Sonnenschein und ruhiges Gewässer. Die Bedingungen werden sofort für unser altes Solarpaneel genutzt, welches auf der Windschutzscheibe platziert bis zum Nachmittag die Aufbaubatterien sowie die ecoflow mit Energie versorgen konnte.
Nebenbei wurde ein Zwiebelbrot angesetzt und ein Gulasch vorbereitet. Den gibt es heute Abend mit Bohnen, Nudeln bzw. Kartoffeln.
Zwei weitere Fähren wurden ebenfalls gebucht. Am 03.01.2026 geht es von Los Cristianos (Tenerife) nach (San Sebastian (La Gomera) und am 11.01.2026 von San Sebastian nach Santa Cruz (La Palma). Wie lange wir auf La Palma bleiben, machen wir von den Gegebenheiten vor Ort abhängig.
Den Tag verbringen wir direkt an dem Charco unter uns. Dieser ist mit Toiletten, Grillplätzen, Picknicktischen, Wasseranschluß und einem Spielplatz ausgestattet. Ins Meer führt ein Steinweg mit Leiter. Der Strand ist mit schwarzem Lavasand und grossen Kieseln versehen. Bei nachlassendem Wind und einsetzender Ebbe wagen wir eine kleine Abkühlung. Anschliessend holt Dirk den kurzen Wasserschlauch, um ihn an der Wasserstelle anzuschließen. Jetzt ist sogar abduschen möglich😁.
Bis zum Nachmittag sind wir die einzigen Besucher hier, sieht man von den wilden Katzen und den Raben ab. Ab und zu fährt ein Auto auf dieser schmalen Stichstraße vorbei oder der Minibus von und nach Valverde. Ansonsten ist dies hier Lummerland pur. Vor uns das Meer und die Küste, hinter uns die mächtig emporsteigenden Vulkanfelsen auf deren Kante etliche Kiefern in einer Reihe stehen und an eine Wandergruppe auf Tour erinnern.

156. La Frontera Dezember 2025

14.12.2025

Wir werden heute praktisch mit Sonnenschein und 21 Grad geweckt. Das Wetter hat sich beruhigt, der Wind Geschichte und das Meer mit sanften Wellen. Daher beschließen in Richtung La Frontera weiter zu fahren, um uns die einzige Ver- und Entsorgungsstation dieser Insel anzuschauen. Zu Beginn geht es die 11 km wieder zurück nach El Pinar, dem Sitz einer weiteren Verwaltungseinheit dieser Insel. Hier angekommen erreichen wir bereits 800 Höhenmeter. Hinter dem Ort biegen wir links ab, da wir erneut auf dem kommunalen CP Hoy Mocillo vorbei schauen wollen. Als wir diesen erreichen sind wir bei 1200 Höhenmetern angelangt und 11 Grad Außentemperatur. Der CP ist weiterhin abgesperrt. Wir treffen aber einen Ranger der uns mitteilt, dass der Platz aufgrund einer Wetterwarnung weiterhin geschlossen ist. Die Spuren des rauhen Wetters der letzten zwei Tage sind hier deutlich zu sehen. Überall sind abgeknickte Kiefernzweige, große Pfützen und Kiefernnadelverwehungen auszumachen. Wann der Platz wieder geöffnet wird ist von der aktuellen Wetterentwicklung abhängig. Für eine Nutzung müssen wir uns tatsächlich im Cabildo von Valverde oder El Pinar anmelden.
Weiter geht es nach La Frontera. Hierzu nehmen wir eine Route die uns noch höher hinaufführt und uns plötzlich im Nebel weiter fahren lässt. Nebelschwaden wabern zusätzlich über die Fahrbahn. Wir durchqueren eine Hochebene und anschliessend geht es langsam bergab. Vorbei am Mirador de la Peña, von dem man einen grandiosen Blick auf die Ebene bei La Frontera und die Westküste hat. Weiter geht es auf der HI-5 und durch einen fast 3 km langen Tunnel, der uns praktisch im Tal wieder ausspuckt. Zurück bleibt eine imposante Gebirgswand, die diese Ebene umgibt. Wenig später erreichen wir unser Ziel für heute La Maceta, ein Küstenabschnitt zum Baden, Wandern und Picknicken. Etwas umständlich entdecken wir die Ver- und Entsorgungsstation incl. Stellplatzmöglichkeit. Spontan entschliessen wir uns dazu hier einige Tage stehen zu bleiben.

