08.05.2025
Bevor es morgen für Thomas und Phillip wieder nach Solingen geht, wollen wir uns heute gemeinsam das Städtchen Český Krumlov anschauen. Dies liegt ca. 3 km vom Stellplatz entfernt. Mit den Rädern erreichen wir auf einer kleinen Nebenstraße schnell unser Ziel.
Český Krumlov ist eine malerische Stadt in der südböhmischen Region der Tschechischen Republik. Sie ist bekannt für ihre gut erhaltene mittelalterliche Architektur und ihren beeindruckenden Schlosskomplex und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Und so passieren wir vor dem Eingang in die mittelalterliche Stadt ein Konvolut an Reisebussen. Die Erkundung verspricht in Gesellschaft zu erfolgen. Es ist ein imposantes Bauwerk welches vor uns liegt und hoch über uns thront.
Ist das hier noch eine Burg oder schon ein Schloss? Da die ursprüngliche Grundrissdisposition in ihrer Entwicklung vom 14. bis zum 19. Jahrhundert erhalten geblieben ist, kann manheute sowohl eine mittelalterliche Burg als auch eine prunkvolle Residenz im Renaissance-Stil bewundern.
Die ursprünglich gotische Burg wurde vor dem Jahre 1250 gegründet von den Herren von Krumnau, einem der Zweige des mächtigen Hauses der Witigonen mit dem Wappen der fünfblättrigen Rose. Nachdem die Herren von Krumau im Jahre 1302 ausgestorben waren, erbten die Rosenberger die Burg. Das Haus Rosenberg hatte seinen Sitz hier bis zum Jahre 1602. Mit ihrem Namen und drei Jahrhunderten ihrer Regierung ist die Zeit der größten Blüte der Burg und der Stadt verbunden.
Im Jahre 1602 ging die Burg an Kaiser Rudolf II. von Habsburg. Kaiser Ferdinand II. von Habsburg Kaiser widmete dann den königlichen Besitz dem Fürsten Johann Ulrich von Eggenberg, dem Vertreter eines österreichischen Fürstengeschlechts. Mit Johann Christian I. von Eggenberg wurde anschließend das wirtschaftliche und künstlerische Leben sowie die Bautätigkeit intensiviert. Die Anlage verwandelte sich nach und nach in einen repräsentativen Barocksitz.
Mit dem Aussterben des Fürstengeschlechts der Eggenberger im Jahre 1719, hielt das Fürstenhaus von Schwarzenberg Einzug und machte sich im Anschluss um den großzügigen Umbau verdient. Mitte des 19. Jahrhunderts verlor dann die Anlage für das besagte Fürstenhaus immer mehr an Bedeutung. Im Jahre 1947 ging der Schwarzenberger Besitz, einschließlich der Stadt, in das tschechische Landesvermögen über.
Wir machen uns zunächst bei einem Rundgang durch den historischen Ortskern selbst ein Bild der alten Stadt, werden Zeugen von Dreharbeiten, nehmen in einem Felsenrestaurant ein typisches tschechisches Mittagessen mit Karlsbader Knödel und Gulasch ein, klettern auf den Kirchturm und besichtigen im Anschluss das Schlossmuseum und entdecken im Schlossgraben zwei Braunbären.
Nach soviel Kultur breche ich am Stellplatz für ein Mittagsschläfchen zusammen, während der Rest räumt und die Drohnen in die Lüfte jagt. Mit dem Abendessen wird gemeinsam die letzte Flasche Wein vertilgt sowie der Bus von Thomas und Phillip für die morgige Abreise vorbereitet.
