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209. Frodinge Mai 2026

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209. Frodinge Mai 2026

14.05.2026

Heute haben wir einiges vor und starten früh. Unser erstes Ziel Kalmar und hier zunächst das Schloß. Den Ursprung des Schlosses bildet der um 1180 gebaute Verteidigungsturm, als Schutz vor Seefahrern und anderen Feinden. Der schwedische König Magnus Ladulås ließ Ende des 13. Jahrhunderts eine Burganlage mit Ringmauer und Turm rund um den alten Verteidigungsturm bauen. Die Burg galt damals als Schwedens modernste Festung. Lange Zeit war das Schloss eine starke Verteidigungsanlage, vor allem durch den strategischen Standort. Die Grenze zu Dänemark verlief damals südlich von Kalmar. Schonen, Blekinge und Halland waren bis 1658 in dänischer Hand. Während der Regentschaft der Wasa-Könige Gustav I., Erik XIV. und Johann III. erhielt das Schloss sein jetziges Aussehen. Im 16. Jahrhundert wurde die mittelalterliche Burg in einen Renaissancepalast verwandelt. Die Ausstellung bietet einen abwechslungsreichen Einblick in das Leben auf dem Schloß gerade zu den Zeiten der Wasa-Dynastie. Besonders gut erhalten ist die Kassettendecke im Goldenen Saal, die Königsgemächer sowie Schloßküche und Kapelle. Die Frauen der Wasa-Dynastie rücken in einer Zusatzausstellung in den Mittelpunkt sowie Eindrücke aus dem alten Frauengefängnis aus dem 19. Jahrhundert mit der Vorstellung von drastischen Strafen, die Frauen vom 15. bis 19. Jahrhundert ertragen mußten. Die parallel laufende Wanderausstellung aus Melbourne zum Thema Glück im Zeitalter von KI hat mich überhaupt nicht angesprochen. Der Kontrast zum vorher Gesehenen war einfach zu krass und PC animiert sprechende Steine, Video erstellende Sushibänder für‘s eigene Handy und vibrierende bunte, übergroße Nylongebilde habe ich jetzt nicht unbedingt mit Happyness in Verbindung gebracht.

Draussen windet es jetzt kräftig und durch den abwechslungsreichen Stadtpark und einem Tor der ehemaligen Befestigungsanlage gelangen wir ins Zentrum. Unser Ziel ist erneut das Marinemuseum mit Teilen der 1676 vor Öland gesunkenen Stora Kronan. Leider hat das Museum geschlossen und einsetzender Regen bringt uns in den Genuss von Kaffee in der Espresso Lounge. Nächstes Ziel ist die Insel Öland, welche genau vor Kalmar liegt. Hier wollen wir ganz in den Süden nach Ottenby zum Leuchtturm Långe Jan. Im dazugehörigen Naturreservat kommen Vogelkundler auf ihre Kosten, auch diverse Robbenarten sollen hier zu sehen sein (wir entdecken leider nur eine tote am Strand). Hier im Süden fahren wir durch eine Karst- und Heidelandschaft mit vielen für diese Insel typischen Bockwindmühlen. Im Westen, unterhalb von Borgholm, befindet sich mit Schloß Solliden die Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie.

Zurück auf das Festland geht es wieder über die sechs Kilometer lange Ölandbrücke und wir nehmen Kurs auf nach Vimmerby in Småland dem Heimatort von Astrid Lindgren. Die Stellplatzsuche ist etwas aufwändig, da entweder voll oder mit ca. 45€ zu teuer. Etwas weiter in Frodinge werden wir fündig. Der Stellplatz hier kostet nur 9€ und reicht vollkommen aus. Morgen geht es mit den Rädern in die Welt der Pippi Langstrumpf.

15.05.2026

Mit ein wenig Sonnenschein starten wir am Vormittag unsere Tour nach Vimmerby und bleiben direkt an der Frödinge Kyrka hängen, weil sie mit tiefbraunen Holzschindeln daherkommt. Sie stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und ist als Holzkonstruktion ausgeführt, wobei Dach und Fassaden mit Holzschindeln verkleidet sind. Die Glocken sind in einem separaten, hölzernen Glockenstapel untergebracht, der bereits 1694 gebaut worden war. Die Route führt uns weiter über einen leicht zu befahrenen Schotterweg durch einen Wald, bevor wir bei Alsta auf die geteerte H831 stoßen, die ins Zentrum von Vimmerby führt. Wir steuern auf der Prästgårdgatan das Elternhaus von Astrid Lindgren mit dazugehörigem Museum an. Während ich mir die Ausstellung zum Leben und Wirken der Schriftstellerin anschaue (sehr zu empfehlen), erkunden Thomas und Dirk den Ort. Wir treffen uns am Vergnügungspark der „Astrid Lindgren Värld“ wieder, starten noch einmal durch ins Zentrum zum Denkmal von Astrid Lindgren auf dem Stora Torget. Im Anschluß zieht es uns zum Essen wieder auf den Stellplatz. Genau richtig bevor der Regen einsetzt.

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