15.12.2025

Für heute haben wir uns fest vorgenommen ein wenig spazieren zu gehen. Direkt vor unserer Nase beginnt ein überschaubarer Küstenwanderweg nach Las Puntas. Das liegt praktisch unterhalb der Tunnelein- und ausfahrt durch den Risco de Tibataje.
Das Tal von La Frontera, welches diesen Küstenabschnitt umgibt, ist durch einen gewaltigen Vulkanbergrutsch, der zur Hälfte ins Wasser abrutschte entstanden und hat so ein weitläufiges Tal gebildete. Diese Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. Da El Hierro im Vergleich zu den anderen kanarischen Inseln mit ca. 2 – 3 Mio. Jahren ziemlich jung ist, haben sich nur im Nordosten einige tiefer eingekerbte Barrancos (Schluchten) gebildet. Bei unserem Spaziergang an der Küste sind wir immer wieder fasziniert von der Größe des Vulkanberges. Die über 1200 m hohen Felswände ragen vor uns empor, das Ende in Wolken gehüllt.
Der Weg führt durch eine irre Lavalandschaft, in der sich das grün der Pflanzen knallig vom schwarz der Lavastränge abhebt. Auf unserem Weg begegnen uns die Kanaren-Ampfer, die oleanderblättrige Klinie und etwas das aussieht wie Wermutskraut. Neben der Vegetation die in dieser kargen Landschaft gedeiht, sind die Klippen und Lavaformationen die ins Meer laufen einfach umwerfend zu bestaunen. Zwischendurch laden Holzterassen mit Sitzmöglichkeiten zum Verweilen ein und so kommen wir nur gemächlich weiter. In Las Puntas angekommen schauen wir uns noch das bis vor einigen Jahren kleinste Hotel der Welt, das Punta Grande, an. Es verfügt nur über 4 Zimmer und liegt auf einer kleinen vom Meer umspülten Landzunge. Hunger und Durst treiben uns weiter die Siedlung hinauf, bis ins Restaurante Lays. Hier geniessen wir frische Tintenfischringe mit Krautsalat und Pommes Frites, Gambas in Aioli und Brot mit einer selbstgemachten Butter. Nach fast fünf Stunden kehren wir fröhlich erschöpft zum Stellplatz zurück.

16.12.2025

Nach etwas Arbeit sehen wir uns gegen Mittag die andere Seite der Küste genauer an. Dabei landen wir am Charco de los Sargos. Bis wir an die natürlichen Meerwasserpools gelangen ist ein beachtlicher Weg nach unten zurückzulegen. Schade, dass das Wetter nicht mitspielt. Es ist zu windig, das Meer aufgewühlt und die rote Fahne verbietet den Aufenthalt im Wasser. Eine Erfrischung in so einer Kulisse wäre einfach spektakulär und würde den Aufstieg verzögern. Oben angekommen streifen wir im Anschluss durch das Gelände. Vorbei an einem Flughafen für Rettungshubschrauber, an Plantagen mit Ananas und Bananen sowie einer Pflanze mit grossen herzförmigen Blättern die wir nicht zuordnen können und Feldern mit Napiergras. Und dann entdecken wir etwas, was wir schon im Hafen von La Restinga gesehen haben, viele bunte Cayocos – Flüchtlingsboote und leere Benzinkanister. Beim Näherkommen stellen wir fest, dass wir uns auf einem Reststoffhof befinden und bereits von einem Mitarbeiter beobachtet werden. Am Ende der Zufahrt stellen wir fest, das der Zugang verboten ist. Wir winken freundlich und gehen zügig weiter bis zur Calle el Mattoral. Hier kommen wir an der Cooperativa Unide mit Supermarkt vorbei, in dem wir schnell noch Kleinigkeiten mitnehmen.
Zurück im Van gibt es ein schnelles Abendessen.
Während Dirk Neuigkeiten der Travel-Youtuber entdeckt, verfange ich mich in einem neuen E-Book: Ohne ein letztes Wort von Reese Witherspoon und Harlan Coben. Ein Buch, welches mich nicht loslässt und daher schon fast gelesen.

