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222. Senja (N) Juni 2026

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222. Senja (N) Juni 2026

05.06.2026

Es geht weiter: für Thomas Richtung Solingen und für uns Richtung Nordkap. Dazu verlassen wir Jokkmokk nach einem kleinen Einkauf und stellen uns auf einen Fahrtag ein. In Nordschweden passieren wir die Minenstädte Galliväre und Kiruna, treffen zwischendurch immer wieder auf Rentiere. Hinter Kiruna ändert sich die Landschaft. Die Wälder lichten sich, in der Ferne blinken die ersten Berge auf, deren Spitzen mit Schneefeldern bedeckt sind, das Schmelzwasser stürzt in kleinen Wasserfällen in die Tiefe und später in die umliegende Seenlandschaft. Der Blick wird weiter, der Fels/ die Steine schroffer und das Thermometer steigt bis auf 23 Grad. Ortschaften tauchen nur wenige auf, vereinzelt sehen wir größere, runde Pferche, die wahrscheinlich für Rentiere genutzt werden. Die Grenze zu Norwegen überqueren wir ohne Halt und nachdem wir den Grenzpass hinter uns gelassen haben, liegen die typischen kleinen Holzhäuschen in der kargen, mit Fels durchzogenen Seenlandschaft vor uns. Wir lassen Narvik praktisch links liegen und verfolgen die Route nach Alta, von der wir bei Andselv auf die 86 zur Insel Senja abbiegen. Unser Ziel: der Trollparken bei Nessan. Auf der Fahrt nach Senja tauchen immer wieder Schilder auf, die auf bestimmte Plätze im Zusammenhang mit der Schlacht um Narvik im 2. Weltkrieg hinweisen. Narvik war und ist ein bekannter Eisenerzhafen, in dem das Eisenerz aus Kiruna verschifft wird. Über die berühmte Erzbahn (Malmbanan) wird das Eisenerz aus den Minen in Kiruna (Schweden) zum eisfreien Hafen Narvik transportiert und dort in die ganze Welt verschifft. Am 9. April 1940 überfällt die Wehrmacht die neutralen Staaten Norwegen und Dänemark. Mit dem Unternehmen „Weserübung“ soll die deutsche Eisenerz-Zufuhr gesichert und der Zugang zum Atlantik erhalten werden.

07.06.2026

Den ganzen Tag cruisen wir um die Fjordfinger dieser schönen Insel. Senja ist die zweitgrösste Insel Norwegens und liegt ca. 350 km nördlich des Polarkreises.
Die dem Meer zugewandte westliche Seite ist felsig und stark zerklüftet und durch eine wunderschöne Fjordlandschaft geprägt. Die wenigen Fischerorte befinden sich in geschützten Buchten oder auf Schären, z.B. Husøy. Die dem Festland zugewandte Ostseite hat eher ausgeglicheneren Charakter und ermöglicht Land- und Waldwirtschaft.
Am Abend kommen wir in Botnhamn an und verpassen die Fähre nach Brensholmen auf Kvaløya. Wir übernachten im Hafen und überlegen morgen direkt ans Nordkap durchzustarten.

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