17.06.2026
Kurz vor 12:00h verlassen wir den CP Alliosta oy. Vorher noch schnell die klamme Wäsche im Rudi verteilt und dann auf Richtung Fähre. Unser erstes Ziel ist Oulu direkt auf dem Festland. Als Kulturhauptstadt 2026 lockt sie bestimmt viele Besucher an. Ausserdem findet die Air Guitar World Championships (Luftgitarren-Weltmeisterschaft) seit 1996 jährlich in Oulu statt. Unter dem Motto „Make air, not war“ treten dort internationale Teilnehmer an, um mit schrillen Kostümen und energiegeladenen Performances für den Weltfrieden zu werben. Einen kostenlosen Parkplatz finden wir in Zentrumsnähe an einer Sportanlage. Über mehrere kleine Inselchen erreichen wir das Zentrum mit Theater und Bibliothek sowie den großen Marktplatz mit Foodständen, Cafes und der alten Markthalle Oulun Kauppahalli. Nach soviel Natur ist das Angebot hier eine erfrischende Abwechslung. Die Markthalle ist wohl ein beliebter Treffpunkt und Aufenthaltsort. Neben den üblichen Marktständen mit ihrem Angebot an Fleisch, Fisch und Gemüse, sind die kleinen Essstände gut besucht. Das Marktcafe wird zum Zeitung lesen und arbeiten genutzt. Vor der Markthalle wacht die Statue des berühmten Marktpolizisten.
Die Polizeimannstatue in Oulu, lokal als „Toripolliisi“ bekannt, ehrt die historischen Schutzpolizisten, die zwischen 1906 und 1979 auf dem Marktplatz für Ordnung sorgten. Die 2,2 Meter hohe Bronzestatue von Bildhauer Kaarlo Mikkonen wurde 1987 errichtet und ist heute ein Wahrzeichen der Stadt und ein beliebtes Fotomotiv.
Wir schlendern im Anschluß durch die City und kehren nach einen ausgedehntem Spaziergang zum Van zurück.
Gut 75 km von Oulu entfernt liegt Raahe unser nächstes Ziel.
Die Stadt ist vor allem wegen ihrer gut erhaltenen, historischen Holzhäuser bekannt, die wir auf einem Rundgang näher in Augenschein nehmen. Auffällig auch in dieser Stadt die quadratische Bebauung. Häuser und Straßen sind wie eine Tafel von Ritter Sport angelegt. Auf dem Hauptplatz steht die 1888 von Walter Runeberg geschaffene Statue des Stadtgründers Per Brahe des Jüngeren. Hinter dem Platz befindet sich die 1912 von Josef Stenbäck erbaute Stadtkirche. Im Heimatmuseum ist der älteste Taucheranzug der Welt ausgestellt. Hier sind wir leider zu spät dran, das Museum hat bereits geschlossen. Auch der Asteroid 1786 ist nach der Stadt benannt.
Eigentlich wollten wir gar nicht so lange bis Vaasa weiter fahren, aber vorher war kein geeigneter Stellplatz für die Nacht zu finden. Dafür begleitete uns fast bis zum Schluß Sonnenschein und wir konnten den Blick auf einen Elch erhaschen, nach fast acht Wochen Skandinavien.
Auf der Fahrt hier hinunter verändert sich auch die Landschaft. Die Wälder brechen auf, machen Platz für Felder und Weideland, die Sicht wird weiter. Und die Straßenschilder verändern sich, sie sind zweisprachig ausgeführt. Die Schilder sind deshalb zweisprachig, weil Finnland laut Verfassung ein zweisprachiges Land ist und Finnisch und Schwedisch gleichberechtigte Nationalsprachen sind. Die Region zwischen Vaasa und Oulu hat eine historisch bedingte, starke schwedischsprachige Minderheit, die sogenannten Finnlandschweden.
Für heute Nacht stehen wir erst einmal auf dem Parkplatz des Brage Freilichtmuseums. Also steht der erste Stepp für morgen auch schon fest.