155. La Restinga (El Hierro) Dezember 2025

12.12.2025

Kurz nach 08:00 h brechen wir im Regen auf nach San Cristianos im Süden der Insel. Zum Einchecken auf die Fähre nach El Hierro müssen wir um 11:30 h im Hafen sein. Wettersituation und Berufsverkehr im Blick, haben wir ein gutes Zeitpolster und sind bereits nach 10:00 h am Fähranleger. Von der Schlechtwetterfront ist nichts zu spüren. Es ist sonnig bei 22 Grad. Die Fähre der Armas Linie können wir später vorwärts befahren, bleiben aber auch hier an der Rampe mit dem Fahrradträger hängen und schleifen etwas hinauf. Wir entscheiden uns für einen Fensterplatz in Fahrtrichtung rechts und sind gespannt auf die Überfahrt. Und die hat es in sich. Den Hafen haben wir kaum verlassen, beginnt der schwankende Ritt auf den Wellen. Was für ein Seegang. Schaut man links aus den Fenstern, blickt man auf Wasser in Schräglage. Parallelen zum Film „Der Sturm“ mit George Clooney flitzen durch den Kopf. Richtet man sein Augenmerk auf die rechte Fensterseite hebt sich das Schiff, um kurz danach wuchtig in ein Wellental zu krachen. Die ersten Würgegeräusche anderer Reisende sind zu vernehmen, das Personal reicht Tüten und fächelt bei besonders Gebeutelten Luft zu. Ich rutsche ganz tief in meinen Sitz, den Blick nach vorne gerichtet. Dirk schaut angeregt nach draussen und scheint Gefallen an der Fahrt zu finden. Da er keine Lust auf ein Spielchen zur Ablenkung hat, beginne ich kurzer Hand zu singen. Mit „Rudoplh the red nosed rendeer“ und „In der Weihnachtsbäckerei“ halte ich mich bis La Gomera über Wasser. Die Insel nimmt die Wellen, für kurze Zeit verstummen die Würgelaute. Einige Betroffene haben die Tüten nicht optimal getroffen. Jetzt ist die Gelegenheit den Wischmopp zu schwingen. Kaum haben wir die schützende Insel verlassen, geht die Achterbahnfahrt erneut los. Wir knabbern tapfer an einer Nussmischung und ich spoiler Dirk dabei das Ende des Hörbuches „Geheimnisvolle Garrique“. Die letzte Stunde zieht sich wie Gummi. Plötzlich wird die Fahrt ruhiger, die Wellen kommen jetzt von hinten. Und auf einmal ist sie da, Lummerland alias El Hierro, erhebt sich mächtig aus dem Atlantik. Was für ein schöner Anblick. 7. Insel – Check!
Nach dem Anlegen nehmen wir Kurs auf La Restinga im Süden der Insel.

Angekommen. Wir stehen in La Restinga direkt an der Hafenpromenade. Genau hier haben wir 2013 und 2015 bereits unsere Urlaube verbracht und diese kleinste kanarische Insel kennen gelernt.
Zufällig stehen wir genau gegenüber einem Waschsalon, den wir gut gebrauchen können. Nach der Waschaktion gibt es ein Resteessen zum Abendbrot und dann ist Pause angesagt, der Tag war ereignisreich genug.

