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204. Hjertebjerg (Insel Møn) Mai 2026

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204. Hjertebjerg (Insel Møn) Mai 2026

03.05.2026

Wir verlassen Rødby bereits gegen neun Uhr und fahren auf Nebenstraßen nach Stubbekøping. Der kleine Hafen unterhält die alte Holzfähre „Ida“, mit der wir auf das Inselchen Bogø übersetzen. Von hier aus geht es über einen Damm auf die Insel Møn, auf der die Zeit irgendwie stehen geblieben zu sein scheint. Auch hier dominieren die blühenden gelben Rapsfelder, die Landschaft jedoch entfaltet kleine Hügel und bewaldete Flächen. Zur Ostspitze in Richtung der berühmten Møns Klint Felsküste hin, nehmen die Erhebungen noch einmal Fahrt auf. Der erste Stellplatz in Klintholm Havn sagt uns nicht zu. Wir steuern eine Alternative in der Inselmitte an. Ein Bauernhof bietet unter dem Namen „Keldborg Bed & Bath og Camp“ einen lauschigen Stellplatz auf dem großen Rasen hinter Haus, Scheune und Bauerngarten an. Wir stehen hier mit Hund, Hühnern, Fröschen und zwei Hausrindern völlig alleine. Rudimentäre Infrastruktur mit Toilette und Spülmöglichkeit sowie der Nutzung von Strom und einer Minibar. Ganz urig und einfach. Der Nachmittag ist gefüllt mit Radfahren, Drohnenflug, Lesen und Schlafen. Am Abend wird draußen Fisch gebraten, dazu Pellkartoffeln und Salat gereicht. Der Hofhund schaut ab und zu vorbei, mitunter den abgenagten Unterschenkel eines Paarhufers in der Schnauze tragend.

04.05.2026

Die Nacht brachte Wind und ein wenig Regen, der Morgen begann kühl und bewölkt. Mit dem Rad wollten wir deshalb nicht zu den ca. 18 km entfernten Kreidefelsen fahren. Lieber mit Rudi und anschließender Besichtigung von Klintholm Haven und Stege. Ein dichter, alter Buchenwald säumt die Felsküste von Møns Klint. Die letzten Kilometer bis dorthin legt man über die unasphaltierte Zugangsstraße 287 zurück. Es geht durch den alten Wald Klinteskoven direkt zur beeindruckenden Küste und dem GeoCenter. Der Parkplatz kostet 45DK/6€ und ist per QR-Code zu bezahlen. Übernachten ist verboten. Wir entscheiden uns für einen Rundweg zunächst oberhalb der Küste. Zwischendurch erlauben Haltepunkte Ausblicke auf die spektakulären weißen Felsen und das türkisfarbene Meer. Die Kalksteinwand ist 6 km lang und bis zu 128 m hoch. Die das Kliff bildende Kreide entstand vor rund 70 Millionen Jahren auf dem Grund eines Meeres. Die Kreide besteht überwiegend aus den Überresten der Kalkschalen mikroskopisch kleiner Algen, die das urzeitliche Meer bevölkerten. Nach ca. 2 km führt eine Holztreppe hinunter zum Strand. Da diese leider gesperrt ist, geht es für uns zunächst wieder zurück zum GeoCenter und von da aus hinunter zum Strand. Die Treppenabschnitte scheinen schier endlos in die Tiefe zu führen und wir erhalten einen Vorgeschmack auf den Rückweg. Aber der Ausblick und die Atmosphäre vom Strand aus ist schon sehr beeindruckend. Zudem hat sich die Sonne durchgekämpft und lässt die weissen Felsen sowie das Meer strahlen. Der Weg am Strand entlang führt über Sand, Kreidekiesel, Feuersteinfragmente, herabgestürzten Bäumen, die zum Teil blank gescheuert und kreideweiß am Boden liegen. Über 507 Stufen und 93 HM geht es wieder nach oben. Das ist echt sportlich und treibt den Puls nach oben. Durstig und hungrig legen wir eine Pause im Rudi ein. Anschliessend geht es zum Klintholm Haven, ein kleiner, verträumter Yachthafen mit Strand und Ferienhäuser. Von hier aus werden auch Touren per Schiff zur Kreideküste angeboten. Nun lockt noch die Inselhauptstadt Stege, aber so richtig Lust zu laufen haben wir nicht mehr. Deshalb wird nur kurz eingekauft und dann geht es zurück zum Stellplatz. Der Tag endet mit Salat, Bratkartoffeln und Rührei. Morgen geht es weiter Richtung Præstø. Für mich geht es schon ganz früh mit dem Rad los. Das Stadtradeln beginnt und ich möchte einige Kilometer machen.

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