143. Playa Risco del Paso November 2025

20.11.2025

Entsorgung in Tarajalejo, Versorgung mit Frischwasser an der Disa-Tankstelle in Tuineje, Waschen und Trocknen von ca. 18 kg Wäsche im Speed-Queen-Waschsalon in Gran-Tajara sowie Einkauf für die kommenden Tage im dortigen Mercado. Zwischendurch Mittagessen bestehend aus selbstgemachten Hamburgern. Gut vier Stunden hat die Haushaltsbespaßung gedauert. Anschliessend wieder Richtung Costa Calma und zu einem neuen Stellplatz: Playa Risco del Paso. Vor uns eine kleine Lagune, rechts und links nur Sandstrand. Eine Wassersportschule befindet sich ebenfalls in unmittelbarer Nähe sowie eine öffentliche Toilette. Abends wurde noch ein Brot gebacken und später direkt getestet. Sehr lecker!

21.11.2025
Der Tag heute zunächst ein wenig sonnig und im Anschluss bewölkt und windig. Dabei einige kleine Probleme mit dem Aufladen der Eco-Flow über das Solarpaneel. Mit dem Messgerät konnte eingehender Strom vom Paneel nachgewiesen werden. Jedoch kommt mit der Verbindung zur Powerbank kein Strom an.
Nach einem Snack ging es an den weitläufigen Strand. Na ja, einen Versuch war es wert, aber Wind und Wolken sorgten schon schnell für eine baldige Umkehr.

22.11.2025

Es ist der dritte Tag an dem wir autark am Playa del Risco stehen. Eine Infrastruktur ist nicht vorhanden, auch keine Mülleimer. Also heisst es erst einmal sammeln, gut verschliessen und auf der Weiterfahrt eine Entsorgungsmöglichkeit finden. Vorräte stehen noch zur Verfügung, Brauch- und Trinkwasser ebenso. Den Strom beziehen wir durch die beiden Solarpaneele auf dem Dach und einem kleineren, flexiblen von Niklas. Als Dauerverbraucher zählt der Kühlschrank mit ca. 3 A/h. Starlink und Handys, Akkus, Uhr, PC werden nur bei Bedarf über die Eco-Flow geladen. Diese wiederum wird beim Fahren geladen oder an die Aufbaubatterien gehängt. Den Wasserverbrauch managen wir durch sparsamen Einsatz. D.h. zum Spülen benutzen wir 2 Sprühflaschen, eine mit einer Wasser-Spülimischung und eine mit klaremo Wasser. Nach dem Essen wird das benutzte Geschirr abgewischt, mit der Spülilösung eingesprüht, gesäubert und anschliessend mit klarem Wasser abgesprüht. Dies war am Anfang gewöhnungsbedürftig, ist nach über sechs Wochen Anwendung kein Thema mehr. Da unser Grauwassertank mit 70 l weniger Fassungsvermögen vorweist als der Frischwassertank mit 90 l, heisst es auch sonst Wasser sparen. Geduscht wird in der Regel nur wenn wir zum Ent- und Versorgen fahren. Dazwischen ist Wäsche im Waschbecken und dem guten alten Waschlappen angesagt. Das Baden im Atlantik ist auch erfrischend und wenn der Strand dann noch eine Dusche zu bieten hat, perfekt. Das ist aber alles kein Muß. Sollte uns der Sinn nach häufigerem Duschen stehen, fahren wir eben öfter Ent- und Versorgen. Dafür haben wir den Luxus überall zu verweilen, wo es uns gefällt und nicht verboten ist. Um die Toilettensituation haben wir uns vor über zwei Jahren gekümmert. Als Alternative zur Chemietoilette kam bei dem Platzangebot im Kabe eine Clesana in Frage. Für eine gewünschte Trocken-Trenntoilette fehlt im Schwenkbad der Platz. Mit Folienverschweißtechnologie werden die Hinterlassenschaften geruchsneutral und sicher verpackt und später über den Hausmüll entsorgt. Es ist kein Wasser zum Spülen erforderlich. Dadurch, dass wir flüssige Hinterlassenschaften separat auffangen und entsorgen, reduzieren wir den Folienverbrauch. Diesen berechnen wir vor jeder Tour so ungefähr und decken uns entsprechend mit Verbrauchsmaterial ein. Zur Zeit haben wir eine Folienpackung, mit der Möglichkeit ca. 25 grosse Tüten zu verschweißen, seit drei Wochen im Einsatz. Eine Verpackung besteht aus einem Folienschlauch, der nach Bedarf in XS, S, L oder XL-Tüten verschweisst werden kann. Da die Angabe immer für die grösste Tütenart gilt, kommen wir entsprechend lange mit einem Folienschlauch aus. Sollten wir einmal keinen Strom haben, kommen Ersatzbeutel zum Einsatz😉.