13.12.2025
Von der Unwetterfront sind wir hier unten wirklich verschont geblieben. Zwischendurch hat zwar die ein und andere Böe am Rudi gezerrt, aber sonst verlief alles ruhig. Am Vormittag gehen wir eine Runde durch den Ort. Hier hat sich in den vergangenen 10 Jahren eine Menge getan und La Restinga hat sich gemausert. Auf keinen Fall in touristischer Sicht, sondern Infrastruktur für die Bevölkerung. Unterhalb der Hafenmauer ist der Lavastrand mit Holzstegen versehen worden, an deren Enden der Zugang zum Meer mit Leitern ermöglicht wird. Am Ende, unterhalb der Calle Maritima, sind Holzterassen zum Sonnenbaden installiert. Gefolgt von einem Strandabschnitt mit feinen, schwarzem Lavasand. Am oberen Ende des Strandes sind überdachte Picknicktische und mehrere Grillmöglichkeiten vorhanden. Der Hafen selbst wird gerade modernisiert, Bootsstege erneuert und erweitert. Der Strandabschnitt im Hafen ist ebenfalls mittels Rundweg aus Holz und Stein erneuert worden.
Auf ihm gelangt man zur Fischhalle, in der täglich fangfrischer Fisch gekauft werden kann. Die ehemals einfache Halle mit Holzständen, hat jetzt einen Verkaufsraum mit Kühltheken.
Am Ende der Kaimauer fallen sofort die vielen Wohncontainer auf. Sie haben einen aktuellen ernsten Hintergrund. Das Rote Kreuz hat hier eine Erstversorgungsstation für Bootsflüchtlinge aus Westafrika geschaffen. Laut proasyl ist die Zahl der Flüchtlinge, die die gefährliche West-Atlantik-Route zur Flucht nehmen seit 2020 stark gestiegen. 2023 wurden 40.000 Geflüchtete gezählt, 2024 sogar 46.000. Zum Vergleich: El Hierro selbst hat ca. 11.000 Einwohner. Für 2025 rechnet man mit insgesamt 15.000 geflüchteten Menschen, die mit sog. Cayocos die lebensgefährliche Fluchtroute über den Atlantik als letzte Chance sehen.

154. Punta del Hidalgo (Tenerife) Dezember 2025

10.12.2025

Für die Überfahrt mit einer Fähre von Fred Olsen nach Tenerife benötigen wir nur 1:20 h. Da wir schon sehr früh im Hafen waren, können wir dieses Mal sogar vorwärts in die Fähre einfahren. Die sechste Insel unserer Reise bleibt lange im Dunst versteckt. Zwischendurch fängt es an zu nieseln. Den Teide mit seinen 3715 m können wir heute nicht ausmachen. Im Hafen von Sant Cruz ist das riesige Kreuzfahrtschiff „Cosma“ von Aida leider nicht zu übersehen. In 2728 Kabinen können hier 6880 Passagiere transportiert werden, 1500 Besatzungsmitglieder kommen hinzu. Der Antrieb erfolgt mit Flüssig-Erdgas.
Wir legen neben einer Fähre von Armas an und wie immer geht es nach dem Anlegen sehr schnell, alle raus und irgendwie auf Spur. Bevor wir zum CP nach Punta del Hidalgo fahren, stehen erst noch zwei Versorgungsstopps an. Der Gastank muss aufgefüllt werden, da auf El Hierro laut app keine entsprechende Station vorhanden ist und wir benötigen noch einige Grundnahrungsmittel. Gegen 14:00 Uhr sind in Santa Cruz die Straßen voll, es geht hektisch zu, die Kreisverkehre reine Geschosse, dazu spielt das Navy verrückt. Den Einkauf verschieben wir, an Parken mit Rudi ist hier nicht zu denken. Aber Gas tanken ist kein Problem und jetzt raus aus dem Gewusel. Hinter Tegueste wird es ruhiger. Es geht durch grüne Hügel auf und ab, vorbei an bunten Häusern, die sich an die Hänge schmiegen.
Tenerife selbst werden wir Ende Januar/Anfang Februar genauer unter die Lupe nehmen. Bis dahin ermöglicht uns diese Insel den Transfer nach El Hierro, La Palma und La Gomera.

