152. Santa María De Guía De Gran Canaria Dezember 2025

08.12.2025

Heute ist ein weiterer Feiertag auf den kanarischen Inseln – Maria Empfängnis und warum sollte man zu diesem Anlass nicht einem Wallfahrtsort, der dieser Schutzpatronin gewidmet ist, einen Besuch abstatten. Es geht nach Teror, eine der ältesten Städte der Kanaren. Sie wurde 1481 gegründet und Ende des 16. Jahrhunderts nach einer Marienerscheinung zum Wallfahrtsort erklärt. Dementsprechend verfügt die Stadt über eine Basílica de Nuestra Señora del Pino, Klöster und Herrenhäuser. Die Calle Real de la Plaza bildet den Mittelpunkt des Ortes. Hier säumen kleine Geschäfte und Cafes die Fussgängerzone, die am Plaza de la Pins und der Basilica endet.
Teror ist auch bekannt für die Herstellung typischer Backwaren wie Mantecados (Weihnachtskekse mit Mandeln), Truchas (gefüllte Blätterteigtasche mit Süsskartoffeln, Mandeln und Rosinen), Mazepanes (Marzipan) und Roscos de Anis (kleine Aniskrapfen) sowie der bekannten Paprikawurst Chorzio, die im Kloster Convento del Cister verkauft wird.

Unser nächstes Ziel führt uns nach Arucas, ebenfalls eine Stadt im Norden der Insel und für seinen Ron Arehucas bekannt. Dieser wird in einer Fabrik aus dem 19. Jahrhundert hergestellt. Eine Besichtigung ist aufgrund des Feiertages heute nicht möglich. Nachdem sich in der Vergangenheit der Anbau von Zuckerrohr auf die Karibik verlagert hat, konzentrierte man sich hier zunächst auf den Anbau von Bananen. Dies war bis in die 1970er Jahre eine der wichtigsten örtlichen Einnahmequellen. Inzwischen ist die Bananenanbaufläche um mehr als die Hälfte geschrumpft. Heute baut man vermehrt Gemüse, Früchte und Blumen an.
Die Pfarrkirche San Juan Bautista, das Wahrzeichen der Stadt, wurde 1909–1917 nach Plänen des katalanischen Architekten Manuel Vega y March im neugotischen Stil erbaut.
Das Baumaterial, der dunkle Aruca-Basalt (sehr langsam erkaltete Lava), ist sehr witterungsbeständig und wird in örtlichen Steinbrüchen (canterías) gebrochen. Da die Kirche geschlossen ist, können wir leider keinen Blick hineinwerfen und schlendern durch eine weihnachtlich geschmückte Fussgängerzone zum Stadtpark, der viele typische kanarische Pflanzen beherbergt. Auf dem Rückweg geniessen wir in einem kleinen Café gegenüber der imposanten Kirche einen Kaffee mit Kokosmakronen.

Unser Stellplatz für die Nacht befindet sich am Punta de Guanaterme direkt am Meer und umgeben von Bananenplantagen.

151. Moya Dezember 2025

06.12.2025

Der Stellplatz füllt sich immer mehr und wir sind hier wirklich die einzigen Touris. Überall wird gewerkelt, gequatscht, Essen zubereitet, Musik gespielt. Nach dem Frühstück geht es auf zu einem kleinen Spaziergang am Meer entlang zum Charco San Lorenzo. Es ist sehr diesig, das Meer wellig und aufgewühlt, die Luft feucht und salzig. Der Charco ist aufgrund der Wellen abgesperrt. Es geht noch etwas weiter nach El Roque, einer Siedlung mitten auf einem Fels erbaut und nach El Atillo, einem weiteren Stadtteil von Moya. Weiter geht nicht, mein Kreislauf macht schlapp, Corona ist immer noch mit von der Partie. Ganz langsam geht es zurück. Pause ist angesagt.

07.12.2025
Die feuchte Luft hat sich verzogen und hat Calima Platz gemacht. Das Solarpaneel kommt schon früh zum Einsatz, aber irgendwie kommt nicht soviel Energie rein. Mit dem Stromprüfer geht es auf Fehlersuche. Dazu wird die ganze Heckgarage ausgeräumt, die verschiedenen Anschlüsse müssen freigelegt werden. Ein günstiger Zeitpunkt, um Sachen wegzuräumen oder hervor zu kramen. Die energetische Spurensuche verläuft ohne Befund, alles tutti. Anschließend wird das Beifahrerrollo ausgebaut und Dirk kann so das defekte Gelenk austauschen. Check-Rollo wieder funktionsfähig.
Da Sonntag ist darf ein Kuchen nicht fehlen und da die Äpfel eine Aufgabe brauchen, gibt es Apfelkuchen. Da um uns herum ausnahmslos gegrillt wird, hat Dirk eher Appetit auf etwas Herzhaftes. Und während er eine Runde am Meer entlang läuft, ist bei mir wieder Pause angesagt.