142. Costa Calma November 2025

18.11.2025

Kurz entschlossen an die Costa Calma und oberhalb des Playa Esmeralda gestrandet. Eine sehr schöne Fahrt von Ajuy aus über die FV-105 hierher. Die Landschaft hier im Süden wieder völlig anders. Die Vulkanberge mit Sand ummantelt und hier unter uns feiner Sandstrand. In der kleinen Bar La Palmita direkt unter uns, gab es einen Mittagssnack mit kanarischen Kartoffeln und kleinen gegrillten Salzpaprikas. Anschliessend ein Power-Nap und dann ein kurzes Bad im kalten Atlantik. Dirk hatte vorher noch einen Brötchenteig angesetzt, der wird heute Abend gebacken. Ansonsten haben wir uns hier quasi Strandruhe verordnet. Am Do oder Fr soll es windiger werden, mit wenig Sonne. Da wird dann ein Entsorgungs- und Waschtag eingelegt.

141. Ajuy November 2025

17.11.2025

Nach einer Mittagspause legen wir die letzten Kilometer bis Ajuy zurück, wo wir die Cuevas besuchen wollen. In der letzten Woche waren diese wegen des Unwetters gesperrt.
Die Höhlen von Ajuy liegen in der Caleta Negra. Diese erhielt ihren Namen wegen des schwarzen Vulkangesteins. In den Steilwänden der sichelförmigen Bucht befinden sich zahlreiche Höhlen, von denen zwei durch einen Treppenweg zu begehen sind. Der Eingang zu den Höhlen befindet sich dicht über dem Meeresspiegel. In die erste Höhle fällt durch eine große Öffnung ausreichend Tageslicht. Ein schmaler Durchgang gibt den Weg zu einer zweiten Höhle frei.

Ganz zu Beginn des Rundganges fallen die Kalksedimente auf, die aus der Kreidezeit stammen sollen und somit zu den ältesten geologischen Zeugnissen der Kanaren zählen. Kalk wurde genau hier bis ins 19. Jahrhundert abgebaut, an Ort und Stelle gebrannt und verschifft. Im Ort selbst zeugen davon noch Verarbeitungsgebäude. Nach den Höhlen schauen wir uns noch ein wenig oben auf den Klippen um, bis wir zum Strand zurückkehren. Ein kühles Estrella folgt im Restaurante Cuevas de Ajuy, bevor wir uns an die Zubereitung des Abendessens begeben: Rosenkohl an Zimt-Süsskartoffel-Pommes.

140. Betancuria November 2025

16.11.2025

Sonntag Morgen, kurz vor sieben und wir machen uns fix fertig, um an den Dünenstrand von Corralejo zu fahren. Jetzt ist es an der Straße noch richtig leer und wir können zu Beginn der Grand Playas parken.
Nach dem Frühstück geht es an den Strand zum Drachenfestival. Zum Baden ist es uns zu kalt. Es ist bewölkt, die Sonne kommt nicht wirklich durch. Im Laufe des vormittags setzt Nieselregen ein und wir beschließen nach dem Duschen eine Entsorgung einzulegen und dann über die Dünenstraße und Puerto del Rosario und die kurvenreiche FV-30 nach Betancuria zu reisen.


Betancuria ist die alte, historische Inselhauptstadt, welche 1404 von dem adligen Eroberer Jean de Béthencourt und dem Ritter Gadifer de la Salle, mit überwiegend normannischen Siedlern, im Auftrag der kastilischen Krone gegründet wurde. Dem Namen Jean de Béthencourt begegnet man häufig auf Lanzarote und Fuerteventura. Er gilt als Eroberer dieser kanarischen Inseln im 15. Jahrhundert. Auf dem Weg dorthin machen wir im Nebel Halt am Mirador Morro Veloso sowie dem Mirador Corrales de Guize, von dem man einen tollen Blick auf die vulkanische Ebene hat. In Betancuria befindet sich ein Womo-Stellplatz, zwar ohne Ent- und Versorgungsmöglichkeit, dafür mit Picknickplätzen und Strom.

