25.06.2026
Unser erster Stopp führt uns nach Paldiski an die Steilküste von Pakri. Von einem Wanderparkplatz aus spazieren wir ganz nah an der Steilküste mit ihren verschiedenen Kalksteinschichten entlang.
Überall trifft man auf einheimische Wildpflanzen wie den Gewöhnlichen Natternkopf in leuchtend blau, Scharfer Mauerpfeffer, ein sukkulenter Bodendecker mit leuchtend gelben Blüten, der zwar historisch als Heilpflanze genutzt wurde, dessen Verzehr bei falscher Dosierung giftig sein kann, dazu ein wilder Stachelbeerstrauch, Wiesen-Margeriten, das Orientalische Zackenschötchen, eine robuste Pflanze mit gelben Blüten die Höhen von 30 bis 120 cm erreichen kann – hier sind die jungen Blätter essbar, eine Hundsrose, die häufigtste Wildrosenart in Mitteleuropa mit ihren rosa bis weiß gefärbten Blüten und die Färber-Hundskamille mit leuchtend gelben Blüten, die oft von Juni bis September blühen.
Bevor wir Richtung Haapsulu aufbrechen statten wir dem höchsten Leuchtturm Estlands, dem Pakri Lighthouse, noch einen Besuch ab. Er ist 52,3 m hoch und nach 275 Stufen wäre man oben. Die Grundmauern des alten Leuchtturms stehen rechts der Straße. Er wurde jedoch abgerissen, da er zu nah an den Klippen stand. Das Leuchtturmgelände beherbergt ebenfalls einen WoMo-Stellplatz. Bei der Weiterfahrt durch Paldiski fallen uns die trostlos wirkenden Plattenbauten sowie streng abgesperrte Gebiete auf. Die anschließende Recherche bringt Aufklärung. Vor 1994 war der Ort eine der wichtigsten Militärbasen der Sowjetunion. Hier waren Atomraketen und U-Boote untergebracht und das größte sowjetische Atom-U-Boot-Trainingszentrum stationiert. Nachdem das Militär die Stadt verlassen hatte, wurde sie praktisch sich selbst überlassen und verfällt immer mehr.
Nachdem wir Einkauf, Tanken von Diesel, AddBlue und LPG erledigt haben, beschließen wir bereits heute noch auf die Insel Hiiumaa überzusetzen. Ein Ticket für 27,70 Euro ist schnell über die Website Praamid.ee gebucht. Eigentlich wollten wir uns vorher noch Haapsulu genauer anschauen, aber nachdem wir hier einen kurzen Stopp an einer Paketstation eingelegt haben (Dirk hat Ersatzteile für seine Fahrradbremse und Schuhe bestellt) reizt der Ort uns nicht wirklich und wir nehmen Kurs auf den Fährhafen in Rohuküla. Die Fähre nach Heltermaa auf Hiiumaa geht um 19:00 Uhr, die Überfahrt dauert 75 Minuten.
Auf der Insel angekommen nehmen wir Kurs auf in Richtung Westen. Wir haben uns einen
kostenlosen Stellplatz der estnischen Forstverwaltung herausgesucht. In der dazugehörigen App RMK Loodusega koos lassen sich tolle, wilde und kostenlose Campingplätze mit Wanderwegen und Picknickplätzen in Estland finden. Wir stehen hier auf einem total schönen und ruhigen Stellplatz mit direktem Zugang zum Meer. Holz für die Grillstellen, Trockentoiletten und Abfallcontainer werden bereitgestellt.
27.06.2026
Wie schön ist das denn bitte hier? Den Tag verbringen wir am Strand und abends wird im Pinienwald gegrillt.
28.06.2026
Ein Spaziergang am Vormittag führt uns auf einem Lehrpfad durch den angrenzenden Wald. Der Pfad wird immer schmaler, der Bewuchs immer höher. Immer wieder stoßen wir dabei auf Wildschweinspuren, große Netze mit Kreuzspinnen und Bäumen aus deren Harz Fackeln getränkt wurden. Ein Wald wie im Märchen. Der Nachmittag gehört dem Gewitterregen und einem Apfelkuchen.