150. Puerto de Mogán Dezember 2025

03.12.2025

Der Batteriestand drängt zur Weiterfahrt. Es geht wieder in den Süden, nach Puerto de Mogán und zu einem Parkplatz für Womo‘s an der Avenida los Marreo. Die Fahrt über Agaete und Aldea auf einer kleinen Klippenstrasse GC-200 spektakulär.
Am Nachmittag trifft sich Dirk noch einmal mit Andrea und Jürgen. Die beiden fliegen morgen wieder zurück nach Düsseldorf. Bevor sie im Hafen essen gehen, machen sie einen Abstecher durch die Altstadt zum Mirador de Puerto Mogán.

04.12.2025
Am Vormittag machen wir einen kleinen Spaziergang in den Ort. Vom Parkplatz führt ein schön angelegter Spazierweg direkt in den hinein. Wir streifen die Promenade am kleinen Strand. Sie ist gespickt mit Cafe‘s und Restaurants sowie Souvenirläden. Über eine kleine Brücke geht es in die Altstadt und von hier aus in den Sporthafen mit seinen Fischrestaurants. Mittendrin bunte, einstöckige Häuschen mit Dachterasse. In einem Cafe am Rande der Altstadt gibt es einen Mangosmoothie und eine Cola zur Erfrischung. Da ich noch so richtig angeschlagen bin geht es wieder zurück zum Van. Ausruhen ist angesagt.

05.12.2025
Heute Vormittag findet auf dem Weg zum Zentrum ein Freitagsmarkt statt, den wir uns vor der Weiterfahrt noch anschauen wollen. Da hier aber nichts Regionales sondern ausschliesslich billige Importware nutzloser Dinge feil geboten wird, treten wir den Rückweg an und machen uns auf den Weg Richtung Norden.
Bei Vecendario gibt es im Stadtteil El Doctoral eine BP Tankstelle an der Calle de Franchy Roca mit geräumiger Ver- und Entsorgung sowie einem Waschsalon.


Anschliessend suchen wir das Einkaufzentrum Al Campo vor Las Palmas auf. Wir benötigen noch einen 5er-Maulschlüssel für einen Wasserdiebanschluß, eine Schraube mit Unterlegscheibe für die Fenstersicherung (eine Schraube ist mir beim Abdrehen unter die Rücksitze gefallen😬) und einen Knopf für Dirk‘s Hose. Ausser dem Knopf erhalten wir alles im angrenzenden Baumarkt. Und da IKEA auch nebenan liegt erstehe ich sogar Ersatz für eine Tasse.
Jetzt aber nix wie weiter. Nächstes Ziel Moya im Norden. Hier haben wir uns einen Stellplatz der Camping Canary Gruppe ausgesucht. Da am Samstag und am Montag Feiertage sind (Tag der spanischen Verfassung und Maria Empfängnis) wird es wahrscheinlich sehr voll.

149. Llanos de la Mimbre, Tamadaba November 2025

30.11.2025

Es ist der letzte Sonntag im November und der 1. Advent. Über das Cabildo in Las Palmas hatten wir uns, nach vorheriger persönlicher Registrierung, einen Platz auf dem Acampada am Llanos de la Mimbre reserviert. Ein Naherholungsgebiet im Nationalpark Tamadaba, oberhalb von Agaete an der Westküste.
Seit unserer Ankunft auf Gran Canaria sind wir ja mit dieser Insel noch nicht so richtig warm geworden, weil die Orte an denen wir zuletzt waren, wirklich abschreckend touristisch aufgestellt sind. Die Fahrt nach Tamadaba hat uns dann aufgrund der landschaftlichen Besonderheiten, aber dann entschädigt. Die Route hierhin führte über kleinere Örtchen wie Ateara, Fataga, Tunte und Tejeda, auf über 1100 m zu diesem Naherholungsgebiet.
Es ging praktisch nur über kleine, asphaltierte Serpentinenstraßen immer höher, durch eine eine atemberauschende Gebirgslandschaft. Die Gesteinsfarben dunkel in rötlich-braun-schwarz. Die Berge selbst schroff und kantig. Es ist überall grün, an den Gebirgshängen können wir Kiefern ausmachen. Wir passieren hier Unmengen an Radfahrern. Die sind schon wirklich mutig.
Zwischendurch sind verbrannte Flächen zu erkennen. Im Sommer 2023 gab die
Inselregierung (Cabildo) von Gran Canaria über Twitter bekannt, dass ein Waldbrand in der Zone Cortijo de Huertas in der Gemeinde Tejeda ausgebrochen ist. Daraufhin wurde das beliebte Ausflugsgebiet um den Pico de las Nieves, den zweithöchsten Berg Gran Canarias, evakuiert. Das Feuer wurde bei Waldarbeiten durch eine Motorsense ausgelöst. Eine Fläche von 210 Hektar war und ist betroffen. Interessant hierzu die Details im Beitrag „Wunderschön – Gran Canaria“ des WDR aus 2025 sowie eine neue Art der Wassergewinnung adaptiert an der Funktionsweise einer kanarischen Kiefernzapfe.
Das Beste kommt wie immer zum Schluß. Wir kommen am Amcampada an und ruckeln wirklich über eine steinige Waldpiste, die es in sich hat. Ausgewiesene Stellplätze gibt es nicht, dafür Picknicktische, Grillanlagen und Toiletten.