Das Einchecken auf dem CP Punta del Hidalgo verläuft problemlos, da wir bereits online reserviert haben. Nun stehen wir auf Platz 53 mit Strom in erster Reihe. Vor uns der tosende Atlantik mit wirklich gewaltigen Wellen. Die Küstenpromenade unter uns ist abgesperrt, trotzdem gehen Leute dort spazieren.
Wir wollen hier in erster Linie alles aufladen, was Strom benötigt und Rudi so gut es geht von Staub befreien. Lanzarote und Fuerteventura haben hier deutliche Spuren hinterlassen. Nach getaner Arbeit werden dann die Duschen getestet und im Anschluss geht es auf einen Spaziergang in den Küstenort.

11.12.2025
Ein Stellplatz mit Strom muss ausgenutzt werden. Es wird wirklich alles ans Netz gelegt und geladen, was Strom benötigt, incl. Updates und Datensicherung. Dirk befasst sich mit unserem Solarpaneel, trennt die Kabeltasche auf und stellt fest, dass die Anschlusskabel getrennt sind. Er kann es wieder richten. Wir befestigen die Kabel mit Kabelbinder und Gaffaband, die Tasche nähe ich anschließend wieder zusammen. Erster Test verläuft positiv, das Paneel arbeitet wieder. Weiter geht es mit intensiver Innenreinigung. Es ist schon der Wahnsinn wieviel Staub wir hier herauswischen und aufsaugen. Nach 6 Stunden werden die Duschen getestet und gesnackt.
Parallel beobachten wir die Wetterwarnungen für Freitag und Samstag. Aemet.es gibt für die kanarischen Inseln die Warnstufe gelb raus. Wir sind gespannt auf die morgige Überfahrt nach El Hierro.
Am Nachmittag vertreten wir uns am Meer entlang bis zur Cofradia de Pescadores die Beine und beobachten mit einem gekühlten Getränk unzählige Wellenreiter. Die Wellen heute übrigens nicht so gewaltig wie gestern, aber dennoch überaus kraftvoll.

153. Agaete Dezember 2025

09.12.2025

Kein Strom ist keine Option und so wurde heute in Telde ein neues flexibles Solarpaneel bei Leroy und Merlin gekauft. Zuvor hatten wir das kleine Paneel von Niklas ausführlich getestet, alle erdenklichen Verbindungen durchgemessen, aber leider ist es wirklich an den Solarelementen defekt und liefert so keine Energie.
Das neue 300 kW Paneel wurde gleich auf dem Baumarktparkplatz getestet und so konnte direkt mit satten 12 A die Einspeisung der Aufbaubatterie gestartet werden. Jetzt fahren wir drei Paneels spazieren.


Anschließend wurde das Tagesziel – Agaete – angesteuert.
Ein Parkplatz in Hafennähe ist schnell gefunden. Übernachtung 5 €. Mit uns scherte noch ein Ehepaar aus Cuxhaven hier ein. Wie sich herausstellte mit ähnlichen Strom-Versorgungsproblemen. Das Solarpaneel vom Dach speist keine Energie in die Aufbaubatterie.
Am frühen Nachmittag gehen wir zum Hafen, checken bei Fred Olsen ein und suchen uns im Anschluß ein gemütliches Fischrestaurant. Beim Cofradia de Pescadores werden wir fündig und essen hier genüsslich eine Paella. Der Ort am Hafen verfügt über zwei geschützte Badebuchten, eine Kirche und kleinere Geschäfte. Am Playa las Salinas lassen wir es uns beim Sonnenuntergang gut gehen.
Wieder zurück im Van falle ich um kurz nach sieben ins Koma und schlafe satte 12 Stunden

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