03.06.2026
Noch einmal Schweden. Es geht nach Jokkmokk in der nordschwedischen Provinz Norrbottens Län und der historischen Provinz Lappland am nördlichen Polarkreis. Der Ort ist das Zentrum der samischen Kultur in Schweden, das mehrere Schulen und Ausbildungszentren umfasst.
Wir machen einen Stopp bei den Kenforsen, kleineren Stromschnellen bei Pejala, passieren immer wieder einzelne Gruppen von Rentieren und fahren den Minenort Galliväre an, bekannt für seinen Erz- und Kupferabbau. Der Vorort Malmberget musste aufgrund massiver abbaubedingter Erdeinbrüche komplett nach Galliväre umgesiedelt werden. In Jokkmokk bleiben wir für zwei Nächte auf dem CP Arctic Camp.
04.06.2026
Am Vormittag besuchen wir das Ájitte-Museum im Zentrum von Jokkmokk.
Ájtte ist Hauptmuseum für die samische Kultur, Spezialmuseum für die Natur der skandinavischen Gebirgskette und ein Informationszentrum für Gebirgstouristen. Das Museum wurde am 15. Juni 1989 eröffnet.
Das Wort Ájtte kommt aus dem Lulesamischen und bedeutet Vorratsspeicher. Und dieser „Vorratsspeicher“ gibt einen umfassenden Einblick in Kultur und Lebensweise der Samen in Zusammenhang mit Natur und Umwelt, Religion, technischer Entwicklung, Kunsthandwerk, Tradition, Veränderung klimatischer Verhältnisse. Heimische Künstler lassen samisches Kunsthandwerk wieder aufleben und gestalten traditionelle Kleidung, Schmuck, Alltagsgegenstände und Aquarelle. Im angegliederten Museumsshop und der Cafeteria stoße ich auf ein Buch: „Das Echo der Sommer“, geschrieben von der samischen Journalistin Elin Anna Labba. Sie beleuchtet den schmerzhaften Verlust der indigenen Kultur und Heimat. Der Roman verbindet eine tiefgründige Geschichte über Unterdrückung mit Naturgewalten und dem Kampf dreier samischer Frauen gegen die schwedische Staudamm-Politik. Ein spätere Leseprobe macht neugierig.
Nach drei Stunden Museum sind wir hungrig und beschließen nach einem Einkaufsstopp die Tour mit dem Rad Richtung Wald und Fluß Lilla Luleälven fortzusetzen. Bevor wir an den Fluß kommen passieren wir den ersten Stausee Vajkijaure. Dann queren wir die E45 und fahren auf einer Schotterpiste weiter, schlenkern zum Fluß und rasten an einem weiteren kleinen Staubecken. Hier entdecken wir Hinterlassenschaften von Rentier und Elch sowie einen enormen Ameisenhügel. Auf dem Rückweg zur Schotterpiste tauchen dann plötzlich zwei Rentiere auf. Sie lassen sich nicht aus der Ruhe bringen, ziehen nach einiger Zeit an uns vorbei. Wir queren den Fluß und machen auf der anderen Seite einen Abstecher zu einer restaurierten Flösseranlage, bevor es zurück zum CP geht. Hier bereiten wir unser letztes gemeinsames Abendessen vor. Für Thomas geht es morgen nach 6 Wochen Richtung Heimat.