Das Örtchen ist sehr beschaulich, wird aber mit touristischer Infrastruktur ausgestattet. Darunter ein Cafe „La Sombra“, das so schön unter Bäumen angelegt ist, dass wir hier morgen vor der Weiterfahrt unbedingt noch einen Kaffee trinken werden.

17.11.2025

Am Morgen entpuppte sich der kostenlose Stellplatz in Betancuria als wahres Resourcenschätzchen. Kostenloser Strom und Wasser stehen zur Verfügung. Also erst einmal alles Laden, was geladen werden muß und den Wassertank gefüllt. Anschließend geht es auf der FV-30 weiter in Richtung Pàjara. Der Cafe im La Sombra muss warten, so gut wie Alles hat heute in Betancuria geschlossen.
Dann eben rauf auf die schmale Berg- bzw. Vulkanstraße. Am Mirador Del Risco del Peñas machen wir Halt. Auch hier ist der Ausblick auf die umliegenden Vulkankegel beeindruckend.

Wie die Atlashörnchen, die in stillen Momenten ohne vorbeisausende Touris, über die Steine huschen. Einige füttert Dirk mit kleinen Apfelstückchen.
Es geht weiter, dieses Mal wieder hinunter bis Péjara, wo wir einkaufen. An einem kleinen Platz im Zentrum wird gerade ein Tannenbaumgestell installiert, das komplett mit Granny Squares ausgestaltet ist.

.

139. Islote Lobos November 2025

15.11.2025

Gegen 11:00 h sind wir startklar. Mit Proviant, genug zu Trinken und Badesachen geht es zum Hafen. Bevor die Fähre ablegt, gönnen wir uns noch einen Americano sowie Cola mit Blick auf das Meer und den Hafentrubel.


Pünktlich um 12:30 h legen wir ab. Die Überfahrt dauert ca. 25 Minuten und das Aussteigen muss aufgrund des Wellenganges recht schnell gehen. Mit den Rädern kurven wir zu Beginn zum El Puertito, eine Art Minihafen mit kleinen Badebuchten, einigen Häuschen und einem Restaurant.
Wie die restlichen Kanareninseln ist auch Lobos vulkanischen Ursprungs. Ihren Namen verdankt sie ihren einstigen Bewohnern, den Mönchsrobben. Heute sind sie zwar dort nicht mehr zu finden, aber die Insel ist nach wie vor ein praktisch unberührtes Naturparadies.
Wir fahren an einem großen Lagunengebiet vorbei, an dessen Rand ein Holzhäuschen zur Vogelbeobachtung einlädt. Auf dem sandig-steinigen Boden flitzen kleine Eidechsen umher. Überall auf den kleinen Vulkanbergen sitzen als weiße Punkte sichtbar Seevögel. Darunter hauptsächlich Silbermöwen und Gelbschnabelsturmtaucher.


Weiter geht es Richtung Leuchtturm Faro de Martiño im Norden, der bis zum Ende der 60ger Jahre noch bewohnt war. Den höchsten Punkt der Insel, die Montaña de Caldera (127 m), heben wir uns für einen nächsten Besuch auf. Wir schauen uns stattdessen die Salzfelder in der Nähe des Anlegers an. Diese sind zur Salzgewinnung angelegt, aber nie in Betrieb genommen worden. Es geht vorbei an den kleinen Badeorten Las Caleras oder die muschelförmige Bucht La Concha.
Eine berühmte Frau dieser Insel ist Josefina Plá, die Tochter eines der Leuchtturmwärter von Lobos Leopoldo Plá. Josefina Plá wurde 1903 auf der Insel geboren, betätigte sich literarisch und wanderte nach Paraguay aus. Sie schrieb dort Poesie und Essays.
Der Leuchtturm Faro Martiño zog generell einige angehende Literaten an. Sie zogen sich auf ihm zurück, arbeiteten dort und schrieben hier ihre ersten Werke, mit denen sie in Spanien teils sehr bekannt wurden.