13.07.2026
Nach einer Woche Aufenthalt bei Cesis geht es nun weiter. Unser Ziel ist Kap Kolka am Zusammenspiel von Rigaischem Meerbusen und Ostsee. Zu einem Stepp in Sigulda und Riga haben wir keine Lust, daher fahren wir an dem einen Ort vorbei und im Anschluss mitten durch die Hauptstadt Lettlands, mit viel Verkehr, vielen Baustellen und Oberleitungsbussen. Die letzten 20 km geht es über staubige Schotterpisten, an Feldern mit unzähligen Störchen vorbei, bis wir am Nachmittag den CP Kempings Melnsils direkt am Meer erreichen.
14.07.2026
Zur Zeit perfektionieren wir unseren Trödelmodus und schaffen den Aufbruch zu einer Radtour erst gegen 15:30h. Auf der asphaltierten P131 radeln wir schnurstracks zum Kap Kolka. Hier befindet sich das Zentrum/Museum der Liven, eine der kleinsten ethnischen Minderheiten Europas. Entlang der sogenannten Livenküste (von Melnsils bis Lūžņa) prägen traditionelle Fischerdörfer, Bootshäuser und eine einzigartige Kultur die Region. Die livische Sprache (verwandt mit Finnisch und Estnisch) wird heute zwar nicht mehr als Muttersprache gesprochen, aber die Kultur und Traditionen werden in Folkloregruppen aktiv gepflegt. Die Fernsehreportage aus 2026: Lettlands rauhe Westküste – Wellen, Wald und Wind, bietet weitere Einblicke. Am kostenlosen Parkplatz beim Aussichtsturm, praktisch auf dem letzten Landzipfel, lädt ein ausgedehnter Sandstrand zum Baden und Spaziergang ein. Einige jüngere Leute sind gerade dabei Netze an einem langen Seil einzuholen. Ob sie dabei auf Fischfang oder Plastikteile setzen ist nicht ganz klar. Für die Hochsaison ist auch hier wenig los. Auf dem kostenpflichtigen Parkplatz seitlich vom Aussichtsturm legen wir im Café Divjūrnas eine Pause ein, bevor es auf demselben Weg wieder zurück geht. In Kolka halten wir noch an einer Bude mit Räucherfisch. Da hier ein Einkauf nur mit Bargeld erfolgen kann bleibt unsere Fahrradtasche leider leer. Auf der Weiterfahrt am Donnerstag legen wir auf jeden Fall einen Stopp ein, der angebotene Räucherfisch sieht einfach zu lecker aus. Ein wenig weiter fahren wir an einer Wohnsiedlung vorbei, auf deren Grünfläche immense Holzstapel lagern. Die Häuser selbst sind seitlich mit einem riesigen, metallenen Schornstein versehen. Wahrscheinlich werden die Häuser ausschliesslich mit Holz geheizt.
Wieder am CP besorgen wir uns eine Ladung Feuerholz und nutzen unser Feuernetz für ein kleines Lagerfeuer.
