30.04.2026
Was für ein Tag. Eigentlich wollten wir nur nach Heiligenhafen fahren und dort auf den Spuren von Thomas Vergangenheit, Ort und Gegend erkunden. Leider stellen wir direkt nach dem ersten Kaffee fest, dass der Clesanatoilettendeckel schon wieder am Scharnier angebrochen ist. Sollte der Bruch komplett durchgehen, kann die Toilette nicht mehr benutzt werden. Das Problem ist beim Hersteller bekannt, Nachbesserungen sind umgesetzt, nur leider haben wir bereits zum 2. Mal die Vorgängerversion der Toilettenbrille im Austausch erhalten. So wird eifrig mit Fachhändlern und Campingausstatter in der Umgebung telefoniert, um an die begehrte Einheit zu gelangen, leider ohne Erfolg. Völlig in Gedanken, ob des Erhaltes der Klobrille, vergessen wir das Tanken. Kurz vor 12:00 h war der Liter Diesel noch für 2,159€ zu erhalten, kurz danach für satte 2,379€. Pech gehabt, dann erst einmal einen Stellplatz dingfest machen. Da man auf dem WoMo-Stellplatz in Heiligenhafen keine Reservierungen vornehmen kann, fährt man praktisch blind hin. Wir haben uns zunächst 2 freie Plätze ausgesucht und wollten diese am Automaten buchen. Sofort war dies nicht möglich, sondern erst ab 14:00 Uhr, da die Plätze bis zu diesem Zeitpunkt noch von den Vorgängern reserviert waren, diese jedoch schon abgereist sind und das Buchungssystem nicht in der Lage ist, das Auschecken zu verarbeiten. Nach Rücksprache mit einem Mitarbeiter des Platzes sei dies aber kein Problem, wir sollten einfach auf den gewünschten Plätzen stehen bleiben und uns um 14:00 Uhr anmelden. Gesagt getan, Tisch, Stühle und Solarpaneele raus und um zwei zum Anmelden an den Automaten. Hier bildete sich bereits eine Schlange mit weiteren Stellplatzinteressenten. Als wir uns anmelden wollten, stellten wir fest, dass der Platz von Thomas bereits kurz vorher von einem WoMo-Paar gebucht worden war, welches zwei Reihen vorher stand und uns beim Aufbau der Campingutensilien beobachtet hat. Tja und wer zuerst kommt, der malt bekanntlich zuerst. Die Aussage des Mitarbeiters zum Verbleib auf den freien Plätzen hatte plötzlich keinen Bestand mehr, da diese ja jetzt gebucht seien. Wenn dieses Verhalten zur Reservierung hier Standard ist und toleriert wird, möchte ich mir nicht vorstellen, was in der Hauptsaison abgeht. Thomas musste seinen Platz räumen und wir haben sofort den letzten verfügbaren Platz reservieren können. In der Zwischenzeit konnte mit der Clesanazentrale in der Schweiz telefoniert und der Expressversand an einen Fachhändler in der Nähe von Kopenhagen organisiert werden. Kurz danach ging die Versandbestätigung ein, das hat ja mal geklappt. Und bevor wir es für eine kleine Runde durch den Ort schaffen, ist es 17:00 Uhr. Zuvor machen wir noch die Bekanntschaft eines schwedischen Pärchens, welches ebenfalls mit einem Kabe Van sowie zwei Rauhaardackeln unterwegs ist. Es versteht sich von selbst, dass ein reger Austausch über die einzelnen Modifikationen der Fahrzeuge stattfindet.
01.05.2026
Ein Maifeiertag wie er besser nicht sein könnte. Sonnenschein, ganz wenig Wind und 16 Grad. Das ideale Wetter für eine Radtour von Heiligenhafen zur hiesigen Felsküste. Vorbei am Leuchtfeuer, Dazendorf bis zum Campingplatz Blank-Eck. Zunächst über Birnbaum gesäumte Feldwege und oberhalb der Felsküste auf kleinen Wanderpfaden. Zwischendurch eine kleine Pause mit Blick über die Hohwachter Bucht und einer fast unbewegten Ostsee. Überall Fischer und Strandbesucher, die das Wetter und den Feiertag am Meer genießen. Militärisches Sperrgebiet beendet die Weiterfahrt an der Küste und wir schwenken Richtung Oldenburg in Holstein. Der beschauliche Ort wird passiert, wir entscheiden uns erneut zum Wasser zu cruisen und steuern den Weißenhäuser Strand an. Bei der Strandbude zur „Alten Liebe“ lassen wir uns auf die dicken Kiesel fallen und legen eine Pause ein. Schnell sind Porridge, Obst und Stullen verspeist, das Hochkommen zur Weiterfahrt fällt anschließend schwer. Ein kühles Getränk auf der Rückfahrt an der Strandbude zum Weißenhäuser Strand schafft Abhilfe. Hier geht eine Brücke noch ein Stück in die Ostsee hinein, mit schönem Blick auf das spiegelglatte Wasser sowie Strandkörbe, kreuz und quer über den Strand verteilt. Zurück geht es erneut über Oldenburg und kurz nach dem Ort auf kleinen Wegen durch blühende Rapsfelder zurück nach Heiligenhafen. Am Stellplatz warten Gulasch, Klöße und Rotkohl und eine verlegte Brille findet seinen Besitzer wieder.
