28.12.2025
Heute fahren wir an das Ende der Welt, statten der Schutzpatronin der Insel einen Besuch ab und wollen hoch hinaus.
Zunächst geht die Fahrt erneut Richtung Westen und Pozo de la Salud sowie den Arenas Blancas. Anschließend cruisen wir weiter durch aufregende Vulkanlandschaften auf einer kleinen Straße zum Faro de Orchilla. Kurz hinter der Abzweigung zum Playa de Verodal windet sich die schmale Straße 5 km in engen Kurven und ohne Leitplanken ganz hoch zum Weideland der Dehasa. Hier nehmen wir die Abzweigung hinunter zum Leuchtturm, auf der uns gleich zu Beginn die Müllabfuhr entgegenkommt. Da heisst es erst einmal die schmale Straße rückwärts hoch fahren und einen breiteren Punkt zum vorbeifahren finden. Anschliessend weiter und hinunter zum Faro, der in einer schwarzen Einöde aus Lavagestein und Vulkankratern liegt. Dieser Punkt galt in der Antike als das Ende der Welt. Später verlief hier für mehr als 200 Jahre der Nullmeridian. Eine entsprechende steinerne Markierung findet man am besten zu Fuß, wenn man einem Abzweig weiter oben auf dieser Stichstraße folgt. Heute markiert der Leuchtturm den südwestlichsten Punkt Europas und ist ein Leuchtfeuer 2. Grades. Der Begriff verweist auf die Bedeutung der Kennung für ein unterbrochenes Feuer in 2er-Gruppen und die technische Stärke für die Navigation.
Es geht weiter, zunächst zu einer geschützten Badestelle ca. 1,5 km vom Leuchtturm entfernt. Dieser Platz ist mit Picknicktischen und Toiletten ausgestattet, ein langer steiniger Ausleger ragt ins Meer und an der Seite gibt es eine Leiter die zum Baden ins Wasser führt. Früher landeten hier auch Schiffe an, um Material zu löschen und Auswanderer mit an Bord zu nehmen. Der Badeplatz ist gut besucht, überwiegend mit Dauercampern.
Unser nächstes Ziel ist die Ermita de la Virgen, die wir nach 3 km der Hauptstraße folgend erreichen. Die Madonnenfigur der Virgen de los Reyes ist seit 1546 die Schutzpatronin der Insel und die kleine Kirche der Ausgangspunkt der großen Bajada, die alle fünf Jahre stattfindet. Etwas außerhalb entdecken wir mehrere Felsenbehausungen und kleine Flächen mit Schutzgattern. Diese wurden und werden von Hirten genutzt. Es gibt Wasser und eine Feuerstelle. Die Höhlen sind mit Kiefernnadeln ausgelegt und auf den Steinmauern im Innern befinden sich Pappkartons zur Isolierung. In früheren Zeiten wurde in einer kleineren Höhle die Schutzpatronin hier aufbewahrt.
Wir verlassen die Ermita auf der Hauptstraße in Richtung Osten und folgen dieser ca. 6 km, bevor wir links abbiegen und einer kurvigen Piste hoch Richtung Malpaso, dem höchsten Berg der Insel folgen. Die Piste liegt 1200 m über dem Meeresspiegel und führt durch Kiefernwälder und lässt sich vorsichtig gut befahren. Leider liegt fast alles im Nebel, so dass wir die Küste und die Lavafelder nicht erkennen können. Nach 8 km erreichen wir dann den Gipfel auf 1502 Metern, leider total in Nebel gehüllt. Egal ein Kaffee geht immer, bevor wir uns auf den Rückweg machen.
Es geht vorbei am Cruz de los Reyes, einem grossen Platz mit Steinaltar und Holzkreuz, dem Nebelwald und dem CP Hoya de Morcillo. Wir wollen weiter zum Mirador de las Playas, von dem man einen schönen Ausblick auf die Küste der Ostseite hat. Leider hat sich hier eine breite Nebelwald davor geschoben, die dies verhindert. Ansonsten wäre dies hier ein toller Übernachtungsplatz. Dann eben weiter nach La Restinga, hier wollten wir über Silvester eh hin.
Da auf der Promenadenstraße kein Platz mehr frei ist, stehen wir hinter der großen Arpartmentanlage auf geschotterter Fläche und gehen anschließend in der Bar Mar de las Calmas Essen.