Einige Besucher veranstalten dick eingemünmelt Picknicks, Wanderer kommen vorbei. Wir stellen uns mit bestem Blick ins Tal einfach dazwischen.
Da es mir immer schlechter geht, schmeisse ich mich nur noch ins Bett und ergebe mich Schüttelfrost und Fieber. Irgendwann später kommt ein Ranger vorbei und möchte die Reservierung sehen. Dabei macht er uns darauf aufmerksam, dass wir hier nicht stehen bleiben dürfen, sondern auf den Stellplatz für Camper wechseln müssen. Er zeigt Dirk den Weg, zumindest anfänglich, dann ist er verschwunden, taucht wieder auf und die Piste ist noch abenteuerlicher als die vorherige. Ich werde hinten so hin und her geschmissen, dass mir schlecht wird. Da Würgen und Hustenreiz nicht kompatibel sind, übe ich mich in Körperkontrolle. Danach ist einfach alles egal und während Dirk die nähere Umgebung erkundet, versuche ich einfach zu schlafen.

01.12.2025
Serientechnisch versorgen wir uns gerade mit der 5. Staffel von „Stranger Things“. Als ich heute Nacht wach werde und nach draussen schaue, könnte man die Umgebung für einen Drehort dieser Serie halten. Voll gruselig.


Zum Frühstück sind Fieber und Schüttelfrost vorbei, doch als ich nach Tagen vom Kaffee probiere, schmecke ich nichts. Ein Coronatest aus Griechenland bestätigt unseren Verdacht: eindeutig positiv. Die Nase hat ihren Dienst ebenfalls eingeschränkt. Anstecken kann ich hier oben jedenfalls keinen, ausser Dirk😏.

148. San Agustin und Strand von Maspalomas November 2025

27.11.2025

Wir verlassen „Guantanamo“ in Richtung San Agustin, hinter Maspalomas gelegen und suchen einen neuen Stellplatz. Es spricht schon für sich, dass die Straßennamen hier Calle Hannover, Calle Hamburgo oder Avenida Touroperado Neckermann heißen und es einen Stadtteil Sonnenland gibt.
Am Ende der Straße Calle Hamburgo finden wir den scheinbar optimalen Platz. Doch die direkte Nachbarschaft zu einer Apartmentanlage ist nicht zu unterschätzen. Und während die Eine erkältungstechnisch krank im Bett zurückbleibt, erkundet der Andere Maspalomas per Rad, was sich dank fehlender sowie passender Wege als sehr umständlich und teils gefährlich herausstellt.
Aber eine Abkühlung im Atlantik mit anschließender Gerstensaftbegleitung lassen die Hindernisse schnell vergessen.


Derweil erreichen diverse Dienstleister die Apartmentanlage, räumen Gitterwagen mit Wäsche ein und aus, bestücken Getränkezulieferer mit vollen Sackkarren die Automaten der Anlage, rollen unzählige Trolleys mit Touristen über den Asphalt (die Einen kommen, die Anderen gehen), Autotüren werden geöffnet und zugeschmissen, Neuankömmling von Apartment 2 ist nicht zufrieden, der Glascontainer wird geleert und spät am Nachmittag taucht plötzlich ein schwarz behaarter Kopf am Seitenfenster auf, der aber einer jungen Frau gehört, die dort Katzen füttert. Zu erwähnen wäre noch die nächtliche Leerung der Restmüllcontainer und das laute, verwirrte Suchen des Nachteinganges einer Gruppe jüngerer Leute, die den dazugehörigen Code vergessen haben.